Heizölportal-Test 2015

Mit diesen Vergleichsrechnern finden Sie die besten Heizölpreise

Das Wichtigste in Kürze

  • Über Vergleichsseiten für Heizölpreise im Internet kaufen Sie in der Regel günstiger als direkt beim Händler vor Ort.
  • Doch auch unter den Portalen gibt es erhebliche Preisunterschiede: In unserem Test variierten die Angebote bei einer 3.000-Liter-Bestellung um mehr als 180 Euro.
  • Den Händler mit dem niedrigsten Preis fanden wir häufig auf den Vergleichsseiten Heizoel24 und Esyoil.

Wer sein Heizöl immer beim Händler am Ort bestellt, sollte mal einen Vergleichsrechner im Internet ausprobieren. Der Preisunterschied ist oft deutlich, denn die Anbieter im Netz verkaufen ihr Öl mit geringeren Gewinnmargen. Auf der anderen Seite konnten viele der regionalen Händler ihren Absatz über die Internetportale stark ausdehnen. Von diesen Mengenvorteilen profitieren Sie als Kunde. Finanztip hat die wichtigsten Portale getestet.

Wie die Portale arbeiten

Die Vergleichsrechner ermitteln für die gewünschte Post­leitzahl die Heizöl­preise regionaler Händler. In den meisten Fällen können die Kunden die Preise vergleichen und möglicherweise auch einen Händler ausschließen, mit dem sie schlechte Erfahrungen gemacht haben.

Eine Sonderstellung hat Fast Energy. Dieses Portal vermittelt für jede Region nur einen Händler. Das schlägt sich im Preis nieder: Mit den günstigsten Portalen kann Fast Energy nicht mithalten.

Möchte der Kunde Heizöl bestellen, kann er auf dem Portal über ein Onlineformular einen Liefer­vertrag mit dem Händler abschließen. Der Kunde muss dem Portal für dessen Vermittlungsleistung nichts zahlen. Händler dagegen führen in der Regel eine Provision an die Betreiber der Vergleichsrechner ab.

Community

Diskutieren Sie mit!

Haben Sie eine Frage zum Kauf von Heizöl? Diskutieren Sie mit anderen Lesern in der Finanztip-Community!

Bedienung der Seiten unterschiedlich

Sechs Vergleichsportale haben wir unter die Lupe genommen: oelbestellung.de, brennstoffboerse.de, Enxa, Esyoil, Fast Energy und Heizoel24.

Internetseiten, die lediglich die Vergleichsrechner von einem dieser Portale übernehmen, haben wir außen vor gelassen. Das gilt zum Beispiel für die Seite Heizöl.de, die nur die Daten von Esyoil anzeigt und diesem Portal Kunden zuführen soll.

Die Bedienung der Portale ist recht unterschiedlich:

  • Die Seite oelbestellung.de ist etwas unübersichtlich gestaltet. Außerdem sieht der Kunde die in Frage kommenden Händler am Anfang noch nicht. Dafür bekommt er die Preise für die verschiedenen Heizölsorten Standard und Premium auf einen Blick. So kann er leicht vergleichen.
  • Die Seite brennstoffboerse.de ist von der Systematik her genauso, aber optisch ansprechender.
  • Bei Enxa gibt der Kunde von vornherein eine Heizölsorte ein, was den Preisvergleich zwischen den Sorten etwas umständlicher macht. Als Ergebnis erhält der Kunde in den meisten Städten mehrere Händler mit ihren jeweiligen Preisen.
  • Esyoil zeigt nur eine Heizölsorte auf einer Ergebnisseite an, dafür mehrere Händler, die teilweise mehr als 1.000 Kundenbewertungen haben. Das erleichtert die Einschätzung.
  • Fast Energy führt zwar mehrere Sorten auf einer Seite auf, dafür nur den einen, festen regionalen Händler.
  • Die Seite von Heizoel24 ist die modernste und ansprechendste. In der Ergebnisabfrage sieht der Kunde mehrere Sorten Heizöl. Die Händler werden ihm aber erst angezeigt, wenn er sich registriert hat. Dann kann er auch noch den Lieferanten wechseln, wenn ihm der preisgünstigste aus anderen Gründen nicht zusagt.

