Bis zu 300 Prozent Preisunterschied: So vergleichst Du Wärmepumpen-Angebote
Bei Wärmepumpen können sich Angebote um bis zu 300 Prozent unterscheiden. Doch nicht nur der Preis zählt: Fehlende Arbeiten können später Tausende Euro extra kosten. So vergleichst Du richtig.
Bei Wärmepumpen können die Preisunterschiede enorm sein: Die Energieberatung der Verbraucherzentrale hat über rund 18 Monate mehr als 2.000 Angebote ausgewertet. In einzelnen Fällen unterschieden sich die Angebotspreise um bis zu 300 Prozent. Gleichzeitig waren bei Angeboten für dasselbe Gebäude teils sehr unterschiedliche Leistungen enthalten.
Ein niedriger Preis klingt erstmal attraktiv. Entscheidend ist aber, was Du dafür tatsächlich bekommst. Fehlen wichtige Arbeiten im Angebot, kommen sie später womöglich noch dazu.
So vergleichst Du Wärmepumpen-Angebote richtig
Hol Dir mindestens drei Angebote ein, wenn Du die Möglichkeit in Deiner Umgebung hast. Vergleiche diese Angebote direkt miteinander. Prüfe dafür nicht nur den Gesamtpreis, sondern auch, ob unter anderem Kosten für Elektroarbeiten, Fundament beziehungsweise Aufstellfläche, Warmwasserspeicher, notwendige Heizkörper und der hydraulische Abgleich enthalten sind.
Im Angebot ...
Darauf solltest Du achten
Das solltest Du fragen
steht “Elektroarbeiten bauseits”
Elektroarbeiten sind nicht im Preis enthalten.
Welche Arbeiten sind nötig und was kosten sie zusätzlich?
steht “Fundament / Aufstellfläche bauseits”
Die Aufstellfläche ist nicht im Preis enthalten
Wer übernimmt sie und mit welchen Kosten muss ich rechnen?
fehlt der hydraulische Abgleich
Der hydraulische Abgleich ist nach einem Heizungstausch wichtig und auch eine Voraussetzung für die Förderung
Ist der hydraulische Abgleich im Gesamtpreis enthalten und welche Arbeiten umfasst er?
werden keine Heizkörper aufgeführt
Mit zu klein ausgelegten Heizkörpern kann die Wärmepumpe möglicherweise nicht effizient arbeiten
Wurde eine raumweise Heizlastberechnung erstellt, die ergeben hat, dass keine neuen Heizkörper notwendig sind?
Warmwasserspeicher nicht aufgeführt
Ob Du einen neuen Speicher brauchst, hängt davon ab, wie Deine Wärmepumpe die Warmwasserbereitung übernimmt und ob vorhandene Komponenten weiter genutzt werden können.
Wie soll das Warmwasser künftig erzeugt werden und ist dafür ein neuer Speicher nötig und im Preis enthalten?
Bei Deinem Vergleich hilft Dir die Finanztip Wärmepumpen-Checkliste: Darin findest Du eine Vergleichstabelle für drei Angebote. Dort kannst Du neben Modell, Leistung und Gesamtkosten auch direkt abhaken, welche Nebenarbeiten enthalten sind.
Du willst vorher einschätzen, welche Kosten bei einer Wärmepumpe insgesamt auf Dich zukommen können? Unser Ratgeber zeigt Dir, wie viel Du für das Gerät, den Einbau und zusätzliche Arbeiten am Haus einplanen solltest.
Warum die Angebote so unterschiedlich ausfallen
Ein Grund für die großen Preisunterschiede liegt im unterschiedlichen Leistungsumfang. Manche Arbeiten sind in den untersuchten Angebot enthalten, andere werden separat berechnet oder als „bauseits“ ausgewiesen. Dadurch kann ein zunächst günstiges Angebot später deutlich teurer werden.
Welche finanziellen Folgen das haben kann, zeigt eine separate Auswertung der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg: Fundamentarbeiten kosteten dort je nach Angebot zwischen 595 und 4.800 Euro, Elektroinstallationen zwischen 950 und 5.950 Euro und der hydraulische Abgleich zwischen 240 und 2.600 Euro. Fehlende, unklare oder als „bauseits“ ausgewiesene Positionen konnten sich auf mehr als 10.000 Euro Zusatzkosten summieren.
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