Heizölportal-Test 2020

Günstig Heizöl bestellen – mit und ohne CO2-Preis

Ines Rutschmann Stand: 19. Juni 2020
Das Wichtigste in Kürze
  • Wer Heizöl braucht, findet über Vergleichsportale günstige Angebote.
  • Wir haben die Preise auf acht Heizölportalen verglichen: Heizoel24 und Esyoil zeigten meist die günstigsten Angebote.
  • Ab 1. Januar 2021 fällt auf Heizöl der CO2-Preis an und die Mehrwertsteuer steigt wieder auf 19 Prozent. Dies führt vermutlich zu einem Preissprung.
So gehen Sie vor
  • Beobachten Sie die Heizölpreise über einen längeren Zeitraum. Abonnieren Sie dazu am besten die kostenlosen Newsletter der Heizölportale.
  • Vergleichen Sie die Angebote auf Heizoel24 und Esyoil. Entscheiden Sie sich für einen günstigen Händler mit kurzer Lieferfrist.

Anfang 2020 lieferten sich Russland und Saudi-Arabien einen Preiskampf beim Erdöl – mit dem Ergebnis, dass der Ölpreis auf einen Tiefstand fiel. Die Heizölpreise zogen zeitverzögert mit und liegen im Juni auf dem niedrigsten Stand seit drei Jahren. Sinkt im Juli die Mehrwertsteuer auf 16 Prozent, kann Heizöl im zweiten Halbjahr 2020 noch günstiger werden – es aber nur bis Jahresende bleiben. Ab 2021 gilt wieder die höhere Mehrwertsteuer und der CO2-Preis beginnt zu wirken. Das dürfte den Brennstoff zum Jahreswechsel um 8 bis 9 Cent pro Liter teurer machen.

Wollen Sie noch 2020 Heizöl bestellen, dann machen Sie das am besten bis September – die Bestellungen zum Jahresende werden vermutlich ansteigen und die Lieferfristen dadurch länger sein. Der Tag der Lieferung entscheidet dabei, welche Steuern fällig werden. Wir haben getestet, auf welchen Portalen Sie günstige Heizölpreise finden. Die Lieferfristen stehen bei den Angeboten stets dabei.

Unser Test 2020: Welches Heizölportal hat die günstigsten Preise?

Es gibt eine Vielzahl von Vergleichsrechnern für Heizöl. Sieben voneinander unabhängige Vergleichsportale haben wir bei unserer Internetrecherche herausgefiltert. Zusätzlich haben wir aus unseren vorangegangenen Tests von 2017 und 2018 ein achtes Portal übernommen und alle zusammen untersucht (alphabetisch sortiert):

  • Brennstoffboerse
  • brennstoffhandel.de
  • Enxa
  • Esyoil
  • Fastenergy
  • Heizoel24
  • oelbestellung.de
  • tanke-günstig

Wir verwendeten für unsere Testabfragen die Postleitzahlen für 14 verschiedene Orte. Es sind Städte und Gemeinden, die sich über ganz Deutschland verteilen – von der Landgemeinde mit wenigen Tausend Einwohnern über Kleinstädte, kleinere Großstädte bis hin zu Millionenstädten. Die Abfragen erfolgten im Mai 2020 – für unterschiedliche Sorten, unterschiedliche Mengen und eine unterschiedliche Zahl von Lieferstellen.

Was haben wir auf den Portalen abgefragt?

Unsere Abfragen nahmen wir in zwei Durchgängen vor: Am ersten Durchgang nahmen alle acht gefundenen Portale für einen Heizöl-Preisvergleich teil. In die zweite Runde kamen nur die Portale, die im ersten Durchgang gute Ergebnisse gezeigt hatten.

1.    Abfragerunde für 3.000 Liter

Auf den acht Portalen fragten wir für eine Lieferstelle an allen 14 Postleitzahlen die Angebote für 3.000 Liter zwei verschiedener Sorten ab: Einmal für Heizöl extraleicht schwefelarm. Dieses ist nach DIN 51603-1 genormt. Es ist das am stärksten nachgefragte und daher auch das preiswerteste Heizöl. Auf den Portalen heißt es „Standard“, „Normal“ oder einfach „das Günstige“. Die andere Sorte entspricht ebenfalls der DIN-Norm, enthält aber Zusätze, damit beispielsweise bei der Verbrennung weniger Dreck anfällt. Diese Sorte wird als „Premium“, „Super“, „Plus“ oder „das Sparsame“ bezeichnet.

