Ausgabe 08/14 vom 24.04.2014
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Liebe Leserinnen und Leser,

Sie haben sich das Datum bestimmt schon dick im Kalender angestrichen: Bis zum 31. Mai müssen Sie Ihre Steuererklärung abgeben. Für viele sind mehrere Hundert Euro Rückzahlung drin - auch ohne Hilfe vom Steuerberater! Wir haben die sieben wichtigsten Möglichkeiten für den Abzug aufgelistet und zeigen Ihnen, wo Sie die Aufwendungen in Ihrer Steuererklärung eintragen müssen.

Außerdem: Rechtsschutzpolice bei Steuerstreit, Riester, Schufa, Immobilienerwerb, Handyverkauf, Fernbus und eine Checkliste für Ihre Nebenkostenabrechnung.

Ihr FINANZTIP-Team
DIE 7 BESTEN TIPPS FÜR IHRE STEUERERKLÄRUNG

1. Entfernungspauschale - Von Ihrem zu versteuernden Einkommen wird immer die Werbungskostenpauschale abgezogen, mit der Sie sich aber nicht zufriedengeben sollten. Viele Arbeitnehmer erreichen einen höheren Wert allein dadurch, dass sie die Entfernungspauschale für ihren Arbeitsweg geltend machen. Dazu berechnen Sie die einfache Strecke, die Sie zurücklegen - Hin- und Rückweg zählt nicht doppelt. Die Kilometerzahl multiplizieren Sie mit 30 Cent und tragen den Euro-Betrag in der Steuererklärung ein. [Hierhin in der Steuererklärung: Anlage N, Seite 2, Zeilen 31 bis 40]

2. Handwerkerkosten - Haben Sie einen Handwerker in Ihrer Wohnung oder Ihrem Eigenheim für sich arbeiten lassen, können Sie seinen Arbeitslohn zu 20 Prozent direkt von Ihrer Steuerschuld abziehen - bis zu einer Summe von 1.200 Euro. Begünstigt sind Tätigkeiten, die der Reparatur oder Wartung dienen, nicht aber die Herstellung von etwas Neuem. Selbst wenn Sie zur Miete wohnen, können Sie diesen Steuervorteil nutzen: Was Ihr Vermieter an Handwerkerleistungen im Mietshaus auf Ihre Nebenkostenrechnung gesetzt hat, ist ebenfalls abzugsfähig. [Hierhin in der Steuererklärung: Mantelbogen, Seite 3, Zeile 75]


3. Haushaltsnahe Dienstleistungen - Ebenfalls einen direkten Steuerabzug bietet Ihnen die Beschäftigung haushaltsnaher Dienstleister in der eigenen Wohnung oder im eigenen Heim - zum Beispiel der Lohn für die Putzfrau. Was in der Nebenkostenabrechnung für Ihre Mietwohnung zum Beispiel für einen Hausmeister anfällt, können Sie ebenfalls geltend machen. Abzugsfähig sind 20 Prozent der Arbeitskosten, höchstens aber 4.000 Euro. Wichtig für beide Möglichkeiten: Sie brauchen eine Rechnung und die Summe müssen Sie überwiesen haben - bar auf die Hand erkennt das Finanzamt nicht an. [Hierhin in der Steuererklärung: Mantelbogen, Seite 3, Zeile 73]

4. Altersvorsorge - Was Sie für das Alter zurücklegen, können Sie von der Steuer abziehen. Das sollten Sie auch tun, denn im Alter werden Sie Ihre Einkünfte in zunehmendem Maße versteuern müssen. Nutzen Sie also den Vorteil und setzen Sie diesen Posten als Sonderausgaben an. Das geht etwa für einen Riester-Vertrag mit bis zu 2.100 Euro im Jahr. Auch wenn Sie eine private Krankenversicherung oder eine Zusatzversicherung haben, verringern die Ausgaben dafür Ihr zu versteuerndes Einkommen. [Hierhin in der Steuererklärung: Anlage Vorsorgeaufwand, Anlage AV]

5. Kinderbetreuung - Die lieben Kleinen kosten Geld - nicht nur neue Schuhe und Hosen, sondern auch die Betreuung. Die Aufwendungen dafür sind abzugsfähig und mindern die Summe, die Sie versteuern müssen. Das gilt für zwei Drittel der Aufwendungen bis zu einer Höhe von 4.000 Euro. Ansetzen können Sie zum Beispiel die Kosten für den Hort oder die Kita, aber auch für eine Tagesmutter oder für eine Aufsichtsperson während der Schularbeiten zuhause. Ob Sie die Kosten nur begrenzt geltend machen können, wird derzeit juristisch geprüft. Setzen Sie daher alles an und achten Sie darauf, dass Ihr Steuerbescheid vorläufig ergeht. Dann können Sie von einem möglichen Urteil zugunsten der Steuerzahler profitieren. [Hierhin in der Steuererklärung: Anlage Kind, Seite 3, 68 bis 74]


