Kran­ken­kas­senvergleich

So findest Du die passende Kran­ken­kas­se

Julia Rieder
Expertin für Versicherungen
05. Juli 2021
Das Wichtigste in Kürze
  • Die Leistungen der gesetzlichen Kran­ken­kas­sen sind weitestgehend gleich.
  • Unterschiede gibt es beim Service, den Zusatzleistungen und beim Beitrag. Auch im Umgang mit ihren Kunden unterscheiden sich die Kassen. Etwa dann, wenn sie unkompliziert Leistungen bewilligen. Oder eben nicht.
  • 2021 haben viele Kran­ken­kas­sen ihren Beitrag erhöht. Wenn Du schon zwölf Monate bei Deiner bisherigen Kasse bist, kannst Du jederzeit kündigen.
So gehst Du vor
  • Entscheide Dich für die Kran­ken­kas­se, die Dir mit Blick auf Service, freiwillige Zusatzleistungen und Beitrag am meisten zusagt.
  • In unserem Kran­ken­kas­senvergleich im Januar 2021 haben wir 30 Leistungen untersucht. Insgesamt am besten abgeschnitten haben IKK Classic, HEK, SBK, BKK24 und BKK VBU.
  • Ist Dir ein einzelner Bereich wie Service oder Vorsorge besonders wichtig? Dann kannst Du mit unserer sortierbaren Tabelle herausfinden, welche Kasse darin punkten konnte. Die Tabelle zeigt auch, welchen Beitrag die Kassen 2021 verlangen.
  • Die günstigste Kasse in Deinem Bundesland findest Du in unserer Liste.

Für Millionen von Versicherten ist die Kran­ken­kas­se 2021 teurer geworden. Viele große Kassen, darunter die TK, Barmer und einige AOKs, haben zum Jahreswechsel deutlich die Beiträge erhöht. Das musst Du aber nicht hinnehmen. Falls Du mit dem Service, den freiwilligen Zusatzleistungen oder der Höhe des Beitrags Deiner Kasse unzufrieden bist, kannst Du wechseln. Wer dabei clever vorgeht, kann mitunter einen dreistelligen Betrag pro Jahr sparen und sich außerdem die Kasse mit den individuell passenden Leistungen aussuchen.

Wann lohnt sich ein Vergleich?

Wenn Du unzufrieden bist mit Deiner bisherigen gesetzlichen Kran­ken­kas­se, solltest Du Dich nach einem neuen Anbieter umschauen – etwa mithilfe unseres Kassenvergleichs. Grundsätzlich kann jeder Versicherte seine Kran­ken­kas­se wechseln. Gesetzliche Kran­ken­ver­si­che­rungen dürfen niemanden ablehnen. Erhöht Deine Kasse den Zusatzbeitrag, hast Du zudem ein Son­der­kün­di­gungs­recht.

Grundsätzlich gibt es drei Gründe, die Kasse zu wechseln:

Du findest Deine bisherige Kasse zu teuer

Der allgemeine Beitragssatz der gesetzlichen Kran­ken­ver­si­che­rung (GKV) liegt bei 14,6 Prozent des Bruttoeinkommens. Dazu kommt je nach Kran­ken­kas­se ein Zusatzbeitrag. Der durchschnittliche Zusatzbeitrag liegt 2021 bei 1,3 Prozent. Einige Kassen verlangen mehr, andere hingegen sind deutlich günstiger. Die Höhe der Zusatzbeiträge aller Kassen findest Du in einer Liste des GKV-Spitzenverbands.

Seit 2019 zahlen Arbeitnehmer und Rentner nur noch die Hälfte des Zusatzbeitrags. Die andere Hälfte übernimmt der Arbeitgeber beziehungsweise die gesetzliche Ren­ten­ver­si­che­rung. Dadurch lohnt es sich nicht unbedingt, die Kasse nur des Geldes wegen zu wechseln.

Ein Beispiel: Du bist angestellt, verdienst 2.000 Euro brutto im Monat und wechselst von einer Kasse mit durchschnittlichem Zusatzbeitrag (1,3 Prozent im Jahr 2021) zur günstigsten bundesweiten Kasse. Dann zahlst Du rund 109 Euro weniger im Jahr. Angestellte mit einem Monatsbrutto von 4.837,50 Euro (Beitragsbemessungsgrenze für 2021) oder mehr zahlen jährlich knapp 264 Euro weniger. Die tatsächliche Ersparnis fällt allerdings geringer aus. Denn wer Kran­ken­kas­senbeiträge spart, muss mehr Steuern zahlen.

