Putzfrau Kosten

Deine Kosten und Pflichten für eine Haushaltshilfe

Henriette Neubert
Finanztip-Expertin für Ver­si­che­rungen

Das Wichtigste in Kürze

  • Für Deinen privaten Hausputz kannst Du festangestellte oder selbstständige Putzkräfte beauftragen oder einen Minijobber anmelden. Davon abhängig ist der Lohn, zusätzliche Kosten und wer die (Sozial-) Ver­si­che­rungen zahlt.
  • Eine Putzfrau verdient ab etwa 12 Euro pro Stunde in Berlin oder Leipzig. In Städten wie München musst Du mit höheren Kosten rechnen.
  • Wenn Du eine Reinigungskraft nicht anmeldest (also schwarz putzen lässt), musst Du mit Strafen rechnen. Außerdem bekommst Du Probleme mit der gesetzlichen Unfall­ver­sicherung.

So gehst Du vor

  • Bevor Du eine Putzfrau suchst, überlege Dir, wofür und wie oft Du sie brauchst und entscheide dann, welches Arbeitsverhältnis am sinnvollsten ist.
  • Prüfe je nach Anstellungsverhältnis, welche Pflichten Du hast und ob Du gegen Schäden abgesichert bist, die beim Putzen entstehen können.
  • Reinigungskräfte findest Du auf Portalen im Internet, am Schwarzen Brett im Supermarkt oder über persönliche Emp­feh­lungen.

Du willst mehr Zeit für Freizeit oder Deine Familie? Dein Alter oder eine Krankheit erschweren es Dir, Deine Wohnung selbst sauber zu halten? Es gibt verschiedene Gründe, die eigenen vier Wände von einer Putzkraft reinigen zu lassen. Unterschiedlich sind auch die Möglichkeiten, eine zu beauftragen. Auch die Kosten für eine Reinigungskraft und die Absicherung der Tätigkeit unterscheiden sich je nach Anstellungsform.

Was für eine Haushaltshilfe suchst Du?

Zunächst solltest Du Dir genau überlegen, welche Aufgaben Du erledigt haben möchtest und wie häufig. Soll Dir jemand regelmäßig die Wohnung putzen oder nur alle paar Monate die Fenster reinigen? Möchtest Du eine Haushaltshilfe, die auch Einkäufe und die Wäsche übernimmt oder soll einmalig, beispielsweise nach dem Auszug, die Wohnung gereinigt werden?

Fragen, die Du im Vorfeld beantworten solltest:

  • Welche Aufgaben soll die Reinigungskraft erfüllen?
  • Wie häufig soll sie kommen?
  • Wie lange wird die Erledigung der Aufgaben dauern (abhängig von der Wohnungsgröße und den Aufgaben)?

Je nachdem, wie Du diese Fragen beantwortest, kannst Du weiter überlegen, welche Form der Anstellung sinnvoll ist. Du kannst

  • eine selbstständige Reinigungskraft suchen,
  • jemanden anstellen, der auf Minijob-Basis arbeitet, oder
  • Du suchst Dir über eine Firma eine festangestellte Putzfrau. 

Je nach Arbeitsverhältnis müssen unterschiedliche Rahmenbedingungen beachtet werden, und auch die Kosten für die Putzkraft setzen sich anders zusammen.

Minijobberin, Selbstständige oder Festangestellte?

Abhängig vom Status der Reinigungskraft entscheidet sich, wie diese angemeldet und versichert ist und wer diese Kosten übernimmt.

Festangestellte Reinigungskräfte

Den geringsten Aufwand hast Du, wenn Du eine festangestellte Reinigungskraft beauftragst. Die Putzkraft hat dann ein reguläres Beschäftigungsverhältnis zum Beispiel bei einer Agentur, über welches sie auch versichert ist. Das betrifft Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung. Sie ist auch abgesichert, falls sie sich bei ihrer Tätigkeit verletzt oder bei Dir etwas kaputt macht. Dafür ist der Stundenlohn, den Du als Kunde zahlst, auch höher.

