Kfz-Versicherung kündigen

Vorlage: Kündigung der Autoversicherung

von der Experten-Redaktion von Finanztip

Die meisten Kfz-Policen lassen sich jedes Jahr zum 30. November kündigen. Erledige Vergleich und Neuabschluss vorher. Nutze zur Kündigung unser Mus­ter­schrei­ben.

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Wie geht der Wechsel?

Der neue Tarif sollte die gleiche oder eine bessere Leistung zu einem günstigeren Preis bieten. Gleiche die Ergebnisse der Vergleichsportale daher mit dem alten Vertrag ab. Prüfe außerdem, ob einige Klauseln des alten Tarifs vielleicht überflüssig sind oder wichtige Leistungen fehlen.

Kündigen ist einfacher geworden, denn für Verträge, die Du nach dem 1. Oktober 2016 geschlossen hast, reicht eine E-Mail. Wichtig ist nur, dass die Mail Dir eindeutig zugeordnet werden kann. Verwende daher eine E-Mail-Adresse, die bei der Versicherung hinterlegt ist. Außerdem ist es sinnvoll, zusätzlich die Vertragsnummer und eine Adresse anzugeben, die der Anbieter in seinen Unterlagen wiederfindet.

Kündige ältere Verträge einfach per Brief mit Einschreiben oder per Fax. Hebe beim Fax den Sendebericht auf. Die Kündigung ist erst gültig, sobald sie bei der alten Versicherung eingegangen ist. Das muss innerhalb der Kündigungsfrist geschehen, in der Regel also bis spätestens zum 30. November.

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Bei der E-Mail musst Du beweisen können, dass die Kündigung bei der Versicherung eingegangen ist. Fordere eine Lesebestätigung ein, außerdem solltest Du das Schreiben im Postausgang speichern und samt Zieladresse und Datum ausdrucken. Achte darauf, ob die Versicherung die Kündigung zügig bestätigt – wenn nicht, hake nach.

Zusätzlich kann das Schreiben an die Versicherung das Kennzeichen und den Zeitpunkt der Kündigung enthalten. Es ist immer gut, auch den Grund anzugeben, beispielsweise Beitragserhöhung oder Verkauf des Wagens.

Verkaufst Du das Auto, ist es auch sinnvoll, Name und Adresse des Käufers aufzuführen. Auf ihn geht die Versicherung für das Auto zunächst über. Du gehst auf Nummer sicher, wenn Du Dein altes Auto bei der Zulassungsstelle abmeldest. Das geht auch, indem Du im Kaufvertrag vereinbarst, dass der Käufer das Auto auf sich ummeldet.

Ein Vergleich der Kfz-Versicherung bis etwa zum 20. November stellt sicher, dass die Zeit für die Kündigung nicht zu knapp wird. Verschicke das Schreiben an die alte Versicherung erst, wenn Dir die neue Gesellschaft bereits den neuen Vertrag bestätigt hat. Sonst kann es möglicherweise in der Kaskoversicherung Probleme geben. Denn bei Voll- oder Teilkasko kann eine Versicherung Dich auch ablehnen, im Gegensatz zur Kfz-Haftpflichtversicherung.

Wann endet die Kündigungsfrist?

Die meisten Verträge in der Kfz-Versicherung laufen bis zum Jahresende (Hauptfälligkeit) und haben eine ordentliche Kündigungsfrist von einem Monat zum Ende der Vertragslaufzeit. Das bedeutet: Für die meisten Versicherungen ist der 30. November der Stichtag für die Kündigung. An diesem Tag muss die Kündigung also bei Deinem Versicherer ankommen („zugehen“). Die neue Versicherung beginnt dann am 1. Januar des Folgejahres.

Bei einem neuen Vertragsabschluss solltest Du möglichst an der Laufzeit bis zum 31. Dezember festhalten, damit Du auch in Zukunft von günstigen Versicherungsprämien zur Wechselsaison profitieren kannst.

Nicht bei allen Versicherungen gilt der Vertrag allerdings bis zum Jahresende. Einige schließen Kfz-Versicherungen auch mit unterjähriger Laufzeit ab. Dann läuft der Vertrag beispielsweise bis Ende März. Da die Kündigungsfrist auch dann einen Monat beträgt, müsste die Kündigung in diesem Fall bis Ende Februar bei der Versicherung eingegangen sein.

Wann habe ich ein außerordentliches Kündigungsrecht?

In der Kfz-Versicherung hast Du ein außerordentliches Kündigungsrecht – und zwar in diesen Fällen:

  1. Nach einer Erhöhung des Versicherungsbeitrags ohne Erhöhung des Ver­si­che­rungs­schutzes,
  2. nach einer Senkung des Ver­si­che­rungs­schutzes ohne Senkung der Beiträge,
  3. nach einem Schadensfall,
  4. sowie beim Verkauf des Autos (für den Käufer).

Sobald Dir Deine Versicherung eine Beitragserhöhung oder Leistungssenkung angekündigt hat, hast Du einen Monat Zeit, Dein Son­der­kün­di­gungs­recht zu nutzen. Beispiel: Die Versicherung erhöht die Prämie mit einem Brief vom 15. November. Dann läuft die außerordentliche Kündigungsfrist bis zum 14. Dezember.

Viele Anbieter versenden die Schreiben zur Beitragshöhe des Folgejahres allerdings erst nach dem 30. November. Werde also nicht nervös, wenn Du den Zeitpunkt für eine ordentliche Kündigung verpasst hast: Steigt der Beitrag, kannst Du auch lange nach diesem Datum noch außerordentlich kündigen. Wenn Du aber beispielsweise Deinen Wohnort wechselst und Deine Versicherung dadurch teurer wird, steht Dir kein außerordentliches Kündigungsrecht zu.

Eine außerordentliche Kündigung ist hingegen möglich, wenn Deine Versicherung einen Schaden reguliert hat. Damit ist der Zeitpunkt gemeint, zu dem der Versicherer für den Schaden gezahlt hat (auch teilweise) oder die Übernahme der Kosten abgelehnt hat. In der Folge kannst Du Deinen Vertrag innerhalb von einem Monat kündigen – entweder mit sofortiger Wirkung oder zum Ende des laufenden Versicherungsjahres. Allerdings hat auch die Versicherung das Recht, nach einem Schaden zu kündigen.

Eine besondere Möglichkeit zum Kündigen hat, wer ein Auto kauft. Ist es nicht anders geregelt, gilt die Kfz-Versicherung des Verkäufers für Deinen neuen Wagen mindestens für einen weiteren Monat. Dafür hast Du aber innerhalb dieses Monats ein Son­der­kün­di­gungs­recht. Sobald Du eine eigene Versicherung abschließt und dies bei der Zulassungsstelle gemeldet ist, gilt der alte Vertrag als gekündigt. Das gilt sowohl für die Haftpflicht- als auch Kaskoversicherung. 

Um Unsicherheiten zuvorzukommen: Wenn Du Dein Auto privat verkaufst, melde es am besten selbst bei der Zulassungsstelle ab. Dann informiert die  Zulassungsstelle automatisch den Versicherer. Mehr dazu in unserem Ratgeber Auto verkaufen.

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