Die weiteren Einstellungen wählten wir bei den Abfragen in der ersten und auch in der zweiten Runde so offen wie möglich – aus zwei Gründen: Um das Erheben von Zuschlägen auszuschließen und um die Angebotspreise zwischen den einzelnen Portalen vergleichen zu können. Denn auf manchen Portalen lassen sich lediglich die Liefermenge, die Zahl der Abnahmestellen und die Postleitzahl festlegen. Sofern es möglich war, wählten wir daher diese Parameter: 

  • die Lieferfrist so lang wie möglich, 
  • die Lieferzeit so flexibel wie möglich,
  • den Schlauch so kurz wie möglich,
  • die Bezahlung erfolgt in bar und
  • es reicht ein Standard-Tankwagen zur Lieferung. 

Nur drei Portale zeigten für alle 14 Postleitzahlen mindestens ein Angebot: Heizoel24, Esyoil und Fastenergy. Bei tanke-günstig erhielten wir für eine Postleitzahl kein Angebot. Die anderen vier Portale lieferten für mindestens zwei Postleitzahlen kein Angebot.

Die Angebote auf Heizoel24, Esyoil, Fastenergy und tanke-günstig waren im Schnitt die günstigsten. Zugleich wichen die Bestpreise der einzelnen Portale maximal am wenigsten voneinander ab. Damit erfüllten diese vier Portale unsere Anforderungen im ersten Testdurchgang. Um sicher zu entscheiden, welche Portale wir empfehlen können, erhoben wir in einem zweiten Durchgang weitere Daten.

2.    Abfragerunde für Einzel- und Sammelbestellungen

In der zweiten Abfragerunde gab es nur noch vier Portale. Bei der Abfrage beschränkten wir uns auf die Standard-Sorte, variierten aber die Bestellmengen und die Abnahmestellen. Bei Sammelbestellungen schließen sich zumeist zwei bis vier Nachbarn zusammen, um durch eine höhere Bestellmenge von Preisvorteilen zu profitieren. Alle zusätzlich möglichen Einstellungen blieben wie im ersten Durchgang bestehen. Wir riefen die Preise für eine Abnahmestelle bei 1.000 Litern Liefermenge ab, verglichen aber auch die Preise für zwei Sammelbestellungen: Für 5.000 Liter bei zwei Abnehmern und für 10.000 Liter bei vier Abnehmern. 

Heizoel24 und Esyoil lieferten bei jeder Abfrage Angebote. Tanke-günstig zeigte bei einer Postleitzahl kein Angebot. Bei Fastenergy gab es an einem Ort bei der Abfrage für 10.000 Liter Heizöl kein Angebot.

Zwei Portale liegen eindeutig vorn: Heizoel24 und Esyoil

Es zeigte sich, dass Heizoel24 am häufigsten das Angebot mit dem günstigsten Preis zeigte – von insgesamt 70 Abfragen 40-mal oder zu rund 57 Prozent. Dahinter folgt Esyoil – zu rund 31 Prozent zeigte das Portal das günstigste Angebot.

Dabei nehmen sich Heizoel24 und Esyoil nicht viel: Im Schnitt sind die Angebote auf Heizoel24 um 0,5 bis 2 Prozent günstiger als bei Esyoil. Maximal können sich die Preise auf den beiden Portalen aber je nach Abnahmemenge um 50 bis 240 Euro unterscheiden.

An einzelnen Orten können die Preise auf Heizoel24 und auf Esyoil jeweils stärker über dem günstigsten Angebot auf tanke-günstig liegen: Bei 3.000 Litern Standard-Heizöl liegt die Differenz in Nürnberg bei fast 100 Euro. Bei 10.000 Litern liegen Esyoil und Heizoel24 mehr als 10 Prozent über dem günstigsten Preis von tanke-günstig – das bedeutet dann mehrere Hundert Euro Unterschied im Preis.

Häufigkeit des günstigsten Preises je Portal und Abfrage

abgefragte
Bestellmenge
Heizoel24EsyoilFastenergytanke-guenstig
1.000 Liter Standard11-mal4-mal--
3.000 Liter Standard7-mal6-mal-1-mal
3.000 Liter Premium6-mal7-mal-1-mal
5.000 Liter Standard8-mal3-mal1-mal2-mal
10.000 Liter Standard8-mal2-mal-4-mal

Liegt die Summe der günstigsten Preise pro Bestellmenge über 14, so haben mehrere Portale für eine Postleitzahl den günstigsten Preis angezeigt. 
Quelle: Finanztip-Recherche (Stand: 20. Mai 2020)

Mehr dazu im Ratgeber Ölheizung betreiben und Heizöl kaufen

  • Über eine Portalabfrage erhalten Sie günstige Angebote für Heizöl.
  • Unsere Anbieter-Empfehlung: Heizoel24, Esyoil

  • Ab 2026 dürfen Sie eine neue Ölheizung nur noch unter bestimmten Bedingungen installieren. Ein Standardkessel ist nach 30 Jahren auszubauen.

