Heizöl kaufen

Kesseltausch, CO2-Preis und Heizöl bestellen: Das solltest Du zu Deiner Ölheizung wissen

Benjamin Weigl
Finanztip-Experte für Energie

Das Wichtigste in Kürze

Der Krieg in der Ukraine hat den Ölpreis und damit die Preise für Heizöl nach oben getrieben. Deutschland will den Ölimport aus Russland bis Ende 2022 beenden. Wir halten Dich auf dem Laufenden, wie sich die Heizölpreise weiterentwickeln.

  • Heizöl für den Winter 2022/2023 ist so teuer wie nie zuvor. Die Preise bleiben voraussichtlich hoch.
  • Einen ineffizienten Kessel musst Du nach 30 Jahren Betrieb ausbauen lassen. Eine neue Ölheizung darfst Du ab 2026 nur noch unter bestimmten Bedingungen installieren.
  • Angebote für Heizöl findest Du auf Vergleichsportalen im Internet.

So gehst Du vor

  • Möchtest Du Heizöl kaufen, empfehlen wir Dir dazu einen Preisvergleich über die Portale Heizoel24 oder Esyoil.
  • Wenn Du Deine Ölheizung durch eine klimafreundliche Heizung ersetzt, übernimmt der Staat bis zu 50 Prozent der Kosten.

Fünf Millionen Ölheizungen halten mehr als acht Millionen Wohnungen in Deutschland warm. Damit ist Heizöl der zweitmeist genutzte Brennstoff in Deutschland. Aber die Zahl der Ölheizungen sinkt: 2020 zählte der Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks rund 500.000 weniger als im Jahr 2010.

Diese Verringerung ist im Sinne des Klimaschutzes gewünscht. Der Staat reizt den Ausbau von Ölkesseln finanziell an und verbietet den Betrieb älterer, ineffizienter Kessel. Zugleich tragen Heizölkunden höhere Belastungen: Der Staat erhebt seit 2021 eine CO2-Steuer dafür, dass beim Verbrennen von Heizöl Kohlendioxid in die Luft entweicht. Wer noch eine neue Ölheizung einbauen will, darf das ab 2026 nur noch unter bestimmten Bedingungen. 

Welche Handlungsoptionen Du hast und wie Du noch günstig Heizöl bestellst, erklären wir in diesem Ratgeber.

Wohin entwickeln sich die Heizölpreise?

Der Preis bestimmt sich vor allem durch die Kosten für den Einkauf von Mineralöl. Dieser hat sich bereits im Herbst 2021 stärker erhöht und ging bei Ausbruch des Krieges in der Ukraine Ende Februar 2022 nochmals in die Höhe. Die abzuführenden Steuern – Mehrwertsteuer und Energiesteuern – und der seit 2021 aufgeschlagene CO2-Preis bilden einen zweiten Kostenblock.

Die Kosten für das Heizen mit Öl steigen 2022 im Vergleich zum Vorjahr voraussichtlich um 53 Prozent an. Das hat das gemeinnützige Verbraucherportal CO2-Online im aktuellen Heizspiegel berechnet. Die Heizkosten für eine durchschnittliche, 70 Quadratmeter große Wohnung in einem Mehr­fa­mi­lien­haus belaufen sich demnach auf 1.440 Euro – das sind fast 500 Euro mehr als noch 2021. Hauptgrund für die höheren Kosten: Heizöl hat sich im Einkauf verteuert. Deutschland will künftig kein Öl mehr aus Russland importieren. Der Preis für eine Kilowattstunde Heizöl steigt laut CO2-Online-Prognose 2022 auf 14,7 Cent (2020 waren es noch 4,6 Cent).

Bei den Raffinerien und beim Handel verblieb in der Vergangenheit der kleinste Teil des Heizölpreises – rund 20 Prozent. Wie es 2022 aussieht, hat die Mineralölwirtschaft bislang nicht bekannt gemacht. Dass Heizöl 2022 so teuer ist, lässt sich aber nicht allein mit höheren Kosten für Rohöl erklären – auch die heimischen Unternehmen verdienen 2022 besser als die Jahre zuvor. Für unsere Grafik haben wir den Anteil von Raffinerien und Händlern ausgerechnet – ausgehend von durchschnittlichen Heizölpreisen im April unter Abzug der bekannten Kosten für Steuern und Rohöl.