Wenn Dir der Beitrag besonders wichtig ist, kannst Du Dir mit unserer Liste der günstigsten Kassen je Bundesland einen neuen Versicherer suchen.

Du möchtest Zusatzleistungen, die zu Dir passen

Finanziell mehr rausholen kannst Du auch, indem Du Dir eine Kran­ken­kas­se mit Zusatzleistungen aussuchst, die für Dich interessant sind. Impfungen für eine Fernreise in die Tropen können schnell einige Hundert Euro kosten. Zahlt die Kasse dann auch noch die Zahnreinigung, die Du jedes Jahr in Anspruch nimmst und gibt 100 Euro zu dem Sportkurs dazu, den Du ohnehin bald machen wolltest, kann sich das richtig lohnen. Das gilt natürlich nur, wenn Du die Zusatzleistungen auch wirklich nutzt.

Allerdings ist das Angebot nicht in Stein gemeißelt. Eine Kasse kann Zusatzleistungen jederzeit streichen. Ein Son­der­kün­di­gungs­recht gibt es dann nicht. Ein solches hast Du nur, wenn die Kran­ken­kas­se den Zusatzbeitrag erhöht.

Du bist unzufrieden mit Service und Leistungsbereitschaft Deiner Kasse

Wie gut eine Kran­ken­kas­se tatsächlich ist, zeigt sich oft erst im Ernstfall. Bekommst Du kompetente Auskünfte von der Kasse? Musst Du lange kämpfen, bevor Dir die Versicherung eine Kur oder einen passenden Rollstuhl bewilligt? Viele Leistungen der gesetzlichen Kran­ken­ver­si­che­rung sind zwar gesetzlich festgelegt, die Kasse muss sie aber erst genehmigen. Wie schnell eine Kasse den Antrag auf eine Reha oder eine Psychotherapie bearbeitet und wie häufig sie solche Leistungen überhaupt bewilligt, kann sich je nach Anbieter deutlich unterscheiden.

Die Unabhängige Patientenberatung hat in den vergangenen Jahren mehrfach bemängelt, Kassen würden nicht immer ausreichend begründen, warum sie Leistungsanträge ablehnen, und irreführende Schreiben zu Widersprüchen von Versicherten verschicken. 

Leider lässt sich nur schwer vergleichen, wie Kassen mit ihren Kunden umgehen. Zwar sammeln verschiedene Behörden und Ministerien Zahlen zu Beschwerden und Widersprüchen. Diese werden jedoch nicht für einzelne Kassen veröffentlicht. Aus diesem Grund haben wir die Kran­ken­kas­sen für unseren Vergleich nicht nur nach Service und Zusatzleistungen gefragt, sondern ihnen auch 26 Fragen zu Leistungsverhalten und Transparenz gestellt, etwa zu Widerspruchszahlen, Sozialgerichtsverfahren gegen Versicherte und der Bewilligung von Leistungsanträgen. Außerdem haben wir überprüft, ob sie solche Informationen auf ihrer Website öffentlich zugänglich machen und Versicherte dort über deren Wi­der­spruchs­recht informieren.

Das ernüchternde Ergebnis: Von 14 teilnehmenden Kran­ken­kas­sen haben nur sieben unsere Fragen zu diesem Themenkomplex ausführlich beantwortet. Fünf Kassen wollten überhaupt nicht an unserem Vergleich teilnehmen – deutlich mehr als in den Vorjahren. Wir werten die Angaben der Kassen aus und informieren Dich weiter zu dem Thema.

Mangels offizieller Statistiken bleibt erstmal jedoch nur eins: Andere nach ihren Erfahrungen fragen. Hör Dich also bei Freunden und Bekannten um, wie zufrieden die mit ihrer Kran­ken­kas­se sind und welche Hilfestellungen sie in schwierigen Situationen von ihr bekommen haben. Und teile Deine Erfahrungen mit anderen Finanztip-Lesern, damit sie bei ihrer Entscheidung für den richtigen Anbieter davon profitieren können.

