Finanztip.de https://www.finanztip.de/ Finanztip ist die führende gemeinnützige Website in Deutschland für Verbraucherfinanzen. Wir helfen Verbrauchern, die richtige Wahl zu treffen und somit viel Geld zu sparen. de Finanztip.de https://www.finanztip.de/fileadmin/template/image.png https://www.finanztip.de/ 61 110 Finanztip ist die führende gemeinnützige Website in Deutschland für Verbraucherfinanzen. Wir helfen Verbrauchern, die richtige Wahl zu treffen und somit viel Geld zu sparen. http://blogs.law.harvard.edu/tech/rss 10.07.2020 18:43:04 +0000 10.07.2020 18:43:04 +0000 So funktioniert der Strom- und Gasmarkt : Energieversorger https://www.finanztip.de/stromvergleich/energiemarkt/ https://www.finanztip.de/?id=2835So funktioniert der Strom- und Gasmarkt
Das Wichtigste in Kürze
  • Per Gesetz hat jeder Verbraucher ein Recht auf die Versorgung mit Strom und Gas, sofern eine öffentliche Leitung in der Nähe der Wohnung liegt.
  • Die Netzbetreiber gewährleisten, dass möglichst störungsfrei Strom und Gas aus den Leitungen kommen.
  • Energieversorger haben die Aufgabe, Energie einzukaufen, an die Kunden zu liefern und korrekt abzurechnen. Der Einfluss der Energielieferanten auf den Strompreis ist klein. Beim Gas ist ihr Spielraum ein wenig größer.
  • Seit 1998 können Verbraucher ihren Lieferanten frei wählen. Trotzdem dominieren immer noch wenige Unternehmen den Strommarkt und den Gasmarkt. Manche Versorger bieten Strom und Gas als Kombitarif.
  • Über das Strom- oder Gasnetz gelieferte Energie hat eine einheitliche Qualität. Strom- und Gasversorger unterscheiden sich vor allem beim Preis, Kundenservice und ökologischem Anspruch.
So gehen Sie vor
  • Vergleichen Sie Tarife am besten mit unserem Stromrechner, der die Angebote von Verivox und Check24 gleichzeitig abfragt und die Ergebnisse nach unseren strengen Finanztip-Kriterien filtert.
  • Die Ergebnisliste enthält Werbelinks, über die Sie Ihren Tarif direkt abschließen können. Alle Empfehlungen erfolgen rein redaktionell und 100% unabhängig.

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  • Wenn Sie umziehen und sich über höhere oder niedrigere Strom- und Gaspreise am neuen Wohnort wundern: Das liegt zumeist an den regionalen Netzentgelten, die Energielieferanten in der Regel direkt an die Kunden weitergeben.
  • Welche Pflichten Energieanbieter gegenüber Verbrauchern haben, ist gesetzlich geregelt. Hält Ihr Versorger die Regeln nicht ein, dann fordern Sie ihn dazu auf.
  • Reagiert er auf eine Beschwerde nicht, können Sie sich an die Schlichtungsstelle Energie wenden. Sie vermittelt zwischen Verbrauchern und Versorgern.
  • Die Bundesnetzagentur können Sie dagegen benachrichtigen, wenn Ihr Lieferant Sie nicht zuverlässig versorgt.

In Deutschland hat jeder das Recht, Strom und Gas zu beziehen. Einzige Voraussetzung: eine Verbindung zum Stromnetz oder Gasnetz. Nur wenn der Netzbetreiber den Netzanschluss nicht herstellen kann oder er unverhältnismäßig teuer wäre – beispielsweise bei einer Hütte in den Bergen –, muss sich der Hauseigentümer eine eigene Lösung überlegen.

Verankert ist das Recht auf Versorgung im Energiewirtschaftsgesetz (EnWG). Sein Zweck ist, dass Sie über das öffentliche Strom- und Gasnetz Energie möglichst sicher, preisgünstig, verbraucherfreundlich, effizient und umweltverträglich beziehen können. Zudem regelt es, welche Pflichten Energielieferanten Ihnen gegenüber haben und wie sich die Energieunternehmen untereinander zu verhalten haben.

Wie sicher ist die Energieversorgung?

Es lässt sich darüber streiten, ob die Energieversorgung hierzulande preisgünstig und umweltverträglich ist. Schließlich zahlen Verbraucher in Deutschland die höchsten Strompreise in Europa und der Anteil erneuerbarer Energien am Strom- und Wärmeverbrauch beträgt nicht einmal 20 Prozent. Unstrittig ist aber, dass die Versorgung mit Strom und Gas über öffentliche Netze sehr sicher ist.

Im globalen Vergleich gehört Deutschland zu den Ländern mit dem geringsten Stromausfall. Rund 14 Minuten waren es 2018 nach Daten der Bundesnetzagentur. Davon entfielen auf das Niederspannungsnetz, an das Wohnhäuser angeschlossen sind, rund 144.000 Unterbrechungen – mit einer Dauer von insgesamt 2 Minuten und 34 Sekunden. Das heißt, die meisten Unterbrechungen sind so kurz, dass Sie sie vermutlich nicht einmal bemerken. Im Gasnetz ist der Ausfall noch geringer: Auf 43 Sekunden summierten sich die Unterbrechungen für Verbraucher am Niederdrucknetz im Jahr 2019 im Mittel. Seit Jahren betragen sie weniger als eine Minute im Jahr.

Wer für die Sicherheit zuständig ist

Für diese Sicherheit sind die Betreiber der Netze verantwortlich. Sie sorgen dafür, dass so viel Strom und Gas in ihre Netze fließen, wie Verbraucher entnehmen – 24 Stunden am Tag. Zur Not gleichen sie die Mengen auch aus, wenn zum Beispiel mehr Ökostrom ins Netz fließt als benötigt oder wenn ein Energieversorger nicht genügend Strom eingekauft hat, um seine Kunden zu beliefern.

Eine Besonderheit des deutschen Energiemarkts ist dabei, dass es sehr viele Netzbetreiber gibt, deren Leitungen alle zusammen einen Netzverbund bilden. 730 Unternehmen betreiben das öffentliche Gasnetz, rund 900 Unternehmen das öffentliche Stromnetz. Die Unternehmen haben daneben zumeist noch eine zweite Funktion: Sie betreiben auch die Strom- und Gaszähler, die bei Ihnen zu Hause installiert sind.

Es gibt zwischen den Funktionen aber einen entscheidenden Unterschied: Je nach Wohnort ist ein bestimmter Netzbetreiber zuständig – Sie können sich diesen nicht aussuchen. Den Betreiber Ihres Strom- oder Gaszählers, den sogenannten Messstellenbetreiber, können Sie dagegen frei wählen, es muss nicht Ihr Netzbetreiber sein.

Den Messstellenbetreiber zu wechseln, kann sich auszahlen – insbesondere wenn Sie mehr als 6.000 Kilowattstunden im Jahr verbrauchen, selbst Strom erzeugen und einspeisen oder eine steuerbare Wärmepumpe oder Stromspeicherheizung zu Hause betreiben. Sie können Ihre Wahl aber auch von technischen Aspekten abhängig machen: Ein anderer Betreiber kann Geräte bieten, die Ihren Verbrauch intelligent aufschlüsseln oder verständlicher anzeigen als der bisherige Zähler.

Wie viele Energieversorger gibt es in Deutschland?

Seit 1998 können Sie Ihren Strom- und Gasversorger selbst bestimmen. Rund 850 Stromversorger und rund 650 Gasversorger sind heute in Deutschland aktiv, die nicht innerhalb eines Konzerns miteinander verbunden sondern voneinander unabhängig sind. Bleiben Verbindungen zwischen den Unternehmen unberücksichtigt, gibt es in beiden Sparten mehr als 1.000 Unternehmen, die noch deutlich mehr Tarife anbieten. Nur wenige Unternehmen sind dabei nahezu bundesweit tätig: im Strommarkt rudn 90, im Gasmarkt nur 46. Der größte Teil der Energielieferanten beschränkt seinen Absatzmarkt sowohl für Strom als auch für Gas auf bis zu zehn Netzgebiete.

Trotzdem können die meisten Verbraucher zwischen mindestens 50 Stromlieferanten wählen. In einigen Gebieten sind weniger Lieferanten aktiv. Und es gibt aber auch neun Netzgebiete in vier Bundesländern (Bayern, Brandenburg, Hessen und Nordrhein-Westfalen), in denen Verbraucher keine Chance haben, den Energielieferanten zu wechseln. Dort beliefert nur der Grundversorger das Stromnetz – genauso wie vor der Liberalisierung des Energiemarktes 1998.

Im Gasmarkt kann ebenfalls die Mehrheit der Haushaltskunden zwischen mehr als 50 Versorgern wählen. In zwölf Regionen liefert nur der Grundversorger Gas – Kunden können den Versorger nicht wechseln, wohl aber den Vertrag beim Grundversorger.

Wie Sie günstige Strom- und Gasanbieter finden und wie Sie am besten einen neuen Liefervertrag abschließen, erfahren Sie in unseren Ratgebern zum Stromanbieterwechsel und Gasanbieterwechsel. Einen Überblick über Angebote in Ihrer Region bekommen Sie mit Vergleichsrechnern.

Vergleichen Sie Tarife am besten mit unserem Strom- oder Gasrechner, der die Angebote von Verivox und Check24 gleichzeitig abfragt und die Ergebnisse nach unseren strengen Finanztip-Kriterien filtert.

Die Ergebnisliste enthält Werbelinks, über die Sie Ihren Tarif direkt abschließen können. Alle Empfehlungen erfolgen rein redaktionell und 100% unabhängig.

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Die Vielfalt an Energieanbietern darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass immer noch eine überschaubare Zahl von Unternehmen den Strommarkt dominiert: Die 88 größten Stromversorger beliefern die meisten Haushalte und Gewerbebetriebe mit elektrischer Energie. Manche dieser großen Unternehmen gehören dabei zu einem Konzern, beispielsweise Eprimo, Süwag und Innogy zu RWE beziehungsweise seit Herbst 2019 zu Eon. Das restliche Viertel des Marktes teilen mehr als 1.000 Unternehmen (, die untereinander auch verbunden sein können) unter sich auf. Das stellen Bundesnetzagentur und Bundeskartellamt in ihrem jährlichen Monitoringbericht wiederholt fest.

Hoher Marktanteil für wenige Stromlieferanten

  Zahl der Stromversorger Kundenanteil
mehr als 500.000 Kunden 17 44 Prozent
mehr als 100.000 bis 500.000 Kunden 71 27 Prozent
mehr als 30.000 bis 100.000 Kunden 123

13 Prozent

mehr als 1.000 bis 30.000 Kunden

787 15 Prozent
bis zu 1.000 Kunden 291 1 Prozent

Der Kundenanteil bezieht sich auf die in Deutschland versorgten Haushalte und Gewerbetriebe. Bei den einzelnen Lieferanten können verschiedene Gesellschaften zu einem Konzern gehören oder direkt miteinander verbunden sein.
Quelle: Bundesnetzagentur/Bundeskartellamt (Stand: 28. November 2019)

Im Gasmarkt sieht es ähnlich aus: Die 23 größten Unternehmen versorgen 41 Prozent der Kunden. Um die anderen 59 Prozent kümmern sich mehr als 900 Firmen.

Ein Dutzend Gasversorger beliefert fast die Hälfte der Haushalte

  Zahl der Gasversorger Kundenanteil
mehr als 100.000 Kunden 23 41 Prozent
mehr als 10.000 bis 100.000 Kunden 223 43 Prozent
mehr als 1.000 bis 10.000 Kunden 511 15 Prozent
bis 1.000 Kunden 226 1 Prozent

Der Kundenanteil bezieht sich auf die in Deutschland versorgten Haushalte und Gewerbetriebe. Bei den einzelnen Lieferanten können verschiedene Gesellschaften zu einem Konzern gehören oder direkt miteinander verbunden sein.
Quelle: Bundesnetzagentur/Bundeskartellamt (Stand: 28. November 2019)

Manche Versorger bieten auch Kombitarife für Strom und Gas an. Das heißt, wenn Sie sowohl Strom als auch Gas von einem Lieferanten beziehen, bedankt er sich mit einem Preisrabatt oder einer längeren Preisgarantie bei Ihnen. Ob Sie mit einem Kombitarif günstiger fahren, als mit zwei Verträgen bei unterschiedlichen Anbietern, sollten Sie vor einem Abschluss aber prüfen – trotz Rabatt können die Kosten höher sein als in zwei günstigen Einzelverträgen zusammen. Wie Kombitarife aussehen, erfahren Sie nur direkt beim jeweiligen Versorger. Vergleichsportale führen die Angebote nicht auf. 

Wie wird ein Unternehmen ein Strom- oder Gasversorger? 

Will ein Unternehmen Energieversorger werden, ist dazu nicht viel notwendig: Es braucht Software, um neue Verträge zu schließen und Abrechnungen zu erstellen. Mitarbeiter kaufen Strom und Gas an der Börse oder bei Erzeugern ein. Sie müssen darauf achten, dass die eingekaufte Menge den Öko- und Klimawünschen der Kunden entspricht und melden diese Daten den Netzbetreibern, an deren Netz die Kunden hängen. Schließlich sollten sich weitere Mitarbeiter noch um Kundenanfragen kümmern und Tarifangebote aktuell halten.

Dass die Versorgung sicher ist, stellen dabei die Netzbetreiber sicher. Die Herausforderung für einen Energieversorger ist damit vor allem administrativer und bilanzieller Natur. Mit etwas Startkapital kann jede Firma Energielieferant werden und Haushalte versorgen. Die einzige Pflicht besteht darin, sich bei der Bundesnetzagentur zu registrieren und dabei die Leistungsfähigkeit darzulegen (§ 5 EnWG). Die Behörde kann ein Unternehmen auch ausschließen, wenn die „personelle, technische oder wirtschaftliche Leistungsfähigkeit oder Zuverlässigkeit nicht gewährleistet ist“.

Wie unterscheiden sich Stromversorger voneinander?

In drei Punkten können sich Versorger voneinander unterscheiden: in der Service-Qualität, beim Stromeinkauf und in der Höhe der Preise, zu denen der Kunde die Energie abnimmt. 

Ob Sie Ihren Anbieter telefonisch gut erreichen, ob er schnell reagiert, wenn Sie eine Frage haben und ob er zuverlässig seine Vertragspflichten erfüllt – all das macht einen guten Service aus. An den Tarifdetails können Sie die Service-Qualität aber nicht ablesen. Einen Eindruck, wie umgänglich ein Unternehmen ist, vermitteln die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB): Gibt es dort beispielsweise viele Klauseln, die den Kunden von einer Leistung ausschließen, sind Konflikte absehbar.

Unser Tipp: Lesen Sie sich eher die negativen Bewertungen zur Firma auf Vergleichsportalen wie Verivox und Check24 durch und die Einträge auf der Beschwerdeseite reclabox.de. Wiederholen sich die Kritikpunkte, sollten Sie sie ernst nehmen und einen anderen Energielieferanten wählen. Neben konventionellem Strom bieten Versorger auch Ökostrom oder Regionalstrom an. Bei letzterem handelt es sich um Energie aus Kraftwerken in der Nähe des Verbrauchers. Physikalisch gibt es keinen Unterschied zwischen den unterschiedlichen Stromarten, ökologisch aber sehr wohl.

Wenn Sie die Stromerzeugung aus Windkraft oder Photovoltaik gutheißen, können Sie sich für Ökostrom entscheiden. Wenn Sie Stromerzeuger in Ihrer Region unterstützen möchten, können Sie einen Regionaltarif wählen. Der Finanztip-Stromrechner zeigt neben konventionellen Tarifen auch solche für Ökostrom und Regionalstrom. Ökostrom ist als solcher im Rechner gekennzeichnet, Regionalstrom bislang nicht.

Vergleichen Sie Stromtarife mit dem Finanztip-Stromrechner

Die Ergebnisliste unseres Vergleichsrechners enthält Werbelinks zu Stromtarifen von Check24 und Verivox. Alle Empfehlungen erfolgen redaktionell unabhängig und erfüllen unsere strengen Finanztip-Kriterien.

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Der Finanztip-Stromrechner basiert auf Daten der Check24 Vergleichsportal Energie GmbH sowie der Verivox GmbH. Diese haben wir mit unseren Parametern so gefiltert, dass Sie ein verbraucherfreundliches Ergebnis nach Finanztip-Kriterien bekommen. Wir übernehmen keine Gewähr für die Richtigkeit und Aktualität der hier bereitgestellten Informationen. Für Schäden aus fehlerhaften Daten oder durch die Nutzung des Rechners übernehmen wir keine Haftung.

Für Daten der Check24 Vergleichsportal Energie GmbH: © 2020 Check24.de

Für Daten der Verivox GmbH: © Verivox GmbH – www.verivox.de – alle Angaben ohne Gewähr (Stand: 2020). Das Angebot darf nur für den privaten Gebrauch genutzt werden. Eine Vervielfältigung oder Verbreitung des Angebots oder der auf diesen Seiten angezeigten Informationen – ganz oder auszugsweise, gleich in welcher Form – und jede Form der kommerziellen Verwendung ist nicht ohne ausdrückliche schriftliche Zustimmung der Verivox GmbH zulässig.

Schließen Sie über Verivox oder Check24 den Vertrag ab, leiten die Portale den Vertragswechsel ein. Der Abschluss kommt aber in der Regel erst zustande, wenn Sie der gewählte Versorger anschreibt und den Vertrag bestätigt. Ab dann bleiben 14 Tage Zeit, den Vertrag zu widerrufen.

Manche Versorger betreiben zusätzlich Umweltschutz- oder Sozialprojekte, die Sie als Kunde dann ebenfalls fördern können. Unter Umständen kostet ein solcher Tarif dann etwas mehr.

Welchen Einfluss haben Versorger auf die Strompreise?

Ein Stromversorger beeinflusst den Preis der Energie nur wenig, die er liefert: Rund 80 Prozent des Strompreises bestimmen Kosten, die der Versorger berechnen muss, ohne selbst etwas davon zu haben. Dazu gehören Steuern, Umlagen oder Netzentgelte, die das Unternehmen an den Staat oder die Netzbetreiber weiterreicht.

Trotzdem gehen die Strompreise bundesweit stark auseinander. Das liegt daran, dass Versorger unterschiedlich viel zahlen müssen, je nachdem welches Verteilernetz sie nutzen. So kommt es, dass beispielsweise Verbraucher in Brandenburg oder Schleswig-Holstein im Schnitt deutlich höhere Preise zahlen als Verbraucher in Köln oder Bremen. Das ist wichtig zu wissen, wenn Sie umziehen und sich am neuen Ort über deutlich andere Strompreise wundern sollten. Im Schnitt liegen die Netzentgelte in ländlichen Regionen über denen in Großstädten, im Osten und Norden der Republik sind sie höher als im Westen und Süden.

Es gibt wenige Unternehmen, die Verbrauchern einheitlich hohe Tarife berechnen und die Gesamtkosten für die Netznutzung aller Kunden mitteln. Zumeist berücksichtigen Versorger aber die regional unterschiedlichen Entgelte für Netznutzung und Messstellenbetrieb (also den Betrieb der Strom- und Gaszähler) in ihren Tarifen. Ein Energieanbieter kann also nur rund ein Fünftel des Strompreises selbst gestalten. Je nachdem, wie günstig er Strom einkauft, wie effizient er arbeitet und welche Marge er sich berechnet, kann ein Tarif höher oder niedriger ausfallen.

Die Konkurrenz beim Einkauf preislich abzuhängen, ist schwer. Es gibt einen zentralen Handelsplatz für Strom in Deutschland, die Strombörse EEX. An den Preisen dort orientieren sich auch die Kraftwerksbetreiber, die ihren Strom direkt an einen Versorger verkaufen. Im Gegensatz zu anderen EU-Ländern wie Dänemark oder Schweden gibt es an der Strombörse bislang auch nur eine Preiszone. Es macht damit keinen Unterschied, ob Strom im Norden oder Süden verbraucht wird. Die Preise selbst schwanken moderat: meist um rund 1 Cent pro Kilowattstunde innerhalb eines Jahres.

Will ein Anbieter Strom günstig anbieten, hat er den größten Spielraum deshalb bei den eigenen Kosten und seiner Gewinnspanne. 3 bis 4 Cent pro Kilowattstunde berechnet ein Versorger im Schnitt für seine eigene Arbeit, inklusive Gewinn. Ein Versorger kommt aber auch mit geringeren Beträgen aus, um rentabel zu arbeiten – wenn der Vertrieb effizient und stark automatisiert läuft.

Das Sparpotenzial für Verbraucher ist dennoch überschaubar: Berechnet der Anbieter 1 Cent pro Kilowattstunde netto weniger als ein Konkurrent, zahlen Sie bei einem Verbrauch von 3.000 Kilowattstunden im Jahr rund 36 Euro weniger. Rund 3.000 Kilowattstunden verbrauchen Haushalte in Deutschland im Schnitt im Jahr.

Wie unterscheiden sich Gasversorger voneinander?

Ebenso wie die Stromversorger kann sich ein Gasversorger in drei Punkten von seinen Konkurrenten abheben: durch guten Service, nachhaltiges Wirtschaften und durch günstige Preise.

Die Qualität des Service lässt sich vor Abschluss eines Liefervertrags bedingt einschätzen. Aufschluss können auch in diesem Fall die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) des Versorgers geben, wenn diese viele Klauseln beinhalten, die dem Verbraucher Leistungen absprechen. Auch ein Blick auf reclabox.de oder in die negativen Bewertungen auf den Vergleichsseiten von Check24 und Verivox kann sich lohnen, wenn Sie nicht an ein Unternehmen mit miesem Service geraten wollen.

Beim Gas gibt es ökologische Alternativen zu fossilem Erdgas: Biogas aus Biogasanlagen oder synthetisch erzeugtes Erdgas (sogenanntes Windgas). Allerdings strömen über das öffentliche Netz weniger als zwei Prozent Biogas – viel zu wenig, um einen Kunden nur mit grünem Gas zu versorgen. So besteht ein entsprechender Tarif zumeist nur zu einem Teil aus Biogas und zum anderen aus konventionellem Erdgas. Der Finanztip-Gasrechner zeigt auch Biogas-Tarife an.

Daneben verkaufen Anbieter auch sogenanntes Klimagas. Dabei liefern sie fossiles Erdgas, unterstützen aber im Gegenzug Klimaschutzprojekte wie das Aufforsten von Wäldern. Egal, ob Bio- oder Klimagas bei Ihnen ankommt – für beides zahlen Sie im Schnitt mehr als für konventionelles Erdgas.

Welchen Einfluss haben Energieversorger auf Gaspreise?

Bei der Preisgestaltung unterliegen die Gasversorger ähnlichen Regeln wie die Stromversorger – aber ihr Spielraum ist größer. Rund die Hälfte des Gaspreises bestimmen die Versorger. Denn auf den Gaspreis fallen „nur“ zwei Steuern und eine Abgabe an. Hinzukommen die Kosten für den Gaszähler und um das Netz zu nutzen – eine Umlage zur Umstellung des Gasnetzes auf Gas mit höherem Brennwert ist darin bereits enthalten.

Rund 3 Cent pro Kilowattstunde berechnet ein Versorger Anfang 2019 im Schnitt, um das Gas zu beschaffen und für seine Dienstleistung, inklusive Gewinnspanne. Für den Einkauf hat er vermutlich rund die Hälfte dieser 3 Cent pro Kilowattstunde ausgegeben. Der Rest genügt, damit ein Unternehmen gewinnbringend arbeiten kann. Im Schnitt beziehen Haushaltskunden 20.000 Kilowattstunden pro Jahr. Zu diesen Kunden zählen nicht nur einzelne Haushalte sondern auch Bewohner eines Mehrfamilienhauses, die eine zentrale Gasheizung mit Wärme versorgt. Der Hauseigentümer oder die Hausverwaltung schließt dann den Gasvertrag für alle.

Die Netzentgelte haben ein ähnliches Gewicht wie die Kosten, um das Gas zu beschaffen und es zu vertreiben. Auch der Gasmarkt unterscheidet sich regional: In Mecklenburg-Vorpommern sind die Kosten am höchsten – teilweise doppelt so teuer wie in Berlin, Hamburg oder Bremen.

Absolut geht es um Preisunterschiede von bis zu 3 Cent pro Kilowattstunde. Das bedeutet: In manchen Regionen kostet es mehr, den Brennstoff zu transportieren, als ihn einzukaufen. Dieses regionale Ungleichgewicht kann kein Versorger durch eine niedrigere Gewinnspanne oder geringere Lieferkosten ausgleichen.

Welche Pflichten haben Energieanbieter gegenüber Kunden?

Ein Energieversorger muss das Energierecht einhalten. Kaum ein anderer Markt ist in Deutschland so stark durch Gesetze bestimmt wie jener für Strom und Gas. Um Haushalte zu beliefern, gelten nochmals besondere Bestimmungen – Zweck des Gesetzes ist schließlich auch, dass die Versorgung mit Strom und Gas verbraucherfreundlich geschieht.

Die gesetzlichen Pflichten gegenüber Verbrauchern beginnen bei Vertragsschluss (§ 41 EnWG):

  • Der Versorger muss ihnen mehrere Bezahlmöglichkeiten für die gelieferte Energie anbieten.
  • Er darf keinen Abschlag kassieren, bevor er nicht geliefert hat.
  • Er muss eine Abschlagszahlung am bisherigen Verbrauch bemessen. 

Spätestens nach zwölf Monaten ist der Energielieferant verpflichtet, eine Abrechnung zu erstellen und Ihnen binnen sechs Wochen nach Ende des Abrechnungszeitraums zuzustellen (§ 40 EnWG). Die Abrechnung soll einfach und verständlich sein. Sie muss neben den Kosten auch Informationen enthalten, wie viel Sie im Vergleich mit anderen Kunden verbrauchen.

Den Vertrag ändern kann der Anbieter nicht, ohne Sie zu informieren. Will er beispielsweise die Preise erhöhen, muss er das mitteilen und Sie auf Ihr Sonderkündigungsrecht hinweisen (§ 41 Abs. 3 EnWG). Sie dürfen dann den Anbieter wechseln. Hält ein Versorger diese Pflichten nicht ein, erfahren Sie in unseren Ratgebern zum Stromanbieterwechsel und zum Gasanbieterwechsel, was Sie tun können.

Neben dem Energierecht sind weitere Gesetze einzuhalten. Verstöße registrierte die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen 2017 mehrfach gegen das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb (UWG) wegen des Abschlusses von Versorgungsverträgen am Telefon. Bei zwei Klagen erhielten die Verbraucherschützer bereits Recht.

Das Landgericht München I stellte in beiden Verfahren fest, dass der Abschluss von Strom- und Gaslieferverträgen am Telefon nicht gültig ist, wenn der Kunde dem Werbeanruf vorher nicht ausdrücklich zugestimmt haben (Az. 37 O 5551/17 und Az. 33 O 5550/17). In einem der beiden Verfahren erfolgten nicht nur Werbeanrufe, sondern schlossen Verbraucher nach Darstellung des Versorgers PST Europe Sales auch Lieferverträge am Telefon ab.

In einem solchen Fall müssen Kunden trotzdem schriftlich genehmigen, dass der neue Versorger ihren bestehenden Liefervertrag kündigen darf, urteilten die Richter. Das Urteil gegen PST Europe Sales ist noch nicht rechtskräftig. 

Wer beaufsichtigt Versorger, dass sie Gesetze einhalten?

Die Bundesnetzagentur ist die Aufsichtsbehörde für Energieversorger, Messstellenbetreiber und Netzbetreiber. Das Augenmerk der Behörde liegt darauf, dass kein Netzbetreiber einen Verbraucher mutwillig von der Energieversorgung ausschließt und dass kein Netzbetreiber einen Strom- oder Gasversorger benachteiligt, sondern alle Lieferanten gleichbehandelt.

Bei den Energieversorgern achtet die Behörde darauf, dass sie zuverlässig arbeiten. Lässt ein Unternehmen Kunden beispielsweise in die sogenannte Ersatzversorgung fallen, behindert es den Wechsel seiner Kunden zu einem anderen Versorger.

Auch wenn ein Versorger einem Netzbetreiber nicht ordnungsgemäß Daten und Zahlungsbeträge übermittelt, kann die Behörde einschreiten. Oder wenn ein Versorger aus wirtschaftlichen, technischen oder personellen Gründen seinen Pflichten gegenüber den Kunden nicht mehr nachkommt. Möglich ist, dass dann ein Aufsichtsverfahren beginnt, an dessen Ende die Bundesnetzagentur dem Unternehmen untersagen kann, weiter als Energieversorger tätig zu sein. Solche Verfahren sind eher selten. Eingeleitet hat die Behörde ein Aufsichtsverfahren zum Beispiel gegen die Care Energy AG oder gegen die Bayerische Energieversorgung (BEV). Beide Unternehmen  meldeten Insolvenz an, ehe das Verfahren abgeschlossen war.

Die Schlichtungsstelle Energie 

Ob ein Unternehmen den Liefervertrag mit Kunden einhält, indem es beispielsweise einen Bonus überweist oder ein Guthaben zurückzahlt, ist eine Frage für die Schlichtungsstelle Energie. Ehe Sie sich an diese wenden, müssen Sie aber Ihren Versorger mit Ihrer Kritik konfrontiert haben. Innerhalb von vier Wochen muss Ihr Energielieferant auf einen Beschwerdebrief reagieren. Bleibt das aus, sollten Sie sich an die Schlichtungsstelle wenden. Das Schlichtungsverfahren ist kostenfrei.

Ärgern Sie sich über das Verhalten eines Versorgers, aber sind sich unsicher, ob dem Unternehmen ein Vorwurf zu machen ist, können Sie auch Finanztip benachrichtigen oder sich an eine Verbraucherzentrale wenden.

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redaktion@finanztip.de (Finanztip Verbraucherinformation gGmbH) 10.07.2020 13:39:00 +0000
Smartphone statt Geldautomat und Kreditkarte : Girokonto von N26 https://www.finanztip.de/girokonto/number26-girokonto/ https://www.finanztip.de/?id=3071Smartphone statt Geldautomat und Kreditkarte
Das Wichtigste in Kürze
  • Als N26-Kunde erledigen Sie den größten Teil Ihrer Bankgeschäfte über eine Smartphone-App.
  • Das Konto an sich und die Karten sind kostenlos. Gebühren fallen aber beim Geld abheben an.
  • Der Anbieter setzt stark auf digitale Hilfsmittel, zum Beispiel beim Versenden von Geld.
So gehen Sie vor
  • Stellen Sie sich die Frage, ob Ihnen das Banking per Smartphone und Laptop und die eingeschränkten kostenlosen Bargeldabhebungen reichen.
  • Wenn Ihnen bestimmte App-Funktionen wichtig sind, werfen Sie einen Blick auf die Apps anderer Anbieter. Viele Funktionen gibt es auch bei anderen Smartphone-Banken und Direktbanken.
  • Geht es Ihnen vor allem um die Kosten, nutzen Sie den Finanztip-Girokontorechner, um das passende Konto zu finden.

Zum Girokontorechner

Wer braucht noch Filialen, dachten sich Direktbanken vor einigen Jahren. Das Fintech-Unternehmen N26 (zuvor Number26) und seine Konkurrenten gehen noch ein Stück weiter: Wer braucht noch schnödes Online-Banking mit dem Computer? Ein Konto als App auf dem Smartphone tut es doch auch.

Zu wem passt das N26-Konto?

Wer ein Girokonto bei N26 eröffnen will, muss mindestens 18 Jahre alt sein und in einem der Länder leben, in denen N26 tätig ist, zum Beispiel in Deutschland. Eine weitere Voraussetzung ist eher ungewöhnlich: Erforderlich ist ein mit der N26-App kompatibles Smartphone, auf dem die Banking-App installiert wird.

Zwar können Kunden das Konto auch ohne Handy nutzen, jedoch funktioniert nicht alles über den Browser. So ist das Smartphone nötig, um die Anmeldung bei N26 abzuschließen. Sie brauchen es aber auch, um Überweisungen und Daueraufträge zu bestätigen – das ist inzwischen aber auch bei immer mehr Banken der Fall. Wenn Sie sich für das Konto interessieren, sollten Sie zunächst kontrollieren, ob die App überhaupt auf Ihrem Handy funktioniert.

Das Smartphone dient als sogenanntes Authentifizierungsinstrument – damit die Bank weiß, dass Sie wirklich Sie sind. N26 nutzt dazu Hardware-Merkmale des Gerätes. Kunden müssen es deshalb sicher aufbewahren und vor dem Zugriff Dritter schützen. Falls das Smartphone verloren geht oder gestohlen wird, müssen die Kunden dies N26 melden.

Ist das Handy kaputt oder abhandengekommen, ist das Konto erst einmal nicht mehr nutzbar. Bevor Kunden sich auf einem neuen Gerät einloggen können, muss das alte Smartphone vom Konto getrennt werden – „entknüpft“, wie das bei N26 heißt.

Denn aus Sicherheitsgründen lässt sich immer nur ein einziges Smartphone mit dem Konto verbinden. Als zusätzliche Absicherung dient das Passwort für die App und die PIN für Überweisungen. Je nach Handymodell können Sie bei N26 auch den Fingerabdruck-Scanner oder die Gesichtserkennung Ihres Geräts nutzen. Finanztip empfiehlt zudem, auch das Handy insgesamt mit einer PIN abzusichern.

Vergleichen Sie Kontoangebote mit dem Finanztip-Girokontorechner

Ihr monatlicher Geldeingang

Finanztip-Kommentar: Zum monatlichen Geldeingang gehören zum Beispiel Gehalt, Rente und Bafög. Der Geldeingang kann die Kontogebühren beeinflussen.

Brauchen Sie eine Kreditkarte?

Finanztip-Kommentar: Bei einigen Konten ist die Kreditkarte immer dabei, bei anderen buchen Sie die Karte auf Wunsch dazu.

Wo möchten Sie kostenlos abheben?
Brauchen Sie eine Filiale?

Der Finanztip-Girokontorechner basiert auf Daten von Banken, die der Dienstleister Financeads GmbH Co KG, Nürnberg (Datenschutzhinweise), zur Verfügung stellt. Diese haben wir mit unseren Parametern so gefiltert, dass nur bundesweit verfügbare Banken angezeigt werden, die ein verbraucherfreundliches Girokonto nach den Finanztip-Kriterien anbieten. Die Auswahl der Banken mit Girokonten erhebt keinen Anspruch auf einen vollständigen Marktüberblick. Die teilnehmenden Banken finden Sie am Ende des Artikels. Wir übernehmen keine Gewähr für die Richtigkeit und Aktualität der hier bereitgestellten Informationen. Für Schäden aus fehlerhaften Daten oder durch die Nutzung des Rechners übernehmen wir keine Haftung.

Was kostet das Konto?

N26 verlangt beim Standardkonto weder eine Gebühr für die Kontoführung noch für die dazugehörige Maestro-Karte oder Mastercard-Kreditkarte. Auch fallen keine Kosten an, wenn Kunden mit den Karten bezahlen, egal in welcher Währung. Bei Fremdwährungen nutzt N26 den Mastercard-Wechselkurs.

Anders sieht es beim Geldabheben am Automaten in Deutschland aus: Mit der Maestro-Karte kostet das immer 2 Euro. Mit der Mastercard geht das kostenlos – allerdings nur dreimal im Monat beziehungsweise seltener als einmal pro Woche. Jedes weitere Abheben kostet ebenfalls 2 Euro. Wer das Konto als Hauptkonto benutzt, kann fünfmal im Monat kostenlos Geld abheben.

Falls die kostenlosen Abhebungen nicht reichen, können Nutzer zwar bei bestimmten Einzelhändlern über „Cash26“ Geld abheben. Dann sind sie allerdings an deren jeweilige Öffnungszeiten gebunden.

Im Ausland wird das kostenlose Abheben bei der Kreditkarte nicht eingeschränkt, solange es sich um Euro handelt. N26 verlangt aber eine Fremdwährungsgebühr von 1,7 Prozent der abgehobenen Summe, falls Sie Geld in einer anderen Währung als Euro abheben. Außerdem fallen bei einigen Automatenbetreibern zusätzliche Gebühren an, für die N26 nicht aufkommt. Das ist etwa in Nordamerika sowie Südostasien häufig der Fall.

Aber auch einige Sparkassen in Deutschland erheben Gebühren, wenn fremde Kunden mit einer Mastercard bei ihnen Geld abheben. Das können durchaus um die 10 Euro sein. Automaten in Deutschland zeigen diese Gebühr in aller Regel an.

