Ausgabe 19/2015 vom 8. Mai 2015
Konto Anlegen Kredit Bauen Versicherung Energie Medien Auto Reise Recht Steuern

Themen dieser Ausgabe:

Liebe Leserinnen und Leser,

egal ob es um Handytarife geht, um Autoversicherungen oder den Gasversorger: Diverse große Vergleichsportale wie Check24 oder Verivox konkurrieren inzwischen um die Gunst der Verbraucher. Und lassen in ihrer Werbung im Fernsehen zur besten Sendezeit glückliche Kunden aus Freude über das gesparte Geld tanzen.

Sie alle suggerieren, stets das beste Angebot zu vermitteln. Doch das tun sie nicht. Was nicht heißt, dass man diesen Vergleichsrechnern nicht doch das ideale Angebot entlocken kann. Man muss nur wissen, wie.

Wie Vergleichsportale an Ihnen verdienen

Im Prinzip sind Vergleichsrechner Makler. Die Verbraucher geben ein, was sie benötigen, und die Portale suchen dazu das passende Angebot. Ganz so, als säßen die Kunden im Maklerbüro. Wie der Makler leben die Portale von der Provision. Und weil das so ist, haben fast alle Vergleichsrechner ganz oben in ihrer Ergebnisliste farbig hervorgehobene Suchtreffer. Sie heißen „Top-Seller“, „Top-Preis-Leistung“, manchmal sogar „Preis-Tipp“ – genau das sind sie aber nicht unbedingt.

Die Angebote sind deshalb hervorgehoben, weil die Portale daran mehr verdienen als am preiswertesten Anbieter. Meist sind es ein oder zwei „Tipps“, bei manchen Portalen wie geld.de auch schon mal fünf. Der Effekt: In der Regel klickt ein großer Teil der Kunden diese Angebote. Nur wenige  Portale machen das so transparent wie Verivox, das diese Angebote immerhin als „Anzeige“ kennzeichnet. 

TIPP: Schauen Sie sich alle Ergebnisse an, bevor Sie etwas auswählen  zum Beispiel bei der Suche nach gutem Rechtsschutz.  Zum Ratgeber  


Kein Portal deckt den gesamten Markt ab

Egal welchen Vergleichsrechner Sie nutzen: Jeder zeigt Ihnen mehr Suchergebnisse an, als Sie eigentlich haben wollen. Doch lassen Sie sich nicht täuschen. In unseren Tests kommt es selten vor, dass wir nur einen Vergleichsrechner finden, der für die wesentlichen Fälle zuverlässig das beste Produkt raussucht. Oft müssen Sie zwei Portale nutzen und die Ergebnisse vergleichen, um wirklich günstig zu fahren.

TIPP: Wenn Sie zum Beispiel einen Autokredit suchen, sollten Sie sowohl auf Smava* als auch auf Check24* suchen.  Zum Ratgeber  


Das richtige Vergleichsportal finden

Es gibt viele Vergleichsrechner, die in unseren Tests nie den günstigsten Anbieter gefunden haben. Das wirft die Frage auf, wie man zu einem guten Vergleichsportal findet. Über Google? Wer zum Beispiel nach einer Motorradversicherung sucht und das Thema eingibt, landet unweigerlich auf Check24. Die bessere Übersicht liefert aber Nafi-Auto.

Vielleicht haben Sie mit einem Portal gute Erfahrungen gemacht. Die Platzhirsche Check24* und Verivox* decken bereits große Teile des Marktes ab, vermitteln Stromtarife, Versicherungen und sogar Kredite. Und tatsächlich sind beide gut zum Beispiel bei der Autoversicherung. Bei Handytarifen dagegen fielen sie in unserem Test deutlich ab.

BEISPIELE FÜR GUTE VERGLEICHSRECHNER:

Unser Ratgeber Unsere Empfehlung
Stromtarife
Verivox*Check24*
Handytarife handytarifvergleich-xxl.de, Teltarif
Autoversicherung Check24*Verivox*, Nafi-Auto
Risikolebensversicherung Check24*Mr-Money*
Heizöl Heizoel24*Esyoil*


Die Portale richtig einstellen

Für ein gutes Angebot müssen Sie dem Vergleichsrechner genau sagen, was Sie brauchen. Das kann aufwendig sein. Deshalb sind alle Vergleichsrechner so weit wie möglich voreingestellt: Wenn Sie bei Verivox direkt auf „Handytarife vergleichen“ klicken, bekommen Sie eine All-Net-Flat im O2-Netz für 13,50 Euro mit 24 Monaten Vertragslaufzeit angeboten. Bei handytarifvergleich-xxl.de bekommen Sie dagegen einen Tarif mit 150 Freiminuten für 8 Euro – mit nur einem Monat Laufzeit.

