Ausgabe 02/2015 vom 9. Januar 2015

Liebe Leserinnen und Leser,


Die Top 10 der Woche:

seit ein paar Tagen höre ich jeden Morgen Krankenkassenwerbung auf meinem Lieblingssender im Radio. "Weniger Beitrag – mehr Leistung, bestens regional versichert", lockt mich die Werbestimme der IKK Brandenburg-Berlin. Tatsächlich verlangt die IKK BB 2015 in diesem Jahr 0,2 Prozentpunkte weniger als 2014 und auch weniger als viele Konkurrenten. Man solle deshalb wechseln. Soll man wirklich?

Wir bei Finanztip begrüßen den neuen Beitragswettstreit der gesetzlichen Krankenkassen. Viele Versicherte können durch einen Wechsel bis zu 445 Euro im Jahr sparen. Je mehr Sie verdienen, desto mehr Ersparnis ist drin. Denn Sie zahlen Ihren Beitrag als Anteil vom Bruttoeinkommen: Mehr als 15 Prozent Beitrag müssen Sie künftig in keinem Bundesland zahlen, wenn Sie bereit zum Wechsel sind. Die 15 Prozent verlangt bundesweit die HKK. Nur regional operierende Kassen sind zum Teil noch günstiger.

Der Wechsel ist leicht

Wollen Sie zu einer günstigeren Kasse wechseln, müssen Sie Ihrer alten Kasse bloß mitteilen, dass Sie gehen möchten. Wenn Sie das noch im Januar tun, können Sie zum 1. April der Kasse Ihrer Wahl beitreten. Dazu stellen Sie einfach einen Aufnahmeantrag – die neue Kasse muss Sie nehmen.

TIPP: Nutzen Sie für die Kündigung unser Musterschreiben.  Zum Ratgeber 
Die passende Krankenkasse

Fragen Sie sich als erstes, ob der Preis für Sie das wichtigste Kriterium für die Wahl der Krankenkasse ist. 95 Prozent der Leistungen aller Kassen sind zwar gleich. Aber manchem ist es wichtig, dass die Krankenkasse auch vor Ort persönlich erreichbar ist, rund um die Uhr ein medizinisches Notfalltelefon hat oder teure Reiseimpfungen übernimmt.

Leistungsstark ist nach unserer Analyse zum Beispiel die Siemens Betriebskrankenkasse (SBK), die wie bisher 15,5 Prozent Beitrag verlangt – zu sparen ist da nichts. Servicestark, also mit vielen Geschäftsstellen und ständig erreichbaren Gesundheitstelefonen, ist die Techniker Krankenkasse (TK), die etwas weniger verlangt, nämlich 15,4 Prozent.

Und wenn Sie mit Ihrer derzeitigen Krankenkasse nur gute Erfahrungen gemacht haben, spricht nichts dagegen, ihr die Treue zu halten.

Regionale Angebote lohnen sich

Falls aber die Beitragsersparnis das wichtigste Kriterium für Sie ist, sollten Sie herausfinden, welche Kasse in Ihrem Bundesland die preiswerteste ist. In einigen Bundesländern gibt es Kassen, die weniger als 15 Prozent Beitrag verlangen – aber nur, wer dort lebt oder arbeitet, kann sich bei einer regional geöffneten Kasse versichern.

In Baden-Württemberg verlangt die Metzinger BKK nur 14,6 Prozent Beitrag. In NRW und Hamburg ist die BKK Euregio genauso preiswert. In Sachsen und Sachsen-Anhalt verlangt die AOK Plus 14,9 Prozent.

Bei einem Wechsel von einer Kasse mit 15,5 Prozent Beitragssatz zu einer Kasse wie der Metzinger BKK mit 14,6 sparen Sie jeden Monat spürbar.

TIPP: Wie viel Ersparnis Ihnen der Wechsel bringt, können Sie mit unserem Rechner ermitteln.  Zum Ratgeber 
Zusätzlich absichern

Das gesparte Geld können Sie natürlich auch in eine bessere Absicherung investieren.