Ganz wichtig: Wenn die Kasse eine Leistung ablehnt, lass Dich nicht entmutigen. Wie Du wirksam gegen Deine Kran­ken­kas­se vorgehst, erklären wir in unserem Ratgeber Widerspruch einlegen.

Wie unterscheiden sich gesetzliche Kran­ken­kas­sen?

Die gesetzliche Kran­ken­ver­si­che­rung ist eine wichtige Säule des deutschen Gesundheitssystems. Viele Arbeitnehmerinnen, Auszubildende und Rentner sind pflichtversichert in der GKV, alle anderen können wählen, ob sie sich gesetzlich oder privat krankenversichern. Der Umfang der medizinischen Versorgung ist bei den Kran­ken­kas­sen gesetzlich vorgegeben und daher bei allen Anbietern weitestgehend gleich. Die Versicherung deckt sämtliche lebenswichtigen medizinischen Bereiche ab.

Nur in drei Bereichen sind die gesetzlichen Kran­ken­ver­si­che­rungen freier: Wie sie ihren Service ausgestalten, beim Umfang der Zusatzleistungen wie Reiseimpfungen oder Homöopathie und bei der Höhe des Zusatzbeitrags.

Diese Bereiche haben wir für unseren Test untersucht 

Für unseren Kran­ken­kas­senvergleich haben wir die freiwilligen Leistungen in folgenden Bereichen verglichen:

Service - Wie gut der Service einer Kran­ken­ver­si­che­rung wirklich ist, zeigt sich meist erst im Krankheitsfall. Doch es gibt ein paar harte Fakten, die wenigstens auf den Umfang des Serviceangebots schließen lassen. So gibt es Kassen mit ausgedehntem Filialnetz, andere setzen auf Digitalisierung und ermöglichen es Kunden, Dokumente über eine App einzureichen oder abzurufen. Weitere freiwillige Services der Kassen sind zum Beispiel eine medizinische Telefonberatung rund um die Uhr oder Hilfe bei der Vermittlung von Fach­arzt­termi­nen.

Vorsorge - Viele Vorsorgeuntersuchungen wie das Hautkrebs-Screening werden eigentlich erst ab einem gewissen Alter bezahlt. Einige Kassen erstatten sie jedoch schon früher. Außerdem zahlen viele gesetzliche Kran­ken­ver­si­che­rungen ganz oder teilweise die für bestimmte Länder notwendigen Reiseimpfungen. Auch Kurse für Sport oder Stressabbau gehören zum Programm vieler Kassen, ebenso wie ein Zuschuss zur professionellen Zahnreinigung.

Familie - Für Schwangere und Familien haben viele Kassen Zusatzleistungen. Diese reichen von Zuschüssen für die teure künstliche Befruchtung über Hebammenrufbereitschaft bis zu zusätzlichen Impfungen oder Vorsorgeuntersuchungen für Kinder und Jugendliche.

Alternative Medizin - Dass eine Kasse homöopathische Behandlungen unterstützt, ist fast schon die Regel. Meist müssen die aber durch einen zugelassenen Arzt erfolgen. Andere Naturheilverfahren werden eher selten gefördert. Für osteopathische Behandlungen übernehmen einige Kassen einen Teil der Kosten. Wie viel sie erstatten, variiert jedoch deutlich.

Transparenz - Kran­ken­kas­sen unterscheiden sich deutlich darin, wie häufig und problemlos sie Leistungen wie Kuren oder Rollatoren bewilligen oder wie schnell sie Anträge bearbeiten. Das zeigen Studien, etwa die des IGES Instituts. Öffentliche Statistiken dazu, welche Kasse wie gut abschneidet, gibt es jedoch nicht. Wir haben uns deshalb angeschaut, ob Kassen solche Informationen veröffentlichen und wie umfassend sie Versicherte auf ihrer Website über deren Wi­der­spruchs­recht bei abgelehnten Leistungen informieren. 

Auch in diesen Punkten gibt es Unterschiede

Neben den Aspekten, die wir für unseren Kran­ken­kas­senvergleich betrachten, gibt es weitere Bereiche, in denen sich Kran­ken­kas­sen unterscheiden.

