Saturn ohne Mwst. -- Festgeld mit Bonus -- Cyberattacke auf Finanztip -- Video: Altersvorsorge -- Selbstzahler-Leistungen beim Arzt -- Huawei ohne Google -- Retouren nerven Onlinehändler -- Sneaker reparieren lassen --

Nr. 36 / 2019 vom 6. September

Zu viele Retouren: Wenn der Online-Händler Sie rauswirft

Retouren: Wenn der Kunde nicht mehr König ist

Amazon-Kunden kennen das: Ständig kommen E-Mails von dem Online-Händler. Bestellbestätigung, Versandbestätigung, Paket liegt in Filiale, Paket wurde abgeholt. In der Mail-Flut hätte Finanztip-Mitarbeiter Reinhard fast die Nachricht mit dem unscheinbaren Betreff „Ihr Kundenkonto bei Amazon.de“ übersehen. In der Mail heißt es unheilvoll: „In den letzten Monaten haben Sie eine außergewöhnlich hohe Anzahl der bestellten Artikel wieder an uns zurückgesendet.“ Das ist Amazons Weg, einem Kunden klarzumachen, dass Amazon auch auf ihn verzichten kann.

Der Kunde ist König, so heißt es im Volksmund. Und Amazon eilt der Ruf voraus, so kundenfreundlich wie sonst niemand zu sein. Und tatsächlich ist der Online-Riese sehr kulant – und auch deshalb so erfolgreich. Doch offenbar hat das Grenzen. Denn Amazon schmeißt auch Kunden raus, die das Unternehmen für zu teuer hält.

Zu oft die Hotline angerufen

Unser Kollege hatte gar nicht so viel zurückgeschickt. Aber er rief mehrfach den Kundendienst an. Zum Beispiel, weil eine Lieferung nicht ankam. Es sieht so aus, als sammelten Kunden, die häufig anrufen, eine Art von „Strafpunkten“. Jedenfalls ging die Verwarnung raus.

Wie unsere Recherche ergab, ist die Mail der erste Warnschuss – und noch kein Grund zur Sorge. Bis Amazon das Konto sperrt, muss mehr passieren. Macht der Kunde aber so weiter, löst Amazon die zweite Warnstufe aus. Diese Mail klingt dann schon bedrohlicher: „Bleibt Ihr derzeitiges Retourenverhalten so außergewöhnlich wie bisher, behalten wir uns das Recht vor, Ihr Amazon.de Konto zu schließen.“ (Die kompletten Mails finden Sie hier.)

Die Warnung unbedingt ernst nehmen

Wer so eine Mail erhält, fühlt sich garantiert nicht mehr wie ein König. Falls Sie trotzdem Amazon-Kunde bleiben wollen, sollten Sie dem Kundendienst unbedingt die Retouren erklären.

Wenn am Ende tatsächlich das Konto gesperrt wird, soll es sich um einen der „seltenen Fälle“ handeln, in denen jemand „unseren Service über einen längeren Zeitraum missbraucht“. So erklärte es Amazon auf Finanztip-Nachfrage.

Otto und Zalando gelassener

Millionen Deutsche bestellen neben Amazon auch bei Otto, Zalando oder anderen Online-Shops – und schicken zurück, was ihnen nicht gefällt. Das ist auch ihr gutes Recht. Ein Sprecher von Otto versichert uns: „Wir sperren keine Kundenkonten wegen übermäßiger Retouren.“ Und die Nummer 3 am deutschen Markt erklärt: „Zalando sperrt Kundenkonten nur auf Kundenwunsch oder falls es zum Betrugsfall kommen sollte.“

Offenbar sind die deutschen Konkurrenten toleranter als der US-Konzern. (Falls Sie andere Erfahrungen gemacht haben, melden Sie sich bitte bei uns.) International gibt es auch richtig rabiate Verkäufer. Ohne Vorwarnung verloren jüngst Kunden der Einkaufsplattform Wish ihren Zugang – und konnten sogar bereits aufgegebene Bestellungen nicht mehr reklamieren. Wish beteuert, man habe die Regeln für Kontosperrungen mittlerweile an das „typische Einkaufsverhalten unserer deutschen Kunden“ angepasst.

