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So groß ist die Rentenlücke zwischen Männern und Frauen

Wie viel bleibt im Alter von Deinem Einkommen übrig? Neue Zahlen zeigen: Die gesetzliche Rente deckt oft nur einen Bruchteil ab – und Frauen bekommen im Schnitt deutlich weniger als Männer. Was das für Dich bedeutet.

Jan Scharpenberg Rente
So groß ist die Rentenlücke zwischen Männern und Frauen

2024 lag die Median-Altersrente bei rund 1.130 € im Monat – nach Abzug von Kranken- und Pflegeversicherung, aber vor Steuern. Median heißt: Die eine Hälfte der Rentnerinnen und Rentner bekommt mehr, die andere weniger. Besonders auffällig sind die Unterschiede zwischen Männern und Frauen.

Die Grafik zeigt die Verteilung der ausgezahlten Renten 2024. Mehr als 50 % der Rentnerinnen erhalten weniger als 1.000 € im Monat. Bei Männern liegt die Medianrente deutlich höher, viele bewegen sich in Bereichen zwischen 1.200 € und 1.800 €. Auch hohe Renten ab 2.100 € sind bei Männern wesentlich häufiger. Ein Blick auf die Verteilung macht klar: Die Schere geht weit auseinander.

Konkret zeigt sich der Unterschied beim Medianwert: Männer kommen 2024 auf rund 1.470 € Rente im Monat. Frauen erhalten im Median weniger als 1.000 €. Das bedeutet eine Lücke von gut 500 € monatlich.  

Kleine Rente heißt nicht automatisch wenig Geld

Eine niedrige eigene Rente bedeutet nicht automatisch, dass es finanziell eng ist. Wie der Alterssicherungsbericht 2024 des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) zeigt, finden sich kleine Renten häufig in Haushalten mit vergleichsweise hohem Gesamteinkommen. Bei Paaren mit Renten bis zu 500 € lag das Haushaltsbruttoeinkommen 2024 beispielsweise bei gut 5.300 € im Monat.

Mit anderen Worten: Für die finanzielle Absicherung im Alter ist in diesen Haushalten oft nicht die eigene kleine Rente entscheidend, sondern weiteres Einkommen – zum Beispiel das des Partners.

Trotzdem gilt: Frauen haben im Schnitt geringere eigene Renten. Und das hat klare Gründe.  

Warum Frauen besonders betroffen sind

Viele Frauen arbeiten zwischendurch weniger oder gar nicht – zum Beispiel wegen Kindererziehung oder weil sie Angehörige pflegen. Außerdem sind sie häufiger in Teilzeit beschäftigt und verdienen im Schnitt weniger.

Wer über viele Jahre weniger einzahlt, bekommt später auch weniger Rente. Im Median sind es bei Frauen rund 940 € im Monat – also fast 200 € weniger als die Gesamtmedianrente.

Die Rente ersetzt nur einen Teil Deines Einkommens

Zum Vergleich schauen wir auf das Einkommen vor der Rente: Vollzeitbeschäftigte haben 2024 im Median 52.159 € brutto im Jahr verdient. Nach Abzug von rund 20 % Sozialabgaben bleiben davon rund 41.700 € übrig.

Die ausgezahlte gesetzliche Medianrente liegt allerdings nur bei 1.130 € im Monat. Hochgerechnet sind das rund 13.560 € im Jahr. Verglichen mit den 41.700 € netto entspricht das nur etwa 32,5 %. Oder anders gesagt: Rund zwei Drittel des früheren Netto fehlen.

Was das für Deine Altersvorsorge heißt

Allein auf die gesetzliche Rente zu setzen, reicht in der Regel nicht aus. Sie ist als Basis gedacht – nicht als vollständiger Ersatz Deines letzten Gehalts. Wenn Du Deinen Lebensstandard im Alter auch ohne Einkommen eines Partners halten willst, brauchst Du zusätzlich private Vorsorge – zum Beispiel über Aktien-ETFs und eine betriebliche Altersvorsorge.  

Unser Tipp: Je eher Du anfängst, desto leichter lässt sich die Rentenlücke schließen. Schau daher regelmäßig in Deine Renteninformation und rechne konkret nach, wie viel Dir später voraussichtlich fehlen wird.

Welche Möglichkeiten Du hast und wie Du am besten vorgehst, liest Du in unserem ePaper zur Altersvorsorge (PDF). Dort zeigen wir Dir Schritt für Schritt, wie Du Deine persönliche Strategie aufbaust.

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