ETF-Sparplan

Mit Aktien-Indexfonds langfristig Vermögen aufbauen

Das Wichtigste in Kürze

  • Möchten Sie langfristig Vermögen aufbauen und haben regelmäßig ein wenig Geld übrig, dann eignet sich ein Aktien-Sparplan.
  • Sie brauchen dafür ein günstiges Wertpapierdepot und einen kostengünstigen Aktien-Indexfonds (ETF), der viele Aktien aus der ganzen Welt enthält.
  • Beim Sparplan bleiben Sie flexibel: Sie entscheiden, wie hoch Ihre Rate ist und wie oft im Jahr Sie Geld einbezahlen. Sie können Ihre Raten auch aussetzen oder Geld entnehmen.
  • Halten Sie mindestens 10 bis 15 Jahre, besser länger durch und bewahren Sie sich mit breit aufgestellten ETFs gute Renditechancen. Risiken gleichen sich über die Zeit aus.
  • Um Vermögen aufzubauen, sollten Sie mit ETFs ansparen, die Dividenden wieder im Fondsvermögen anlegen (thesaurieren).

So gehen Sie vor

  • Wählen Sie den ETF, mit dem Sie ansparen wollen. Weltweit investieren ETFs von iShares (ISIN: IE00B4L5Y983), Source (IE00B60SX394) oder Xtrackers (LU0274208692).
  • Schauen Sie in unserer Tabelle nach, bei welchen kostenlosen Depots es Ihren ETF im Sparplan gebührenfrei zu kaufen gibt.
  • Falls Sie noch kein Depot haben: Eröffnen Sie eines ohne Grundgebühr, zum Beispiel bei der Onvista Bank oder Flatex. Haben Sie bereits ein Depot, überlegen Sie, ob sich ein Wechsel lohnt.
  • Richten Sie den Sparplan ein: Sie müssen die Wertpapier-Identifikationsnummer (ISIN) des ETF entragen sowie eine Rate und ein Referenzkonto, von dem Ihr Beitrag abgeht.
  • ETFs für den Sparplan sind oft nicht dauerhaft kostenlos. Läuft eine Aktion aus, wägen Sie ab, ob Sie das Depot wechseln und Vermögen übertragen wollen.
  • Unser Tipp: Bleiben Sie zu aktuellen ETF-Empfehlungen immer auf dem Laufenden - mit unserem kostenlosen Newsletter!

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Wenn Sie Geld anlegen wollen, müssen Sie nicht immer gleich eine große Summe auf der hohen Kante haben. Auch wenn Sie jeden Monat kleine Beträge ansparen, können Sie über die Jahre Vermögen aufbauen. Eine gute Möglichkeit dafür ist ein Sparplan mit günstigen Aktien-Indexfonds (ETFs). Um in einen Sparplan anzulegen, brauchen Sie ein Wertpapierdepot.

Für wen eignet sich ein Sparplan?

Ein Sparplan eignet sich für Verbraucher, die Vermögen aufbauen wollen, monatlich aber nur kleinere Beträge übrighaben. Bei den meisten Banken sind Sparpläne ab 50 Euro im Monat möglich, bei manchen Banken auch ab 25 Euro im Monat.

Der Sparplan eignet sich außerdem für alle, die bei ihrer Geldanlage und Altersvorsorge auf die Rendite achten, aber gleichzeitig flexibel bleiben wollen. Wer seine Raten einmal nicht bedienen kann oder plötzlich mehr Geld zur Verfügung hat, kann die Zahlungen aussetzen oder erhöhen. Wer in eine Notlage gerät, kann die Wertpapiere im Sparplan außerdem jederzeit verkaufen.

Und so funktioniert ein Sparplan

Ein Fondssparplan kauft jeden Monat Anteile an einem Investmentfonds in Höhe der vom Kunden festgelegten Rate. Weil der Fonds in eine Vielzahl von Wertpapieren (Aktien) investiert ist, verteilt er das Risiko für Sparer: Fällt ein Wertpapier aus oder macht Verluste, ist das kein Drama, solange die anderen gut laufen. Wichtig: Um einen Sparplan zu eröffnen, braucht es zunächst ein Wertpapierdepot. Wo es gute und günstige Depots für den Sparplan gibt, lesen Sie weiter unten.

