Silber hat zu Jahresbeginn kräftig zugelegt und zeitweise rund 98 € je Feinunze erreicht. Seitdem geht es wieder bergab. Warum das so ist und was Du daraus für Deine Geldanlage mitnehmen solltest, liest Du hier.
Silber ist eben nicht nur ein Edelmetall. Es steckt auch in Solaranlagen, Elektronik, E-Autos, sowie in der Luft- und Raumfahrt. Auch die Nachfrage aus dem Verteidigungssektor legt zu, nicht zuletzt wegen geopolitischer Konflikte. Deshalb hängt der Preis nicht nur von der Stimmung an den Finanzmärkten ab. Auch die Industrie mischt kräftig mit.
Zwei Märkte, ein Preis
Hier musst Du zwischen Silber als Industriemetall und Silber als Geldanlage unterscheiden. Für den Preis spielen also zwei Märkte eine Rolle: die Nachfrage aus der Industrie und das Interesse von privaten Anlegern. Die industrielle Nachfrage bleibt hoch. Laut dem World Silver Survey 2026 lag die weltweite Silbernachfrage 2025 bei rund 35.147 Tonnen beziehungsweise 1,13 Milliarden Feinunzen.
Verglichen mit 2020 ist das ein Plus von etwa 26,4 %. Gleichzeitig gab es zum fünften Mal in Folge ein Angebotsdefizit: Es wurde also mehr Silber gebraucht als neu gefördert. Hinzu kommt eine steigende Nachfrage aus Bereichen wie Verteidigung und Hochtechnologie. Insgesamt übersteigt der Silberbedarf deshalb weiterhin das Angebot.
Hohe Nachfrage, fallender Preis?
Trotzdem kann der Preis fallen. Denn die Aussagen des Silver Institute beziehen sich vor allem auf Angebot und Nachfrage in der Industrie. Nach der starken Rallye haben viele Anleger Gewinne mitgenommen und Silber verkauft. Dadurch ist der Preis gefallen, obwohl die industrielle Nachfrage weiter hoch bleibt. Für 2026 rechnet das Silver Institute insgesamt mit weitgehend stabiler Nachfrage; die Industrienachfrage dürfte aber auf rund 650 Mio. Unzen sinken.
Für Dich heißt das: Nur weil Silber in der Industrie gebraucht wird, muss der Kurs noch lange nicht steigen, geschweigedenn den Silberpreis dauerhaft stützen. Eine begrenzte Verfügbarkeit und zugleich starke Industrienachfrage sind kein Garant für steigende Preise, wenn Anleger gleichzeitig vorsichtiger werden.
Warum Dich das nicht blenden sollte
Für Dich ist vor allem wichtig: Hohe Nachfrage schützt Silber nicht vor heftigen Schwankungen. Der Preis kann schnell steigen, aber eben auch schnell wieder fallen. Deshalb eignet sich Silber aus unserer Sicht nicht als fester Baustein für den langfristigen Vermögensaufbau.
Wenn Du Geld langfristig anlegen willst, setzen wir auf weltweit gestreute Aktien-ETFs. Edelmetalle können höchstens eine Ergänzung sein. Wenn Du so etwas suchst, halten wir Gold für sinnvoller als Silber. Mehr als 10 % Deines Gesamtvermögens solltest Du dafür aber nicht einplanen.
Gegen Silber spricht außerdem die Mehrwertsteuer von 19 % beim Kauf. Dazu kommen oft hohe Aufgelder und mögliche Kosten für die Lagerung. Für die meisten Anleger ist Silber deshalb eher eine Spekulation als eine solide Geldanlage.
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