Selbstständige Putzfrau

Arbeitet die Haushaltshilfe selbstständig, ist sie quasi Unternehmerin: Sie zahlt alle Steuern und Ver­si­che­rungen selbst und stellt Dir dann eine Rechnung für die erbrachte Dienstleistung. Als Auftraggeber solltest Du Dir nachweisen lassen, dass die Beschäftigte angemeldet ist und nicht schwarz arbeitet. Denn in diesem Fall müsstest auch Du dafür geradestehen. Auch der Stundenlohn muss hoch genug sein, um die Abgaben davon zahlen zu können.

Minijobber

Du kannst Deine Putzkraft auch bei der Minijob-Zentrale anmelden, wenn sie nicht mehr als 450 Euro pro Monat (ab 1. Oktober 2022 bis 520 Euro) verdient. Dann bist Du quasi ihr Arbeitgeber. Du zahlst für Minijobber einen kleinen Beitrag an die Ren­ten­ver­si­che­rung und die Unfall­ver­sicherung; in die Kran­ken­kas­se zahlst Du, wenn Deine Haushaltshilfe krankenversicherungspflichtig ist. Damit bist Du abgesichert und Deine Putzkraft auch. Viele Menschen schrecken davor zurück, weil sie Aufwand und Kosten scheuen. Jedoch sind die Zusatzausgaben für die Sozialkassen sehr gering. Wenn Du Deiner Reinigungshilfe monatlich 450 Euro zahlst, kommen noch einmal 35 Euro Abgaben hinzu (ohne Kran­ken­ver­si­che­rungsbeiträge).

Nicht jede dieser Möglichkeiten ist für jeden sinnvoll. Wenn Du nur selten oder einmalig eine Putzfrau brauchst, ist ein Minijobber nicht die passende Wahl. Sofern Du Deine Wohnung regelmäßig – zum Beispiel einmal wöchentlich – putzen lassen willst, ziehst Du es vielleicht vor, dass jede Woche die selbe Person zu Dir kommt. Bei Reinigungsfirmen, die Dir eine festangestellte Putzkraft schicken, ist das eventuell nicht der Fall.

Wie viel kostet eine saubere Wohnung?

Wie viel es kostet, Deine Wohnung sauber zu halten, ist von einigen Faktoren abhängig:

  • Wohnort,
  • Größe Deiner Wohnung,
  • wie oft eine Reinigungskraft kommt,
  • welche Aufgaben sie konkret übernehmen soll und
  • welchen Status die Kraft hat.

Der Stundenlohn

Du zahlst in der Regel eine Haushaltshilfe nach Stunden. Unsere Recherche hat ergeben: Dieser Stundenlohn ist regional unterschiedlich, in München kostet eine Reinigungskraft meist mehr als in Berlin.

StadtStundenlohn (selbstständig)
Berlin12 – 21 Euro
Hamburg13 – 22 Euro
München15 – 29 Euro
Köln15 – 24 Euro
Frankfurt am Main14 – 28 Euro
Stuttgart14 – 31 Euro
Düsseldorf13 – 26 Euro
Leipzig12 – 25 Euro
Dortmund14 – 27 Euro
Essen13 – 25 Euro

Die Preise variieren je nach Plattform.
Quelle: Eigene Recherche auf den Plattformen putzperle.de und helpling.de (Stand: 26. Juni 2022)

Anhand der ausgewählten Städte kannst Du sehen, dass die Stundenlöhne auf den Plattformen nicht nur nach Region variieren, sondern auch die Preisspanne. Aber im Schnitt zahlst Du in Berlin oder Leipzig etwas weniger als in München oder Frankfurt am Main. In allen Städten gab es Angebote über und auch unter den in der Tabelle angebotenen Preisen. Aber gerade die Löhne unterhalb sind sehr knapp bemessen. Denn die Putzkraft muss davon nicht nur ihr Leben bestreiten können, sie muss auch noch die So­zial­ver­si­che­rungs­bei­trä­ge zahlen – und am Ende sollte der Mindestlohn übrigbleiben. Wir haben Angebote gefunden, bei denen der reine Stundenlohn den Mindestlohn nicht erreichte.

Eine angestellte Reinigungskraft kostet in der Regel mindestens 22 Euro bis 35 Euro pro Stunde. Hier kommen zum Lohn für die Reinigungskraft (der Tariflohn in der Branche liegt bei 11,55 Euro) noch Sozialabgaben und Steuern hinzu, die der Arbeitgeber Dir in Rechnung stellt.