Auch Einzahlungen sind möglich. Mangels eigener Filialen geht das über die „Cash26“-Partner, also in bestimmten Supermärkten oder anderen Geschäften. Das kostet eine Gebühr von 1,5 Prozent der Summe.

Der Zins für einen Dispokredit beträgt 8,9 Prozent pro Jahr. Ob Sie einen Dispo erhalten und wie hoch der Disporahmen ist, hängt von Ihrer Schufa-Bewertung ab, dem monatlich eingehenden Gehalt und anderen regelmäßigen Geldeingängen. Den Dispo beantragen Sie in der App und erhalten laut N26 sofort Rückmeldung. Sie können den Dispo kündigen und innerhalb des gewährten Rahmens senken oder erhöhen. Jede Anfrage wird vorübergehend bei der Schufa gespeichert.

Wie kann ich Geld überweisen?

Das Überweisen funktioniert wie bei jedem anderen Konto auch. Das N26-Konto hat eine normale deutsche IBAN-Kontonummer. Einzige Besonderheit: Die PIN zum Überweisen legen Sie selbst fest. Die Zahlenkombination brauchen Sie auch, wenn Sie mit dem Smartphone Geld an einer Ladenkasse abheben (Cash26) oder Daueraufträge anlegen.

Neben normalen Überweisungen können Sie auch sogenannte Moneybeams an andere N26-Kunden schicken. Dazu brauchen Sie keine Kontodaten eingeben, das Ganze funktioniert über die im Handy gespeicherten Kontaktdaten des Empfängers. Bis zu 1.000 Euro am Tag können Sie so senden. Der Empfänger bekommt das Geld innerhalb von Sekunden.

N26 arbeitet für Überweisungen in fremder Währung mit dem britischen Fintech Transferwise zusammen. Das soll schneller gehen und preiswerter sein als bei normalen Banken.

Wie funktionieren die Karten zum N26-Girokonto?

Bei den Karten handelt es sich um eine Debit-Kreditkarte von Mastercard und eine Maestro-Karte. Bei beiden Karten geht das Geld beim Verwenden also sofort vom Konto ab. Die PINs für die beiden Karten können die Kunden selbst festlegen. Sie können mit dem Überweisungscode übereinstimmen – sollten sie aber nicht.

Die Maestro-Karte ist nicht an das deutsche Girocard-System angeschlossen. Das bedeutet für Sie, dass Sie beim Bezahlen darauf achten müssen, dass das Maestro-Logo auf der Kasse zu sehen ist.

Bei den N26-Kreditkarten sind die PINs online im Mastercard-Netzwerk hinterlegt. In einigen Ländern (zum Beispiel Frankreich und Irland) lesen die Kassen die PIN jedoch vom Chip auf der jeweiligen Karte aus. Deshalb können Sie in diesen Ländern nicht sofort mit Karte bezahlen, weil die PIN nicht von vornherein auf dem N26-Chip gespeichert ist.

Sie müssen in solchen Fällen zunächst etwas Geld an einem Automaten abheben, damit dieser die PIN online liest und auf den Chip schreibt. Danach ist die Karte für das bargeldlose Bezahlen einsatzbereit. Falls Sie die PIN ändern, müssen Sie das Ganze beim nächsten Auslandsaufenthalt wiederholen.

Mit der Mastercard können Sie kontaktlos bezahlen. Dafür halten Sie die Karte lediglich an das Bezahlterminal, bei Summen unter 25 Euro müssen Sie keine PIN eingeben.

Wie kann ich mit dem Smartphone Geld abheben und einzahlen?

N26-Kunden können nicht nur an Automaten Geld abheben. Über „Cash26“ ist dies auch an den Kassen verschiedener Supermärkte und Einzelhändler in Deutschland möglich, darunter Rewe, Penny und Budni. Das funktioniert komplett über das Smartphone.

Sie generieren über Handy und PIN einen Barcode, den Sie an den Kassen einlesen lassen. Dazu muss das Smartphone online sein. Das Geld geht direkt vom Konto ab. Sie können den Code löschen, falls Sie ihn doch nicht brauchen. Machen Sie das nicht, können sie 24 Stunden lang nicht auf das Guthaben zugreifen. Danach wird es automatisch wieder dem Konto gutgeschrieben.

Wenn Sie über Cash26 in Supermärkten und bei Einzelhändlern einzahlen, können Sie darauf sofort mit den N26-Karten zugreifen. Allerdings dauert es auch bei Cash26 ein bis zwei Tage, bis das eingezahlte Geld für Überweisungen oder Lastschriften bereitsteht. Wie beim Überweisen müssen Sie eine Push-TAN bestätigen.

N26 verlangt zudem Gebühren, wenn Sie mehr als 100 Euro im Monat einzahlen. Die Gebühr beträgt 1,5 Prozent der eingezahlten Teilsumme, die oberhalb dieser Grenze liegt. Zum 10. Mai 2020 werden ab dem ersten Euro 1,5 Prozent fällig.

Wie kann ich mit dem Handy bezahlen?

N26 arbeitet mit Google und Apple zusammen, um das Bezahlen mit dem Handy zu ermöglichen. Dabei halten die Kunden das Smartphone lediglich an das Bezahlterminal. Beim Bezahlen werden  keine Kartendaten weitergegeben, die Zahlung erfolgt über eine virtuelle Kontonummer.

Was kann die N26-App?

N26-Kunden können über die App die Karten sperren und Karteneinstellungen verändern. So lassen sich zum Beispiel Auslandszahlungen, Online-Zahlungen und Bargeldabhebungen aktivieren und deaktivieren oder Limits ändern.

Eine Besonderheit der N26-App ist das „Echtzeit-Banking“: Zu allen Ausgaben und Transaktionen erhalten Sie Push-Benachrichtigungen. Das gilt für Überweisungen, aber auch für das Bezahlen mit Kreditkarte oder Geldabheben mit der Maestro-Karte. Wer das nicht will, kann diese Nachrichten abschalten.

Die App weist den Transaktionen Kategorien zu, zum Beispiel „Bars & Restaurants“. So können Sie Ihre Ausgaben über Statistiken analysieren. Zudem können Sie Unterkonten einrichten, N26 nennt diese „Spaces“, mit denen Sie alle Ausgabenkategorien im Blick behalten.

Jede ausgehende Zahlung bestätigen Sie über Push-TANs. Das Push-TAN-Verfahren kommt grundsätzlich ohne weitere Geräte aus und richtet sich an Verbraucher, die ihre Bankgeschäfte über Smartphones und Tablets erledigen wollen. Dabei laufen Online-Banking und TAN-Verfahren zwar auf ein- und demselben Gerät ab, sind aber voneinander getrennt.

In jedem Fall gilt: Schützen Sie Ihr Smartphone vor unbefugtem Zugriff, egal ob Sie es für das N26-Konto oder das mTAN-Verfahren anderer Banken verwenden. Der IT-Branchenverband Bitkom rät, die Sicherheit auf dem Smartphone genauso ernst zu nehmen wie auf dem PC.

Wenn Sie sich aufgrund der App und deren Funktionen für das Konto von N26 interessieren: Inzwischen gibt es noch mehr Smartphone-Banken auf dem Markt. Und auch Filialbanken und Direktbanken haben bei ihren Apps nachgerüstet und bieten gleiche oder ähnliche Funktionen an. Einen Vergleich finden Sie in unserem Artikel Smartphone-Banken.

Was bietet N26 noch?

N26 startete mit dem kostenlosen Girokonto. Inzwischen hat der Anbieter weitere Modelle im Programm: You und Metal. Für beide Kontomodelle müssen Sie Gebühren bezahlen, N26 bewirbt sie mit zusätzlichen Leistungen wie Versicherungen, mehr Unterkonten oder gar einer Karte aus Metall. Auch ein Konto für Geschäftskunden gibt es.

Zudem bietet N26 einen Kredit an und eine Auswahl an internationalen Festgeldkonten. Kunden können darüber hinaus ihre Versicherungen über die App verwalten.

Was für ein Unternehmen ist N26?

N26 zählt zu den sogenannten Fintechs. Das sind Finanz-Unternehmen, die mit neuen Technologien und speziellen Dienstleistungen den klassischen Bankensektor aufmischen. N26 hat seit Mitte Juli 2016 eine eigene Banklizenz. Im Zuge dieser Veränderung bekam die Firma den Namen N26, zuvor hieß sie noch Number26. Die Kundenkonten zogen ab Ende Oktober 2016 vom früheren Partner Wirecard zur N26-Bank um.

N26 ist außer in Deutschland noch in 24 anderen Ländern verfügbar, zum Beispiel in Frankreich und Griechenland. 

Mehr dazu im Ratgeber Girokonto

  • Mit dem richtigen Girokonto können Sie Gebühren sparen und bekommen gute Leistungen.
  • Unsere Anbieter-Empfehlung: Comdirect, Norisbank, DKB, Santander, Consorsbank

Zum Ratgeber

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redaktion@finanztip.de (Finanztip Verbraucherinformation gGmbH) 09.07.2020 16:04:00 +0000
Santander lockt mit hohen Bonuszahlungen : Santander 123 Girokonto https://www.finanztip.de/girokonto/santander-girokonto/ https://www.finanztip.de/?id=1190Santander lockt mit hohen Bonuszahlungen
Das Wichtigste in Kürze
  • Mit dem 123-Girokonto bietet die Santander-Bank ein Konto ohne Grundgebühren an – falls denn genug und regelmäßig Geld eingeht.
  • Die Bank zahlt zudem unterschiedliche Boni aus. Die Höhe des Bonus‘ hängt davon ab, wie sehr die Kunden das Konto nutzen. Die Bank wirbt mit einem Bonus von bis zu 108 Euro pro Jahr.
  • Zum Konto gehört auch eine Kreditkarte, mit der Sie weltweit kostenlos Geld abheben können.
So gehen Sie vor
  • Falls Sie auf der Suche nach einem neuen Girokonto sind, sollten Sie sich zunächst überlegen, ob Sie ein Konto bei einer Bank mit Filialnetz oder ein preiswerteres Online-Konto möchten.
  • Vergleichen Sie die Angebote im Finanztip-Girokontorechner mit dem der Santander-Bank. Wir berechnen die jährlichen Kosten eines Kontos anhand eines Musterkunden, um die Girokonten vergleichbar zu machen.

Zum Girokontorechner

  • Falls Sie das passende Konto finden, eröffnen Sie es. Die Banken müssen Sie inzwischen beim Wechsel des Kontos und der Bank unterstützen.

Die Santander-Bank bewirbt ihr 123-Girokonto mit einem Bonussystem. Kontoinhaber können dauerhaft Zahlungen von der Bank bekommen, je nachdem, wie sie das Konto nutzen. Das Geldinstitut lockt damit, dass bis zu 108 Euro extra im Jahr drin sind. Bevor Sie sich aber für dieses Girokonto-Modell entscheiden, sollten Sie es genau mit anderen Angeboten vergleichen.

Was kostet das 123 Giro?

Das Girokonto der Santander erhalten Sie nur kostenlos, wenn pro Monat genug Geld eingeht – und zwar 1.200 Euro als einzelner Betrag. Fehlt dieser Geldeingang, müssen Sie monatlich 6,95 Euro Kontoführungsgebühr zahlen.

Übersicht Kosten und Leistungen Santander Girokonto

Wichtigste Kosten  
Jahresgebühr kostenlos
Visa-Karte kostenlos
Zinsen für Dispokredit und Kontoüberziehung

8,05 bis 11,3 % (gestaffelt

nach Höhe der Überziehung)

Geldabheben mit Girocard

kostenlos bei Cashpool-Automaten

in Deutschland, sonst abhängig vom Automatenbetreiber

Geldabheben mit Visa-Karte kostenlos

Fremdwährungsgebühr beim

Bezahlen und Abheben im

Ausland (Visa-Karte)

kostenlos

Bonuszahlungen

 

Bonus bei monatlichem

Gehaltseingang

1 € pro Monat

Bonus bei Abbuchung von

mindestens drei Lastschriften

2 € pro Monat

Baufinanzierung bei

Santander-Bank

3 € pro Monat

kostenpflichtiges Depot bei

Santander-Bank

3 € pro Monat

Quelle: Santander (Stand: 3. Juli 2020)

Die Höhe des Dispozinses hängt bei Santander davon ab, wie weit Sie ins Minus rutschen:

  • bis 500,00 Euro im Minus: 8,05 Prozent,
  • zwischen 500,01 Euro und 1.000,00 Euro im Minus: 9,05 Prozent und
  • ab 1.000,01 Euro im Minus: 11,30 Prozent.

Wo lässt sich Geld abheben?

Sie können mit der Girocard (früher: EC-Karte) in rund 300 Filialen von Santander und an mehr als 3.000 weiteren Cashpool-Geldautomaten in Deutschland gebührenfrei Geld abheben. Im Ausland fallen Kosten von 1 Prozent des Umsatzes (mindestens 5,95 Euro) an. Beim Bezahlen in einer fremden Währung verlangt die Bank ebenso eine Gebühr von 1 Prozent (mindestens 1 Euro).

Mit der zum Konto gehörenden Kreditkarte können Sie weltweit an Visa-Automaten kostenlos Geld abheben. Falls der Automatenbetreiber eine eigene Gebühr für das Abheben verlangt, erhalten Sie diese auf Antrag von Santander zurück.

Tipp: Falls Sie auf dem Land wohnen und zum ersten Mal ein Online-Konto nutzen: Finden Sie heraus, ob Sie an den Geldautomaten in Ihrer Gegend noch Bargeld abheben können. Denn manche Sparkassen und Volksbanken sperren die Kreditkarten bestimmter Banken an ihren Automaten aus – darunter auch die Karten von Santander.

Ist dies der Fall, bleibt Ihnen noch die Ausweichmöglichkeit, mit der Girocard abzuheben – als Santander-Kunde an allen Cashpool-Automaten. Zu diesem Geldautomaten-Verbund gehören unter anderem die Targobank, die BB Bank und die Sparda-Banken.

Oder aber Sie holen sich Bargeld während des Einkaufes, das klappt in Supermärkten wie Aldi Süd, Penny, Rewe und Netto. Dazu müssen Sie aber in der Regel für mindestens 20 Euro einkaufen; bei manchen Supermärkten reicht ein Umsatz von 5 Euro oder er fällt gar ganz weg.

Wie funktioniert das Bonussystem?

Im Gegensatz zu anderen Banken, die meist nur eine Prämie bei Eröffnung eines neuen Kontos zahlen, erhalten Sie bei Santander monatliche Gutschriften.

Gehaltsbonus - Für jeden Monat, in dem auf dem Girokonto mindestens 1.200 Euro Gehalt eingehen, bekommen Sie 1 Euro gutgeschrieben. Bei einem gemeinsam genutzten Konto mit zwei Geldeingängen von jeweils mindestens 1.200 Euro verdoppelt sich der Bonus auf 2 Euro monatlich.

Aktivbonus - 2 Euro erhalten Sie für jeden Monat, in dem mindestens drei Lastschriften vom Konto abgehen.

Treuebonus - 3 Euro bekommen Sie für jeden Monat, den Sie ein kostenpflichtiges Depot oder eine Baufinanzierung bei der Santander-Bank unterhalten. Haben Sie beides, erhöht sich der Bonus auf 6 Euro. Es lohnt sich aber in den meisten Fällen nicht, wegen monatlich 3 Euro Bonus ein Wertpapierdepot bei der Santander-Bank zu eröffnen, da es günstigere Anbieter gibt. Das Gleiche gilt für Baufinanzierungen: Vergleichen Sie lieber Angebote bei einem unabhängigen Vermittler.

Wann lohnt sich das 123-Girokonto?

Ob sich das 123-Girokonto lohnt, hängt von Ihrem Geldeingang ab und wie viel Sie vom Bonussystem tatsächlich haben. Vergleichen Sie also immer für Sie interessante Girokonten mit den Angeboten anderer Banken. Das geht über den Finanztip-Girokontorechner, bei dem wir die jährlichen Kosten eines Girokontos anhand eines Musterkunden berechnen.

Mit unserem Girokontorechner das beste Konto finden

Ihr monatlicher Geldeingang

Finanztip-Kommentar: Zum monatlichen Geldeingang gehören zum Beispiel Gehalt, Rente und Bafög. Der Geldeingang kann die Kontogebühren beeinflussen.

Brauchen Sie eine Kreditkarte?

Finanztip-Kommentar: Bei einigen Konten ist die Kreditkarte immer dabei, bei anderen buchen Sie die Karte auf Wunsch dazu.

Wo möchten Sie kostenlos abheben?
Brauchen Sie eine Filiale?

Der Finanztip-Girokontorechner basiert auf Daten von Banken, die der Dienstleister Financeads GmbH Co KG, Nürnberg (Datenschutzhinweise), zur Verfügung stellt. Diese haben wir mit unseren Parametern so gefiltert, dass nur bundesweit verfügbare Banken angezeigt werden, die ein verbraucherfreundliches Girokonto nach den Finanztip-Kriterien anbieten. Die Auswahl der Banken mit Girokonten erhebt keinen Anspruch auf einen vollständigen Marktüberblick. Die teilnehmenden Banken finden Sie am Ende des Artikels. Wir übernehmen keine Gewähr für die Richtigkeit und Aktualität der hier bereitgestellten Informationen. Für Schäden aus fehlerhaften Daten oder durch die Nutzung des Rechners übernehmen wir keine Haftung.

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redaktion@finanztip.de (Finanztip Verbraucherinformation gGmbH) 09.07.2020 15:59:00 +0000
Geld holen an Automaten fremder Banken : Geld abheben https://www.finanztip.de/girokonto/geld-abheben/ https://www.finanztip.de/?id=2646Geld holen an fremden Automaten
Das Wichtigste in Kürze
  • In  Deutschland bestimmen die Geldautomatenbetreiber die Gebühren für Abhebungen mit der Girocard.
  • Geld mit der Kreditkarte abzuheben, ist vor allem für Kunden von Filialbanken oft teuer.
  • Ob es im Ausland preiswerter ist, die EC-Karte oder die Kreditkarte zu nutzen, hängt von der Bank ab.
So gehen Sie vor
  • Kontrollieren Sie, zu welchem Geldautomaten-Verband Ihre Bank gehört. Die Informationen dazu finden Sie auf der Website Ihrer Bank.
  • Finden Sie heraus, ob Ihre Bank das kostenlose Abheben über Kreditkarte oder Girocard gewährleistet.
  • Girocards (früher: EC-Karten) mit V-Pay-Logo funktionieren oft nur in Europa.
  • Über unseren Girokontorechner finden Sie Konten, mit deren Karten Sie in Deutschland, in der Eurozone und in der ganzen Welt kostenlos Geld abheben können.

Zum Girokontorechner

Am Geldautomaten kleben manchmal fast zehn Logos von Kartensystemen und auf der Girocard (früher: EC-Karte) sind es kaum weniger. Von Maestro bis Eufiserv ist alles dabei. Aber nur, wenn die Logos auf Karte und Automat zusammenpassen, können Sie wirklich Geld abheben.

Wo kann ich in Deutschland Geld abheben?

In Deutschland stehen ungefähr 56.000 Geldautomaten, der größte Teil gehört den Sparkassen und Volksbanken. Die meisten Bankkunden bekommen an jedem Automaten Geld, kostenlos geht das jedoch nicht immer. Manchmal entstehen sogar hohe Kosten.

EC-Karte (Girocard)

Zum Girokonto gehört für viele Verbraucher immer die EC-Karte dazu. Unter „EC-Karte“ findet man allerdings meist keine Erklärungen im Preis- und Leistungsverzeichnis der Bank, denn die heißt inzwischen offiziell „Girocard“. Da es sich beim Girocard-System um eine rein deutsche Lösung handelt, haben die meisten Karten ein sogenanntes Co-Badging mit den internationalen Systemen Maestro oder V-Pay, die zu Mastercard beziehungsweise Visa gehören. Deshalb ist zusätzlich das Symbol von einem der beiden internationalen Systeme auf den Karten abgebildet.

Auf einigen Girocards befindet sich das eher unbekannte Cirrus-Logo: Bei Cirrus handelt es sich um die Geldautomatenmarke von Mastercard, Verbraucher können mit solchen Karten in der Regel an Automaten mit Cirrus- und mit Maestro-Symbol Geld abheben. Das spielt vor allem im Ausland eine Rolle.

In Deutschland bestimmen aufgrund des Girocard-Systems die Automaten-Betreiber die Gebühren. So können Kunden vor allem bei der eigenen Bank in der Regel kostenlos Geld ziehen, aber dank unterschiedlicher Geldautomaten-Verbünde ist das auch bei anderen Banken möglich. Kunden einer Sparkasse und Volksbank heben daher oft bei anderen Sparkassen beziehungsweise Volksbanken ebenfalls kostenlos oder zumindest günstiger Geld ab, die Privatbanken haben sich über die Verbünde Cash Group und Cashpool zusammengefunden.

Geldautomaten-Verbünde

Anbieter Geldautomaten Mitglieder
Sparkassen-Netz etwa 25.000 Sparkassen
Bankcard-Servicenetz etwa 17.700 Volksbanken, Raiffeisenbanken, Sparda-Banken, Ethik Bank, PSD-Banken
Cash Group etwa 9.000 (+ Kassen von 1.300 Tankstellen) Unicredit Bank, Commerzbank, Deutsche Bank, Postbank, Tochterunternehmen der genannten Banken
Cashpool etwa 3.200 Bankhaus Hafner, Bank für Sozialwirtschaft, Bankhaus Bauer, Bankhaus C. L. Seeliger, Bankhaus Mayer, Bankhaus Gebr. Martin, Bankhaus J. Faisst, Privatbank Sperrer, Bankhaus Max Flessa, BBBank, Donner & Reuschel, Degussa Bank, Fürstlich Castell'sche Bank, Gabler-Saliter Bank, Berenberg, Merkur Privatbank, National-Bank, Pax-Bank, Santander, Sparda-Banken, Südwestbank, Targobank, Wüstenrot Bank, Oldenburgische Landesbank, Steyler Bank, Bankhaus Neelmeyer

Quelle: Websites der Anbieter (Stand: Juli 2020)

An den Kassen einiger Supermarktketten und anderer Geschäfte können Bankkunden außerdem beim Bezahlen Geld mit der Girocard abheben. Dabei sind die Kunden jedoch nicht nur an die Öffnungszeiten der Geschäfte gebunden, sie müssen auch meist für eine Mindestsumme einkaufen. Die beträgt abhängig vom Supermarkt zwischen 5 und 20 Euro. Teilnehmende Supermärkte sind beispielsweise Aldi Süd, Edeka, Penny, Rewe, Netto, der Baumarkt Toom und die Drogeriekette DM. Bei DM fällt inzwischen selbst die Mindestsumme weg.

Falls aber Bankkunden gerade nicht im Supermarkt einkaufen und keinen Automaten ihrer Bank oder des Verbundes finden, müssen sie Geld woanders abheben. Und das kann schnell teuer werden, da eine gesetzliche Obergrenze fehlt. Jede noch so kleine Sparkasse oder Volksbank bestimmt ihre Auszahlgebühren selbst.

Die Privatbanken hatten sich zwar auf eine Obergrenze von 1,95 Euro geeinigt. Doch inzwischen haben viele Banken diese wieder aufgegeben und verlangen höhere Gebühren von fremden Kunden.

Auch exklusive Geldautomaten-Betreiber wie Cardpoint, IC Cash oder Euronet legen ihre Preise frei fest. Bei ihnen sind die Kosten zum Beispiel abhängig vom Automaten-Standort. Für sie gilt fast jeder Kunde als fremder Kunde, wenn er mit einer Girocard Geld abhebt.

Ausnahmen ergeben sich, wenn Banken mit solchen Anbietern zusammenarbeiten. So können zum Beispiel Postbank-Kunden an Automaten von Cardpoint kostenlos Geld abheben. Diese Einigung gilt aber nicht für die anderen Mitglieder der Cash Group. Im September 2016 ermittelte die unabhängige Finanzberatung FMH einen Durchschnittswert von 4,22 Euro beim Abheben an fremden Geldautomaten.

Trotzdem brauchen Sie sich keine Sorgen zu machen: Die Automaten-Betreiber zeigen die Kosten für das Abheben in der Regel an. So können Sie den Vorgang bei zu hohen Gebühren noch abbrechen und einen anderen Automaten suchen. Allerdings werden die Gebühren zum Teil recht spät angezeigt, die Verbraucher haben dann bereits ihre PIN und den Geldbetrag eingegeben.

Kreditkarten

Bei Kreditkarten bestimmt die kartenausgebende Bank den Preis. Deshalb müssen Verbraucher das Preis- und Leistungsverzeichnis der Bank lesen, um die Abhebegebühren herauszufinden. Insbesondere Filialbanken verlangen hohe Gebühren, falls ihre Kunden mit der Kreditkarte Geld abheben. Dabei ist es meist egal, wessen Geldautomat sie nutzen. Kunden einiger Direktbanken kommen mit der Kreditkarte dagegen kostenlos an Bargeld.

Einige Verbraucher nutzen ihre Kreditkarte normalerweise nur, um im Internet einzukaufen. Wenn sie Geld abheben wollen, benötigen sie jedoch genau wie bei der EC-Karte die PIN.

Bei den Automaten der Privatbanken gibt es laut dem Bundesverband deutscher Banken meist keine Gebühren, falls Kunden anderer Banken dort mit Kreditkarten Geld abheben. Anders sieht es zum Beispiel bei einigen Sparkassen aus: dem Deutschen Sparkassen- und Giroverband  zufolge erlaubt Mastercard es den Automaten-Betreibern, im Gegensatz zu Visa, ein direktes Kundenentgelt zu nehmen. Die Banken können selbstständig entscheiden, ob sie diese Regularien nutzen. Bei der Hamburger Sparkasse sind es 4,75 Euro, die Berliner Sparkasse erhebt dagegen keine gesonderten Gebühren. Diese Kosten finden Sie auf den Info-Aufklebern an den Geldautomaten, in den Preisaushängen oder in den Preis- und Leistungsverzeichnissen.

Zudem können die Kunden einiger Banken mit ihren Visa-Kreditkarten nicht bei jeder Sparkasse oder Volksbank am Automaten Geld abheben. Die Sparkasse in Nienburg schließt zum Beispiel die Visa-Karte von Volkswagen Bank, Santander Consumer Bank, ING-Diba, DKB, Comdirect Bank und Targobank aus.

In der Regel sollte das kein Problem sein. Denn zwar machen weder Mastercard noch Visa Angaben zur Anzahl der Geldautomaten, die ihre Kreditkarten akzeptieren; die Karten funktionieren aber an den meisten Automaten. Falls eine Sparkasse oder Volksbank die Kreditkarten einer bestimmten Bank nicht annimmt, können die betroffenen Kunden immer noch auf zahlreiche andere Automaten ausweichen.

Smartphone

Inzwischen können die Kunden einiger Banken Geld mit ihrem Smartphone abheben. Dafür arbeiten Banken wie die DKB, N26 oder Fidor mit dem Unternehmen Barzahlen zusammen. Die Kunden erzeugen auf ihrem Handy einen Barcode und zeigen diesen an der Kasse eines teilnehmenden Händlers. Dann bekommen sie den gewünschten Geldbetrag. Im Laden einkaufen müssen sie dafür nicht.

Mit dem Smartphone abheben können sie bei weniger Händlern als mit der Girocard. Durch Supermarktketten wie Rewe, Penny und Real sowie dem Drogeriekonzern DM ist aber zumindest eine bundesweite Abdeckung gesichert.

Wo kann ich im Ausland Geld abheben?

Ausländische Geldautomaten bieten oft an, den Abhebebetrag in Euro umzurechnen. Verzichten Sie unbedingt darauf, das Umrechnen macht das Ganze teurer. Die Automaten-Betreiber nutzen in der Regel einen schlechteren Wechselkurs und verlangen zusätzliche Gebühren.

Da bei vielen Banken beim Abheben im Ausland auf jeden Fall eine Mindestgebühr anfällt, sollten Sie besser mittelgroße Beträge abheben. Öfter kleine Beträge abzuheben, wird schnell zu teuer.

Ob die Kreditkarte oder die EC-Karte preiswerter ist, hängt von der jeweiligen Karte ab. Die Gebühren können sehr unterschiedlich ausfallen.

EC-Karte

Außerhalb von Deutschland kommen die internationalen Systeme zum Zug, Abhebungen laufen über V-Pay und Maestro. Ein Blick auf die Karte und die Aufkleber am Bankautomaten verrät, ob die eigene Karte an einem bestimmten Automaten funktioniert.

V-Pay gilt als das sicherere System, da die Daten auf dem Chip gespeichert werden. Bei Maestro liegen die Daten dagegen auf dem Magnetstreifen.

Im Ausland hat V-Pay damit aber einen entscheidenden Nachteil: So gekennzeichnete Karten funktionieren nicht in allen Ländern, da die Daten nur über den Chip ausgelesen werden. Inzwischen können die Banken die Karten jedoch bei Visa freischalten lassen, dann werden sie auch bei Händlern und Automaten selbst in den USA akzeptiert. Das hat zum Beispiel die Postbank getan. Voraussetzung dafür ist, das Visa-Karten akzeptiert werden und das Bezahlen über Chip und PIN abläuft. 

Maestro wird dagegen immer weltweit akzeptiert. Das gilt auch für die Cirrus-Karten. Der Grund dafür ist, dass die Daten auf dem Magnetstreifen gespeichert werden. Allerdings können Bankkunden mit Cirrus-Girokarten im Ausland nicht an Kassen bezahlen.

Sparkassen-Kunden können noch auf ein weiteres Zeichen auf den Geldautomaten achten: Eufiserv, der Verbund der europäischen Sparkassen. Tragen die Karten und die Automaten das entsprechende Logo, steht dem Geldabheben dort nichts im Weg.

Die Kosten für das Abheben bestimmt die kartenausgebende Bank, meist geht es dabei um einen Prozentsatz des Umsatzes im Zusammenhang mit einem Mindestbetrag. Dadurch ist das Abheben kleinerer Beträge besonders teuer. Die Kosten werden in den Preisaushängen und Preis- und Leistungsverzeichnissen genannt. Die Automaten zeigen sie nicht an. Anders verhält es sich, falls die Automatenbetreiber zusätzliche Gebühren verlangen. Ob dies der Fall ist und wie viel der Betreiber verlangt, ist vom Land und der Bank abhängig.

Nicht immer sind EC-Karten sofort im Ausland nutzbar, da die Banken sie aus Sicherheitsgründen außerhalb von Deutschland sperren. Deshalb sollten Sie vor der Reise bei Ihrer Bank nachfragen und die Karte wenn nötig freischalten lassen.

Geben Sie Ihr Reiseziel an, wenn Sie Ihre Girocard für das Ausland freischalten lassen. Es kann sonst sein, dass die Bank zum Beispiel statt Europa nur den Euro-Raum freigibt, in Großbritannien beispielsweise stünden Sie in einem solchen Fall ohne Bargeldzugang da.

Auslandsgebühren Girokarte

Anbieter

Gebühren beim

Abheben in Euro

Gebühren beim Abheben

in Fremdwährung

Hamburger Sparkasse 1 %, mind. 4,95 € 1,25 %, mind. 5,00 €
Raiffeisenbank München-Süd 5,00 € 5,00 €
Sparda Bank Ostbayern 4,95 € 4,95 €
Santander Bank 1 %, mind. 5,95 € 1 %, mind. 5,95 €
ING 5,00 € 5,00 €
DKB 1 %, mind. 10,00 € 1 %, mind. 10,00 €
Consorsbank Gebühren des Automatenbetreibers 1,75 % zuzüglich Gebühren des Automatenbetreibers

Quelle: Websites der Anbieter (Stand: 22. Juni 2020)

Mehr dazu im Ratgeber Girokonto

  • Mit dem richtigen Girokonto können Sie Gebühren sparen und bekommen gute Leistungen.
  • Unsere Anbieter-Empfehlung: Comdirect, Norisbank, DKB, Santander, Consorsbank

Zum Ratgeber

Kreditkarten

Fragen Sie bei Ihrer Bank auch nach, ob Sie die Kreditkarte im Ausland nutzen können. Sie könnte insbesondere außerhalb von Europa aus Sicherheitsgründen gesperrt sein.

Auch außerhalb von Deutschland bestimmt die kartenausgebende Bank die Abhebegebühren. Es entstehen ähnliche Kosten wie bei der EC-Karte: Abhebe- und Fremdwährungsgebühren. Einige Banken verlangen zudem einen Zuschlag auf den Wechselkurs. Der Wechselkurs kann sich von Bank zu Bank unterscheiden.

Außerdem verlangen einige Automatenbetreiber zusätzliche Gebühren, insbesondere im außereuropäischen Ausland. Die fallen auch dann an, wenn die kartenausgebende Bank kostenlose Abhebungen verspricht. In der Regel bekommen Verbraucher dieses Geld nicht zurück. Eine Ausnahme bilden zum Beispiel Anbieter einiger Gold- und Platinum-Kreditkarten.

Auslandsgebühren Kreditkarte

Anbieter

Gebühren beim

Abheben in Euro

Gebühren beim Abheben

in Fremdwährung

Hamburger Sparkasse 0 € 1,25 %
Raiffeisenbank München-Süd 2 %, mind. 5 € 2 %, mind. 5 €
Sparda Bank Ostbayern 2 € 2 € zuzüglich 1,75 % des Umsatzes
Santander Bank2 1 % , mind. 5,25 € / 3,5 %, mind. 5,75 € 1 % , mind. 5,25 € / 3,5 %, mind. 5,75 €
ING 0 € 1,75 %
DKB 0 €

0 € / 2,2 %1

Consorsbank 0 €3 1,75 %

1 abhängig vom Kundenstatus
2 abhängig ob das Konto im Plus oder Minus ist
3 ab 50 €, darunter fallen Gebühren an
Quelle: Websites der Anbieter (Stand: 3. Juli 2020)

Ob Verbraucher im Ausland preiswerter mit der EC-Karte oder der Kreditkarte Geld abheben, hängt also von den Gebühren der jeweiligen Bank ab. So verlangen einige Direktbanken im Ausland keine Abhebe- oder Fremdwährungsgebühren bei der Kreditkarte, zum Beispiel  die Hanseatic Bank, Barclaycard und die DKB. Auch die Prozentsätze und Mindestbeträge fallen unterschiedlich hoch aus.

Einige Banken arbeiten auch im Ausland mit Partnerbanken zusammen, an deren Automaten können deren Kunden dann mit der EC-Karte günstiger abheben als Kunden anderer Geldinstitute. Die Deutsche Bank arbeitet unter anderem in den USA mit der Bank of America und in Großbritannien mit Barclays zusammen. Die Kunden der Hypovereinsbank können an den Automaten der Unicredit-Gruppe Geld abheben, zum Beispiel bei der Bank Austria in Österreich und der Yapi Kredi in der Türkei.

Bargeld wieder in Euro umtauschen

Sollten Sie nach Ihrer Reise noch Bargeld in einer fremden Währung übrig haben, stehen Ihnen verschiedene Möglichkeiten offen. Sie können das Geld bei Ihrer Bank umtauschen. Unter Umständen akzeptieren die Banken jedoch nur Geldscheine aber keine Münzen oder bieten den Service nicht bei allen Währungen oder überhaupt nicht an. Die Reisebank hingegen ist auf das Umtauschen von Währungen spezialisiert und hat viele Währungen im Programm.

Eine andere Option ist es, das Geld in einer Wechselbörse zu tauschen. Dabei fallen Gebühren an. Seltene Währungen nehmen die Wechselbörsen in Deutschland womöglich nicht an. Sinnvoller ist es bei solchen Währungen, sie direkt im Urlaubsland in Euro umzutauschen.

Falls es sich nur um geringe Summen Bargeld handelt und sich der Aufwand nicht lohnt, können Sie diese sogenannten Restdevisen auch spenden. Informieren Sie sich vorher, ob die von Ihnen ausgewählte Organisation auch fremde Währungen in bar als Spende annimmt. So akzeptierten zum Beispiel die Welthungerhilfe und die Caritas-Einrichtungen in Baden-Württemberg solche Spenden.

Wie fordere ich falsch abgebuchtes Geld zurück?

Beim Geld abheben kann auch mal etwas schief gehen. Vielleicht erhalten Sie weniger Geld als Sie eigentlich wollten oder überhaupt kein Geld und die Abbuchung erscheint trotzdem auf Ihrem Konto. Wenden Sie sich in solchen Fällen direkt an Ihre eigene Bank.

Falls Sie das Geld mit einer Kreditkarte abgehoben haben, können Sie den Umsatz reklamieren. Die Banken bieten die entsprechenden Formulare dafür entweder online an oder aber Sie erhalten sie in einer Filiale.