Viele Einstellungen werden auf den ersten Blick nicht angezeigt, sind manchmal hinter kleinen „Details“-Buttons verborgen. Schauen Sie sich dort unbedingt genau um.

Manchmal ist auch einfach das Thema kompliziert. Bei der Autohaftpflicht zum Beispiel kann man schnell den Überblick verlieren: Was ist eine „Mallorca-Police“? Muss ich „grobe Fahrlässigkeit“ anhaken? Und brauche ich Schutz gegen „erweiterte Wildschäden“?

Deshalb sagen wir Ihnen in unseren Ratgebern und Tests nicht nur, welche Vergleichsrechner empfehlenswert sind, sondern auch, wie Sie sie richtig einstellen.

TIPP: Lesen Sie unsere Ratgeber, bevor Sie sich in den Details der Vergleichsportale verlieren.

Nicht auf "Angebote" reinfallen

Unangenehm aufgefallen ist uns, dass einige Vergleichsportale wie finanzen.de ihre Kunden umleiten an ganz normale Maklerbüros, ohne dass das auf den ersten Blick klar wird. In den Ergebnislisten ihres Vergleichs klicken Kunden bloß auf den Button „Angebot anfordern“ – und geben ihre Kontaktdaten ein in der Annahme, konkrete Informationen zum gewählten Produkt zu erhalten. Lassen Sie besser die Finger davon.

Wir sehen aber auch, dass sich die Portale wie Verivox unsere Kritik zu Herzen nehmen und verbraucherfreundlicher werden. Wir bei Finanztip behalten diese Entwicklungen weiterhin im Auge.

Herzlichen Gruß, Ihr

Hermann-Josef Tenhagen

IM FOKUS:

DIE BESTEN INDEXFONDS AUF DEN MSCI WORLD

Wer sein Geld vermehren will, kommt um Investitionen in Aktien nicht herum. Tages- und Festgeldkonten sind zwar eine sichere Anlageform, bringen derzeit aber kaum Rendite. Da Aktienkurse stark schwanken können, sollten Sie nur Geld an der Börse anlegen, das Sie in den nächsten 10 bis 15 Jahren nicht brauchen. Das Verlustrisiko senken Sie, indem Sie in viele Firmen investieren.


Breit gestreute ETF sind eine ideale Basis

Am einfachsten geht das mit Indexfonds, kurz ETF. Indexfonds bilden die Wertentwicklung von Aktienindizes nach. Besonders breit aufgestellt sind ETF auf den Weltaktienindex MSCI World – eine gute Basis für ein gemischtes Anlageportfolio.

Wir haben untersucht, wie gut diese Fonds tatsächlich den MSCI World nachbilden. Dazu haben wir uns in unserer Analyse solche Indexfonds angeschaut, die länger als fünf Jahre an der Frankfurter Börse gelistet sind, die gesetzlichen vorgeschriebenen Anlegerinformationen vorhalten und ein Mindestkapital angesammelt haben.

Die sieben Fonds, die unsere Kriterien erfüllen, lassen sich in zwei Gruppen einteilen: Wer langfristig Vermögen aufbauen will, ist mit ETF gut beraten, die laufende Erträge wieder anlegen (thesaurieren). Wer regelmäßig Zahlungen haben möchte, liegt mit einem ausschüttenden Indexfonds richtig - mehr dazu in unserem Ratgeber.

Thesaurierende Fonds bilden MSCI-World-Index gut ab

Alle vier untersuchten wiederanlegenden ETF bilden die Wertentwicklung des MSCI-World-Nettoindex gut ab. Wer Anfang 2010 einen Betrag von 10.000 Euro in einen dieser Fonds investierte, erzielte im besten Fall einen Gewinn von rund 9.087 Euro und im schlechtesten Fall 9.058 Euro – ein Unterschied von gerade einmal 29 Euro.

Der iShares Core (ISIN: IE00B4L5Y983) hat allerdings steuerliche Nachteile. Finanztip empfiehlt daher besonders die MSCI-World-ETF von Comstage (LU0392494562), Amundi (FR0010756098) und DB X-Trackers (LU0274208692).

Verwaltungskosten führen in die Irre

Die Untersuchung zeigte ein paradox anmutendes Ergebnis: Obwohl die Verwaltungskosten der vier Indexfonds zwischen 0,2 und 0,45 Prozent pro Jahr lagen, kamen alle vier Indexfonds abzüglich dieser Kosten auf eine fast identische Rendite von rund 13,8 Prozent. Die von den Anbietern angegebenen Verwaltungskosten der thesaurierenden Fonds hatten also keinen erkennbaren Einfluss auf deren Wertentwicklung. Sie sind daher bei der Auswahl offenbar kein geeignetes Kriterium.

