Der aktuelle Finanztip Newsletter

Der aktuelle Finanztip Newsletter

Mit unserem Finanztip Newsletter informieren wir Sie jede Woche über wichtige Neuigkeiten rund um Ihre Finanzen. Damit sind Sie immer auf dem Laufenden und sparen bares Geld. Dieser Service ist für Sie absolut kostenlos.

Schon 678.000 Abonnenten vertrauen uns.
Laden Sie Ihre Freunde ein!

Coronavirus, Quarantäne und Arbeitsrecht: Was im Job jetzt wichtig ist

Coronavirus, Quarantäne und Arbeitsrecht: Was im Job jetzt wichtig ist

Arbeitsrecht: Wenn Ihre Familie oder Ihr Betrieb unter Quarantäne kommt

Solange Sie nicht erkrankt sind oder jemand in der Firma unter Corona-Verdacht steht, bleibt alles wie gehabt. Sie gehen zur Arbeit, sollten Hygiene-Regeln ernstnehmen und häufiger im Homeoffice bleiben, sofern Ihr Chef das ermöglicht. Dienstreisen dürfen Sie nicht einfach verweigern. Aber viele Unternehmen sagen ohnehin gerade Reisen in die betroffenen Gebiete ab, die Flughäfen sind deutlich leerer als üblich (siehe Bild oben aus Hamburg).

Aber was ist, wenn in Ihrem Arbeitsumfeld tatsächlich jemand vermutet, erkrankt zu sein? Dann sieht es ganz anders aus.

Hier die Antworten auf die 10 wichtigsten Fragen:

 

1. Was passiert, wenn es einen Verdachtsfall in der Firma gibt?

Sie halten die Luft an. Ein enger Kollege steht unter Corona-Verdacht. Sie sollten zu Hause bleiben, bis das Test-Ergebnis vorliegt – eine Art häusliche Vorsorge-Quarantäne. Die Auswertung dauert rund fünf Stunden. Dazu kommt noch die Zeit, die der Kurier für den Weg ins Labor braucht. Und Sie sollten schon mal eine Liste der Personen erstellen, mit denen Sie seit dem Verdachtsfall Kontakt hatten. Bestätigt sich der Verdacht nicht, sind Sie mit einem Schrecken davongekommen.

 

2. Was passiert, wenn der Kollege wirklich infiziert ist?

Falls sich der Verdacht bestätigt, dann meldet sich das Gesundheitsamt bei Ihnen. Das Amt wird Ihren Gesundheitszustand für maximal 14 Tage in häuslicher Quarantäne beobachten. Es wird sich täglich bei Ihnen melden, um rasch zu handeln, falls Symptome auftreten. Gleichzeitig müssen Sie Ihre Kontakte stark einschränken, damit sich das Virus nicht weiterverbreiten kann.

 

3. Kann ich mich und meine Familie testen lassen?

Das Robert-Koch-Institut hält Empfehlungen und Downloads für sogenannte Kontaktpersonen bereit – zum Beispiel ein Kontakttagebuch, aber auch konkrete Tipps, was zu tun ist. Inzwischen bezahlen die Krankenkassen meist den Test auf das Coronavirus. Voraussetzung: Ein Arzt muss entscheiden, dass der Test erforderlich ist.

 

4. Wer kümmert sich um meine Kinder, wenn die Schule schließt?

Falls wegen Corona-Verdachts eine Schule oder eine Kita geschlossen wird, müssen sich die Eltern selbst um die Betreuung ihrer Kinder kümmern. Arbeitnehmer dürfen dann zu Hause bleiben und bekommen eigentlich ihr Gehalt weitergezahlt (§ 616 BGB). Dumm nur: Die Lohnfortzahlung ist aber je nach Arbeits- oder Tarifvertrag nicht immer garantiert, manchmal sogar explizit ausgeschlossen. Sprechen Sie in dieser Ausnahmesituation mit Ihrem Arbeitgeber – auch über das Abfedern der Situation durch Überstundenabbau und Homeoffice.