Mehr dazu im Ratgeber Kreditkarten

  • Es gibt kostenlose Kreditkarten, mit denen das Bezahlen und Geldabheben wenig kostet.
  • Unsere Anbieter-Empfehlung: DKB, Hanseatic Bank, Payback, Barclaycard, Consorsbank

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Finden Sie ein günstiges Konto mit unserem Girokontorechner

Ihr monatlicher Geldeingang

Finanztip-Kommentar: Zum monatlichen Geldeingang gehören zum Beispiel Gehalt, Rente und Bafög. Der Geldeingang kann die Kontogebühren beeinflussen.

Brauchen Sie eine Kreditkarte?

Finanztip-Kommentar: Bei einigen Konten ist die Kreditkarte immer dabei, bei anderen buchen Sie die Karte auf Wunsch dazu.

Wo möchten Sie kostenlos abheben?
Brauchen Sie eine Filiale?
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redaktion@finanztip.de (Finanztip Verbraucherinformation gGmbH) 09.07.2020 15:56:00 +0000
So nutzen Sie Ihr Girokonto auch ohne Bankfiliale : Online-Konto https://www.finanztip.de/girokonto/online-konto/ https://www.finanztip.de/?id=5725So nutzen Sie Ihr Girokonto auch ohne Bankfiliale
Das Wichtigste in Kürze
  • Ein Online-Konto ist in aller Regel preiswerter als ein Filial-Konto.

  • Eröffnen können Sie ein Online-Konto bequem von zuhause aus. Ihre Identität weisen Sie dann meist über Video nach.

So gehen Sie vor
  • Falls Sie bisher noch kein Online-Konto haben, können Sie zunächst zum Online-Modell Ihrer Filialbank wechseln. Testen Sie so, ob ein solches Konto das richtige für Sie ist.
  • Besonders günstige Online-Konten finden Sie bei der DKBComdirect, der Norisbank und Santander (Vorsicht: Teilzahlung bei der Kreditkarte) als auch bei der Consorsbank. Was diese und andere Konten bieten und was sie kosten, zeigt Ihnen der Finanztip-Girokontorechner.

Zum Girokontorechner

  • Sorgen Sie dafür, dass Ihr Computer für das Online-Banking gesichert ist: mit aktuellem Betriebssystem und Virenschutz.

Ein Online-Konto ist ein Girokonto, mit dem Sie Ihre Bankgeschäfte immer über Internet erledigen. Über Ihren Computer, über ein Tablet oder über Ihr Smartphone. Online-Konten finde Sie bei Direktbanken – also Banken ohne Filiale –, aber auch bei Ihrer Bank um die Ecke, also Filialbanken.

Was kann ein Online-Konto?

Mit dem Online-Konto können Sie fast alle Bankgeschäfte erledigen, die Sie auch aus der Bankfiliale kennen: den Kontostand abfragen, Geld überweisen, einen Dauerauftrag einrichten oder ändern. Die Umsätze sehen Sie über den Online-Banking-Zugang Ihrer Bank ein. Von den Öffnungszeiten Ihrer Bank sind Sie dabei nicht abhängig, das Online-Banking funktioniert schließlich rund um die Uhr.

Falls Sie tatsächlich mit einem Mitarbeiter sprechen müssen, zum Beispiel weil Sie die PIN zu oft falsch eingegeben haben oder es Probleme bei einer Abrechnung gibt, können Sie das per Telefon oder E-Mail erledigen. Und auch bei anderen Leistungen, die eigentlich auf Papier ablaufen, reicht ein Online-Konto. Schecks können Sie zum Beispiel per Post an Ihre Bank schicken.

Für die meisten Angestellten, Arbeiter und Beamten dürfte ein Online-Konto daher allemal genügend Leistungen bieten. Selbstständige können ihre Konten ebenfalls online führen, allerdings gibt es dafür spezielle gewerbliche Konten, die die besonderen gesetzlichen Vorgaben für Selbstständige erfüllen.

Wer für ein privates Girokonto häufiger Leistungen benötigt, die sich nicht ohne Weiteres in der Online-Welt abwickeln lassen – etwa das Einzahlen von Bargeld –, sollte im Preis- und Leistungsverzeichnis der Bank zunächst prüfen, ob die Bank diese Leistungen überhaupt anbietet und zu welchem Preis. Es kann dann unter dem Strich günstiger sein, mit dem Girokonto bei einer Filialbank zu bleiben.

Wenn Sie ein Online-Konto bei einer Filialbank führen, steht Ihnen in der Regel auch der Service der Filialen offen. Sie können Überweisungen auf Papier abgeben, Kontoauszüge ausdrucken oder Geld über Selbstbedienungsautomaten überweisen. Die meisten Filialbanken verlangen bei ihren Online-Konto-Modellen aber höhere Gebühren für diese Dienste, denn die Modelle sind nicht auf den Filialservice ausgerichtet.

Wieviel kostet ein Online-Konto?

Welche Gebühren für ein Online-Konto anfallen, hängt von der jeweiligen Bank ab. Grundsätzlich bezahlen Sie aber weniger für ein Online-Konto als für andere Konten – solange Sie Ihre Bankgeschäfte auch tatsächlich online erledigen. Wenn Sie Kunde bei einer Filialbank sind und noch zweifeln, ob ein Online-Konto das passende Kontomodell ist, können Sie erstmal zum Online-Konto der eigenen Bank wechseln und schauen, ob Sie damit zurechtkommen.

Noch mehr lässt sich sparen, wenn Sie von einem Online-Konto einer Filialbank zu einem Konto bei einer Direktbank wechseln. Finanztip hat dies bei verschiedenen Banken ausgerechnet und festgestellt, dass so oft um die 100 Euro Ersparnis im Jahr drin sind.

Welches Online-Konto passt zu mir?

Wenn Sie ein günstiges Online-Konto suchen, finden Sie es über den Finanztip-Girokontorechner. Neben den Konten von Direktbanken listen wir im Rechner auch die Online-Konten von großen überregionalen Filialbanken. Sie werden also auch fündig, falls Sie doch ein Konto mit Filialservice möchten.

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Finanztip-Kommentar: Zum monatlichen Geldeingang gehören zum Beispiel Gehalt, Rente und Bafög. Der Geldeingang kann die Kontogebühren beeinflussen.

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Der Finanztip-Girokontorechner basiert auf Daten von Banken, die der Dienstleister Financeads GmbH Co KG, Nürnberg (Datenschutzhinweise), zur Verfügung stellt. Diese haben wir mit unseren Parametern so gefiltert, dass nur bundesweit verfügbare Banken angezeigt werden, die ein verbraucherfreundliches Girokonto nach den Finanztip-Kriterien anbieten. Die Auswahl der Banken mit Girokonten erhebt keinen Anspruch auf einen vollständigen Marktüberblick. Die teilnehmenden Banken finden Sie am Ende des Artikels. Wir übernehmen keine Gewähr für die Richtigkeit und Aktualität der hier bereitgestellten Informationen. Für Schäden aus fehlerhaften Daten oder durch die Nutzung des Rechners übernehmen wir keine Haftung.

Das Besondere am Finanztip-Girokontorechner: Wir berechnen anhand eines Musterkunden, was das Konto im Jahr kostet. Denn wen n Banken von kostenlosen Konten reden, meinen sie das nur in Bezug auf die Kontoführungsgebühren. Für viele andere Leistungen fallen trotzdem Kosten an, diese bleiben in der Werbung aber unerwähnt.

Tipp: Falls Sie in einer Gegend mit wenigen Geldautomaten wohnen und Sie zu einer Direktbank wechseln wollen, sollten Sie sich informieren, ob die Geldautomaten in Ihrer Umgebung die Kreditkarte der gewählten Bank akzeptieren. Einige Sparkassen und Volksbanken sperren die Karten bestimmter Direktbanken aus, darunter die der DKB, von Santander und die der ING.

Online-Konto bei schlechter Schufa 

Auch wenn es um Ihre Finanzen etwas schlechter steht, können Sie ein Online-Konto eröffnen, egal ob bei einer Filial- oder einer Direktbank. Falls die Bank Sie ablehnt: Ein Basiskonto muss sie Ihnen eröffnen. Basiskonten sind Girokonten mit eingeschränkten Funktionen; so gewähren die Banken zum Beispiel bei diesen Konten in der Regel keinen Dispokredit.

Achtung: Direktbanken gewährleisten oft über Kreditkarten die kostenlose Bargeldversorgung. Diese Karten sind aber nicht bei jedem Basiskonto dabei. Falls Sie ein Basiskonto bei einer Direktbank eröffnen wollen, sollten Sie herausfinden, wie Sie an Bargeld kommen.

Beispiele für die Bargeldversorgung bei Basiskonten von Direktbanken

Bank

Kreditkarte

zum Basiskonto

kostenlos Bargeld in Deutschland über:
Comdirect nein Girocard bei Cash-Group-Automaten / Girocard bei Supermärkten²
Consorsbank ja¹ Kreditkarte am Geldautomaten / Girocard bei Supermärkten²
DKB nein

Girocard bei DKB-Automaten / Girocard bei Supermärkten²

ING nein Girocard bei ING-Automaten / Girocard bei Supermärkten²
Norisbank nein Servicecard bei Cash-Group-Automaten
Santander nein Girocard bei Cashpool-Automaten / Girocard bei Supermärkten²

¹Es handelt sich um eine Debit-Kreditkarte.
²nur bei Mindesteinkaufsumme
Quellen: Websites der Anbieter (Stand: 3. Juli 2020)

Wie eröffne ich ein Online-Konto?

Nachdem Sie das passende Online-Konto gefunden haben, füllen Sie das Antragsformular auf der Website der Bank aus und schicken es ab. Bei manchen Banken müssen Sie das Formular außerdem ausdrucken und auf dem Postweg einsenden. Ähnlich sieht es mit dem Nachweis Ihrer Identität aus: Bei manchen Banken funktioniert das nur über das Post-Ident-Verfahren, einige Banken bieten aber auch Video-Ident an.

Falls Sie bereits ein Girokonto haben und wechseln wollen, müssen Ihnen die Banken beim Kontowechsel helfen. Neben der gesetzlichen Kontowechselhilfe bieten viele Banken inzwischen auch einen digitalen Wechselservice an. In beiden Fällen informiert die neue Bank einige Ihrer Zahlungspartner und übernimmt Information zu Daueraufträgen.

Wie schnell Sie Zugriff auf Ihr Konto haben, hängt von der Bank ab. Die wird Ihnen die nötigen Unterlagen für das Online-Banking, die Karten zum Konto und die PIN in mehreren Briefen zusenden. Das heißt, dass es auch bei einem Online-Konto ein paar Tage dauern kann, bis Sie alles zusammenhaben und das Konto komplett nutzen können.

Wie sicher ist ein Online-Konto?

Noch zögern viele Verbraucher, ihr Girokonto komplett online zu führen. Gründe dafür sind zum Beispiel Sicherheitsbedenken. Doch wie unsicher Online-Banking ist, hängt auch vom Kunden ab. Wichtig ist, das Betriebssystem des Computers und die Antiviren-Software aktuell zu halten und gut auf die Bankdaten und persönlichen Daten zu achten. Tipps dazu gibt es in unserem Ratgeber zum Thema Online-Banking.

Die Banken bieten zudem unterschiedliche Sicherheitsverfahren für das Online-Banking an und entwickeln darüber hinaus immer wieder neue Verfahren. Damit reagieren sie auf Kriminelle, die es schaffen, bisherige Sicherheitsverfahren zu knacken. So gibt es inzwischen  keine einfachen Kennwort-Listen (TAN-Listen) mehr, auch die iTAN wurde abgeschafft.

Stattdessen bieten Banken verschiedene Verfahren an, bei denen die TAN genau in dem Moment erzeugt wird, in dem Sie sie benötigen. So erledigen Sie Ihre Bankgeschäfte beispielsweise mit TAN, die Sie per SMS erhalten (mTAN) oder die Sie selbst mit einem kleinen Generator erzeugen (chipTAN). Eine weitere Möglichkeit ist die photoTAN: Dabei lesen Sie die TAN über einen Barcode mit dem Smartphone oder einem anderen Lesegerät ab.

Zudem müssen Sie sich auch beim Log-In in Ihr Bankkonto zweifach ausweisen, also zum Beispiel mit einem Passwort und einer TAN. Das passiert zwar nicht bei jedem Einloggen, aber zumindest alle 90 Tage. Die Banken gestalten diese gesetzlich vorgegebene Sicherheitsmaßnahme unterschiedlich aus.

Viele Direktbanken legen beim Banking einen besonderen starken Fokus auf die eigene App, Bankgeschäfte ohne Smartphone sind entweder umständlich, da sie nur über einen Generator funktionieren, oder unmöglich. Falls Sie kein Smartphone haben, sollten Sie bei der Wahl der Bank also auch darauf achten. Die Informationen zu den angebotenen TAN-Verfahren finden Sie auf den Webseiten der Banken.

Mehr dazu im Ratgeber Girokonto

  • Mit dem richtigen Girokonto können Sie Gebühren sparen und bekommen gute Leistungen.
  • Unsere Anbieter-Empfehlung: Comdirect, Norisbank, DKB, Santander, Consorsbank

Zum Ratgeber

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redaktion@finanztip.de (Finanztip Verbraucherinformation gGmbH) 09.07.2020 15:29:00 +0000
So können Sie als Vermieter Steuern sparen : Steuertipps für Vermieter https://www.finanztip.de/steuertipps-vermieter/ https://www.finanztip.de/?id=1207Steuertipps für Vermieter
Das Wichtigste in Kürze
  • Vermieten Sie ein Haus oder eine Wohnung, erzielen Sie steuerpflichtige Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung.
  • Ihre Ausgaben rund um die vermietete Immobilie können Sie als Werbungskosten absetzen. Entsteht dadurch ein Verlust, können Sie diesen mit anderen Einkünften verrechnen.
  • Vor allem in den ersten Jahren steckt in einer Immobilie erhebliches Steuersparpotenzial. 
  • Wenn Sie neuen Wohnraum schaffen, gibt es zudem eine neue Sonderabschreibung, von der Sie profitieren können. Das Ganze ist jedoch zeitlich begrenzt.
So gehen Sie vor
  • Grund und Boden ist nicht abschreibbar, nur der Kaufpreisanteil, der auf das Gebäude entfällt. Um Streit mit dem Finanzamt zu vermeiden, sollten Sie bereits im Kaufvertrag die Kosten aufteilen.
  • Um die Sonderabschreibung für neuen Wohnraum zu bekommen, müssen Sie eine neue Wohnung kaufen oder bauen. Beachten Sie die strengen Voraussetzungen.

Vermieter können eine ganze Reihe an Ausgaben absetzen. Vor allem in den ersten Jahren nach der Anschaffung steckt in einer Immobilie erhebliches Steuersparpotenzial, weil sich Verluste steuerlich mit anderen Einkünften verrechnen lassen.

Den Mietzins müssen Vermieter als Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung versteuern. Dieser Ratgeber gibt zahlreiche Steuertipps für Vermieter.

Welche Werbungskosten können Vermieter absetzen?

Haben Sie Ausgaben für das vermietete Objekt und um es zu vermieten, dann sind das Werbungskosten. Diese Kosten können Sie von der Steuer absetzen. Allerdings nur in dem Jahr, in dem Sie das Geld tatsächlich ausgegeben haben. Bei Einkünften aus Vermietung und Verpachtung gilt nämlich das Zu- und Abflussprinzip. Aus diesem Prinzip folgt auch, dass Sie umgekehrt Mieteinnahmen auch nur dann in Ihrer Steuererklärung angeben müssen, wenn Ihr Mieter wirklich gezahlt hat. Mieten, die noch ausstehen, müssen Sie (erst mal) nicht versteuern.

Zu den wichtigsten Werbungskosten für Vermieter gehören

  • laufende Grundstückskosten,
  • notwendige Fahrt- und Reisekosten,
  • Schuldzinsen aus der Finanzierung des Vermietungsobjekts,
  • Renovierungskosten (sogenannte Erhaltungsaufwendungen) und
  • die Gebäudeabschreibung.

Die gesetzliche Definition der Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung können Sie in Paragraf 21 EStG nachlesen. Eintragen müssen Sie die Einnahmen und Ausgaben aus der Vermietung in der Anlage V Ihrer Steuererklärung

Für Vermieter wichtig ist die Frage, wann sie welche Werbungskosten geltend machen können. Eventuell haben Sie in einem Jahr einen sehr hohen Aufwand, müssen aber die Kosten steuerlich auf bis zu 50 Jahre verteilen, also jährlich einen kleinen Teil abschreiben. Das gilt beispielsweise bei umfassenden Renovierungen. 

Herstellungskosten - Vorsicht ist geboten, wenn Sie den Wohnstandard deutlich steigern, die Gesamtnutzungsdauer des Gebäudes verlängern oder einen starken Anstieg der Miete erreichen. Sobald die Maßnahmen, die Sie durchführen lassen, zu einer wesentlichen Verbesserung des Gebäudes führen, gelten sie nämlich als Herstellungskosten. Im Gegensatz zu Erhaltungsaufwendungen, die sofort als Werbungskosten abziehbar sind, berücksichtigt das Finanzamt Herstellungsaufwendungen nur bei der Abschreibung.

Hier gilt eine Faustregel: Instandsetzungs- und Modernisierungsmaßnahmen führen zu Herstellungskosten eines Gebäudes, wenn sie

  • innerhalb von drei Jahren nach der Anschaffung des Objekts durchgeführt werden und
  • die Aufwendungen netto 15 Prozent der Anschaffungskosten des Gebäudes übersteigen.

Beispiel: Sie kaufen ein Zweifamilienhaus, in dem sich zwei gleich große Wohnungen befinden. Das Haus an sich – ohne den Anteil für Grund und Boden – kostet 250.000 Euro. Eine Wohnung bewohnen Sie selbst, die andere vermieten Sie. Vorher investieren Sie 40.000 Euro in die Renovierung der Mietwohnung.

Um zu prüfen, ob Sie die 15-Prozent-Grenze überschreiten, berücksichtigen Sie die gesamten Anschaffungskosten des Gebäudes.

Sie rechnen so: 250.000 Euro x 15 Prozent = 37.500 Euro.

Ihre Netto-Renovierungskosten betragen ohne Umsatzsteuer nur 33.613 Euro. Sie haben die 15-Prozent-Grenze nicht erreicht. Sie können Ihre gesamten Renovierungsausgaben (40.000 Euro brutto) sofort als Erhaltungsaufwand absetzen.

Wenn das Objekt im Beispiel oben vor dem Kauf allerdings in zwei Eigentumswohnungen geteilt worden wäre und Sie es mit gesonderten Verträgen für je 125.000 Euro gekauft hätten (reine Gebäudekosten), würde eine Steuerfalle drohen. Denn der Kauf einer Eigentumswohnung wird steuerrechtlich dem Kauf eines Gebäudes gleichgestellt. Der Fiskus prüft die 15-Prozent-Grenze daher für jede Eigentumswohnung gesondert. Hier würde die 15-Prozent-Grenze nur 18.750 Euro betragen (125.000 Euro x 15 Prozent). Sie würde durch die Renovierungskosten (33.613 Euro netto) überschritten. Die gesamten Renovierungskosten (40.000 Euro brutto) gelten daher als anschaffungsnahe Herstellungskosten und könnten steuerlich nur über die Abschreibung berücksichtigt werden.

Abschreibung - Die Idee  hinter der Abschreibung (sogenannte Absetzung für Abnutzung AfA) ist folgende: Ein vermietetes Gebäude lässt sich gewöhnlich über 50 Jahre nutzen. Der jährliche Wertverzehr wird dadurch berücksichtigt, dass Sie in jedem Jahr 2 Prozent der Anschaffungs- oder Herstellungskosten abschreiben können. Nebenkosten wie beispielsweise die Grunderwerbsteuer oder Notargebühren gehören dazu. 

Der Grund- und Bodenwert unterliegt keinem Wertverzehr und kann daher nicht abgeschrieben werden. Deshalb müssen Sie den Kaufpreis einer Immobilie aufteilen: in einen Teil für das Gebäude und einen für den Bodenwert. Um späteren Streit mit dem Finanzamt zu vermeiden, sollten Sie bereits im Kaufvertrag die entsprechenden Anteile ausweisen lassen. Alternativ können Sie eine Arbeitshilfe zur Kaufpreisaufteilung verwenden, die das Bundesfinanzministerium zur Verfügung stellt. Diese wird immer wieder aktualisiert.

Im Anschaffungs- oder Herstellungsjahr können Sie das Objekt aber nur zeitanteilig abschreiben. Bei Anschaffung im Juli können Sie beispielsweise 6/12 des jährlichen AfA-Betrags ansetzen.

Wenn der Kauf oder Bau des Objekts schon länger her ist, hilft Ihnen die offizielle Anleitung zur Anlage V weiter. Diese finden Sie im Formularcenter des Finanzministeriums. Dort sind die verschiedenen Abschreibungsmethoden und -sätze für „Altfälle“ detailliert aufgelistet. Ein Beispiel: Sie dürfen ein Haus, das vor 1925 gebaut wurde, 40 Jahre lang mit jeweils 2,5 Prozent abschreiben.

Instandhaltungsrücklage - Beiträge, die Besitzer einer vermieteten Eigentumswohnung in die Instandhaltungsrücklage einzahlen, zählen zu den Werbungskosten, sobald sie tatsächlich verausgabt wurden.

Wer kann von einer Sonderabschreibung profitieren?

Im August 2019 hat der Gesetzgeber für Vermieter neuer Mietwohnungen eine zeitlich befristete Sonderabschreibung eingeführt (§ 7b Einkommensteuergesetz). Damit will der Fiskus den Neubau von bezahlbaren Mietwohnungen ankurbeln. Entscheidend ist, dass der Wohnraum neu geschaffen wird und dann mindestens zehn Jahre lang vom Bauherrn oder Käufer vermietet wird.

So funktioniert die Sonderabschreibung 

Der Steuervorteil liegt darin, dass Sie in den ersten vier Jahren höhere Werbungskosten geltend machen können. Denn neben der normalen Abschreibung von jährlich 2 Prozent der Anschaffungs- oder Herstellungskosten können Sie zusätzlich bis zu 5 Prozent Sonderabschreibung absetzen. Letztere ist jedoch gedeckelt – auf höchstens 2.000 Euro Gebäudekosten pro Quadratmeter Wohnfläche. 

Das Abschreibungsvolumen der Immobilie bleibt gleich, wenn Sie die gesamte 50-jährige Nutzungsdauer betrachten. Die Sonderabschreibung bringt eine zeitliche Vorverlagerung von Abschreibungsbeträgen. In den ersten vier Jahren können statt insgesamt nur 8 Prozent bis zu 28 Prozent der Gebäudekosten abgeschrieben werden. Rund 72 Prozent der Anschaffungskosten bilden den Restwert, der dann ab dem fünften Jahr gleichmäßig auf die verbleibende 46-jährige Restnutzungsdauer verteilt wird. 

Ein Beispiel: Ein Investor kauft im Januar 2020 für 300.000 Euro (inklusive Nebenkosten wie Grunderwerbsteuer) eine neue Eigentumswohnung mit 100 Quadratmeter Wohnfläche. Diese vermietet er von 2020 bis mindestens Ende 2029. Der Kaufvertrag weist aus, dass 20 Prozent des Preises auf Grund und Boden entfällt. Nur die Gebäudekosten sind abschreibbar. Folglich beträgt das Abschreibungsvolumen: 300.000 Euro – 60.000 Euro Grundstückswert = 240.000 Euro. Diese Beträge kann der Vermieter abschreiben:  

  • 2 Prozent reguläre AfA, also 4.800 Euro und
  • zusätzlich 10.000 Euro Sonder-AfA in den ersten vier Jahren (100 qm * 2.000 Euro = 200.000 Euro; davon 5 Prozent ergeben 10.000 Euro). 5 Prozent von 240.000 Euro sind zwar 12.000 Euro. Doch wegen der Deckelung auf 2.000 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche darf der Vermieter nur 10.000 Euro sonderabschreiben. Folglich können in den ersten vier Jahren jeweils 14.800 Euro abgeschrieben werden.
  • Ab dem fünften Jahr gibt es noch ein Abschreibungsvolumen von 180.800 Euro (240.000 Euro – 4 * 14.800 Euro). 46 Jahre lang können dann nur noch jeweils 3.930 Euro abgeschrieben werden. 

Je höher das zu versteuernde Einkommen ist, umso höher ist der Steuervorteil in den ersten vier Jahren. Ab dem fünften Jahr gibt es aber einen Steuernachteil. Schließlich ist dann der jährliche AfA-Betrag niedriger, als wenn Sie auf die Sonder-AfA verzichtet hätten. Falls Sie dann niedrigere zu versteuernde Einkünfte haben, weil Sie mittlerweile beispielsweise Rente beziehen, kann es sein, dass sich der Steuernachteil bei Ihnen gar nicht auswirkt. Es kommt immer auf den Einzelfall an.

Außerdem dürfen Sie im Anschaffungsjahr den kompletten Jahres-Sonder-AfA-Betrag absetzen. Bei der normalen AfA müssen Sie hingegen monatsweise genau abschreiben.  

Im Jahr der Fertigstellung, also wenn die Wohnung bezugsfertig ist, können Sie als Eigentümer sich erstmals auf die Sonderabschreibung berufen. Und zwar für das Jahr der Fertigstellung sowie die drei Folgejahre. Das macht insgesamt maximal vier Jahre Sonderabschreibung. Das Ganze ist beschränkt auf den Zeitraum von 2018 bis zum Jahr 2026. Wird Ihre Wohnung erst im Jahr 2024 bezugsfertig, können Sie die Sonderabschreibung daher nur drei Jahre lang nutzen. 

Bei der Sonderabschreibung handelt es sich um ein Wahlrecht. Das heißt, Sie können auch darauf verzichten und Ihre Immobilie während der gesamten Nutzungsdauer normal abschreiben. 

Diese Voraussetzungen müssen Sie erfüllen 

Die Regelungen zum neuen Paragrafen 7b EStG sind ziemlich kompliziert. Damit Sie Sonderabschreibungen vornehmen dürfen, müssen Sie folgende Bedingungen einhalten:

  1. Schaffung von neuem Wohnraum: 
    Gefördert wird nur, wenn neuer Wohnraum geschaffen wird. Sie können die neue Wohnung bis zum Ende des Fertigstellungsjahres kaufen (Anschaffungskosten) oder neu bauen (Herstellungskosten). Den neuen Wohnraum schaffen können Sie auch durch einen Anbau, Dachgeschossausbau, Aufstockung oder indem Sie ein bislang gewerblich genutztes Objekt umbauen.

    Was unter einer Wohnung zu verstehen ist, richtet sich nach der gesetzlichen Definition (§ 181 Absatz 9 Bewertungsgesetz). So muss die Wohnfläche mindestens 23 Quadratmeter betragen. Wenn Sie eine Wohnung kaufen, die bereits als Wohnung genutzt wurde, gehen Sie leer aus. 
  2. Zeitliche Begrenzung:

    Für die Schaffung des neuen Wohnraums gibt es außerdem einen engen zeitlichen Korridor. Der Bauantrag oder die Bauanzeige muss zwischen dem 1. September 2018 und 31. Dezember 2021 gestellt werden. Die Fertigstellung kann später erfolgen.

  3. Zehn Jahre Vermietung:
    Ihre neue Wohnung müssen Sie im Jahr der Fertigstellung, also wenn sie bezugsfertig ist, und in den folgenden neun Jahren vermieten.

    Wenn Sie die Wohnung an nahe Angehörige vermieten, sollten Sie mindestens 66 Prozent der ortsüblichen Miete verlangen. Nur dann geht das Finanzamt von einer entgeltlichen Vermietung aus.

    Vorsicht: Die zehnjährige Nutzungsfrist sollten Sie unbedingt einhalten. Ein Verstoß kann teuer werden. Denn das Finanzamt wird Ihnen nachträglich den Sonderabschreibungsabzug versagen und die Steuerbescheide ändern. Sie müssen dann nicht nur Steuern nachzahlen. Außerdem müssen Sie darauf auch noch hohe Zinsen bezahlen. Denn mit Ablauf des 15. Monats nach Steuerentstehung beginnt der Zinslauf des Finanzamts.
  4. Baukostenobergrenze:
    Für die Praxis problematisch ist, dass die Anschaffungs- und Herstellungskosten höchstens 3.000 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche betragen dürfen. Bei höheren Baukosten ist keine Sonderabschreibung möglich.

    Auch hier gilt, dass die Anschaffungskosten für Grund und Boden außen vor bleiben. Einbeziehen müssen Sie aber die Nebenkosten, die auf den Gebäudeanteil entfallen, also die anteilige Grunderwerbsteuer, Notarkosten sowie Amtsgerichtsgebühren.

    Inwiefern die Baukosten und Flächen für Nebenräume und Tiefgaragen in die Ermittlung der Baukostenobergrenze einfließen, ist derzeit noch nicht geklärt.

Vorsicht: Paragraf 7b EStG regelt im Absatz 4 ausdrücklich einige Fälle, in denen die in Anspruch genommene Sonderabschreibung rückgängig gemacht werden muss. Dazu zählt, wenn durch nachträgliche Anschaffungskosten innerhalb der ersten drei Jahre nach Ablauf des Jahres, in dem Sie die Immobilie gekauft haben, die Baukostenobergrenze überschritten wird.

Die steuerliche Förderung verlieren Sie auch, wenn Sie selbst einziehen, die Wohnung leerstehen lassen, an Feriengäste kurzfristig vermieten oder die Immobilie innerhalb von zehn Jahren wieder verkaufen.

Die Paragraf-7b-Abschreibung birgt einige steuerliche und wirtschaftliche Risiken und sollte daher im Vorhinein gut kalkuliert werden. Zunächst ist es wichtig, dass Sie die Immobilie nicht überteuert kaufen und dann mindestens zehn Jahre gut vermieten können.

Sollte ihr Wert danach gestiegen sein, dann könnten Sie von einem weiteren Steuervorteil profitieren. Denn nach Ablauf der Zehnjahresfrist für private Veräußerungsgeschäfte könnten Sie die Immobilie steuerfrei verkaufen.

Das Bundesfinanzministerium hat zur Sonderabschreibung für Mietwohnungsneubau eine ausführliche Verwaltungsanweisung veröffentlicht (BMF-Schreiben vom 7. Juli 2020).

     

Was müssen Sie beachten, wenn Sie an ein Familienmitglied vermieten?

Wenn Ihre Werbungskosten Ihre Mieteinnahmen übersteigen, erzielen Sie steuerlich einen Verlust. Diesen Verlust können Sie grundsätzlich mit anderen positiven Einnahmen (zum Beispiel Arbeitslohn) steuerwirksam verrechnen. Nicht zuletzt deshalb ist unter nahen Angehörigen eine verbilligte Vermietung gang und gäbe.

Seit 2012 ist der volle Werbungskostenabzug bei einer Vermietung zu Wohnzwecken möglich, wenn die Miete mindestens 66 Prozent der ortsüblichen Miete beträgt. Andernfalls kürzt das Finanzamt Ihre Werbungskosten anteilig. Denn es sieht die Vermietung dann nur als teilentgeltlich an.

In den meisten Kommunen gibt es Mietspiegel, die eine Mietpreisspanne vorgeben. Die Finanzämter akzeptieren es normalerweise, wenn Sie sich innerhalb einer vorhandenen Mietpreisspanne am untersten Wert orientieren. Wenn es keinen Mietspiegel gibt, dürfen Sie Ihre Miete am ortsüblichen Mittelwert für vergleichbare Wohnungen ausrichten.

Auch wenn Sie innerhalb der Familie vermieten, sollte das Ganze unbedingt wie unter fremden Dritten ablaufen. Deshalb sollten Sie vor allem einen Mietvertrag aufsetzen, an den sich die Beteiligten auch tatsächlich halten. Die Mieten sollten von einem Konto des Mieters auf Ihr Konto überwiesen werden

Keine Mieter in Sicht?

Als Vermieter kann es Ihnen passieren, dass Sie für eine gewisse Zeit keinen Mieter haben. Die Kosten laufen aber weiter auf.   

Leerstand - Wenn Haus oder Wohnung länger leerstehen, schaut das Finanzamt irgendwann genauer hin. Es prüft dann, ob Sie mit dem Objekt überhaupt noch Einkünfte erzielen wollen. Unproblematisch sind übliche Leerstandszeiten, zum Beispiel, wenn die Mieter wechseln oder Sie renovieren lassen. Schwieriger wird es, wenn Ihnen das Finanzamt nicht mehr abnimmt, dass Sie wirklich vermieten wollen. Hier gilt für Sie nämlich eine „objektive Beweislast“.

Ihre ernsthaften und nachhaltigen Vermietungsbemühungen können Sie nur anhand von Belegen nachweisen. Dafür kommen zum Beispiel Rechnungen über Zeitungsannoncen, Makleraufträge oder Aktenvermerke über Besprechungen mit potenziellen Mietern infrage. Sollte sich herausstellen, dass es für Ihre Immobilie in ihrem aktuellen Zustand offensichtlich keinen Markt gibt, müssen Sie außerdem auf einen vermietbaren Zustand hinwirken, etwa durch bauliche Veränderungen oder Renovierungen.

Sonderfall Ferienwohnung - Wer eine Ferienwohnung sein eigen nennt, kennt sich vielleicht schon mit dem Thema Leerstand aus. Ist die Saison nur kurz, ist eine ganzjährige Auslastung mit Mietern nahezu unmöglich. Als Vermieter sind Sie natürlich trotzdem sehr daran interessiert, alle laufenden und einmaligen Kosten der Ferienwohnung von der Steuer abzusetzen. Voraussetzung dafür ist, dass Sie die Absicht haben, mit der Vermietung Überschüsse zu erzielen. Verzichten Sie auf eine Selbstnutzung Ihrer eigenen Ferienwohnung und halten Sie sie ausschließlich für eine Vermietung an fremde Dritte bereit, sind Sie „fein raus“. Ihren uneingeschränkten Werbungskostenabzug sichern Sie sich auch, wenn Sie die Entscheidung über die Vermietung der Ferienwohnung einem Vermittler übertragen, der nicht mit Ihnen verwandt ist, und eine Eigennutzung vertraglich ganzjährig ausgeschlossen haben. Vermittler kann zum Beispiel ein überregionaler Reiseveranstalter oder eine Kurverwaltung sein.

Wie können Sie Umsatzsteuer sparen?

Vermietungsumsätze sind eigentlich umsatzsteuerfrei. Wenn Sie eine Immobilie aber an einen Unternehmer vermieten, können Sie auf die Umsatzsteuerfreiheit Ihrer Vermietungsumsätze verzichten. Ihre Miete berechnen Sie in diesem Fall zuzüglich Umsatzsteuer und führen diese an das Finanzamt ab.

Der entscheidende Vorteil einer Option zur Umsatzsteuerpflicht besteht für Sie darin, dass Ihnen das Finanzamt die gesamte Umsatzsteuer aus Ihren sogenannten Eingangsleistungen erstattet. Das sind vor allem die Umsatzsteuerbeträge, die bei der Anschaffung oder Herstellung des Objekts angefallen sind.

Das funktioniert aber nur, wenn Ihr Pächter das Objekt für Umsätze nutzt, die ihm einen Vorsteuerabzug ermöglichen – zum Beispiel Gewerbetreibende, nicht aber Ärzte (§ 9 Absatz 2 Umsatzsteuergesetz).

Im Zweifel kann das Finanzamt darüber Nachweise verlangen. Daher sollten Sie sich von Ihrem Mieter sicherheitshalber schriftlich versichern lassen, dass er tatsächlich Umsätze ausführt, die ihn zum Vorsteuerabzug berechtigen.