Lauter Dienste fehlen plötzlich

Nun gibt es Schlimmeres, als wenn einen der Online-Shop aussperrt. Aber Amazon verkauft ja nicht nur Sachen, da gibt es noch den E-Book-Reader Kindle, die Sprachsteuerung Alexa und das Videostreaming Prime Video. All das ist in Gefahr oder zumindest nicht mehr so komfortabel zu nutzen, wenn Amazon einen rauswirft.

Es gibt eine Reihe von GrĂĽnden, nicht zu viel ĂĽber Amazon zu machen. Reinhard hat die Erfahrung zum Anlass genommen, mehr bei der Konkurrenz zu bestellen. Und seinen Kindle hat er gegen einen E-Book-Reader von Tolino getauscht. Sicher ist sicher.

Im Blog finden Sie die Amazon-Mails im Volltext.

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Schnäppchen der Woche

Angebote, Rabatte & Deals: Was unsere Redaktion fĂĽr Sie entdeckt hat.

Saturn erstattet die Mehrwertsteuer auf fast alles

Diese Rabattaktion gehört zu den besten bei Saturn: Bis Sonntagnacht erhalten Sie die Mehrwertsteuer von 19 Prozent geschenkt auf alle verfügbaren Produkte. Das entspricht einem Rabatt von knapp 16 Prozent. (Achtung Prozentrechnung: Die Mehrwertsteuer wird ja auf den Nettopreis aufgeschlagen. Vom Endpreis aus gerechnet macht sie nur 16 Prozent des Gesamtpreises aus.)

Die Aktion gilt sowohl online als auch in der Filiale. Der Rabatt bleibt bei knapp 16 Prozent auch bei solchen Produkten, auf die nur 7 Prozent Mehrwertsteuer anfällt. Ausgenommen sind Verträge mit Drittanbietern, Gutscheine, Guthabenkarten, Bücher und E-Zigaretten.

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Festgeld bei Creditplus: 0,4 Prozent plus 50 Euro Bonus

Derzeit gibt es wieder eine attraktive Kombination aus Festgeld von Creditplus und einem Bonus der Vermittlungsplattform Zinspilot – exklusiv für Finanztip-Leser. Sie ist allerdings Neukunden vorbehalten, die ein Konto bei Zinspilot eröffnen. Creditplus ist eine deutsche Tochter der französischen Crédit-Agricole-Gruppe. Zwar ist die Verzinsung von 0,4 Prozent für 6-Monats-Festgeld eher mittelmäßig. Dafür gibt es ab einer Einlage von 5.000 Euro für Finanztip-Leser einen 50-Euro-Bonus von Zinspilot. Wer 10.000 Euro anlegt, bekommt 75 Euro, ab 20.000 Euro sind es 100 Euro Bonus.

Das Angebot lohnt sich also besonders, wenn man nicht viel mehr als 5.000 Euro anlegt. Dann gibt es zu den 10 Euro regulärem Zins noch einmal das Fünffache obendrauf. Der Zinspilot-Bonus lässt sich auch mit zwei anderen Angeboten von Creditplus kombinieren, das Geld muss mindestens zwei Monate bei Zinspilot angelegt sein. Leider sind Kunden von Flatex von der Aktion ausgeschlossen.

Hinweis: Falls Sie nach dem Klick auf den grĂĽnen Button ein Log-in-Fenster erhalten, klicken Sie bitte ein zweites Mail auf den Button in dieser Mail.

