Zusatzbeitrag der Kran­ken­kas­se

Durch einen Kassenwechsel kannst Du sparen

Julia Rieder
&Co-Autor
27. Januar 2021
Das Wichtigste in Kürze
  • Gesetzliche Kran­ken­kas­sen dürfen einen Zusatzbeitrag zum allgemeinen Beitrag verlangen. Die Höhe variiert von Kasse zu Kasse, denn jede kann ihn selbst festlegen.
  • Im Januar 2021 haben viele Kran­ken­kas­sen ihren Zusatzbeitrag erhöht. Im Durchschnitt liegt der Zusatzbeitrag bei 1,3 Prozent. Das sind 0,2 Prozentpunkte mehr als in 2020.
  • Wenn Deine Kran­ken­kas­se den Beitrag erhöht, hast Du ein Son­der­kün­di­gungs­recht.
So gehst Du vor
  • Entscheide Dich für die Kran­ken­kas­se, die Dir mit Blick auf Service, freiwillige Zusatzleistungen und Beitrag am meisten zusagt.
  • In unserem Kran­ken­kas­senvergleich im Januar 2021 haben wir 30 Leistungen untersucht. Insgesamt am besten abgeschnitten haben IKK Classic, HEK, SBK, BKK24 und BKK VBU.
  • Ist Dir ein einzelner Bereich wie Service oder Vorsorge besonders wichtig? Dann kannst Du mit unserer sortierbaren Tabelle herausfinden, welche Kasse darin punkten konnte. Die Tabelle zeigt auch, welchen Beitrag die Kassen 2021 verlangen.
  • Die günstigste Kasse in Deinem Bundesland findest Du in unserer Liste.

2021 wird die Kran­ken­ver­si­che­rung für viele teurer, denn die Corona-Krise und zahlreiche Gesundheitsreformen haben die Ausgaben der gesetzlichen Kran­ken­ver­si­che­rung in die Höhe getrieben. Der durchschnittliche Zusatzbeitrag – ein Richtwert, den das Gesundheitsministerium festlegt – steigt 2021 um 0,2 Prozentpunkte.

Steigenden Beiträgen bist Du allerdings nicht ausgeliefert, denn zwischen den einzelnen Kassen gibt es große Beitragsunterschiede. Ist Dir Deine Kasse zu teuer, kannst Du durch einen Wechsel sparen.

Wie setzt sich der Beitrag zur Kran­ken­ver­si­che­rung zusammen?

Der allgemeine Beitrag in der gesetzlichen Kran­ken­ver­si­che­rung (GKV) ist für alle Versicherten gleich. Im Jahr 2021 liegt er bei 14,6 Prozent des Bruttoeinkommens. Die Hälfte davon zahlt der Arbeitgeber, die andere Hälfte trägt der Arbeitnehmer. Freiwillig versicherte Selbstständige zahlen den gesamten Beitrag alleine.

Die einzelnen Kran­ken­kas­sen können darüber hinaus einen Zusatzbeitrag von ihren Mitgliedern verlangen. An diesem müssen sich die Arbeitgeber seit 2019 wieder zur Hälfte beteiligen, die andere Hälfte zahlst Du als Versicherter. Rentner teilen sich den Zusatzbeitrag mit der gesetzlichen Ren­ten­ver­si­che­rung.

Wie viel lässt sich am Zusatzbeitrag sparen?

Die meisten Kran­ken­kas­sen ändern ihre Preise zum Jahreswechsel. Die Zusatzbeiträge unterscheiden sich je nach Kasse deutlich. Die Spanne reicht von 0,35 bis 1,9 Prozent. Sowohl die teuerste als auch die billigste Kasse ist nur regional aktiv. Den Beitragssatz aller Kassen kannst Du Dir auf der Internetseite des Kran­ken­kas­sen-Spitzenverbandes anschauen.

Im Durchschnitt verlangen die Kassen 2021 einen Gesamtbeitrag von 15,9 Prozent (inklusive 1,3 Prozent Zusatzbeitrag). Einzelne Kassen weichen allerdings deutlich vom Durchschnitt ab und verlangen weniger.

Durch einen Wechsel zu einer günstigen Kasse kannst Du sparen. Im Einzelfall sind über 300 Euro Ersparnis im Jahr drin, wenn Du von der derzeit teuersten zur günstigsten bundesweit geöffneten Kran­ken­kas­se wechselst.

Wechsel von der teuersten zur günstigsten bundesweiten Kasse 2021

monatliches Bruttoeinkommen des Arbeitnehmers4.838 €
Gesamtbeitrag alte Kran­ken­kas­se16,2 %
Gesamtbeitrag neue Kran­ken­kas­se14,99 %
Arbeitnehmeranteil bei alter Kasse im Monat392 €
Arbeitnehmeranteil bei neuer Kasse im Monat363 €
monatliche Ersparnis29 €

alle Berechnungen ohne Beitrag zur gesetzlichen Pfle­ge­ver­si­che­rung, Werte gerundet
Quelle: Finanztip-Berechnung (Stand: 27. Januar 2021)

Das Beispiel zeigt: Ab einem Monatsbruttoeinkommen von 4.837,50 Euro (entspricht der Beitragsbemessungsgrenze 2021) zahlt ein Angestellter rund 29 Euro im Monat oder rund 350 Euro im Jahr weniger für die Kran­ken­ver­si­che­rung, wenn er von einer sehr teuren zu einer sehr günstigen Kasse wechselt. Allerdings wird die tatsächliche Ersparnis durch die Steuer gemindert – auf dem Konto landen also nicht die kompletten 29 Euro.