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redaktion@finanztip.de (Finanztip Verbraucherinformation gGmbH) 09.07.2020 12:54:00 +0000
Mit wenig Aufwand die Heizkosten senken : Heizkosten sparen https://www.finanztip.de/heizkosten-sparen/ https://www.finanztip.de/?id=394Mit wenig Aufwand ordentlich Heizkosten sparen
Das Wichtigste in Kürze
  • Fürs Heizen allein zahlen Verbraucher in Deutschland im Schnitt jedes Jahr mehr als 900 Euro.
  • Ab 2021 kann es für Sie noch teurer werden. Denn heizen Sie mit Erdgas oder Heizöl, müssen Sie dann zusätzlich den CO2-Preis zahlen. 
  • Senken können Sie Ihre Heizkosten ganz einfach – egal ob als Mieter oder als Eigentümer. Und zwar um mehrere Hundert Euro im Jahr.
So gehen Sie vor
  • Heizkosten sparen Sie, indem Sie im Winter richtig lüften und die Heizung optimal einstellen. 
  • Auch im Sommer können Sie etwas tun: Entstauben Sie Ihre Heizkörper oder Stromspeicherheizung. Lassen Sie Ihren Kessel, Ihren Ofen oder Ihre Gastherme vom Fachmann reinigen.
  • Als Hauseigentümer können Sie erneuerbare Energien nutzen – mit Solar- oder Umweltwärme brauchen Sie weniger Brennstoff. 
  • Leben Sie im eigenen Haus, verringern Sie Ihre Wärmekosten am stärksten durch eine energetische Sanierung. Dazu können Sie Fördermittel vom Staat nutzen oder die Kosten von der Steuer absetzen.

Damit Ihre Wohnung warm ist und heißes Wasser aus dem Hahn kommt, geben Sie in der Regel mehr Geld aus als für Strom. Rund 906 Euro sind es nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums 2018 im Schnitt gewesen. Wohl gemerkt in einem Jahr, in dem die am stärksten genutzten Brennstoffe zum Heizen – Erdgas und Heizöl – günstig waren. Wollen Sie Heizkosten sparen, können Sie den Gasanbieter wechseln und Preise auf Heizölportalen vergleichen. Sie können aber auch mit ein paar Kniffen Ihren Wärmeverbrauch verringern, ohne frieren zu müssen.

Wie stark können Sie an der Heizung sparen?

Wollen Sie wissen, wie stark Sie Ihre Heizkosten senken können, müssen Sie zunächst Ihre Kosten denen in vergleichbaren Wohnungen gegenüberstellen. Einfach geht das mit einem Online-Tool, das die gemeinnützige Beratungsgesellschaft CO2online bereitstellt: dem Heizcheck. Finanztip kooperiert auch mit CO2online – bei einem Forschungsprojekt zur Heizkostenabrechnung.

Beim Heizcheck müssen Sie Ihren Energieverbrauch angeben. Diesen vergleicht CO2online mit dem von Verbrauchern, die in gleich großen Wohnungen in ähnlich alten Häusern in Ihrer Stadt oder Region leben. Zusätzlich erfahren Sie, wie stark Sie Ihren Verbrauch noch verringern können.

Ob Ihre Heizkosten hoch oder niedrig sind, erfahren Sie über den Heizcheck.

Zum Heizcheck

Alternativ bietet sich ein kostenloser Basis-Check einer Verbraucherzentrale an. Dazu kommt ein Berater zu Ihnen in die Wohnung, prüft Ihren Energieverbrauch und gibt Ihnen Ratschläge, wie Sie weniger verbrauchen. Dies dauert etwa eine Stunde. Sie können aber auch eine Niederlassung einer Verbraucherzentrale aufsuchen und sich dort beraten lassen, nachdem Sie einen Termin vereinbart haben. Auch eine solche stationäre Beratung ist kostenlos.

Einen ersten Anhaltspunkt zur eigenen Einschätzung liefern auch die durchschnittlichen Wärmekosten, die ein Haushalt in Deutschland pro Jahr aufwendet:

Geben Sie auch annähernd 1.000 Euro (oder sogar mehr) pro Jahr fürs Heizen aus, können Sie in der Regel mehrere Hundert Euro in jedem Jahr sparen – mit vielen kleinen oder auch einer großen Maßnahme.

Wann sind Ihre Heizkosten erhöht?

Wie hoch Ihr Wärmeverbrauch ist, hängt in erster Linie davon ab, wie energieeffizient Ihr Wohnhaus ist. In einem Niedrigenergiehaus beträgt der Wärmebedarf pro Quadratmeter bis zu 70 Kilowattstunden im Jahr. Maximal 15 Kilowattstunden sind es in einem Passivhaus. Das Potenzial, den Energieverbrauch zu verringern, ist in solchen Häusern ohnehin klein.

Im Schnitt liegt der Verbrauch aber bundesweit bei rund 130 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr. Es können auch mehr als 200 Kilowattstunden pro Quadratmeter sein. Das bedeutet: Verbraucher in schlecht gedämmten Häusern zahlen durchaus fünfmal mehr fürs Heizen. 

Die Heizungsart ist ein zweiter entscheidender Faktor für Ihre Heizkosten. Strom ist seit vielen Jahren der teuerste Brennstoff: Wer eine Nachtspeicherheizung betreibt, hat die höchsten Kosten pro Quadratmeter Wohnfläche. Wer eine Wärmepumpe nutzt, kommt günstiger weg – schließlich nutzt diese teilweise die Wärme aus dem Boden oder aus der Luft, die kostenlos zur Verfügung stehen. Wer in einem energieeffizienten Haus lebt, kann mit einer Wärmepumpe sogar am günstigsten heizen. Für eine 70-Quadratmeter-Wohnung belaufen sich die Kosten laut Heizspiegel 2019 im Schnitt auf 685 Euro.

Fernwärme zählt ebenfalls zu den teuren Heizarten. Rund 12 bis 13 Euro pro Quadratmeter kostete Verbraucher 2018 die Wärmelieferung laut Heizspiegel 2019. Günstig war es dagegen, mit Gas zu heizen – bei 10 bis 11 Euro pro Quadratmeter lagen die Kosten in der Regel. Teurer war 2018 Heizöl, aber immer noch günstiger als Fernwärme. Dass Gas und Heizöl vergleichsweise preiswert sind, liegt auch daran, dass die Brennstoffe bislang weniger stark mit Steuern und anderen Kosten belastet sind als Strom. Die Bundesregierung will ab 2021 einen CO2-Preis auf Heizöl und Erdgas einführen.

Ein dritter wichtiger Faktor ist schließlich, ob Sie allein in einem Haus wohnen oder mit anderen Parteien zusammen. Heizen Sie Ihr Eigenheim allein, können Sie nicht vom Heizverhalten anderer profitieren. So müssen Sie in der Regel stärker heizen als Verbraucher in einem Mehrfamilienhaus. 

Grundsätzlich gilt: Je größer das Wohnhaus, desto geringer ist der Energieverbrauch pro Quadratmeter und desto geringer sind die Heizkosten. Rund 5 Prozent mehr zahlen Verbraucher in Wohnhäusern mit bis zu 250 Quadratmetern Fläche als Verbraucher in Häusern mit bis zu 500 Quadratmetern Wohnfläche. Wer in einem Haus mit mehr als 1.000 Quadratmetern wohnt, zahlt rund 10 Prozent weniger als jemand in einem Ein- oder Zweifamilienhaus. Das geht ebenfalls aus dem Heizspiegel hervor.

Es hat aber auch einen Vorteil, wenn Ihre Heizung Sie allein versorgt – entweder in einem Einfamilienhaus oder wenn in Ihrer Wohnung eine Gasetagenheizung installiert ist. Denn haben Sie direkten Zugriff auf die Heizung, entlastet das Ihren Geldbeutel in dem Maße, wie Sie sparsamer heizen.

In einem Mehrfamilienhaus mit Zentralheizung spiegelt sich ein gesunkener Wärmeverbrauch dagegen nur partiell auf der Heizkostenabrechnung wider, die Sie einmal im Jahr erhalten. Denn Sie zahlen nur einen Teil der Kosten aufgrund Ihres Verbrauchs, den anderen Teil aufgrund der Größe Ihrer Wohnung. Nichtsdestotrotz können die meisten Haushalte Heizkosten sparen – allein indem sie richtig heizen und lüften.

Heizkosten sparen mit richtigem Lüften und Heizen

Egal, ob Sie zur Miete oder im Eigenheim wohnen, ob Sie Gas oder Heizöl verfeuern oder ob Sie Fernwärme beziehen: Ein paar Dinge kann jeder tun, um die Heizkosten niedrig zu halten. 

1. Richtig lüften

Fenster zu kippen, mag praktisch sein, wenn Pflanzen auf dem Fensterbrett das Öffnen erschweren. Effektiv und kostensparend lüften können Sie so im Winter aber nicht. Das gelingt nur, wenn Sie das Fenster vollständig öffnen – für wenige Minuten. Bei diesem Stoßlüften kommt viel frische Luft in den Raum, aber es entweicht nur kurz Wärme. Das ist anders, wenn Sie ein Fenster für 30 Minuten oder noch länger kippen.

Der beste Zeitpunkt zum Stoßlüften ist nach dem Aufstehen und vor dem Zubettgehen. Wenn Sie Ihre Heizung in den Nachtstunden herunterdrehen, sind Ihre Räume ohnehin kühler. Je geringer der Temperaturunterschied zwischen drinnen und draußen ist, desto weniger Wärmeenergie entweicht beim Lüften.

Auch im Bad sollten Sie das Fenster für wenige Minuten ganz öffnen, wenn Wasserdampf nach dem Duschen oder Baden entweichen soll. Dabei geht es darum, dass ein Teil der Feuchtigkeit nach draußen zieht und nicht etwa zu Schimmel führt. Kippen Sie stattdessen das Fenster, dauert es deutlich länger, bis die Feuchtigkeit abgezogen ist. Dann haben Sie aber auch wieder viel Wärme verloren.

Sobald die Heizperiode zu Ende ist, können Sie Ihre Fenster so viel und so lange kippen, wie Sie wollen. Ihre Heizkosten belastet das dann nicht. 

2. Richtig heizen

Damit die Heizkörper effektiv Wärme abstrahlen können, dürfen sie nicht verdeckt sein. Vorhänge sollten nicht über Heizkörper fallen, Möbel mindestens 20 Zentimeter Abstand zum Heizkörper haben. Ideal sind 50 Zentimeter.

Entlüften Sie regelmäßig Ihre Heizkörper, damit sie effizient Wärme abstrahlen. Sie können die Ventile nicht öffnen? Im Baumarkt gibt es für wenige Euro entsprechende Schlüssel. Eventuell müssen Sie dann Wasser in Ihrer Heizungsanlage nachfüllen. 

Auch außerhalb der Heizsaison können Sie etwas für Ihre Heizung tun – indem Sie sie sauber halten. Hat sich Staub im Heizkörper angesammelt, sollten Sie ihn mit einer dafür vorgesehenen Bürste entfernen – der Dreck verringert die Leistung des Heizgeräts. Auch die Luft im Raum ist reiner, wenn der Heizkörper sauber ist.

Wenn Sie eine Gastherme oder eine Nachtspeicherheizung in der Wohnung haben, empfiehlt es sich, auch diese sauber zu halten. Dann kann sie effizient arbeiten. Bei der Gastherme müssen Sie einen Fachmann für die Reinigung bestellen. Einen Nachtspeicherofen können Sie in der Regel selbst reinigen – am besten mit einem Staubsauger. Öffnen sollten Sie das Gerät aber nicht.

Befolgen Sie bereits die erwähnten Ratschläge, geht es noch darum, dass die Heizkörper so stark heizen, wie Sie es brauchen. Das gelingt mit elektronischen Heizkörperthermostaten. Sie können einstellen, welche Temperatur Sie in einem Raum bei Tag und bei Nacht haben wollen. Ist diese jeweils erreicht, schaltet der Heizkörper herunter. Sinkt die Temperatur im Raum unter Ihren Wunschwert, dreht er wieder auf.

Die Thermostate berücksichtigen dabei automatisch andere Wärmequellen, die Ihre Wohnung erwärmen – etwa die Sonne, die einen ganzen Nachmittag in ein Zimmer scheint, oder den Ofen in der Küche, in dem ein Kuchen bäckt. So heizen Sie sparsam, ohne Ihren Komfort einschränken zu müssen. Solche programmierbaren Thermostate können Sie im Baumarkt kaufen und gegen die am Heizkörper vorhandenen in der Regel austauschen.

Unsinnig ist es in durchschnittlich und wenig energieeffizienten Häusern dagegen, wenn Sie die Heizung abdrehen, weil Sie ein paar Stunden nicht zu Hause sind. Dann kühlt Ihre Wohnung aus und Sie müssen nach Ihrer Rückkehr sehr stark heizen, damit es wieder warm ist. Wenn Sie sparsam heizen wollen, sollten Sie gleichmäßig und nicht auf hoher Stufe heizen.

3. Die richtige Temperatur wählen

Bei welcher Temperatur Sie sich am wohlsten fühlen, wissen Sie selbst am besten. Möglicherweise reicht es auch, wenn Sie die Temperatur ein halbes Grad tiefer einstellen. Denn je weniger Sie heizen, desto größer ist Ihre Ersparnis. Einen Anhaltspunkt, welche Temperatur in einer Wohnung angemessen ist, liefert eine Richtlinie für Arbeitsstätten (ASR 6):

  • 20 Grad sollten in einem Raum sein, in dem Menschen überwiegend sitzen.
  • 19 Grad sollen es sein, wenn Sie sich ein wenig im Raum bewegen oder stehen.
  • 17 Grad sind genug, wenn Sie sich viel bewegen.

Aber: Was im Büro angemessen ist, muss nicht Ihre Wohlfühltemperatur sein. Denn diese hängt davon ab, wie viel Wärme Sie selbst abstrahlen. Am wohlsten fühlen sich die meisten Menschen bei 21 bis 23 Grad im Winter (nach Norm EN 15251). Der Mittelwert von 22 Grad gilt dabei als Komforttemperatur. Menschen, die selbst viel Wärme abstrahlen, sind aber auch noch zufrieden, wenn es nur 19 oder 20 Grad in der Wohnung sind.

4. Lecks abdichten

Viel Wärme entweicht in der Regel durch Wohnungstüren und Fenster, auch wenn diese geschlossen sind. Über Nacht empfiehlt es sich in der Heizsaison daher, an den Fenstern Rollos herunterzulassen und Vorhänge zu schließen.

Können Sie direkt mit den Fingern spüren, dass es einen Luftzug unter den Fenstern und Türen gibt, sollten Sie die Fugen am Fenster und den Spalt zwischen Wohnungstür und Boden abdichten. Dazu gibt es für Fenster Schaumdichtungsband oder Gummidichtungen im Baumarkt; für Türen sogenannte Zugluftstopper.

Wie sparen Sie Energie bei Warmwasser?

Für Warmwasser wenden Sie in der Regel deutlich weniger Energie auf als zum Heizen Ihrer Wohnung. Dennoch lässt sich auch dort billig heizen. Großes Einsparpotenzial haben Sie, wenn Sie einen Sparduschkopf an der Brause montieren.

Wenn Sie duschen statt baden, benötigen Sie in der Regel weniger Wasser und damit auch weniger Energie. Mit einem Durchflussbegrenzer am Wasserhahn von Waschbecken und Spüle verringern Sie Ihren Warmwasserverbrauch und damit auch Ihre Energiekosten ebenfalls. 

Heizen Sie das Wasser über eine Gastherme, können Sie in der Regel auch die Temperatur für das heiße Wasser einstellen. 45 Grad reichen. Für eine höhere Temperatur verbrennt Ihre Therme mehr Gas. Das ist unsinnig, wenn Sie das Wasser gar nicht so heißt benötigen und die Mischbatterie am Wasserhahn so einstellen, dass sie das heiße Wasser mit kaltem mischt. 

Ist bei Ihnen noch ein Durchlauferhitzer installiert, sollten Sie schnell nach einer alternativen Heizanlage suchen. Durchlauferhitzer belasten zwar nicht Ihre Heizkosten, dafür aber Ihre Stromrechnung – sie gehören zu den Stromfressern. Wie Sie weitere in Ihrem Haushalt identifizieren, erfahren Sie im Ratgeber Strom sparen. 

Wie lassen sich Heizkosten senken, wenn Sie im Eigenheim wohnen?

Die Heizkosten in einem Einfamilienhaus liegen im Schnitt höher als in einem Mehrfamilienhaus. Kein Wunder: Schließlich beheizen Sie allein das Haus. Kein Nachbar über, unter oder neben Ihnen hilft mit, die Wände warmzuhalten. Dafür haben Sie mehr Handhabe, sparsam zu heizen – durch kleine oder größere Änderungen an der Heizanlage oder beim Energieeinkauf.

Kosten für die Energielieferung reduzieren 

Heizen Sie mit Öl, empfiehlt es sich, die Preise für Heizöl auf den entsprechenden Portalen zu vergleichen und dann zu kaufen, wenn die Angebote günstig sind. Die Heizölpreise variieren innerhalb eines Jahres um etwa 30 Prozent.

Mehr dazu im Ratgeber Ölheizung betreiben und Heizöl kaufen

  • Über eine Portalabfrage erhalten Sie günstige Angebote für Heizöl.
  • Unsere Anbieter-Empfehlung: Heizoel24, Esyoil

  • Ab 2026 dürfen Sie eine neue Ölheizung nur noch unter bestimmten Bedingungen installieren. Ein Standardkessel ist nach 30 Jahren auszubauen.

Zum Ratgeber

Ab 2026 dürfen Sie eine neue Ölheizung nur noch unter bestimmten Bedingungen installieren. Ein Standardkessel ist nach 30 Jahren auszubauen. Nur wenn Ihnen der Ausbau nicht zuzumuten ist, darf er installiert bleiben. Dazu ist aber ein Antrag bei der zuständigen Behörde zu stellen.

Beziehen Sie Erdgas über das öffentliche Gasnetz – auch als Mieter in einer Wohnung mit Gasetagenheizung – lohnt es sich, ab und zu die Angebote anderer Gasversorger zu prüfen. Befinden Sie sich noch in der Grundversorgung, sollten Sie schnellstmöglich einen anderen Vertrag abschließen – die Grundtarife sind im Schnitt die teuersten. Rund 14 bis 20 Prozent zahlen Sie sogar weniger, wenn Sie vom Grundversorger zu einem anderen Gasanbieter wechseln. Nutzen Sie für einen Preisvergleich unseren Finanztip-Gasrechner.

Die Ergebnisliste unseres Vergleichsrechners enthält Werbelinks zu Gastarifen von Check24 und Verivox. Alle Empfehlungen erfolgen redaktionell unabhängig und erfüllen unsere strengen Finanztip-Kriterien.

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Der Finanztip-Gasrechner basiert auf Daten der CHECK24 Vergleichsportal Energie GmbH sowie der Verivox GmbH. Diese haben wir mit unseren Parametern so gefiltert, dass Sie ein verbraucherfreundliches Ergebnis nach Finanztip-Kriterien bekommen. Wir übernehmen keine Gewähr für die Richtigkeit und Aktualität der hier bereitgestellten Informationen. Für Schäden aus fehlerhaften Daten oder durch die Nutzung des Rechners übernehmen wir keine Haftung.

Für Daten der CHECK24 Vergleichsportal Energie GmbH: © 2020 CHECK24.de

Für Daten der Verivox GmbH: © Verivox GmbH – www.verivox.de – alle Angaben ohne Gewähr (Stand: 2020). Das Angebot darf nur für den privaten Gebrauch genutzt werden. Eine Vervielfältigung oder Verbreitung des Angebots oder der auf diesen Seiten angezeigten Informationen – ganz oder auszugsweise, gleich in welcher Form – und jede Form der kommerziellen Verwendung ist nicht ohne ausdrückliche schriftliche Zustimmung der Verivox GmbH zulässig.

Schließen Sie über Verivox oder Check24 den Vertrag ab, leiten die Portale den Vertragswechsel ein. Der Abschluss kommt aber in der Regel erst zustande, wenn Sie der gewählte Versorger anschreibt und den Vertrag bestätigt. Ab dann bleiben 14 Tage Zeit, den Vertrag zu widerrufen.

Ist bei Ihnen eine Stromspeicherheizung oder eine Wärmepumpe installiert, dann schließen Sie einen Heizstromtarif ab. Diese sind deutlich günstiger als Verträge für Haushaltsstrom. Erforderlich ist aber zumeist, dass ein zweiter Stromzähler installiert ist, der nur den Heizstrom misst.

Haben Sie bereits einen solchen Tarif, lohnt sich auch in diesem Fall, Angebote von anderen Versorgern abzurufen und mit den Preisen in Ihrem Vertrag zu vergleichen. Wie Sie das machen und worauf Sie dabei achten sollten, erfahren Sie in unserem Ratgeber Elektroheizung.

Mehr dazu in den Ratgebern zu Speicherheizung und Wärmepumpe

Für Speicherheizungen und Wärmepumpen gibt es spezielle Heizstrom-Tarife.
 

Beziehen Sie Fernwärme, können Sie den Versorger nicht wechseln. Aber es gibt trotzdem Potenzial, die Kosten pro Kilowattstunde Fernwärme zu senken – indem Sie Ihre Anschlussleistung an das Fernwärmenetz prüfen lassen. Ist diese zu hoch gewählt, können Sie darum bitten, dass der Energieversorger die Leistung anpasst. Genaueres erfahren Sie in unserem Ratgeber Fernwärme

Leben Sie in einem Mehrfamilienhaus mit Fernwärmeanschluss, kann auch für dieses die Anschlussleistung geprüft und angepasst werden. Auffordern muss den Versorger aber stets der Hauseigentümer. In einem Mietshaus ist das Ihr Vermieter. Gehört Ihnen eine Wohnung in einem Mehrfamilienhaus, muss die Eigentümergemeinschaft tätig werden.

Kleine Maßnahmen an der Heizanlage zur Effizienzsteigerung 

Eine Heizung arbeitet nie verlustfrei. Aber Sie können die Energieverluste verringern. Das fängt bei den Rohren an, die die Wärme durchs Haus leiten. Sind diese nicht gut gedämmt, können Sie das erledigen. Im Baumarkt gibt es dazu Rohrisolierung.

Ihren Heizkessel sollten Sie regelmäßig warten und reinigen lassen. Besitzen Sie eine Stromspeicherheizung, können Sie diese auch selbst mit dem Staubsauger von Dreck und Staub befreien. Darüber hinaus gelten im Eigenheim die gleichen Grundsätze wie in einer Mietswohnung. Wie Sie richtig heizen im Winter und richtig lüften erfahren Sie weiter oben.

Größere Maßnahmen, um die Heizkosten zu senken

Betreiben Sie eine Zentralheizung mit Heizöl, Erdgas, Flüssiggas oder Biomasse, gibt es mehrere Möglichkeiten, die Anlage so zu modernisieren, dass Sie weniger Brennstoffe verfeuern müssen. Damit sich die Wärme gleichmäßig im Haus verteilen und somit der Heizkessel wiederum effizient feuern kann, empfiehlt sich ein hydraulischer Abgleich. Heizfachleute, Energieberater oder Schornsteinfeger können den Abgleich vornehmen. Diese können dazu regelbare Ventile und Pumpen an der Anlage einbauen. Bis zu 30 Prozent der Kosten übernimmt der Staat im Rahmen des Programms „Heizungsoptimierung“. Sie stellen den Antrag auf Förderung beim Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa)

Über dasselbe Förderprogramm können Sie auch die Investitionskosten in eine neue Umwälzpumpe abfedern. Die Umwälzpumpe hält den Wasserkreislauf in Gang: Warmes Wasser geht in die Heizkörper, abgekühltes Wasser kommt zurück zum Kessel. Eine moderne Pumpe braucht weniger Strom und entlastet so vor allem Ihre Stromrechnung.  

Tiefer in die Tasche müssen Sie greifen, wenn Sie den Heizkessel tauschen wollen. Die Ausgaben haben Sie aber in der Regel nach zehn bis zwölf Jahren wieder hereingeholt, wenn Sie noch keinen Brennwertkessel besitzen, sondern mit einem Niedertemperaturkessel oder sogar noch einem Standard-Heizkessel (oder Konstant-Temperaturkessel) feuern. Laut einer Studie des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) von 2019 trifft das auf mehr als die Hälfte der Öl- und Gaskessel in Wohnhäusern zu. Rund 2 Millionen Ölheizungen sind zudem mindestens 25 Jahre alt. Unter den Gasheizungen gibt es etwa 1,3 Millionen, die mindestens 25 Jahre alt sind. Nach dem neuen Gebäudeenergiegesetz müssen Sie spätestens 30 Jahre nach Einbau einen Standardkessel außer Betrieb nehmen. Andernfalls können hohe Bußgelder drohen. Das Gesetz tritt voraussichtlich im November 2020 in Kraft.

Ein Brennwertkessel arbeitet deutlich effizienter, denn er gewinnt aus dem Abgas einen Teil der Wärme zurück. 60 bis 80 Grad ist das Abgas noch heiß, wenn es in den Schornstein wandert. Bei Niedertemperaturkesseln beträgt die Temperatur noch 120 bis 160 Grad. Ein Brennwertkessel benötigt so in der Regel 10 bis 15 Prozent weniger Brennstoff, um ein Haus zu erwärmen. Die Kosten für einen neuen Kessel liegen bei mehreren Tausend Euro. Hinzu kommen Kosten für die Montage, den Warmwasserspeicher und mehr. Über die KfW-Bank gibt es günstige Kredite, verbunden mit einem Tilgungszuschuss. 

Wollen Sie Ihre Heizung auf erneuerbare Energien umstellen, helfen Ihnen Fördermittel des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle: Die Zuschüsse sind nicht an einen Kredit gekoppelt, sondern lediglich daran, dass Sie in eine solarthermische Anlage oder einen Biomasse-Heizkessel wie etwa für Holzpellets oder eine Wärmepumpe investieren.

Am stärksten können Sie Ihre Heizkosten senken, wenn Sie Ihr Wohnhaus energetisch sanieren.

Scheuen Sie den Aufwand und die Kosten, können Sie aber auch mit vergleichsweise geringen Investitionen hohe Einsparungen erreichen – etwa mit der Einblasdämmung. Dabei werden Dämmstoffe in Hohlräume im Mauerwerk eingebracht. Am effektivsten geht das bei Gebäuden, deren Außenwände aus zwei Mauern bestehen (zweischaliges Mauerwerk). Aber auch die Wärmeverluste über Keller und Dachstuhl können Sie mittels Einblasdämmung verringern, indem Sie unter dem Fußboden des Erdgeschosses oder in die Decke unter dem Dach Dämmmaterial einblasen lassen. Die Einblasdämmung ist an Außenwänden innerhalb eines Tages vorgenommen.

Nach Angaben der Deutschen Umwelthilfe kostet die Maßnahme rund 3.000 bis 4.000 Euro und spart in mehr als 40 Jahre alten unsanierten Altbauten rund 9.000 Kilowattstunden Wärme pro Jahr ein. Nach sechs bis sieben Jahren haben Sie die Ausgaben wieder drin, wenn Sie auch das Förderprogramm 430 der KfW-Bank nutzen.

Die KfW-Bank bietet verschiedene zinsgünstige Förderprogramme mit Zuschüssen in Höhe von bis zu 30.000 Euro, wenn Sie nur einzelne Maßnahmen zur energetischen Sanierung vornehmen oder Ihr Haus energetisch komplett umkrempeln wollen: Für den Einbau neuer Fenster, die Dämmung von Wänden und Dächern, für effiziente Heizungs- und Lüftungsanlagen. Nicht nur die Baumaßnahmen fördert die Bank, sondern auch die Beratung, Planung und Messungen vor Beginn einer Maßnahme. Welches Programm das richtige für Sie ist, kann Ihnen ein Energieeffizienz-Experte sagen. 

Alternativ können Sie die Kosten für eine energetische Sanierung über drei Jahre von der Steuer absetzen, wenn Sie selbst in Ihrem Haus leben. Die Fördermittel der KfW können Sie dann aber nicht nutzen.

KfW
Förderprogramme
  • Förderkredite für Kauf und Bau von selbstgenutzen Immobilien
  • Darlehen je nach Programm bis maximal 100.000 Euro
  • meist günstigere Zinssätze als marktüblich
  • besonders günstige Konditionen für Niedrigenergiehäuser

Erneuerbare Energien nutzen

Sparsam heizen lässt sich auch, wenn Sie Energie nutzen, die kostenlos zur Verfügung steht: Sonnenwärme oder Erdwärme. Eine solarthermische Anlage lässt sich dabei mit einer Gas-, Pellet- oder Ölheizung kombinieren.

Wollen Sie Erdwärme nutzen, brauchen Sie noch eine Wärmepumpe. Ein energieeffizientes Wohnhaus kann die Wärmepumpe auch allein beheizen. Einen weniger gut gedämmten Altbau sollte sie aus Kostengründen nicht allein warmhalten, sondern im Verbund mit einer zweiten Heizanlage.

Wo finden Hauseigentümer Beratung?

Ob Ihre Heizung optimal eingestellt ist, prüfen Energieberater der Verbraucherzentralen beim sogenannten Heiz-Check. Dazu ermittelt der Experte die Kennwerte Ihrer Heizanlage über einen Zeitraum von 24 Stunden und teilt Ihnen nach Auswertung der Messdaten mit, wie effizient die Anlage arbeitet und wie Sie sie kostensparender betreiben können. Der Heiz-Check kostet 30 Euro. Einkommensschwache Verbraucher zahlen nichts.

Wollen Sie wissen, ob Ihr Haus eher mehr oder eher weniger Wärme benötigt, können Sie es einem Gebäude-Check unterziehen. Energieberater der Verbraucherzentralen besuchen Sie auch dazu zu Hause und prüfen unter anderem Ihren Heizenergiebedarf und erklären Ihnen, wie Sie Energie und Kosten sparen können. Auch der Gebäude-Check kostet in der Regel 30 Euro.  

Interessieren Sie sich für eine energieeffiziente Sanierung Ihres Hauses, können Sie 60 Prozent der Beratungskosten über ein staatliches Förderprogramm finanzieren. Den Förderantrag müssen Sie beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) stellen.

Mit welchen Kosten ist in Zukunft beim Heizen zu rechnen?

Im Vergleich zu Strom sind Erdgas und Heizöl bislang vergleichsweise billig. Das liegt vor allem daran, dass der Strompreis deutlich stärker mit Steuern, Umlagen und Abgaben belastet ist als der Gaspreis und als Heizöl.

Ab 2021 plant der Gesetzgeber, auf fossile Brennstoffe, die zum Heizen und im Verkehr eingesetzt werden, einen CO2-Preis zu erheben. Pro ausgestoßener Tonne Kohlendioxid, die beim Verbrennen entsteht, sollen 2021 zunächst 10 Euro erhoben werden. Der Preis soll jedes Jahr steigen und 2025 35 Euro betragen. Die Belastung mit dem CO2-Preis werden die Heizölhändler, Gasversorger und Fernwärmeanbieter, die ihre Kraftwerke mit Gas oder Kohle betreiben, vermutlich direkt an die Kunden weitergeben. Noch hat der Gesetzentwurf den Bundesrat nicht passiert.

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redaktion@finanztip.de (Ines Rutschmann) 09.07.2020 11:31:00 +0000
Diese Klauseln sind unwirksam – so wehren Sie sich dagegen : Schönheitsreparaturen https://www.finanztip.de/mietvertrag-schoenheitsreparatur/ https://www.finanztip.de/?id=1357Diese Klauseln sind unwirksam – so wehren Sie sich dagegen
Das Wichtigste in Kürze
  • In fast jedem Mietvertrag steht, dass Mieter Schönheitsreparaturen vornehmen müssen.
  • Viele dieser Klauseln sind aber unwirksam, so dass der Vermieter keine Renovierung verlangen kann.
  • Nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) sind Mieter nicht zu Schönheitsreparaturen verpflichtet, wenn sie die Wohnung unrenoviert übernommen haben (Az. VIII ZR 185/14).
So gehen Sie vor
  • Prüfen Sie mithilfe unserer Checkliste, ob die Schönheitsreparatur-Klausel in Ihrem Mietvertrag wirksam ist.
  • Informieren Sie Ihren Vermieter, dass Sie nicht renovieren werden, wenn Sie dazu nicht verpflichtet sind. Wer schon renoviert hat, kann sich die Kosten eventuell erstatten lassen.
  • Sie können sich dabei Hilfe von einem Mieterverein, einem Anwalt oder wenigermiete.de holen.

Die Kartons sind verladen, die Wohnung ist geputzt. Jetzt fehlt nur noch die Schlüsselübergabe, und die alte Bleibe ist passé. Doch plötzlich verlangt der Vermieter, dass das Parkett abgeschliffen und die Wände weiß gestrichen werden, obwohl sie noch tadellos aussehen. Sein Argument: Das steht so im Mietvertrag!

Wie sind Schönheitsreparaturen im Gesetz geregelt?

Laut Gesetz ist es Sache des Vermieters, eine Wohnung in einem ordentlichen Zustand zu erhalten sowie Renovierungen zu veranlassen und zu bezahlen (§ 535 Abs. 1 Satz 2 BGB). Dafür bekommt er vom Mieter die Miete. In der Realität ist es oft genau anders herum: Der Mietvertrag verpflichtet den Mieter, bestimmte Renovierungsmaßnahmen vorzunehmen. Das ist nach der Rechtsprechung grundsätzlich auch zulässig (BGH, Urteil vom 14. Juli 2014, Az. VIII ZR 339/03).

Doch auch wenn es nach der Rechtsprechung des BGH zulässig ist, den Mieter zu Schönheitsreparaturen heranzuziehen, gibt es Grenzen. Als Mieter sollten Sie die kennen.

Was zählt zu den Schönheitsreparaturen?

Was genau unter Schönheitsreparaturen zu verstehen ist, ist im Bürgerlichen Gesetzbuch nicht klar definiert. Die Rechtsprechung orientiert sich an der Verordnung über wohnungswirtschaftliche Berechnungen nach dem Zweiten Wohnungsbaugesetz (§ 28 Abs. 4 Satz 3 II. BV).

Typische Schönheitsreparaturen sind:

  1. Tapezieren,
  2. Anstreichen oder Kalken der Wände und Decken,
  3. Bohrlöcher verschließen,
  4. Streichen von Holz-Fußböden,Streichen der Heizkörper und Heizungsrohre,
  5. Streichen der Innentüren, (Holz-)Fenster und Außentüren von innen.

Alles, was hier nicht aufgelistet ist, müssen Sie beim Auszug auch nicht machen.

Das sind keine Schönheitsreparaturen:

  1. Abschleifen oder Versiegeln von Parkettböden (BGH, Urteil vom 13. Januar 2010, Az. VIII ZR 48/09),
  2. Erneuern eines zerschlissenen Teppichbodens,
  3. Streichen von Sockel- oder Fußleisten,
  4. Beseitigen von Rissen in der Decke (LG Berlin, Beschluss vom 7. Februar 2017, Az. 67 S 20/17).

Auch wenn im Mietvertrag nicht vereinbart wurde, wie oft Sie die Zimmer Ihrer Wohnung streichen müssen, gelten nach der Rechtsprechung diese Fristen:

Fristen bei den Schönheitsreparaturen

Streichen von Küchen, Bädern und Duschen alle 3 Jahre
Streichen von Wohn- und Schlafräumen,
Fluren, Dielen und Toiletten
alle 5 Jahre
Streichen von anderen Nebenräumen alle 7 Jahre

Was ist, wenn ich die Wohnung unrenoviert übernommen habe?

Haben Sie Ihre Wohnung unrenoviert übernommen, kann der Vermieter von Ihnen nicht mehr ohne Weiteres die Rückgabe der Wohnung im renovierten Zustand verlangen. Das hat der BGH 2015 entschieden (Urteil vom 18. März 2015, Az. VIII ZR 185/14). Die Pflicht zu Schönheitsreparaturen darf in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen nicht ohne Ausgleich auf den Mieter abgewälzt werden, wenn die Wohnung beim Einzug renovierungsbedürftig war.

In einem weiteren Fall urteilte der BGH im August 2018, dass der Mieter eine unrenoviert übernommene Wohnung beim Auszug selbst dann nicht renovieren muss, wenn er dies mit seinem Vormieter vereinbart hat. Eine solche Vereinbarung wirke sich nicht auf die Verpflichtungen von Mieter und Vermieter aus, erklärten die Richter; vor allem dann nicht, wenn der Mieter die Wohnung in einem besseren Zustand hinterlassen müsste, als er sie selbst beim Einzug vorgefunden hat (Urteil vom 22. August 2018, Az. VIII ZR 277/16). Der Vermieter darf sich also nicht auf die Absprache des Mieter mit einem Vormieter berufen.

Damit wird das Übergabeprotokoll besonders wichtig: Fordern Sie vom Vermieter beim Einzug ein ausführliches schriftliches Protokoll über den Zustand der Wohnung. Das kann später entscheidend sein für die Frage, ob Sie beim Auszug renovieren müssen oder nicht. Sie können dazu unser Muster-Protokoll zur Wohnungsübernahme verwenden.

