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Nr. 51 / 2018 - 21. Dezember
Hermann-Josef Tenhagen
„Es gibt keine gottgegebenen Preise, an denen man nicht rütteln könnte!“
 
 
Wir schauen im Gespräch mit unserem Chefredakteur Hermann-Josef Tenhagen zurück auf das Jahr 2018: Auf Diesel-Skandal, Niedrigzinsen und versagende Behörden. Und auf das, was das neue Jahr bringen wird. Wir sprechen über das gute Gefühl, wenn man als (kleiner) Verbraucher den Konzernen die Stirn bietet. Und darüber, warum auch dem Finanzexperten Tenhagen das Sparen manchmal schwerfällt. Das Gespräch führte unser neuer Redaktionskollege Max Mergenbaum.

Herr Tenhagen, Sie sind auf einem Bauernhof groß geworden. Hat das Ihr Verständnis von Wirtschaft geprägt?

Hermann-Josef Tenhagen: Ich habe meinen Vater gerne dabei beobachtet, wie er mit dem Viehhändler über die Preise verhandelt hat. Irgendwann einmal fuhr ein Händler mit einem neuen Mercedes auf den Hof und mein Vater sagte: „Wenn der sich jetzt einen Daimler leisten kann, dann habe ich schlecht verhandelt.“

Hat Sie das beeindruckt?

Von Anfang an. Jeder muss von seinem Geschäft leben können. Aber es muss immer fair zugehen. Auf der anderen Seite habe ich so früh verstanden, dass es keine gottgegebenen Preise gibt, an denen man nicht rütteln könnte.

Welche Empfehlung in Finanzfragen haben Ihre Eltern Ihnen mit auf den Weg mitgegeben?

Mir immer die Frage zu stellen: „Brauchst du das wirklich?“ Vielleicht, weil die schon merkten, dass ich einen Sammeltrieb entwickelte.

Und wenn Sie einmal tatsächlich etwas brauchen?

Dann hätten meine Eltern gesagt: „Ohne Preisvergleich geht‘s nicht.“ Und daran halte ich mich bis heute.

Wie geht es uns Verbrauchern im Jahr 2018?

Vieles wurde besser, aber einiges liegt total im Argen. Nehmen Sie die Unpünktlichkeit von Bahn und Fluglinien. Das war früher undenkbar. Inzwischen haben wir uns an viel gewöhnt: Aber dieses Jahr war schon besonders schlimm. Oder nehmen Sie das fehlende Verantwortungsgefühl von Volkswagen. Jeder Ladenbesitzer, der sich so verhalten würde, könnte sein Geschäft gleich dichtmachen.
 
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Fahren Sie Diesel?

Nein. Aber ich habe Freunde, die einen fahren. Und ich hatte Kontakt mit vielen Lesern, die sich total im Stich gelassen fühlen.

Von wem?

Von Herstellern wie Bundesregierung. Was mich wirklich wundert: Dass die Große Koalition noch immer nicht in der Lage ist, die Hersteller dazu zu bringen, wenigstens den Fehler richtig zu beheben – mit einer kostenlosen Hardware-Nachrüstung oder einem Wagentausch. Ich kann auch nicht fassen, dass die Hersteller jahrelang schadlos die Behörden belügen konnten. Da muss so ein Betrug erst in Kalifornien auffallen. Und dann kriegen dort die Kunden ihren Schaden anstandslos ersetzt, während deutsche Kunden erst vor Gericht ziehen müssen. Das geht nicht.

Sie reisen viel für Finanztip: Was war Ihre längste Verspätung in diesem Jahr?

Das war ein Flug nach Nürnberg, der eigentlich um 20 Uhr abheben sollte und wo uns dann um 22 Uhr gesagt wurde: „Der fliegt nicht.“ Ich bin dann am nächsten Morgen mit dem Zug zurückgefahren. Und damit im Vergleich zu vielen anderen Reisenden dieses Jahr noch glimpflich davongekommen.

Und haben Sie eine Entschädigung gefordert?

Ja, aber bislang habe ich noch keine erhalten. Der Fall liegt jetzt beim Anwalt. Damit lasse ich die Airline nicht durchkommen.

Sie haben es als langjähriger Verbraucherjournalist also auch nicht leichter als alle anderen.

Will ich auch nicht. Auch als Chefredakteur von Finanztip setze ich mich dem verrückten Verbraucheralltag täglich aus. Das ist wichtig, um den Ärger der Kunden nachfühlen zu können. Und das motiviert zusätzlich, auch mal einem unverschämten Konzern die Stirn zu bieten. Im Alltag haben wir als Verbraucherjournalisten ja das Privileg, Anbieter und staatliche Regulierer direkt zur Rede stellen zu können. Und ich habe hier bei Finanztip ein tolles Team von Experten. Ich werde hier also auch dafür bezahlt dazuzulernen.
 
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Wo hakt es noch 2018?

Ganz viele Leute haben Geld auf Konten liegen, für das sie fast keine Zinsen bekommen. Auf Giro- und Tagesgeldkonten liegen in Deutschland 2 Billionen Euro. Stellen Sie sich das mal vor: 2.000 Milliarden! Das sind 12.000 Euro pro Person! Meistens zu 0,01 Prozent Zinsen. Das sollten die Kunden nicht tun und stattdessen ordentlich anlegen.

Wie denn zum Beispiel?

Bei ordentlichen Tagesgeldanbietern. Da kriegen Sie wenigstens etwas Zinsen. Wie man die findet, erklärt mein Kollege Saidi Sulilatu übrigens im Video der Woche. Und dann natürlich in Aktien. Aber nicht in einzelne, sondern in einen Indexfonds, der viele, weltweit verteilte Aktien enthält und bei dem der Anbieter wenig Kosten abzieht. Wenn man das über mindestens 15 Jahre macht, hält man das Risiko gering und kann von der Renditestärke der Aktien profitieren.

Mal mit Aktien verspekuliert?

Wo ich mich heute noch drüber ärgere, war mein erster Fonds, den ich gekauft habe. Das war eine Volksbank, die haben mir so einen Aktienfonds Europa verkauft. Das war prinzipiell eine gute Idee, aber die Gebühren, die da dranhingen, waren viel zu hoch. Ich habe die Kosten von Bankgeschäften damals als gegeben angenommen. Aber das sind sie eben nicht.

Was das Jahr 2019 für den Verbraucher bringt, wo Finanztip-Leser die größten Sparerfolge hatten und wo Hermann-Josef Tenhagen persönlich den größten Verlust machte, lesen Sie im Blog.
 
 
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