|
Einspeisevergütung für Solar: Politik plant Abschaffung Nachfolgemodelle: Komplizierter und vermutlich schlechter Deine PV-Pläne: Setz sie besser noch dieses Jahr um Lohnen sich neue Photovoltaik-Anlagen (PV) ab 2027 viel weniger als bisher? Danach sieht’s aktuell stark aus. Denn das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) könnte zum Jahreswechsel die Einspeisevergütung abschaffen – trotz Bedenken aus der Branche. Diese Förderung verschlingt nämlich Jahr für Jahr zweistellige Milliardenbeträge. Erstmal zur Beruhigung, falls Du schon eine Anlage hast oder bald ans Netz bringst: Einmal festgelegt, würde Dir die Einspeisevergütung für Deinen ins Netz geleiteten Solarstrom auch mit der geplanten Gesetzesänderung erhalten bleiben, also für insgesamt mind. 20 Jahre. Neue Anlagen: Förder-Aus würde Tausende Euro kostenDie Pläne gelten also nur für neu installierte Anlagen ab 2027. Dafür haben sie es aber in sich, wenn’s darum geht, ob und wie schnell sich eine PV-Anlage noch rechnen würde: Je nach Anlagengröße geht’s locker um mehrere Tausend Euro Unterschied. Schauen wir uns dafür erstmal an, was heute gilt. Bringst Du aktuell eine Anlage ans Netz, bekommst Du 20 Jahre lang:
Beispiel: So viel Geld bringt Dir das heuteDu verbrauchst 3.500 kWh Strom/Jahr, hast eine PV-Anlage mit 8 kWp Solarleistung und einen 5-kWh-Stromspeicher. Dann speist Du nach einer vereinfachten Finanztip-Berechnung auf Basis des Unabhängigkeitsrechners der HTW Berlin ca. 5.300 kWh Strom im Jahr ins Netz ein und bekommst rund 412 € als Einspeisevergütung. Über 20 Jahre Förderzeitraum bringt das gut 8.200 €. Neue Modelle stehen zur DebatteDiese Summe würde Dir durch die Pläne für neue Anlagen ab 2027 aber nicht vollständig durch die Lappen gehen: Ein Sprecher des CDU-geführten BMWE hat uns erklärt, dass künftig für kleine Anlagen, z. B. auf Deinem Einfamilienhaus, eine Direktvermarktung Deines PV-Stroms an der Strombörse der neue Standard werden könnte. Auch das bringt Geld. Der Koalitionspartner rund um SPD-Umweltminister Carsten Schneider hätte lieber ein anderes Modell, das weiterhin zumindest etwas staatliche Förderung enthalten soll: Contracts for Difference (CfD). Das klingt nicht nur kompliziert, sondern ist es auch – und ist zumindest für Anlagen auf Hausdächern die unwahrscheinlichere Variante. Wie gut – oder schlecht – ist Direktvermarktung?Schauen wir deshalb auf die vom BMWE angedachte Direktvermarktung. Auch das ist kein einfaches Thema, aber sogar schon heute als Alternative zur Einspeisevergütung für PV-Anlagen beim Einfamilienhaus möglich. Zumindest in der Theorie. In der Praxis scheitert es oft daran, dass Du dafür einen Direktvermarkter brauchst, der Deinen Strom an der Börse verkauft – Du aber kaum einen findest. Und wenn, dann nur mit hohen Kosten für seine Dienste. Für diese Unternehmen sind kleine Anlagen nämlich kaum lukrativ. Sie konzentrieren sich auf Großanlagen aus der Privatwirtschaft. Solarverband: Direktvermarktung ist nicht massentauglichDeshalb hält u. a. der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) dieses Modell für nicht geeignet: Steigen kleine Anlagen in die Direktvermarktung ein, wäre das auf absehbare Zeit nicht wirtschaftlich für die Vermarkter, heißt es auf Finanztip-Anfrage. Oder eben mit hohen Kosten für Dich verbunden, die sogar die Einnahmen an der Strombörse übertreffen könnten. Diese Einnahmen selbst sind nämlich nicht hoch. Sie bemessen sich bei einer ungeförderten Direktvermarktung am Marktpreis für Solarstrom. Und der ist deutlich niedriger als der allgemeine Börsenstrompreis. 