Ausgabe 13/14 vom 18. Juni 2014
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Liebe Leserin, lieber Leser,

haben Sie sich auch schon mal darüber geärgert, dass eine Versicherung nicht gezahlt hat? Das ist leider kein Einzelfall. Denn das Kleingedruckte in den Policen steckt voller Fallstricke. Wir haben Ihnen sieben Tipps zusammengestellt, auf die Sie unbedingt bei Versicherungen achten müssen. Außerdem: Krankenkasse wechseln und Prämie sichern, günstig Musik hören mit Streaming-Diensten, Kreditkarte ohne Schufa von der Fidor Bank, neues Widerrufsrecht im Onlinehandel und Arbeitsmaterialien von der Steuer absetzen.


Ihr Finanztip-Team
SIEBEN FALLSTRICKE BEI VERSICHERUNGEN

1. Berufsunfähigkeitsversicherung: Nicht schummeln bei Gesundheitsfragen - Wenn Sie eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) abschließen, müssen Sie eine ganze Latte von Gesundheitsfragen beantworten. Mogeln Sie dabei auf keinen Fall! Wenn Sie eines Tages Ihre BU brauchen, wird der Versicherer Ihre Angaben genau prüfen. Sollten Sie nicht wahrheitsgemäß geantwortet haben, kann er die Leistung verweigern oder sogar ganz vom Vertrag zurücktreten. Die meisten Fragen gehen fünf bis zehn Jahre in die Vergangenheit. Fragen Sie am besten vor Abschluss einer BU bei Ihrem Arzt nach, welche Behandlungen Sie genau hatten. Kontrollieren Sie auch, was Ihr Vermittler auf dem Formular an Vorerkrankungen eingetragen hat. Auf welche Fallstricke Sie bei BU-Versicherungen noch achten sollten, lesen Sie in unserem Ratgeber.
2. Berufsunfähigkeitsversicherung: Immer separat abschließen - Viele BUs sind als Zusatzpolice an eine andere Versicherung gekoppelt, meistens an eine Lebens- oder Rentenversicherung. Gehen Sie auf solche Angebote nicht ein! Erstens sind diese Verträge sehr teuer – und zweitens haben Sie mit dem Hauptvertrag einen zusätzlichen Klotz am Bein, den Sie bei Geldknappheit nicht leicht loswerden. Besser ist es, Ihre BU als separate Police abzuschließen, das hält Sie flexibel. In Ausnahmefällen lohnt sich aus steuerlichen Gründen die Koppelung an einen Rürup-Vertrag. Vor einem Beratungsgespräch oder dem Abschluss einer BU-Versicherung sollten Sie immer unsere Checkliste nutzen. So stellen Sie sicher, dass Sie den für sich optimalen Tarif finden.
3. Private Krankenversicherung: Finger weg von Billigangeboten - Sie haben sie bestimmt auch schon gesehen: Werbung, die eine PKV für 59 Euro im Monat anpreist. Diese Billigangebote sollten Sie meiden. Es handelt sich um Locktarife mit schlechten Leistungen, deren Beiträge in den kommenden Jahren massiv in die Höhe schnellen und im Alter so gut wie unbezahlbar sein können. Vergessen Sie nicht: Eine gute PKV sollte mehr Leistung als die gesetzliche Krankenkasse bieten und kostet darum entsprechend mehr. Ob Sie überhaupt die Voraussetzungen für die PKV erfüllen, erfahren Sie hier. Wenn Sie bereits in einem Tarif mit stark steigenden Beiträgen stecken, hilft Ihnen unser Ratgeber zum internen Tarifwechsel.
4. Unfallversicherung: Meiden Sie Verträge mit Beitragsrückgewähr - Es klingt verlockend: Sie schließen eine Unfallversicherung ab – und wenn Sie keinen Schaden haben, bekommen Sie Ihre Beiträge wieder zurück. Manchmal nennt sich das Ganze werbewirksam „Existenzschutz“ oder „Sorglos-Paket“. Eine Unfallversicherung mit Beitragsrückgewähr kostet jedoch oft ein Vielfaches einer normalen Police. Der Großteil der Beiträge wird wie eine Lebensversicherung angelegt und oft sogar noch schlechter verzinst. Ganz nebenbei fallen hohe Abschlussprovisionen für den Vermittler an.
5. Rechtsschutzversicherung: Greift nicht beim Hausbau - Sie denken, Sie können mit einer Rechtsschutzversicherung allen Auseinandersetzungen gelassen entgegensehen? Da irren Sie sich! Besonders im Bereich Hausbau greift die Versicherung nicht. Sie sollten also besonders sensibel sein, wenn Sie Verträge mit Handwerkern und Baufirmen schließen. Lassen Sie sich die Gewährleistung ordentlich dokumentieren. Wie Sie eine leistungsstarke Rechtsschutzpolice mit günstigen Beiträgen finden, lesen Sie hier. Für den Tarifvergleich sollten Sie die Portale Comfortplan* und Verivox kombinieren.
6. Reiserücktrittsversicherung: Nicht über Buchungsportale abschließen! - Wenn Sie einen Urlaub im Internet buchen, bietet man Ihnen oft die Möglichkeit an, eine Reiserücktrittsversicherung gleich mit abzuschließen. Lassen Sie das lieber. Zwar sind die dort angebotenen Tarife nicht zwingend teurer als direkt beim Versicherer, dafür haben sie aber meist eine Selbstbeteiligung im Leistungsfall. Außerdem nehmen sie oft nicht am kostenlosen Schlichtungsverfahren teil, wenn es zum Streitfall kommt. Weitere Details lesen Sie hier. Für eine Einzelreise empfehlen wir den Anbieter Travelsecure*, für Jahresverträge die Hansemerkur*.
7. Hausratversicherung: Das Fahrrad ist nachts oft ungeschützt - Hätten Sie es gewusst? Im Grundtarif kommen viele Hausratversicherungen nur dann für den Diebstahl eines Fahrrads auf, wenn der Drahtesel aus der Wohnung entwendet wurde. Sprich: Wenn man Ihnen Ihr Rad auf der Straße klaut, bekommen Sie keine Leistung. In der Regel kann der Grundtarif durch eine Police gegen Straßendiebstahl ergänzt werden. Achten Sie dabei unbedingt darauf, dass Ihr Rad auch nachts versichert ist. Oft gibt es in Verträgen nämlich eine sogenannte Nachtzeitklausel. Dann wird Ihnen der Wert des Fahrrads nur erstattet, wenn es zwischen 6 Uhr morgens und 22 Uhr abends gestohlen wurde. Was meistens nur sehr schwer nachzuweisen ist.
KRANKENKASSEN-PRÄMIEN