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Norma Connect: Allnet-Flat im Telekom-Netz mit LTE

Neue und interessante Handytarife hat der Discounter Norma im Angebot: 8 Euro für vier Wochen kostet die Allnet-Flat Smart S mit 2 GB – allerdings ohne SMS-Flat. Das Besondere ist das Netz, in dem der Tarif funkt. Es handelt sich um das Telekom-Netz inklusive LTE-Zugang – das ist das beste Handynetz in Deutschland. Die Geschwindigkeit ist zwar auf 25 Mbit/s gedrosselt, aber das reicht locker zum Surfen und sogar Videoschauen. Für 13 Euro gibt es die Allnet-Flat Smart M mit 4 GB. Die Vertragsbindung geht jeweils über vier Wochen. Zum leichteren Vergleich: Auf den Monat umgerechnet, kosten die beiden Norma-Tarife 8,70 Euro beziehungsweise rund 14,10 Euro.

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1. Hackerangriff auf Finanztip: Kritik an Goldhändler PIM Gold betroffen

Cyberkriminelle hatten es in den vergangenen Wochen auf Finanztip abgesehen: Sie griffen eine Seite in unserer Community an, auf der sich Nutzer kritisch über den Goldhändler PIM Gold austauschten. Dazu wurde die Seite mit Anfragen überschüttet, bis die ganze Website unter der Last zusammenbrach. Solche Angriffe gehen von sogenannten Bot-Netzen aus. Das sind mit Viren infizierte Computer, die von außen den Befehl zum Angriff bekommen. Buchen lässt sich eine solche Attacke im Darknet.

Wir konnten den Angriff abwehren, indem wir Zugriffe aus anderen Ländern als Deutschland, Österreich und der Schweiz eine Zeit lang blockierten. Da es auch Angriffe aus Deutschland gab, mussten wir die Community-Seite vorläufig einfrieren. So ist die Seite weiter sichtbar, es kann aber im Moment nicht kommentiert werden.

Auffällig ist, dass auch andere Websites und Blogs attackiert worden sind. Eines hatten sie alle gemeinsam: Es war dort Kritisches über PIM Gold zu lesen.

Es gibt schon länger Kritik an dessen Geschäftsmodell. Dem Kunden wird eine Art Zins versprochen, wenn er sein Gold bei PIM einlagert. Allerdings werden auch hohe Gebühren fällig. Ein ehemaliger PIM-Mitarbeiter, der jetzt für einen Konkurrenten arbeitet, warf PIM Gold vor, Teile des Kundengoldes gar nicht zu besitzen. PIM Gold bestreitet das: Man sei Opfer einer „Schmutzkampagne“.

Am Mittwoch durchsuchte die Staatsanwaltschaft Darmstadt die Räume von PIM Gold, wie das Handelsblatt berichtet. Demnach wurde Geschäftsführer Mesut P. festgenommen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm laut dem Bericht gewerbsmäßigen Betrug vor. Wir bleiben am Thema dran.

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2. Auto-Versicherer rechnen Preise nach: Das sollten Sie auch tun

Wo kracht es besonders häufig? Wo sind Autounfälle so richtig teuer? Sie könnten diese Fragen Ihrem Autoversicherer stellen. Denn der schaut sich das gerade an. Und zwar nicht zum Spaß, sondern weil er nachrechnet, ob er Ihren Kfz-Versicherungsbeitrag ändern wird. Wenn, dann schickt er Ihnen in den kommenden Wochen einen Brief. Dann sollten Sie ebenfalls nachrechnen – ob es Zeit ist, Ihren Tarif zu wechseln! Einmal im Jahr sollten Sie das ohnehin machen, in der Regel ab Mitte Oktober. Denn die nächste Beitragsänderung ist bei den meisten Autobesitzern zum 1. Januar 2020 möglich.

Zurück zu Versicherern und Autounfällen: Jedes Jahr werten die Schadenexperten Auto-Crash-Bilanzen aus und verteilen (neue) Regionalklassen. Gibt es an Ihrem Wohnort mehr oder weniger Unfälle als früher? Werden Schäden größer oder kleiner? Das kann sich auf Ihren Versicherungsbeitrag auswirken. Denn solche Infos wirft der Versicherer mit in seinen Berechnungstopf.