Wahltarife - Die meisten Kassen bieten Wahltarife an, in denen Versicherte entweder Bei­trags­rück­er­statt­ungen oder spezielle Leistungen erhalten können. Diese Tarife haben meist eine Mindestlaufzeit von einem bis drei Jahren. Abgesehen vom Krankengeld gilt aber auch bei diesen Tarifen ein Son­der­kün­di­gungs­recht, falls die Beiträge steigen.

Bonusprogramme - Von vielen Kassen bekommen Mitglieder einen Bonus, wenn sie bestimmte Anforderungen erfüllen. Die Voraussetzungen können ganz unterschiedlich sein: Oft belohnen Versicherungen Nichtraucher und regelmäßige Schutzimpfungen, andere setzen ihren Schwerpunkt auf Sport.

Die Spanne der Boni bewegt sich von 10 Euro pro Anforderung bis hin zu mehreren Hundert Euro für eine ganze Reihe von Maßnahmen. Manche Kran­ken­kas­sen loben den Bonus auch in Form von Sachprämien oder Zuschüssen zu medizinischen Leistungen aus. Meist gibt es ein Bonusheft, in das der Arzt entsprechende Bestätigungen eintragen muss. Das schickst Du dann an die Kasse.

Hilfsmittel - Viele Kassen erstatten bei bestimmten Erkrankungen oder für bestimmte Gruppen zusätzliche Leistungen. Dazu zählen beispielsweise die Übernahme von Kosten für spezielle Blutzuckermesssysteme oder Anzüge für Kinder mit Neurodermitis, die das Kratzen verhindern sollen.

Falls Dir ganz bestimmte Leistungen wichtig sind, solltest Du gezielt bei den Kran­ken­kas­sen danach fragen und Dir vor einem Wechsel schriftlich bestätigen lassen, dass die Kasse die Kosten übernimmt.

Du suchst eine leistungsstarke Kran­ken­kas­se?

So lief unser Kran­ken­kas­senvergleich 2021 ab
14 Kran­ken­kas­sen

Wir haben 14 leistungsstarke, bundesweit zugängliche Kassen untersucht.

30 Kriterien

Verglichen haben wir Serviceangebot, Zusatzleistungen und Transparenz.

5 Empfehlungen

IKK Classic, HEK, SBK, BKK24 und BKK VBU schnitten im Preis-Leistungsvergleich am besten ab.

Diese Kassen boten im Vergleich 2021 die besten Leistungen

Finanztip hat im Januar 2021 die Leistungen von 14 leistungsstarken Kran­ken­kas­sen verglichen. Wir haben bundesweit geöffnete Kassen untersucht, die sich durch ein breites Angebot an Zusatzleistungen auszeichnen. Wie wir beim Vergleich genau vorgegangen sind, erfährst Du am Ende dieses Artikels.

Neben den bundesweiten Kran­ken­kas­sen gibt es auch Anbieter, die nur regional begrenzt aktiv sind. Als gesetzlich Versicherter darfst Du in jede Kasse eintreten, die in dem Bundesland geöffnet ist, in dem Du entweder wohnst oder arbeitest. In Deiner Region kann es daher unter den BKKs, IKKs und AOKs Kran­ken­kas­sen geben, die mit unseren Empfehlungen mithalten können. Bei Interesse solltest Du die Leistungen dieser Kassen mit unseren Empfehlungen vergleichen.

Willst Du dagegen vor allem sparen, dann kannst Du in unserer Liste nach der günstigsten Kasse in Deinem Bundesland suchen.

Für unseren Kran­ken­kas­senvergleich 2021 haben wir das Angebot verschiedener Kassen anhand von 30 Merkmalen aus den Bereichen Service, Familienleistungen, Vorsorge, alternative Heilmethoden und Transparenz bewertet. Wir empfehlen IKK ClassicHEK, SBK, BKK24 und BKK VBU. Diese fünf Kassen boten zum Testzeitpunkt ein starkes Leistungsspektrum zu einem moderaten Beitrag. Zum 1. Juli hat die BKK VBU ihren Zusatzbeitrag erhöht. Da sie in den Bereichen Familie und alternative Heilmethoden jedoch die höchst Punktzahl sammeln konnte, gehört sie weiter zu unseren Empfehlungen.

Viactiv und Energie-BKK erzielten ebenfalls eine starke Gesamtwertung, allerdings verlangen sie einen überdurchschnittlich hohen Beitrag und waren in keinem Teilbereich bedeutend stärker als die günstigeren Kassen aus der Spitzengruppe unserer Untersuchung. Deshalb haben wir die Viactiv und Energie-BKK nicht in den engeren Kreis unserer Empfehlungen aufgenommen.