Einige gesetzliche Kassen zahlen neuen Mitgliedern einen Bonus, wenn sie bis zum 1. Dezember eintreten. Dafür müssen Sie bei Ihrer alten Kasse spätestens zum 30. September gekündigt haben. Sie erhalten die Prämie allerdings nur, wenn Sie selbst Beiträge bezahlen – und diese nicht beispielsweise von der Agentur für Arbeit übernommen werden. Das beste Angebot hat die Techniker Krankenkasse: Sie zahlt Ihnen 80 Euro und bietet alle 30 von uns geprüften Zusatzleistungen an. Die unten stehenden Kassen zahlen noch mehr als 80 Euro, bieten aber nicht alle Zusatzleistungen – zum Beispiel kein Shiatsu oder Ayurveda. Infomieren Sie sich genauer über die Auswahl der besten Krankenkasse in unserem Ratgeber.

KrankenkasseAusschüttung 2014Zusatzleistungen
BKK firmus120 €22 von 30
HKK100 €22 von 30
BIG direkt gesund100 €22 von 30
Techniker  80 €30 von 30
BKK Mobil Oil  60 €*26 von 30
*Wer bis zum 30. September Mitglied bei der BKK Mobil Oil ist, erhält 120 Euro (Kündigung bis 30. Juni bei alter Kasse).
Quelle: eigene Recherche (Stand: 17. Juni 2014)
MIT MUSIKSTREAMING GELD SPAREN

Kaufen Sie CDs oder nutzen Sie iTunes, um Songs herunterzuladen? Wenn Sie viel Musik hören, kann das ganz schön ins Geld gehen. Eine günstigere Alternative sind Musikstreaming-Dienste. Dabei zahlen Sie eine monatliche Pauschale von höchstens 10 Euro und können unbegrenzt Ihre Lieblingssongs hören.