 

5. Was ist, wenn meine Kinder am Coronavirus erkrankt sind?

Steht das Kind selbst unter Quarantäne oder ist es erkrankt, haben gesetzlich Krankenversicherte Anspruch auf Kinderkrankengeld, sobald sie sich um ihr Kind kümmern. Wie viel Geld die Kasse pro Arbeitstag zahlt, richtet sich nach dem Einkommen. Es ist aber deutlich weniger als das reguläre Gehalt. Für jedes Kind unter zwölf Jahren bekommen Sie für höchstens zehn Arbeitstage Krankengeld – Alleinerziehende zwanzig Tage lang. Sie brauchen dazu eine ärztliche Bescheinigung. Aber sehr wahrscheinlich stehen Sie ohnehin mit Ihrem Kind unter Quarantäne.

 

Wieviel Lohnausgleich Sie in Quarantäne bekommen, was passiert, wenn Ihr Chef nicht zahlt oder Ihre Firma wichtige Lieferungen nicht mehr bekommt, lesen Sie in der Fortsetzung auf unserer Website.

Übrigens: Was das Coronavirus ansonsten für Ihre Finanzen bedeutet, lesen Sie hier.

 

Weitersagen
Email Mehr dazu
 
Schnäppchen der Woche

Angebote, Rabatte & Deals: Was unsere Redaktion für Sie entdeckt hat.

5 GB Handydaten mit LTE für 8 Euro

Für 8 Euro (statt 13 Euro) bietet der Handytarif-Discounter Winsim derzeit 5 Gigabyte Datenvolumen und eine Allnet-Flat an – im Netz von Telefónica (O2). Gegen 10 Euro Bereitstellungsgebühr können Sie später flexibel monatlich kündigen. Ohne Gebühr müssen Sie sich 24 Monate binden. Die Datenautomatik – also das kostenpflichtige Aufstocken, falls Ihr Volumen vergebraucht ist – sollten Sie abschalten.

Saturn: Geschenk zum Einkauf

Bei Saturn gibt es derzeit zu den Sonderangeboten noch ein kleines Geschenk dazu. Wir haben viele Preise überprüft: Oft war das eigentliche Angebot schon zum günstigsten Preis am Markt. Ansonsten war stets Angebot plus Geschenk im Vergleich sehr günstig. Lassen Sie sich aber nicht von den Wertangaben für die Geschenke irritieren, die liegen eher an der unverbindlichen Preisempfehlung des Herstellers als am Marktpreis.

Sinnvoll fanden wir zum Beispiel den Bluray-Player als Geschenk zum LG-Fernseher oder den Apple Pencil zum iPad. Auch die Asus-Grafikkarte mit „Call of Duty“ und Festplatte ergibt Sinn. Die Samsung-Waschmaschine gibt es zum Bestpreis (500 Euro), da kommt der 50-Euro-Coupon obendrauf.

Discoeat: Restaurant-Rabatt in drei Städten

Mit der App Discoeat bekommen Sie Rabatte in Restaurants, vor allem, wenn Sie außerhalb der Stoßzeiten essen gehen. Derzeit funktioniert die App in Berlin, Köln und London. In unserer Redaktion ist ein indisches Restaurant sehr beliebt, wo es beispielsweise 30 bis 40 Prozent Rabatt gibt – immer von 15 Uhr bis 18:30 Uhr. Am Abend sind es unter der Woche immerhin 10 Prozent.

Den Nachlass gibt es eigentlich nur auf das Essen, nicht auf Getränke. Finanztip-Leser bekommen mit dem Gutscheincode „discofinanz“ aber bis Ende April außerdem 5 Euro Zuschuss für Getränke. Dafür müssen Sie sich zunächst registrieren und den Code bei der Reservierung eingeben.