Der CO2-Preis beträgt im ersten Jahr 25 Euro pro Tonne ausgestoßenes Kohlendioxid. Im September 2022 hat die Bundesregierung beschlossen, dass der CO2-Preis im Jahr 2023 ausnahmsweise nicht wie vorgesehen um 5 Euro pro Tonne ansteigen soll. Stattdessen soll die nächste Erhöhung erst wieder zum 1. Januar 2024 erfolgen. Die CO2-Steuer erhöht sich bis 2025 auf 45 Euro pro Tonne. 2026 soll sich der Preis am Markt bilden – er muss sich aber zwischen 55 und 65 Euro pro Tonne bewegen (§ 10 BEGH).

Mehrkosten für Heizöl

JahrCO2-PreisKosten Heizöl nettoKosten Heizöl brutto
202125 Euro pro Tonne6,69 ct/Liter7,96 ct/Liter
202230 Euro pro Tonne8,04 ct/Liter9,57 ct/Liter
202330 Euro pro Tonne 8,04 ct/Liter9,57 ct/Liter
202435 Euro pro Tonne9,37 ct/Liter11,15 ct/Liter
202545 Euro pro Tonne12,04 ct/Liter14,33 ct/Liter

Die Preise haben wir auf Basis der Emissionsberichterstattungsverordnung (EBeV) berechnet. Diese gilt erst einmal nur für die Jahre 2021 und 2022. Die Preise ab 2023 sind daher als voraussichtliche Preise zu verstehen, wenn sich die Berechnung nach EBeV ab 2023 nicht verändert. Alle Zahlen sind gerundet. Es handelt sich um Heizöl extraleicht (EL).
Quelle: Finanztip-Berechnung nach EBeV (Stand: 26. September 2022)

Die Mineralölsteuer von 6,14 Cent pro Liter und die neue CO2-Steuer liegen 2022 bei zusammen rund 14 Cent pro Liter (netto) oder 1,4 Cent pro Kilowattstunde. Verglichen mit dem Strompreis ist das immer noch wenig: Steuern, Umlagen und Abgaben auf den Strompreis addieren sich ab Juli 2022 auf rund 5 Cent pro Kilowattstunde (netto).

Grünes und klimaneutrales Heizöl

Mit grünem Heizöl ist ein Brennstoff gemeint, der entweder aus Pflanzen oder synthetisch gewonnen wird. Es gibt bislang Heizöl mit einer Beimischung von bis zu 10 Prozent Öl aus nachwachsenden Rohstoffen. Vor allem in Baden-Württemberg wird dieses angeboten – Käufer erfüllen mit diesem Heizöl die Bestimmungen nach dem landeseigenen Erneuerbare-Wärme-Gesetz. Bundesweit ist die Nachfrage nach Bioheizöl gering und der Preis höher als für rein fossiles Heizöl. Die erste Pilotanlage für synthetisches Heizöl ging in Deutschland 2014 in Betrieb. Am Markt gibt es den synthetischen Kraftstoff aber noch nicht.

Ist dieses grüne Heizöl vom CO2-Preis betroffen? Ja und nein. Der Gesetzgeber macht einen Unterschied, ob Heizöl aus nachwachsenden Rohstoffen wie ölhaltigen Pflanzen gewonnen oder synthetisch erzeugt wird. Heizöl aus nachwachsenden Rohstoffen soll ab 2023 dem CO2-Preis unterliegen; synthetisches Heizöl zu keinem Zeit­punkt. Zumindest bis Ende 2022 verringert sich die CO2-Steuerlast, wenn Du Heizöl mit Bioanteil kaufst – dessen CO2-Emissionen zählen noch nicht mit.