Renovierungen während der Mietzeit

Laut Gesetz muss der Vermieter die Wohnung in einem zum vertragsgemäßen Gebrauch geeigneten Zustand erhalten (§ 535 Abs. 1 Satz 2 BGB). Haben Sie als Mieter die Wohnung unrenoviert übernommen, dürfen Sie vom Vermieter verlangen, dass er die notwendigen Renovierungsarbeiten während der Mietzeit durchführen lässt, auch wenn Sie als Mieter nach der Klausel im Mietvertrag eigentlich selbst regelmäßig streichen oder tapezieren müssten. Sie haben in diesem Fall einen Anspruch auf Renovierung, aber Sie müssen sich zur Hälfte an den Kosten beteiligen (BGH; Urteile vom 8. Juli 2020, Az. VIII ZR 163/18 und VIII ZR 270/18).

Was ist, wenn ich bald ausziehen will?

Steht bei Ihnen ein Umzug an, sollten Sie Ihren Mietvertrag zur Hand nehmen und nachlesen, was dort zu den Schönheitsreparaturen steht. Versuchen Sie anhand unserer Checkliste die Klausel zu überprüfen. Kommen Sie zu dem Ergebnis, dass die Klausel unwirksam ist, müssen Sie weder streichen noch tapezieren.

Schreiben Sie Ihrem Vermieter, dass Sie die Wohnung nicht renovieren werden. Begründen Sie das mit der unwirksamen Regelung im Vertrag. Es ist nicht gut, einfach auszuziehen und die Wohnung unrenoviert zu übergeben. Das zieht möglicherweise gerichtlichen Ärger nach sich.

Verlangt der Vermieter von Ihnen dennoch, den Vertrag zu erfüllen, können Sie sich an einen Mieterverein oder einen Rechtsanwalt wenden. Sie können sich auch bei wenigermiete.de Hilfe holen. Das ist ein junges Unternehmen, das auch die Rechte von Mietern bei der Mietpreisbremse oder einer Mieterhöhung durchsetzt. Wir haben das Angebot untersucht und uns die Vorgehensweise sowie die Kosten erläutern lassen. Wir finden das Modell transparent und halten den Preis für fair. Zahlen müssen Sie nur, wenn der Anbieter erfolgreich verhindert hat, dass Sie renovieren müssen. Er verlangt dafür 249 Euro inklusive Mehrwertsteuer.

wenigermiete.de (Mietright)
Schönheitsreparaturen – Durchsetzung von Mieterrechten
  • Angebot für Mieter in ganz Deutschland
  • überprüft Mietvertrag, versendet Schreiben an den Vermieter
  • bei Klage gegen den Vermieter übernimmt der Anbieter Anwalts- und Gerichtskosten
  • faires Erfolgshonorar von 249 Euro inklusive Mehrwertsteuer

Was ist, wenn ich schon renoviert habe?

Wenn Sie die Wohnung bei Auszug renoviert haben und danach feststellen, dass Ihre Schönheitsreparatur-Klausel unwirksam war, können Sie sich die entstandenen Kosten erstatten lassen. Reichen Sie die Handwerkerrechnungen an Ihren Vermieter weiter. Haben Sie die Arbeiten in Eigenregie ausgeführt, können Sie die Materialkosten und einen finanziellen Ausgleich für Ihre geopferte Freizeit verlangen. Gleiches gilt für Freunde und Bekannte, die Ihnen geholfen haben (BGH, Urteil vom 27. Mai 2009, Az. VIII ZR 302/07).

Kurze Verjährung

Haben Sie an Ihren Vermieter beim Auszug etwas gezahlt, zum Beispiel weil Sie laut Fristenplan zwar mit der Renovierung noch nicht an der Reihe waren, sich aber kostenmäßig beteiligen sollten, können Sie das Geld zurückfordern. Voraussetzung: Die vom Vermieter verwendete Regelung muss dazu unwirksam sein. Sie müssen aber innerhalb der Verjährungsfrist von sechs Monaten nach Beendigung des Mietvertrags aktiv werden und die Zahlung zurückfordern. Es gilt die kurze Verjährungsfrist (BGH, Urteil vom 20. Juni 2012, Az. VIII ZR 12/12).

Dürfen Renovierungskosten mit der Kaution verrechnet werden?

Ja und nein – hier kommt es auf Ihren Vertrag an. Waren Sie rechtlich in der Pflicht zu renovieren und haben es vor dem Auszug trotzdem nicht getan, darf Ihr Vermieter Ihnen dafür die Kosten von der Mietkaution abziehen. Sollte er allerdings auf die Idee kommen, die Wohnung beispielsweise streichen zu lassen, obwohl Sie für die Renovierung nicht zuständig gewesen wären, darf er deswegen nicht die Kaution kürzen. In einem solchen Fall sollten Sie Ihren Vermieter schriftlich auffordern, die Kaution in voller Höhe auszuzahlen und ihm dazu eine Frist von etwa zwei Wochen setzen.

Welche Klauseln zu Schönheitsreparaturen sind unwirksam?

Für Gerichte sind Schönheitsreparaturen ein Dauerthema. Leider gibt es bisher kein eindeutiges Urteil des BGH, mit dem alle Fälle geklärt wären – auch wenn die Legal Tribune Online das in einem Aprilscherz 2014 so behauptet hat.

Die folgenden Klauseln zu Schönheitsreparaturen stehen oft im Mietvertrag, wurden von den Gerichten aber für unwirksam erklärt.

  1. Umfang der Renovierung:

    „Die Schönheitsreparaturen sind fachgerecht und wie folgt auszuführen: Tapezieren, Anstreichen der Wände und Decken, das Streichen der Fußböden, Reinigen und Abziehen und Wiederherstellung der Versiegelung von Parkett, Reinigung von Teppichböden, das Streichen der Heizkörper einschließlich der Heizrohre sowie der Türen und Fenster.“

    Diese Regelung ist unwirksam, da der Mieter dadurch sowohl zur Versiegelung vom Parkett als auch ganz allgemein zum Streichen von Türen und Fenstern verpflichtet wird, was auch den Außenanstrich umfasst. Das geht über seine gesetzlichen Pflichten hinaus und ist damit unwirksam. Die Folge: Der Mieter muss überhaupt nicht renovieren.
  2. Farbwahlklausel:

    „Bei der Ausführung von Schönheitsreparaturen sind die Türblätter, Türrahmen, Fensterflügel und Fensterrahmen (ausgenommen Kunststoff-, Aluminium- und Dachfenster sowie fertig beschichtete Türblätter) nur weiß zu lackieren.“ 

    Die Klausel ist unzulässig. Denn diese Farbvorgabe gilt auch für die Zeit, während der Sie in der Wohnung leben. Und das schränkt Sie als Mieter zu sehr ein. Folge: Die gesamte Regelung zu den Schönheitsreparaturen ist unwirksam (BGH, Urteil vom 20. Januar 2010, Az. VIII ZR 50/09 und Urteil vom 18. Februar 2009, Az. VIII ZR 166/08).
  3.  Endrenovierungsklausel:

    „Der Mieter übernimmt die Wohnung in folgendem Zustand: In allen Räumen Tapeten/Wände neu gestrichen, alle Heizkörper, Innentüren, Türrahmen neu lackiert. Der Mieter verpflichtet sich, bei seinem Auszug die Wohnung in dem beschriebenen Zustand zurückzugeben.“

    Hierbei handelt es sich um eine sogenannte Endrenovierungsklausel. Sie besagt, dass der Mieter die Wohnung in einem Tipptopp-Zustand zurückgeben muss – egal, ob sie überhaupt renovierungsbedürftig ist oder nicht. Auch so eine Klausel ist unwirksam (BGH, Urteil vom 18. Februar 2009, Az. VIII ZR 166/08).
  4. Starrer Fristenplan:

    „Der Mieter hat während der Mietzeit die Schönheitsreparaturen auf seine Kosten sach- und fachgerecht auszuführen, und zwar: in Küche, Bad, WC alle drei Jahre, in den übrigen Räumen alle fünf Jahre.“

    Der Mieter kann zwar auch während der Mietzeit zu regelmäßigen Renovierungen verpflichtet sein, allerdings nicht nach einem starren Zeitplan. Abweichungen müssen zugelassen werden, wenn zum Beispiel die Wände noch keine Gebrauchsspuren aufweisen (BGH, Urteil vom 5. April 2006, Az. VIII ZR 178/05). Lässt der Fristenplan keine Ausnahmen zu, ist die Klausel unwirksam.
  5. Abgeltungsklausel:

    „Zieht der Mieter vor Ablauf der für die Schönheitsreparaturen vorgesehenen Fristen aus, so muss er seiner Verpflichtung zur Durchführung von Schönheitsreparaturen durch Zahlung des unten ausgewiesenen Prozentsatzes der Kosten der Schönheitsreparaturen nachkommen.“

So können die Prozentsätze zum Beispiel aussehen

Raum Nutzungsdauer von mehr als Anteil vom Kostenvoranschlag
Küche 12 Monaten 33 %
  24 Monaten 66 %
Wohnzimmer 12 Monaten 20 %
  24 Monaten 40 %

Fristenpläne werden manchmal mit solchen Abgeltungs- oder Quotenklauseln kombiniert. Wenn nach dem Fristenplan die Küche alle drei Jahre gestrichen werden muss, der Mieter aber bereits nach zwei Jahren auszieht, muss er zwar nicht renovieren, aber seinen Anteil an den zukünftigen Renovierungskosten entsprechend der Mietdauer zahlen.

Eine solche Klausel ist unzulässig, wenn der tatsächliche Zustand der Wohnung dabei nicht berücksichtigt wird (BGH, Urteil vom 18. Oktober 2006, Az. VIII ZR 52/06). Grund: Der Mieter müsste auch dann zahlen, wenn die Wohnung in einem perfekten Zustand ist. Der Mieter muss dann bei Auszug nichts an den Vermieter zahlen.

Der BGH hat in einem Urteil vom 18. März 2015 der „Quotenabgeltungsklausel“ eine grundsätzliche Absage erteilt, auch wenn der tatsächliche Zustand der Wohnung beim Auszug berücksichtigt wird (Az.VIII ZR 242/13). Der Mieter werde durch eine solche Klausel benachteiligt. Er könne nämlich seinen Kostenanteil nicht verlässlich ermitteln.

Sollte Ihr Vermieter nach dem Auszug Geld als Abgeltung für nicht erfolgte Reparaturen verlangen, können Sie sich unter Berufung auf diese Rechtsprechung dagegen wehren.

Schönheitsreparaturen-Checkliste

Wenn Sie wissen möchten, ob die Schönheitsreparatur-Klausel in Ihrem Mietvertrag wirksam ist, dann prüfen Sie die Regelungen genau. Als Anhaltspunkt dient Ihnen die folgende Checkliste, in der die wichtigsten Fehler aufgeführt sind:

  1. Umfang der Schönheitsreparaturen - Sind in Ihrem Vertrag Schönheitsreparaturen aufgelistet, die nicht in Paragraf 28 Absatz 4 Satz 3 II. BV enthalten sind, verlangt der Vermieter zu viel von Ihnen. Eine solche Klausel ist in aller Regel unwirksam.
  2. Ausführung der Reparaturen durch Fachfirma - Ist im Mietvertrag festgelegt, dass die Renovierung durch Fachleute (Maler, Schreiner und so weiter) erfolgen muss, ist die Klausel unwirksam. Der Mieter muss auch die Möglichkeit haben, die Arbeiten selbst zu erledigen (BGH, Urteil vom 9. Juni 2010, Az. VIII 294/09).
  3. Farbvorgabe während der Mietzeit - Steht in Ihrem Mietvertrag, dass Sie Türen oder Decken nur weiß streichen dürfen, ist das unwirksam. Eine Farbvorgabe beim Auszug ist aber möglich.
  4. Fristenregelung - Enthält die Regelung in Ihrem Mietvertrag starre Fristen für die Renovierung während der Mietzeit? Falls ja, dann ist die Klausel in der Regel unwirksam. Achtung: Enthält der Vertrag dagegen Abschwächungen, wonach Schönheitsreparaturen „im Allgemeinen“ oder „in der Regel“ alle drei Jahre vorgenommen werden müssen, kann die Fristenregelung wirksam sein. Sind die Fristen zu kurz bemessen (zum Beispiel Streichen der Küche alle zwei Jahre), ist die Regelung ebenfalls wahrscheinlich unwirksam.
  5. Verpflichtende Endrenovierung - Sind Sie laut Vertrag verpflichtet, Ihre Wohnung bei Auszug in renoviertem Zustand zurückzugeben, ohne dass zwischenzeitlich erfolgte Renovierungen berücksichtigt werden, ist die Klausel unwirksam. Aber: Sie kann zulässig sein, wenn beim Auszug auch berücksichtigt wird, wie der tatsächliche Zustand der Wohnung ist und ob der Mieter während der Mietzeit Schönheitsreparaturen vorgenommen hat.

    Haben Sie die Wohnung unrenoviert übernommen, kann der Vermieter von Ihnen keine vollständig renovierte Wohnung beim Auszug verlangen. Hat der Vermieter bei Ihrem Einzug ein Übergabeprotokoll erstellt, in dem vermerkt ist, dass die Wohnung nicht renoviert überlassen wurde, sind Sie auf der sicheren Seite: Sie können ausziehen, ohne zu renovieren.
  6. Quotenabgeltungsklausel - Enthält Ihr Vertrag eine sogenannte Quotenabgeltungsklausel? Das ist eine Regelung, die für jedes volle abgelaufene Jahr den Mieter mit einer Quote von bis zu X Prozent an den entstehenden Renovierungskosten beteiligt. Eine solche Klausel ist nach neuer Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs unzulässig, da Sie als Mieter beim Einzug nicht klar erkennen können, mit welchen Belastungen Sie beim Auszug rechnen müssen. Ihr Vermieter kann keine Zahlung verlangen.
  7. Kostenvoranschlag zur Berechnung der Abgeltung durch Fachfirma - Enthält Ihr Mietvertrag eine Abgeltungsklausel und soll Ihr Anteil nach dem Kostenvoranschlag eines Fachbetriebs berechnet werden, der allein vom Vermieter ausgewählt wird, ist das unwirksam (BGH, Urteil vom 29. Mai 2013, Az. VIII 285/12). Das brauchen Sie nicht zu akzeptieren. Sie müssen die Möglichkeit haben, einen weiteren Kostenvoranschlag vorzulegen.

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redaktion@finanztip.de (Finanztip Verbraucherinformation gGmbH) 09.07.2020 10:17:00 +0000
So viel Unterhalt steht Scheidungskindern zu : Düsseldorfer Tabelle 2020 https://www.finanztip.de/duesseldorfer-tabelle/ https://www.finanztip.de/?id=731So viel Unterhalt steht Scheidungskindern zu
Das Wichtigste in Kürze
  • Die Düsseldorfer Tabelle zeigt, wieviel Unterhalt Eltern nach einer Trennung und Scheidung für die Kinder zahlen müssen.
  • Seit dem 1. Januar 2020 muss der Vater oder die Mutter, bei dem das Kind nicht wohnt, mindestens 369 Euro im Monat zahlen, wenn es unter 6 Jahre alt ist. Für ältere Kinder mehr.
  • Wer Unterhalt zahlen muss und arbeitet, darf mindestens 1.160 Euro für sich behalten.
So gehen Sie vor
  • Ordnen Sie Ihr Nettoeinkommen in der Düsseldorfer Tabelle der passenden Einkommensstufe in der linken Spalte zu.
  • Lesen Sie anhand des Alters Ihres Kindes den monatlichen Unterhalt in der Tabelle ab.
  • Tatsächlich müssen Sie weniger zahlen, da Ihnen die Hälfte des Kindergelds zusteht. Welchen Betrag genau Sie überweisen müssen, finden Sie in der Übersicht zu den Zahlbeträgen.

Wenn Sie wissen möchten, wie viel Unterhalt Sie nach einer Trennung und anschließenden Scheidung für gemeinsame Kinder zahlen müssten, dann gibt Ihnen die Düsseldorfer Tabelle Auskunft. Darin lässt sich auch ablesen, was Sie nach einer Scheidung an Unterhalt für die bei Ihnen wohnenden Kinder erhalten würden.

Was ist die Düsseldorfer Tabelle?

Die Düsseldorfer Tabelle ist eine bundesweit anerkannte Richtlinie zum Unterhaltsbedarf. Das Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf aktualisiert sie in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Familiengerichtstag. Die Leitlinien vereinheitlichen die Rechtsprechung zum Unterhalt und enthalten neben dem Tabellenwerk auch ergänzende Anmerkungen. Die Düsseldorfer Tabellen der vergangenen Jahre  finden Sie auf der Website des Oberlandesgerichts Düsseldorf. Die neue Original-Tabelle, die seit dem 1. Januar 2020 gilt, finden Sie hier.

Wer muss Unterhalt zahlen?

Der Elternteil, bei dem sich das minderjährige gemeinsame Kind nicht ständig aufhält, ist zum sogenannten Barunterhalt verpflichtet (§ 1612a BGB). Bei volljährigen Kindern, die in der Ausbildung oder im Studium sind, sind beide Elternteile zum Unterhalt verpflichtet.

So hoch ist der Selbstbehalt

Ein erwerbstätiger Unterhaltszahler mit schulpflichtigen Kindern bis 21 Jahren darf im Monat 1.160 Euro als Existenzminimum für sich behalten. Für nicht erwerbstätige Unterhaltspflichtige beläuft sich das Existenzminimum auf 960 Euro monatlich. Darin sind bis 430 Euro für Unterkunft einschließlich umlagefähiger Nebenkosten und Heizung (Warmmiete) enthalten (Stand: 1. Januar 2020).

Wie viel Unterhalt pro Kind gibt es mindestens?

Der Mindestunterhalt für minderjährige Kinder nach der Trennung der Eltern richtet sich nach dem Existenzminimum des Kindes und der sogenannten Mindestunterhaltsverordnung (§ 1612a BGB).

Seit 1. Januar 2020 gelten diese Mindestunterhaltssätze für minderjährige Kinder im Monat:

  • bis zur Vollendung des 6. Lebensjahres: 369 Euro
  • bis zur Vollendung des 12. Lebensjahres: 424 Euro
  • bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres: 497 Euro

Diese Beträge müssen Sie nach Möglichkeit mindestens zahlen. Je nachdem, wie hoch Ihr Einkommen ist, kann es aber auch mehr sein.

So ermitteln Sie, was Sie nach der Düsseldorfer Tabelle zahlen müssen

In der Düsseldorfer Tabelle finden Sie die jeweiligen monatlichen Beträge für den Kindesunterhalt gestaffelt nach dem Nettoeinkommen des Unterhaltspflichtigen und dem Alter der betroffenen Kinder. Es gibt zehn Einkommens- und vier Altersstufen.

In diese Stufen ordnen Sie sich mit Ihrem unterhaltsrelevanten Einkommen und Ihre Kinder nach deren Alter ein. So können Sie die monatlichen Beträge ablesen.

In der Düsseldorfer Tabelle, die seit dem 1. Januar 2020 gilt, finden sich höhere Regelsätze für den Kindesunterhalt. Es ändert sich auch der Unterhalt für volljährige Kinder. Zudem erhöht sich zum ersten Mal seit 2015 der Selbstbehalt. Das sind die Beträge, die ein zur Zahlung von Unterhalt Verpflichteter von seinem bereinigten Nettoeinkommen für den eigenen Lebensunterhalt behalten darf, bevor seine Unterhaltspflicht einsetzt.

Düsseldorfer Tabelle 2020

Beispiel: Ihr unterhaltsrelevantes Einkommen beläuft sich auf 2.600 Euro. Damit sind Sie in der dritten Einkommensstufe zwischen 2.301 Euro und 2.700 Euro. Ihr Kind ist sieben Jahre alt, damit in der zweiten Altersstufe. Die Düsseldorfer Tabelle 2020 weist einen Unterhaltsanspruch in Höhe von 467 Euro im Monat aus.

Basisrechnung für zwei unterhaltspflichtige Kinder: Haben Sie mehr als zwei Kinder oder lediglich ein Kind, so können Ab- oder Zuschläge durch Einstufung in eine niedrigere oder höhere Nettoeinkommensgruppe (Spalte 1) angemessen sein.

Dann gilt die Tabelle nicht mehr: Beträgt das Nettoeinkommen der unterhaltspflichtigen Person mehr als 5.501 Euro im Monat, berechnet sich der zu zahlende Unterhalt nicht nach der Düsseldorfer Tabelle, sondern wird nach den Umständen des Einzelfalls bestimmt.

Prozentsatz und Bedarfskontrollbetrag

Mit steigendem Einkommen des Unterhaltspflichtigen verbleibt ihm selbst ein höherer Betrag. Das ist der sogenannte Bedarfskontrollbetrag, den Sie in der Düsseldorfer Tabelle in der letzten Spalte finden.

Der Prozentsatz in der vorletzten Spalte drückt die Steigerung des Unterhalts der jeweiligen Einkommensgruppe gegenüber dem Mindestunterhalt in der ersten Einkommensgruppe aus. Aus der Multiplikation des Mindestunterhalts mit dem jeweiligen Prozentsatz ergibt sich die Höhe des Unterhaltsanspruchs, den Sie als entsprechenden Eurobetrag in der Tabelle ablesen können.

In den Unterhaltsbeträgen sind die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung sowie Studiengebühren nicht enthalten. Beide sind Beispiele für einen Mehrbedarf, der zusätzlich zu zahlen ist. Als Sonderbedarf gelten einmalige, unerwartete, hohe, notwendige Ausgaben, die der Unterhaltsverpflichtete im Einzelfall auch zahlen muss.

Wie wird das Kindergeld berücksichtigt?

Das Kindergeld für ein minderjähriges Kind steht den Eltern zu – und zwar beiden Elternteilen je zur Hälfte. Es wird jedoch in voller Höhe an den Elternteil ausbezahlt, bei dem das Kind wohnt. Deshalb darf der Elternteil, der den Kindesunterhalt zahlen muss, die Hälfte des Kindergelds vom Unterhalt abziehen. Aus der Düsseldorfer Tabelle ergibt sich also nicht der Zahlbetrag. Den erhalten Sie erst nach Abzug der Hälfte des monatlichen Kindergelds.

Das Kindergeld beträgt seit dem 1. Juli 2019 für das erste und zweite Kind 204 Euro im Monat (§ 66 Abs. 1 EStG, § 6 Abs. 1 BKGG). Die Hälfte davon sind 102 Euro. Dieser Betrag ist zu verrechnen mit dem Kindesunterhalt. Ab dem dritten Kind beträgt das Kindergeld 210 Euro, es sind dann also 105 Euro abzuziehen. Ab dem vierten Kind gibt es 235 Euro Kindergeld, die Hälfte (117,50 Euro) wird mit dem Unterhalt verrechnet.

Beispiel: Ein zur Zahlung von Kindesunterhalt Verpflichteter verfügt über ein unterhaltsrechtlich relevantes Nettoeinkommen von 3.400 Euro (Einkommensstufe 5) und hat ein achtjähriges Kind (K1) und ein zwölfjähriges Kind (K2). Der Unterhalt für K1 beläuft sich nach der Düsseldorfer Tabelle 2020 auf 509 Euro und für K2 auf 597 Euro. Bei beiden Kindern ist jeweils die Hälfte des Kindergelds abzuziehen, also jeweils 102 Euro. Der Unterhaltspflichtige zahlt daher 407 Euro für K1 und 495 Euro für K2, insgesamt macht das im Monat 902 Euro für beide Kinder.

Kindergeld-Anrechnung bei volljährigen Kindern

Bei volljährigen Kindern wird das Kindergeld in voller Höhe vom Tabellenbetrag der Düsseldorfer Tabelle abgezogen. Eigentlich steigt zwar die Unterhaltspflicht ab Volljährigkeit. Dennoch verringert sich der von den Eltern zu zahlende Kindesunterhalt.

Grund ist, dass Eltern das Kindergeld ab Volljährigkeit ihres Nachwuchses komplett an das Kind weiterleiten müssen. Daher ist der Unterhalt um das volle Kindergeld zu verringern. Damit bekommt das volljährige Kind also tatsächlich mehr als ein minderjähriges Kind.

Beachten Sie, dass sich der Unterhalt für ein volljähriges Kind ganz anders berechnet als der Kindesunterhalt für ein minderjähriges Kind. Zwar gilt für beide die Düsseldorfer Tabelle. Je höher das Einkommen des Elternteils ist, der Kindesunterhalt zahlen muss, desto höher fällt auch der Kindesunterhalt aus.

Ab der Volljährigkeit zählt aber nicht nur das Einkommen eines Elternteils: Beide Eltern stehen ab Volljährigkeit in der Pflicht. Daher berechnet sich der Kindesunterhalt ab Volljährigkeit auch aus dem Einkommen beider Elternteile. Näheres dazu lesen Sie in unserem Artikel zum Kindesunterhalt für volljährige Kinder.

Wichtig: Die Unterhaltsverpflichtung ist auch ein Fall für die Einkommensteuer, zum Beispiel als außergewöhnliche Belastung.

Wie sind die Zahlbeträge 2020?

Die folgende Tabelle zeigt, was Sie nach Abzug des halben Kindergelds tatsächlich für das erste und zweite Kind zahlen müssen.

Corona-Kindergeld-Bonus – Für jedes Kind, für das Eltern Kindergeld bekommen, gibt es einen einmaligen Bonus von 300 Euro. Das Geld wird in zwei Raten von 200 und 100 Euro zusammen mit dem Kindergeld im September und Oktober 2020 an den Elternteil überwiesen, bei dem das Kind wohnt. Derjenige, der Unterhalt zahlt, darf die Hälfte des Kinderbonus von seiner Unterhaltszahlung in den beiden Auszahlungs-Monaten (also 100 Euro im September und 50 Euro im Oktober) abziehen.

Zahlbeträge ab dem 1. Januar 2020 für erstes und zweites Kind

Nettoeinkommen in € 0-5 Jahre 6-11 Jahre 12-17 Jahre ab 18 Jahre
bis 1.900 267 € 322 € 395 € 326 €
1.901 - 2.300 286 € 344 € 420 € 353 €
2.301 - 2.700 304 € 365 € 445 € 379 €
2.701 - 3.100 323 € 386 € 470 € 406 €
3.101 - 3.500 341 € 407 € 495 € 432 €
3.501 - 3.900 371 € 441 € 535 € 475 €
3.901 - 4.300 400 € 475 € 574 € 517 €
4.301 - 4.700 430 € 509 € 614 € 560 €
4.701 - 5.100 459 € 543 € 654 € 602 €
5.101 - 5.500 489 € 577 € 694 € 644 €

Quelle: OLG Düsseldorf (Stand: 1. Januar 2020)

In der nächsten Tabelle sehen Sie, was Sie nach Abzug des halben Kindergelds für das dritte Kind tatsächlich zahlen müssen.

Zahlbeträge ab dem 1. Januar 2020 für das dritte Kind

Nettoeinkommen in € 0-5 Jahre 6-11 Jahre 12-17 Jahre ab 18 Jahre
bis 1.900 264 € 319 € 392 € 320 €
1.901 - 2.300 283 € 341 € 417 € 347 €
2.301 - 2.700 301 € 362 € 442 € 373 €
2.701 - 3.100 320 € 383 € 467 € 400 €
3.101 - 3.500 338 € 404 € 492 € 426 €
3.501 - 3.900 368 € 438 € 532 € 469 €
3.901 - 4.300 397 € 472 € 571 € 511 €
4.301 - 4.700 427 € 506 € 611 € 554 €
4.701 - 5.100 456 € 540 € 651 € 596 €
5.101 - 5.500 486 € 574 € 691 € 638 €

Quelle: OLG Düsseldorf (Stand: 1. Januar 2020)

Die letzte Tabelle zeigt die Beträge, die Sie nach Abzug des halben Kindergelds tatsächlich ab dem vierten Kind zahlen müssen.

Zahlbeträge ab dem 1. Januar 2020 ab dem vierten Kind

Nettoeinkommen in € 0-5 Jahre 6-11 Jahre 12-17 Jahre ab 18 Jahre
bis 1.900 251,50 € 306,50 € 379,50 € 295 €
1.901 - 2.300 270,50 € 328,50 € 404,50 € 322 €
2.301 - 2.700 288,50 € 349,50 € 429,50 € 348 €
2.701 - 3.100 307,50 € 370,50 € 454,50 € 375 €
3.101 - 3.500 325,50 € 391,50 € 479,50 € 401 €
3.501 - 3.900 355,50 € 425,50 € 519,50 € 444 €
3.901 - 4.300 384,50 € 459,50 € 558,50 € 486 €
4.301 - 4.700 414,50 € 493,50 € 598,50 € 529 €
4.701 - 5.100 443,50 € 527,50 € 638,50 € 571 €
5.101 - 5.500 473,50 € 561,50 € 678,50 € 613 €

Quelle: OLG Düsseldorf (Stand: 1. Januar 2020)

Wie wird das unterhaltsrelevante Nettoeinkommen berechnet?

Die größte Schwierigkeit besteht in der Praxis darin, das unterhaltsrelevante Nettoeinkommen zu ermitteln. Es stimmt selten mit dem Nettoeinkommen auf der Gehalts- oder Lohnabrechnung überein. Dazu gibt aber die Düsseldorfer Tabelle selbst keinen Hinweis.

Berufsbedingte Aufwendungen, die sich von den privaten Lebenshaltungskosten nach objektiven Merkmalen eindeutig abgrenzen lassen, sind vom Einkommen abzuziehen. Dabei kann bei entsprechenden Anhaltspunkten eine Pauschale von 5 Prozent des Nettoeinkommens – mindestens 50 Euro, bei geringfügiger Teilzeitarbeit auch weniger, und höchstens 150 Euro monatlich – geschätzt werden.

Übersteigen die berufsbedingten Aufwendungen die Pauschale, muss der Unterhaltspflichtige sie insgesamt nachweisen. Berücksichtigungsfähige Schulden werden in der Regel vom Einkommen abgezogen.

Unterhaltsrechner

Auf einigen Websites finden Sie kostenlose Unterhaltsrechner, die alle auf der Düsseldorfer Tabelle basieren. Diese können aber nur einen ersten Anhaltspunkt liefern. Das Unterhaltsrecht ist komplex und lässt sich deshalb nur sehr bedingt durch einen Rechner abbilden. Meist entspricht das, was Sie mit dem Unterhaltsrechner ausgerechnet haben, nicht dem, was Sie tatsächlich zahlen müssen.

Wann wird die Düsseldorfer Tabelle wieder aktualisiert?

Die Düsseldorfer Tabelle wird etwa alle zwei Jahre aktualisiert, die Zahlbeträge ändern sich zudem immer dann, wenn es mehr Kindergeld gibt. Die jüngste Anpassung erfolgte zum 1. Januar 2020.

Achtung: Es gibt regionale Abweichungen, da einzelne Oberlandesgerichte ihre eigenen Regelungen festlegen. Im Folgenden weiterführende Links:

Die wichtigsten Fragen zusammengefasst

Was ist die Düsseldorfer Tabelle?

Wer muss Unterhalt zahlen?

Wie viel Unterhalt pro Kind gibt es mindestens?

Wie wird das unterhaltsrelevante Nettoeinkommen berechnet?

Wie wird das Kindergeld berücksichtigt?

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redaktion@finanztip.de (Finanztip Verbraucherinformation gGmbH) 08.07.2020 11:49:00 +0000
Für den Dienstwagen Fahrtenbuch oder Ein-Prozent-Regel nutzen : Firmenwagen versteuern https://www.finanztip.de/dienstwagen-besteuerung/ https://www.finanztip.de/?id=712Mit Fahrtenbuch oder über die Ein-Prozent-Regel versteuern
Das Wichtigste in Kürze
  • Die private Nutzung eines Firmenwagens ist ein geldwerter Vorteil, den Sie als Arbeitnehmer versteuern müssen. Gewusst wie, können Sie Ihre Belastung reduzieren.
  • Es gibt zwei Wege der Besteuerung: Ein-Prozent-Regelung oder Fahrtenbuch. Sie können sich für die Methode entscheiden, die für Sie günstiger ist.
  • Fahren Sie viel privat, ist oft die pauschale Ein-Prozent-Versteuerung günstiger. Ist Ihr Dienstwagen ein teurer Gebrauchtwagen, dann kann das Fahrtenbuch attraktiver sein.
  • Haben oder wollen Sie ein Elektroauto, können Sie sich freuen. Die werden steuerlich jetzt noch bessergestellt. Bei seit 2019 gekauften oder geleasten E-Autos müssen Sie nicht den gesamten Preis versteuern. Teils gilt diese Förderung auch für Plug-in-Hybride. 
So gehen Sie vor
  • Ermitteln Sie, welche Art der Besteuerung für Sie günstiger ist.
  • Dafür kann es gut sein, erstmal ein Fahrtenbuch zu führen. Im Laufe eines Jahres sollten Sie damit erkennen, welche Art der Besteuerung für Sie günstiger ist. Fällt Ihre Entscheidung dann auf die Ein-Prozent-Versteuerung, können Sie problemlos wechseln.
  • Entscheiden Sie sich für ein Fahrtenbuch muss es die strengen Anforderungen des Finanzamts erfüllen. Im Ratgeber Fahrtenbuch empfehlen wir Vimcar, Driverslog Pro 2 und Kfz-Fahrtenbuch als elektronische Lösungen.

Wenn Ihr Arbeitgeber Ihnen als Arbeitnehmer einen Dienstwagen zur Verfügung stellt, den Sie auch privat nutzen dürfen, dann müssen Sie für diese private Nutzung Steuern zahlen. Denn das Finanzamt betrachtet die unentgeltliche Überlassung des Autos zur privaten Nutzung als Sachzuwendung. Auf diesen geldwerten Vorteil fällt Einkommensteuer an.

Wie wird die private Nutzung beim Dienstwagen versteuert?

Sie haben zwei Möglichkeiten, die private Nutzung zu versteuern: entweder pauschal über die sogenannte Ein-Prozent-Regel oder über das Führen eines Fahrtenbuchs. Die gewählte Variante müssen Sie beziehungsweise muss Ihr Arbeitgeber das gesamte Jahr über beibehalten. Es ist also nicht möglich, während eines Kalenderjahres von einer Methode zur anderen zu wechseln.

Für Ihre Einkommensteuererklärung sind Sie allerdings nicht dauerhaft an die zuvor gewählte Variante gebunden: Sie können sie zu Jahresbeginn wechseln, falls die andere Berechnungsart für Sie günstiger ist. Auch für den Fall, dass Sie im Laufe des Jahres ein anderes Fahrzeug nutzen, können Sie die Versteuerungsmethode ändern. 

Wie funktioniert die Ein-Prozent-Regelung?

Die meisten Dienstwagenfahrer nutzen die pauschale Ein-Prozent-Regelung. 

Geldwerter Vorteil - Laut Einkommensteuergesetz (§ 6 Abs. 1 Nr. 4 S. 2 EStG) können Sie die private Nutzung eines Kraftfahrzeugs für jeden Kalendermonat mit 1 Prozent des inländischen Listenpreises ansetzen. Die Ein-Prozent-Pauschale gilt nicht nur für gekaufte Fahrzeuge, sondern auch für geleaste oder gemietete Pkw. Fahren Sie zum Beispiel ein Auto mit einem Wert von 50.000 Euro, dann beträgt der geldwerte Vorteil, der sich aus der privaten Nutzung ergibt, 500 Euro pro Monat. Auf diesen Betrag müssen Sie monatlich Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag, gegebenenfalls Kirchensteuer sowie Sozialversicherungsbeiträge zahlen.

Passiert ein Unglück und Sie können das Auto aufgrund eines ärztlichen Fahrverbots überhaupt nicht nutzen, entfällt der geldwerte Vorteil zumindest für die vollen Monate, in denen dieses Fahrverbot gilt. Wichtig ist auch, dass der Dienstwagen in der Zeit der Fahruntüchtigkeit nicht anderweitig – zum Beispiel von einem Familienangehörigen – genutzt wurde. 

So entschied das Finanzgericht Düsseldorf den Fall eines Steuerzahlers, dem nach einem Hirnschlag für mehr als fünf Monate von einem Arzt Fahruntüchtigkeit attestiert wurde. Erst nachdem der Mann in einer Fahrschule seine erneute Fahrtüchtigkeit belegt hatte, musste er wieder einen monatlichen geldwerten Vorteil versteuern (Urteil vom 24. Januar 2017, Az. 10 K 1932/16 E).

Das Gericht akzeptierte jedoch nur die vollen Monate der Fahruntüchtigkeit. Der Autofahrer erlitt den Hirnschlag an einem 23. Februar, erst am 29. Juli desselben Jahres wurde das ärztliche Fahrverbot aufgehoben. Für den kompletten Februar und Juli musste er den geldwerten Vorteil versteuern.