Worauf müssen Sie achten?

Wenn es um den langfristigen Vermögensaufbau geht, kommen Sie um Aktienfonds nicht herum. Finanztip zieht die sogenannten börsengehandelten Indexfonds (ETFs) den aktiv verwalteten Aktienfonds vor: ETFs sind einfach, billig, transparent und bequem. Dies ist besonders beim langfristigen Fondssparen vorteilhaft.

Aktien-Indexfonds kopieren einen Aktienindex

Anleger können in Aktien-Indexfonds über Jahrzehnte einzahlen, ohne sich Gedanken darüber machen zu müssen, ob der Fondsmanager einen guten oder schlechten Job macht. Denn ETFs haben keine Manager, die Fehlentscheidungen treffen können. Diese Fonds entwickeln sich immer so wie der jeweilige Aktienindex, den sie kopieren – abzüglich der Verwaltungskosten, die meist einige Zehntel Prozent der Anlagesumme ausmachen.

Mehr Details zu den Vorteilen und der Funktionsweise von Indexfonds lesen Sie im Ratgeber ETFs.

Wer lange durchhält, profitiert

Mit einem Sparplan auf einen Aktien-Indexfonds kaufen Sie regelmäßig Fondsanteile. Da Aktienkurse zum Teil stark schwanken, schwankt auch der Wert von ETFs. Es ist also möglich, dass ein Aktien-Sparplan zwischenzeitlich ins Minus gerät. Wir raten Ihnen deswegen, nur Geld in einem solchen Sparplan anzulegen, das Sie die nächsten 10, besser 15 Jahre nicht benötigen. Denn auf lange Sicht wurden Verluste in der Vergangenheit immer wieder aufgeholt. Ein langer Atem ist beim Fondssparen also Pflicht.

Das Durchhaltevermögen der Sparer wurde in der Vergangenheit meistens mit ansehnlichen Renditen belohnt. Ein Sparplan auf einen börsengehandelten Indexfonds, der den Weltaktienindex MSCI World nachbildet, hätte zwischen Jahresbeginn 2003 und Jahresende 2017 bei einer monatlichen Sparrate von 100 Euro eine durchschnittliche Rendite von 8,6 Prozent erzielt, nach Abzug der Kaufkosten.

Geht man weiter zurück in die Vergangenheit, waren aber auch deutlich höhere und niedrigere Renditen möglich, wie die folgende Tabelle zeigt.

Beispiele: Rendite von Sparplänen über 15 Jahre (100 € im Monat)

Jahr Beginn Jahr Ende Endbetrag durchschnittliche Rendite pro Jahr
1969 1984 43.534 € 10,95 %
1974 1989 60.447 € 14,78 %
1979 1994 36.639 € 8,91 %
1984 1999 58.814 € 14,46 %
1989 2004 27.125 € 5,25 %
1994 2009 18.727 € 0,52 %
2000 2015 32.220 € 7.36 %
2002 2017 35.794 € 8,63 %

Quelle: MSCI, Finanztip-Berechnung auf MSCI World Net abzüglich Verwaltungskosten (Stand: 6. April 2018)

Wann Sie zu sparen beginnen, ist nicht so wichtig

Einen Sparplan auf einen Aktien-Indexfonds können Sie unabhängig vom aktuellen Geschehen an den Börsen abschließen. Der Einstiegszeitpunkt ist nicht so wichtig, weil zu Beginn nur wenig Kapital in einem Sparplan steckt. Fallen zunächst die Kurse, ist das kein Grund zur Aufregung. Denn beim Sparplan kaufen Sie ja über einen langen Zeitraum verteilt Aktien ein. Falls der Kurs stark schwankt, kommen Sie also mal etwas teurer, mal etwas billiger zu Ihren Aktien.