 
Depotwechsel: Wie Sie ETF-Bruchstücke verkaufen

1. Depotwechsel: Wie Sie ETF-Bruchstücke verkaufen

Seit ein paar Tagen erhebt der Broker Flatex eine Gebühr aufs Angesparte. Deshalb haben wir Ihnen vor zwei Wochen empfohlen, zu einem günstigeren Wertpapierdepot zu wechseln. Denn andere Anbieter kommen ohne laufende Gebühr aus: der Neuling Smartbroker*, die altgediente Onvista Bank sowie das Smartphone-Depot von Trade Republic*.

Es ist aber nicht immer leicht, ein altes Depot komplett leer zu räumen. Wenn Sie einen Sparplan haben, bekommen Sie fast immer ungerade ETF-Anteile. Denn Sie kaufen zu „runden“ Summen wie 25 Euro monatlich, bekommen aber „krumme“ Stückzahlen, etwa 0,71 Anteile eines ETF. Diese Bruchstücke lassen sich nicht übertragen, Sie müssen sie verkaufen.

5,90 Euro kostet das, wenn Sie die Anteile an die KAG zurückgeben (Kapitalanlagegesellschaft, also den ETF-Anbieter). Dazu wählen Sie beim Verkauf in der Flatex-App oder im Onlinebereich als „Handelsplatz“ die KAG aus. Übersteigt die Gebühr den Wert Ihres Bruchstücks, können Sie es Flatex auch schenken. Schreiben Sie dem Broker dann, dass er das Bruchstück „wertlos aus dem Depot ausbuchen“ soll und verzichten Sie auf alle Ansprüche.

Ein weiteres Problem haben manche Kunden, die ihr Depot zum günstigen Broker Trade Republic übertragen wollen. Trade Republic nimmt nur ETFs der Marke iShares an, dazu bestimmte einzelne Aktien. Wer ein Depot mit vielen Positionen hat, sollte eher zu Smartbroker oder zur Onvista Bank wechseln.

Weitersagen
Email Zum Ratgeber
 
Investieren in Immobilien: Vorsicht bei Crowdfunding

2. Investieren in Immobilien: Vorsicht bei Crowdfunding

Raus aus Aktien, denken sich manche angesichts des Coronavirus. Warum nicht Immobilien? Einige Crowdfunding-Plattformen werben derzeit mit 6 Prozent Rendite. Im Vergleich: Sichere Anlagen wie das Festgeldkonto bieten derzeit nicht einmal 1 Prozent.

Auf Plattformen wie Exporo oder Zinsbaustein investieren Sie zusammen mit vielen anderen in Bauprojekte. Am Ende der Laufzeit erhalten Sie das eingezahlte Geld plus hoher Verzinsung – so jedenfalls in der Theorie. Und Immobilien sind doch sicher, oder?

Der große Haken an der Sache: Sie können Ihr gesamtes Geld verlieren, wenn der Bauunternehmer pleitegeht, denn bei Ihrem Investment handelt es sich meist um ein sogenanntes Nachrangdarlehen. Im Insolvenzfall bekommen zuerst Banken und Handwerker ihr Geld, und Sie müssen sich hinten anstellen.

Höhere Zinsen bedeuten immer auch höheres Risiko. Am Aktienmarkt können Sie mit einfachen Indexfonds (ETFs) und einem langen Anlagehorizont die Risiken relativ gut minimieren. Beim Crowdfunding ist es schon schwierig, das Risiko überhaupt einzuschätzen. Wer trotzdem einen kleinen Teil seines Geldes investieren will, sollte es unbedingt auf mehrere Projekte verteilten.

Weitersagen
Email
 
Podcast Auf Geldreise

Anika hat sich Ihr Traumhaus gekauft! Dafür musste sie ganz schön kreativ werden. Wie sie das geschafft hat und an eine günstige Finanzierung gekommen ist, erzählt sie uns in der aktuellen Podcast-Folge.

