Ausgabe 06/2015 vom 6. Februar 2015

Liebe Leserinnen und Leser,


Die Top 10 der Woche:

meine Bekannte Antonia ist in die Karibik geflogen. Statt 11 Stunden hat die Reise 20 Stunden gedauert. Das hat sie natürlich genervt. Doch ihre Stimmung besserte sich, als sie von den 600 Euro Entschädigung erfuhr, die ihr laut EU-Fluggastrichtlinie zustehen. Denn der Flug ging in Deutschland los und war mehr als drei Stunden verspätet – deshalb muss die Airline zahlen.

Fluggasthelfer kämpfen gegen Airlines

Antonia hat jetzt einen Anspruch. Will sie ihn selbst geltend machen, kann sie unseren Ratgeber Fluggastrechte nutzen. Dort beschreiben wir detailliert wie’s funktioniert und bieten den passenden Musterbrief. Antonia hat dafür drei Jahre Zeit.

Sollte die Fluggesellschaft trotz der eindeutigen EU-Regeln zicken, muss Antonia nicht einmal auf eigene Kosten und eigenes Risiko einen Anwalt losschicken. Es gibt in Deutschland mehrere Fluggasthelfer-Portale, die die Ansprüche bei der Airline einklagen – kostenfrei für den Passagier. Allerdings behalten Dienstleister wie EUclaim, Flightright oder Fairplane* 27 bis 30 Prozent der Entschädigung ein, wenn sie gewonnen haben.

TIPP: Wollen Sie sich nicht herumärgern, empfehlen wir besonders EUclaim.  Zum Ratgeber 

Widerruf des Baukredits kann Zehntausende Euro bringen

Die 600 Euro von Antonia sind ein Taschengeld verglichen mit den Summen, die beim Wechsel einer Baufinanzierung möglich sind. Manche Banken haben in ihren Kreditverträgen fehlerhafte Widerrufsbelehrungen hineingeschrieben. Kunden haben dann das Recht, den Vertrag rückabzuwickeln. Die Rückabwicklung kann einige Zehntausend Euro bringen, weil die Bauzinsen heute viel niedriger sind als vor fünf Jahren.

Wer überhaupt rückabwickeln kann und wie Sie dabei vorgehen, können Sie in unserem Ratgeber nachlesen. Allerdings geben die wenigsten Banken fünfstellige Summen kampflos her. Daher haben wir eine Liste von Anwälten zusammengestellt, die schon gegen Banken gewonnen haben.

TIPP: Eine große Hilfe kann auch die Beratung der Verbraucherzentrale Hamburg sein, die sich auf diese Fälle spezialisiert hat.  Zum Ratgeber 

Besonders günstige Zinsen bekommen Sie übrigens, wenn Sie Ihr Zuhause von der KfW mitfinanzieren lassen. Mehr darüber in unserem Fokus.
Den richtigen Anwalt finden

Rund 160.000 zugelassene Rechtsanwälte gibt es in Deutschland, aber den richtigen zu finden ist sehr schwer. Wir raten Ihnen, Freunde und Bekannte nach deren Erfahrungen in ähnlich gelagerten Fällen zu fragen. Hilfreich ist auch ein Blick auf die formale Qualifikation. Für den Streit mit der Bank brauchen Sie einen Fachanwalt, der auf Bank- und Kapitalmarktrecht spezialisiert ist.

Auch nach den Kosten sollten Sie fragen. Eine Erstberatung darf zwar nicht mehr als 190 Euro plus Mehrwertsteuer kosten, aber mancher Anwalt versucht schon vorab mit Ihnen ein höheres Honorar zu vereinbaren. Dabei gibt es eigentlich eine Gebührenordnung, die die Kosten regelt.

TIPP: Falls Sie eine Rechtsschutzversicherung haben, sollte Ihr Anwalt mit dieser klären, ob sie die Anwaltskosten übernimmt.  Zum Ratgeber 
Überzogene Mahngebühren verweigern

Vom ganz großen Geld abschließend zum ganz kleinen. Viele Firmen verlangen unverschämte Mahngebühren von 10 Euro und mehr, falls man mal versäumt hat, eine Rechnung pünktlich zu begleichen. Solche Gebühren müssen Sie nicht zahlen. Die Gerichte halten höchstens 2 bis 3 Euro für eine einfache briefliche Mahnung für angemessen.

