Leere Gasspeicher und Trump als Preisrisiko: Das schützt Dich vor einem teuren Winter

Deutschlands Gasspeicher sind deutlich leerer als im Vorjahr. Eine Gasknappheit gilt zwar als unwahrscheinlich, doch ein kalter Winter und teure LNG-Importe könnten die Preise nach oben treiben. Mit einer Preisgarantie kannst Du Dich für die Wintermonate absichern.

Benjamin_Weigl
Benjamin Weigl • Energie
Gasleitung und Speicher mit Wohnhaus

(Quelle: KI-generiert)

Deutschlands Gasspeicher sind ungewöhnlich leer: Am 10. September waren sie nur zu rund 55 Prozent gefüllt – rund 20 Prozentpunkte weniger als ein Jahr zuvor. Die Bundesnetzagentur hält es für unwahrscheinlich, dass das Gas tatsächlich knapp wird. Doch die niedrigen Füllstände bergen für Haushalte ein Preisrisiko.

Preisgarantie für den Winter könnte wertvoll werden

In einem besonders kalten Winter würden sich die Speicher schneller leeren. Deutschlands Gashändler müssten dann kurzfristig Gas beschaffen – etwa Flüssigerdgas (LNG), das über Schiffsterminals geliefert werden kann. Kurzfristig Gas einzukaufen, kann unter der aktuell schwierigen Marktlage allerdings sehr teuer werden. Und Abhängigkeiten von Gaslieferanten wie den USA erhöhen die Risiken zusätzlich.

Wenn Du mit Gas heizt und Dich gegen leere Gasspeicher absichern möchtest, schließe jetzt einen Gasvertrag mit einer Preisgarantie ab. Die sollte mindestens die kommenden Wintermonate abdecken, üblich sind Tarife mit zwölf Monaten Preisgarantie.

Deine persönliche Absicherung gegen leere Gasspeicher

Nutze dafür den Gasvergleich von Finanztip: Dieser Rechner empfiehlt ausschließlich Tarife, deren Vertragslaufzeit durch eine Preisgarantie abgedeckt sind. Das ist mindestens eine „eingeschränkte Preisgarantie“ – sie sichert Dich gegen steigende Einkaufspreise beim Gas ab. Nebenbei gilt sie auch für die Netzentgelte – die werden immer zum Jahreswechsel angepasst und könnten ebenfalls steigen.

Die günstigsten von Finanztip empfohlenen Tarife mit einer Preisgarantie für 12 Monate liegen aktuell zwischen 13 und 14 Cent/kWh. Je nach Region kann es etwas teurer oder günstiger sein.

Kurzfristige Optionen – und was du langfristig unternehmen kannst

Wenn Du in Deinem aktuellen Vertrag noch kurz vor Ende der Mindestvertragslaufzeit bist, kannst Du trotzdem schon einen Folgevertrag mit neuer Preisgarantie abschließen. Beispiel: Endet die Laufzeit und Preisgarantie Deines Tarifs zum 30. November 2026, schließt der neue Tarif mit Preisgarantie nahtlos am 1. Dezember an. Bei einem normalen Gasanbieterwechsel erledigt der neue Anbieter die Kündigung Deines aktuellen Tarifs zum nächstmöglichen Zeitpunkt.

Auf diese Weise sicherst Du Dir Deinen Gaspreis für den anstehenden Winter. Kurzfristig musst Du Dir dann keine Sorgen über weitere Preiserhöhungen machen.

Nutze die Zeit, um langfristig zu planen: Auf welche Heizung könntest Du umsteigen? Für viele Haushalte ist eine Wärmepumpe die erste Option. Starte mit der Finanztip-Checkliste für Wärmepumpen im Altbau – sie zeigt Dir, ob das bei Dir funktionieren kann. Und informiere Dich über die staatliche Heizungsförderung, die Dir 30 bis 80 Prozent Zuschuss bietet. So verringerst Du Deine persönliche Abhängigkeit von Gasimporten.

Trump statt Putin: Neue Abhängigkeit beim Gas

Deutschland hat zwar seine frühere Abhängigkeit von russischem Gas hinter sich gelassen und verfügt heute über mehr Bezugswege als während der Energiepreiskrise 2022. Doch die Situation könnte trügerisch sein, denn mittlerweile ist Deutschland von den USA als Gaslieferant abhängig.  

Die USA waren 2025 für 94,3 Prozent der deutschen LNG-Importe verantwortlich, so der Bundesverband der Energie und Wasserwirtschaft (BDEW). Das sind rund zehn Prozent des gesamten deutschen Gasverbrauchs. Der wahre Anteil dürfte deutlich höher liegen, denn US-Gas gelangt auch über belgische und niederländische LNG-Terminals nach Deutschland. Die Mengen lassen sich nicht genau zuordnen. In der EU lag der Anteil von US-Gas 2025 insgesamt jedenfalls bei 26,2 Prozent, sagt die Europäische Kommission. 

US-Präsident Donald Trump könnte diese Abhängigkeit als Druckmittel nutzen, etwa im Handelsstreit mit der EU und Deutschland. Dafür müsste nicht einmal real weniger Gas ankommen: Schon die Androhung eines Exportstopps von US-LNG könnte die deutschen Gaspreise in der aktuell angespannten Marktlage befeuern.

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