Auf Apple Podcast anhören

Auf Spotify anhören

 
Santanders „1 Plus Visa Card“: Schlechte Karten am Auslandsautomaten

3. Santanders „1 Plus Visa Card“: Schlechte Karten am Auslandsautomaten

Lange Zeit haben wir die Kreditkarte „1 Plus Visa Card“ der Santander-Bank für Reisen empfohlen, weil sie vor allem im Ausland günstig ist. Aber das ändert sich: Santander verschlechtert zum 1. April für alle Neukunden seine Konditionen und stampft entscheidende Vorteile der Kreditkarte ein. Bestandskunden bekommen die Änderungen dann ab 1. Juli zu spüren. Damit wird sich auch die Position des zugehörigen Girokontos in unserem Finanztip-Vergleichsrechner verschlechtern.

Konto und Karte bleiben zwar kostenlos. In Zukunft können Sie mit der Kreditkarte aber nur noch vier Mal im Monat kostenlos Geld abheben, danach kostet Sie das mindestens 5,25 Euro. Zudem verlangt die Bank Fremdwährungsgebühren, wenn Sie mit der Karte in einer anderen Währung als Euro Geld abheben oder zahlen: 1,5 Prozent des Betrags.

Dazu fallen zwei bisherige Santander-Alleinstellungsmerkmale weg: Sie wird die Automatenentgelte nicht mehr ersetzen, die zum Beispiel in den USA oder Thailand anfallen. Außerdem halbiert sie den Tankrabatt auf maximal 2 Euro im Monat.

Immerhin gibt es noch vier Kreditkarten, mit denen Sie weltweit kostenlos Geld abheben können: Zum einen die Visacard der DKB*, die langfristig gebührenfrei bleibt, wenn mindestens 700 Euro pro Monat auf dem Girokonto eingehen. Zum anderen drei Karten mit Revolving-Funktion: Hanseatic Bank Genialcard*, Barclaycard Visa* und Payback Visa Flex. Hier müssen Sie darauf achten, Ihre Kartenrechnung stets vollständig zu begleichen, damit keine Kreditzinsen anfallen.

Weitersagen
Email Zum Ratgeber
 
Selbstständige: Entschädigung bei Corona-Quarantäne

4. Selbstständige: Entschädigung bei Corona-Quarantäne

Wenn Angestellte wegen Corona-Verdachts in Quarantäne kommen, zahlt der Arbeitgeber das Gehalt weiter. Doch was ist mit Selbstständigen? Natürlich muss für sie nicht ein Auftraggeber weiterzahlen – dafür springt aber der Staat ein. Sinkt das Einkommen durch Quarantäne, bekommen Selbstständige eine Entschädigung. So sieht es das Infektionsschutzgesetz (IfSG) vor.

Das Besondere daran: Wenn Sie dann tatsächlich am Coronavirus erkranken, haben Sie nach dem IfSG auch noch Anspruch auf Krankengeld (weil Sie ja weiter unter Quarantäne bleiben müssen.) Viele Gesundheitsämter sehen das anders, so dass Sie Ihren Anspruch möglicherweise anwaltlich durchsetzen müssen.

Die Höhe der Entschädigung wird nach den durchschnittlichen Einnahmen des letzten Jahres berechnet. Nach sechs Wochen sinkt sie auf die Höhe des gesetzlichen Krankengeldes. Voraussetzung für die Entschädigung: Das Gesundheitsamt hat die Isolation angeordnet. Einfach zu Hause bleiben, geht also nicht. Und wer daheim arbeiten kann, muss das auch tun.

Privatversicherte haben oft ein sogenanntes Krankentagegeld mitversichert. Oft ist aber die Karenzfrist vier Wochen und länger. Wenn Sie als Selbstständiger aufgrund des Coronavirus oder einer Quarantäne Krankengeld vom Staat kriegen, dann geht Ihr Anspruch auf Krankentagegeld automatisch auf den Staat über.

Sind Sie freiwillig bei einer gesetzlichen Krankenkasse versichert, bekommen Sie Krankengeld nach frühestens 15 Tagen. Die Corona-Erkrankung Covid-19 ist bei normalem Verlauf nach zwei Wochen durchgestanden.