Falls Sie betroffen sind, schreiben Sie dem Unternehmen, es möge bitte die tatsächlichen Kosten der Mahnung belegen. Und überweisen Sie unter Hinweis auf Ihr Schreiben maximal 5 Euro Mahngebühren.

TIPP: Wir haben alle Fakten zum Thema zusammengestellt. Nutzen Sie unsere Musterschreiben.  Zum Ratgeber 
Der Verbraucherzentrale Bundesverband hat gerade Reiseunternehmen wie Thomas Cook für Mahngebühren von 15 Euro und mehr abgemahnt. Tui soll sogar bis zu 20 Euro kassiert haben.

Sie sehen, beim Reisen können sie immer wieder Geld zurückholen. Wir halten Sie auf dem Laufenden.

Herzlichen Gruß, Ihr



IM FOKUS:
HÄUSLEBAUER PROFITIEREN VON KFW-FÖRDERUNG
Wer ein Eigenheim kauft, baut oder saniert, muss sich nicht nur mit den Finanzierungsmöglichkeiten der Banken begnügen. Die staatliche Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) unterstützt Sie mit niedrig verzinsten Krediten und Zuschüssen. Mit Förderzusagen in Höhe von 74 Milliarden Euro erreichte die Bank 2014 das höchste Volumen seit vier Jahren.

Das Geld kommt zwar von der Förderanstalt, der Kredit läuft jedoch über eine Partnerbank. Um hier die richtige zu finden, wenden sich Verbraucher am besten an einen Baufinanzierungvermittler wie Interhyp* oder Dr. Klein*. Denn unter Umständen können sie bei KfW-Darlehen noch weiter sparen über Zinsrabatte seitens der Banken. Die Vermittler sind auch die erste Anlaufstelle, falls Sie die Baufinanzierung ohne Förderung realisieren.

Niedrige Zinsen von der KfW

Wenn Sie Ihre Baufinanzierung mit einem der KfW-Programme verbinden, senken Sie Ihre Zinskosten. So vergibt die Förderbank zum Beispiel Kredite von bis zu 50.000 Euro, wenn Sie Ihr Zuhause nach den KfW-Effizienzhausstandards bauen. Abhängig vom Energiestandard des Hauses beträgt der effektive Zinssatz für das Darlehen 0,75 oder 1 Prozent.

Ist die neue Bleibe komplett unsaniert, verlangt die KfW höhere Zinsen. Sondertilgungen sind auch nicht möglich. Deshalb lohnt sich der Vergleich zwischen diesem KfW-Programm 124 und einem Baukredit Ihrer Banken. Womöglich ist dieser preiswerter.

Doch nicht nur Bauwillige können auf die KfW setzen. Die Förderprogramme greifen auch beim Kauf oder wenn Eigenheimbesitzer planen, Ihr Zuhause energiesparend oder altersgerecht umzubauen.

Die richtige Tilgungsrate wählen

Wer jetzt baut oder saniert, kann von den aktuell sehr niedrigen Zinsen profitieren. Achten Sie jedoch darauf, dass Sie für günstige Baudarlehen keine zu niedrige Tilgungsrate wählen. Dann kann sich nämlich die Abzahlung des Kredits unnötig verzögern, und Sie zahlen über die Jahre gerechnet am Ende doch mehr Zinsen als nötig.

Weil der Zins gerade so niedrig ist, ist eine lange Zinsbindung Pflicht. Auch Häuslebauer, die bereits eine Baufinanzierung haben, sollten sich überlegen, bereits jetzt für die Anschlussfinanzierung die Zinsen festzulegen: Das geht mit einem sogenannten Forward-Darlehen.

