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Energiepreise steigen: Beim Gas jetzt noch schnell wechseln Geldanlage: Bleib investiert, nicht nervös machen lassen Reisen: Pauschalreisen kostenlos stornieren Die Intervention der USA und Israels im Iran und dessen Reaktion wirken sich auch auf Dein Geld aus – zum Beispiel an der Tankstelle. In Deinem Depot eher weniger, wenn Du vor allem auf marktbreite Welt-Aktien-ETFs setzt wie von uns empfohlen. Trotzdem bist Du vielleicht von so manchen dramatischen Schlagzeilen verunsichert. Aber nicht überall bist Du so machtlos wie bei den Spritpreisen – sofern Du jetzt schnell bzw. richtig handelst: 1. Gas könnte teurer werden, jetzt schnell wechselnDer Iran blockiert aktuell die Straße von Hormus für den Schiffsverkehr. Diese Meerenge ist sehr wichtig für den internationalen Handel mit Öl und Gas (LNG) aus Nahost. Außerdem hat der katarische LNG-Riese QatarEnergy seine Produktion zeitweise ausgesetzt. Das – und schon allein die Unsicherheit, wie lange es so bleibt – hat sich auf die Einkaufspreise an der Börse ausgewirkt: Am niederländischen Handelsplatz TTF, ein wichtiger Referenzwert für den europäischen Gaspreis, lag Gas am Freitag (27.2.) vor Kriegsbeginn noch bei 32 € pro Megawattstunde (MWh) – am Dienstag (3.3.) schon bei bis zu 65 € pro MWh. Zuletzt hat sich der Börsenpreis zumindest etwas entspannt und schwankt um etwa 50 €/MWh (Stand: 6.3., 9 Uhr). 360 € Mehrkosten bei 20.000 kWh GasverbrauchDer Anstieg von 32 auf 50 € entspricht umgerechnet bis zu 1,8 ct pro Kilowattstunde (kWh) mehr. Wenn sich das in Gastarifen für Dich niederschlägt, würde das bei einem Jahresverbrauch von 20.000 kWh ca. 360 € Mehrkosten bedeuten. Das Analysehaus ICIS sieht den TTF bei einer dreimonatigen Sperre der Straße von Hormus bei 92 €. Das wären sogar rund 6 ct/kWh Aufschlag. Aber: Steigende Börsenpreise wirken sich nicht immer sofort auf neue Gastarife für Dich aus – und noch sehen wir im Finanztip Gaspreis-Barometer zwar einen kleinen, aber keinen sehr starken Ausschlag nach oben (Stand: 5.3., 14 Uhr). Vor weniger als einem Jahr war Gas noch teurer als aktuell:
Deshalb unser Tipp: Ist die Preisgarantie Deines aktuellen Vertrags ausgelaufen, sicher Dir jetzt schnell mit einem Wechsel über unseren Gaspreisvergleich (enthält Werbelinks) einen neuen Vertrag mit Preisgarantie für ein oder zwei Jahre zu noch günstigen Konditionen. So sicherst Du Dich gegen eventuell stark steigende Preise ab, falls sich die Lage nicht bald entspannen sollte. Übrigens: Das geht auch, wenn Deine Mindestlaufzeit erst in den nächsten Monaten endet. Bei vielen Anbietern kannst Du einen neuen Vertrag schon Monate im Voraus abschließen. Und: Auch Strom könnte durch den Iran-Krieg eventuell teurer werden. Schau also ggf. auch in unseren Stromvergleich (enthält Werbelinks). 