Die mieseste Schadensbilanz hat aktuell Berlin: ein Drittel höhere Schäden als im Bundesschnitt. Eher wenige Schäden gibt es in Brandenburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern. Die beste Bilanz in der Haftpflicht fährt die Brandenburger Uckermark ein. Im Gegenteil zum wuseligen Berlin ist die Uckermark nicht besonders dicht besiedelt – eher erholsam leer.

Wir bei Finanztip rechnen auch gerade nach. Damit Sie Ihr Auto noch günstiger gut versichern können. Mehr dazu in den kommenden Wochen.

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Video der Woche

Flüssiges Vermögen dank flexibler Altersvorsorge bedeutet mehr Freiheit im Leben – und auch mehr Eigenverantwortung. Darüber spricht Saidi im Video.

 

3. Spartrick: Kaputte Sneaker nicht wegwerfen – sondern reparieren lassen

Die Sohle zerfällt, vorne ist ein Loch und die Farbe verblasst – doch wegschmeißen möchte man seine geliebten Sneaker nicht. Viele hängen an ihren Turnschuhen, doch so einfach reparieren lassen sich die Schuhe nicht. Sneaker sind aus verschiedensten Materialien, die meist miteinander verklebt sind. Viele Schuster trauen sich an solche Reparaturen nicht ran.

Also doch in die Tonne damit? Nein. Wenn Ihr Schuster nicht weiterweiß, dann versuchen Sie es doch mal im Internet: Wir sind zum Beispiel auf zwei Anbieter gestoßen, zu denen Sie Ihre Sneaker schicken können. Da wäre zum einen das Berliner Start-Up Sneaker Rescue, das 250 Schuhe im Monat verarztet. Und zum anderen die Schuhmacherei Schmid mit einem traditionelleren Hintergrund.

Der Schuhmacher aus Niedernhausen (Hessen) hat sich auf Reparaturen spezialisiert, die im Idealfall sogar länger halten sollen als der ursprüngliche Zustand. Sneaker Rescue achtet darauf, dass das ursprüngliche Design nach der Reparatur erhalten bleibt. Von beiden Anbietern sollten Sie vorab einen Kostenvoranschlag anfragen. Wir haben die Qualität der beiden Anbieter nicht vergleichen können. Schreiben Sie uns Ihre Erfahrungen!

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4. Serie Online-Banking: Wie unsere Empfehlungen die neuen Sicherheitsregeln umsetzen

Derzeit setzen viele Banken eine neue EU-Richtlinie (PSD2) um, die das Online-Banking sicherer machen soll. Für Sie ändert sich da einiges. Wir haben bei unseren Girokonto-Empfehlungen nachgehakt. Sind Sie überhaupt bei einer dieser Banken? Nehmen Sie gerne auch an unserer Umfrage teil.

 

Folge 1: Was sich bei der Comdirect ändert

Login: Künftig müssen Kunden nicht nur Benutzername oder Kontonummer sowie Passwort eingeben, sondern sich regelmäßig noch über einen weiteren Weg identifizieren. Beim Login fragt die Comdirect dazu alle 90 Tage eine TAN ab .

Zahlungsaufträge: Bereits vor einigen Wochen hat die Photo-TAN die TAN-Liste in Papierform abgelöst. Wenn Sie eine Überweisung losschicken wollen, erscheint auf dem PC eine Grafik, die Sie mit der Photo-TAN-App auf Ihrem Handy fotografieren. Die App übersetzt die Grafik in eine 6-stellige TAN, die Sie auf der Banking-Website eingeben.

Praktisch: Bei Beträgen unter 30 Euro ist keine zusätzliche TAN nötig. Erst bei fünf aufeinander folgenden Zahlungen müssen Sie sich wieder doppelt legitimieren.

Kreditkarte: Auch Käufe mit der Kreditkarte im Internet müssen Sie in einigen Fällen zweifach bestätigen – in einem zusätzlichen Fenster mit einer TAN. Manchmal werden Sie auch aufgefordert, einzelne Stellen Ihrer PIN einzugeben, die Sie für das Online-Banking verwenden.

