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SpaceX geht an die Börse: Die wichtigsten Fragen und Antworten
Viele Privatanleger hoffen beim Börsengang von SpaceX auf schnelle Gewinne wie einst bei Tesla. Doch hinter dem Hype stecken auch Risiken. Hier findest Du die wichtigsten Antworten.
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Viele Privatanleger hoffen beim Börsengang von SpaceX auf schnelle Gewinne wie einst bei Tesla. Doch hinter dem Hype stecken auch Risiken. Hier findest Du die wichtigsten Antworten.

SpaceX will bei seinem Börsengang am 12. Juni bis zu 30 % der neu ausgegebenen Aktien an private Anlegerinnen und Anleger vergeben – deutlich mehr als bei vielen Börsengängen in der Vergangenheit. Entsprechend groß ist der Hype im Vorfeld bei den Brokern: In Deutschland kannst Du die Aktie z. B. bei Trade Republic, Scalable Capital, Revolut, ING, Commerzbank, Comdirect, Deutsche Bank, dem Geno Broker, Flatex und der BW Bank zeichnen.
Doch der Hype hat auch Schattenseiten: Die hohe Bewertung ist umstritten, eine Zuteilung nicht garantiert und schnelle Gewinne am ersten Handelstag könnten für viele Anlegerinnen und Anleger schwieriger werden als gedacht.
Bei einem Börsengang (Initial Public Offering, IPO) verkauft ein Unternehmen erstmals Aktien an die Öffentlichkeit. Und bevor die Aktie ganz normal an der Börse gehandelt wird, gibt es eine sogenannte Zeichnungsphase.
In dieser Zeit kannst Du bei Deiner Bank oder Deinem Depotanbieter anmelden, dass Du die Aktien des Unternehmens haben möchtest. Je nach Broker kannst Du angeben, für welchen Preis Du bereit bist, die Aktie dann zu kaufen – oder Du legst einfach nur die Anzahl an Aktien fest, die Du haben möchtest und nimmst damit praktisch jeden Ausgabepreis in Kauf.
Deshalb kannst Du SpaceX-Aktien schon jetzt zeichnen, obwohl die Aktie erst am 12. Juni an die Börse kommt. Aber wie gesagt: Du kaufst oder reservierst die Aktien nicht, sondern meldest nur Dein Kaufinteresse an.
Das Unternehmen, in diesem Fall SpaceX, sammelt die ganzen Bestellungen ein und legt anschließend den endgültigen Ausgabepreis fest. Erst danach werden die Aktien zugeteilt. Liegt der Ausgabepreis über Deinem Limit, bekommst Du keine Aktien. Und auch, wenn viel mehr Bestellungen da sind, als es Aktien gibt, kannst Du leer ausgehen.
Erst kurz vor dem Börsenstart teilt Dir Dein Depotanbieter mit, wie viele Aktien Du tatsächlich bekommst und zu welchem Preis.
Es ist einer der meistbeachteten Börsengänge der vergangenen Jahre. Das liegt vor allem an Elon Musk: Viele verbinden ihn mit dem Erfolg von Tesla und hoffen auf eine ähnliche Entwicklung bei SpaceX. Gleichzeitig gehört SpaceX zu den bekanntesten Technologieunternehmen der Welt. Das Unternehmen betreibt mit Starlink bereits das größte Satelliteninternet-Netzwerk der Welt und arbeitet an wiederverwendbaren Raketen, Weltrauminfrastruktur und KI-Projekten.
Viele denken bei SpaceX zuerst an Raketen. Der wichtigste Gewinnbringer ist mittlerweile aber Starlink. Über den Satelliteninternet-Dienst nimmt SpaceX bereits Milliarden ein. Dazu kommen Einnahmen aus Raketenstarts für Unternehmen, die NASA und das US-Militär. Langfristig setzt SpaceX auf zusätzliche Satellitendienste, KI-Infrastruktur und sogar Rechenzentren im Weltraum. Viele dieser Projekte sind allerdings noch in einem frühen Stadium.
Der Ausgabepreis lag bei den zuvor erwarteten 135 $ je Aktie.
Genau darüber wird derzeit besonders heftig diskutiert: Die angestrebte Bewertung liegt bei bis zu 2 Bio. $. Viele Experten halten das für sehr ambitioniert. Die Analysten von Morningstar kommen auf einen fairen Wert von rund 63 $ je Aktie. Das liegt deutlich unter dem geplanten Ausgabepreis von 135 $. Damit die hohe Bewertung gerechtfertigt wäre, müssten zahlreiche Zukunftsprojekte erfolgreich werden. Dazu zählen vollständig wiederverwendbare Starship-Raketen, stark steigende Starlink-Einnahmen und neue KI-Geschäftsmodelle.
Ja, das ist durchaus möglich. Historisch steigen viele US-Börsengänge am ersten Handelstag deutlich. Laut IPO-Forscher Jay Ritter erzielten US-IPOs zwischen 1980 und 2024 im Durchschnitt rund 19 % Gewinn vom Ausgabepreis bis zum ersten Schlusskurs. Besonders gehypte Börsengänge können noch deutlich stärker zulegen. Eine Garantie gibt es dafür aber nicht.