2. Preissprung beim HeizölBeim Öl war die Reaktion sofort da – nicht nur an der Börse, sondern auch wenn Du Dir eine frische Ladung Heizöl liefern lassen möchtest. Eine Standardlieferung von 3.000 l kostete am Freitag laut Esyoil noch ca. 96 € pro 100 l, am Montag schon 115 € und aktuell 131 € (Stand: 6.3., 9 Uhr). Das reicht mittlerweile an die Preispanne zu Beginn des Ukraine-Kriegs von 130 bis fast 200 € heran. Bei 3.000 l Abnahme wären das rund 1.000 € Aufpreis. Das einzig Gute daran: Die Heizsaison ist fast vorbei. Ist Dein Tank jetzt fast leer, musst Du ihn also nicht dringend wieder komplett auffüllen. Bestell bei den aktuellen Preisen lieber nicht nach – oder nur sehr wenig zur Überbrückung – und spekulier auf sinkende Preise bis zum Herbst. Eine Garantie, dass sich die Lage bis dahin entspannt, hast Du aber auch hier nicht. Heizöl wird kaum knapp werdenHamsterkäufe aus Angst, dass Dein Öltank im nächsten Winter sogar ganz leer bleibt, sind aber nicht sinnvoll: Heizöl wird in Deutschland eher nicht knapp werden, da das Rohöl größtenteils nicht aus Nahost, sondern aus Norwegen, den USA und Kasachstan kommt. In jedem Fall gilt aber: Bestell Heizöl nicht direkt immer beim gleichen Händler, sondern mach einen Preisvergleich. Wir empfehlen die Portale Esyoil und
Heizoel24*. Mehr Spartipps liest Du in unserem Heizöl-Ratgeber. 3. Spritpreise steigen stark, nutz Tank- und SpritspartippsFür Benzin und Diesel gilt nahezu dasselbe wie für Öl – nur, dass hier der Preissprung an der Tanke leicht verzögert kam. Aber er kam. Hier der Vergleich, was 1 l laut SWR-Datenmonitor im 24-h-Schnitt aktuell im Vergleich zu letztem Freitag kostet:
Das macht eine Tankfüllung von 50 l zwischen 8,5 € (Super) und 16 € (Diesel) teurer. Sehr viel tun kannst Du dagegen nicht – außer ganz aufs Auto verzichten. Ansonsten helfen die Tipps aus unserem Ratgeber zum billigen Tanken zumindest etwas: Also z. B. Spritpreis-Apps nutzen, abends statt morgens tanken und spritsparend fahren. 4. Aktienmärkte nur leicht nervös, bleib auch Du ruhig So stark die Reaktionen bei den Energiepreisen sind, so unspektakulär läuft es bisher an den Aktienmärkten. Das kann daran liegen, dass die Eskalation im Nahen Osten hier teilweise schon viel stärker eingepreist war. Das ist historisch nicht außergewöhnlich: Schon beim Ukraine-Krieg 2022 oder Irak-Krieg 2003 war die Unsicherheit bereits im Vorfeld groß und drückte die Aktienkurse, zeigt eine Finanztip-Auswertung. Und: Wenn plötzliche Schocks wie Anschläge zu großen Kursrücksetzern geführt haben, dann hatte das oft eher kurze Auswirkungen. Die Kurse haben sich also oft schnell wieder erholt, statt eine lange Krise nach sich zu ziehen. Mehr dazu liest Du am Wochenende in der Finanztip App. Weltwirtschaft stabil, Europa und Asien im MinusAktuell gibt es an der Börse aber einige Unterschiede: Aktien von Rüstungsfirmen sind z. B. gestiegen, während die Kurse in der Touristik- und Luftfahrtbranche fallen. Immerhin ist vor allem der Flugverkehr im Drehkreuz Nahost momentan stark durch Luftraumsperrungen beeinträchtigt. Und: Schwellenländer, europäische und asiatische Indizes leiden stärker als nordamerikanische oder die Weltwirtschaft. Zum Vergleich: ETFs auf den MSCI World stehen auf Wochensicht aktuell mit einem minimalen Minus von unter 0,5 % da (Stand: 6.3., 9 Uhr). Auch noch marktbreitere Alle-Länder-ETFs, z. B. auf den FTSE All-World (z. B.
IE00BK5BQT80* von Vanguard), MSCI ACWI (z. B. IE00B6R52259 von iShares) oder MSCI ACWI IMI (z. B.