Besonders empfehlenswert ist Spotify. Der schwedische Dienst hat sogar eine kostenlose, werbefinanzierte Variante. Ein Sonderangebot für unbegrenzten Musikgenuss an PC, Smartphone und Tablet bietet derzeit Deezer: Die ersten sechs Monate im Tarif „Premium+“ sind um die Hälfte reduziert, auf knapp 5 Euro. In unserem Schnelltest konnte der Dienst mit einer guten Songauswahl und einer intuitiven Software überzeugen. Weitere Anbieter finden Sie hier.
FIDOR BANK: GIROKONTO UND KREDITKARTE TROTZ NEGATIVER SCHUFA

50 Cent für einen Retweet und günstigere Dispozinsen bei vielen Facebook-Likes: Mit solchen Aktionen hat sich die Fidor Bank* aus München vor allem bei Jüngeren einen Namen gemacht. Aber nicht nur Social-Media-Kampagnen machen das Geldinstitut für Kunden attraktiv. Es ist auch eine Alternative für alle, die einen schlechten Schufa-Score haben und dennoch ein Girokonto mit Dispokredit sowie eine Kreditkarte haben möchten. Denn die Fidor Bank fragt keine Daten bei der Schufa ab. Sie bekommen den Dispo aber nur, wenn Sie auf dem Girokonto bereits Einzahlungen haben. Die Höhe des Dispokredits wird individuell festgelegt. Wir haben das Unternehmen unter die Lupe genommen und sagen Ihnen hier, was davon zu halten ist.
RECHTSTIPP DER WOCHE: NEUE REGELN FÜRS ONLINESHOPPING

Am 13. Juni 2014 ist das Gesetz zur Umsetzung der europäischen Verbraucherrechte in Kraft getreten. Was bedeutet das für Sie? Zwar haben Verbraucher beim Onlineshopping weiterhin ein Widerrufsrecht von 14 Tagen. Es reicht aber nicht mehr aus, die Ware kommentarlos zurückzusenden. Sie müssen den Widerruf ausdrücklich erklären. Dazu reicht es, wenn Sie einfach eine kurze Notiz in das Päckchen legen. Außerdem ist es möglich, dass vereinzelte Onlinehändler nicht mehr die Portokosten für die Retoure übernehmen. Alles Weitere zu Ihren Rechten als Käufer finden Sie hier.
STEUERTIPP DER WOCHE: BÜROAUSSTATTUNG ALS ARBEITSMITTEL ABSETZEN

Schreibtisch, Drehstuhl und Regale: Wir zeigen Ihnen, welche Büromöbel Sie in der Steuererklärung geltend machen können. Manchmal erkennt das Finanzamt sogar Gardinen oder Teppiche an. Alle Details lesen Sie hier.
AKTUELLE EMPFEHLUNGEN DER FINANZTIP-REDAKTION


TAGESGELD   Zum Ratgeber
Moneyou* Renault Bank direkt* Cortal Consors* Cosmos Direkt
1,31 % pro Jahr 1,31 % pro Jahr 1,21 % im ersten Jahr 1,21 % pro Jahr


FESTGELD   Zum Ratgeber
bis 6 Monate bis 12 Monate bis 24 Monate bis 36 Monate
CA Consumer Finance* 1,65 % pro Jahr 1,85 % pro Jahr 2,10 % pro Jahr
NIBC Direct 1,50 % pro Jahr 1,65 % pro Jahr 1,90 % pro Jahr
Moneyou* 1,40 % pro Jahr 1,50 % pro Jahr
VTB BANK* 2,10 % pro Jahr

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