W-Lan im Flugzeug

Handy über den Wolken benutzen

Nina C. Zimmermann 23. Mai 2016

Fluggesellschaften wollen ihr Unterhaltungsprogramm erweitern: Bei vielen Airlines kannst Du über den Wolken inzwischen E-Mails verschicken, etwas auf Facebook veröffentlichen oder telefonieren. W-Lan im Flugzeug ist aber nicht billig.

Deutsche Airlines: Lufthansa und Air Berlin sind online

W-Lan im Flugzeug gibt es insbesondere auf Interkontinentalflügen. Auf Kurzstreckenflügen ist der Service hingegen selten.

Die deutschen Fluggesellschaften Lufthansa und Air Berlin bieten den Fluggästen W-Lan an. Auch E-Mails mit großen Dateianhängen sollen versendet und empfangen werden können, verspricht die Lufthansa auf ihrer Website. Außerdem kannst Du in Flugzeugen der Lufthansa SMS und MMS verschicken, jedoch nicht telefonieren. Die Kurzmitteilungen werden über den Spezialanbieter Aeromobile versendet. Weltweit hat Aeromobile Verträge mit über 240 Mobilfunkanbietern, in Deutschland mit der Telekom, Vodafone und O2/E-Plus. 

Nach Auskunft von Aeromobile ist es möglich, dass auch andere Mobilfunkanbieter das Roaming im Flugzeug zulassen – schließlich nutzen Unternehmen wie Congstar oder 1&1 selbst die Netze der drei hiesigen Betreiber. Wenn Du kein Kunde der Telekom, von Vodafone, O2 oder E-Plus bist, solltest Du Dich mit Deinem Anbieter in Verbindung setzen und nachfragen, ob eine entsprechende Vereinbarung mit einem Netzbetreiber besteht.

Die norwegische Fluglinie Norwegian hat auf allen Flügen innerhalb Europas ein Internetangebot im Flugzeug. Sie ist die einzige Airline, bei der es W-Lan für alle Passagiere kostenlos gibt.

So viel kostet W-Lan im Flugzeug

Neben der Lufthansa haben wir große ausländische Fluggesellschaften gefragt, ob ihre Passagiere mit dem Handy oder Laptop im Flieger online gehen können und zu welchen Preisen. Das Ergebnis: Während eine Stunde Internet bei der Lufthansa circa 11 Euro kostet, errechnen sich die Preise bei Emirates oder Etihad ganz anders: nämlich nach der Art des Geräts, mit dem Du ins Internet gehen willst.

Du zahlst bei Etihad weniger, wenn Du ein Smartphone benutzt, als für Laptops und Tablets. Emirates hingegen verkauft ein 30-MB-Paket für Laptops zu einem günstigeren Preis als das Smartphone-Paket mit demselben Volumen.

In der folgenden Tabelle siehst Du, welche Fluglinien W-Lan anbieten und zu welchem Preis. Bei wenigen Fluggesellschaften darfst Du sogar telefonieren. Die meisten Airlines untersagen das aber aus Rücksicht auf andere Passagiere.