2025 lag er im Schnitt bei ca. 4,5 ct/kWh – nach Abzug von Netzbetreiberkosten blieben 3,8 ct/kWh. Unser Beispiel: Ohne Förderung fehlen 4.000 €Es gibt heute aber auch eine geförderte Direktvermarktung, die deutlich mehr bringt – in der Praxis wegen hoher Kosten aber weniger, als die Einspeisevergütung. Genaueres liest Du in unserem Ratgeber. Aber Achtung: Wir müssen davon ausgehen, dass es in Zukunft auch diese Förderung nicht mehr geben wird. Denn Wirtschaftsministerin Katharina Reiche meint, dass eine Förderung neuer PV-Anlagen eben nicht mehr nötig ist. Gehen wir also von den gerade einmal 3,8 ct/kWh aus, ist das nicht einmal die Hälfte der aktuellen Einspeisevergütung für kleine Anlagen – und würde in unserem Beispiel von oben zu über 4.000 € weniger Einnahmen über 20 Jahre führen. Und das ist noch ohne potenziell viel höhere Kosten für einen Direktvermarkter gerechnet, die vor allem bei sehr kleinen Anlagen stark ins Gewicht fallen. Das sieht nicht nur der BSW so, sondern belegt auch eine Studie des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (PDF). Was das für Deine PV-Pläne bedeutetZieht die Politik ihren Plan durch, wird’s für Dich ab 2027 sehr wahrscheinlich viel unlukrativer, eine neue PV-Anlage zu installieren. Und ganz sicher komplizierter. Das gilt übrigens auch, sollte sich doch die SPD mit dem CfD-Modell durchsetzen. Umso wichtiger wird es, dass Du möglichst viel des erzeugten Stroms selbst verbrauchst. Damit sparst Du schon heute sowieso mehr Geld, als die Vergütung einbringt. Dafür braucht es Stromspeicher, Energiemanagementsystem und eine sinnvoll dimensionierte Anlage. Und: Da kleine Anlagen beim Preis pro kWp teurer sind, ist PV dann voraussichtlich nur noch was für Dich, wenn Du einen sehr hohen Strombedarf hast. Also z. B. Wärmepumpe, E-Auto mit Wallbox oder beides. In diesem Fall ist ein Preis von 1.800 €/kWp in Ordnung, bestenfalls sollten es aber unter 1.600 €/kWp sein. Jetzt handelnNoch besser: Willst Du sowieso in nächster Zeit eine PV-Anlage, mach Dich jetzt möglichst schnell daran – bevor ein möglicher Run auf PV-Anlagen losgeht und es vielleicht lange Wartezeiten gibt. So bringst Du Deine Anlage noch 2026 aufs Dach und kannst Dir die aktuell noch gute Einspeisevergütung für 20 Jahre sichern. Und keine Sorge: Sollte sich das neue Modell wider Erwarten als besser erweisen, wird Dir ein Wechsel in die neue Welt wohl kaum verwehrt. So gehst Du vorHol mindestens drei, besser fünf Angebote von verschiedenen Solarfirmen ein und vergleich sie. Starte dazu mit dem Vergleichsportal
selfmade-energy.com*. Zusätzlich bekommst Du über eines der Vermittlungsportale
photovoltaik-angebotsvergleich.de* oder
solaranlagen-portal.com* schnell mehrere Angebote. Zum Schluss noch eine Bitte, falls Du aktiv wirst: Schick uns aktuelle Angebote von PV-Firmen und Deine Erfahrungen mit unseren Empfehlungen gerne per Mail an redaktion@finanztip.de. Damit hilfst Du uns, die aktuelle Lage am Markt besser einzuschätzen. Vielen Dank!
|