MSCI ACWI - ETFs auf den MSCI All Countries World Index

Eine gute Alternative für Sparer, die weltweit investieren wollen

Sara Zinnecker Stand: 21. Februar 2019
Das Wichtigste in Kürze
  • Wer langfristig Vermögen aufbauen will, kommt am Aktienmarkt nicht vorbei. Finanztip empfiehlt, in Indexfonds (ETFs) zu investieren, die einen weltweiten Aktienindex kostengünstig nachbilden.
  • Anleger sind mit ETFs auf den MSCI World Index gut beraten. Manchmal kann der MSCI All Countries World Index (MSCI ACWI) aber eine gute Alternative sein.
  • Der MSCI ACWI umfasst Aktien der 2.750 größten Unternehmen aus 47 Ländern der Welt. Darunter sind mit einem Anteil von etwa 11 Prozent auch Schwellenländer vertreten. Im Vergleich zum MSCI World, haben US-Aktien etwas weniger Gewicht.
  • In den vergangenen fünf Jahren lag die jährliche Rendite und Schwankung beim MSCI ACWI etwas niedriger als beim Standardindex MSCI World.
  • Je nachdem, wie dynamisch sich Länder wie China, Korea oder Mexiko entwickeln, kann in der Zukunft auch der MSCI All Countries World Index besser abschneiden.
So gehen Sie vor
  • Bietet Ihre Depotbank für den Sparplan keinen geeigneten ETF auf den MSCI World an, können Sie ohne Bedenken auf ETFs ausweichen, die den MSCI ACWI abbilden.
  • Möchten Sie etwas stärker in Schwellenländer und weniger in die US-Wirtschaft investieren als beim MSCI World, wählen Sie ebenfalls ETFs auf den MSCI ACWI.
  • Wir empfehlen Indexfonds der Anbieter SPDR (ISIN: IE00B44Z5B48) und iShares (ISIN: IE00B6R52259). Beide legen Dividenden automatisch wieder im Fondsvermögen an.
  • Ob der ETF sich die Indexentwicklung von einer Bank zusichern lässt (synthetische Nachbildung) oder die Aktien direkt kauft (physische Nachbildung), macht unseres Erachtens keinen Unterschied.

Viele Sparer möchten langfristig Vermögen aufbauen und sind auf der Suche nach einem Aktien-Indexfonds (ETF), der einen breit gestreuten Aktienindex kostengünstig nachbildet. Standardmäßig empfiehlt Finanztip ETFs auf den Weltaktienindex MSCI World. In bestimmten Fällen kann der sogenannte MSCI All Countries World Index, kurz MSCI ACWI, eine Alternative sein.

Was steckt im Aktienindex MSCI ACWI?

Der MSCI All Country World Index (ACWI) ist noch weiter gefasst als die Finanztip-Standardempfehlung MSCI World. Statt gut 1.600 Einzelwerte aus den Industrieländern der Welt verteilt der MSCI ACWI die Risiken am Aktienmarkt auf knapp 2.750 Unternehmen. Der Index bündelt die nach Börsenwert größten Firmen aus 23 Industrie- und 24 Schwellenländern. Darunter befinden sich zum Beispiel China, Südkorea, Indien oder Brasilien.

Insgesamt tragen die Aktien aus Schwellenländern rund ein Zehntel zum Indexwert bei. Aktien von US-amerikanischen Unternehmen machen knapp 55 Prozent des Indexwertes aus – beim MSCI World sind es knapp 62 Prozent.

Die Tabelle zeigt die zehn Aktien mit dem größten Indexgewicht, alle haben ihren Sitz in den USA.

Die zehn gewichtigsten Unternehmen im MSCI ACWI

 SitzBörsenwert
in Mrd. €1
Indexgewicht
in %
Sektor
AppleUSA700,61,84IT
Microsoft Corp.USA6631,74IT
Amazon.comUSA6211,63Konsumgüter

Facebook A

USA350,30,92IT

Johnson & Johnson

USA311,10,82

Gesundheit

Alphabet C2USA306,30,8IT
JP Morgan Chase & Co.USA303,20,8Finanzen
Alphabet A²USA293,30,77IT
Exxon Mobile Corp.USA270,40,71Energie
Bank of AmericaUSA235,40,62Finanzen