Darüber hinaus hat sich ein anderes Produkt entwickelt, welches dem grünen Zeitgeist entspricht: das sogenannte klimaneutrale Heizöl. Du kannst Dich beim Kauf dafür entscheiden, Klimaschutzprojekte mit einem Obolus zu unterstützen. Dazu zählt beispielsweise das Aufforsten von Wäldern. Die neu gepflanzten Bäume binden das Kohlendioxid, das beim Verbrennen des Heizöls entsteht, so der Gedanke dahinter. Auch auf dem Gasmarkt gibt es vergleichbare Produkte. Aber: Der CO2-Preis wird auch auf klimaneutrales Heizöl voll erhoben. Durch klimaneutrales Heizöl verringerst Du also nicht die steuerlichen Belastungen auf den Brennstoff. Aber Du tust damit etwas für den Klimaschutz.

Wann darfst Du noch einen Ölkessel betreiben?

Je älter der Heizkessel ist, desto dringlicher ist sein Tausch. Nach Daten des Bundesverbands des Schornsteinfegerhandwerks waren 2020 mehr als drei Millionen Ölheizungen seit mehr als 20 Jahren in Betrieb; 870.000 davon sogar seit mehr als 30 Jahren. Da es sich dabei vor allem um Konstanttemperatur- und Niedertemperaturkessel handelt, arbeiten sie nicht effizient. Andererseits erhöht die Politik den Druck, alte Kessel zu tauschen.

Für Heizkessel schreibt das Gebäudeenergiegesetz (GEG) vor, dass sie nach 30 Jahren außer Betrieb zu nehmen sind, wenn es sich um Konstanttemperaturkessel handelt (§ 72 GEG). Ausgenommen sind dabei kleinere Öfen mit weniger als vier Kilowatt Leistung sowie Heizkessel in Ein- und Zweifamilienhäusern, wenn der Eigentümer mindestens seit 1. Februar 2002 selbst darin wohnt (§ 73 GEG). Wurde das Haus nach Januar 2002 verkauft, muss der neue Eigentümer die Ausbaupflicht binnen zwei Jahren erfüllen. 

Verstößt Du, der Heizungsinstallateur oder Ihr beide gegen die Vorschriften, ist das eine Ordnungswidrigkeit. Wer etwa einen Konstanttemperaturkessel (oder Standardheizkessel) länger als 30 Jahre betreibt, muss mit einem Bußgeld von bis zu 50.000 Euro rechnen (§ 108 Abs. 2 GEG).

Bei seiner alle drei bis fünf Jahre vorgeschriebenen Feuerstättenschau muss der Bezirksschornsteinfeger prüfen, ob ein Kessel die Frist überschritten hat und dann eine Frist zur Stilllegung oder zum Ausbau setzen (§ 97 Abs. 1 GEG). Kommst Du dem nicht nach, informiert er die zuständige Behörde. Neu ist im GEG, dass die Behörde den Ausbau oder die Stilllegung anordnen kann, wenn sie davon Kenntnis erlangt, dass Dein Standardheizkessel das 30. Betriebsjahr überschritten hat (§ 95 GEG).

Es gibt aber eine Ausnahme von der Ausbaupflicht – wenn nämlich ein Heizungstausch für Dich mit einem „unangemessenen Aufwand“ einhergeht oder zu „unbilliger Härte“ führt, weil Du die Kosten für den Umbau nicht durch Einspareffekte der neuen Heizung über die übliche Nutzungsdauer erwirtschaften kannst (§ 72 Abs. 5 GEG). Um von der Pflicht entbunden zu werden, musst Du einen Antrag stellen.

Für Ölheizungen mit Brennwert- oder Niedertemperaturkessel besteht keine Pflicht zur Außerbetriebnahme. Wenn die Heizungen mindestens 15 Jahre alt sind, sollten sie aber ein Effizienzlabel tragen. Dieses bringt in der Regel der Schornsteinfeger an. An dem Label kannst Du ablesen, wie kostensparend Deine Heizanlage arbeitet.

