Riester mit Kinderzulagen prüfen

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Martin Klotz Vorsorge

Neben ETF-Sparplan und staatlichen Steuervorteilen taucht bei vielen Eltern früher oder später auch noch Riester auf – eine Vorsorgeform, die seit Jahren umstritten ist und politisch im Umbruch ist. Sie kann trotzdem für manche Eltern noch Sinn ergeben.

Warum Riester kritisch ist

Riester sollte einmal die private Altersvorsorge stärken. In der Praxis sind aber viele Verträge teuer, kompliziert und wenig flexibel. Garantien kosten Rendite, die Produktlandschaft ist unübersichtlich und viele Sparerinnen und Sparer sind enttäuscht von den schlechten Renditen.

Deswegen arbeitet die Bundesregierung an einem neuen Altersvorsorgedepot, das stärker auf Kapitalmarkt-Investments setzt und einfacher funktionieren soll. Es soll Anfang 2027 starten – wie genau es funktionieren wird und wie Ihr es abschließen könnt, ist noch unklar. Fest steht aber: Riester wird an Bedeutung verlieren.

Warum Riester noch interessant sein kann

Trotz aller Kritik kann Riester für Eltern in bestimmten Fällen noch sinnvoll sein – vor allem wegen der Zulagen. Pro förderberechtigtem Erwachsenen gibt es 175 € Grundzulage im Jahr. Dazu kommen Kinderzulagen: 300 € pro Jahr für jedes ab 2008 geborene Kind, 185 € für ältere Kinder. Gerade mit mehreren Kindern kann ein großer Teil der eigenen Einzahlung durch staatliches Geld ergänzt werden.

Wie die 4-%-Regel funktioniert

Um die vollen Zulagen zu bekommen, müsst Ihr in der Regel 4 % Eures sozialversicherungspflichtigen Vorjahreseinkommens einzahlen – die Zulagen werden dabei mitgerechnet. Ein Beispiel:

  • Bruttoeinkommen im Vorjahr: 40.000 €
  • 4 % davon: 1.600 € Jahresbeitrag
  • Grundzulage: 175 €
  • Zwei Kinder (nach 2008 geboren): 2 x 300 € = 600 €
  • Zulagen gesamt: 775 €
  • 1.600 € eigener Beitrag – 775 € Zulagen = 825 € im Jahr

Ihr zahlt also 825 € selbst ein, aber insgesamt werden 1.600 € für Eure Altersvorsorge investiert.

Wann sich Riester für Euch lohnt

Riester kann sinnvoll sein, wenn mehrere Punkte zusammenkommen:

  • Ihr habt ein oder mehrere Kinder und bekommt die Kinderzulagen
  • Ihr zahlt selbst eher moderate Beträge ein, profitiert aber stark von den Zulagen
  • Ihr seid pflichtversichert in der gesetzlichen Rentenversicherung

Ohne Kinder oder mit sehr hohem Einkommen rechnet sich Riester dagegen in der Regel nicht.

Besser auf 2027 warten

In keinem Fall ersetzt Riester einen ETF-Sparplan, aber kann ihn ergänzen. Wir empfehlen Euch trotzdem: Wartet am besten mit der Entscheidung zur privaten Altersvorsorge, bis alle Details zum neuen Altersvorsorgedepot bekannt sind. Darüber halten wir Euch natürlich auf dem Laufenden.

Jetzt noch einen Riester-Vertrag abschließen solltet Ihr nur, wenn Ihr bewusst diese Form der Altersvorsorge verwenden und nicht länger warten wollt – Riester-Verträge werden auch nach dem Start des Altersvorsorgedepots einfach weiterlaufen. Ob sie auf das neue Modell umgezogen werden können, ist ebenfalls noch nicht klar.

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