Ist Dir ein einzelner Bereich wie Service oder Vorsorge besonders wichtig, kannst Du mit unserer sortierbaren Tabelle herausfinden, welche Kassen darin besonders gut waren.

Diese Kassen haben am besten abgeschnitten

In unserem Vergleich erzielte die IKK Classic wie bereits im Vorjahr das beste Gesamtergebnis. Sie bot über alle von uns untersuchten Bereiche hinweg ein breites Leistungsspektrum und beantwortete alle unsere Fragen zu Widerspruchszahlen und Leistungsablehnungen. Ihr Beitrag entspricht mit 15,9 Prozent dem Durchschnitt für das Jahr 2021. Einzelheiten zum Leistungsangebot findest Du in unserem Artikel zur IKK Classic.

IKK Classic
Bestes Ergebnis im Kran­ken­kas­senvergleich
  • erreichte 78 % in unserem Leistungsvergleich
  • starke Zusatzleistungen besonders bei Schwangerschaft, für Kinder und Sport
  • 15,9 % Beitragssatz
  • weniger stark bei zusätzlicher Krebsfrüherkennung

Die Hanseatische Kran­ken­kas­se, kurz HEK, landete in unserem Vergleich auf dem zweiten Platz. Sie zeigte in unserer Untersuchung ein umfassendes Leistungsangebot, mit einer Stärke im Bereich Vorsorge. Daten zu unseren Fragen rund um Widersprüche, Sozialgerichtsverfahren und Leistungsablehnungen wollte uns die HEK hingegen nicht zur Verfügung stellen. Ihr Beitragssatz liegt bei 15,9 Prozent. Details zum Leistungsangebot findest Du in unserem Artikel zur Hanseatischen Kran­ken­kas­se.

HEK
Zweiter Platz im Kran­ken­kas­senvergleich
  • erreichte 73 % in unserem Leistungsvergleich
  • starke Zusatzleistungen besonders bei Krebsfrüherkennung, Impfungen und für Kinder
  • 15,9 % Beitragssatz
  • weniger stark bei Schwangerschaftsvorsorge
  • veröffentlicht keine Zahlen zu Widersprüchen oder Leistungsablehnungen

Die Siemens-Betriebskrankenkasse, kurz SBK, gehört in diesem Jahr erstmals zu unseren Empfehlungen. Sie schnitt besonders in den Bereichen Service und Transparenz sehr gut ab. Bei den Leistungen rund um Schwangerschaft und Kinder waren hingegen andere Kassen stärker. Die SBK verlangt einen Gesamtbeitrag von 15,9 Prozent. Einen Überblick über die untersuchten Zusatzleistungen bietet unser Artikel zur SBK.

SBK
Stark bei Service und Transparenz
  • erreichte 71 % in unserem Leistungsvergleich
  • sehr gute Ergebnisse im Bereich Service und Transparenz
  • 15,9 % Beitragssatz
  • weniger stark bei Zusatzleistungen für Schwangere und Kinder sowie alternativer Medizin

Die BKK24 ist mit 15,6 Prozent Beitrag die günstigste Kasse unter unseren Empfehlungen. Sie ist außerdem interessant für Menschen, die Wert auf alternative Heilmethoden legen. In diesem Bereich gehörte die BKK24 zu den Spitzenreitern. Unsere Fragen zu Leistungsablehnungen, Widersprüchen und Gerichtsprozessen gegen Versicherte beantwortete die BKK24 umfangreich. Mehr zu den Zusatzleistungen dieser Kasse liest Du im Detailartikel zur BKK24.

BKK24
Günstige Kasse mit Stärken bei Alternativmedizin
  • erreichte 70 % in unserem Leistungsvergleich
  • starke Zusatzleistungen bei alternativen Heilmethoden und Sport
  • 15,6 % Beitragssatz
  • weniger stark bei zusätzlicher Krebsfrüherkennung

Die BKK VBU gehörte ebenfalls zur Spitzengruppe unseres Vergleichs und erzielte in den Bereichen Familie und alternative Heilmethoden die beste Wertung in unserer diesjährigen Untersuchung. Unsere Fragen zu Leistungsablehnungen und Widersprüchen beantwortete die BKK VBU umfassend. Beim Serviceangebot schnitten andere Kassen hingegen deutlich stärker ab. Die BKK VBU hat zum 1. Juli 2021 ihren Beitragssatz auf 16,2 Prozent erhöht und gehört damit zu den vergleichsweise teuren Kran­ken­kas­sen. Alle Zusatzleistungen im Detail findest Du in unserem Artikel zur BKK VBU.