Listenpreis - Maßgebend ist der Listenpreis zum Zeitpunkt der Erstzulassung. Als Listenpreis gilt die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers zuzüglich der Kosten für Sonderausstattung einschließlich Umsatzsteuer – selbst dann, wenn beim Kauf gar keine Umsatzsteuer angefallen ist.

Tipp: Wird zum Beispiel ein Navigationsgerät oder ein Flüssiggastank nachträglich eingebaut, erhöht dies nicht den geldwerten Vorteil.

Der Listenpreis gilt auch, wenn Ihr Arbeitgeber wegen eines Preisnachlasses weniger bezahlt hat oder für Sie einen Gebrauchtwagen als Dienstfahrzeug angeschafft hat. Hat Ihre Firma für das gebrauchte Auto 20.000 Euro bezahlt und der Neupreis lag bei 50.000 Euro, müssen Sie trotzdem 500 Euro – 1 Prozent von 50.000 Euro – im Monat versteuern.

Nicht zum Listenpreis des Geschäftswagens gehören

  • die Kosten der Überführung und Zulassung des Fahrzeugs,
  • der Wert eines weiteren Satzes Reifen einschließlich Felgen (zum Beispiel Winterreifen) und
  • die Kosten für ein Autotelefon (Privatgespräche sind nach Paragraf 3 Nr. 45 Einkommensteuergesetz steuerfrei).

Erstattet Ihr Arbeitgeber Ihnen die folgenden, bei Privatfahrten mit Ihrem Firmenwagen entstandenen Ausgaben, gelten diese in vollem Umfang als steuerpflichtiger Arbeitslohn. Sie sind also durch die Ein-Prozent-Pauschale nicht abgegolten:

  • Straßennutzungsgebühren (zum Beispiel Parkgebühren, Mautgebühren, Straßenvignetten),
  • Aufwendungen für den Transport des Autos (beispielsweise Autoreisezug, Fähren) sowie
  • Kosten für die Mitgliedschaft in einem Automobilklub oder einen Autoschutzbrief.

Kostendeckelung - Nutzt ein Unternehmer einen Firmenwagen, bei dem nur geringe Kfz-Kosten anfallen, weil dieser beispielsweise komplett abgeschrieben ist, kann es vorkommen, dass die tatsächlichen Kosten niedriger sind als der private Nutzungsanteil nach der Ein-Prozent-Regelung. In diesem Fall kann dieser gedeckelt werden. Die private Nutzung wird dann bei der Einkommensteuer mit den vollen tatsächlichen Kosten bewertet.   

Umsatzsteuer - Sind Sie beispielsweise als Freiberufler (Arzt, Apotheker, Rechtsanwalt, Journalist) oder anderweitig selbstständig tätig und nutzen Ihr Firmenauto sowohl betrieblich als auch privat, müssen Sie für die Privatnutzung nicht nur Einkommensteuer, sondern in der Regel auch Umsatzsteuer zahlen. Das gilt sowohl für die Ein-Prozent-Regelung als auch für das Fahrtenbuch.

Was bei Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsplatz zu beachten ist

Dürfen Sie Ihren Firmenwagen auch für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsplatz nutzen und wenden Sie die Ein-Prozent-Regelung an, erhöht sich der monatliche pauschale Wert des geldwerten Vorteils für jeden Entfernungskilometer der einfachen Strecke um 0,03 Prozent des Listenpreises.

Statt dieser Pauschale können sich Arbeitnehmer für eine Einzelbewertung entscheiden. Das ist günstiger, wenn sie durchschnittlich weniger als an 15 Tagen pro Monat zum Arbeitsplatz pendeln; also bis 180 Fahrten im Jahr. Sie müssen dann für jede tatsächliche Fahrt 0,002 Prozent des Listenpreises pro Entfernungskilometer ansetzen. Dafür müssen Sie dem Arbeitgeber schriftlich erklären, wann Sie diese Fahrten unternommen haben.

Ab 2019 können Sie vom Arbeitgeber verlangen, dass er die Methode der Einzelbewertung bei der Lohnbesteuerung anwenden soll. Detaillierte Informationen unter anderem dazu enthält das Schreiben des Bundesfinanzministeriums zur „lohnsteuerlichen Behandlung der Überlassung eines betrieblichen Kraftfahrzeugs an Arbeitnehmer“ vom 4. April 2018.

Die Einzelbewertungs-Methode müssen Sie für das ganze Jahr anwenden. Wurde dies beim monatlichen Lohnsteuerabzug noch nicht berücksichtigt, könnten Sie sich zumindest den steuerlichen Vorteil im Rahmen Ihrer Steuererklärung sichern. Eventuell zu viel bezahlte Sozialversicherung kann aber nicht nachträglich korrigiert werden.

Nutzen Sie Ihren Dienstwagen auch für Familienheimfahrten im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung, erhöht sich die Pauschale für jeden Entfernungskilometer zwischen Beschäftigungsort und Heimatort um 0,002 Prozent des Listenpreises. Das gilt allerdings nicht für Fahrten, die Sie als Werbungskosten absetzen können (vgl. § 8 Abs. 2 EStG).

Gewerbetreibende, Freiberufler und alle anderen Gewinnermittler können die Einzelbewertungs-Methode nicht nutzen, hat der Bundesfinanzhof entschieden (Urteil vom 12. Juni 2018, Az. VIII R 14/15).

Wenn Sie als Arbeitnehmer mit einem Dienstwagen ausschließlich von der Wohnung zum Arbeitsplatz fahren, brauchen Sie keine Steuern auf eine private Nutzung des Autos zu zahlen. Denn die Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte sind nicht der Privat-, sondern der Erwerbssphäre zuzuordnen, entschied der Bundesfinanzhof (BFH, Urteil vom 6. Oktober 2011, Az. VI R 56/10).

Begründung: Die Fahrt zur Arbeit per Geschäftswagen ist kein Privatvergnügen. Der Arbeitgeber braucht nicht kontrollieren, ob sich der Mitarbeiter an die Vorgabe hält, das Auto nicht privat zu nutzen. Wer dagegen das Auto ausdrücklich privat fahren dürfe, müsse zahlen.

Geklagt hatte ein Autoverkäufer, der aufgrund einer mündlichen Erlaubnis seines Arbeitgebers einen Vorführwagen für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte nutzen durfte. Das Fahrzeug privat zu nutzen, war ihm jedoch laut Arbeitsvertrag verboten. Das Finanzamt unterstellte dennoch eine Privatnutzung und folglich einen geldwerten Vorteil nach der Ein-Prozent-Regelung – mit dem Argument, der Anschein spreche für eine private Nutzung.

Gegen die Entscheidung legte der Mann Einspruch ein und klagte anschließend vor dem Finanzgericht, vor dem er in erster Instanz unterlag. Der Bundesfinanzhof gab dem Autoverkäufer in der letzten Instanz Recht und urteilte, er habe es nicht privat genutzt. Denn genau das hatte der Arbeitgeber ja im Arbeitsvertrag untersagt und zudem die Kilometerstände der Vorführautos kontrolliert. Dabei sind Kontrollen, ob ein Mitarbeiter ein ausdrückliches Verbot der Privatnutzung unterläuft, nicht einmal erforderlich. Das Finanzamt dürfe nicht einfach unterstellen, dass sich der Verkäufer nicht an das Verbot seines Arbeitgebers hält.

Die Ein-Prozent-Regelung sei jedenfalls auf das Pendeln von und zur Arbeit mit einem Firmenwagen nicht anwendbar, urteilten die obersten Finanzrichter. Denn der Gesetzgeber habe die Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte eindeutig „der Erwerbssphäre zugeordnet".

Tipp: Nutzen Sie Ihren Dienstwagen ausschließlich beruflich und wollen die Ein-Prozent-Regelung vermeiden? Dann sollte Ihr Arbeitgeber die Privatnutzung schriftlich verbieten. Ob Sie dieses Verbot einhalten, muss er nicht kontrollieren. 

Ist nichts geregelt, kann das Finanzamt dagegen davon ausgehen, dass Sie das Auto auch privat nutzen dürfen. Denn es ist nicht vorgeschrieben, dass entsprechende Vereinbarungen nur schriftlich gelten. Auch mündlich kann Ihr Chef Ihnen die Privatnutzung erlauben. Ein Privatnutzungsvebot wird das Finanzamt Ihnen nicht abnehmen, wenn der Dienstwagen das einzige Auto ist, das Sie fahren können. Nutzen Sie aber für private Fahrten ein weiteres, eigenes Auto, dann könnten Sie das glaubhaft versichern.

Was ist bei einem Fahrtenbuch zu beachten?

Statt der Ein-Prozent-Pauschale können Sie auch die tatsächlichen Aufwendungen als geldwerten Vorteil ansetzen (§ 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 3 EStG).

Beispielrechnung: Sie fahren mit Ihrem Dienstwagen 24.000 Kilometer im Jahr, davon sind 3.600 km privat. Die gesamten Aufwendungen betragen dabei 6.000 Euro. Das ergibt 0,25 Euro pro Kilometer (6.000 Euro geteilt durch 24.000 km), für die Privatnutzung also Kosten von 900 Euro (0,25 Euro pro km mal 3.600 km). Demnach rechnet der Fiskus 900 Euro zu Ihrem zu versteuernden Jahreseinkommen hinzu.

Verwenden Sie ein Fahrtenbuch, zählen für die Steuer sämtliche mit dem Pkw zusammenhängenden Kosten – also auch die jährliche Abschreibung des Fahrzeugs ohne Sonderabschreibungen. Bemessungsgrundlage ist nicht der Listenpreis, sondern die tatsächlichen Anschaffungskosten einschließlich Umsatzsteuer. Dabei ist bei einem Neuwagen von einer sechsjährigen Nutzungsdauer auszugehen. Für Gebrauchtwagen müssen Sie die Restnutzungsdauer schätzen und dabei Alter und Fahrzeugzustand berücksichtigen.

Wahlfreiheit zwischen Fahrtenbuch und Ein-Prozent-Regel

Sie haben die Möglichkeit, zunächst mit Ihrem Arbeitgeber zu vereinbaren, dass er bei der Gehaltsabrechnung die Privatnutzung nach der Ein-Prozent-Methode versteuert und dann können Sie dennoch in Ihrer Einkommensteuererklärung die tatsächlichen Aufwendungen anhand eines ordnungsgemäß geführten Fahrtenbuchs sowie von Einzelbelegen ansetzen. Dieses müssen Sie jedoch von Anfang an führen.

Auch elektronische Nachweise möglich

Elektronische Fahrtenbücher akzeptiert das Finanzamt ebenfalls, sofern sich daraus dieselben Erkenntnisse ergeben wie aus einem manuell geführten Fahrtenbuch. Für elektronische Fahrtenbücher, die Datum, Fahrtziel und Kilometerstand automatisch aufzeichnen, gilt sogar gegenüber manuellen eine Erleichterung: Der Anlass der Fahrt kann innerhalb von einer Woche nachgetragen werden.

Anders bei handschriftlichen Fahrtenbüchern: Bei ihnen muss der Arbeitnehmer sofort nach der Fahrt den Anlass vermerken. Falls nicht, gilt die Fahrt als privat, so regelt es ein Schreiben des Bundesfinanzministeriums (Az. IV C 5 – S 2334/10/10006).

Der empfehlenswerte Anbieter eines elektronischen FahrtenbuchsVimcar, hat gemeinsam mit Steuerberatern eine Lösung entwickelt. Bei diesem System zeichnet ein Stecker automatisch die Kilometerstände, die Start- und Zieladressen sowie Zeitstempel auf. Der Stecker lässt sich in einem Auto ab dem Baujahr 2004 installieren. Das Fahrtenbuch selbst wird als App auf dem Smartphone verwaltet. Als Einstieg in ein digitales Fahrtenbuch kann aber auch eine reine App-Lösung genügen.

Wer es lieber handschriftlich mag: Im Fachbuchhandel und auch online gibt es eine Vielzahl an manuellen Fahrtenbüchern, die alle von der Finanzverwaltung geforderten Angaben beinhalten.

Mehr dazu im Ratgeber Fahrtenbuch

  • Dienstwagenfahrer sparen mit einem elektronischen Fahrtenbuch Zeit und Geld.
  • Von uns empfohlene elektronische Fahrtenbücher: Vimcar, Driverslog Pro 2,
    Kfz-Fahrtenbuch

Zum Ratgeber

Wie wirken sich Zuzahlungen aus?

Zahlen Sie zu Ihrem Dienstwagen wegen der außerdienstlichen Nutzung etwas dazu, mindert diese Summe Ihren zu versteuernden geldwerten Vorteil. Dies gilt immer dann, wenn Sie die Zuzahlung zum Beispiel aufgrund einer arbeitsvertraglichen Vereinbarung leisten müssen. Infrage kommen als Nutzungsentgelt:

  • eine Kilometerpauschale,
  • eine Monatspauschale,
  • (teilweise) übernommene Leasingraten und
  • teilweise oder vollständig übernommene einzelne Kraftfahrzeugkosten (beispielsweise für Benzin oder Diesel).

Dies ist nach zwei Urteilen des Bundesfinanzhofs vom 30. November 2016 sowohl für die Ein-Prozent-Regelung als auch die Fahrtenbuchmethode möglich (Az. VI R 2/15 und Az. VI R 49/14).

Das Bundesfinanzministerium (BMF) hat in einem Schreiben vom 21. September 2017 akzeptiert, dass sich die Rechtsprechung geändert hat, und Details geregelt.

Es listet darin auf, welche vom Arbeitnehmer übernommenen Kosten als Nutzungsentgelt zählen und somit den geldwerten Vorteil reduzieren können. Das sind Ausgaben für:

  • Treibstoff,
  • Reparaturen und Wartung,
  • Wagenwäsche,
  • Kfz-Steuer,
  • Kfz-Haftpflicht- und Kaskoversicherung,
  • Garagen-/Stellplatzmiete,
  • eine Anwohnerparkberechtigung und
  • Ladestrom.

Unberücksichtigt bleiben Parkgebühren, Maut sowie Verwarnungs- und Bußgelder.

Der geldwerte Vorteil kann durch die Zuzahlung höchstens auf 0 Euro sinken. Zahlen Sie als Arbeitnehmer mehr selbst dazu, als Sie an geldwertem Vorteil hätten, können Sie diese Ausgaben nicht als Werbungskosten absetzen.

Kostendeckelung vereinbaren

Die Ein-Prozent-Regelung kann schon recht teuer kommen, erst recht, wenn Sie Ihrem Arbeitgeber etwas zahlen müssen. Kalkulieren Sie daher genau, wie viel Steuern und weitere Kosten für das Dienstauto zusammenkommen. Vereinbaren Sie mit Ihrem Arbeitgeber im Arbeitsvertrag eine Kostendeckelung.

Sonst kann es Ihnen passieren, dass Sie mehr zuzahlen als Ihr geldwerter Vorteil letztlich beträgt – und auf dieser Differenz bleiben Sie sitzen. Ein steuerlicher Abzug ist nur bis zur Höhe des berechneten geldwerten Vorteils möglich.

So wird beim Fahrtenbuch gerechnet

Wenn der Mitarbeiter ein Fahrtenbuch führt, fließen grundsätzlich die von ihm bezahlten Aufwendungen nicht in die zu ermittelnden Gesamtkosten ein. Der individuelle Nutzungswert erhöht sich auf diese Weise nicht. Das BMF-Schreiben lässt jedoch eine Alternative (Nichtbeanstandungsregelung) zu: Demnach zählen die übernommenen Kosten zu den Gesamtkosten, gelten jedoch als Nutzungsentgelt und reduzieren somit den geldwerten Vorteil.

Beispiel: Im Arbeitsvertrag ist vereinbart, dass der Arbeitnehmer die kompletten Benzinkosten bezahlen muss. Sie betragen 3.000 Euro im Jahr. Die anderen Kfz-Kosten in Höhe von 7.000 Euro übernimmt der Arbeitgeber. Der Mitarbeiter nutzt den Dienstwagen zu 10 Prozent privat.

Erste Alternative: Der private Nutzungswert beträgt 10 Prozent von 7.000 Euro (= 700 Euro). Ein Werbungskostenabzug von 90 Prozent von den 3.000 Euro Benzinkosten (= 2.700 Euro) ist nicht möglich.

Zweite Alternative: Die Gesamtkosten liegen bei 10.000 Euro (= 7.000 Euro + 3.000 Euro), davon gelten 10 Prozent (= 1.000 Euro) als Nutzungswert. Aufgrund der Zuzahlung von 3.000 Euro sinkt der geldwerte Vorteil auf 0 Euro. Auch in diesem Fall ist kein weiterer Werbungskostenabzug gestattet.

Zuzahlungen zu den Anschaffungskosten eines Firmenwagens rechnet der Fiskus auch auf den Nutzungswert an – im Zahlungsjahr und auch in den Folgejahren. Der Nutzungswert kann jedoch höchstens auf 0 Euro gemindert werden.

Wichtig: Als Arbeitnehmer müssen Sie selbst getragene Kosten nachweisen können. Diese sowie die Gesamtfahrleistung müssen Sie jedes Jahr Ihrem Arbeitgeber schriftlich erklären. Dieser wiederum muss schon im Lohnsteuerabzugsverfahren die von Ihnen getragenen Kosten berücksichtigen und Ihren geldwerten Vorteil dementsprechend senken.

Zahlen Sie zum Dienstwagen etwas dazu, kann ein Fahrtenbuch daher sinnvoll sein.

Welche Vorteile gibt es beim Elektro-Dienstwagen?

Um die Elektromobilität zu fördern, hat der Fiskus eine enorme Steuererleichterung bei der privaten Nutzung von Elektro-Dienstwagen und Plug-in-Hybriden eingeführt. Mit dem Gesetz zur weiteren steuerlichen Förderung der Elektromobilität und zur Änderung weiterer steuerlicher Vorschriften (sogenanntes Jahressteuergesetz 2019) wurden die bisherigen Vergünstigungen verlängert und erweitert.

Die Steuervorteile gelten für Elektroautos, die zwischen dem 1. Januar 2019 und dem 31. Dezember 2030 (Förderzeitraum) gekauft oder geleast werden. Für die Besteuerung des geldwerten Vorteils müssen Sie dann nur den halben Listenpreis ansetzen. Arbeitnehmer mit Dienstwagen müssen also nur 0,5 Prozent des Bruttolistenpreises als monatlichen geldwerten Vorteil versteuern. 

Für Firmenwagen ohne Kohlendioxidausstoß (reine Elektroautos und Brennstoffzellen-Fahrzeuge) gibt es ab 2020 eine besondere Vergünstigung: Wenn der Brutto-Listenpreis nicht mehr als 60.000 Euro beträgt, kann die Bemessungsgrundlage für den geldwerten Vorteil sogar geviertelt werden (0,25-Prozent). Mit dem Ende Juni 2020 verabschiedeten Zweiten Corona-Steuerhilfegesetz wurde die bisherige Kaufpreisgrenze um 20.000 Euro erhöht. Für in 2019 angeschaffte E-Autos liegt sie bei 40.000 Euro. War es teurer, gilt die 0,5-Prozent-Regelung.  

Damit für ein Hybridelektroauto der halbe Listenpreis angesetzt werden darf, muss es zusätzliche Voraussetzungen erfüllen: Der Kohlendioxidausstoß darf höchstens 50 Gramm je gefahrenen Kilometer betragen. Oder es muss unter ausschließlicher Nutzung des Elektroantriebs eine bestimmte Mindestreichweite erreichen. Diese beträgt entweder 40, 60 oder 80 Kilometer; je nachdem, wann das Auto an den Arbeitnehmer überlassen wurde (siehe Tabelle).

Diese Voraussetzungen muss ein Elektro- oder Hybridauto erfüllen

Überlassungs-

zeitraum

Höchstschad-

stoffausstoß

Mindest-

reichweite

Bemessungs-

grundlage

Gesetzlicher Nachweis
1.1.2020 – 31.12.2030 0 g CO2 je gefahrenen km keine, aber Bruttolistenpreis max. 60.000 € 0,25 % des Bruttolistenpreises § 6 Abs. 1 Nr. 4 S. 2 Nr. 3 bzw. S. 3 Nr. 3 EStG
1.1.2019 –31.12.2021 50 g CO2 40 km 0,5 % § 6 Abs. 1 Nr. 4 S. 2 Nr. 2 bzw. S. 3 Nr. 2 EStG
1.1.2022 –31.12.2024 50 g CO2 60 km 0,5 % § 6 Abs. 1 Nr. 4 S. 2 Nr. 4 bzw. S. 3 Nr. 4 EStG
1.1.2025 –31.12.2030 50 g CO2 80 km 0,5 % § 6 Abs. 1 Nr. 4 S. 2 Nr. 5 bzw. S. 3 Nr. 5 EStG

Quelle: Steuerring vom 16. Januar 2020 und Finanztip-Recherchen

Auch die Nutzer eines Fahrtenbuches können von einer reduzierten Bemessungsgrundlage profitieren. Die Abschreibung und die Leasingzahlungen werden halbiert. Bei einem E-Auto bis 60.000 Euro (bei Anschaffung in 2019: bis 40.000 Euro) wird sie sogar geviertelt.

Entscheidend für den Bewertungsvorteil ist die Anschaffung bis Ende 2030 und dass ein bestimmter Arbeitnehmer oder ein Selbstständiger erstmals das Fahrzeug nutzen darf. Die günstige Bewertung kann über den Förderzeitraum hinausgehen. Sie endet erst, wenn es zu einem Halterwechsel kommt oder das Fahrzeug aus dem Betriebsvermögen des Arbeitgebers ausscheidet. 

Weil nur der halbe oder sogar nur ein Viertel des Preises angesetzt wird, sparen Arbeitnehmer neben Lohnsteuer auch Sozialversicherungsbeiträge.

Die niedrigere Bemessungsgrundlage können auch Selbstständige und Unternehmen bei der Einkommensteuer nutzen. Für die Umsatzsteuer gilt diese Regelung jedoch nicht.  

Die Bewertung ist im Einkommensteuergesetz geregelt in Paragraf 6 Absatz 1 Nummer 4 Satz 2 (für die Ein-Prozent-Regelung) und Satz 3 (für das Fahrtenbuch).

Hat der Arbeitgeber das Elektrofahrzeug bereits im Jahr 2018 angeschafft, dann gilt die halbe Bemessungsgrundlage nur dann, wenn er diesen Wagen ab 2019 erstmals einem Arbeitnehmer zur privaten Nutzung überlässt.

Ansonsten gilt ein anderer Nachteilsausgleich: Vom Listenpreis können Sie die Kosten des Batteriesystems abziehen. Der Abzugsbetrag verkleinert sich jährlich. Diese Regelung gilt, wenn das Auto bis Ende 2022 angeschafft wird (§ 6 Abs. 1 Nr. 4 S. 2 Nr. 1 EStG). Sie ist der Regelfall für bis Ende 2018 erworbene Elektro- und Hybridautos.

Arbeitnehmer mit einem Elektro-Dienstwagen profitieren von weiteren Steuervorteilen:

Aufladen im Betrieb - Lädt der Arbeitnehmer sein Elektro-Auto im Betrieb, so ist dies lohnsteuer- und sozialversicherungsfrei (§ 3 Nr. 46 EStG). Das gilt für private und dienstlich genutzte Elektro- und Hybrid-Fahrzeuge, wenn der Arbeitgeber diesen Vorteil zusätzlich zum Arbeitslohn gewährt. Die Regelung ist bis Ende 2030 befristet.

Privates Aufladen - Trägt der Arbeitnehmer die Stromkosten für seinen Dienstwagen selbst, kann der Arbeitgeber diese Auslagen steuer- und sozialversicherungsfrei erstatten, und zwar mit folgenden monatlichen Pauschalen: 20 Euro für E-Autos und 10 Euro für Hybrid-Fahrzeuge, wenn es eine zusätzliche Lademöglichkeit beim Arbeitgeber gibt; falls nicht, betragen die Pauschalen 50 Euro für Elektro- und 25 Euro für Hybrid-Fahrzeuge. Erstattet der Arbeitgeber die Kosten nicht, dann mindern diese Pauschalen den geldwerten Vorteil des Arbeitnehmers. Diese Regelung gilt zunächst bis Ende 2020.

Ladevorrichtung - Lohnsteuerfrei kann der Arbeitgeber eine betriebliche Ladevorrichtung zeitweise an seinen Mitarbeiter überlassen. Übergibt er die Ladevorrichtung dauerhaft kostenlos oder verbilligt, kann er den geldwerten Vorteil und Zuschüsse pauschal mit 25 Prozent Lohnsteuer abgelten.

Kfz-Steuer - Melden Sie ein E-Auto im Zeitraum 2016 bis 2020 an, dann ist es zehn Jahre lang von der Kfz-Steuer befreit. Dies gilt für reine Elektroautos und entsprechend umgerüstete Fahrzeuge. 

Außerdem gibt es unter bestimmten Voraussetzungen für den Erwerb eines mit Batterie- oder Brennstoffzellen betriebenen Autos einen Zuschuss („Innovationsprämie“, bisher: „Umweltbonus“) bis zu 9.000 Euro. Zwei Drittel davon finanziert der Bund, den Rest übernimmt der Hersteller. Für ein von außen aufladbares Hybrid-Fahrzeug ist die Kaufprämie etwas niedriger. Den höchsten Zuschuss gibt es für Autos bis zu einem Nettolistenpreis von 40.000 Euro. Die neue Förderung gilt jedoch nur bei einer Erstzulassung im Zeitraum 4. Juni 2020 bis 31. Dezember 2021.

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redaktion@finanztip.de (Finanztip Verbraucherinformation gGmbH) 07.07.2020 14:50:00 +0000
Höhere Beiträge der privaten Krankenversicherung nicht immer rechtens : Beitragserhöhung PKV https://www.finanztip.de/pkv/pkv-beitragssteigerung/ https://www.finanztip.de/?id=2497So wehren Sie sich gegen Beitragserhöhungen
Das Wichtigste in Kürze
  • Private Krankenversicherer erhöhen regelmäßig die Beiträge. Nicht immer ist das rechtens.
  • Aktuelle Urteile gegen AXA und Barmenia eröffnen jetzt vielen Versicherten Chancen auf Beitragserstattungen.
  • Prüfen Sie Ihre Möglichkeiten: Unter Umständen bekommen Sie für die letzten zehn Jahre Geld zurück.
So gehen Sie vor
  • Hat Ihre private Krankenversicherung die Beiträge erhöht, können Sie die Erhöhung von einem Rechtsanwalt überprüfen lassen.
  • Wenden Sie sich dazu an einen Experten. Wir empfehlen die Kanzlei Pilz Wesser & Partner, Rechtsanwalt Dr. Fiala sowie die Kanzlei Kraus Ghendler Ruvinskij.
  • Alternativ können Sie auch prüfen, ob Sie mit einem internen Tarifwechsel Ihre Beiträge zur privaten Krankenversicherung reduzieren können.

Jedes Jahr verschicken private Krankenversicherungen Briefe an viele ihrer Versicherten: der Beitrag steigt. Die Unternehmen begründen ihre schlechten Nachrichten damit, höhere Kosten im Gesundheitswesen auffangen zu müssen. Wieviel Aufschlag Versicherte dafür zahlen sollen, unterscheidet sich stark von Krankenversicherung zu Krankenversicherung. Die Axa verteuerte einen Tarif um gut 50 Prozent für das Jahr 2017, während andere Versicherer ihre Beiträge konstant hielten.

Sind alle Preiserhöhungen in der PKV wirksam?

Nicht jede Prämienerhöhung ist wirksam. Verlangt der Versicherer höhere Beiträge, muss er nach dem Gesetz strenge Anforderungen erfüllen. Hält er sich nicht an diese Regeln, ist die Erhöhung unwirksam. Haben Sie als Versicherter solche unwirksam erhöhten Beiträge dennoch bezahlt, können Sie das zu viel gezahlte Geld plus Zinsen zurückfordern. Das geht rückwirkend für mindestens drei Jahre – unter Umständen sogar für zehn Jahre.

Für eine wirksame Preiserhöhung muss die private Krankenversicherung ihre Beitragssteigerung begründen (§ 203 Abs. 5 VVG). Dafür muss Ihnen der Versicherer nicht seine Prämienkalkulation offenlegen. Es reicht aber auch nicht, wenn das Unternehmen nur den Wortlaut des Gesetzes wiedergibt oder formelhaft begründet. Erhöhungen, die unvollständig begründet sind, sind schon aus formalen Gründen unwirksam.

Da einige Versicherer Neukunden mit besonders günstigen Tarifen umwerben, kann es vorkommen, dass sie die Prämie vor Vertragsbeginn zu niedrig kalkuliert haben. Dafür spricht einiges, wenn die private Krankenkasse schon zum nächstmöglichen Zeitpunkt die Beiträge erheblich erhöht, um so auf eine ausreichende Berechnungsgrundlage zu kommen. Eine solche Erhöhung kann ebenfalls unwirksam sein (§ 155 Abs. 3 VAG).

Ist eine Prämienerhöhung unwirksam, können Sie die in den letzten Jahren zu viel gezahlten Beiträge zurückverlangen – und zwar verzinst. Dabei kann es um die zurückliegenden zehn Jahre gehen, denn in diesen Fällen gilt nach Einschätzung der damit befassten Rechtsanwälte die zehnjährige Verjährungsfrist (§ 199 Abs. 4 BGB). Gerichtlich geklärt ist die Frage der Verjährungsfrist jedoch noch nicht.

Außerdem müssen Sie auch mit Blick auf künftig anstehende Beiträge nur den alten Preis zahlen, wenn die Erhöhung unwirksam war. Sie bekommen also nicht nur Geld zurück, sondern sparen auch in der Zukunft.

Wie beurteilen Gerichte die Prämienerhöhungen?

Es kann sich für Privatversicherte lohnen, die Preiserhöhungen von einem Anwalt überprüfen zu lassen.

Ein aktuelles Urteil eröffnet für viele privat Versicherte gute Chancen auf Beitragserstattung (OLG Köln, Urteil vom 28. Januar 2020, Az. 9 U 138/19). Es ging in dem Fall um Prämienerhöhungen der AXA aus den Jahren 2014 und 2015. Die Richter urteilten, dass die Versicherung die Erhöhung ihrer Beiträge nicht ausreichend begründet habe (§ 203 Abs. 5 VVG). Sie war daher unwirksam. Der Versicherte, der geklagt hatte, darf sich über eine Rückzahlung von mehr als 3.500 Euro plus Zinsen freuen.

In den Urteilsgründen setzen sich die Richter ausführlich mit den unterschiedlichen Ansichten auch anderer Gerichte auseinander, wie eine private Krankenversicherung ihre Preiserhöhungen begründen muss. Der Senat in Köln hat sich den Auffassungen des OLG Celle und des OLG Stuttgart angeschlossen.  Das OLG München sieht sogar noch strengere Anforderungen (Beschluss vom 6 März 2019, Az. 25 U 1969/18).

Das Urteil gegen die AXA ist noch nicht rechtskräftig. Das bedeutet, dass der Weg zum Bundegerichtshof (BGH) frei ist. Die Chancen stehen gut, dass auch die Richter am BGH strenge Kriterien für wirksame Begründungen fordern. Bereits in vorangegangenen Verfahren hatte der BGH darauf hingewiesen, dass Gerichte umfassend prüfen müssen, ob eine Versicherung ihre Preissteigerung gegenüber ihren Kunden ausreichend begründet hat (Urteil vom 19. Dezember 2018, Az. IV ZR 255/17).

Auch die Barmenia steht in der Kritik: In den vergangenen Jahren hat sie in einigen Tarifen immer wieder die Beiträge erhöht, ohne das ausreichend zu begründen. Nun hat das Landgericht Frankfurt die Preissteigerung der Barmenia in einem Tarif in den Jahren 2010 bis 2018 für unwirksam erklärt. Erst die Erhöhung für das Jahr 2019 hat das Gericht nicht mehr beanstandet. Ein Wermutstropfen für den klagenden Privatversicherten: Erstattungsansprüche aus der Zeit bis Ende 2015 hat das Landgericht für verjährt erklärt. Die dreijährige Verjährungsfrist hatte begonnen zu laufen, als der Versicherungsnehmer die Mitteilung über die Beitragserhöhung bekommen hat. Dem Kläger wurden dennoch knapp 10.000 Euro zugesprochen (LG Frankfurt, Urteil vom 16. April 2020, Az. 2-23 O 198/19).

Unabhängigkeit des Treuhänders

Vor jeder Prämienerhöhung muss ein sogenannter Treuhänder die technischen Berechnungsgrundlagen überprüfen. Danach stimmt er dann der Erhöhung zu oder lehnt sie ab. Dieser Treuhänder soll laut Gesetz unabhängig sein (§ 203 Abs. 2 VVG). Denn eins ist klar: Je mehr ein Treuhänder wirtschaftlich von einer Versicherung abhängig ist, desto eher kann sie ihn beeinflussen.

Ein großer Streitpunkt war bisher bei allen Klagen gegen die Preiserhöhungen der privaten Krankenversicherer, ob der Treuhänder auch unabhängig war. Und ganz ausgestanden ist der Streit noch nicht.

Der Bundesgerichtshof hat zur Unabhängigkeit des Treuhänders mittlerweile entschieden (Urteil vom 19. Dezember 2018, Az. IV ZR 255/17): Zivilgerichte dürfen in einem Rechtsstreit über eine Prämienanpassung überhaupt nicht mehr prüfen, ob der Treuhänder unabhängig war.

Das sieht das Landgericht Berlin allerdings anders und macht damit das Fass noch einmal auf: Es hat gegen die Allianz entschieden, dass die Unabhängigkeit des Treuhänders eine formelle Voraussetzung für die Wirksamkeit der Prämienerhöhung ist. Die Kammer folgt damit ausdrücklich nicht dem grundlegenden Urteil des Bundesgerichtshofs (Urteil vom 27. Februar 2020, Az. 24 O 2/19). Die Allianz hat Berufung gegen das Urteil eingelegt. Es bleibt abzuwarten, wie das Berufungsgericht entscheidet.

Welche spezialisierten Anwälte empfiehlt Finanztip?

Es lohnt sich für Betroffene, die Beitragssteigerungen überprüfen zu lassen. Ohne einen Experten in diesem Bereich kommen Sie allerdings nicht weiter. Die Materie ist kompliziert. In einem gerichtlichen Verfahren muss die Versicherung darlegen und beweisen, dass die nötigen Voraussetzungen für die erhöhte Prämie vorliegen. Meist beauftragt das Gericht Sachverständige, die die Prämienerhöhung bewerten. Haben Sie eine Rechtsschutzversicherung, sind Sie auf der sicheren Seite. Ansonsten sollten Sie mit Ihrem Anwalt über Ihre Erfolgsaussichten und das Kostenrisiko sprechen.

Die folgenden Kanzleien haben viel Erfahrung mit Prämienerhöhungen in der privaten Krankenversicherung. Sie konnten für Versicherte in vielen Fällen eine gute Lösung anbieten. Da in den erzielten Vergleichen in aller Regel eine Verschwiegenheitsverpflichtung enthalten ist, können wir die betreffenden Versicherungsgesellschaften nicht benennen.

Pilz Wesser & Partner Rechtsanwälte, Berlin
Urteile gegen Axa und DKV erstritten
  • kostenlose Erstüberprüfung, ob ein Anspruch besteht (für die Berechnung der Höhe des Anspruchs verlangt die Kanzlei 105 € inklusive MwSt.)
  • viel Erfahrung (mehr als 60 Urteile erstritten)
  • Fachanwalt für Versicherungsrecht
  • Bearbeitungsdauer 14 Tage
Kraus Ghendler Ruvinskij, Köln
Urteil gegen Axa erstritten
  • kostenlose Erstüberprüfung, ob ein Anspruch besteht
  • viel Erfahrung
  • Online-Schnell-Check
  • Bearbeitungsdauer 3 Tage
Dr. Johannes Fiala, Rechtsanwaltskanzlei, München
  • viel Erfahrung
  • schriftliche Auswertung
  • Zusammenarbeit mit Sachverständigem für Versicherungsmathematik
  • Bearbeitungsdauer bis zu 14 Tage
Nur beim Anbieter abschließbar

Gibt es Alternativen, wenn die PKV die Prämie erhöht?

Sie können auch in einen anderen Tarif bei Ihrem Versicherer wechseln. Dazu haben Sie jederzeit das Recht. Ein Umstieg auf den Standardtarif der privaten Krankenversicherung (PKV) ist jedoch oft mit erheblichen Einschränkungen verbunden, der Wechsel in den Basistarif nur eine Notlösung.

