Tipps & Tricks

Unzulässige Bank­ge­büh­ren: So holst Du sie Dir zurück

Vor drei Jahren hat der Bundesgerichtshof (BGH) entschieden, dass Du unzulässig geänderte Kontogebühren zurückfordern kannst. Laut einer Studie haben das seitdem die wenigsten getan. Was Du dazu wissen solltest.

Josefine Lietzau
Finanztip-Expertin für Bank und Kredit

Bei Girokonten, Depots oder anderen Finanzprodukten fallen häufig Gebühren an: z. B. für die Kontoführung, Überweisungen, Kontoüberziehung oder fürs Geldabheben. Aber nicht all diese Gebühren sind zulässig oder dürfen beliebig erhöht werden. Dazu gibt es einige Gerichtsurteile. Zum Beispiel hat der Bundesgerichtshof (BGH) 2021 entschieden, dass Banken nur mit ausdrücklicher Zustimmung ihrer Kundinnen und Kunden die Gebühren für ihre Finanzprodukte ändern dürfen.

Vielleicht erinnerst Du Dich: Vor dem BGH-Urteil haben Banken üblicherweise nur mit einem Schreiben über Preiserhöhungen oder Vertragsänderungen informiert. Hast Du nicht aktiv widersprochen oder das Konto gekündigt, galt das als Zustimmung und die Erhöhung trat automatisch in Kraft. Seit dem Urteil geht das nicht mehr.

Nur 11% der Betroffenen haben Gebühren zurückverlangt

Eine aktuelle Umfrage des Vergleichsportals Verivox zeigt, dass drei Jahre nach dem Urteil nur rund 11% der Betroffenen zu viel gezahlte Gebühren zurückverlangt haben. 43% wusste überhaupt nichts von dem Urteil. Grund dafür: Kreditinstitute müssen Betroffene nicht darüber informieren, wenn sie in der Vergangenheit unrechtmäßig hohe Gebühren erhoben haben.

Wichtig für Dich: Informier Dich genau, wenn ein Schreiben Deiner Bank im Briefkasten landet und prüf, ob Gebührenerhöhungen oder Vertragsänderungen wirklich zulässig sind.

Gebühren innerhalb von drei Jahren zurückverlangen

Seit dem BGH-Urteil haben die meisten Banken ihre Bedingungen angepasst. Falls Du trotzdem feststellst, dass eine Gebühr unzulässig ist, oder Deine Bank die Zustimmungsaufforderung nicht richtig umsetzt, kannst Du zu viel gezahlte Gebühren zurückverlangen.

Wichtig ist aber, dass Du damit nicht zu lange wartest: Dein Anspruch verjährt nämlich nach drei Jahren zum Jahresende. Diese Möglichkeiten hast Du noch:

  • Unzulässige Gebühren(-erhöhung) in 2021 – Rück­for­de­rung möglich bis 31. Dezember 2024 

  • Unzulässige Gebühren(-erhöhung) in 2022 – Rück­for­de­rung möglich bis 31. Dezember 2025 

  • Unzulässige Gebühren(-erhöhung) in 2023 – Rück­for­de­rung möglich bis 31. Dezember 2026

So gehst Du vor

Willst Du Dir zu viel gezahlte Gebühren zurückholen, solltest Du Dich schriftlich an Deine Bank wenden. Wie viel Geld Du von Deiner Bank zurückforderst, musst Du selbst ausrechnen. Weigert sich Deine Bank, Dir das Geld auszuzahlen, kannst Du Dich an eine Schlichtungsstelle wenden.  

Wichtig: Das BGH-Urteil bedeutet nicht, dass es keine Gebührenerhöhungen mehr geben darf. Es bezieht sich nur auf die Art und Weise, wie Banken diese Änderungen umsetzen und kommunizieren.  

Zahlst Du Kon­to­füh­rungs­ge­bühren, solltest Du über einen Kontowechsel nachdenken. Ein Girokonto-Vergleich geht meist einfach und schnell. Mithilfe unseres Gi­ro­kon­to­rech­ners findest Du ein günstiges Bankkonto mit guten Konditionen.  

Von Anna Karolina Stock, und Eva Schroeder

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