Weitersagen
Email Zum Ratgeber
 
Auch wichtig: Teure Rufnummer-Mitnahme, nachhaltiger Dax, Musterklage gegen weitere Sparkasse

5. Auch wichtig: Teure Rufnummer-Mitnahme, nachhaltiger Dax, Musterklage gegen weitere Sparkasse

+++ Wer beim Tarifwechsel seine Handynummer zum neuen Anbieter mitnimmt, zahlt dafür bis zu 30 Euro. Der Bundesnetzagentur ist das deutlich zu teuer. Sie hält höchstens 6,82 Euro für angemessen und ermahnte die Firmen. Einige Anbieter versprachen, bis zum 20. April die Preise für die Mitnahme zu senken – darunter Telekom, Vodafone und EWE Tel. Gegen fünf andere Firmen, beispielsweise die O2-Mutter Telefónica oder 1&1 Drillisch, leitet die Behörde nun Verfahren ein. +++

 

+++ Die Deutsche Börse bietet seit gestern einen Index mit Fokus auf Nachhaltigkeit an: den DAX 50 ESG. Während beim altbekannten DAX 30 vor allem die größten AGs gelistet sind, spielen dort zusätzlich die Kriterien Umwelt, Soziales und gute Führung eine Rolle. Sichtbare Konsequenz: 7 der 30 DAX-Werte haben es nicht in den Nachhaltigkeits-Index geschafft. Darunter Eon und RWE. Finanztip meint: Erste Wahl für ein Depot sollte ein ETF auf einen deutlich breiter aufgestellten Index sein, am besten weltweit – wie der MSCI World. Der hat schon länger eine nachhaltige Variante. +++

 

+++ Die Verbraucherzentrale Sachsen hat eine Musterfeststellungsklage gegen die Sparkasse Zwickau eingereicht. Wer dort einen Prämien-Sparvertrag hat, kann sich seit dieser Woche ohne Kostenrisiko der Klage anschließen. Die Verbraucherschützer gehen davon aus, dass die Zinsen von der Sparkasse oft zu niedrig berechnet wurden. Zuvor hatten sie Musterklagen gegen die Erzgebirgssparkasse und gegen die Stadt- und Kreisparkasse Leipzig eingereicht. Auch diesen Klagen kann man sich noch anschließen. Aus Sicht der Verbraucherzentrale geht es pro Kunde im Schnitt um mehrere Tausend Euro zu wenig gezahlte Zinsen. +++

Weitersagen
Email
 
Video der Woche
Video der Woche

Anleihen und Rentenfonds: Diese galten lange als sichere Geldanlage – wie sie funktionieren und ob sie noch sinnvoll sind.

 
Punkt für Punkt: Was der Diesel-Vergleich mit VW taugt

Punkt für Punkt: Was der Diesel-Vergleich mit VW taugt

Jetzt gibt es für viele Diesel-Betrugsopfer doch eine Entschädigung. Volkswagen hat sich mit dem Verbraucherverband VZBV Ende Februar außergerichtlich geeinigt, nachdem die Richter am Oberlandesgericht Braunschweig nochmal Druck gemacht hatten (unten im Bild die Auftaktsitzung im September).

Rund 260.000 Verbraucher sollen zwischen 1.350 und 6.257 Euro bekommen – die Musterfeststellungsklage ist damit vom Tisch. Die Abwicklung des Vergleichs übernimmt Volkswagen. Der VZBV hat damit nichts mehr zu tun. Sollten Sie das Angebot annehmen? Oder auf eigene Faust weiter klagen?

Finanztip beantwortet die neun wichtigsten Fragen:

 

1. Wer bekommt eine Entschädigung?

Geld könnten alle bekommen, die sich wegen ihres manipulierten Diesels vom Typ EA 189 zur Musterklage angemeldet haben. Das waren rund 440.000 Verbraucher. Wichtig ist allerdings das Kaufdatum: Sie müssen das Fahrzeug vor dem 1. Januar 2016 gekauft haben; im September 2015 wurde der Abgasskandal erstmals bekannt. Weiter gilt der Vergleich nur für diejenigen, die beim Kauf ihren Wohnsitz in Deutschland hatten. Sie dürfen natürlich auch noch kein rechtskräftiges Urteil erstritten oder einen anderweitigen Vergleich abgeschlossen haben.

