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Tipps & Tricks

Teilverkauf Deiner Immobilie wegen steigender Kosten: Warum das keine gute Idee ist

Heizen, Einkaufen, Strom: Alles wird teurer. Einen Teil Deiner Immobilie zu verkaufen, um Rechnungen zu bezahlen, erscheint hier sinnvoll. Trotzdem raten wir Dir davon ab.

Barbara Weber
Finanztip-Expertin für Ver­si­che­rungen

Das Haus ist abbezahlt und Du kannst das Eigenheim im Ruhestand endlich so richtig genießen – wären da nicht die hohen Energiekosten, fällige Reparaturen oder ein nötiger altersgerechter Umbau. Bei solchen Ausgaben kommen Menschen im Ruhestand schnell an ihre finanziellen Grenzen. Aufgeben möchtest Du Dein Haus oder Deine Wohnung aber wahrscheinlich trotzdem nicht.  

Der Teilverkauf scheint hier eine gute Idee zu sein: Du verkaufst einen Teil Deiner Immobilie, erhältst dafür den Kaufpreis und darfst weiterhin in Deinem Haus oder Deiner Wohnung leben. Das läuft in der Regel über bestimmte Anbieter, zum Beispiel Hausanker, Deutsche Teilkauf, Wertfaktor oder die Volksbank Immobilien.  

Rechtlich geregelt wird es meist per Nießbrauch. Damit darfst Du die Immobilie lebenslang bewohnen und nutzen. Du könntest sie also auch vermieten und die Einnahmen behalten, falls Du in ein Seniorenheim umziehst. Das Ganze hat aber mehrere Nachteile. 

Du musst weiterhin für Kosten aufkommen 
Obwohl Du einen Teil Deiner Immobilie verkaufst, musst Du viele Kosten selbst tragen. Zum Beispiel die Instandhaltung und die Grundsteuer. 

Damit Du den verkauften Teil nutzen darfst, musst Du eine Art Miete zahlen. Und diese Nutzungsgebühr liegt aktuell immerhin bei rund 5 bis 7% des Werts des verkauften Teils – pro Jahr. Die Gebühr kann außerdem nach einer Zinsbindungsfrist steigen. Und wenn die Immobilie später komplett verkauft werden soll, können noch weitere Kosten entstehen. Was Dich ein Teilverkauf am Ende kostet, ist also schwer zu überblicken. 

Kredit statt Teilverkauf 
Wir raten stattdessen zu einer anderen Lösung: Auch im Alter kannst Du unter gewissen Voraussetzungen noch einen Immobilienkredit bekommen. Hol deshalb ein Angebot für einen Kredit im Alter ein, bevor Du Dein Eigenheim aus der Hand gibst. Denn es gibt nicht nur den klassischen Baukredit, sondern auch die sogenannte Umkehrhypothek. Dabei erhalten Menschen im Ruhestand ein Darlehen von der Bank, das entweder monatlich als Zusatzrente oder einmalig ausgezahlt wird. Die Immobilie dient als Sicherheit.  

Im Gegensatz zum Baukredit musst Du nur die Zinsen zahlen, die Tilgung übernehmen später Deine Erben, wenn sie die Immobilie behalten wollen. Ansonsten wird sie verkauft und das Darlehen mit dem Erlös beglichen. Mehr dazu findest Du in unserem Ratgeber zur Umkehrhypothek.
 


(ene)

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