BKK VBU
Stark bei Familie und Alternativmedizin
  • erreichte 70 % in unserem Leistungsvergleich
  • starke Zusatzleistungen für Schwangere und Kinder sowie alternative Heilmethoden
  • 16,2 % Beitragssatz
  • weniger stark beim Serviceangebot
Nur beim Anbieter abschließbar

Du hast bereits die richtige Kran­ken­kas­se für Dich gefunden?
Dann hilf mit!

Unterstütze andere bei der Wahl der richtigen Kran­ken­kas­se, indem Du Deinen persönlichen Erfahrungsbericht mit anderen Nutzern teilst.

Jetzt Kran­ken­kas­se bewerten
 

Wie findest Du die beste Kran­ken­kas­se für Dich?

Mit IKK Classic, HEK, SBK, BKK24 und BKK VBU empfehlen wir Kran­ken­kas­sen mit einem breiten Leistungsspektrum über alle 30 Kriterien unseres Tests hinweg. In einzelnen Bereichen haben aber andere Kassen ähnlich gut abgeschnitten.

Die Details unseres Vergleichs zeigt die untenstehende Tabelle. Die Kran­ken­kas­sen haben wir absteigend nach der Gesamtwertung sortiert. Sind Dir bestimmte Themen wie Vorsorge oder alternative Heilmethoden besonders wichtig, kannst Du die Sortierfunktion der Tabelle nutzen, um die Kassen ganz oben zu sehen, die in einem bestimmten Bereich am besten abgeschnitten haben. Wenn Du beispielsweise im Tabellenkopf zweimal auf das Dreiecksymbol neben „Familie“ klickst, erscheint die Kasse mit der besten Wertung in dieser Kategorie ganz oben. Möchtest Du hingegen die günstigste Kasse in unserem Vergleich ganz oben sehen, klickst Du zweimal auf das Symbol neben „Beitrag“.

Ergebnisse des Kran­ken­kas­senvergleichs 2021 in Prozent

KasseGesamtBeitragServiceFamilieVorsorge

Alternative

Medizin

Transparenz
IKK Classic7815,97485748675
HEK7315,981678275 25
Viactiv7216,27972636491
Energie-BKK17116,066980708250
SBK7115,997356657100
BKK247015,674676710050
BKK VBU17015,9350907210050
Pronova BKK6716,17763685750
HKK6514,99705081930
BKK Firmus6215,044596781570

TK2

6115,8100374828225
Barmer5516,1975844290
Big Direkt5515,9675362570
Salus BKK5316,05694269290

1 Diese Kassen korrigierten nach Abschluss der Untersuchung Angaben in unseren Fragebögen. Wir haben die nachgemeldeten Angaben geprüft und im Anschluss die Gesamtwertung angepasst. 
2 Im April 2021 hat die Techniker Kran­ken­kas­se verbesserte Impf-Leistungen in ihre Satzung aufgenommen. Da dies drei Monate nach Abschluss unseres Vergleichs erfolgte, haben wir die Bewertung nicht rückwirkend angepasst. Details findest Du in unserem Text zur TK.
Werte gerundet
3 Beitragssatz zum Zeitpunkt des Test. Zum 1. Juli 2021 hat die BKK VBU ihn auf 16,2 Prozent erhöht.
4 Beitragssatz zum Zeitpunkt des Test. Zum 1. Juli 2021 hat die BKK Firmus ihn auf 15,44 Prozent erhöht.
Quelle: Finanztip-Erhebung (Stand: 2. Februar 2021)

Die günstigste Kran­ken­kas­se je Bundesland

Sparfüchse, denen es nur auf den Beitrag ankommt, können auch zur günstigsten regionalen Kasse wechseln. Versicherte dürfen in jede Kasse eintreten, die in dem Bundesland geöffnet ist, in dem sie entweder wohnen oder arbeiten.