IE00B3YLTY66* von SPDR) sind nur mit etwa 0,6 % im Minus. Beim US-amerikanischen S&P 500 siehst Du sogar ein leichtes Plus von 0,2 %. Bei DAX-ETFs (ca. -5 %), ETFs auf Europa (ca. -4,5 %) oder Schwellenländer (ca. -7,5 %) sieht es auf Wochensicht schlechter aus. Das liegt vor allem wieder an den Energiepreisen. Erstens sind diese Regionen teils stärker vom Nahen Osten abhängig. Und steigende Energiekosten belasten nicht nur Dich beim Heizen oder Tanken, sondern verteuern auch die Produktion und Logistik der Firmen. Von Panikverkäufen kann aber auch hier noch nicht die Rede sein. Warum der steigende Ölpreis Deinem Welt-ETF hilftZweitens: Der US-Dollar hat gegenüber dem Euro an Wert gewonnen. Das liegt daran, dass Öl am Weltmarkt in Dollar gehandelt wird. Wird Öl teurer, braucht es also mehr Dollar. So steigt die Nachfrage nach Dollar und auch der Kurs steigt. Mit einem weltweiten Aktien-ETF ist das für Dich als Euro-Anlegerin oder -Anleger gut. Denn darin stecken jede Menge US-Aktien, also Aktien in Dollar. Und steigt der Dollar gegenüber dem Euro, sind sie in Euro mehr wert. Einen Automatismus, dass sich dieser Effekt fortsetzt, gibt es aber nicht. Langfristig denken und weitermachen wie bisherDas Wichtigste für Dich bleibt aber: Lass Dich von der aktuellen Lage nicht verunsichern, auch wenn es demnächst mal etwas stärker schwankt oder Du z. B. in den Nachrichten dauernd vom DAX und seinen Verlusten hörst. Denn: Wenn Du breit gestreut und langfristig investierst, wird sich Dein Depot wieder erholen, selbst wenn es mal richtig abwärts gehen sollte. Stärkere Ausschläge nach unten bieten Dir sogar eine gute Gelegenheit, „günstiger“ zu investieren als z. B. noch vergangene Woche. Hast Du einen Sparplan, profitierst Du davon automatisch. Lass ihn also normal weiterlaufen. Als Depot empfehlen wir Dir u. a.
Traders Place*, den Preis-Leistungssieger in unserem Depotvergleich. Den passenden ETF kannst Du mit unserem ETF-Finder raussuchen. 5. Pauschalreisen kostenlos stornierenHast Du bald einen Urlaub in der Konfliktregion gebucht, willst Du den jetzt vielleicht absagen. Ist es eine Pauschalreise, kannst Du sie in aller Regel kostenlos stornieren, wenn das Auswärtige Amt jetzt eine Reisewarnung für Dein Ziel ausgesprochen hat. Eine Übersicht findest Du hier. Beruf Dich dabei auf § 651h Abs. 3 BGB. Was Dir eher nicht hilft: Deine Reiserücktrittsversicherung, falls Du eine hast. Die zahlt nämlich nur, wenn ein versichertes Ereignis eintritt. Das sind allerdings in aller Regel nur persönliche Gründe, also wenn Du Dich z. B. schwer verletzt oder erkrankst. Politische oder militärische Risiken sind in Deinen Versicherungsbedingungen meist nicht abgedeckt. Dasselbe gilt oft bei einem Reiseabbruch, wenn Du schon in der Region bist. Du hast Flug und Unterkunft separat gebucht?Dann gilt bei Flügen: Du bekommst die Ticketkosten ersetzt, sofern die Airline den Flug selbst annulliert – oder kannst auf einen späteren Flug umbuchen, sobald das möglich ist. Eine zusätzliche Entschädigung nach europäischen Fluggastrechten gibt’s nicht. Denn militärische Konflikte und ein gesperrter Luftraum sind außergewöhnliche Umstände. Stornierst Du den Flug selbst, bleibst Du auf einem Teil der Kosten sitzen. Du bekommst nur die Steuern, Gebühren und Abgaben erstattet, die aber einen großen Teil des Ticketpreises ausmachen können. Ist die Region gar nicht Dein eigentliches Ziel, sondern Du nutzt sie nur als Transit-Ort, solltest Du Dich erkundigen, ob eine andere Flugroute möglich ist. Was gilt bei der Unterkunft?Nimm Kontakt auf und versuch, zu stornieren oder zumindest umzubuchen. Airbnb z. B. erlaubt bei “schwerwiegender Beeinträchtigung” ein Storno. Hol Dir die Finanztip AppMöchtest Du dringende Tipps möglichst früh bekommen? Dann hol Dir auch die Finanztip App. Da hast Du z. B. unseren Tipp, schnell den Gasanbieter zu wechseln, schon am Montag gelesen.
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