Auf Geldreise – Podcast #103

Rebalancing: So bleibt Dein Depot im Gleichgewicht

Anja Ciechowski
Finanztip-Expertin für Bank und Vorsorge
16. März 2022

Shownotes

Einmal im Jahr solltest Du Dir Dein Depot samt Sparquote mal genauer ansehen und Dir die nachfolgenden Fragen stellen: Hat sich was an Deinem langfristigen Plan zur Geldanlage geändert? An Deinen Lebensumständen? Hast Du einen Job, der mehr Geld bringt? Hast Du ein kleines Vermögen geerbt? Oder bist Du bereit, eine Familie zu gründen, und willst deswegen bei der Geldanlage lieber ein bisschen weniger Risiko eingehen? Und wie sieht es überhaupt aus mit der prozentualen Aufteilung Deiner Sparrate auf die einzelnen Anlageklassen? Stimmt die denn noch?

Falls Du beim Lesen der Fragen mehr als einmal die Stirn runzeln musstest, könnte es Zeit für Dich sein, für ein bisschen mehr Balance in Deinem Portfolio zu sorgen. Wie Du das machst, wie oft es nötig ist und noch viel mehr, erfährst Du in der aktuellen Podcastfolge.

 

Folge 103 anhören

Das Wichtigste im Überblick

  • Durch Kursschwankungen am Markt verändern sich die Werte Deiner Wertpapiere im Depot und damit auch Deine ursprüngliche Portfolioaufteilung. 
  • Mit dem Rebalancing bringst Du Deine Geldanlage wieder zurück ins Gleichgewicht. 
  • Als Faustregel gilt: Umschichten musst Du Dein angelegtes Vermögen erst, wenn sich auf Deinem Depot 20.000 Euro befinden.
  • Umschichten kann auch sinnvoll sein, wenn sich Deine Lebensumstände geändert haben, Deine Risikopräferenz oder Du kurz vor der Rente stehst. 
  • Grundsätzlich gilt: Wertpapiertransaktionen gelten als unwirtschaftlich, wenn sie mehr als 1 Prozent des Anlagebetrags kosten.
  • Es reicht, wenn Du einmal im Jahr für Gleichgewicht im Depot sorgst. Stell Dir dafür einfach einen Termin in Deinen Kalender ein. So vergisst Du es nicht.
  • Solltest Du mehrere Asset-Klassen im Portfolio haben, hilft Dir Excel, die Übersicht über die prozentuale Aufteilung zu behalten.
  • Du willst noch mal nachhören, welche Anlageklassen Dein Depot überhaupt beinhalten sollte? Dann wirst Du in Folge 61 und 62 fündig.
  • Folgende Optionen hast Du, um Deine ursprüngliche Gewichtung wiederherzustellen:
  1. Verkaufen
  2. Nachkaufen
  3. Die Sparquote aussetzen
  4. Die Sparquote erhöhen
  • Ein Beispiel: In Deinem Portfolio befindet sich ein ETF auf den MSCI World. Zusätzlich hast Du als risikoarme Anlageklassen noch ein Tagesgeld- und ein Festgeldkonto, die Du besparst. Die prozentuale Aufteilung Deiner Sparsumme sieht wie folgt aus: 60 Prozent befinden sich im ETF und je 20 Prozent der Sparsumme auf dem Tagesgeld- und Festgeldkonto. Jetzt hat sich Dein ETF über die Jahre so gut entwickelt, dass Du mittlerweile eine Aktienquote von 80 Prozent hast – die ursprüngliche Ausgangsverteilung Deines Portfolios stimmt demzufolge nicht mehr. Um wieder auf eine Aktienquote von 60 Prozent zu kommen, könntest Du einzelne ETF-Anteile verkaufen und den jeweils notwendigen Betrag aufs Tagesgeld- oder Festgeld-Konto schieben. Dann wäre Dein Depot wieder im Gleichgewicht.
  • Sollte Deine Aktienquote hingegen unter die 60 Prozent gefallen sein, heißt das Mittel der Wahl, beim Rebalancen nachkaufen. Und zwar, indem Du den entsprechenden Betrag vom Tagesgeld-Konto entnimmst und damit ETF-Anteile zukaufst.
  • Der Nachteil bei diesen zwei Varianten: Es entstehen Transaktionskosten. Und auch Steuern können anfallen.
  • Die kannst Du umgehen, indem Du – je nach Ausgangssituation – die Sparquote aussetzt oder erhöhst.
  • Um herauszufinden, welche Posten Du zukaufen oder verkaufen solltest, kannst Du Dir Stift, Papier und einen Taschenrechner zur Hilfe nehmen, Excel nutzen oder Du machst es Dir ganz einfach und setzt auf sogenannte Rebalancing-Rechner. Mit den Rechnern kannst Du ganz einfach ausrechnen, wie viel Du von welchen Wertpapieren verkaufen beziehungsweise kaufen solltest, um wieder auf Deine entsprechende Wunschquote zu kommen. Hier findest Du einen von extra-ETF und hier einen weiteren.
  • Letztendlich gilt beim Rebalancing: Mach es Dir bitte nicht zu schwer. Das ist keine exakte Wissenschaft und keine jährliche Pflicht. Und es reicht völlig aus, das ab und zu Pi mal Daumen zu machen.

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