Wie Sie ETF kaufen, lesen Sie in unserer Anleitung zum Börsenhandel. Um Wertpapiere zu erwerben, benötigen Sie ein Depot bei einer Bank. Die preiswertesten Anbieter sind derzeit Flatex* und Aktionärsbank.   Zum Ratgeber  

WEITERE TIPPS DER REDAKTION:
Noch bis Sonntag will die Gewerkschaft GDL streiken. Auch wenn viele Verbindungen ausfallen, können Sie per Zug ans Ziel kommen: Der Notfall-Fahrplan der Deutschen Bahn hat während der zurückliegenden Streiks gut funktioniert. Falls Sie lieber den Fernbus nehmen, finden Sie auf buslininensuche.de viele Verbindungen. Nach Mitfahrgelegenheiten können Sie zum Beispiel auf fahrtfinder.net suchen. mehr...
Wer bereit ist, regelmäßig sein Tagesgeldkonto zu wechseln, kann bei Banken mit guter Bonität bis zu 1,1 Prozent Zinsen erhalten. Audi Bank* und Volkswagen Bank* zahlen neuen Kunden 1,1 Prozent grundsätzlich für vier Monate, und bei 1822direkt* gibt es die 1,1 Prozent noch bis zum 21. August. Moneyou* zahlt dauerhaft 1,05 Prozent pro Jahr, bei Cosmosdirekt gibt es diesen Zinssatz immerhin noch bis 30. Juni. mehr...
Am Samstag berät die ADAC-Hauptversammlung über das Reformprogramm des Autoklubs. Nach den Manipulationen beim Preis „Gelber Engel“ und der Abzocke bei der Pannenhilfe kündigten etliche Mitglieder. Der Bruderhilfe Automobil- und Verkehrssicherheitsclub etwa verlangt weniger Beitrag. Ebenfalls günstiger: der Schutzbrief der Autoversicherungen. Auch Besitzer von Neuwagen brauchen anfangs keinen Autoklub – der Hersteller sichert sie meist durch eine Mobilitätsgarantie ab. mehr...
Mit dem Mobilfunkstandard LTE surfen Sie per Smartphone schneller im Internet. Mittlerweile gibt es nicht mehr nur die teuren Tarife von Telekom, Vodafone und Telefónica (O2), sondern auch Discount-Angebote. Die Marken Maxxim*, Winsim*, Sim.de* und Yourfone* der Firma Drillisch zum Beispiel haben immer wieder gute Angebote zwischen 4 und 15 Euro im Monat. Achten Sie darauf, dass die Vertragslaufzeit möglichst kurz ist. mehr...
Seit Anfang des Jahres dürfen Minijobber im Rahmen einer kurzfristigen Beschäftigung länger arbeiten als zuvor. Bisher war nur kurzfristig beschäftigt, wer zwei Monate oder 50 Arbeitstage im Jahr tätig war. 2015 sind es drei Monate oder 70 Arbeitstage. Minijobber sind Arbeitnehmer in Teilzeit. Sie haben grundsätzlich die gleichen Rechte wie Vollzeitbeschäftigte: Entgeltfortzahlung bei Krankheit und bezahlter Urlaub. mehr...
FINANZTIP HILFT:
Finanztip hat Ende April zahlreiche Vergleichsrechner für Handytarife getestet. Dabei landeten die Platzhirsche unter den Vergleichsportalen, Check24 und Verivox, etwas überraschend auf den hinteren Rängen. So kritisierten wir Verivox vor allem dafür, dass Nutzer nicht angeben können, wie viele Minuten sie monatlich telefonieren und wie viele SMS sie verschicken. Dadurch erhalten die Kunden über das Portal im Zweifel zu große Tarife – und zahlen drauf. 

Erfreulich: Verivox hat sich unsere Anmerkungen zu Herzen genommen und den Vergleichsrechner unmittelbar nach unserem Test verbessert. So können Verbraucher nun zumindest in Schritten einstellen, wie viel sie telefonieren (siehe Screenshot rechts). 
DIE BESTEN RATGEBER AUF FINANZTIP

Von unseren Lesern empfohlen Von der Redaktion empfohlen
1. Unterhalt von Kindern für Eltern
Die Steuererklärung 2014 ausfüllen
2. Zurück in die gesetzliche Kasse Die beste flexible Altersvorsorge
3. Fehlerhafte Widerrufsbelehrung  Gute Rechtsschutzversicherung
4. Zugewinnausgleich in der Ehe iPhone günstig kaufen
5. Wann ein Ehevertrag sinnvoll ist Neuwagenvermittler im Internet