Anders als der Einstiegs- hat der Ausstiegszeitpunkt großen Einfluss auf die Rendite eines Sparplans. Gegen Ende der Spardauer hat sich viel Kapital angesammelt, das mit den Kursen schwankt. Gehen die Börsen ausgerechnet dann in die Knie, kann das die Rendite mindern. Deshalb kann es vorteilhaft sein, die Fondsanteile länger zu behalten als geplant und auf eine Kurserholung zu hoffen, oder schon vorher auszusteigen, wenn das Sparziel erreicht ist.

Eine andere Möglichkeit besteht darin, Fondsanteile in den letzten Jahren der geplanten Laufzeit nach und nach in sichere Anlagen umzuschichten. Auf diese Weise sichern Sie Gewinne.

Mehr Information dazu erhalten Sie in unserem Ratgeber Richtig umschichten.

In welchen Aktienindex können Sie ansparen?

Wenn Sie in ETFs anlegen, ist es wichtig, das Risiko möglichst gut zu verteilen. Das bedeutet jedoch nicht, dass Sie mehrere Sparpläne abschließen müssen. Als Fundament für Ihre Aktienanlage genügt ein Indexfonds auf einen international orientierten Aktienindex. Wir empfehlen Ihnen einen Indexfonds auf den MSCI World.

Dieser setzt sich aus mehr als 1.600 Einzelunternehmen aus 23 Ländern zusammen. Gut 60 Prozent der Unternehmen stammen aus den USA. Es handelt sich vor allem um große Konzerne wie Apple oder Exxon Mobil, sogenannte Standardwerte, die global tätig sind. Eine Übersicht über die Indexverteilung nach Ländern und Branchen finden Sie in unserem Detailartikel zum MSCI World.

In der folgenden Tabelle haben wir noch weitere Indizes zusammengestellt, die sich für das Fondssparen mit ETFs eignen. Wir empfehlen Einsteigern Indizes, die große Unternehmen aus mehreren Ländern und verschiedenen Branchen enthalten. Einzelne Länderindizes wie der Deutsche Aktienindex (Dax) eignen sich nicht als Grundbaustein für ein Depot.

Indizes für ETF-Sparpläne

Index-Name Region Firmen überwiegend aus... Unternehmensgröße
MSCI World weltweit USA, Japan große und mittlere Unternehmen
MSCI All Country World weltweit USA, Japan, etwa elf Prozent Schwellenländer-Anteil große und mittlere Unternehmen
Stoxx Europe 600 Europa Großbritannien, Schweiz große, mittlere und kleine Unternehmen
MSCI Europe Europa Großbritannien, Schweiz große und mittlere Unternehmen

Quellen: MSCI, Stoxx (Stand: 14. März 2018)

Diese ETFs kommen infrage

Für den Weltaktienindex MSCI World oder gängige europäische Indizes gibt es Indexfonds von mehreren Anbietern. Sie unterscheiden sich nur geringfügig in der Wertentwicklung. Die Gebühren, die die Fondsgesellschaften für die Verwaltung der Fonds berechnen, bewegen sich je nach ETF zwischen 0,2 und 0,5 Prozent des Fondsvermögens pro Jahr. ETFs sind damit deutlich günstiger als aktiv gemanagte Fonds – also als Fonds, bei denen sich ein Fondsmitarbeiter um die Zusammensetzung der enthaltenen Aktien kümmert und regelmäßig Bestände austauscht. Dadurch sind die Verwaltungskosten höher als bei ETFs.

Für den Vermögensaufbau im Sparplan ist es besser, wenn die Dividenden eines ETFs wieder angelegt werden. Sparer profitieren dann von einem Zinseszinseffekt. Manche ETFs legen Dividenden automatisch wieder mit an (thesaurieren). Andere ETFs schütten die Dividende aus, aber die Depotbank kümmert sich darum, dass Dividenden gutgeschrieben werden.