Und wenn ich gar kein Smartphone benutze? Dann bietet die Comdirect* Ihnen zwei Alternativen: Entweder Sie verwenden das mTAN-Verfahren und erhalten jede TAN per Kurznachricht (9 Cent pro SMS) oder Sie nutzen ein separates Photo-TAN-Lesegerät (Kostenpunkt: einmalig 35 Euro).

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5. Auch wichtig: Postbank-Streik, Generali erfolgreich abgemahnt, kein Google fĂĽr Huawei

+++ In den kommenden Tagen sind bundesweit Streiks bei der Postbank geplant (Archivbild von 2017). Kunden müssen sich auf Einschränkungen einstellen: Filialen könnten schließen oder Überweisungen länger dauern. Am 9. und 10. September verhandeln Arbeitgeber und die Gewerkschaft Verdi weiter über eine Erhöhung der Gehälter. +++

 

+++ Die Verbraucherzentrale (VZ) Hamburg ist erfolgreich gegen die Generali-Lebensversicherung vorgegangen. Ein Sparer kann seine Lebensversicherung nun rückabwickeln lassen, weil er falsch über seine Möglichkeiten zum Widerruf belehrt worden war. Zunächst hatte die Versicherung eine Rückabwicklung abgelehnt (wir berichteten). Die Generali ist bereits die vierte Versicherung, die die VZ Hamburg in dieser Sache abgemahnt hat. +++

 

+++ Das nächste Smartphone des chinesischen Herstellers Huawei wird keine Apps von Google enthalten – auch keinen Play Store. Im Handelskrieg zwischen den USA und China hat Google Huawei die Lizenz entzogen. Ohne die Google-Software wird das Huawei-Telefon kaum eine gleichwertige Alternative zu anderen Smartphones mit Android sein. Wie es für bestehende Huawei-Nutzer weitergeht, haben wir Ende August berichtet. +++

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... freuen sich Woche fĂĽr Woche ĂĽber unsere Tipps. Laden Sie Freunde und Familie ein, dabei zu sein.

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Haben Sie Ihr Girokonto bei einer unserer Empfehlungen?

(Mehrfach ankreuzen möglich.)

  • Ja, bei der Comdirect.
  • Ja, Consorsbank.
  • Ja, DKB.
  • Ja, ING.
  • Ja, Norisbank.
  • Ja, Santander.
  • Nein, bei einer Sparkasse.
  • Nein, bei der 1822direct.
  • Nein, bei einer Genossenschaftsbank (Volksbank, Sparda, etc).
  • Nein, bei der Postbank.
  • Nein, bei einer anderen Privatbank.

Zur Abstimmung klicken Sie bitte auf den grĂĽnen Button.

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Punkt fĂĽr Punkt: Wann es sich lohnt, beim Arzt selbst zu zahlen

Der richtige Arzt, das ist eine Sache des Vertrauens. Spätestens wer sich einmal länger mit Beschwerden plagte und deshalb mehrfach zweite Meinungen einholen musste, kann ein Lied davon singen. Selten, dass sich die Ärzte dann einig sind. Man muss also stets ein wenig sein eigener Arzt sein. Das gilt noch mehr, wenn einem der Arzt eine Behandlung empfiehlt, für die man als Kassenpatient selber zahlen muss.

Die Rede ist von Individuellen Gesundheitsleistungen (ganz putzig „IGeL“ abgekürzt), im Volksmund eher Selbstzahlerleistungen genannt. Rund eine Milliarde Euro zahlen Kassenpatienten dafür im Jahr. Noch immer ist die Vorstellung weit verbreitet, dass die Krankenkassen viel Sinnvolles nicht zahlen wollen, weil das einfach zu teuer wäre. Anders als die private Krankenversicherung. Doch ganz so ist es nicht: Sehr oft zahlen die Kassen nicht, weil sie Selbstzahler-Behandlungen nicht für sinnvoll halten.