EMPFOHLENE ANLAGEN AUF FINANZTIP

Tagesgeld-Angebote   Zum Ratgeber
Moneyou* Cosmosdirekt DKB*
1,05 % pro Jahr 1,05 % pro Jahr 0,9 % pro Jahr
Angebote für Neukunden
1822direkt* Audi Bank*
Volkswagen Bank*
1,1 % pro Jahr
(bis 21. August 2015)

1,1 % pro Jahr
(für 4 Monate)

1,1 % pro Jahr
(für 4 Monate)
Festgeld-Angebote   Zum Ratgeber

bis 6 Monate bis 12 Monate bis 24 Monate bis 36 Monate
CA Consumer Finance*
1,2 % pro Jahr 1,31 % pro Jahr 1,5 % pro Jahr
Moneyou* 1,15 % pro Jahr 1,25 % pro Jahr

PBB Direkt*


1,5 % pro Jahr

EMPFOHLENE KONTEN AUF FINANZTIP

Die besten Girokonten   Zum Ratgeber
Consorsbank* Deutsche Kreditbank (DKB)* DAB Bank*
Die günstigsten Wertpapierdepots   Zum Ratgeber
Aktionärsbank Flatex* DAB Bank*
GUTE VERSICHERER ODER BERATER AUF FINANZTIP

Berufsunfähigkeitsversicherung   Zum Ratgeber
Anbieter Cosmos Direkt* Hannoversche*
Versicherungsmakler Hoesch & Partner*

Tarif der privaten Krankenkasse wechseln und sparen   Zum Ratgeber
Versicherungsberater
Minerva*
Versicherungsberater Verssulting
AKTUELLE THEMEN AUS DER COMMUNITY

Droht in der EU ein Bargeldverbot? 
Zur Diskussion
Umgang mit Eigenbedarfskündigung
Zur Diskussion

Finanztip Newsletter weiterempfehlen


Sie möchten unseren Newsletter empfehlen? Dann verschicken Sie am besten diesen Link: www.finanztip.de/newsletter. Ihnen wurde dieser Newsletter bereits per Mail weitergeleitet? Gehen Sie auf denselben Link und melden Sie sich an, um keinen Finanztip Newsletter mehr zu verpassen.

WAS DAS * NEBEN LINKS BEDEUTET
Wenn Sie neben einem Link ein * sehen, handelt es sich dabei um einen sogenannten Affiliate-Link. Mit diesen Affiliate-Links stellen wir sicher, dass Sie unsere Inhalte kostenlos lesen können. Denn wenn Sie auf einen dieser Links klicken, kann es sein, dass Finanztip dafür eine Vergütung bekommt. Wofür genau, ist von Anbieter zu Anbieter verschieden: Manchmal wird allein der Klick auf die Seite vergütet, meistens ist die Vergütung aber daran gekoppelt, dass es zu einem konkreten Angebot oder Abschluss kommt. Diese Vergütung, die Finanztip eventuell von einem Anbieter erhält, hat für Sie keine Bedeutung. Denn sie wirkt sich NICHT auf den Preis aus, den Sie beim jeweiligen Anbieter bezahlen. Und sie beeinflusst NIE unsere Empfehlung für oder gegen einen Anbieter oder ein Produkt. Denn ob ein Anbieter überhaupt ein Affiliate-Programm anbietet und wie die Vergütung aussieht, wissen unsere Experten und Redakteure nicht, wenn sie den jeweiligen Artikel oder Ratgeber erstellen. Die Affiliate-Links werden erst nach Fertigstellung des Artikels durch eine separate Abteilung gesetzt, die keinen Einfluss auf die Recherchearbeit unserer Redakteure und Experten hat. Unsere Redakteure und Experten werden auch nicht danach bezahlt, wie viel Erlös Finanztip mit den Klicks aus ihren Ratgebern oder Artikeln erzielt. Sie arbeiten also völlig unabhängig und haben nur ein Ziel: Das Beste für Sie heraussuchen. Unsere Bitte an Sie: Unterstützen Sie Finanztip, indem Sie über die jeweiligen Affiliate-Links auf die Seiten der Anbieter klicken. Nur so können wir unsere aufwendige redaktionelle Arbeit finanzieren.

Bildrechte: Finanztip, apops – Fotolia.com, carloscastilla – Fotolia.com, Dan Race – Fotolia.com, Gina Sanders – Fotolia.com, HappyAlex – Fotolia.com, gpointstudio – Fotolia.com, MADworks/photocase.de, Verivox


FINANZTIP FOLGEN AUF
DIREKT ZU FINANZTIP
Finanztip Startseite
Was ist Finanztip?
Unser Redaktionskodex
Finanztip in den Medien
IMPRESSUM DATENSCHUTZ JOBS