Deutliche Preisunterschiede zwischen den Rechnern

Die Vergleichsrechner lieferten bei unserem bundesweiten Test für zwei Ölsorten in vierzehn Gemeinden und Städten im Januar 2015 sehr unterschiedliche Ergebnisse. Zum Teil lagen mehr als 180 Euro zwischen dem niedrigsten und dem höchsten Preis für eine Bestellung von 3.000 Litern der Premiumsorte. Der Vergleich lohnt sich also für Verbraucher.

Die günstigsten Preise hatten Heizoel24, Esyoil und brennstoffboerse.de. Da brennstoffboerse.de aber einige der getesteten Orte nicht beliefert, haben Sie mit den Portalen Heizoel24 und Esyoil die größte Chance, den günstigsten Anbieter zu finden.

Die beiden Vergleichsportale lagen bei unserer Untersuchung vom Preis her extrem dicht beieinander. Je nach Stadt war mal der eine, mal der andere Rechner günstiger. Da es sehr schnell geht, den jeweils billigsten Anbieter herauszusuchen, raten wir, beide Portale zu verwenden und dann beim günstigeren zu bestellen.

Heizoel24

  • findet oft den günstigsten Lieferanten
  • meist verschiedene Angebote pro Abfrage
  • übersichtliche Darstellung
  • gut geeignet zur Vorbereitung von Sammelbestellungen (Preismatrix)
  • aktuelle Informationen zur Marktentwicklung

Esyoil

  • findet oft den günstigsten Lieferanten
  • meist verschiedene Angebote pro Abfrage
  • übersichtliche Darstellung
  • aktuelle Informationen zur Marktentwicklung

Wie groß der Preisunterschied zwischen den beiden besten Anbietern und einem weniger preisgünstigen Portal ist, sehen Sie in der folgenden Tabelle. Sie zeigt den Durchschnittspreis für 100 Liter Standard- und Premiumöl über alle getesteten Orte hinweg:

Preisvergleich auf verschiedenen Portalen (in Euro)

HeizölportalEnxaEsyoilHeizoel24
Durchschnittspreis Standard62,2954,7154,58
Durchschnittspreis Premium63,9556,2456,26

Quelle: eigene Recherche (Stand: 22. Januar 2015)

So haben wir getestet

Heizölportal-Test 2015
Finanztip hat die Portale an zwei Tagen im Januar 2015 getestet. In erster Linie ging es darum, welcher Rechner die günstigsten Heizölpreise findet. Wir haben uns auf große, zum Stichtag bundesweit agierende Portale beschränkt. Diese sechs Seiten haben wir untersucht:

  • oelbestellung.de
  • brennstoffboerse.de
  • Enxa
  • Esyoil
  • Fast Energy
  • Heizoel24

Auf diesen Portalen haben wir am 19. und 22. Januar Tarife in 14 Postleitzahlen-Regionen abgerufen. Diese Regionen ergeben eine repräsentative Mischung aus Dörfern, Kleinstädten und Großstädten, die über das gesamte Bundesgebiet verteilt sind. Abgefragt haben wir jeweils die Preise für die Sorten „Standard schwefelarm“ und „Premium“ sowie jeweils drei Heizölmengen: 1.000, 3.000 und 20.000 Liter. Die Auswahl dieser drei Mengen hatte folgenden Grund:

  • 1.000 Liter sind eine typische Menge zum Nachfüllen von Tanks von Einfamilienhäusern.
  • 3.000 Liter sind gängig, wenn der Tank eines Einfamilienhauses fast leer ist.
  • 20.000 Liter bestellen häufig Hausverwaltungen von kleineren Mehrfamilienhäusern.

Artikel verfasst von

Jens Tartler

ehemaliger Finanztip Redakteur für Energie & Reise (bis September 2016)

Jens Tartler schrieb insbesondere über die Themen Energie und Reise. Zuvor arbeitete er als Redakteur für das Handelsblatt und die Financial Times Deutschland. Vertiefende Einblicke in die Branchen Verkehr und Energie gewann er als Pressesprecher eines Unternehmens sowie eines Dachverbands.