Die Putzdauer

Die Reinigungsdauer hängt von Deiner Wohnung ab. Dabei sind die Größe und der Verschmutzungsgrad relevant, ebenso die gewünschten Zusatzaufgaben. Für eine wöchentliche Standardreinigung (Staubwischen, Böden reinigen, Oberflächen in Badezimmer und Küche) kannst Du etwa von zwei bis zweieinhalb Stunden für eine 50 Quadratmeter große Wohnung ausgehen. Ist Deine Wohnung 100 Quadratmeter groß, musst Du etwa dreieinhalb bis vier Stunden veranschlagen. Aber das sind natürlich nur Richtwerte. Mehrere Badezimmer bedeuten auch eine längere Dauer und auch der Pflegeaufwand für Deine Fußböden spielt eine Rolle. Holz braucht mehr Pflege als Fliesen.

Wenn Du weitere Aufgaben erledigt haben möchtest wie Wäsche waschen, aufhängen, bügeln oder Einkaufen, dann dauert das natürlich länger. Außerdem musst Du unregelmäßig anfallende Aufgaben dazubuchen oder in die Zeit einberechnen, wie Fenster putzen, Backofen oder Kühlschrank reinigen. Überlege Dir daher im Vorfeld, was Du erwartest, um eine realistische Dauer zu veranschlagen.

Beschäftigungsart

Der Stundenlohn, den Du zahlst, ist davon abhängig, ob die Reinigungskraft selbstständig oder angestellt oder von Dir angemeldet wurde. Neben Stundenlohn kommen dann eventuell zusätzliche Kosten für die Sozialversicherung hinzu. Die Frage der Absicherung von Schäden muss eventuell noch mitberechnet werden.

Beispielkosten einer Wohnungsreinigung pro Monat. Abhängig von der Anstellungsart

 DauerKosten/MonatZusatzkosten
Festanstellung13,5 Std308 Euro 
Selbstständige23,5 Std238 Euro12 Euro Servicegebühr
Minijobber33,5 Std250 Euro20 Euro Abgabe

Preise gerundet. Beispielrechnung mit 3,5 Stunden pro Termin in Berlin; einmal wöchentliche Standardreinigung (4 mal pro Monat) ohne Zusatzaufgaben. Reinigungsmittel sind nicht enthalten.
1 Preisabfrage bei Batmaid.de 22 Euro pro Stunden; bei helpling.de liegt der Stundenlohn bei 32 Euro.
2 helpling.de; die selbstständigen Kräfte setzen ihren Stundenlohn selbst und liegen in der Masse in Berlin bei 14 – 21 Euro (es gab auch wenige höhere und niedrigere Preise). Wir haben daher mit 17 Euro gerechnet. 
3 Wir haben einen Festpreis von 250 Euro veranschlagt; es kommen die Abgaben für die Ren­ten­ver­si­che­rung, Unfall­ver­sicherung und Umlage zusammen. Wir haben mit einer nicht krankenversicherungspflichtigen Person (z.B. familienversichert) gerechnet.
Quelle: Eigene Berechnungen (Stand: Juli 2022)

Wie viel kannst Du mit der Steu­er­er­klä­rung zurückholen?

Wenn Du Deine Einkommenssteuererklärung machst, kannst Du 20 Prozent der Kosten und maximal 510 Euro pro Jahr als haushaltsnahe Dienstleistung absetzen. Berechnungsgrundlage für die 20 Prozent sind die Zahlungen an deine Putzkraft. Nicht absetzen kannst Du die Abgaben beim Minijobber oder die Servicegebühren der Vermittlungsportale. In unserem Rechenbeispiel könntest Du die vollen 510 Euro absetzen und die Kosten für deine Putzkraft im Monat um gut 42 Euro senken. Voraussetzung ist aber, dass Du die Kosten nachweisen kannst – entweder hast Du eine Rechnung oder die Anmeldung bei der Minijob-Zentrale.

Wie sind Schäden durch die Putzkraft abgesichert?