Neue Bestimmungen für den Einbau von Ölheizungen

Neu ist im Gebäudeenergiegesetz ein Einbauverbot von Ölkesseln: Ab 2026 dürfen sie nur noch unter bestimmten Umständen installiert werden (§ 72 Abs. 4 GEG). 

In Neubauten darfst Du eine Ölheizung ab 2026 nur noch installieren, wenn Du den Wärme- und Kältebedarf im Haus zu mindestens

  • 15 Prozent durch eine solarthermische Anlage deckst oder
  • 15 Prozent mit Ökostrom gewährleistest oder Solarstrom aus einer eigenen Anlage mit bestimmter Mindestleistung erzeugst oder
  • 30 Prozent durch Biogas in einem hocheffizienten Blockheizkraftwerk oder 50 Prozent Biogas in einem Brennwertkessel sicherstellst oder
  • 50 Prozent durch eine mit Luft oder Erdwärme arbeitende Wärmepumpe bereitstellst oder
  • 50 Prozent über einen automatisch beschickten Holzofen mit Wasser als Wärmeträger oder einen Biomasseheizkessel für Holzpellets, Scheitholz oder Hackschnitzel absicherst oder
  • 50 Prozent durch flüssiges Biogas in einem hocheffizienten Blockheizkraftwerk oder in einem Brennwertkessel deckst.

In Altbauten ist der Einbau nur in zwei Fällen erlaubt, nämlich

  • wenn erneuerbare Energien einen Teil des Wärme- und Kältebedarfs im Haus decken. Dabei gelten dieselben Quoten wie in Neubauten. Darüber hinaus ist es möglich, Fernwärme oder Fernkälte mit einem erneuerbaren Anteil zu beziehen, ein hocheffizientes Blockheizkraftwerk für einen anderen Brennstoff als Biogas oder eine Brennstoffzellenheizung einzubauen sowie Abwärme zu nutzen.
  • Oder wenn eine Anbindung weder an ein Gasnetz noch ein Fernwärmenetz möglich ist und der Einbau einer alternativen Heizungstechnologie technisch nicht machbar oder wirtschaftlich unzumutbar ist. In diesem Fall musst Du Deinen Wärmebedarf nicht anteilig durch erneuerbare Energien decken. 

Die Bundesregierung will diese Anforderungen noch weiter erhöhen: Die Politik will Anreize schaffen, dass mehr als 20 Jahre alte Heizungen getauscht werden. Ab 2024 installierte Heizungen sollen die Wärme möglichst zu mindestens 65 Prozent aus erneuerbaren Energien gewinnen, heißt es weiter im „Maßnahmenpaket des Bundes zum Umgang mit den hohen Energiekosten”. Der Einbau einer neuen Ölheizung in einem Einfamilienhaus hat unter diesen Voraussetzungen keinen Sinn mehr. Voraussichtlich noch 2022 dürften die neuen Pläne in neue gesetzliche Regelungen münden. Unabhängig von den bundesweiten Regelungen dürfen die Bundesländer eigene Quoten zum Heizen mit erneuerbaren Energien festlegen.

Wie kannst Du kostensparend mit Öl heizen?

Ist Deine Heizung noch jung, wäre es weder wirtschaftlich noch nachhaltig, sie frühzeitig wieder auszubauen. Den CO2-Preis musst Du gleichwohl tragen. Um die Belastung so niedrig wie möglich zu halten, muss die Heizung effizient arbeiten. Ob dies der Fall ist, kannst Du mit einem hydraulischen Abgleich prüfen und dabei auch gleich die Einstellungen korrigieren. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle vergibt Fördermittel für diese und andere Maßnahmen zur Optimierung der Heizung

Je weniger Öl Du verbrauchst, desto weniger zahlst Du für den CO2-Preis. Überlege, ob Du Wände, Fenster und Decken dämmst. Dafür gibt es Fördermittel über die KfW-Bank. Auch durch weniger aufwändige, kleine Maßnahmen kannst Du Deinen Brennstoffverbrauch leicht senken und Heizkosten sparen. Eine solarthermische Anlage verringert Deinen Heizölbedarf ebenfalls – die Solaranlage lässt sich in der Regel mit der Ölheizung kombinieren. 