Mit diesen ETFs auf den MSCI World können Sie gut ansparen:

Die ISIN ist die Wertpapier-Identifikationsnummer. Sie dient dazu, Indexfonds und andere Wertpapiere ohne Verwechslungsgefahr auszuwählen und zu kaufen. Manchmal finden Sie auch die WKN, die Wertpapierkennnummer, die demselben Zweck dient, aber etwas anders aussieht.

Diese Sparpläne empfiehlt Finanztip

Im März 2018 haben wir überprüft, welche Wertpapierhändler (Broker) und Onlinebanken gute Konditionen für den Kauf und Verkauf von Wertpapieren bieten – und gleichzeitig günstige Sparpläne im Programm haben. Sechs Anbieter können wir für das Wertpapierdepot empfehlen.

Mit mehr als 700 ETFs haben Sie bei Flatex das größte Angebot an Sparplänen. Die DKB stellt mehr als 400, die Comdirect mehr als 300, die Consorsbank noch deutlich über 100 ETFs zur Auswahl. Bei der Onvista Bank können Sie aus 80 ETFs für den Sparplan wählen. Alle Sparpläne sind bislang kostenlos. Die ING-Diba hat 72 ETFs für Sparpläne im Programm.

Onvista Bank
Online-Wertpapierdepot (Festpreis-Depot)

  • niedrige Gebühren: eine Order im Direkthandel kostet 6,50 Euro
  • alle gängigen Wertpapiere handelbar
  • gut 80 kostenlose Sparpläne

Flatex
Online-Wertpapierdepot

  • niedrige Gebühren: eine Order im Direkthandel kostet gut 6,60 Euro
  • alle gängigen Wertpapiere handelbar
  • 1,50 Euro für Sparplanraten, sehr viele kostenlose Sparpläne
  • Gebühr für ausländische Dividenden: 5 Euro pro Zahlung
  • Negativzinsen auf Verrechnungskonto

DKB
Online-Wertpapierdepot DKB-Broker

  • 10 Euro reguläre Gebühren für Orders bis 10.000 Euro, darüber 25 Euro
  • Sparplan 1,50 Euro, unabhängig von der Sparrate
  • kombinierbar mit Girokonto und Kreditkarte ohne Grundgebühr

ING-Diba Direkt-Depot
Online-Depot der ING-Diba

  • reguläre Gebühren von 4,90 Euro plus 0,25 Prozent des Orderbetrags, maximal 69,90 Euro
  • ETF-Sparplan für 1,75 Prozent der Sparrate, 1,75 Euro bei 100 Euro
  • kombinierbar mit Girokonto und Kreditkarte ohne Grundgebühr

Comdirect Depot
Online-Depot der Comdirect

  • reguläre Gebühren von 4,90 Euro plus 0,25 Prozent des Orderbetrags, minimal 9,90 Euro, maximal 59,90 Euro
  • Sparplan für 1,5 Prozent der Sparrate, 1,50 Euro bei 100 Euro; einige kostenlose Sparpläne
  • Depot kostenlos mit kostenlosem Girokonto oder Wertpapier-Sparplan, sonst 1,95 Euro pro Monat nach drei Jahren.
  • kombinierbar mit Girokonto und Kreditkarte ohne Grundgebühr

Consorsbank Depot
Online-Depot der Consorsbank

  • reguläre Gebühren von 4,95 Euro plus 0,25 Prozent des Orderbetrags, minimal 9,95 Euro, maximal 69 Euro
  • Sparplan für 1,5 Prozent der Sparrate, 1,50 Euro bei 100 Euro; viele kostenlose Sparpläne
  • kombinierbar mit Girokonto und Kreditkarte ohne Grundgebühr

Ansparen mit dem Weltaktienindex

In der folgenden Tabelle sehen Sie, welche unserer ETF-Empfehlungen auf den MSCI World Sie bei unseren Depotempfehlungen bekommen – und zu welchem Preis. Ausschüttende ETFs berücksichtigen wir nur, wenn der Depotanbieter Dividenden automatisch wieder mit anlegt. Zum Zeitpunkt unserer Untersuchung, im März 2018, gab es diesen Service bei Flatex und der Consorsbank.