Die HKK bleibt 2021 die günstigste bundesweit geöffnete Kasse. Ihre Mitglieder zahlen 14,99 Prozent vom Brutto. Günstiger weg kommst Du nur in Hamburg und Nordrhein-Westfalen. Dort verlangt die regionale BKK Euregio 14,95 Prozent Beitrag. Ähnlich niedrig ist der Beitrag bei der BKK Pfaff aus Rheinland-Pfalz.

Die günstigsten Kran­ken­kas­sen 2021 nach Bundesland

BundeslandKasseBeitrag 2021
Baden-WürttembergHKK14,99 %
BayernHKK14,99 %
BerlinHKK14,99 %
BrandenburgHKK14,99 %
BremenHKK14,99 %
HamburgBKK Euregio14,95 %
HessenHKK14,99 %
Mecklenburg-VorpommernHKK14,99 %
NiedersachsenHKK14,99 %
Nordrhein-WestfalenBKK Euregio14,95 %
Rheinland-PfalzHKK14,99 %
 BKK Pfaff15 %
SaarlandHKK14,99 %
SachsenHKK14,99 %
Sachsen-AnhaltHKK14,99 %
Schleswig-HolsteinHKK14,99 %
ThüringenHKK14,99 %

Quelle: Auskunft der Anbieter (Stand: 1. Juni 2021)

Wie funktioniert der Kran­ken­kas­senwechsel?

Die gesetzliche Kran­ken­ver­si­che­rung darf niemanden ablehnen. Du kannst also auch im Alter oder wenn Du krank bist, die Kasse wechseln. In solchen Fällen gilt aber zu beachten: Für sogenannte Hilfsmittel wie Krücken oder Windelhosen hat jede Kran­ken­kas­se einen eigenen Vertrag mit den Herstellern ausgehandelt. Solltest Du die Kasse wechseln, kann es daher sein, dass Du Deine gewohnten Hilfsmittel nicht mehr beziehen kannst, sondern die eines anderen Herstellers nehmen musst.

Ansonsten ist der Wechsel in eine andere Kran­ken­kas­se unkompliziert. Seit Jahresbeginn musst Du Dich nur noch bei der Kasse Deiner Wahl anmelden. Die neue Kasse übernimmt dann für Dich die Kündigung bei Deinem alten Anbieter und übermittelt Deinem Arbeitgeber elektronisch eine Mitgliedschaftsbescheinigung.

Die Kündigungsfrist beträgt zwei Monate zum Monatsende. An die Entscheidung für eine Kasse bist Du seit dem 1. Januar 2021 in der Regel zwölf Monate gebunden, danach kannst Du erneut kündigen. Erhöht Deine Kasse den Zusatzbeitrag, hast Du ein Son­der­kün­di­gungs­recht. Deine Sonderkündigung muss spätestens bis zum Ende des Monats bei der Versicherung eingehen, in dem diese das erste Mal den neuen Zusatzbeitrag erhebt. Gib auf dem Mitgliedsantrag bei der neuen Kasse unbedingt an, dass Du wegen einer Beitragserhöhung sonderkündigen möchtest. Auch bei einer Beitragserhöhung gilt die reguläre Kündigungsfrist von zwei Monaten. Das bedeutet, wenn Du bis Ende Juni kündigst, bist Du ab 1. September Mitglied in der neuen Kasse. Solange musst Du jedoch den höheren Zusatzbeitrag zahlen.

Alles was Du zum Kran­ken­kas­senwechsel wissen musst, erklären wir Dir im Ratgeber Kran­ken­kas­se kündigen. Dort erfährst Du auch, was Du beachten solltest, wenn Du den Arbeitgeber wechselst, und wann Du ganz ohne Kündigung einer neuen Kasse beitreten kannst.

So haben wir getestet

Vergleich gesetzliche Kran­ken­kas­sen 2021

Im Januar 2021 haben wir Kran­ken­kas­sen untersucht, die bundesweit zugänglich sind. Für die Vorauswahl nutzten wir die Leistungsübersicht der Kran­ken­kas­sen, die die Zeitschrift „Finanztest“ (Ausgabe 10/2020) zusammengestellt hat. Es kamen nur Kran­ken­kas­sen in die engere Auswahl, die mindestens 14 der Kriterien von Finanztest voll erfüllten.