Übersicht Airlines mit W-Lan

AirlineFlügeW-Lan-Kosten

Mobilfunk-

Nutzung

Air BerlinAuf bestimmten Flügen. Die Airberlin-Flotte soll sukzessive mit W-Lan ausgestattet werden.4,90 € (5,50 US $) für 30 Minuten inkl. 30 MB, 8,90 € (10 US $) für 60 Minuten inkl. 50 MB, 13,90 € (15,60 US $) für die gesamte Flugzeit auf Mittelstreckenflügen inkl. 90 MB und 18,90 € (21,20 US $) für die gesamte Flugzeit auf Langstreckenflügen inkl. 120 MB. Voraussetzung: Das Flugzeug muss sich über 10.000 Fuß befinden.Kein Mobilfunk.
British AirwaysNur in der Business Class via Club World London City auf Flügen zwischen London und New York.Kostenlos.Telefonieren verboten. SMS, MMS und E-Mails erlaubt. Vorher anmelden, dann Roamingkosten je nach Anbieter.
DeltaUSA und Alaska vom W-Lan-Dienstleister Gogo abgedeckt, wenige Ausnahmen. Sieh hier nach, wo der Service verfügbar ist.14,30 € (16 US $) für 24 Stunden, 44,55 € (49,95 US $) für einen Monat und 480,70 € (538,95 US $) für ein Jahr. Flugmobilpass: 1,80 € (2 US $) für mobilen Datenaustausch mit Apps wie iMessage, Whatsapp, Blackberry Messenger, Facebook Messenger. Voraussetzung: Flugzeug muss sich über 10.000 Fuß befinden. Die Höhe kannst Du auf Bildschirmen ablesen.Kein Mobilfunk.
EmiratesÜber 300 Langstreckenflüge täglich (alle A380 und in über 60 % des Typs Boeing 777). Nicht verfügbar in manchen Ländern. Überprüfe per Flugnummer, welchen Service Du erwarten kannst.Die ersten 10 MB stehen kostenlos zur Verfügung. Weitere 500 MB kosten 0,90 € (1 US $). Anmeldung über das Bord-W-Lan. Voraussetzung: Das Flugzeug muss sich über 10.000 Fuß befinden.Telefonieren: erlaubt. SMS, MMS und E-Mails: erlaubt. Voraussetzung für die Nutzung mobiler Dienste: Dein Mobilfunkanbieter muss einen Roamingvertrag mit On Air oder Aeromobile haben. Die Kosten entsprechen den Roaminggebühren Deines Mobilfunkanbieters.
EtihadKeine Angabe bei Befragung 2016.Keine Angabe.Keine Angabe.
LufthansaAlle Langstreckenflüge des Flugzeugtyps A380: USA, Japan, zum Großteil Südamerika. Nicht verfügbar in: China, Südafrika (Kapstadt).1 Stunde: 9 € (10,10 US $) oder 3.500 Meilen, 4 Stunden: 14 € (15,70 US $) oder 4.500 Meilen und 24 Stunden: 17 € (19,10 US $) oder 5.500 Meilen. Anmeldung über die Sky-Net-Hotspots der Telekom.Telefonieren: verboten. SMS, MMS und E-Mails: erlaubt. Smartphones dürfen eingeschaltet werden. Es gelten die Roamingpreise Deines Mobilfunkanbieters.
Oman AirGesamte Airbus-A330-Flotte.Keine Angabe.Telefonieren: erlaubt. SMS, MMS und E-Mail: erlaubt. Nachtruhe muss bei Telefongesprächen eingehalten werden. Es gelten die Roamingpreise Deines Mobilfunkanbieters.
NorwegianAlle Flugzeuge der Boeing-737-800-Flotte verfügen über W-Lan auf fast allen europäischen Flügen. Noch nicht auf Interkontinentalflügen.Kostenlos für alle Passagiere.Kein Mobilfunk.
Singapore AirlinesAuf fast allen A380- und Boeing-777-300-Flügen.10,60 € (11,95 US $) für eine Stunde. Das Angebot gilt nur pro Flug: 6,22 € (6,99 US $) für 15 MB.Telefonieren: verboten. SMS, MMS und E-Mails: erlaubt. Die Nutzung mobiler Daten ist nur möglich, wenn Dein Mobilfunkanbieter einen Vertrag mit On Air oder Aeromobile abgeschlossen hat.

Die Preise haben wir für Dich recherchiert. Sie wurden am 23.05.2016 mit dem Währungsrechner des Bankenverbands in Euro umgerechnet und gerundet.

Das kostet Roaming im Flugzeug

Wie Du in der Tabelle siehst, kannst Du in einigen Flugzeugen nicht nur W-Lan, sondern auch Mobilfunk nutzen. Umgesetzt wird das mit dem sogenannten Roaming. Es ermöglicht Dir, ein anderes Handynetz als das Deines Anbieters zu nutzen.

Wenn Du Dich außerhalb des Funkbereichs Deines Netzes bewegst, zum Beispiel im Ausland, kannst Du trotzdem telefonieren und surfen – die Gebühren dafür sind aber teurer als Deine normalen Konditionen. Ganz ähnlich funktioniert die Handynutzung im Flugzeug: Dein Mobiltelefon bucht sich ins Mobilfunknetz an Bord wie in ein Netz im Ausland ein.

Die Roaminggebühren Deines Mobilfunkanbieters kannst Du meist über dessen Webseite oder Kundenservice herausfinden. Die Telekom, Vodafone, E-Plus und O2 haben Verträge mit dem Roamingservice Aeromobile. Die Roaminggebühren werden jedoch über Deinen eigenen Mobilfunkanbieter abgerechnet. Voraussetzung dafür ist, dass dieser einen Vertrag mit Aeromobile abgeschlossen hat.

Nach Angaben von Aeromobile entsprechen die Kosten im Flugzeug in etwa den „Rest der Welt“-Gebühren, die zu den teuersten Roaminggebühren gehören. Auf der Webseite der Telekom sind die Preise für Mobilfunk im Flugzeug einzeln aufgeschlüsselt. Abgehende Gespräche kosten 3,99 Euro pro Minute, ankommende 1,99 Euro. Für SMS zahlst Du 99 Cent, für MMS ungefähr das Doppelte. Nutzt Du das Internet, kostet das über 99 Cent pro 50 Kilobyte (KB). An diesen Preisen kannst Du Dich orientieren. Die anderen Mobilfunkanbieter in Deutschland haben ähnliche Konditionen.