 

2. Müssen Sie den Diesel noch besitzen?

Es ist nicht entscheidend, ob Sie Ihren Diesel bereits weiterverkauft haben – sie müssen aktuell also nicht mehr Eigentümer sein. Das ist eine entscheidende Verbesserung zum Direktvergleich, den der Konzern vor ein paar Wochen angeboten hatte. Sie müssen zwar die Kopie der Zulassungsbescheinigung Teil II (Fahrzeugbrief) an Volkswagen übermitteln, können den Kauf aber auch durch die Kopie des Kaufvertrags nachweisen, so der VZBV.

3. Wie viel Entschädigung gibt es?

VW will insgesamt rund 830 Millionen Euro zahlen. Das soll einer durchschnittlichen Einmalzahlung von 14,9 Prozent des Kaufpreises entsprechen. Wie viel jeder Einzelne konkret bekommt, hängt von zwei Faktoren ab: Fahrzeugtyp und Alter des Fahrzeugs. Es kommt dagegen nicht auf die gefahrenen Kilometer an, die viele Gerichte oft gegenrechnen.

 

4. Ist die Vergleichssumme angemessen?

Der VZBV bewertet das Angebot von Volkswagen zwar als „nicht großzügig“, es liege aber im Rahmen der bisher von Gerichten gewährten Entschädigungen. Da jeder Fall anders ist, kann Finanztip keine pauschale Empfehlung abgeben: Annehmen sollten Sie das Vergleichsangebot tendenziell, wenn Sie nicht rechtsschutzversichert sind, das Auto schon viel gefahren haben und es behalten wollen.

 

5. Kann es sich lohnen, trotz Vergleichsangebot zu klagen?

Es ist durchaus möglich, dass Sie mit einer eigenen Klage eine höhere Entschädigung rausholen können. Stark verbessern würde sich Ihre Position, wenn das für Sie zuständige Gericht üblicherweise keine Nutzungsentschädigung für die gefahrenen Kilometer abzieht. Das sehen bisher aber nur einige Gerichte so. Beachten Sie außerdem: Wenn Sie auf eigene Faust klagen und gewinnen, müssen Sie das Fahrzeug in aller Regel zurückgeben.

 

6. Bis wann muss ich mich entscheiden?

Für weitere Details will Volkswagen die in der Musterklage angemeldeten Personen anschreiben. Bis Ende März soll ein Abwicklungstool bereitstehen, in das Sie Ihre Daten eingeben müssen, um ein Vergleichsangebot zu bekommen. Die Frist für die Annahme des Angebots läuft am 20. April 2020 ab.

Wir werden bis dahin beobachten, ob sich noch Alternativen zum Vergleich ergeben. Wer sich für den Vergleich entscheidet, bekommt die Einmalzahlung innerhalb von zwölf Wochen von Volkswagen.

 

Wie Sie ein Vergleichsangebot anwaltlich prüfen lassen können, und wie Sie zu Ihrem Recht kommen, wenn Sie kein Vergleichsangebot erhalten, das lesen Sie in der Fortsetzung auf unserer Website.