Zum Ratgeber

Im Norden günstig, im Süden teurer

Die Preise für Heizöl variieren bundesweit stark. Das haben wir auch schon in unserem Test 2018 festgestellt – damals kam der Preisunterschied allerdings auch durch den trockenen Sommer und den dadurch eingeschränkten Transport über die großen Flüsse zustande. Das führte dazu, dass beispielsweise im Rhein-Main-Gebiet die Heizölpreise vergleichsweise hoch waren. 

Das ist 2020 anders: Jetzt zahlen Sie in Süddeutschland mehr als in Norddeutschland. Maximal beträgt der Unterschied zwischen Esens in Niedersachsen und Mitwitz in Oberfranken mehr als 30 Prozent. Bei 1.000 Litern bedeutet das einen Preisunterschied von 200 Euro; bei 3.000 Litern sind es fast 600 Euro.

Leben Sie in einer Region, in der die Heizölpreise vergleichsweise hoch sind, überlegen Sie, ob Sie auf einen anderen Brennstoff wechseln wollen. Das lohnt sich vor allem, wenn Ihre Ölheizung schon älter ist. Die Preise für Holzpellets schwanken bundesweit deutlich weniger. Bei Erdgas hängen die Preise entscheidend von den Transportkosten über die Verteilnetze ab – in Bayern und Baden-Württemberg sind sie aber vergleichsweise niedrig. Ersetzen Sie Ihre Ölheizung durch eine Heizung, die zumindest teilweise mit erneuerbaren Energien arbeitet, gibt es auch Fördermittel vom Staat

Regionale Preisunterschiede in unserem Heizöl-Test

Ort und 
Postleitzahl
1.000 Liter
Standard
3.000 Liter
Standard
3.000 Liter
Premium
Esens, 26427410,55 Euro1.118,84 Euro1.190,24 Euro
Dortmund, 44135422,45 Euro1.321,97 Euro1.346,96 Euro
Drensteinfurt, 48317449,70 Euro1.360,17 Euro1.395,87 Euro
Hamburg, 20095476,83 Euro1.301,98 Euro1.373,38 Euro
Dippoldiswalde, 01744486,59 Euro1.294,84 Euro1.348,39 Euro
Köln, 50667492,66 Euro1.353,03 Euro1.382,66 Euro
Berlin, 10785504,20 Euro1.450,49 Euro1.539,74 Euro
Leipzig, 04103505,75 Euro1.442,28 Euro1.495,83 Euro
Potsdam, 14467509,44 Euro1.440,85 Euro1.497,97 Euro
München, 80997535,98 Euro1.554,02 Euro1.593,29 Euro
Frankfurt/Main, 60313556,09 Euro1.498,69 Euro1.550,45 Euro
Lindau, 88131568,23 Euro1.677,90 Euro1.731,45 Euro
Nürnberg, 90402590,12 Euro1.681,11 Euro1.729,31 Euro
Mitwitz, 96268624,63 Euro1.702,89 Euro1.756,44 Euro

Die Quelle: Finanztip-Erhebung (Stand: 20. Mai 2020)
Die Orte sind aufsteigend nach dem günstigsten Preis für 1.000 Liter Heizöl geordnet. Bei den aufgeführten Preisen handelt es sich stets um die günstigsten, die wir auf einem Vergleichsportal gefunden haben.

Wie in der Tabelle zu erkennen ist, kostet Premium-Heizöl durchgehend mehr als Standard-Heizöl. An den Orten in unserem Test betrug die Differenz bei 3.000 Litern zwischen 2 und 6 Prozent.

Wer mehr bestellt, zahlt pro Liter weniger – bis zu einem Punkt

Kleinere Mengen Heizöl zu bestellen, lohnt sich in der Regel nicht. Denn die Preise verringern sich mit wachsender Bestellmenge. Wer dreimal 1.000 Liter bestellt, bezahlt etwa 100 bis 150 Euro mehr, als wenn er einmal 3.000 Liter ordert. Diese Mehrkosten haben wir ermittelt, als wir die günstigsten Preise auf Heizoel24 und Esyoil jeweils für sich verglichen. Bei der Betrachtung des jeweils günstigsten Preises auf einem der beiden Portale zeigte sich allerdings an zwei Orten – Dortmund und Drensteinfurt –, dass ein Käufer für dreimal 1.000 Liter Normal weniger zahlte als für 3.000 Liter derselben Sorte.