6. Ehrenamt/Übungsleiter - Sind Sie zum Beispiel als Trainer einer Amateurfußballmannschaft oder als Leiter eines Kirchenchors tätig, profitieren Sie von der Übungsleiterpauschale von bis zu 2.400 Euro, die Sie dabei steuerfrei verdienen dürfen. Für ein Ehrenamt in einer gemeinnützigen Organisation können Sie bis zu 720 Euro annehmen, ohne darauf Steuern zahlen zu müssen. Beide Möglichkeiten sind kombinierbar, solange Sie sie nicht für dieselbe Tätigkeit beanspruchen, und Sie können Sie auch als Hausfrau/-mann oder Arbeitsloser in Anspruch nehmen. Wollen Sie kein Geld nehmen, sollten Sie sich das auch bestätigen lassen: Ist Ihre Organisation entsprechend anerkannt, können Sie den Betrag, auf den Sie verzichten, als Spende absetzen. [Hierhin in der Steuererklärung: Anlage S, Seite 2, Zeilen 36 und 37; Mantelbogen, Seite 2, Zeilen 45 bis 56 (Spenden)]

7. Umzugskosten - Kosten für einen beruflich veranlassten Umzug können Sie nicht nur dann geltend machen, wenn Sie den Job wechseln. Das Finanzamt erkennt Ihre Ausgaben auch dann als Werbungskosten an, wenn Sie näher an Ihren Arbeitsplatz heranziehen. Ihr Arbeitsweg muss sich dazu aber um insgesamt eine Stunde für Hin- und Rückweg vermindern - die Entfernung spielt keine Rolle. Dann profitieren Sie auch von den Umzugspauschalen. Selbst wenn Sie aus rein privaten Gründen umziehen, sollten Sie daran denken, dass einige Posten abzugsfähig sind - etwa die haushaltsnahe Dienstleistung der Umzugshelfer, die Ihnen einen direkten Steuerabzug bescheren kann. [Hierhin in der Steuererklärung: Anlage N, Seite 2, Zeilen 45-48; Mantelbogen, Seite 3, Zeile 73 (haushaltsnahe Dienstleistung)]
DAS BRINGT EINE RECHTSSCHUTZPOLICE BEI STEUERSTREITIGKEITEN

Wenn das Finanzamt Ihre Steuererklärung nicht anerkennt, können Sie Einspruch erheben und - sofern das Einspruchsverfahren nicht in Ihrem Sinne ausgeht - auch vor Gericht ziehen. Bevor Sie das tun, sollten Sie jedoch unbedingt prüfen, ob Ihre Rechtsschutzversicherung die Kosten dafür übernimmt. Denn in vielen Policen ist das vorgerichtliche Einspruchsverfahren ausgeschlossen, manche übernehmen auch generell keine Steuerstreitigkeiten. Welche Regel in Ihrem Fall greift, entnehmen Sie den Paragrafen 3 und 21 der Allgemeinen Versicherungsbedingungen Ihrer Police. In unserem Ratgeber erfahren Sie, wie Sie vorgehen müssen, um sich einen umfassenden und preisgünstigen Rechtsschutz zu sichern.
GÜNSTIG RIESTERN MIT BANKSPARPLÄNEN

Aktuell bestehen in Deutschland etwa 16 Millionen Riester-Verträge. Rund zwei Drittel davon entfallen auf die allseits bekannte Rentenversicherung. Doch es gibt lohnendere Produkte aus der Riester-Familie - wie zum Beispiel der Banksparplan. Er hat gegenüber den anderen Formen des Riesterns einige Vorteile:
  • Der Banksparplan ist leicht zu verstehen. Ihre Einzahlungen werden mit einem vertraglich vereinbarten Referenzzinssatz verzinst.
  • Die Kosten sind niedrig. Sie zahlen keine Abschluss- und oft auch keine Kontogebühren.
  • Ihr Kapital ist nicht fest gebunden. Sie können beispielsweise das angesparte Guthaben ohne Nachteile entnehmen, um damit den Erwerb einer selbstbewohnten Immobilie zu finanzieren.
Den Riester-Banksparplan erhalten Sie jedoch nicht bei den großen privaten Geldhäusern wie etwa Deutsche Bank oder Commerzbank. Diese setzen lieber auf andere Riester-Verträge, für die sie hohe Provisionen kassieren können. In unserem Ratgeber erklären wir Ihnen, wo Sie den besten Riester-Banksparplan erhalten.
WARUM SIE EINE SELBSTAUSKUNFT BEI DER SCHUFA EINHOLEN SOLLTEN

Planen Sie eine Anschaffung auf Kredit oder sogar eine Baufinanzierung? Dann haben Sie hoffentlich daran gedacht, eine Selbstauskunft bei der Schufa einzuholen! Denn die Daten, die dort über Sie gespeichert sind, können darüber entscheiden, ob Sie von der Bank überhaupt einen Kredit bekommen. Außerdem kann von Ihrem Schufa-Score abhängen, zu welchem Zinssatz man Ihnen Geld leiht.
Einmal im Jahr haben Sie die Möglichkeit, nach §34 des Bundesdatenschutzgesetzes bei der Schufa eine kostenlose Selbstauskunft anzufordern. Was Sie beim Ausfüllen des Antrags beachten müssen und weitere Details zum Thema lesen Sie hier.
ZUSATZKOSTEN BEIM IMMOBILIENERWERB EINPLANEN