Ist Deine Heizung älter und unterliegt nun der Pflicht zum Ausbau, dann mach Dir frühzeitig Gedanken, wie Du künftig heizen willst. Die Installation von klimafreundlichen Heizungen unterstützt der Staat. Welche Heiztechnologien für Dein Haus infrage kommen und mit welchen Investitions- und Betriebskosten Du zu rechnen hast, erfährst Du über den Wärmekompass der Agentur für erneuerbare Energien.

Wichtig ist in jedem Fall, dass Du günstig Heizöl bestellst, solange Du es noch brauchst. Wie das gelingt, erfährst Du im nächsten Abschnitt.

Wie bestellst Du günstig Heizöl?

Der Preisunterschied für 3.000 Liter Heizöl kann mehrere Hundert Euro betragen, je nachdem, bei wem und in welchem Monat Du bestellst. Um die Entwicklung des Heizölpreises im Auge zu behalten, raten wir Dir, regelmäßig Angebote zu vergleichen.

Das geht am bequemsten über Portale im Internet. Die Online-Portale zeigen Dir die günstigsten Heizölhändler in Deiner Region und liefern Dir zudem aktuelle Preise für Rohöl am Weltmarkt. Auch den kannst Du so im Blick behalten. Fällt der Rohölpreis, bedeutet das jedoch nicht, dass die Preise für Heizöl in Deiner Region in gleichem Maße purzeln. Denn die Heizölpreise hängen auch von der Nachfrage und den Lieferkapazitäten in Deutschland ab.

Die beiden größten Vergleichsportale für günstiges Heizöl sind Esyoil und Heizoel24, gemessen an der Zahl der versammelten Händler. 300 bis 400 von ihnen sind jeweils auf den beiden Portalen regelmäßig aktiv. Neben diesen beiden gibt es zwei weitere Portale, die nach unserem Test 2022 flächendeckend in Deutschland Angebote zeigten: Fastenergy und tanke-guenstig. Bei einem fünften Portal – Brennstoffboerse - erhielten wir für sechs Musterhaushalte kein Angebot.

Bei der Abfrage auf den Portalen sind nur zwei Informationen nötig: Deine Postleitzahl und die gewünschte Liefermenge. Die Anzahl der Angebote und die Lieferbedingungen unterscheiden sich von Portal zu Portal. Heizoel24, Esyoil und Brennstoffboerse listen alle verfügbaren Angebote für eine Postleitzahl auf. Du erhältst bei Heizoel24 und Esyoil in der Regel auf einen Schlag mehrere Angebote und kannst sie direkt miteinander vergleichen. Bei Brennstoffboerse kannst Du auch mehrere Angebote auf einmal angezeigt bekommen. Es kann aber auch sein, dass Dir das Portal nicht einen einzigen Anbieter nennen kann. Das haben wir in unserem Test 2022 festgestellt.

Bei Fastenergy und tanke-guenstig ist das Prinzip anders. Beide Portale zeigen bei jeder Abfrage nur ein Angebot für eine Sorte Heizöl. Fastenergy arbeitet in jeder Region mit einem bestimmten Händler zusammen. Den Kooperationspartner wählt Fastenergy nach eigenen Kriterien aus. Welcher Händler das ist, steht direkt beim Angebot.

Tanke-guenstig arbeitet zwar mit mehreren Händlern für eine Region zusammen, zeigt aber immer nur das günstigste Angebot an. Welcher Händler am Ende das billige Heizöl liefert, erfährst Du erst nach der Bestellung. Tanke-guenstig wählt die auf der Plattform vertretenen Händler aus: Bedingung ist, dass die Unternehmen ein spezielles Gütezeichen tragen. Das Siegel stammt vom RAL Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung. Diese Organisation definiert Kriterien für unterschiedliche Branchen, um die Qualität von Waren und Dienstleistungen zu sichern.

Warum solltest Du mehrere Heizölportale abfragen?