Der Zusatzbeitrag für die GKV wird bei Angestellten vom Bruttogehalt abgezogen. Bezieher von Ar­beits­lo­sen­geld I und II zahlen keinen Zusatzbeitrag.

Rentner, deren Kran­ken­kas­senbeiträge von der gesetzlichen Ren­ten­ver­si­che­rung überwiesen werden, erhalten die Mitteilung zum Zusatzbeitrag oft erst später. Für sie gilt der neue Beitragssatz deshalb erst ab März des jeweiligen Jahres.

Wie wechselst Du die Kran­ken­kas­se?

Sobald die Kran­ken­kas­se den Zusatzbeitrag erhöht, hat jedes Mitglied ein Son­der­kün­di­gungs­recht. Die Kündigung muss bis zum Ende des Monats bei der Versicherung eingehen, in dem diese das erste Mal den erhöhten Beitrag verlangt. Gültig wird die Kündigung dann zum Ende des übernächsten Monats. Wenn Du also bis zum 31. Januar Deiner bisherigen Kasse kündigst, kannst Du zum 1. April in eine andere Kran­ken­kas­se wechseln. In den zwei Monaten nach der Kündigung musst Du noch den Zusatzbeitrag Deiner alten Kasse zahlen – also bis zum Beginn Deiner Mitgliedschaft in der neuen Kasse.

Der Wechsel ist einfach: Du meldest Dich bei einer neuen Kasse Deiner Wahl an. Diese kümmert sich um die Kündigung bei Deiner alten Kasse und schickt eine Mitgliedsbescheinigung an Deinen Arbeitgeber. Alles was Du zum Kassenwechsel sonst noch wissen musst, erfährst Du in unserem Ratgeber Kran­ken­kas­se kündigen.

Du brauchst übrigens keine Angst vor dem Kassenwechsel zu haben. Sollte aus irgendwelchen Gründen etwas schief gehen, dann bleibst Du automatisch bei Deiner alten Kasse versichert. Du kannst dann weiterhin Dein normales Kündigungsrecht mit einer Kündigungsfrist von zwei Monaten zum Monatsende in Anspruch nehmen – sofern Du zwölf Monate bei Deiner alten Kasse versichert warst.

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Wohin wechselst Du am besten?

Wenn Du mit den Leistungen oder dem Preis Deiner bisherigen gesetzlichen Kran­ken­ver­si­che­rung unzufrieden bist, solltest Du Dich nach einem neuen Anbieter umschauen.

Als Sparfuchs findest Du in unserer Liste die günstigste Kasse in Deinem Bundesland. Nutzt Du teure Leistungen wie Osteopathie oder Reiseimpfungen, die einige Kassen zusätzlich anbieten, dann kannst Du mit der Wahl einer passenden Kran­ken­kas­se zusätzlich sparen. Überlege Dir also vor einem Wechsel, welche Zusatzleistungen Dir wichtig sind und vergleiche die Angebote.

Wir haben in unserem Kran­ken­kas­senvergleich im Januar 2021 verschiedene Kassen untersucht und ihr Angebot in den Bereichen Service, Familienleistungen, Vorsorge, alternative Heilmethoden und Transparenz bewertet. Am besten abgeschnitten haben IKK Classic, HEK, SBK und BKK24.

IKK Classic
Bestes Ergebnis im Kran­ken­kas­senvergleich
  • erreichte 78 % in unserem Leistungsvergleich
  • starke Zusatzleistungen besonders bei Schwangerschaft, für Kinder und Sport
  • 15,9 % Beitragssatz
  • weniger stark bei zusätzlicher Krebsfrüherkennung
HEK
Zweiter Platz im Kran­ken­kas­senvergleich
  • erreichte 73 % in unserem Leistungsvergleich
  • starke Zusatzleistungen besonders bei Krebsfrüherkennung, Impfungen und für Kinder
  • 15,9 % Beitragssatz
  • weniger stark bei Schwangerschaftsvorsorge
  • veröffentlicht keine Zahlen zu Widersprüchen oder Leistungsablehnungen
SBK
Stark bei Service und Transparenz
  • erreichte 71 % in unserem Leistungsvergleich
  • sehr gute Ergebnisse im Bereich Service und Transparenz
  • 15,9 % Beitragssatz
  • weniger stark bei Zusatzleistungen für Schwangere und Kinder sowie alternativer Medizin
BKK24
Günstige Kasse mit Stärken bei Alternativmedizin
  • erreichte 70 % in unserem Leistungsvergleich
  • starke Zusatzleistungen bei alternativen Heilmethoden und Sport
  • 15,6 % Beitragssatz
  • weniger stark bei zusätzlicher Krebsfrüherkennung

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