Außerdem können Sie prüfen, ob Sie zurück in die gesetzliche Krankenversicherung wechseln oder Ihren Selbstbehalt erhöhen können.

Mehr dazu im Ratgeber Interner Tarifwechsel

  • Jeder privat Krankenversicherte hat das Recht, bei seinem Anbieter in einen günstigeren Tarif zu wechseln.
  • Unser Musterschreiben für den Tarifwechsel: Musterschreiben

Zum Ratgeber 

Können Versicherte kündigen, falls die PKV die Beiträge erhöht?

Grundsätzlich haben Sie ein Sonderkündigungsrecht von zwei Monaten ab dem Zeitpunkt, zu dem der Versicherer die Beitragsänderung mitgeteilt hat.

Achtung: Wenn Sie kündigen, verlieren Sie Ihre angesparten Altersrückstellungen ganz oder zu großen Teilen. Außerdem müssen Sie beim neuen Versicherer wieder Gesundheitsfragen beantworten, die Risikozuschläge und Leistungsausschlüsse zur Folge haben können.

Daher ist der Wechsel des privaten Krankenversicherers nur in Ausnahmefällen zu empfehlen. Lassen Sie sich nicht von einem Vermittler dazu drängen.

Derzeit versenden Versicherungen wieder Benachrichtigungen mit der Beitragsentwicklung für das kommende Jahr. Wie sehr sind Ihre Beiträge gestiegen? Diskutieren Sie mit in unserer Community: Beitragserhöhung in der privaten Krankenversicherung.

Wie werden die Beiträge in der PKV berechnet?

Versicherungsbeiträge errechnen sich in der privaten Krankenversicherung (PKV) aus einem Zusammenspiel verschiedener Faktoren. Der Gesundheitszustand des Versicherten und sein Alter bei Abschluss des Vertrages fließen ein, aber auch Statistiken über die durchschnittlichen Krankheitskosten, die Lebenserwartung oder andere Kostentreiber.

Gerade die Krankheitskosten und Lebenserwartung verändern sich. Menschen werden älter, die medizinische Behandlung durch neue Methoden immer teurer. Auf diese Entwicklung müssen Versicherer reagieren und erhöhen ihre Beiträge. Allerdings sind sie dabei nicht völlig frei, das Gesetz gibt verschiedene Schwellenwerte vor, die überschritten sein müssen. Erst wenn die Kosten um mehr als 10 Prozent über den einkalkulierten Ausgaben liegen, darf der Beitrag steigen. Bei der kalkulierten Sterbewahrscheinlichkeit sind es 5 Prozent.

Verfehlen nun beide dieser Faktoren die Schwellenwerte knapp, dürfen die Versicherer die Beiträge nicht anpassen, obwohl es durchaus sinnvoll wäre, den Kunden nur schrittweise Preissteigerungen zuzumuten. Wird dann im Folgejahr die erforderliche Schwelle erreicht, müssen sie den Beitrag umso stärker anheben, um die Kosten aufzufangen. So können große Sprünge in der Beitragsentwicklung entstehen.

Auch die niedrigen Zinsen spielen eine Rolle

Bei der Axa war es Ende November 2015 so weit: Das Unternehmen kündigte eine durchschnittliche Beitragserhöhung von rund 20 Prozent an. Im Tarif Vital 250 verteuert sich der Beitrag für einige Kunden sogar um bis zu 50 Prozent.

Gründe der Axa: Zum einen haben nicht genügend Kunden gekündigt. Denn jeder Versicherte, der die Axa verlässt, hinterlässt mindestens einen Teil seiner Altersrückstellungen. Diese können dann verwendet werden, um die Beiträge für die verbleibenden Versicherten zu stabilisieren. In den vergangenen Jahren waren die Kunden der Axa zu treu, daher fehlte Geld.

Zum anderen sind die Zinsen zu niedrig. Der Tarif Vital 250 wurde auf Grundlage eines Rechnungszinses von 3,5 Prozent kalkuliert. Das Unternehmen ging also davon aus, dass das für die Altersrückstellungen angelegte Geld mit 3,5 Prozent verzinst wird. Das ist derzeit nicht der Fall. Also muss das Unternehmen den Beitrag anpassen, der Sparanteil im Beitrag steigt.

Der Kunde zahlt also einen größeren Teil des Beitrags in die Altersrückstellungen ein, damit im Alter die Versicherung nicht unbezahlbar wird. Nach einer Faustregel steigt der Beitrag um etwa 1 Prozent, wenn der Rechnungszins um 0,1 Prozentpunkte sinkt.

Noch immer kalkulieren viele Versicherungen Tarife mit einem zu hohem Rechnungszins. Anpassen dürfen sie diesen erst, wenn der Tarif eine der oben genannten Schwellen überschreitet. In den kommenden Jahren werden wahrscheinlich noch einige private Krankenversicherer den Rechnungszins anpassen und damit auch den Beitrag.

So haben wir die Rechtsanwälte ausgewählt

Im Juni 2016 haben wir vier Rechtsanwaltskanzleien zum Thema „Prämienanpassungen in der PKV“ angeschrieben, die auf diesen Bereich spezialisiert sind. Dabei haben wir uns auf die Kanzleien beschränkt, die sich im Vorfeld schon an uns gewandt hatten, uns bereits bekannt waren oder aber auf ihrer Website vermerkt haben, dass sie auch Mandate in diesem sehr speziellen Bereich übernehmen. Nachträglich haben wir auch Kanzleien berücksichtigt, die uns nach der Untersuchung über ihre gerichtlichen Erfolge gegen private Krankenversicherungen informiert haben.

Zur Prüfung versendeten wir an die Kanzleien einen Fragebogen. Dieser enthielt Fragen zu den Kosten und zur Form einer Erstberatung. Wir haben uns nach erstrittenen Urteilen und abgeschlossenen Vergleichen erkundigt.

Über die tatsächliche Beratungsqualität können wir keine Aussage treffen, da wir sie nicht überprüfen können. Voraussetzung für unsere Empfehlung ist daher, dass die Kanzlei mindestens 20 Mandate erfolgreich beenden konnte. Für den Verbraucher positiv ist aus unserer Sicht, wenn er eine kostenlose und schriftliche Ersteinschätzung bekommt. Die Anwälte, die das anbieten, nennen wir zuerst.

Mehr dazu im Ratgeber Rechtsschutzversicherung

Zum Ratgeber

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redaktion@finanztip.de (Finanztip Verbraucherinformation gGmbH) 07.07.2020 12:05:00 +0000
Hohe Zinsen für Privatkunden bei der Crédit Agricole : Festgeld der CA Consumer Finance https://www.finanztip.de/festgeld/credit-agricole-festgeld/ https://www.finanztip.de/?id=885Hohe Zinsen für Privatkunden bei der Crédit Agricole
Das Wichtigste in Kürze
  • Die Bank CA Consumer Finance erfüllt unsere Stabilitätskriterien und gehört zu den Festgeld-Empfehlungen von Finanztip.
  • Bei der CA Consumer Finance gibt es kein Online-Banking, Kunden erledigen ihre Bankgeschäfte über das Telefon.
So gehen Sie vor
  • Die französische CA Consumer Finance bietet attraktive Zinsen beim Festgeld.
  • Das Geldinstitut führt die Steuern nicht ab, das müssen Sie selbst über Ihre Steuererklärung erledigen.
  • Sie müssen am Ende der Laufzeit selbst aktiv werden, falls die Bank das Geld nicht automatisch wieder anlegen soll.
  • Alle sicheren Banken, die gute Zinsen zahlen, finden Sie in unserem Finanztip-Festgeldrechner.

Zum Festgeldrechner

Seit Mitte Januar 2014 können Sie Ihr Festgeld bei der französischen Bank Crédit Agricole anlegen. Über ihre Privatkundensparte CA Consumer Finance bietet Ihnen die Bank feste Anlagen für Zeiträume von sechs Monaten bis zu sieben Jahren an. Das Angebot stammt direkt aus der französischen Konzernzentrale und nicht von dem in Deutschland tätigen Tochterunternehmen Creditplus Bank. Ihnen als Kunde kann die zusätzliche Konkurrenz auf dem Festgeldmarkt nur recht sein in Zeiten, in denen die Sparzinsen auf Rekordtiefstände gesunken sind.

Zinsen für die Festgeldanlage

Sie können die Zinsen des Angebots stets aktuell mit denen der anderen Banken in unserem Ratgeber Festgeld vergleichen. Sie erhalten beispielsweise für einen Anlagezeitraum von einem Jahr 0,26 Prozent Zinsen, für eine Anlage über zwei Jahre 0,41 Prozent pro Jahr. Die Angebote für die übrigen Laufzeiten haben wir für Sie in einer Tabelle zusammengefasst. Generell empfehlen wir Ihnen jedoch, Festgeld nur in Ausnahmefällen länger als 36 Monate anzulegen, da Sie sich fest an den Anbieter binden und zwischenzeitlich nicht an Ihr Geld kommen. Außerdem können Sie nicht mehr zeitnah auf Zinssteigerungen reagieren.

Übersicht Zinssätze

Zeitraum

Zinsen (in % pro Jahr)

6 Monate

0,16

1 Jahr

0,26

18 Monate 0,31

2 Jahre

0,41

3 Jahre

0,46

4 - 7 Jahre

0,56 - 0,86

Quelle: Website des Anbieters (Stand: 12. Juni 2020)

Sie können bei der CA Consumer Finance Beträge zwischen 5.000 Euro und 500.000 Euro anlegen. Die Zinsen werden jährlich auf Ihr Referenzkonto ausgezahlt. Das hat den Vorteil, dass Sie schon während der Laufzeit über die Zinsen verfügen können. Allerdings verzinst sich dieses Geld dann nicht weiter.

Beachten Sie, dass Sie die Festgeldanlage bis spätestens drei Werktage vor Laufzeitende kündigen müssen, andernfalls verlängert sich der Anlagezeitraum automatisch um zwölf Monate zu dem dann gültigen Zinssatz. Wir empfehlen Ihnen, zur Sicherheit gleich bei Eröffnung das Konto zum Ende der Laufzeit zu kündigen oder einen rechtzeitigen Kündigungstermin in einem Kalender vorzumerken.

Bei dem Angebot gibt es auch eine steuerliche Besonderheit: Die Bank führt die Abgeltungssteuer nicht automatisch an das deutsche Finanzamt ab. Sie informiert lediglich die französische Steuerbehörde über die Zinszahlung, die die Daten über deutsche Anleger und deren Kapitalerträge an das deutsche Bundeszentralamt für Steuern weiterleitet. Sie sind also selbst dafür verantwortlich, Ihre Kapitalerträge in der Steuererklärung anzugeben.

Das Konto können Sie online eröffnen. Sie erhalten die Unterlagen per Post zugeschickt und müssen sich in einer Postfiliale mit dem Postident-Verfahren identifizieren. Sobald die Bank die Bestätigung postalisch erhalten hat, bekommen Sie eine E-Mail und können den Anlagebetrag überweisen. Fragen zu Ihrem Konto oder Kontostand können Sie über die Telefon-Hotline stellen. Die Bank bietet derzeit kein Online-Banking an.

Die besten Zinsangebote mit unserem Festgeldrechner finden

Wie viel möchten Sie anlegen?

Hinweis: Anlagebetrag zwischen 500 € - 500.000 €

Wie lange möchten Sie anlegen?

Der Finanztip-Festgeldrechner basiert auf Festgeld-Daten von über 100 Banken, die der Dienstleister Financeads GmbH & Co. KG, Nürnberg (Datenschutzhinweise) zur Verfügung stellt. Diese haben wir mit unseren Parametern so gefiltert, dass Sie ein verbraucherfreundliches Ergebnis nach Finanztip-Kriterien bekommen. Die Auswahl der Festgeldangebote erhebt keinen Anspruch auf einen vollständigen Marktüberblick. Wir übernehmen keine Gewähr für die Richtigkeit und Aktualität der hier bereitgestellten Informationen. Für Schäden aus fehlerhaften Daten oder durch die Nutzung des Rechners übernehmen wir keine Haftung.

Sichere Geldanlage bei der CA Consumer Finance

Der Anbieter Crédit Agricole Consumer Finance ist eine Tochtergesellschaft der genossenschaftlich organisierten französischen Bankengruppe Crédit Agricole mit Sitz in Paris. Die Bank hat eine Bilanzsumme von 1.537 Milliarden Euro (Stand 2013) und gehört zu den 28 Großbanken, die als bedeutsam für das internationale Finanzwesen eingestuft werden und daher besonders scharfen Kontrollen unterworfen sind.

Ihre Einlagen sind bis 100.000 Euro pro Person über die französische Einlagensicherung gesetzlich gesichert. Die Bank erfüllt somit die Finanztip-Stabilitätskriterien. Wir bewerten eine Festgeldanlage bei der CA Consumer Finance als sicher.

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redaktion@finanztip.de (Finanztip Verbraucherinformation gGmbH) 07.07.2020 10:54:00 +0000
So kostensparend oder ineffizient ist Ihre Heizung : Energielabel Heizung https://www.finanztip.de/energielabel-heizung/ https://www.finanztip.de/?id=3015So kostensparend oder ineffizient ist Ihre Heizung
Das Wichtigste in Kürze
  • Seit September 2015 dürfen Händler oder Installateure nur Heizungen für Wohnräume anbieten, wenn diese mit einem Energieeffizienzlabel versehen sind – vorausgesetzt, die Anlagen arbeiten mit Gas, Öl oder Strom.
  • Bis 1994 gefertigte Anlagen sollten bereits ein Heizungslabel tragen. Bis 2020 bekommen noch alle Geräte ein Etikett, deren Baujahr vor 2006 liegt. Energieberater, Schornsteinfeger oder Heizungsmonteure können das Label anbringen. In der Pflicht stehen die Schornsteinfeger.
  • Das Label informiert darüber, wie effizient eine Anlage Wärme bereitstellt.
  • Sowohl als Mieter als auch als Eigentümer der Heizanlage müssen Sie das Anbringen des Labels dulden.
  • Kein Etikett erhalten bislang Heizungen, die feste Brennstoffe nutzen wie Holzpellets oder Scheitholz.
So gehen Sie vor
  • Wenn an der Heizung in Ihrer Wohnung bereits ein Energielabel prangt, prüfen Sie die Effizienzklasse.
  • Geräte der Klassen C und D gelten als ineffizient. Die Anschaffung einer modernen Anlage finanziert sich dann stark aus eingesparter Energie.
  • Wenn Sie Eigentümer sind, lassen Sie sich über neue Heizanlagen beraten. Als Mieter können Sie Ihren Vermieter auffordern, in moderne Technik zu investieren.
  • Das Anbringen des Labels kostet Sie nichts. Zugleich muss derjenige, der es anbringt, Ihnen eine Informationsbroschüre aushändigen und Sie über die Effizienz der Anlage aufklären.
  • Wollen Sie lediglich erfahren, in welche Klasse Ihre Heizung eingeordnet ist, können Sie alternativ einen Rechner des Bundeswirtschaftsministeriums nutzen.

Um Räume und Wasser zu erwärmen, benötigen Haushalte in Deutschland viel Energie. Nach Angaben des Umweltbundesamts sind es im Jahr rund 560 Milliarden Kilowattstunden – und damit mehr als das Vierfache der Strommenge, die nötig ist, damit Kühlschrank, Lampen und Fernseher laufen. Das muss nicht so bleiben – Energielabels auf Heizungen können helfen, effizientere und damit günstigere Geräte zu finden.

Was verrät das Effizienzlabel für Heizungen?

Für Wärme wenden Verbraucher nicht nur viel Energie auf, es belastet auch ihr Konto. Im Schnitt zahlt jeder Haushalt 900 Euro im Jahr für Warmwasser und Heizung, gibt das Bundeswirtschaftsministerium in den jährlich erscheinenden „Energiedaten“ an. Je nachdem, ob Sie Gas, Öl oder Strom nutzen, fallen die Kosten niedriger oder höher aus.

Aber unabhängig von der genutzten Energie lassen sich die Ausgaben in vielen Fällen senken, ohne dass es in den eigenen vier Wänden kälter sein muss – indem eine moderne Heizung Einzug hält.

Wie sparsam eine Heizung arbeitet, verrät Ihnen ein Energieeffizienzlabel. Seit mehr als 20 Jahren prangen diese Aufkleber auf großen Elektrogeräten im Handel. Seit Herbst 2015 existiert das Label auch für Heizungen. Neue Anlagen müssen es seither tragen. Bereits installierte Heizungen erhalten seit 2016 nach und nach das Etikett.

Das Label soll Ihnen bei der Wahl einer neuen Heizung helfen, wenn Sie Ihre bisherige ausbauen. Am Label können Sie abschätzen, ob die künftige Anlage sparsamer mit Energie umgeht. So können Sie Ihren Energieverbrauch und Ihre Kosten senken.

Das Label dient rein der Information. Die Farbbalken stehen für verschiedene Effizienzklassen. Je effizienter eine Anlage arbeitet, desto weniger Gas, Heizöl oder Strom müssen Sie einsetzen, um Ihren Wärmebedarf zu decken. 

Dabei zählt nicht allein, wie hoch der Wirkungsgrad der Anlage ist, sondern auch, ob erneuerbare Energien zum Einsatz kommen. Heizen Sie mit Biomasse wie Holzpellets oder Scheitholz, sollte Ihr Energielabel eine grüne Farbe haben. Ebenso verhält es sich, wenn Sie neben einem Brennwertkessel für Öl oder Gas auch die Wärme aus dem Boden oder von der Sonne nutzen. 

A+++ ist seit 26. September 2019 das Label für die höchste Effizienzklasse und D jenes für die niedrigste. Die Klasse E gibt es seit dem 26. September 2019 nicht mehr.

Wo Ihre Anlage nach technischen Gesichtspunkten einzuordnen ist, können Sie der nachfolgenden Tabelle entnehmen: 

Einteilung von Heizungsanlagen nach Effizienzklasse

Effizienzklasse Einordnung Heiztechnologien
A+++ besonders effizient und/oder mit erneuerbaren Energien betrieben - Wärmepumpe in Verbindung mit Erdwärme
    - Brennwertkessel für Holz in Verbindung mit Solarwärme-Anlage
   

- kleines Blockheizkraftwerk für Holz (bis 50 Kilowatt Leistung)

A++ besonders effizient und/oder mit erneuerbaren Energien betrieben - Luft-Wärmepumpe
    - kleines Blockheizkraftwerk (bis 50 Kilowatt Leistung)
    - Brennwertkessel für Holz

 

  - Niedertemperaturkessel für Holz in Verbindung mit Solarwärme-Anlage
A+ besonders effizient und/oder mit erneuerbaren Energien betrieben - Brennwertkessel für Öl oder Gas in Verbindung mit Solarwärme-Anlage
    - Luft-Wärmepumpe
    - kleines Blockheizkraftwerk (bis 50 Kilowatt Leistung)
    - Niedertemperaturkessel für Holz
A und B effizient/Stand der Technik - Brennwertkessel für Gas und Öl
ineffizient/veraltet

- alte Brennwertkessel für Gas und Öl

- Niedertemperaturkessel für Gas und Öl

D ineffizient/veraltet

- Niedertemperaturkessel für Gas und Öl

- Standardkessel für Gas und Öl

Quelle: BMWi (Stand: September 2019)

Auch wenn Ihre Heizung als ineffizient und veraltet gilt, folgt daraus keine Konsequenz. Das Effizienzlabel soll aufklären, wie sparsam eine Heizung mit Gas, Öl oder Strom umgeht. Welchen Schluss Sie daraus ziehen, ist Ihre Sache.

Welche Anlagen tragen ein Label?

Die meisten neuen Anlagen müssen mit einem Effizienzlabel versehen sein – sowohl, wenn sie in einem Geschäft ausgestellt, als auch in Werbebroschüren abgebildet sind. Wenn Sie im Handel nach Geräten schauen oder sich beraten lassen, sollten Sie den Aufkleber auf Anhieb sehen: Er muss gut sichtbar auf der Frontseite eines Geräts sitzen. Geregelt sind die Anforderungen in einer Richtlinie der Europäischen Union.

So sieht ein Effizienzlabel aus

Label-Quelle: BMWi

Die Effizienzklasse des Geräts ist für die Bereitstellung von Raumwärme und für Warmwasser getrennt voneinander angegeben. Zudem gibt es eine Angabe zur Lautstärke der Heizanlage, ihrer Leistung und ihrem Hersteller. Ab 26. September 2019 kommt die Effizienzklasse A+++ hinzu und die Klasse E entfällt.

Das Label tragen Anlagen, wenn sie mit Heizöl, Öl aus nachwachsenden Rohstoffen, Erdgas, Biogas oder Strom arbeiten und einem der folgenden Zwecke dienen:

  • Heizen von Wohnräumen,
  • Heizen von Wohnräumen und warmem Wasser,
  • Bereiten von Warmwasser,
  • Speichern von warmem Wasser bis 2.000 Liter

Hinsichtlich der Größe der Anlagen gibt es Einschränkungen. Verfügt ein einzelnes Heizgerät oder auch ein Verbund aus mehreren Geräten über mehr als 70 Kilowatt Wärmenennleistung, ist kein Label anzubringen. Das gilt ebenso für Blockheizkraftwerke ab 50 Kilowatt elektrischer Höchstleistung.

Auch bestimmte Technologien bleiben ohne Etikett: Dazu gehören Kessel zum Verfeuern fester Brennstoffe wie Holz, Pellets oder Kohle. Darüber hinaus betrifft das Anlagen, die Dampf oder heiße Luft erzeugen und verteilen, sowie Anlagen, die lediglich Trink- oder Sanitätswasser erwärmen (beispielsweise Wasserkocher).

Wann kommt das Label für bereits installierte Anlagen?

Viele bereits installierte Anlagen erhalten nach und nach ein Label. Dies gilt wiederum für Geräte, die mit Öl, Gas oder Strom arbeiten, aber über eine Nennleistung von bis zu 400 Kilowatt verfügen können. Das Label sieht zudem ein bisschen anders aus als das Label für Neuanlagen. Und es enthält nur eine Angabe – zur Effizienzklasse. Die folgenden Abbildungen zeigen das aktuelle Label und das ab 26. September 2019 gültige. Das Aussehen der Etiketten und wann sie anzubringen sind, ist im Energieverbrauchskennzeichnungsgesetz (EnVKG) festgelegt. 

Zunächst bekommen alle Heizungen ein Label, die vermutlich zu den ineffizienten Klassen C, D und E gehören. Seit 2016 sind die Bezirksschornsteinfeger in der Pflicht, bei ihren turnusmäßigen Überprüfungen von Anlagen ein Etikett anzubringen, wenn die Anlagen älter als 15 Jahre sind. Das Alter der Anlagen bemisst sich dabei nicht am Jahr der Inbetriebnahme, sondern wann der Hersteller das Gerät gefertigt hat.

Beispiel für altes (oben) und neues Label verschiedener Effizienzklassen

Label-Quelle: BMWi

Im Jahr 2019 können damit alle Heizungen ein Etikett bekommen, die bis 2003 in Produktion waren. 2020 kommen die Anlagen hinzu, die bis 2004 gebaut wurden. Wann Ihre Anlage die Fabrik verließ, sollten Sie auf dem Typenschild des Geräts ablesen können. Da ein Bezirksschornsteinfeger nicht jedes Jahr jeden Haushalt mit entsprechender Heizung in seinem Sprengel aufsuchen muss, kann es passieren, dass Ihre Anlage aus dem Jahr 2001 noch kein Label hat und es vielleicht auch erst nächstes Jahr erhält. Anbringen kann das Label dann aber auch ein Energieberater oder Heizungsinstallateur, wenn Sie dies möchten. 

So erfahren Sie online die Effizienzklasse Ihrer Heizung

Nutzen Sie einen Heizkessel für Öl oder Gas, brauchen Sie nicht zu warten, bis Ihnen jemand das Effizienzlabel bringt. Sie können über einen Rechner des Bundeswirtschaftsministeriums sofort herausfinden, wie effizient Ihr Kessel arbeitet. Machen Sie dazu einige Angaben zu Ihrem Heizkessel in der Suchmaske. Der Rechner zeigt Ihnen dann, in welcher Effizienzklasse der Kessel sich befindet und wann ein Effizienzlabel anzubringen ist.

Wer kommt für die Kosten auf?

Das Effizienzlabel ist für Sie kostenlos. Niemand darf Ihnen das Anbringen des Etiketts an Ihre Heizung in Rechnung stellen. Sie können aber auch nicht widersprechen, dass Ihnen eine dazu berechtigte Person das Etikett aufklebt. Sowohl als Mieter als auch als Eigentümer einer Wohnung müssen Sie es dulden, wenn eine Altanlage ein Effizienzlabel bekommt.

Mit dem Aufkleben des Labels hat der Schornsteinfeger oder Heizungsinstallateur seine Pflicht noch nicht voll erfüllt: Er muss Sie auch über das Label und die Effizienzklasse Ihrer Heizung aufklären und Ihnen eine Broschüre mit weiteren Informationen überreichen.

Ob das Gesetz (EnVKG) eingehalten wird, prüfen die Behörden der Bundesländer stichprobenartig.

Was bringt das Effizienzlabel?

Das Effizienzlabel sagt Ihnen, ob Ihre Heizung verschwenderischer mit Brennstoffen umgeht, als es nach dem aktuellen Stand der Technik sein müsste. Effiziente Heizkessel für Öl, Gas und Holz arbeiten mit Brennwerttechnik. Dabei nutzen sie auch die Wärme des Abgases. In Standardkesseln und Niedertemperaturkesseln steigt der Rauch dagegen mitsamt heißem Dampf auf und gelangt über den Schornstein nach draußen.

Ein Brennwertkessel benötigt so rund 10 Prozent weniger Brennstoff, um die gleiche Wärmemenge bereitzustellen wie ein Niedertemperaturkessel. Gegenüber einem Standardkessel ist die Einsparung noch deutlich größer.

Die Nutzung erneuerbarer Energien verringert Ihren Bedarf an Heizstrom, Gas, Holz oder Öl noch weiter. Mit einer solarthermischen Anlage lässt sich der Wärmebedarf (für Raumwärme und Warmwasser) beispielsweise zu 10 bis 20 Prozent decken; in Energiesparhäusern sogar noch stärker.

Wenn Sie nicht wissen, mit welcher Technik Ihre Gastherme oder Ihr Ölkessel arbeitet, so verrät es Ihnen das Energieeffizienzlabel anhand der Effizienzklasse: Niedertemperatur- und Standardkessel für Erdgas und Heizöl gelten allesamt als ineffizient und sind in den Klassen C, D und E eingeordnet.

Wie viel Energie Sie exakt einsparen können, wenn Sie sich eine neue Anlage zulegen, sagt Ihnen das Label aber nicht. Um das abschätzen zu können, sollten Sie sich beraten lassen. Mehr dazu lesen Sie im folgenden Abschnitt.

Wie kommen Sie zur passenden effizienten Heizung?

Wenn Sie effizienter heizen wollen, können Sie einen Heiz-Check der Verbraucherzentralen in Anspruch nehmen (Kostenpunkt: 30 Euro, für einkommensschwache Haushalte kostenlos). Berater kommen dazu zu Ihnen nach Hause und prüfen, wie effizient Ihre Heizung eingestellt ist und wie energiesparend sie überhaupt arbeiten kann. Kleinere Fragen zum Thema können Sie auch über ein Online-Formular stellen.

Wollen Sie anschließend in eine neue Heizung investieren, so holen Sie mehrere Angebote von Fachfirmen ein und lassen Sie sich darlegen, wie viel Energie Sie durch den Anlagentausch sparen können. Den Ausbau ineffizienter Heizkessel und den Einbau von Anlagen, die erneuerbare Energien nutzen, fördern die KfW-Bank und das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa).

Als Mieter sind Ihre Möglichkeiten beschränkter, da Sie nicht über den Tausch einer Heizung entscheiden. In Beratungsstützpunkten informieren Mitarbeiter von Verbraucherzentralen aber, wie Ihr Heizenergieverbrauch einzuordnen ist und was Sie tun können, um ihn zu senken. Ist es an der Zeit, dass die Heizung in Ihrer Wohnung ersetzt gehört, können Sie Ihren Vermieter auffordern, etwas zu tun.

Das ist auch das Anliegen des Staats: Durch das Anbringen der Effizienzlabel sollen Hauseigentümer – unabhängig davon, ob sie selbst in der Immobilie wohnen – schneller in neue Anlagen investieren. Das schont nicht nur den Geldbeutel der Verbraucher, sondern auch die Umwelt.

Das Bundeswirtschaftsministerium geht davon aus, dass im Schnitt eine Heizanlage in Deutschland fast 18 Jahre alt ist. Ein Drittel der Anlagen ist sogar älter als 20 Jahre.

Welche Vorschriften gibt es für den Betrieb von Heizungen?

Ein Effizienzlabel dient rein der Information und verpflichtet Sie zu nichts. Es gibt aber zwei Vorschriften zum Betrieb von Heizungen, die Sie kennen sollten. Eine gilt für neu errichtete Wohnhäuser. Für diese legt das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) fest, dass ein Teil der benötigten Wärme und Kälte aus erneuerbaren Energien zu gewinnen ist. Das kann Erdwärme, Solarenergie oder Biomasse sein.

Inwieweit alte Heizungen noch arbeiten dürfen, regelt die Energieeinsparverordnung. Sogenannte Standardkessel für Öl und Gas, die also nicht zu den moderneren Technologien der Niedertemperaturkessel und Brennwertkessel gehören, müssen nach 30 Betriebsjahren aus den Wohnhäusern verschwinden (§ 10 EnEV). Betroffen sind davon im Jahr 2019 alle Standardkessel, die 1989 oder früher in Betrieb gingen.

Ausgenommen sind nur Anlagen mit weniger als 4 und mehr als 400 Kilowatt Nennleistung sowie Anlagen in Ein- und Zweifamilienhäusern, in denen die Eigentümer mindestens seit 1. Februar 2002 selbst wohnen. Die Pflicht zum Kesselausbau fällt dem zu, der ein solches Haus kauft.

Die Schornsteinfeger prüfen, ob alte Heizkessel wirklich neuen Anlagen weichen. Hauseigentümer, die dem Gesetz nicht entsprechen, handeln ordnungswidrig und können ein Bußgeld von bis zu 50.000 Euro verhängt bekommen (§ 27 EnEV in Verbindung mit § 8 EnEG).

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redaktion@finanztip.de (Finanztip Verbraucherinformation gGmbH) 06.07.2020 12:10:00 +0000
Nachhaltig heizen, dank Fördermitteln : Bafa & KfW Förderung für Heizungen https://www.finanztip.de/heizkosten-sparen/foerderung-heizung/ https://www.finanztip.de/?id=6811Die meisten Hausbesitzer heizen mit Öl oder Gas. Nach einer Studie des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft sind dabei rund 3 Millionen Ölheizungen und etwa 2,7 Millionen Gasheizungen seit mindestens 20 Jahren in Betrieb. Für diese Kessel ist es an der Zeit für einen Tausch – spätestens nach 20 Jahren empfiehlt die Heizungswirtschaft die Außerbetriebnahme. Im Zuge eines Kesseltauschs bietet sich der teilweise oder vollständige Umstieg auf erneuerbare Energien an. Dafür gibt es Fördermittel. 

Warum sollte ich meine Gas- oder Ölheizung erneuern?

Es gibt zwei Gründe, eine bestehende Öl- und Gasheizung zu ersetzen: Der weitere Betrieb kann bei älteren Anlagen ineffizient sein und ab 2021 verteuern sich voraussichtlich die Preise für Erdgas und Heizöl. Der Grund dafür ist der CO2-Preis, den der Staat auf fossile Brennstoffe erheben wird.

Ineffiziente Heizungen sind unwirtschaftlich

Altgediente Heizungen arbeiten nicht mehr wirtschaftlich. Trägt Ihre Heizung ein Effizienzlabel, können Sie an diesem ablesen, wie effizient sie ist. 

In alten Standardkesseln und Niedertemperaturkesseln, die bis Ende der 1990er Jahre am Markt vorherrschten, steigt der Rauch mitsamt heißem Dampf auf und gelangt über den Schornstein nach draußen. Effiziente Heizkessel arbeiten mit Brennwerttechnik: Sie nutzen die Wärme des Abgases. Ein Brennwertkessel benötigt so rund 10 Prozent weniger Brennstoff, um die gleiche Wärmemenge bereitzustellen wie ein Niedertemperaturkessel. Gegenüber einem Standardkessel ist die Einsparung noch deutlich größer. Ersetzen Sie eine ineffiziente Anlage durch eine moderne, refinanziert sich diese durch die eingesparten Brennstoffkosten.

CO2-Preis verteuert Brennstoffkosten

Im Jahr 2020 ist Heizen mit fossilen Energieträgern noch preiswerter als mit Scheitholz, Biogas oder ausschließlich mit Strom. Das wird sich aber wohl ändern: 2021 führt der Gesetzgeber einen CO2-Preis auf fossile Brennstoffe ein, der bis 2025 jedes Jahr steigt. Das wird Erdgas und Heizöl immer teurer machen. Weitsichtig ist es daher, ganz oder teilweise auf erneuerbare Energien umzusteigen. Fördermittel helfen Ihnen bei der Finanzierung - auch schon im Jahr 2020.

Alternativen zu einer Öl- oder Gasheizung gibt es: Investieren Sie in einen Brennwertkessel für Holzpellets oder andere Biomassebrennstoffe, heizen Sie klimaneutral. Oder Sie nutzen Wärmepumpen: Diese entziehen  dem Boden oder der Luft Energie und bringen diese auf ein höheres Niveau, indem sie mit Strom zuheizen. Solarthermische Anlagen nutzen die Wärme der Sonnenstrahlung. Allerdings können Sie mit einer solarthermischen Anlage allein kein Haus in Deutschland beheizen, aber einen erheblichen Teil Ihres Warmwasserbedarfs decken.

Wer unterstützt mich finanziell beim Heizungsumbau?

Der Bund fördert den Einbau neuer Heizungen auf Basis erneuerbarer Energien. Egal, ob Sie selbst in Ihrem Haus wohnen oder es vermieten.  Bis zu 45 Prozent der Kosten für eine neue Heizung können Sie als Zuschuss erhalten. Anträge sind beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) zu stellen. Bis 31. Dezember 2021 läuft das Förderprogramm erst einmal, kann aber natürlich noch verlängert werden.

Die KfW fördert die energetische Sanierung am Haus über das Programm 430 – sowohl für einzelne Maßnahmen oder ein ganzes Bündel gibt es Zuschüsse. Bedingung ist, dass es sich um Ein- oder Zweifamilienhäuser oder eine Eigentumswohnung handelt. Über das Programm 151 erhalten Sie zinsgünstige Kredite, um beispielsweise das Dach oder die Wänder besser zu dämmen.

Dagegen zahlt die KfW seit 2020 keine Zuschüsse mehr beim Einbau einer neuen Heizung. Das Unternehmen gibt aber Ergänzungskredite, die sich mit der Bafa-Förderung verbinden lassen – für den Einbau einer Wärmepumpe, einer solarthermischen Anlage, eines Biomasseheizkessels oder einer Hybrid-Heizung auf Basis von Erdgas und erneuerbaren Energien. So können Sie eine umweltfreundliche neue Heizung über den Zuschuss der Bafa und zum anderen Teil über einen zinsgünstigen Kredit der KfW finanzieren.

Die Nutzung der Förderung von Bafa und KfW miteinander ist nur in diesem Fall möglich. Darüber hinaus gilt ein Kumulierungsverbot: Das bedeutet, Sie entscheiden sich entweder für die KfW-Förderung oder für die Bafa-Förderung, wenn Sie Ihr Haus besser dämmen, eine neue Heizung einbauen oder die bestehende Heizung optimieren wollen.

Ab 2020 können Sie bis zu 20 Prozent der Kosten für eine energetische Sanierung von der Steuer absetzen. Das schließt die Erneuerung der Heizung ein. Voraussetzung ist, dass Sie selbst im Eigenheim wohnen und bei der Investition, die Sie von der Steuer absetzen wollen, keine Fördermittel über Bafa oder KfW erhalten.

Welche Heizungen fördert das Bafa?

Wer auf erneuerbare Energien setzt, kann von den Zuschüssen des Bafa profitieren. Im Neubau gibt es Mittel für die Anschaffung von

  • Solarthermie-Anlagen
  • Biomasse-Heizungen (auf Basis von Holzpellets oder Hackschnitzel oder Scheitholz) 
  • Wärmepumpen 

In Altbauten fördert der Staat ebenfalls Wärmepumpen, Biomasseheizkessel und solarthermische Anlagen, wenn die bisherige Heizung länger als zwei Jahre in Betrieb war. Darüber hinaus gibt es auch Zuschüsse für

  • Gas-Brennwertheizungen – wenn sie mit einer solarthermischen Anlage, einer Wärmepumpe oder einem Biomassekessel kombiniert sind.