Nein. Mit einer Zeichnung sicherst Du Dir nicht automatisch Aktien. Wenn mehr Menschen kaufen wollen als Aktien verfügbar sind, werden die Aktien aufgeteilt. Du bekommst dann möglicherweise nur einen Teil Deiner gewünschten Stückzahl oder gehst komplett leer aus. Bei einem derart gehypten Börsengang ist eine Überzeichnung sehr wahrscheinlich. Überzeichnung meint, dass es Anfragen für mehr Aktien gibt, als ausgegeben werden. Wer dann tatsächlich Aktien erhält, entscheiden die Banken gemeinsam mit SpaceX.
Genau das könnte schwieriger werden als viele denken: Laut Prospekt sollen die Aktien voraussichtlich erst am oder um den 15. Juni 2026 an die beteiligten Banken ausgeliefert werden. Erst danach können sie in Deinem Depot eingebucht werden. Der erste Handelstag ist aber schon am 12. Juni.
Das bedeutet: Selbst wenn die Aktie am ersten Handelstag stark steigt, hast Du sie noch gar nicht im Depot und kannst deshalb nicht verkaufen. Wann die Einbuchung erfolgt, hängt zusätzlich von Deiner Bank oder Deinem Broker ab.
Wichtig ist außerdem: Nicht bei allen Brokern hast Du Zugriff auf die US-Börsen, an denen die Aktie offiziell gehandelt wird. Es ist wahrscheinlich, dass Du sie zeitnah auch an deutschen Handelsplätzen kaufen und verkaufen kannst. Ob das aber ebenfalls sofort nach dem 15. Juni möglich ist, ist noch unklar.
SpaceX reserviert bis zu 30 % der Aktien für Privatanleger. Das ist ungewöhnlich viel. Bei den meisten Börsengängen gehen nur 5 bis 10 % an Kleinanleger. Einerseits dürfte SpaceX den enormen Hype rund um Elon Musk nutzen wollen. Viele Anleger verbinden seinen Namen mit dem Erfolg von Tesla und interessieren sich deshalb auch für SpaceX.
Andererseits braucht das Unternehmen viel frisches Kapital. Laut Prospekt soll das Geld unter anderem in neue Raketen, Satelliten, Rechenzentren und KI-Infrastruktur fließen. Für Broker wie Trade Republic oder Revolut ist der Zugang zum SpaceX-IPO ebenfalls ein Prestigeprojekt. Sie können ihren Kundinnen und Kunden einen Börsengang anbieten, der lange als nahezu unerreichbar galt.
Extrem groß. Musk kontrolliert über spezielle Aktiengattungen über 80 % der Stimmrechte. Dadurch kann er viele wichtige Entscheidungen faktisch allein bestimmen. Das hat Vor- und Nachteile: Einerseits gilt Musk als Visionär, der Kapital, Aufmerksamkeit und Talente anzieht. Andererseits hängt ein großer Teil der Investmentstory an einer einzigen Person. Politische Kontroversen, regulatorische Konflikte oder Fehlentscheidungen von Musk könnten sich direkt auf SpaceX auswirken.
Die Vergangenheit liefert Beispiele für beide Richtungen. Airbnb hat am ersten Handelstag mehr als 100 % zugelegt. Uber ist dagegen direkt mit Verlusten gestartet. Facebook hat sich zunächst enttäuschend entwickelt und über Jahre für eine nachhaltige Erholung gebraucht:
Auch in Deutschland gab es schon große Börsen-Euphorien: Beim Börsengang der Deutschen Telekom zeichneten Ende der 1990er-Jahre Millionen Menschen erstmals Aktien. Nach dem Platzen der Technologieblase verloren viele jedoch viel Geld. Die wichtigste Lehre daraus: Hype allein ist keine Anlagestrategie.
Wir würden vorsichtig sein. Schon einzelne Aktien sind deutlich riskanter als ein breit gestreuter ETF. Bei einem IPO kommt dazu, dass die Bewertung schwierig einzuschätzen ist und die Kurse oft stark schwanken. Außerdem ist unklar, wann Du die Aktien tatsächlich im Depot hast und ob Du mögliche Kursgewinne am ersten Handelstag überhaupt mitnehmen kannst.
Wenn Du trotzdem zeichnen möchtest, dann nur mit Geld, dessen Verlust Du verkraften kannst. Und rechne besser nicht fest mit schnellen Gewinnen.
Das haben wir in diesem Text erklärt.
Noch mehr Fragen und Antworten aus der Finanztip-Community haben Chefredakteur Saidi und Geldanlage-Expertin Nadine in diesem YouTube-Livestream beantwortet.
Wenn Du vor allem langfristig Vermögen aufbauen möchtest, fährst mit breit gestreuten ETFs deutlich entspannter. Und zwar konkret mit dem SPDR MSCI ACWI IMI, dem Vanguard FTSE All-World, dem iShares MSCI ACWI und dem SPDR MSCI ACWI.
Die besten Depots gibt es bei Traders Place, Smartbroker+, Finanzen.net Zero, Scalable Capital, Comdirect Pure Depot und Trade Republic. Ebenfalls empfehlenswert sind Comdirect, S Broker, Consorsbank und ING.
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