Für Familien mit einem Alleinverdiener ist zum Beispiel ein Krankentagegeld wichtig. Das hilft bei einer längeren Krankheit, die finanziellen Folgen abzufedern. Die Krankenkasse zahlt den Verdienstausfall nämlich nur bis maximal 2.540 Euro netto.

Eine Zahnzusatzversicherung hilft, hohe Rechnungen für Zahnersatz zu begleichen. Gute Verträge kosten hier oft 30 Euro oder mehr im Monat, es gibt aber auch bereits hilfreiche Angebote für unter 20 Euro.

Einen Gedanken wert ist auch eine stationäre Zusatzversicherung. Damit können Sie sich den Zugang zu praktisch jedem erwünschten medizinischen Spezialisten ebnen und die Kosten für das Einbettzimmer in der Klinik erstatten lassen. Gute Verträge kosten etwa 40 bis 50 Euro im Monat.

TIPP: Die Portale Check24 und versicherung-vergleiche.de* helfen bei der Suche nach dem passenden Tarif.  Zum Ratgeber 
Oder doch privat versichern?

Spitzenverdiener haben noch eine andere Option. Wenn Sie als Angestellter mehr als 54.900 Euro brutto im Jahr verdienen, dürfen Sie in die private Krankenversicherung wechseln. Das sollten Sie sich allerdings gut überlegen, denn die Beiträge steigen mit dem Alter oft stark an und sinken auch nicht, wenn Sie in Rente gehen. Außerdem sollten Sie beim Wechsel nicht älter als 40 Jahre sein und müssen weitgehend gesund sein, damit der private Versicherer Sie aufnimmt.

TIPP: Ist Ihnen Ihre private Krankenversicherung zu teuer geworden, gibt es sieben Wege, wie Sie den Beitrag drücken können.  Zum Ratgeber 
Im Anschluss lesen Sie in unserem Themen-Fokus, wie Sie schon vor Abgabe der Einkommensteuererklärung Steuern sparen können. Darunter finden Sie weitere Empfehlungen der Redaktion.

Ein gesundes Jahr wünscht Ihnen


IM FOKUS:
FREIBETRÄGE - SO STEIGT IHR NETTOLOHN SOFORT
Viele Arbeitnehmer ärgern sich beim Blick auf den Gehaltszettel über den hohen Steuerabzug. Manches bekommen sie zwar nach der Einkommensteuererklärung zurück, aber eben erst in der Mitte des nächsten Jahres. Das geht auch anders: Wer sich zum Beispiel als Berufspendler jetzt schon Freibeträge sichert, senkt seine Einkommensteuer sofort und hat direkt mehr Netto vom Brutto.

Vom Jahresbeginn an mehr im Geldbeutel

Wolfgang Mustermann beispielsweise fährt täglich mit dem Auto vom niedersächsischen Wildeshausen rund 40 Kilometer zur Arbeit nach Bremen. Dafür könnte er in seiner Steuererklärung im nächsten Jahr für die einfache Fahrt 30 Cent pro Kilometer als Werbungskosten geltend machen. Bei 220 Arbeitstagen im Jahr sind das 2.640 Euro. Abzüglich des Arbeitnehmerpauschbetrags von 1.000 Euro, den das Finanzamt ohnehin anerkennt, könnte er noch 1.640 Euro als Werbungskosten absetzen.

Lässt Mustermann das als Freibetrag in seine Elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale (Elstam) aufnehmen, zieht ihm der Arbeitgeber automatisch weniger vom Gehalt ab. Der Freibetrag wird auf die im Jahr verbleibenden Monate verteilt: Beantragt Herr Mustermann also im Januar die 1.640 Euro, hat er monatlich einen Freibetrag von knapp 137 Euro, für den der Arbeitgeber keine Lohnsteuer abzieht.