Weitersagen
Email Mehr dazu
 
 

Folgen Sie uns auch auf

Folgen

@Finanztip

 
Zahl der Woche
... müssen Betroffene maximal zur Vorsorge-Quarantäne zu Hause unter Beobachtung bleiben, wenn sie Kontakt zu einem bestätigten Corona-Infizierten hatten.
Weitersagen
Twitter Button Facebook Button
Mehr dazu
 
Das Beste von Finanztip
Ratgeber-Empfehlungen der Redaktion
Ratgeber-Empfehlungen der Leser
aktuelle Diskussion aus der Community
Finanztip in den Medien
Dienstag, 10. März, Hermann-Josef Tenhagen bei MDR um vier
Freitag, 13. März, Hermann-Josef Tenhagen bei Radioeins
Die wichtigsten Finanztip-Empfehlungen
In den folgenden Tabellen haben wir für Sie unsere aktuellen Empfehlungen zusammengestellt. Diese enthalten Werbelinks, über die Sie direkt zur Empfehlung gelangen – und für die Finanztip in manchen Fällen eine Vergütung erhält. Unsere Auswahl erfolgt rein redaktionell und zu 100 Prozent unabhängig.
Tagesgeld
Angebote mit Zinsgarantie (nur für neue Kunden)
0,45 % p.a.
für 3 Monate
die besten regulären Angebote (für alle Kunden)
TF Bank
0,35 % p.a.
Cosmosdirekt
0,31 % p.a.
dauerhaft gute Angebote (seit mind. 12 Monaten gute Zinsen)
TF Bank
0,35 % p.a.
0,25 % p.a.
0,25 % p.a.
Festgeld
bis 12 Monate
0,9 % p.a.
0,6 % p.a.
bis 24 Monate
0,9 % p.a.
0,7 % p.a.
Sberbank Direct
0,7 % p.a.
bis 36 Monate
0,9 % p.a.
Girokonto
Santander
Consorsbank
Wertpapierdepot
Die besten Depots bei Onlinebanken
Die günstigsten Depots
Baufinanzierungs-Vermittler
Stromtarif-Wechsel
Gastarif-Wechsel
Handytarife
Prepaid-Tarife
Lidl Connect Smart XS* (Vodafone-Netz)
Allnet-Flat
Lidl Connect Smart S* (Vodafone-Netz)
Fluggastentschädigung
Rechtshelfer
Claim Flights
Sofort-Entschädigung
EUFlight
Riester-Fondssparplan
DWS Toprente (mit Rabatt)
Deka Zukunftsplan Classic
Uniprofirente Select (Fonds: Uniglobal II)
Makler BU-Versicherung
Buforum 24
Zeroprov
Dr. Schlemann unabhängige Finanzberatung
Lebensversicherung
beleihen
SWK Bank
verkaufen
 

Bildrechte:
Flughafen Hamburg: Bodo Marks / dpa -- Depotwechsel: Richard Drew / AP, dpa -- Baustelle in Berlin: querbeet / GettyImages -- Anja und Anika: Finanztip -- Santander: RapidEye / GettyImages -- Selbstständige: AleksandarNakic / GettyImages -- Rufnummernmitnahme: MStudioImages / GettyImages -- Video der Woche: Finanztip -- Volkswagen: David Hutzler / dpa -- Musterfeststellungsklage: Hauke Christian Dittrich / dpa.

* Was der Stern bedeutet:

Wir wollen mit unseren unabhängig recherchierten Empfehlungen möglichst viele Menschen erreichen und ihnen mehr finanzielle Freiheit ermöglichen. Daher sind unsere Inhalte kostenlos im Internet verfügbar. Unsere aufwendige redaktionelle Arbeit finanzieren wir so:

Unsere unabhängigen Experten untersuchen regelmäßig Produkte und Dienstleister. Nur wenn sie dann ein besonders verbraucherfreundliches Angebot empfehlen, kann der entsprechende Anbieter einen Link zu diesem Angebot setzen lassen. Solche Links kennzeichnen wir mit einem Sternchen (*). Geld erhalten wir, wenn Sie diesen Link z.B. klicken oder beim Anbieter dann einen Vertrag abschließen. Ob und in welcher Höhe uns ein Anbieter vergütet, hat keinerlei Einfluss auf unsere Empfehlungen. Was Ihnen unsere Experten empfehlen, hängt allein davon ab, ob ein Angebot gut für Sie als Verbraucher ist.

Mehr zu unserer Arbeitsweise lesen Sie hier.