ETFs auf den MSCI World: So viel kostet eine Sparplanrate von 100 Euro

Onvista Bank Flatex DKB ING-Diba Comdirect Consorsbank
Anzahl Sparpläne insgesamt 80 > 700 > 440 72 > 300 140
thesaurierende ETFs
iShares (ISIN IE00B4L5Y983) 0 € 1,50 € 1,50 € --¹ 1,50 € 1,50 €
Source (ISIN IE00B60SX394) -- 1,50 € 1,50 € -- -- --
Xtrackers (ISIN LU0274208692) -- 0 € 1,50 € 1,75 € 1,50 € 0 €
ETFs mit Wiederanlage der Dividenden
Lyxor (ISIN FR0010315770) -- 0 € -- -- -- 0 €
Comstage (ISIN LU0392494562) -- 0 € -- -- -- 1,50 €

¹ Das Zeichen -- bedeutet, dass die Bank/der Broker den ETF für den Sparplan nicht im Programm hat beziehungsweise nicht anbietet, dass bei ausschüttenden ETFs Dividenden wieder automatisch mit angelegt werden.
Quelle: Anbieter (Stand: 10. April 2018)

Alternativ zum MSCI World können Sie auch mithilfe des etwas breiter gefassten MSCI All Countries World Index (MSCI ACWI) ansparen. Dieser Index umfasst knapp 2.500 Aktien der größten Unternehmen aus Industrie- und Schwellenländern. Der Anteil der Schwellenländer liegt bei etwa 11 Prozent. Für diesen Index bietet auch die Comdirect einen kostenlosen ETF für den Sparplan (Stand: 13. April 2018).

ETFs auf den MSCI ACWI: So viel kostet eine Sparplanrate von 100 Euro

Onvista Bank Flatex DKB ING-Diba Comdirect Consorsbank
Anzahl Sparpläne Insgesamt 80 > 700 > 400 72 > 300 140
thesaurierende ETFs
SPDR (ISIN IE00B44Z5B48) --¹ 1,50 € 1,50 € -- -- --
Lyxor (ISIN FR0011079466) 0 € 0 € 0 €² 1,75 € 0 € 0 €²
iShares (ISIN IE00B6R52259) -- 1,50 € 1,50 € -- -- --

¹ Das Zeichen -- bedeutet, dass die Bank/der Broker den ETF für den Sparplan nicht im Programm hat.
² Die DKB lässt die kostenlos-Aktion planmäßig bis zum 31.12.2018, die Consorsbank bis zum 31.12.2019 laufen.  
Quelle: Finanztip-Recherche (Stand: 13. April 2018)

Ansparen mit europäischen Indizes

Im Weltaktienindex haben die Aktien US-amerikanischer Unternehmen ein großes Gewicht. Ihr Anteil macht mehr als die Hälfte des Indexwerts aus. Wer europäische Aktien etwas stärker gewichten will, kann ergänzend zum MSCI World auch noch einen europäischen Index besparen. In der Tabelle sehen Sie, bei welchen der von uns empfohlenen Depotbanken es welche unserer ETF-Empfehlungen gibt – und was sie kosten.

Ausschüttende ETFs berücksichtigen wir erneut nur dann, wenn der Depotanbieter Dividenden automatisch wieder mit anlegt. Zum Zeitpunkt unserer Untersuchung boten Flatex und die Consorsbank diesen Service an.