Damit gehörten alle 19 Kassen in unserer Grundauswahl zu den sehr leistungsstarken, bundesweit geöffneten Kran­ken­kas­sen.

Bewertet haben wir die Kran­ken­kas­sen anhand von 30 Merkmalen aus den Bereichen Service, Familie, Vorsorge, alternative Medizin und Transparenz. Wir empfehlen die Kassen mit einem sehr starken Gesamtergebnis und moderaten Beitrag. Die Viactiv schaffte es trotz einer hohen Gesamtpunktzahl nicht in den Kreis der Empfehlungen, da sie einen überdurchschnittlich hohen Zusatzbeitrag verlangt und dieser aus unserer Sicht nicht durch besonders umfangreiche Zusatzleistungen aufgewogen wurde. Weitere Details zu unserem Vorgehen findest Du im Artikel zum Test der gesetzlichen Kran­ken­kas­sen.

Nach Veröffentlichung des Vergleichsergebnisses teilte die Energie-BKK uns mit, dass einige ihrer Angaben in unserem Fragebogen unvollständig oder fehlerhaft seien. Wir haben die nachgemeldeten Angaben geprüft und im Anschluss die Bewertung an die korrigierten Angaben angepasst. Damit verbesserte sich die Energie-BKK in der Gesamtwertung und stieg von Rang 7 zu Rang 4 auf. Sie gehört dennoch weiter nicht zum engeren Kreis der von Finanztip empfohlenen Kassen, da sie einen überdurchschnittlichen Zusatzbeitrag verlangt und in keinem der fünf Teilbereiche (Service, Familie, Vorsorge, Alternativmedizin, Transparenz) bedeutend stärker abgeschnitten hat als die günstigeren Kassen aus der Spitzengruppe unserer Untersuchung.

Auch die BKK VBU meldete sich nach der Veröffentlichung und informierte uns, dass ihre Angaben zu zwei Kriterien Fehler enthielten. Diese haben wir nach einer eingehenden Prüfung ebenfalls korrigiert und in unserer Bewertung berücksichtigt. Da die BKK VBU damit in der Gesamtwertung zur Spitzengruppe aufrückte und in den Bereichen Familie und Alternativmedizin die beste Wertung in unserer Untersuchung erzielte, haben wir sie nachträglich in den Kreis der von uns empfohlenen Kassen aufgenommen.

Zum 1. Juli 2021 hat die BKK VBU ihren Beitragssatz um 0,3 Prozentpunkte erhöht. Damit gehört sie nun zu den eher teuren Kran­ken­kas­sen. Da sie in zwei Teilbereichen die höchste Wertung im Test erzielte, empfiehlt Finanztip die BKK VBU jedoch weiterhin. 

Empfehlungen aus dem Ratgeber

Unser Podcast zum Thema

* Was der Stern bedeutet:

Finanztip gehört zu 100 Prozent der gemeinnützigen Finanztip Stiftung. Die hat den Auftrag, die Finanzbildung in Deutschland zu fördern. Alle Gewinne, die Finanztip ausschüttet, gehen an die Stiftung und werden dort für gemeinnützige Projekte verwendet – wie etwa unsere Bildungsinitiative Finanztip Schule.

Wir wollen mit unseren Empfehlungen möglichst vielen Menschen helfen, ihre Finanzen selber zu machen. Daher sind unsere Inhalte kostenlos im Netz verfügbar. Wir finanzieren unsere aufwändige Arbeit mit sogenannten Affiliate Links. Diese Links kennzeichnen wir mit einem Sternchen (*).

Bei Finanztip handhaben wir Affiliate Links aber anders als andere Websites. Wir verlinken ausschließlich auf Produkte, die vorher von unserer unabhängigen Experten-Redaktion empfohlen wurden. Nur dann kann der entsprechende Anbieter einen Link zu diesem Angebot setzen lassen. Geld bekommen wir, wenn Du auf einen solchen Link klickst oder beim Anbieter einen Vertrag abschließt.

Ob und in welcher Höhe uns ein Anbieter vergütet, hat keinerlei Einfluss auf unsere Empfehlungen. Was Dir unsere Experten empfehlen, hängt allein davon ab, ob ein Angebot gut für Verbraucher ist.

Mehr Informationen über unsere Arbeitsweise findest Du auf unserer Über-uns-Seite.