Generell gilt: Wenn Du bei einer anderen Person (die nicht im selben Haushalt lebt) einen Schaden verursachst, musst Du dafür geradestehen und für den Schaden aufkommen. Wer eine private Haft­pflicht­ver­si­che­rung hat, muss das nicht selbst tun, sondern meldet den Schaden seiner Ver­si­che­rung.

Bei Schäden, die im Job passieren, ist es ein wenig differenzierter. So hängt es bei einer Putzkraft von ihrem Beschäftigungsverhältnis ab, inwieweit sie für einen Schaden haftbar gemacht werden kann und welche Haft­pflicht­ver­si­che­rung den Schaden übernimmt. Bei festangestellten Reinigungskräften sind Schäden über den Arbeitgeber abgesichert. Auch bei einigen Vermittlungsportalen ist dies der Fall, so wirbt beispielsweise Helpling damit, dass alle vermittelten Putzkräfte haftpflichtversichert sind.

Minijobber können für einfache Fahrlässigkeit nicht haftbar gemacht werden, während Selbstständige voll haftbar sind. In beiden Fällen kann aber eine Haft­pflicht­ver­si­che­rung helfen.

Selbstständig arbeitende Reinigungskräfte oder Minijobber können die Tätigkeiten (eingeschränkt) oft über die Pri­vat­haft­pflicht­ver­si­che­rung abdecken. Unsere Emp­feh­lungen, der „Besser“ Tarif der Haftpflichtkasse und der „Comfort“ Tarif der Alten Leipziger, sichern zum Beispiel Schäden bei Nebentätigkeiten ab, wenn der Jahresumsatz maximal 12.000 Euro beträgt.

Sollte keine entsprechende Absicherung vorhanden sein, kannst Du bei einfacher Fahrlässigkeit (Deine Putzfrau wirft beim Staubwischen eine teure Vase um) bei Minijobbern gar nichts machen. Wenn eine selbstständige Reinigungskraft bei Dir putzt, müsste sie zahlen, wobei fraglich ist, ob eine Putzkraft für einen (hohen) Schaden aufkommen kann. Besser ist es, den Ver­si­che­rungs­schutz im Vorfeld zu prüfen.

So findest Du eine Putzfrau

Es gibt verschiedene Wege, eine Putzhilfe zu finden. Du kannst direkt nach Reinigungsunternehmen suchen und dort anfragen. Dann erhältst Du eine festangestellte Kraft. Eine andere Möglichkeit ist das Schwarze Brett im Supermarkt oder, sehr häufig, Emp­feh­lungen im Freundes- und Bekanntenkreis.

Immer wichtiger sind außerdem Internetportale geworden, die Haushaltshilfen vermitteln. Einige bieten festangestellte Reinigungskräfte an, die meisten aber selbstständig arbeitende. Zum Teil bieten die Plattformen zusätzliche Dienstleistungen rund um den Hausputz an, die Terminierung, Rechnungsstellung, Zahlung, Ver­si­che­rung. Der bekannteste dieser Anbieter ist helpling.de, der in wenigen Städten auch Festangestellte anbietet. Dieser Zweig wurde wahrscheinlich bei der Übernahme von Book a Tiger mitgenommen. Book a Tiger, Testsieger der Putzdienst-Portale bei Stiftung Warentest 2018, gibt es seit Anfang 2020 nicht mehr. Wer über die Website eine Anfrage stellt, wird zu helpling.de weitergeleitet.

Andere Portale, wie putzperle.de, dienen lediglich als Marktplattform. Hier können Reinigungskräfte Inserate schalten, inklusive Bildern, Selbstbeschreibung und Stundenlohn. Bei unserer Recherche waren die Stundenlöhne bei putzperle.de immer etwas günstiger als bei helpling.de. Allerdings fehlt hier auch der Zusatzservice, die Dienstleistung konzentriert sich ausschließlich darauf, Suchende und Anbieter zusammenzubringen. Du kannst auf der Plattform auch selbst ein Inserat veröffentlichen und nach einer Putzhilfe suchen.

Ähnlich funktioniert auch betreut.de, hier kannst Du aber nicht nur Haushaltshilfen finden, sondern auch weitere haushaltsnahe Dienstleistungen, Kinder- oder Tierbetreuung, Nachhilfe, Seniorenbetreuung.

Autor
Henriette Neubert

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