ETFs auf den Stoxx Europe 600: So viel kostet eine Sparrate von 100 Euro

Flatex DKB Consorsbank
Anzahl Sparpläne insgesamt > 700 > 440 140
thesaurierende ETFs
Xtrackers (ISIN LU0328475792, WKN DBX1A7) 0 € 1,50 € 0 €
Source (ISIN IE00B60SWW18, WKN A0RGCK) 1,50 € --¹ --
ETFs mit Wiederanlage der Dividenden
iShares (ISIN DE0002635307, WKN 263530) 1,50 € -- 1,50 €
Comstage (ISIN LU0378434582, WKN ETF060) 0 € -- 1,50 €

¹ Das Zeichen -- bedeutet, dass die Bank/der Broker den ETF für den Sparplan nicht im Programm hat beziehungsweise nicht anbietet, dass bei ausschüttenden ETFs Dividenden wieder automatisch mit angelegt werden.
Quelle: Anbieter (Stand: 10. April 2018)

ETFs auf den MSCI Europe: So viel kostet eine Sparplanrate von 100 Euro

Flatex DKB ING-Diba Consorsbank Comdirect
Anzahl Sparpläne insgesamt > 700 > 440 72 140 > 300
thesaurierende ETFs
Xtrackers (ISIN LU0274209237) 0 € 1,50 € 1,75 € 0 € 0 €
iShares (ISIN IE00B4K48X80) 1,50 € --¹ -- -- --
Source (ISIN IE00B60SWY32) 1,50 € -- -- -- --
ETFs mit Wiederanlage der Dividenden
Lyxor (ISIN FR0010261198) 0 € -- -- 0 € --
Deka (ISIN DE000ETFL284) 1,50 € -- -- -- --
iShares (ISIN IE00B1YZSC51) 1,50 € -- -- -- --

¹ Das Zeichen -- bedeutet, dass die Bank/der Broker den ETF für den Sparplan nicht im Programm hat beziehungsweise nicht anbietet, dass bei ausschüttenden ETFs Dividenden wieder automatisch mit angelegt werden.
Quelle: Anbieter (Stand: 10. April 2018)

Die Comdirect bot zum Zeitpunkt unserer Analyse (März 2018) nur Sparpläne auf wiederanlegende ETFs an, die den Stoxx Europe 600 abbilden. Sie ist daher in der oberen Tabelle nicht vertreten. Die Onvista Bank ermöglichte zum Zeitpunkt unseres Tests ausschließlich Sparpläne mit ausschüttenden europäischen Indizes und ist in beiden Tabellen nicht vertreten. Sparer müssten sich in dem Fall selbst darum kümmern, Dividenden wieder anzulegen – ein Aufwand, den wir für unpraktisch halten. Die ING-Diba bot zum Zeitpunkt unserer Analyse keinen Sparplan auf den Stoxx Europe 600 an.

Wie starten Sie Ihren Sparplan?

Haben Sie sich für einen Depotanbieter und einen ETF entschieden, mit dem Sie ansparen wollen, müssen Sie zunächst das Depot eröffnen, sofern Sie noch keines haben. Dazu müssen Sie persönliche Daten in ein Online-Formular eingeben und sich anschließend per Post-Ident-Verfahren in einer Postfiliale legitimieren. Rechnen Sie damit, dass es zwei Wochen oder länger dauern kann, bis Sie Zugang zu Ihrem Depot haben.

Sobald Sie sich einloggen können, suchen Sie in der Menüleiste nach dem Stichwort ETF-Sparplan. In der Regel genügt es dann, die Identifikationsnummer des ETFs anzugeben und das Sparintervall sowie die Sparrate festzulegen.

Sie können häufig wählen, ob Ihr Sparplan am 1. oder 15. eines Monats ausgeführt wird. Das bedeutet, die Depotbank kauft dann entweder zum Monatsbeginn oder zur Monatsmitte regelmäßig für Sie ETF-Anteile. Welcher Termin Ihnen lieber ist, könnte zum Beispiel davon abhängen, wann Ihr Gehalt auf Ihrem Konto eingeht und Sie in dem Moment besonders flüssig sind. Was den Kurs angeht, sollte das Ausführungsdatum am Ende keine Rolle spielen.