Wenn Sie eine Eigentumswohnung oder ein Haus erwerben, achten Sie auf versteckte Kosten! Denn zusätzlich zum Kaufpreis fallen noch Grunderwerbsteuer, Maklercourtage sowie Gebühren für den Notar und den Grundbucheintrag an. Abhängig vom Bundesland können das insgesamt knapp 8,5 bis 14,5 Prozent des Kaufpreises sein (siehe Infografik).

Als Richtwert für Notar und Grundbuch kann man sich an 1,5 Prozent des Kaufpreises orientieren. Die Grunderwerbsteuer ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich: Sie liegt zwischen 3,5 und 6,5 Prozent des Immobilienpreises. Auch die Maklerprovision, die auf Sie als Käufer zukommt, unterscheidet sich je nach Region. Spitzenreiter ist Berlin mit 7,14 Prozent inklusive Mehrwertsteuer!

Weitere Tipps, die Sie unbedingt bei der Finanzierung einer Immobilie beachten sollten, finden Sie hier.



* Richtwert. Den tatsächlichen Preis bestimmt der Einzelfall.
** Durchschnittswert. Daten stammen von Immoverkauf24.de. Der tatsächliche Wert kann im Einzelfall abweichen.
SO WIRD IHR GEBRAUCHTES HANDY ZU GELD

Sie haben Lust auf ein neues Smartphone, sind aber gerade etwas knapp bei Kasse? Dann verkaufen Sie Ihr altes Gerät! Weit über 100 Euro können Sie für Ihr gebrauchtes Smartphone bekommen, wenn Sie es im Internet anbieten. Den höchsten Preis erzielen Sie wahrscheinlich auf Auktions- und Verkaufsplattformen wie Ebay* oder Amazon*. Mit wie viel Geld Sie rechnen können und wann der optimale Zeitpunkt für den Verkauf ist, schätzt übrigens die Website bidvoy.net für Sie.

Falls Sie jedoch den Aufwand scheuen, das Handy selbst zu verkaufen, können Sie es auch an einen Ankäufer schicken. Wer das meiste Geld für Ihr Modell bezahlt, berechnen Sie auf dem Vergleichsportal handyverkauf.net. Weitere Tipps zum Verkauf gebrauchter Handys lesen Sie in unserem Ratgeber.
GÜNSTIG ANS ZIEL MIT DEM FERNBUS

Die günstigste Art durch Deutschland zu reisen, ist der Fernbus. Für nur 13 Euro kommen Sie damit zum Beispiel von Berlin nach München. Der Normalpreis der Bahn hingegen liegt für diese Verbindung bei 130 Euro! Einziger Haken: Bei großen Entfernungen ist der Fernbus sehr lange unterwegs, weil er eben nicht so schnell fährt wie ein ICE. Aber es gibt auch Strecken, da ist der Bus sogar praktischer als der Zug. Nämlich dann, wenn er einen Ort direkt ansteuert, während Sie mit der Bahn umsteigen müssten, um an Ihr Ziel zu kommen.


Wir empfehlen busliniensuche.de, um die Preise aller Fernbusse für Ihre Fahrt zu vergleichen. Die Newsletter und Facebook-Seiten der Anbieter sowie das Forum von busliniensuche.de weisen außerdem auf aktuelle Rabattaktionen hin. Kinder, Gruppen, Studenten oder Schwerbehinderte erhalten teils zusätzlich Rabatte. Weitere spannende Details zum Thema finden Sie in unserem Ratgeber.
RECHTSTIPP DER WOCHE: WO SIE BEI DER NEBENKOSTENABRECHNUNG GENAU HINSCHAUEN SOLLTEN

Ist Ihnen schon die Nebenkostenabrechnung für 2013 von Ihrem Vermieter ins Haus geflattert? Dann sollten Sie das Schreiben gründlich überprüfen! Laut Experten vom Deutschen Mieterbund ist nämlich jede zweite Abrechnung falsch. So dürfen Vermieter beispielsweise die Kosten für die Hausverwaltung oder Reparaturen am Wohngebäude nicht auf die Mieter umlegen. Auch ein neuer Garten darf Ihnen nicht finanziell zur Last gelegt werden. Welche Kosten Ihr Vermieter Ihnen aufbürden darf, welche Punkte Sie in Ihrer Nebenkostenabrechnung besonders genau lesen sollten - und wie Sie mögliche Schummeleien aufdecken können, erfahren Sie hier.
AKTUELLE EMPFEHLUNGEN DER FINANZTIP-REDAKTION


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1,31 % pro Jahr 1,31 % pro Jahr 1,21 % im ersten Jahr 1,21 % pro Jahr


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