1 Der Börsenwert ist die Anzahl ausgegebener Aktien multipliziert mit dem Aktienkurs. 
2 Die C-Aktien des Internetkonzerns Google beinhalten, anders als die A-Anteile, keine Stimmrechte für die Aktionäre. 
Quelle: MSCI (Stand: 31. Januar 2019)

Etwas weniger Rendite und weniger Schwankung

Zwischen 2014 und 2018 erzielte der MSCI ACWI im Durchschnitt gut 8,2 Prozent Rendite pro Jahr, etwas weniger als der MSCI World (8,5 Prozent). Aber auch die Kursausschläge nach unten und oben waren pro Jahr im Durchschnitt minimal geringer. Die Aktien aus Schwellenländern haben also in diesem Zeitraum nicht etwa zu mehr Schwankung geführt.

Das muss aber nicht immer so sein. Es ist grundsätzlich denkbar, dass die Entwicklung der Internet- und Technologiefirmen in Ländern wie Taiwan, Südkorea oder China und Schwankungen an den Rohstoffmärkten punktuell größere Kursgewinne – aber auch Kursverluste – verursachen können.  

MSCI World und MSCI ACWI im Vergleich (2014 - 20181)

IndexRendite
in % pro Jahr
Schwankungsbreite2
in % pro Jahr
MSCI World8,513,2
MSCI ACWI8,213,1

1 Wir berechnen die durchschnittlichen Jahresrenditen und Schwankungsbreiten für den Fünf-Jahres-Anlagezeitraum 31. Dezember 2013 bis 31. Dezember 2018 anhand täglicher Kursdaten.
2 Die Schwankungsbreite bezeichnet die Abweichung vom Rendite-Mittelwert nach oben und unten. 
Quelle: MSCI, Finanztip-Berechnung (Stand: 20. Februar 2019)

Dann kommt der MSCI ACWI infrage 

Mit Blick auf die Rendite hat der Standard-Weltaktienindex MSCI World in den vergangenen Jahren besser abgeschnitten als der MSCI ACWI. Dieses Plus an Rendite ging mit geringfügig höheren Kursschwankungen einher. Wenn Sie günstig in weltweite Aktien anlegen möchten, sind Sie mit den Finanztip ETF-Empfehlungen auf den MSCI World gut beraten.

Allerdings bieten nicht alle Depotbanken geeignete ETFs auf den MSCI World gebührenfrei oder für den Sparplan an. In diesem Fall müssen Sie nicht gleich das Depot wechseln, sondern können auf Aktien-Indexfonds ausweichen, die den MSCI ACWI nachbilden.

ETFs auf den MSCI ACWI sind außerdem dann einen Blick wert, wenn Sie Chancen in der wirtschaftlichen Dynamik von aufstrebenden Nationen wie China, Südkorea oder Taiwan sehen. Gleichzeitig senken sie im Vergleich zum MSCI World das Gewicht von US-Aktien in Ihrer Anlage.

Welche ETFs auf den MSCI ACWI empfiehlt Finanztip?

Zum Zeitpunkt unserer Analyse im Januar und Februar 2019 konnten Anleger vier ETFs auf den MSCI ACWI an der Frankfurter Börse kaufen. 

Den ETF der Marke Xtrackers (ISIN: IE00BGHQ0G80) haben wir ausgeschlossen, da er noch keine vollen fünf Jahre am Markt ist – eine Grundvoraussetzung, damit ein ETF Finanztip-Empfehlung werden kann. 

Den ETF der Marke Lyxor (ISIN: LU1829220216) empfehlen wir seit November 2018 nicht mehr für einen Neukauf. Der Fondsanbieter hat den ETF von Frankreich auf eine neue Kapitalgesellschaft nach Luxemburg umgezogen. Die fünfjährige Kurshistorie fehlt dem neuen Fonds.

Die verbleibenden zwei ETFs der Anbieter SPDR (ISIN: IE00B44Z5B48) und iShares (ISIN: IE00B6R52259) können wir empfehlen, und zwar aus diesen Gründen:

  1. Sie haben eine ausreichen lange Historie bei der Wertentwicklung.
  2. Die ETFs lassen sich gut an der Börse kaufen und verkaufen – Anleger sind mit jeweils mehr als 100 Millionen Euro investiert.
  3. Die Anbieterseiten stehen Sparern auf Deutsch zur Verfügung.