Die meisten Sparer wählen eine monatliche Rate. Sie können jedoch auch einstellen, dass nur alle drei Monate – dann eine größere Summe – abgebucht wird. Dies kann eine Möglichkeit für Sparer sein, die eine größere Summe in mehreren Etappen investieren wollen.

Was tun, wenn Ihr laufender Sparplan kostenpflichtig wird?

Kostet ein ETF bei einer Depotbank aktuell nichts, ist dies häufig nicht für immer so. Nach ein, zwei Jahren kann es passieren, dass die Depotbank die Aktion beendet.

Das liegt daran, dass in der Regel der ETF-Anbieter die Bankgebühren für Sparplan-Sparer für eine gewisse Zeit übernimmt. Er schafft dadurch einen Anreiz, dass Verbraucher mit dem ETF-Sparen beginnen. Aus Gründen der Wirtschaftlichkeit wird aber kein ETF-Anbieter dauerhaft Sparpläne subventionieren. Endet eine Aktion, verlangt die Bank oder der Broker die Gebühren dann wieder von den Kunden.

Als Sparer haben Sie in einem solchen Fall immer mehrere Möglichkeiten.

Einfach weiter sparen - Sie können den bestehenden Sparplan einfach weiter besparen. Die Gebühren verringern die Wertentwicklung pro Jahr um wenige Zehntel Prozentpunkte. Ein Beispiel: Wer pro Monat 100 Euro über 15 Jahre in einen ETF anspart, der pro Jahr 5 Prozent Rendite erzielt hat, verzichtet auf etwa 400 Euro Gewinn. So mancher mag das verschmerzen können.

Sparplan aussetzen - Alternativ können Sie Ihren laufenden Sparplan auch immer aussetzen (pausieren) oder beenden (löschen) und beim gleichen Depotanbieter mit einem anderen kostenlosen ETF weiter sparen. Das Guthaben im ersten ETF-Sparplan bleibt einfach liegen und entwickelt sich wie eine Einmalanlage mit dem Markt weiter.

Depotanbieter wechseln - Hat Ihre Depotbank keine weiteren kostenlosen ETF-Sparpläne auf breit gestreute, thesaurierende ETFs im Angebot, können Sie auch bei einem anderen Anbieter ein kostenloses Depot eröffnen. Sie können Ihre ETF-Anteile vom ersten Sparplan beim ursprünglichen Depotanbieter liegen lassen – oder in der Regel kostenlos auf das neue Depot übertragen. Der neue Anbieter kümmert sich um den Depotübertrag, der einige Tage dauern kann; Sie müssen in der Regel nur ein Formular ausfüllen.

Wie Sie sich entscheiden, hängt von Ihren persönlichen Präferenzen ab. Es ist nicht jedermanns Sache, alle paar Jahre das Depot zu wechseln – selbst, wenn es nichts kostet. Wen die Gebühren aber allzu sehr ärgern, hat keine andere Wahl, als sich immer mal wieder umzusehen.

Sonderfall Flatex

Beim Wertpapierhändler Flatex gibt es mehr als 350 ETFs kostenlos für den Sparplan – das mit Abstand größte Angebot unter allen Depotempfehlungen. Manche Kunden sind jedoch irritiert, da Flatex bei den ETFs stets sogenannte zusätzliche Handelskosten (ATC) mit angibt. Die Bezeichnung mag in die Irre führen: Die ATC sind bereits im Kaufpreis der ETF-Anteile inbegriffen. Sparer zahlen sie also nicht extra. Die Kosten rühren daher, dass Flatex die ETF-Anteile direkt vom ETF-Anbieter bezieht und nicht über die Börse. Für Kunden hat dieses Vorgehen keinen Nachteil, die Preise sind sehr nah am Börsenpreis.

Eine kleine Untersuchung und detailliertere Erklärung zum außerbörslichem Erwerb von ETF-Anteilen bei Flatex finden Sie in unserem Blog-Beitrag.

Mehr dazu im Ratgeber Wertpapierdepot

Sara Zinnecker
von Finanztip,
Expertin für Geldanlage

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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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