Auch die Kinderbetreuung bringt direkt Bares

Diese sogenannte Lohnsteuer-Ermäßigung können Arbeitnehmer auch für andere Kosten nutzen, zum Beispiel für Fortbildung oder den Unterhalt an den Ex-Partner. Für die Betreuung ihrer Kinder können sie ebenfalls einen Freibetrag beantragen: Zwei Drittel der Kinderbetreuungskosten können sie als Elstam speichern lassen. Wieder mit sofortiger Wirkung für die Familienkasse.

600-Euro-Grenze beachten

Damit Steuerzahler Freibeträge geltend machen können, müssen ihre Ausgaben insgesamt 600 Euro übersteigen. Für die einzelnen Posten gibt es weitere Hürden: Die Werbungskosten etwa müssen über dem Arbeitnehmerpauschbetrag von 1.000 Euro liegen.

Freibeträge für das laufende Jahr beantragen Sie mit dem amtlichen Vordruck „Antrag auf Lohnsteuer-Ermäßigung 2015“, den Sie im Formular-Management des Bundesfinanzministeriums finden.

Achtung: Wenn Sie einen Freibetrag erhalten, müssen Sie im folgenden Jahr unaufgefordert eine Steuererklärung abgeben.  Zum Ratgeber 

WEITERE TIPPS DER REDAKTION:
Es gibt kaum noch attraktive Zinsanlagen. Wer dem Bund für zehn Jahre Geld leiht, bekommt nur noch 0,46 Prozent Rendite pro Jahr – ein historisches Tief. Noch düsterer sieht es bei Bundesanleihen mit Laufzeiten bis zu fünf Jahren aus: Deren Rendite ist negativ. Im Vergleich dazu erscheint Festgeld geradezu lukrativ. CA Consumer Finance* zum Beispiel zahlt 1,86 Prozent pro Jahr bei drei Jahren Laufzeit. mehr...
Die beiden größten Fernbusanbieter, Meinfernbus und Flixbus*, fusionieren. Sie kommen gemeinsam auf einen Marktanteil von 75 Prozent. Bereits gebuchte Fahrten sind nicht betroffen; beide Marken und Buchungssysteme bleiben vorerst bestehen. Über die Folgen für die Fahrpreise halten wir Sie auf dem Laufenden. Unser Tipp: Suchen Sie die günstigste Verbindung auf busliniensuche.de heraus. mehr...

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WER RASANT SKI FÄHRT, SOLLTE SICH VERSICHERN
Ob Steilhänge oder Tiefschnee: Manche Skifahrer riskieren viel auf der Piste. Sie sollten sich daher mit einer Unfallversicherung absichern. Besonders wichtig ist, die Versicherungssumme hoch genug zu wählen. Die sogenannte Grundinvaliditätssumme sollte mindestens das Dreifache Ihres Jahreseinkommens betragen. Über das Portal Mr-Money* finden Sie einen passenden Tarif. mehr...
Wenn Sie ein Haus oder eine Wohnung gekauft haben, sollten Sie das Sanieren und Renovieren nicht überstürzen: Stecken Sie in den ersten drei Jahren zu viel Geld in Umbau und Instandsetzung, ist Ihr Steuerspar-Potenzial schnell verloren. Nur sogenannte Erhaltungsaufwendungen lassen sich sofort in der Steuererklärung geltend machen. Die Ausgaben dürfen eine bestimmte Grenze nicht übersteigen. mehr...
Der Kauf von Wertpapieren kann ganz schön ins Geld gehen. Bei vielen Filialbanken sind schon die Gebühren für die Verwahrung sehr hoch. Wir raten Ihnen, sich für Ihr Depot eine Online-Bank zu suchen. Die besten Angebote haben derzeit die Aktionärsbank* und Flatex*. Alternativ empfehlen sich die DAB*, Maxblue* oder die Postbank – abhängig davon, wie hoch Ihre Aufträge in der Regel sind. mehr...
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