Um vom Mengenrabatt zu profitieren, schließen sich Heizölkunden manchmal zusammen. Dann füllt ein Händler die Tanks von zwei, drei oder vier Nachbarn in einem Aufwasch. Wir wollten wissen, ob sich das lohnt und haben dazu die Abfragen für zwei Abnehmer von 5.000 Litern und für vier Abnehmer von 10.000 Litern durchgeführt. Ergebnis: Für zwei Nachbarn lohnt sich eine Sammelbestellung häufig, für vier weniger häufig.

Auf Heizoel24 gab es bei 5.000 Litern Abnahme an zehn Orten eine Ersparnis gegenüber der Bestellung von 3.000 Litern pro Liter – im Schnitt von 6 Prozent. Das bringt eine Ersparnis pro 5.000-Liter-Sammelbestellung von rund 90 Euro. An den anderen vier Orten führte die Sammelbestellung zu einem höheren Preis pro Liter. Bei Esyoil ist das Bild ähnlich: In elf Orten betrug die Ersparnis im Schnitt 3,6 Prozent beziehungsweise rund 50 Euro. An drei Orten lag der Literpreis bei einer Abnahme von 5.000 Litern über dem von 3.000 Litern.

Der Vorteil bei einer Sammelbestellung von 10.000 Litern mit vier Abnehmern gegenüber einer Sammelbestellung von 5.000 Litern und zwei Annehmern ist überschaubar. An fünf Orten gab es keine Ersparnis sondern Mehrkosten, wenn der günstigste Preis für 5.000 Liter auf einem Portal mit dem günstigsten Preis für 10.000 Liter auf einem Portal verglichen wurde. In den anderen neun Orten lag die Ersparnis zwischen 13 und 106 Euro – das waren im Schnitt 38,50 Euro. Nicht vergessen: Diese Ersparnis teilen sich vier Kunden. Ob dies den Aufwand der Abstimmung aller vier auf einen Liefertermin rechtfertigt, muss jeder für sich entscheiden.

Wie bestellen Sie günstig Heizöl?

Wollen Sie von den günstigen Heizöl-Preisen in 2020 profitieren, sollten Sie bis September bestellen. Denn die Heizöl-Portale erwarten zum Jahresende einen Ansturm. Der Grund: Ab 1. Januar 2021 beträgt die Mehrwertsteuer wieder 19 Prozent und der Staat erhebt den CO2-Aufschlag auf Heizöl. Das Ausstoßen von Kohlendioxid, das bei der Verbrennung von Heizöl entsteht, kostet damit etwas. Der Preis erhöht sich ab 2021 jedes Jahr. 2021 liegt er voraussichtlich bei 6,6 Cent pro Liter (netto). Heizöl dürfte sich dadurch um rund 8 Cent pro Liter verteuern (brutto). Wird Ihr Heizöl aber bis Silvester 2020 geliefert, berechnet der Lieferant keine Mehrkosten

Wenn Sie Heizölportale besuchen, sollten Sie zudem wissen: Die Preise sind eine Momentaufnahme. Haben Sie in der Vergangenheit die Erfahrung gemacht, dass ein bestimmtes Portal das günstigste Angebot für Sie hat, so muss dies nicht immer der Fall sein. Die Händler haben es in der Hand, welchen Heizölpreis sie auf welchem Portal einstellen.

Die Abfrage auf einem Portal ist denkbar einfach: Geben Sie Ihre Postleitzahl und die gewünschte Liefermenge an. Dann erscheinen Angebote für die Standard-Sorte und für einen Abnehmer. Diese Angebote beinhalten keine Extra-Gebühren wie beispielsweise für eine Expresslieferung oder eine Ratenzahlung. Verändern Sie die Einstellungen in der Suchmaske entsprechend, verteuern sich die Angebote. Sie können zudem für eine Sammelbestellung mehrere Abnehmer auswählen oder Angebote für eine andere Heizölsorte aufrufen.

Welche Regeln für den Einbau einer neuen Ölheizung gelten und wann Sie einen bestehenden Ölkessel ausbauen müssen, erfahren Sie in unserem Ratgeber Heizöl.

Autor
Ines Rutschmann

Stand: 19. Juni 2020


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