Die beiden ETFs von SPDR und iShares legen allesamt Dividendenzahlungen direkt im Fondsvermögen wieder an. Man sagt auch: Sie thesaurieren die Erträge. Das kommt vor allem Sparern zugute, die langfristig Vermögen aufbauen wollen, etwa im Rahmen eines Sparplans. Die Dividenden profitieren genauso von einer (positiven) Wertentwicklung des Index, Anleger genießen eine Art „Zinseszinseffekt“.  

Gewinn von ETFs auf den MSCI ACWI (2014 - 2018)

Index
(ISIN)
Art der Nach-bildungKosten-quote (TER) p.a.Wertentwicklung  p.a.Gewinn, Anlage 10.000 €
MSCI ACWI  8,23 %4.848 €
SPDR
(IE00B44Z5B48)
physisch0,4 %8,25 %4.866 €
iShares
(IE00B6R52259)
physisch0,6 %7,97 %4.671 €

Quelle: Anbieter, Finanztip-Berechnung (Stand: 20. Februar 2019)

In unserer Analyse hat der ETF der Marke SPDR (ISIN IE00B44Z5B48) besser abgeschnitten als der iShares-ETF. Im Fünf-Jahres-Zeitraum von Anfang 2014 bis Ende 2018 hat er den Netto-Index in der Wertentwicklung leicht geschlagen. Der ETF von iShares (ISIN IE00B6R52259) liegt noch hinreichend nah am Netto-Index. Dabei kauft SPDR mehr Index-Aktien aus einer größeren Ländergruppe nach als iShares (gut 2.300 statt gut 1.400 Aktien). 

Der Netto-Index gilt bei ETFs in der Regel als Maßstab; er bildet die Wertentwicklung der im Index enthaltenen Aktien inklusive Dividenden ab. Sogenannte Quellensteuern sind abgezogen. Diese Steuern werden direkt im jeweiligen Herkunftsland eines Unternehmens von den Gewinnausschüttungen einbehalten.

SPDR MSCI ACWI UCITS ETF
ISIN IE00B44Z5B48 / WKN A1JJTC
  • ETF auf den MSCI All Countries World Index
  • physische Nachbildung des Index
  • Fonds legt Dividenden wieder im Fondsvermögen an (thesauriert)
Nur beim Anbieter abschließbar
iShares MSCI ACWI UCITS ETF USD (Acc)
ISIN IE00B6R52259 / WKN A1JMDF
  • ETF auf den MSCI All Countries World Index
  • physische Nachbildung des Index
  • Fonds legt Dividenden wieder im Fondsvermögen an (thesauriert)

Welchen der empfohlenen ETFs sollten Sie wählen?

Beide ETFs legen Dividenden automatisch wieder an. In diesem Fall haben Sie also keine Wahl, was die Ertragsverwendung angeht. Einige weitere Punkte sollten Sie dagegen in Betracht ziehen.

Sie sollten sich mit der ETF-Bauart wohlfühlen

Überlegen Sie, ob Sie sich eher mit einem ETF wohlfühlen, der eine optimierte Auswahl an Indexaktien einkauft (physischer ETF). Alternativ gibt es ETFs, die sich die Indexentwicklung über ein Tauschgeschäft mit einer Bank zusichern lassen (synthetischer ETF). Finanztip hält die Risiken beider Bauarten für vergleichbar gering. Mehr dazu lesen Sie im Ratgeber ETFs.

Unser Tipp: Nehmen Sie im Zweifel einen ETF, den Sie günstig bei Ihrer Depotbank oder Ihrem Broker bekommen.

Besonders günstige ETFs sind nicht immer besser

Sie sollten ETFs nicht allein nach der Wertentwicklung zu einem bestimmten Stichtag und/oder der Kostenquote beurteilen. Es gibt mehrere Faktoren, warum ein ETF in einem Jahr vergleichsweise besser, im nächsten schlechter abschneidet. Dazu zählen die optimierte Auswahl von Indexaktien, Vereinbarungen zur Wertpapierleihe oder die Ausgestaltung der Tauschgeschäfte mit Banken. Der ETF muss sich jedes Jahr aufs Neue beweisen.

Steuerregeln sind seit 2018 einheitlich

Da sich die Steuerregeln seit 2018 angeglichen haben, sind auch steuerliche Aspekte für die Wahl nicht länger ausschlaggebend. Egal, ob der ETF physisch oder synthetisch, ausschüttend oder thesaurierend, in Deutschland oder im Ausland aufgelegt ist: Seit 2018 erhebt der Fiskus jährlich vorab und anhand einer Pauschale einen kleinen Betrag an Abgeltungssteuer. Details dazu finden Sie auch in unseren Ratgebern zu ETFs und zur Investmentsteuerreform.  