In einem Punkt gleichen sich die Heizölseiten alle: Die Preise auf den Portalen können die Händler jederzeit ändern. Und das machen sie auch. Die großen Unternehmen der Branche beschäftigen Mitarbeiter, die täglich die Angebote auf den Portalen vergleichen. Sie können sofort reagieren, wenn Wettbewerber ihre Preise verändern.

Das heißt, dass sich die Angebote für preiswertes Heizöl täglich ändern können. Und auch, dass ein Händler auf den einzelnen Portalen mit unterschiedlichen Preisen vertreten sein kann. Es kann sogar sein, dass ein Händler auf einem Portal sein Heizöl billiger anbietet als auf seiner eigenen Internetseite.

Für eine Abfrage ist es sinnvoll, zwei Portale zu nutzen – manchmal findet sich ein sehr günstiges Angebot eines Lieferanten nur auf einem Portal. Wir empfehlen für eine Abfrage Heizoel24 oder Esyoil. Dort haben wir sowohl in unserem Test 2022 als auch in unseren Tests 2020, 2018, 2017 und 2016 die besten Preise gefunden.

Zusätzlich kannst Du Angebote bei tanke-guenstig und brennstoffboerse abfragen. Auch dort haben wir in unserem Test 2022 jeweils zweimal den günstigsten Preis bei unseren Abfragen gefunden.

  • findet oft den günstigsten Lieferanten
  • verschiedene Angebote pro Abfrage
  • übersichtliche Darstellung
  • gut geeignet zur Vorbereitung von Sammelbestellungen (Preismatrix)
  • aktuelle Informationen zur Marktentwicklung
  • findet oft den günstigsten Lieferanten
  • verschiedene Angebote pro Abfrage
  • übersichtliche Darstellung
  • aktuelle Informationen zur Marktentwicklung

Wovon hängt die Höhe des Heizölpreises ab?

Es gibt verschiedene Faktoren, die den Heizölpreis bestimmen – unabhängig von den Kosten für Beschaffung und von der Höhe der Steuern. 

Auf den ersten hast Du nur bedingt Einfluss: Deinen Wohnort. In Süddeutschland sind die Preise in der Regel höher als in Norddeutschland. In der Nähe von Raffinerien und Tanklagern zahlen Kunden weniger, als wenn sie weiter entfernt von diesen wohnen. Ist die Nachfrage in Deiner Region hoch, sind gewöhnlich auch die Heizölpreise höher als in Regionen mit geringerer Nachfrage. Die meisten Ölheizungen befinden sich dabei in Bayern (23 Prozent) und Baden-Württemberg (18 Prozent). 2022 kann sich ein geplantes Öl-Embargo gegenüber Russland zu weiteren Preisverschiebungen innerhalb Deutschlands entwickeln. Denn während die Raffinerien in Nord-, Süd- und Westdeutschland Rohöl aus Ländern der Europäischen Union geliefert bekommen, beziehen es jene in Ostdeutschland direkt aus Russland. Wird die Versorgung auf andere Wege umgestellt, kann das zu vorübergehenden Engpässen und damit auch höheren Preisen im Osten führen.

Weitere Faktoren bei einer Portalabfrage kannst Du selbst bestimmen: die Liefermenge, die Lieferfrist, die Heizölsorte und die Zahlungsart, die Du wählst. In der Regel zahlst Du umso weniger pro Liter, je mehr Du bestellst. Darüber hinaus kannst Du sparen, wenn Du bar oder mit EC-Karte zahlst, keine kurze Lieferfrist wünschst und die Standardsorte bestellst.

Große Bestellmengen kommen billiger 

Je kleiner die Bestellmenge, desto höher ist der Preis pro Liter. 2022 ist der Skaleneffekt aber kleiner als die Jahre zuvor: Wer zweimal 1.500 Liter bestellt statt einmal 3.000, zahlt rund 40 Euro mehr. Das haben wir in unserem Test 2022 festgestellt. Die Ersparnis bei größeren Bestellmengen ist kleiner als die, die wir in unseren Tests 2017 und 2020 gesehen haben.

