Letzte Woche hat die EZB die Leitzinsen zum zehnten Mal in Folge erhöht. Das bedeutet für Dich: Du kannst damit rechnen, dass das Wettrennen der Banken um die höchsten Zinsen noch ein bisschen weitergeht und Du Dich bald über noch mehr gute Angebote für Tagesgeld und Festgeld freuen kannst.
Schon jetzt gibt’s bei einigen Anbietern aufs Tagesgeld 4% p. a. – zum Beispiel bei unseren Empfehlungen TF Bank (für 6 Monate), C24 Bank (bis 31.12.23), IKB Deutsche Industriebank und Renault Bank direkt (beide für 3 Monate). Bank11 bietet mit 4,01% p. a. bis 31.12.23 sogar noch minimal mehr. Mit unseren Festgeld-Empfehlungen sind sogar bis zu 4,15% pro Jahr drin – dafür kommst Du hier ein oder mehrere Jahre nicht an Dein Geld.
Tagesgeld jetzt besser als Dein Aktien-ETF?
4% Zinsen – das klingt richtig gut. Und dann ist das Geld auf dem Tagesgeldkonto auch noch sofort verfügbar und bei all unseren Empfehlungen durch die Einlagensicherung bis zu 100.000€ pro Person und Bank geschützt.
Vielleicht hast Du Dich deshalb auch schon gefragt: Sind die hohen und sicheren Zinsen ein Grund, Deine Geldanlage-Strategie anzupassen? Zum Beispiel indem Du jetzt Deinen Sparplan auf einen breit gestreuten, weltweiten Aktien-ETF runterfährst und das Geld stattdessen jeden Monat zusätzlich aufs Tagesgeldkonto schiebst?
Unsere ganz klare Antwort: Nein. Dafür gibt’s vor allem zwei Gründe:
1. Der Realzins
Der wichtigste Grund, bei Deinem Vermögensaufbau nicht übermäßig stark oder sogar komplett auf Tagesgeld statt Aktien-ETFs zu setzen, ist der Realzins. Das ist der Zins, der noch übrigbleibt, wenn Du von Deinen Sparzinsen bzw. Deiner ETF-Rendite die Inflation abziehst (Daumenregel). Die solltest Du immer bedenken. Denn durch die steigenden Preise kannst Du Dir von Deinem Geld ja weniger kaufen, es wird weniger wert.
Um ein echtes Plus zu machen, müssen Rendite oder Zinsen also über der Inflationsrate liegen. Die ist in den letzten Monaten zwar etwas gefallen, lag im August laut Statistischem Bundesamt aber immer noch bei 6,1%. Selbst mit 4% Zinsen aufs Tagesgeld machst Du real also sogar rund 2% Verlust pro Jahr, wenn die Inflation auf diesem Niveau bleibt.
Dein Ziel für echten Vermögensaufbau muss also sein, die Inflation langfristig zu schlagen – und zwar um einige Prozentpunkte pro Jahr.
2. Aktien-ETFs schaffen zuverlässig hohe Renditen
Das führt uns zum zweiten Grund: Mit Aktien-ETFs sind solche realen Renditen locker drin: Der MSCI World erzielte zum Beispiel von 1975 bis Ende 2022 im Schnitt eine Rendite von 9,2% pro Jahr. Ziehen wir die Inflation in dem Zeitraum ab, bleiben immer noch reale und stolze 6,7% pro Jahr.
Die langfristige Rendite zeigt auch: Wenn Du wirklich lang investierst, ist mit einem breit gestreuten weltweiten Aktien-ETF auch das Risiko überschaubar. Klar, zwischendurch kann es in einer Börsenkrise auch mal deutlich ins Minus gehen. Deshalb solltest Du nur Geld investieren, das Du mindestens 15 Jahre oder noch länger nicht brauchst. So kannst Du Krisen aussitzen und wirst belohnt, wenn es danach wieder aufwärts geht. Die durchschnittlichen Renditen von ETF-Sparplänen über verschiedene 15-Jahres-Zeiträume haben wir hier für Dich berechnet.
So gehst Du stattdessen vor
Nicht falsch verstehen: Die hohen Zinsen aufs Tagesgeld kannst und solltest Du nutzen. Zieh Deinen Notgroschen also auf jeden Fall zu einem der guten Angebote aus unseren Empfehlungen um, falls Du zum Beispiel noch bei Deiner Hausbank bist und dort gar keine oder nur Mini-Zinsen bekommst.
Die guten Tagesgeldzinsen solltest Du außerdem für Geld nutzen, dass du sicher in ein paar Jahren benötigst. Zum Beispiel weil dann die Sanierung Deiner Immobilie ansteht. Als Alternative kannst Du dafür auch auf Geldmarkt-ETFs setzen – und Dir damit Tagesgeld-Hopping sparen.
Auch Festgeld ist eine Option, wenn Du Dir die aktuell hohen Zinsen langfristiger sichern willst (z. B. für drei Jahre). Denn es ist nicht gesagt, dass die Tagesgeldzinsen über längere Zeiträume so hoch bleiben. Du musst Dir aber sicher sein, dass Du auf das Geld in der Zeit wirklich zu 100% verzichten kannst.
Deinen Aktien-ETF-Sparplan solltest Du weiterlaufen lassen wie bisher – und wenn mal Geld übrigbleibt, sogar erhöhen. Denn für den langfristigen Vermögensaufbau können ihn Tagesgeld und Festgeld in keinem Fall ersetzen.
Wie planst Du Deine gesamte Geldanlage richtig, damit es auch zu Deinem Risikoprofil passt? Das erklären wir Dir Schritt für Schritt in unserem Ratgeber.