Währung bringt kein extra Risiko

Viele, vor allem weltweit streuende physische ETFs, sind in US-Dollar notiert. Synthetische ETFs finden Sie auch schon mal in Euro. Am Ende ist die Notierung nur ein Preisschild für den Wert der zugrundeliegenden Indexaktien. Auch ein nachträglich in Euro umgerechneter Weltaktienindex hat seinen Wert seit 1975 jedes Jahr durchschnittlich 8,4 Prozent gesteigert. Im Ratgeber zum MSCI World lesen Sie mehr zum Wechselkurseffekt.

So haben wir untersucht

ETFs auf den MSCI ACWI 2019

Folgende Auswahlkriterien mussten die ETFs erfüllen, um in die Finanztip-Analyse im Januar und Februar 2019 aufgenommen zu werden:

  1. Die Fondsanteile mussten an einer deutschen Börse gehandelt werden. Andernfalls steigen die Nebenkosten beim Erwerb an.
  2. Die gesetzlich vorgeschriebenen Anleger-Informationen mussten auf einer deutschsprachigen Website abrufbar sein.
  3. Wir haben nur ETFs berücksichtigt, die vor 2014 auf den Markt gekommen sind. Ohne eine entsprechende Historie ist eine Untersuchung der Wertentwicklung kaum aussagekräftig.
  4. Das Fondsvolumen musste wenigstens 100 Millionen Euro betragen. Zu kleine Fonds sind langfristig möglicherweise nicht rentabel. Sie laufen Gefahr, zusammengelegt oder geschlossen zu werden.

Berechnet haben wir im Zeitraum vom 31. Dezember 2013 bis 31. Dezember 2018 die Wertentwicklung der zwei ETFs, die unsere Kriterien erfüllten: dem ETF der Marke SPDR (ISIN: IE00B44Z5B48) und dem ETF der Marke iShares (ISIN: IE00B6R52259). Dazu haben wir die von den Fondsgesellschaften ausgewiesenen Netto-Inventarwerte (englisch: Net Asset Value, NAV) herangezogen.

Der NAV ist die Summe aller Vermögenswerte abzüglich der Verbindlichkeiten geteilt durch die Anzahl der ausgegebenen Fondsanteile. Er wird auf Basis der Schlusskurse der im Fonds enthaltenen Wertpapiere berechnet. Die Verwaltungskosten (Total Expense Ratio, TER) sind im NAV bereits enthalten.

Die Fonds weisen den NAV in US-Dollar aus. Wir haben die Werte in Euro umgerechnet. Dazu verwendeten wir die von der Bundesbank veröffentlichten Schlusskurse auf Tagesbasis.

Folgende ETFs bildeten die Grundgesamtheit der Untersuchung. Sie sind an der Börse Frankfurt gelistet. Wir haben sie nach investiertem Vermögen geordnet.

ETFs auf den MSCI ACWI

Anbieter
(ISIN)
Bauart und
Verwendung
des Ertrags
investiertes
Vermögen
in Mio. €
Auflage-
Datum
Kommentar
SPDR 
(IE00B44Z5B48)
physisch-
thesaurierend
1.208,8 18.05.2011 
iShares (IE00B6R52259)physisch-
thesaurierend
619,7 21.10.2011 
Xtrackers  (IE00BGHQ0G80)physisch-thesaurierend225,810.02.2014noch keine vollen 5 Jahre am Markt

Lyxor (LU1829220216)

synthetisch-thesaurierend315,008.11.20182018 in Luxemburg neu aufgelegt;  noch keine vollen 5 Jahre am Markt

Quelle: Anbieter, Börse Frankfurt (Stand 11. Februar 2019)

Mehr dazu im Ratgeber Wertpapierdepot

  • Mit dem richtigen Wertpapierdepot zahlen Sie wenig fürs Kaufen und Verkaufen von Aktienfonds (ETFs).
  • Unsere Empfehlung der günstigsten Anbieter: Flatex und Onvista-Bank; die besten Kombiangebote aus Depot, Girokonto und Kreditkarte: DKB, Comdirect, Consorsbank und ING.

Zum Ratgeber

Autor
Sara Zinnecker

Stand: 21. Februar 2019


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