Sammelbestellungen - Die wenigsten Haushalte bringen 5.000 Liter in ihren Tanks unter. Um solche Mengen zu bestellen, können sich mehrere Abnehmer zusammentun. Dafür, dass dann der Händler Tanks in verschiedenen Häusern befüllt, erhebt er aber einen Aufschlag. Prüfe daher immer erst einmal, ob die Kostenersparnis den Aufwand einer Sammelbestellung rechtfertigt. Mit rund 40 Euro weniger kannst Du 2022 rechnen, wenn Du mit einem Nachbarn 5.000 Liter zusammen bestellst.

Wann lohnt sich eine Ratenzahlung? 

Als Alternative zur Sammelbestellung bietet sich eine Ratenzahlung bei Bestellung einer größeren Menge an. Das Zahlen der Rechnung in mehreren aufeinanderfolgenden Monaten gewähren einige Händler seit wenigen Jahren.

Eine Ratenzahlung ist mit Aufschlägen gegenüber dem Bezahlen in bar oder mit Girocard (früher: EC-Karte) verbunden. Wenn Du Deine Lieferung auf einen Schlag bezahlen kannst, ist das immer günstiger, als in Raten zu zahlen. Eine Ratenzahlung kann sich jedoch lohnen, wenn Du so den Preisnachteil einer kleineren Bestellmenge ausgleichen kannst. In unserem Test 2017 stellten wir fest, dass die Mehrkosten bei 3.000 Litern und drei Zahlungsraten bei rund 100 Euro lagen, bei zwölf Raten bei fast 200 Euro. Aber: Wer dreimal 1.000 Liter auf einen Schlag zahlte, gab in Summe mehr aus, als jemand, der 3.000 Liter in drei Raten bezahlte. 

Willst Du nicht in Raten zahlen, ist die Girocard (EC-Karte) das bewährteste Zahlungsmittel. Manchmal verlangen Händler bei Barzahlung Aufschläge. Das Begleichen auf Rechnung oder per Lastschrift ist meist mit Aufschlägen verbunden.

Standard, Premium, Ecotherm – welche Sorte ist am besten? 

Lediglich eine Sorte ist standardisiert: Heizöl extraleicht schwefelarm (kurz „EL schwefelarm“, DIN 51603-1). Lieferanten führen sie nicht unbedingt unter dieser Bezeichnung, sondern geben ihr auch andere Namen: Heizöl normal, Heizöl Standard oder einfach nur Heizöl. Einheitlich ist: Die standardisierte Sorte ist die günstigste und zugleich mit Abstand die beliebteste. Rund 85 Prozent des über die Portale bestellten Heizöls gehört zur Standardsorte.

Fast überall bieten Händler auch eine Sorte mit bestimmten Zusätzen an: „Premium“, „Plus“, „Ecotherm“ oder „Super“ nennt sie sich. Die Zusätze – sogenannte Additive – verteuern das Heizöl, versprechen aber einen Mehrwert. Dieses Öl soll weniger Ablagerungen im Tank bilden und Filter und Düsen der Anlage kaum verstopfen. Die Kosten für Reparatur und Wartung sollen so geringer ausfallen. Auch gegen den typischen Geruch von Heizöl gibt es Zusätze.

Da es keinen Standard für ein „Premium-“ oder „Super-Heizöl“ gibt, lassen sich die Angebote für diese Sorten schwer vergleichen. Für 3.000 Liter Abnahme haben wir die Preise in unserem Test 2020 aber erhoben: Bei Esyoil und Heizoel24 zahlst Du zwischen 2 und 6 Prozent mehr für die Sorte mit Additiven.

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Welche Unterstützung gibt es für eine alternative Heizung?

Ist Deine Ölheizung in die Jahre gekommen, überlege Dir, welche andere Heizungstechnologie Du einbauen kannst und willst. Der Wechsel auf einen anderen Brennstoff muss nicht mit mehr Arbeit verbunden sein, als wenn Du einen neuen Ölkessel installieren lässt. Bedenke zudem: Ab 2026 darfst Du eine neue Ölheizung nur noch unter bestimmten Bedingungen einbauen.

