GKV-Reform: Hilft Privatversicherten mit teuren Verträgen
Höhere Beitragsgrenze: Lässt PKV-Arbeitgeberzuschuss steigen
Jetzt in die PKV wechseln? Andere Gründe sind viel wichtiger
Du bist privat krankenversichert, hast aber einen teuren Tarif? Dann profitierst Du vielleicht ausgerechnet von der Reform der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Wie das?
Was die GKV hier mit der PKV zu tun hat
Die Beitragsbemessungsgrenze der GKV bestimmt nicht nur für gesetzlich Versicherte, bis zu welchem Einkommen sie Beiträge zahlen (akt. 5.812,50 € Monatsbrutto). Sie begrenzt auch, wie viel Dein Arbeitgeber maximal zu Deiner privaten Krankenversicherung (PKV) dazuzahlt.
Auch in der PKV übernimmt er grundsätzlich die Hälfte Deines Beitrags – aber nur bis zur Höhe, die er bei einem gesetzlich Versicherten maximal zahlen würde. Das sind aktuell 8,75 % der Bemessungsgrenze, also max. 508,59 € im Monat. Steigt diese Grenze, steigt also auch der maximale Arbeitgeberzuschuss in der PKV.
Was das 2027 für Dein Netto bedeutet
Durch die GKV-Reform soll die Grenze 2027 zusätzlich zum regulären Anstieg einmalig um 300 €/Monat extra erhöht werden. Bleibt der durchschnittliche GKV-Zusatzbeitrag – wie durch die Reform geplant – bei 2,9 %, würde allein dieser extra Anstieg der Bemessungsgrenze den maximalen Arbeitgeberzuschuss in der PKV von aktuell 508,59 auf 534,84 €/Monat erhöhen.
In den letzten Jahren ist die Bemessungsgrenze aber auch regulär immer um etwa 300 €/Monat gestiegen. Sollte das 2027 wieder so sein, würde sich der maximale Zuschuss Deines Arbeitsgebers sogar auf 561,09 €/Monat erhöhen. Dir würden 2027 im besten Fall also über 50 € mehr netto im Monat bleiben als 2026, Steuer außen vor.
Wer wirklich profitiert
Das gilt aber nur für angestellte PKV-Versicherte. Bist Du selbstständig oder verbeamtet, bekommst Du in aller Regel keinen klassischen Arbeitgeberzuschuss. Außerdem musst Du diesen Zuschuss schon heute ausschöpfen.
Dafür muss Dein Tarif sehr teuer sein und gut 1.017 €/Monat kosten. Liegst Du darunter, ändert sich nichts. Liegst Du darüber, profitierst Du vom höheren Arbeitgeberzuschuss. Denk aber dran: Der Arbeitgeber zählt maximal die Hälfte. Um die vollen 561 € aus unserem Beispiel mitzunehmen, muss Dein Tarif 2027 also schon 1.122 €/Monat kosten.
Übrigens: Hast Du Ehepartner oder Kinder in der PKV, nutzt Ihr den Zuschuss gemeinsam. Zahlt Dein Arbeitgeber für Dich weniger als die max. 508,59 € (2026), kann der Rest für die Beiträge der Familie genutzt werden – aber nur, wenn sie in der GKV familienversichert wären.
Teurer PKV-Tarif: Was tun?
Zahlst Du deutlich über 1.000 € für die PKV, solltest Du Dich aber nicht nur über einen höheren Zuschuss freuen. Sondern besser vor allem mal checken, ob es nicht günstiger geht.
Warum Du nicht gleich den Versicherer wechseln solltest und wie Du stattdessen vorgehst, liest Du in unserem Ratgeber zum PKV-Tarifwechsel.
In die PKV wechseln? Mach es so
Außerdem sind die höheren Arbeitgeberzuschüsse allein kein guter Grund, jetzt in die PKV zu wechseln. Das ist eine Entscheidung fürs Leben, bei der noch viel mehr Dinge zählen. Wie Du am besten abwägst, liest Du in unserem Ratgeber zum Wechsel aus der GKV in die PKV.
Solltest Du Dich für die PKV entscheiden, empfehlen wir Dir zur Tarifauswahl eine Maklerberatung bei Hoesch & Partner, Von Buddenbrock Concepts, Dr. Schlemann unabhängige Finanzberatung, BVLG Beamtenversorgung leicht gemacht oder Fachzentrum Finanzen AG & Co. KG Dieter Homburg.
Falls nicht, kannst Du auch in der GKV sparen, indem Du die Kasse wechselst. Unsere Empfehlungen: HKK, TK, Audi BKK und DAK.