Bausparvertrag schützt vor steigenden Zinsen

Wenn Sie noch nicht gebaut haben, sind auch Bausparverträge eine interessante Variante, sich gegen steigende Zinsen abzusichern. Mit ihnen schreiben Sie die aktuellen Zinssätze für einen Kredit fest, den Sie erst Jahre später für Ihr Eigenheim in Anspruch nehmen. Allerdings kommen Sie erst in den Genuss des billigen Darlehens, nachdem Sie genug von der Bausparsumme angespart haben.

Welcher Bausparvertrag sich für Sie lohnt, hängt sehr von Ihrer Situation ab. Die Angebote der Banken sind dabei nur schwer zu vergleichen. Wir empfehlen deshalb, den kostenlosen Online-Vergleich der FMH-Finanzberatung zu nutzen.

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau ist übrigens nicht mehr so altbacken, wie der Name aus der Nachkriegszeit suggeriert. Inzwischen können Zusagen für Förderkredite innerhalb weniger Minuten nach der Antragstellung erfolgen – der Digitalisierung sei Dank. Noch beschränkt sich das auf die Deutsche Bank und die Commerzbank, zukünftig sollen jedoch weitere Banken diesen Service anbieten.

Prüfen Sie in jedem Fall, wie ein KfW-Kredit Ihre Baufinanzierung abrunden könnte.  Zum Ratgeber 

WEITERE TIPPS DER REDAKTION:
Skifahren in der Schweiz ist durch die Aufwertung des Franken teurer als je zuvor. Fahren Sie lieber in die Slowakei. Dort ist jeder Euro von Ihnen fast 1,50 Euro wert, in der Schweiz nur 55 Cent. Leider hat der Euro auch gegenüber anderen Währungen verloren: Waren vor einem Jahr sogar teure Urlaubsländer wie Kanada erschwinglich, gilt das heute nicht mehr. Immerhin sind Schweden und Norwegen günstiger geworden. Noch preiswerter sind Polen und Tschechien. mehr...
Wenn Sie Geschenke oder Ebay-Pakete versenden, können Sie viel sparen: Zwischen DHL* und seinen Konkurrenten haben wir erhebliche Preisunterschiede gefunden. Bei einem kleinen und leichten Paket ist DPD zum Beispiel rund ein Drittel g√ľnstiger als DHL – das macht 2,50 Euro. Der Ex-Monopolist punktet bei größeren Paketen. Bei allen drei Anbietern können Sie sparen, indem Sie das Paket vor der Abgabe selbst online einbuchen und bezahlen. mehr...

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EIGENBEDARF: WANN VERMIETER KÜNDIGEN DÜRFEN
Kündigt der Vermieter die Wohnung wegen Eigenbedarfs, zieht das oft Klagen nach sich. Unzulässig ist das etwa, wenn der Vermieter schon bei Unterzeichnung des Mietvertrages im Sinn hatte zu kündigen. Nun hat der Bundesgerichtshof am 4. Februar eingeschränkt (Az. VIII ZR 154/14), dass Vermieter sich in ihrer Lebensplanung jedoch nicht gleich auf fünf Jahre festlegen müssen. mehr...
Günstigere Heizölpreise als beim örtlichen Händler finden Sie auf Vergleichsseiten im Internet. Es gibt aber auch zwischen den Portalen große Unterschiede, wie unser neuer Test ergab: Mehr als 180 Euro zusätzliche Ersparnis ist bei einer Bestellung von 3.000 Litern möglich, wenn Sie unsere Empfehlungen Heizoel24* und Esyoil wählen. Je nach Ort ist mal das eine, mal das andere Vergleichsportal günstiger. mehr...
Anfänger sind schnell überfordert, wenn sie das erste Mal Aktien oder Fonds kaufen wollen. Doch mit unserem Ratgeber gelingt der Börsenhandel mühelos. Zunächst benötigen Sie ein Depot; wir empfehlen Flatex* und Aktionärsbank*. Geben Sie ins Suchfeld Ihres Onlinedepots die Wertpapier-Nummer ein. Setzen Sie ein Preislimit, und kaufen Sie am besten vor 17 Uhr, dann ist der Kurs oft niedriger als spät am Abend. mehr...
DIE BESTEN RATGEBER AUF FINANZTIP

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