Der Wechsel zu einem anderen Brennstoff kann sich für Dich schon 2022 lohnen. Holzpellets kosten weniger als Heizöl. Dank Fördermitteln für einen Pelletkessel sind die Vollkosten geringer als für eine neue Ölheizung.

Gibt es in Deinem Wohnort ein Fernwärmenetz, dann kannst Du Dir auch ein Angebot für einen Anschluss an dieses Netz machen lassen und die Preise für die Wärmelieferung erfragen. Fernwärme ist bislang im Schnitt teurer als eine Heizung mit Pellets, Heizöl oder Erdgas. Die Kosten für den Anschluss sollten jedoch geringer sein als die Investitionskosten für einen neuen Heizkessel und über die Bundesförderung effiziente Gebäude kannst Du einen Zuschuss für die Installation einer Übergabestation in Deinem Haus bekommen. Und Du sparst Dir die Betriebskosten für die eigene Heizung.

Eine Wärmepumpe in einem weniger energieeffizienten Gebäude zu nutzen, geht mit hohem Stromverbrauch einher. Vorteilhaft ist es, wenn Du zuerst Dein Haus zumindest teilweise dämmst und dabei eine Flächenheizung einbaust. Der Umbau des Wärmeverteilsystems und eine energetische Sanierung sind zwar aufwändig, aber auch hierfür gibt es Fördermittel über die KfW-Bank.

Fördermittel für Ausbau alter Ölkessel und Einbau neuer Heizanlagen

Sowohl für den Ausbau alter Ölkessel als auch für die Installation moderner Heizungsanlagen gibt es Fördermittel über die Bundesförderung effiziente Gebäude – Einzelmaßnahmen (BEG EM). Tauschst Du Deine Heizung gegen eine umweltfreundlichere aus, übernimmt der Staat folgende Anteile der Kosten:

  • bis zu 45 Prozent beim Einbau einer Wärmepumpe
  • bis zu 50 Prozent beim Einbau eines Biomasseheizkessels
  • bis zu 40 Prozent beim Einbau einer Gas-Hybridheizung in Verbindung mit einer solarthermischen Anlage, einer Wärmepumpe oder eines Biomasseheizkessels

Bei der Förderung ist es egal, ob Du selbst in Deinem Haus wohnst oder es vermietest. Willst Du die Fördermittel als Zuschuss erhalten, beantragst Du sie beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) und zwar, bevor Du ein Installationsunternehmen beauftragst. Beabsichtigst Du die neue Heizung über einen Kredit zu finanzieren, gewährt Dir die KfW-Bank einen solchen zu günstigen Konditionen und verrechnet die Förderung als Tilgungszuschuss.

Auch Bundesländer und Kommunen haben Förderprogramme zum Einbau von Heizungen auf Basis erneuerbarer Energien. Eine Übersicht findest Du im Ratgeber für solarthermische Anlagen. Über einen Fördermittel-Check beim gemeinnützigen Verbraucherportal CO2-online kannst Du Dir die Förderprogramme für Heizungen an Deinem Ort anzeigen lassen.

Beratung und steuerliche Vorteile

Alternativ kannst Du die Kosten für eine neue Heizung ab 2020 von der Steuer absetzen, wenn Du selbst im Haus wohnst: Insgesamt bis zu 20 Prozent, verteilt über drei Jahre. Du darfst dazu aber keine Fördermittel in Anspruch nehmen.

Wie teuer Dich eine neue Heizanlage zu stehen kommt, wie Du sie finanzierst und wie stark Du Deinen Wärmeverbrauch senken kannst, erfährst Du über den Modernisierungs-Check des gemeinnützigen Verbraucherportals CO2-online. Zudem erklären Dir Energieberater in den mehr als 700 Beratungsstellen der Verbraucherzentralen, welche Heiztechnologie für Dein Haus und Deinen Bedarf geeignet ist. 

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Ergebnisse früherer Finanztip-Untersuchungen

Autoren
Ines Rutschmann
Benjamin Weigl

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