Wie viel Datenvolumen Du im Internet verbrauchst

Filme oder Videos online anzuschauen, verbraucht große Datenmengen. Um einen Film anzusehen, solltest Du daher weiterhin die kostenlosen Unterhaltungsprogramme im Flugzeug nutzen und nicht Deinen Laptop oder das Tablet.

Wir empfehlen Dir, mit dem erworbenen W-Lan-Paket nur E-Mails zu versenden oder Programme wie Facebook und Whatsapp zu verwenden. Bei dem Verbraucherportal Verivox kannst Du nachsehen, wie viel Datenvolumen Du für verschiedene Internetaktivitäten benötigst.

Eine Stunde im Netz surfen verbraucht demnach ungefähr 25 Megabyte (MB). Die Volumenpakete, die Du im Flugzeug erwerben kannst, beginnen bei 5 MB. Das größte Paket geht nicht über 100 MB hinaus. Eine Stunde Facebook kostet Dich 20 MB, einen Film herunterladen bis zu 700 MB.

Preismodelle unterscheiden sich

Die Abrechnung für die Nutzung erfolgt entweder nach der Zeit im Internet oder nach dem verbrauchten Volumen. Wenn Du das W-Lan nur für das Schreiben von E-Mails nutzt, ist ein Megabyte-Paket sinnvoller für Dich, weil Du nicht so viel Volumen verbrauchst und Deinen E-Mail-Verkehr möglicherweise den ganzen Flug über aufrecht erhalten kannst.

Wenn Du zum Beispiel Bilder auf Facebook oder Youtube-Videos ansehen möchtest, dann lohnt sich eher ein Stundenpaket.

So meldest Du Dich an

Nach dem Start musst Du auf Deinen Handys, Laptops oder Tablets das Wi-Fi-Netzwerk einschalten und Dich über den Webbrowser anmelden. In den meisten Fällen kaufst Du die Surfpakete im Flugzeug, manchmal erfährst Du dann erst die Preise. Bei Delta kannst Du Dir W-Lan-Pakete schon vor dem Flug kaufen.

Über diesen Link findest Du heraus, welche Roamingpartner Dein Mobilfunkanbieter hat. Wähle dazu Dein Mobilfunknetz aus und suche ein Land aus, das Du überfliegen wirst. Ändere dann die Einstellungen auf „Air“, damit Du siehst, ob der Mobilfunkanbieter eine Partnerschaft mit Aeromobile abgeschlossen hat oder mit anderen Anbietern wie On Air, Gogo Inflight oder Krisworld.

Die Airlines rüsten nach

Viele Fluggesellschaften, die noch kein W-Lan oder Mobilfunk anbieten, wollen ihre Flotte bald aufstocken. Die Nachfrage nach solchen Angeboten ist offenbar groß. Eine Umfrage des Branchenverbands Bitkom ergab, dass sich 66 Prozent der Befragten eine Erlaubnis für Handytelefonate und Internetnutzung während des Flugs wünschen.

Auch Air Berlin und KLM bringen demnächst Wi-Fi an Bord. Emirates, Lufthansa und Singapore Airlines wollen insbesondere die A380-Flotte nachrüsten, die größten Passagierflugzeuge, die momentan auf Langstrecken genutzt werden.  

Mobilfunkstrahlen ungefährlich

Die Benutzung von Mobiltelefonen während des Fluges soll keinen Einfluss auf die Flugzeugsysteme haben. Das sei von mehreren Luftfahrtbehörden getestet und bestätigt worden, versichert Singapore Airlines.

Zum Starten und Landen müssen Handys aus Sicherheitsgründen aber ausgeschaltet werden. Lufthansa möchte zukünftig aber auch diese Regelung abschaffen und die Genehmigung erwirken, dass elektronische Geräte vom Abflug bis zur Landung online bleiben dürfen.

* Was der Stern bedeutet:

Wir wollen mit unseren Empfehlungen möglichst vielen Menschen helfen, ihre Finanzen selber zu machen. Daher sind unsere Inhalte kostenlos im Netz verfügbar. Wir finanzieren unsere aufwändige Arbeit mit sogenannten Affiliate Links. Diese Links kennzeichnen wir mit einem Sternchen (*).

Bei Finanztip handhaben wir Affiliate Links aber anders als andere Websites. Wir verlinken ausschließlich auf Produkte, die vorher von unserer unabhängigen Experten-Redaktion empfohlen wurden. Nur dann kann der entsprechende Anbieter einen Link zu diesem Angebot setzen lassen. Geld bekommen wir, wenn Du auf einen solchen Link klickst oder beim Anbieter einen Vertrag abschließt.

Ob und in welcher Höhe uns ein Anbieter vergütet, hat keinerlei Einfluss auf unsere Empfehlungen. Was Dir unsere Experten empfehlen, hängt allein davon ab, ob ein Angebot gut für Verbraucher ist.

Mehr Informationen über unsere Arbeitsweise findest Du auf unserer Über-uns-Seite.