Deshalb hat der Spitzenverband der Krankenkassen über seinen Medizinischen Dienst (MDS) den IGeL-Monitor aufgelegt. Der überprüft systematisch häufig angebotene Selbstzahlerleistungen auf ihren Nutzen und Schaden. Vor einer Woche erschien die 51. Untersuchung: über „OCT“, eine von vielen Augenärzten empfohlenen Vorsorge für Grünen Star. Das Urteil: „tendenziell negativ“. Augenarztpraxen seien „bisweilen besonders aggressiv“ im Marketing.

Lassen Sie sich also nicht alles aufschwatzen. Aber woran erkennt man seriöse Angebote? Hier eine kleine Anleitung:


1. Atteste, Impfungen und Kosmetik

Es gibt durchaus eine ganze Reihe von Behandlungen, die Sie vielleicht wollen und die sinnvoll sind, die die Kasse aber nicht zahlt. Dazu gehören Atteste, bestimmte kosmetische Behandlungen wie Tattoo-Entfernungen oder Reiseimpfungen. Achten Sie aber auf eine ordentliche Abrechnung. Und: Hier gibt es durchaus Unterschiede, was Ärzte berechnen (siehe auch Punkt 5). Und: Manche Kassen zahlen einige dieser Leistungen ganz oder teilweise, zum Beispiel sportmedizinische Untersuchungen oder (wie unsere Empfehlungen) Reiseimpfungen. Fragen lohnt sich.

2. Besondere Vorsorge

Was tun Sie, wenn der Arzt Ihnen erklärt, dass Grüner Star eine häufige Erkrankung ist, die zur Blindheit führt – und Sie für nur 30 Euro testen lassen können, ob sich bei Ihnen so was entwickelt? Oder die Frauenärztin schnell noch mal für 40 Euro einen Ultraschallcheck auf Eierstockkrebs anbietet? Man wäre ja doch gerne sicher, nichts zu übersehen. Aber vielleicht ist es doch noch eine zweite Überlegung wert: Nicht für jeden macht jede Vorsorge Sinn. Es gibt immer das Risiko, dass eine Krankheit fälschlicherweise diagnostiziert wird oder dass die Vorsorge selbst schädlich ist.

In den oben genannten Beispielen sind laut IGeL-Monitor die Untersuchung nur sinnvoll, wenn weitere Hinweise oder Risikofaktoren vorliegen. Und dann zahlt sie die Kasse. Während es einen Test auf Grünen Star gibt, der immerhin von den Fachverbänden der Augenärzte empfohlen wird, raten auch Fachgesellschaften vom Eierstock-Ultraschall ohne Anlass ab: seine Wirkung ist laut dem Urteil des IGeL-Monitors „negativ“.


3. Besondere Behandlungen

Was tun, wenn die normalen Behandlungen nicht wirken? Natürlich würde man dann gerne was anderes ausprobieren, gegen Arthrose im Knie zum Beispiel Blutegel (Urteil: „tendenziell negativ“). Oder eine Infusionstherapie, die nach einem Hörsturz die Durchblutung fördern soll (Urteil: „negativ“). Das heißt nicht, dass jede kostenpflichtige Behandlung Unfug ist. Aber es lohnt sich, einmal auf den IGeL-Monitor zu schauen, bevor man zustimmt. Besonders bei teuren Behandlungen. Es ist übrigens auch schon vorgekommen, dass eine Behandlung nach einer MDS-Studie für den IGeL-Monitor in die Kassenleistungen aufgenommen wurde: nämlich Anfang des Jahres die Stoßwellentherapie bei Fersenschmerz (Urteil: „tendenziell positiv“).

Woran Sie erkennen, dass es Ihrem Arzt nur um Geschäftemacherei geht und was bei der Zahlung zu beachten ist, lesen Sie hier.

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... Euro geben Kassenpatienten pro Jahr fĂĽr individuelle Gesundheitsleistungen aus. Die Selbstzahlerleistungen sind selten sinnvoll.

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