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Rekordhoch bei Gaspreisen: Wie Du jetzt richtig reagierst

Selbst günstige Gastarife kosten aktuell so viel wie seit 3,5 Jahren nicht mehr. Was Du zur aktuellen Situation wissen musst – und wie Du richtig reagierst.

Benjamin_Weigl
Von Benjamin Weigl und Jonas Fehling
Rekordhoch bei Gaspreisen: Wie Du jetzt richtig reagierst

Gaspreise steigen: Neuverträge zuletzt 2023 teurer
Noch Preisgarantie bis 2027? Kein Wechsel nötig
Preiserhöhung o. teurer Vertrag? Check unseren Gasvergleich

Die Gaspreise sind so hoch wie seit 3,5 Jahren nicht. Damit meinen wir nicht nur die für Dich eher abstrakten Börsenpreise, um die es durch den Irankrieg immer wieder geht. Sondern ganz konkret die Preise von Gastarifen, die Du aktuell selbst neu abschließen kannst. Denn hier wirken sich hohe Einkaufspreise an den Märkten natürlich schnell aus.

Wir zeigen Dir, was diese Entwicklung für Dich bedeutet und wann Du wie handeln solltest:

Wie stark sind die Gaspreise gestiegen?

Rund um den Irankrieg um gut 2 ct pro Kilowattstunde (kWh):

  • Anfang März haben die günstigen Gastarif-Empfehlungen von Finanztip mit zwölf Monaten Preisgarantie im Mittel noch 9,34 ct/kWh gekostet
  • Aktuell sind es 11,56 ct/kWh (Stand: 18.8.)

Das zeigt unser eigenes Finanztip-Gaspreis-Barometer auf Basis von Daten aus dem Finanztip-Gasvergleich (enthält Werbelinks):

Finanztip-Gaspreis-Barometer

Der Grundpreis ist dabei schon eingerechnet, Neukundenboni nicht. So bekommst Du bei uns einen realistischen Eindruck von der Entwicklung der Energiepreise. Und die sind so hoch wie seit dem Ende der Energiepreiskrise im März 2023 nicht mehr: Da haben neue Tarife im Mittel knapp über 12 ct/kWh gekostet.

In der Energiepreiskrise war Gas noch viel teurer

Von der damaligen Preisexplosion durch eingestellte Gaslieferungen aus Russland sind wir aktuell aber noch weit entfernt, zeigt Dir unsere langfristigere Grafik:

Finanztip-Gaspreis-Barometer seit 2022

Der Grund: Anders als in der Energiepreiskrise ist die Gasversorgung für Deutschland aktuell stabiler. Denn von Gaslieferungen aus Nahost sind wir heute viel weniger abhängig als damals von Russland. In anderen Regionen auf der Welt ist das anders. Deshalb treffen uns die weltweit gestiegenen Börsenpreise trotzdem, wie das aktuelle Dreijahreshoch bei Neutarifen spürbar zeigt.

Wie viel macht das insgesamt für Dich aus?

Rechnen wir mit einem Preisanstieg von genau 2 ct/kWh, geht’s bei einem für eine 100 m² große Wohnfläche typischen Verbrauch von 15.000 kWh Gas um 300 € mehr pro Jahr.

Nur: Wann betrifft Dich das wirklich, und wie solltest Du reagieren? Es kommt drauf an:

  • Fall 1: Du hast aktuell noch eine Preisgarantie
    Dann darf Dein Anbieter den Preis nicht erhöhen. Die gestiegenen Preise betreffen Dich also nicht. Im besten Fall läuft die Garantie noch bis zum nächsten Frühjahr. Dann kommst Du ohne höhere Preise über den Winter und brauchst nichts zu tun
  • Fall 2: Du hast keine Preisgarantie mehr
    Dann darf und wird Dein Anbieter Deinen Preis wahrscheinlich bald erhöhen, sollten die Börsenpreise so hoch bleiben. Sobald das Schreiben kommt, solltest Du prüfen, ob Du zu einem günstigeren Anbieter wechseln kannst
  • Fall 3: Du bezahlst sowieso schon zu viel
    Das kann sein, weil Du länger nicht mehr gewechselt hast oder in der teuren Grundversorgung steckst. Auch dann solltest Du einen Wechsel prüfen

Lohnt sich ein Wechsel gerade?

Pauschal kann das niemand sagen, auch wenn neue Tarife gerade etwas teurer geworden sind. Denn es ist völlig unklar, wie sich die Preise weiterentwickeln. Du kannst natürlich noch warten und auf wieder fallende Preise wetten. Die Preise könnten aber auch weiter steigen.

Zumindest dagegen kannst Du Dich absichern, wenn Du Dir jetzt einen neuen Vertrag holst. Mit zwölf Monaten Preisgarantie und Laufzeit könntest Du dann auch recht bald wieder wechseln, falls neue Tarife etwas günstiger werden.

So findest Du den besten Vertrag

Schau einfach, ob Du in unserem Gasvergleich (enthält Werbelinks) einen günstigeren Anbieter findest. Das ist besonders bequem: Denn wir kombinieren dort die Tarife von Check24 und Verivox. Und wir sortieren gezielt Anbieter aus, die uns negativ aufgefallen sind.

Sobald Deine Mindestvertragslaufzeit abgelaufen ist, kannst Du dank der gesetzlichen Kündigungsfrist von höchstens einem Monat recht schnell wechseln. Dann kannst Du Dich einfach bei einem neuen Anbieter anmelden und der erledigt die Kündigung für Dich.

Will Dein Anbieter die Preise erhöhen, hast Du sogar ein kurzfristiges Sonderkündigungsrecht zum Zeitpunkt der Preiserhöhung. In diesem Fall musst Du selbst kündigen, z. B. mit unserem Musterschreiben (Word-Dokument).

Denk auch langfristig

Übrigens sind die reinen Energiekosten beim Gas mittlerweile nur noch für rund die Hälfte der Kosten verantwortlich:

So setzt sich der Gaspreis zusammen

Das liegt an den zuletzt und auch künftig voraussichtlich weiter steigenden Preisbestandteilen, v. a. Netzentgelte und CO₂-Preis.

Heißt für Dich: Denk neben dem kurzfristigen Sparen per Wechsel auch langfristig über Deine Heizung nach. Mit einem Umstieg auf eine klimafreundliche Lösung, z. B. eine Wärmepumpe, treffen Dich steigende Abgaben nicht mehr. Zusätzlich machst Du Dich unabhängiger von neuen Preisspitzen oder gar Lieferproblemen bei fossilen Brennstoffen wie Gas, aber auch Heizöl.

Wie der Umstieg gelingt, liest Du in unserem Ratgeber zu Wärmepumpen-Voraussetzungen. Und wie Du Dir mit dem KfW-Programm 458 mind. 8.400 und bis zu 22.400 € der Kosten für die Anschaffung zurückholst, erfährst Du in unserem Ratgeber zur Wärmepumpen-Förderung.

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