Es ist dabei möglich, zunächst nur einen Gas-Brennwertkessel einzubauen und binnen zwei Jahren eine Wärmepumpe, solarthermische Anlage oder einen Biomassekessel nachzurüsten. Die Gasheizung muss aber ab Einbau bereits "renewable ready" sein – also über die Steuerungs- und Regelungstechnik einer Hybrid-Heizung verfügen. Bindet die Heizung von Anfang erneuerbare Energien ein und ist somit als Hybrid-Heizung voll funktionsfähig, liegt der Fördersatz der Bafa höher.

Die Förderhöhe variiert und richtet sich nach den Maßnahmen, die umgesetzt werden. Zudem gibt es eine Austauschprämie, wenn es sich bei der ausgetauschten Heizung um eine Ölheizung handelt.

  regulärer
Fördersatz
Fördersatz mit Austauschprämie
(Ausbau einer Ölheizung)
Solarthermie 30 % nicht möglich
Biomasse 35 % 45 %
Wärmepumpe 35 % 45 %
Hybrid-Heizung mit erneuerbaren Energien 35 % 45 %
Gas-Hybridheizung mit erneuerbaren Energien (nur Altbau) 30 % 40 %
Renewable Ready Gasheizung (nur Altbau) 20 % 30 %

Quelle: Bafa (Stand: Januar 2020)
Gefördert werden alle Kosten zur Anschaffung und Installation der neuen Heizung, Ausbau der alten Heizung, Umbau des Schornsteins sowie Bohrungen für Erdwärmepumpen.

Wie kann ich meine Heizung optimieren?

Wollen Sie Ihre Heizung noch nicht austauschen, können Sie mit anderen Maßnahmen die Effizienz Ihrer Heizung steigern. Dadurch benötigen Sie weniger Brennstoff und schonen Ihren Geldbeutel. Die Investitionen spielen sich dadurch innerhalb weniger Jahre von selbst wieder ein. Zudem gibt es Fördermittel: über die KfW und über das Bafa.

Förderung der KfW

Die KfW gibt über das Programm 430 "Energieeffizient Sanieren" Investitionszuschüsse von 20 Prozent für eine Reihe von Einzelmaßnahmen. Es geht dabei vor allem um ein effizienteres System zur Wärmeverteilung im Haus.

Folgende Maßnahmen erhalten Fördermittel:

  • Ersatz bestehender Pumpen durch Hocheffizienzpumpen
  • Einbau vorteinstellbarer Heizkörperthermostatventile und Strangdifferenzdurchreglern
  • Ersatz und erstmaliger Einbau von Pufferspeichern
  • Maßnahmen zur Volumenstromregelung in Einrohrsystemen und Umbau von Ein- zu Zweirohrsystemen
  • Einbau von Flächenheizsystemen und ANpassung der Rohrleitungen
  • Austausch von Heizkörper gegen Niedertemperaturheizkörper und Heizleisten
  • Austausch von "kritischen" Heizkörpern, die laut hydraulischem Abgleich Ursache für hohe Systemtemperaturen sind
  • Einbau und Austausch von Komponenten zur Durchflussbegrenzung und Einzelraum-Temperaturregelung in Flächenheizkreisen
  • Dämmung von ungedämmten Rohrleitungen
  • Einbau und Ersatz von Mess-, Steuer- und Regelungstechnik

Voraussetzung für einen Antrag auf einen Investitionszuschuss bei der KfW ist, dass ein Energieberater bei Ihnen war und der KfW bestätigt, dass die entsprechenden Maßnahmen vorgenommen werden sollten. Dann können Sie Ihren Antrag auf Zuschuss stellen. Sobald die KfW geantwortet hat, können Sie den Auftrag erteilen. Die Ausführung muss der Energieberater bestätigen und Sie leiten die Bestätigung an die KfW. Dann zahlt das Institut den Zuschuss aus. Auch die Kosten für den Energieberater können Sie sich fördern lassen - über das Programm 431 der KfW.

Förderung der Bafa

Über das Programm „Heizungsoptimierung“ des Bafa erhalten Sie ebenfalls Fördermittel zur Optimierung der Heizung und zwar in Höhe von 30 Prozent der Netto-Investitionen für jede Maßnahme. Für die Beantragung ist es nicht notwendig, dass Ihnen ein Energieberater eine bestimmte Maßnahme empfohlen hat.

Die förderfähigen Maßnahmen sind:

  • Austausch der Umwälzpumpe einer Zentralheizung durch eine hocheffiziente Pumpe,
  • Austausch einer Warmwasser-Zirkulationspumpe durch eine hocheffiziente Pumpe,
  • Durchführen eines hydraulischen Abgleichs für eine gleichmäßige Wärmeverteilung im Haus.

In Verbindung mit einem hydraulischen Abgleich kann die Installation folgender Geräte zusätzlich gefördert werden:

  • voreinstellbare Thermostatventile,
  • Einzelraumtemperaturregler,
  • Strangventile,
  • Technik zur Volumenstromregelung,
  • separate Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik,
  • Pufferspeicher sowie die Einstellung der Heizkurve.

Eine ältere Umwälzpumpe gehört in der Regel zu den Stromfressern im Haus. 400 bis 600 Kilowattstunden benötigt sie im Jahr. Eine hocheffiziente Pumpe verbraucht 80 Prozent weniger – noch 80 bis 120 Kilowattstunden. Die Kosten von 400 Euro für die neue Pumpe haben Sie nach vier bis fünf Jahren wieder drin. Nutzen Sie die Förderung der Bafa, rechnet sich die Investition schon nach dreieinhalb Jahren.

Ein hydraulischer Abgleich sorgt dafür, dass sich die Wärme in Ihrem Haus gleichmäßig verteilt. Das kann nicht mehr der Fall sein, wenn Sie Ihr Heizverhalten geändert haben – beispielsweise einzelne Räume weniger beheizen, weil ein Kind ausgezogen ist oder nachdem Sie neue Fenster eingebaut haben. Die Folge: Ihr Kessel heizt viel stärker als nötig.

In der Regel sparen Verbraucher nach einem hydraulischen Abgleich 10 Kilowattstunden Brennstoff pro Quadratmeter Wohnfläche im Jahr ein, hat die Deutsche Umwelthilfe (DUH) berechnet. Das bringt 60 Cent Ersparnis pro Quadratmeter. Sollten die Preise für Heizöl und Erdgas infolge der geplanten CO2-Bepreisung für fossile Brennstoffe ab 2021 steigen, sparen sie noch mehr. 

Lassen Sie nur den Abgleich machen, kostet das etwa 500 Euro brutto, von denen Sie von der Bafa rund 126 Euro als Zuschuss erhalten können. Dabei sollten aber bereits voreinstellbare Thermostatventile installiert sein. Ist das nicht der Fall, sollen Sie solche Ventile anschaffen und den Abgleich durchführen. Die Kosten erhöhen sich dann auf 800 bis 900 Euro, beziffert die DUH. Die Bafa unterstützt den Kauf von Ventilen (oder anderen zusätzlichen Geräten wie Reglern) noch einmal mit 30 Prozent auf die Nettokosten. Nach sechs bis acht Jahren haben Sie die Ausgaben wieder drin.

Wie beantrage ich die Bafa-Förderung?

Eine Förderung über das Bafa zu beantragen, ist vergleichsweise einfach. Je nach Programm gibt es aber Unterschiede.

Förderung über das Marktanreizprogramm (MAP)

Bevor Sie einen Vertrag mit dem Installateur abschließen, also vor Baubeginn, müssen Sie den Förderantrag online stellen. Haben Sie vom Bafa eine elektronische Bestätigung über den Eingang Ihres Antrags erhalten, können Sie den Vertrag mit dem Installateur schließen und Ihre Heizung umbauen. Außerdem müssen Sie innerhalb von 14 Tagen, nachdem Sie die Beästigung erhalten haben, ein Formular auf der Internetseite des Bafa hochladen, in dem Sie den Wahrheitsgehalt Ihrer Angaben bestätigen. Dann prüft die Behörde den Antrag.

Während Ihr Antrag geprüft wird, kann der Bau beginnen. Sie können allerdings auch abwarten, bis das Bafa über den Antrag entschieden hat. Dann haben Sie finanzielle Sicherheit und wissen, ob Sie die Förderung bekommen oder nicht. Wird der Antrag bewilligt, bekommen Sie per Post einen Zuwendungsbescheid. In den darauffolgenden neun Monaten muss dann die Anlage in Betrieb genommen werden. Und innerhalb von zehn Monaten nach Erhalt des Bescheids müssen Sie die Kostennachweise einreichen. Anschließend überweist das Bafa den Zuschuss.

Förderung über das Programm "Heizungsoptimierung"

Bevor Sie einen Vertrag mit dem Installateur abschließen, also vor Baubeginn, müssen Sie sich im Online-Portal des Programms auf der Internetseite des Bafa registrieren. Nach Bestätigung der Registrierung können Sie ein Unternehmen beauftragen und Ihre Heizung optimieren lassen. Spätestens sechs Monate nach Registrierung sollen Sie die Rechnung über die jeweils durchgeführten Maßnahmen im Online-Portal hochladen. Anschließend prüft das Bafa die Unterlagen. Bewilligt die Behörde die Förderung, haben Sie in der Regel innerhalb von 14 Tagen den Zuschuss auf Ihrem Konto.

Wer berät mich?

Mit Ihrem Heizungsvorhaben stehen Sie vor verschiedenen Fragen: Was ist technisch möglich? Wie wichtig ist mir der Umweltschutz? Wie viel Geld möchte ich ausgeben? Welche Fördermittel kann ich beantragen? Eine individuelle Beratung ist daher sinnvoll.

Die erste Anlaufstelle ist die Energieberatung der Verbraucherzentrale. Die berät kostenfrei vor Ort, am Telefon oder per Mail. Sie können erfahren, welche Heiz- und Fördermöglichkeiten für Sie persönlich infrage kommen. Außerdem kommen die Experten der Energieberatung auf Wunsch auch zu Ihnen nach Hause. Dieser Detail-Check kostet 30 Euro, für Einkommensschwache ist er kostenfrei. Der Energieberater kann Sie individuell über Fördermittel informieren und dann zusätzlich auf spezifischere Dinge eingehen, die nur vor Ort geklärt werden können, etwa den Zusstand der Heizung beurteilen.

Eine sehr umfangreiche, aber auch kostenaufwendige Energieberatung können Sie auch ohne die Verbraucherzentrale organisieren. Um einen Energieberater in der Nähe zu finden, können Sie im Portal des Bundes nachschauen. Auch für die Energieberatung selbst gibt es wiederum Fördermittel des Bafa. Der Energieberater inspiziert dabei nicht nur Ihre Heizung, sondern das gesamte Haus und macht Vorschläge zur energetischen Sanierung des Gebäudes.

Wenn Sie Nachfragen zum Bafa-Förderprogramm haben, können Sie sich auf der Website informieren oder über die Bafa-Hotline unter 06196 908-1625. Dort werden Ihre Fragen zum Förderprogramm, zum Antragsverfahren oder zum Bearbeitungsstand beantwortet.

Das Wichtigste in Kürze
  • Alte Öl- und Gasheizungen sind ineffizient. Die Kosten für eine moderne Heizung auf Basis erneuerbarer Energien gleichen sich zum Teil durch geringere Heizkosten aus.
  • Dass Sie mit erneuerbaren Energien heizen, fördert der Staat. Die Zuschüsse erhalten Sie über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa). 
  • Förderung gibt es für neue Heizanlagen in Alt- und Neubauten, aber auch zur Nachrüstung bestehender thermischer Solaranlagen, Wärmepumpen und Biomasseheizungen.
  • Die Bafa-Förderung umfasst ab 2020 bis zu 45 Prozent der Kosten für eine neue Heizung, wenn Sie dafür Ihren Ölkessel ausbauen.
  • Auch zur Optimierung Ihrer Heizung gibt es Fördermittel von Bafa und KfW – für neue Heizkörper, effiziente Pumpen oder Heizungsthermostate.
So gehen Sie vor
  • Lassen Sie sich beraten: Die Energieberatung der Verbraucherzentrale erklärt, welche Heizungsanlage für Sie infrage kommt.
  • Suchen Sie nach der passenden Förderung: Die Förderung über das Bafa können Sie mit Programmen in Ihrem Bundesland oder Ihrer Kommune kombinieren.
  • Informieren Sie sich über Fristen: Beim Bafa und der KfW müssen Sie einen Förderantrag vor Vertragsabschluss mit einem Installationsbetrieb stellen.
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redaktion@finanztip.de (Finanztip Verbraucherinformation gGmbH) 06.07.2020 10:44:00 +0000
So setzen Sie die Kosten einer energetischen Sanierung von der Steuer ab : Steuerermäßigung für Immobilieneigentümer https://www.finanztip.de/sanierungskosten-absetzen/ https://www.finanztip.de/?id=7241Immobilieneigentümer können seit Anfang 2020 eine steuerliche Förderung bekommen, wenn sie ihr Haus energetisch sanieren. Darunter fallen Maßnahmen wie die Wärmedämmung, der Austausch von Fenstern oder eine neue Heizung. Das Finanzamt erstattet 20 Prozent der Kosten, wenn die Voraussetzungen für die Förderung erfüllt sind.

Wer kann die Steuerermäßigung in Anspruch nehmen?

Es gibt einige Voraussetzungen, die Sie erfüllen müssen, wenn Sie den Steuervorteil für die Sanierung Ihrer Immobilie nutzen wollen. Gesetzlich geregelt ist die Förderung der energetischen Sanierung in Paragraf 35c des Einkommensteuergesetz (EStG).

Sie müssen die Wohnung selbst nutzen

Die Steuerermäßigung erhalten Sie nur, wenn Sie die Immobilie selbst nutzen. Das kann ein Haus, eine Eigentumswohnung, aber auch ein Ferienhaus oder eine Zweitwohnung sein.

Wenn noch andere Personen die Immobilie nutzen, ist dies unschädlich, solange diese dafür nichts zahlen. Wenn Sie Ihre Ferienwohnung hingegen zeitweise vermieten, verwehrt das Finanzamt den Steuervorteil. Vermieten Sie einen Teil der Immobilie und nutzen einen anderen selbst, können Sie die Sanierungskosten anteilig für den selbstgenutzten Teil absetzen. Ebenfalls anteilig können Sie die Kosten ansetzen, wenn es Miteigentümer gibt.

Das Gebäude muss mindestens zehn Jahre alt sein

Bereits bei Beginn der Sanierung muss das Gebäude mindestens zehn Jahre alt sein. Für jüngere Gebäude gibt es keine Steuerermäßigung. Maßgeblich für das Alter ist der Beginn der Herstellung. Ob dies bereits der Moment ist, in dem der Bauantrag eingereicht wurde oder erst der Baubeginn, ist gesetzlich nicht definiert. Daher sollten Sie vor dem Baustart mit dem Finanzamt sprechen, wenn das Gebäudealter nah an der Zehnjahresgrenze liegt.

Ein Fachunternehmen muss die Arbeiten ausführen

Eine weitere Bedingung ist, dass ein Fachunternehmen die Arbeiten ausführt. Wenn Sie Ihr Gebäude selbst sanieren, können Sie nicht vom Steuervorteil profitieren.

Die Anforderungen an das Fachunternehmen hat das Bundesfinanzministerium in der Energetischen Sanierungsmaßnahmen-Verordnung (ESanMV) geregelt. Dieses muss in einem der folgenden Bereiche tätig sein:

  • Mauer- und Betonbauarbeiten,
  • Stukkateurarbeiten,
  • Maler- und Lackierungsarbeiten,
  • Zimmer-, Tischler- und Schreinerarbeiten,
  • Wärme-, Kälte- und Schallisolierungsarbeiten,
  • Steinmetz- und Steinbildhauarbeiten,
  • Brunnenbauarbeiten,
  • Dachdeckerarbeiten,
  • Sanitär- und Klempnerarbeiten,
  • Glasarbeiten,
  • Heizungsbau und -installation,
  • Kälteanlagenbau,
  • Elektrotechnik- und -installation oder
  • Metallbau.

Wichtig ist auch, dass die durchgeführten Maßnahmen zum Arbeitsbereich des Fachunternehmens gehören. Der Dachdecker, der Ihr Dach neu isoliert, kann also nicht auch noch die Heizungsanlage tauschen oder die Wände dämmen.

Sie benötigen eine Bescheinigung

Das Fachunternehmen muss bescheinigen, dass die Sanierungsmaßnahmen den gesetzlichen Mindestanforderungen genügen. Bei Wärmedämmungen sind dies zum Beispiel die Grenzwerte für die maximale Wärmedurchlässigkeit.

Alternativ kann auch ein Experte die Bescheinigung ausstellen, der die Planungen begleitet oder die Sanierung beaufsichtigt hat. Voraussetzung ist, dass er als Energieberater des Bafa oder als Energieeffizienz-Experte der KfW zugelassen ist. Die KfW ist eine öffentlich-rechtliche Bank, die Zuschüsse und Kredit an Privatleute vergibt. Einen zugelassenen Experten in Ihrer Nähe finden Sie am besten auf dem Portal für Energieeffizienzexperten der Deutschen Energie-Agentur.

Die Bescheinigung können Sie unter Umständen auch von Ihrem Architekten oder Bauingenieur bekommen, wenn dieser berechtigt ist, die Energieausweise für bestehende Gebäude auszustellen und eine Fortbildung im Bereich des energiesparenden Bauens vorweisen kann. Wer außerdem noch dazu berechtigt ist, regelt Paragraf 21 der Energieeinsparverordnung.

Wichtig: Die Kosten für den Experten können Sie nur absetzen, wenn dieser vom Bafa oder der KfW zugelassen ist. Die Hälfte der Kosten, die Sie für die Dienste des Experten zahlen, zählen bei der Berechnung der Steuerermäßigung nach Paragraf 35c EStG. Mehr dazu lesen Sie hier.

Vorlagen für die Bescheinigung des Fachunternehmens und des Energieexperten stellt das Bundesfinanzministerium (BMF) online zur Verfügung. Die Bescheinigung muss alle in der BMF-Mustervorlage genannten Informationen enthalten. Die Kosten für die Erstellung der Bescheinigung können Sie vollständig absetzen.

Sanierungsbeginn und -abschluss zwischen 2020 und 2029

Die Steuerförderung energetischer Sanierungen ist Teil des Klimaschutzprogramms 2030 der Bundesregierung, das im Oktober 2019 beschlossen wurde. Sie gilt nur für Maßnahmen, die nach dem 31. Dezember 2019 beginnen und vor dem 1. Januar 2030 abgeschlossen sind.

Das Gebäude muss im Europäischen Wirtschaftsraum liegen

Der Fiskus fördert nicht nur Maßnahmen für Häuser in Deutschland, sondern auch für Immobilien im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR). Zum EWR gehören die Staaten der Europäischen Union sowie Island, Liechtenstein und Norwegen. Die Schweiz und Großbritannien zählen nicht dazu.

Wenn Sie beispielsweise Ihr Ferienhaus in Frankreich sanieren lassen, sollten Sie darauf achten, dass Ihnen alle relevanten Dokumente möglichst in beglaubigter Übersetzung vorliegen, also der Nachweis über das Alter des Gebäudes und die Qualifikation der Handwerker, die Bescheinigung der Sanierungsmaßnahmen sowie eine korrekte Rechnung.

Welche Maßnahmen können Sie absetzen?

Die Steuerermäßigung erhalten Sie für die folgenden Maßnahmen:

  • Wärmedämmung von Wänden,
  • Wärmedämmung von Dachflächen,
  • Wärmedämmung von Geschossdecken,
  • Erneuerung der Fenster oder Außentüren,
  • Erneuerung oder Einbau einer Lüftungsanlage,
  • Erneuerung der Heizungsanlage,
  • Einbau von digitalen Systemen zur energetischen Betriebs- und Verbrauchsoptimierung und
  • Optimierung bestehender Heizungsanlagen, sofern diese älter als zwei Jahre sind.

Wollen Sie zum Beispiel Ihre Heizung erneuern, gibt es die Förderung unter anderem, wenn Sie eine Solarwärme-Anlage, eine Holzpellet-Heizung oder eine Wärmepumpe einbauen lassen.

Die Förderung können Sie nur für Maßnahmen erhalten, die in Paragraf 35c EStG abschließend aufgelistet sind. Die Anforderungen, die die Maßnahmen mindestens erfüllen müssen, sind in der ESanMV geregelt.

Wie viel können Sie maximal absetzen?

Lassen Sie Ihre Immobilie energetisch sanieren, können Sie 20 Prozent der Kosten von Ihrer Steuerschuld abziehen. Dabei zählen die gesamten Kosten, also auch die für Material und notwendige Umbauten. Für Sanierungskosten bis zu 200.000 Euro erstattet Ihnen das Finanzamt maximal 40.000 Euro. Die Abrechnung erfolgt über drei Jahre.

Dazu müssen Sie in jedem Jahr eine Steuererklärung machen. Für das Jahr, in dem die Maßnahmen abgeschlossen werden, bekommen Sie 7 Prozent der Kosten zurück. Für das zweite Jahr sind es ebenfalls 7 Prozent und im dritten Jahr die verbleibenden 6 Prozent.

Beispiele für die Höhe der Steuerermäßigung pro Jahr

Sanierungskosten Gesamterstattung im 1. Jahr im 2. Jahr im 3. Jahr
25.000 € 5.000 € 1.750 € 1.750 € 1.500 €
50.000 € 10.000 € 3.500 € 3.500 € 3.000 €
100.000 € 20.000 € 7.000 € 7.000 € 6.000 €
200.000 € 40.000 € 14.000 € 14.000 € 12.000 €

Quelle: Finanztip-Berechnungen (Stand: 30. Juni 2020)

Der Höchstbetrag von 40.000 Euro gilt pro Objekt. Daher können Sie den Steuervorteil auch für mehrere Maßnahmen nutzen, die Sie zu unterschiedlichen Zeitpunkten durchführen lassen. Das Finanzamt erstattet Ihnen bei jeder Sanierung 20 Prozent der Kosten – so lange, bis Sie den Höchstbetrag für Ihre Immobilie erreichen. Bedingung dabei ist, dass die Maßnahmen zwischen 2020 und 2029 begonnen und abgeschlossen werden.

Wenn Sie beispielsweise nach der Sanierung Ihres Wohnhauses auch Ihre im Rahmen der doppelten Haushaltsführung genutzte Zweitwohnung energetisch sanieren wollen, dann steht Ihnen für dieses zweite Objekt ebenfalls der Höchstbetrag von 40.000 Euro zu.

Die Kosten des Energieexperten sind zu 50 Prozent absetzbar

Wenn Sie einen Energieexperten beauftragt haben, der die Planungen begleitet oder die Sanierung beaufsichtigt hat, können Sie sich die Hälfte der Kosten erstatten lassen. Voraussetzung ist, dass der Experte vom Bafa als Energieberater oder als Energieeffizienz-Experte der KfW zugelassen ist. Im Gegensatz zu den Sanierungskosten können Sie die 50 Prozent für den Experten bereits im ersten Jahr vollständig abziehen.

So berechnen Sie Ihren persönlichen Steuervorteil

Wollen Sie ermitteln, wie hoch Ihr Steuervorteil ist, müssen Sie von den Gesamtkosten die Hälfte der Ausgaben für den Energieexperten sowie die Kosten für Maßnahmen abziehen, die nicht förderfähig sind, wie zum Beispiel die Renovierung des Badezimmers nach dem Einbau einer neuen Heizung.

Beispiel: Höhe der Steuerermäßigung bei Gesamtkosten von 75.000 Euro

  Summe
Förderfähige Maßnahmen
(z.B. neue Heizung und Wanddämmung)
60.500 €
Nicht förderfähige Maßnahmen 12.000 €
Erstellung der Bescheinigung 500 €
Energieexperte 2.000 €
Gesamtkosten 75.000 €
Abzug der nicht förderfähigen Maßnahmen - 12.000 €
Abzug hälftige Ausgaben für Energieexperten - 1.000 €
Bemessungsgrundlage (anrechenbare Kosten)  62.000 €
Steuerermäßigung gesamt (20 %) 12.400 €
Jeweils im ersten und zweiten Jahr (jeweils 7 %) 4.340 €
Im dritten Jahr (6 %) 3.720 €
Verbleibender Steuerermäßigungsbetrag
für spätere Sanierungen bis Ende 2029
27.600 €

Quelle: Finanztip-Berechnungen (Stand: 30. Juni 2020)

Darüber hinaus müssen Sie von den Gesamtkosten auch Aufwendungen abziehen, die Sie anderweitig absetzen, zum Beispiel als Handwerkerleistungen. Nutzen Sie nur einen Teil Ihrer Immobilie selbst und vermieten einen anderen, können Sie die Sanierungskosten ebenfalls nur anteilig absetzen.

Worauf müssen Sie achten?

Wenn Sie von der Steuerermäßigung profitieren wollen, sollten Sie auf die folgenden Punkte besonders achten:

Korrekte Rechnung - Die Rechnung muss die förderfähigen Maßnahmen, die Arbeitsleistung des Fachunternehmens und die Adresse der Immobilie ausweisen. Außerdem muss sie in deutscher Sprache ausgestellt sein.

Keine Barzahlung - Die Zahlung müssen Sie unbedingt unbar leisten, das heißt am besten per Überweisung. Das Finanzamt erkennt die Ausgaben nur an, wenn Sie diese anhand eines Kontoauszugs auch belegen können. Bewahren Sie die Nachweise mindestens zwei Jahre auf.

Steuererklärung - Die Steuerermäßigung bekommen Sie nur, wenn Sie für jedes der drei Jahre Ihre Steuererklärung abgeben. Voraussichtlich müssen Sie dafür die Anlage Förderung des Wohneigentums (FW) nutzen. Der Betrag, den Sie geltend machen, mindert direkt Ihre Steuerschuld. Er dient nicht dazu, Ihr zu versteuerndes Einkommen zu senken und den Steuersatz zu drücken, wie es bei den Werbungskosten der Fall ist.

Kein Steuerabzug bei staatlicher Förderung - Wenn Sie für die Sanierung Ihres Hauses oder Ihrer Wohnung staatliche Förderung bekommen, beispielsweise von der KfW oder dem Bafa, können Sie den Steuervorteil nicht nutzen. Sie müssen sich also entscheiden zwischen dem Zuschuss oder einem günstigen Darlehen und der Steuerermäßigung.

Einmaliger Abzug - Sie können die Sanierungskosten nur einmal geltend machen. Das heißt ein Abzug als Sonderausgaben oder Werbungskosten ist zum Beispiel nicht möglich, wenn Sie die Steuerermäßigung für energetische Sanierungen beanspruchen. Eine weitere Steuerermäßigung für Handwerkerkosten bekommen Sie dann auch nicht.

Objektbezogener Höchstbetrag - Der Höchstbetrag von 40.000 Euro gilt pro Objekt. Sie können mehrere Maßnahmen zu unterschiedlichen Zeitpunkten durchführen lassen und die Kosten von der Steuer abziehen, bis Sie die Erstattungsgrenze erreichen. Haben Sie mehrere Immobilien wie eine Erst- und eine Zweitwohnung, die Sie selbst bewohnen und nicht vermieten, können Sie für jedes der Gebäude jeweils bis zu 40.000 Euro absetzen.

Einzelveranlagung - Steuerermäßigungen für energetische Sanierungen werden dem Ehegatten oder Lebenspartner zugerechnet, der diese gezahlt hat. Alternativ können Eheleute beantragen, dass ihnen die Kosten jeweils zur Hälfte zugerechnet werden. Dazu reicht ein übereinstimmender Antrag, also der Antrag des Partners, der die Kosten getragen hat. Ein gemeinsamer Antrag ist nicht notwendig. Mehr zur Einzelveranlagung lesen Sie hier.

Keine Vor- oder Rückträge - Zahlen Sie in einem Jahr weniger Steuern, als Sie durch die Steuerermäßigung zurückbekommen, verfällt der überschüssige Betrag. Sie profitieren also nur von einem Teil der Förderung, denn Vor- oder Rückträge in andere Jahre sind nicht möglich.

Welche Alternativen gibt es?

Wenn Sie Ihre Wohnung oder Ihr Haus sanieren wollen, haben Sie verschiedene Möglichkeiten, eine Förderung zu erhalten und dadurch die Kosten zu verringern.

Jährliche Steuerermäßigung für Handwerkerleistungen

Alternativ zur Steuerermäßigung für energetische Sanierungen (§ 35c EStG) gibt es im Steuerrecht eine Ermäßigung für Handwerkerleistungen (§ 35a Abs. 3 EStG). Sie können pro Maßnahme allerdings nur eine von beiden in Anspruch nehmen.

Wenn Sie Handwerker in Ihrer selbst genutzten Wohnung arbeiten lassen, dürfen Sie 20 Prozent der Arbeitskosten von der Steuer absetzen. Die Höchstsumme beträgt 1.200 Euro pro Jahr und Haushalt. Anders als bei der Förderung energetischer Sanierungen sind nur Arbeitskosten absetzbar – Materialkosten nicht. Weitere Voraussetzung ist, dass die Arbeiten dem Erhalt oder der Renovierung dienen. Worauf Sie außerdem noch achten sollten, lesen Sie in diesem Ratgeber.

Der wesentliche Unterschied zwischen den beiden Möglichkeiten liegt darin, dass Sie den Steuervorteil für Handwerkerleistungen jedes Jahr nutzen können. Deshalb kann es sich lohnen, kleinere Maßnahmen als Handwerkerleistungen abzusetzen und die Ermäßigung für energetische Sanierungen für größere Vorhaben aufzusparen.

Staatliche Förderung von der KfW oder dem Bafa

Eine weitere Alternative sind staatliche Förderprogramme. Je nach Sanierungsziel kann es sich lohnen, eine Förderung der KfW oder des Bafa zu nutzen. Wichtig: Steuerermäßigung und staatliche Förderung lassen sich nicht kombinieren.

Mit ihrem Programm KfW 430 fördert die öffentlich-rechtliche Bank energetische Sanierungen. Für qualifizierte Einzelmaßnahmen bekommen Sie einen Zuschuss von 20 Prozent der Kosten und höchstens 10.000 Euro pro Wohneinheit. Wenn Sie einen KfW-Effizienzhaus-Standard anstreben, steigt der maximale Zuschuss. Darüber hinaus bietet die KfW auch Kredite mit Tilgungszuschüssen an. Mehr Informationen finden Sie hier.

Das Bafa hingegen fördert Heizen mit erneuerbaren Energien. Wenn Sie eine neue Heizung einbauen lassen, erhalten Sie Zuschüsse bis zu 35 Prozent. Ersetzen Sie damit eine alte Ölheizung, können es bis zu 45 Prozent sein. Welche Heizungen das Bafa fördert und wie hoch die einzelnen Zuschüsse sind, lesen Sie in diesem Ratgeber.

Für wen lohnt sich die Steuerermäßigung?

Sowohl die Steuerermäßigung als auch die staatlichen Förderprogramme haben Vor- und Nachteile. Wollen Sie nur die Heizung tauschen, kann sich die Bafa-Förderung aufgrund der höheren Fördersummen mehr lohnen. Planen Sie hingegen eine größere Sanierung, sollten Sie die Steuerermäßigung und das KfW-Programm 430 vergleichen. Die folgende Tabelle gibt Ihnen einen Überblick über wesentliche Unterschiede:

Steuerermäßigung und KfW-Programm 430 im Vergleich

  Steuerermäßigung KfW-Programm 430
Gebäudealter mind. 10 Jahre vor dem 1.2.2002 gebaut
Berechtigte nur Selbstnutzer auch Vermieter
Begleitung Energieexperte freiwillig verpflichtend
Beantragungszeitpunkt nach der Sanierung vor der Sanierung
Bescheinigung Fachunternehmen Energieberater
Auszahlungszeitpunkt über drei Jahre nach Bescheinigung der Sanierung
Maximale Erstattung / Förderung 20 % und max. 40.000 Euro von 20 % und max. 10.000 Euro, bei Einzelmaßnahmen bis zu 40 % und max. 48.000 Euro beim KfW-Effizienzhaus 55

Quelle: Paragraf 35c Einkommensteuergesetz, Bundesfinanzministerium, KfW (Stand: 30. Juni 2020)

Die Steuerermäßigung hat im Vergleich zum KfW-Programm 430 somit einige Vorteile:

  1. Das Gebäude muss nur mindestens zehn Jahre alt sein. Somit gibt es den Steuervorteil schon für jüngere Gebäude.
  2. Da Sie die anteilige Kostenerstattung über die Steuererklärung bekommen, müssen Sie die Förderung erst nach der Sanierung beantragen. Gleichzeitig birgt das ein Risiko, denn das Finanzamt könnte Ihnen die Ermäßigung verwehren, wenn Sie nicht alle Bedingungen erfüllen.
  3. Anders als bei der KfW-Förderung dürfen Sie bei der Steuerermäßigung auf die Begleitung durch einen Energieexperten verzichten. Allerdings können Sie sich in beiden Fällen 50 Prozent der Kosten für den Experten erstatten lassen.
  4. Der Höchstbetrag liegt bei 40.000 Euro pro Objekt und somit deutlich höher als die Maximalsumme für Einzelmaßnahmen beim KfW-Programm. Dieser Vorteil wirkt allerdings nur, solange Sie lediglich Einzelmaßnahmen durchführen lassen und keinen KfW-Effizienzhaus-Standard anstreben. Dann ist die Förderung der KfW nämlich höher.

Was in Ihrer Situation sinnvoll ist, sollten Sie in jedem Fall mit einem Experten besprechen.

Bei der Steuerermäßigung gibt es aber auch einige Nachteile:

  1. Erst mit dem Steuerbescheid erfahren Sie, ob Sie die Maßnahmen erfolgreich abgesetzt haben. Deshalb ist es besonders wichtig, dass Sie vorher mit dem Finanzamt sprechen, wenn Sie unsicher sind, ob beispielsweise mit den geplanten Maßnahmen alle Voraussetzungen erfüllt werden. Möglicherweise lohnt sich auch eine kostenpflichtige verbindliche Auskunft des Finanzamts. 
  2. Die Steuerermäßigung können Sie nur als Selbstnutzer beanspruchen. Wenn Sie also eine Wohnung auch nur zeitweise vermieten, erhalten Sie keine Förderung.
  3. Die Auszahlung der Steuererstattung erfolgt über drei Jahre. Im Gegensatz dazu erhalten Sie den Zuschuss der KfW bereits nach Abschluss und Bescheinigung der Maßnahmen.
  4. Sie müssen eine ausreichend hohe Steuerlast haben, damit Sie die komplette Ermäßigung bekommen. Zahlen Sie weniger Steuern, als Sie erstattet bekommen, verfällt der überschüssige Betrag und Sie verschenken einen Teil der Förderung. Es sind nämlich keine Vor- und Rückträge möglich.

Energetische Sanierungen und ihre Fördermöglichkeiten sind ein äußerst komplexes Thema. Deshalb sollten Sie sich unbedingt von einem Experten beraten lassen und vor Beginn der Sanierung sorgfältig abwägen, welche Maßnahmen Sie durchführen lassen wollen und welche Fördervariante die beste für Sie ist.

Wo kann ich mich beraten lassen?

Die erste Anlaufstelle ist die Energieberatung der Verbraucherzentrale. Diese berät Sie kostenlos in Beratungsstellen, am Telefon oder per E-Mail. Darüber hinaus ist auch eine Beratung bei Ihnen vor Ort möglich. Ein Gebäude-Check kostet beispielsweise 30 Euro. Für einkommensschwache Haushalte ist er kostenlos. Der Energieberater kann Sie zu Sanierungsmaßnahmen und Fördermöglichkeiten beraten.

Sie können sich auch direkt oder nach einer Beratung bei der Verbraucherzentrale von einem Energieexperten beraten lassen, der vom Bafa oder der KfW zugelassen ist. Diese Beratung müssen Sie bezahlen, sie ist aber auch umfangreicher. Am besten finden Sie einen Experten in Ihrer Nähe auf dem Portal für Energieeffizienzexperten der Deutschen Energie-Agentur.

Das Wichtigste in Kürze
  • Lassen Sie Ihre selbstgenutzte und mindestens zehn Jahre alte Immobilie energetisch sanieren, dürfen Sie 20 Prozent der Kosten von der Steuer absetzen.
  • Bis zu 40.000 Euro Steuern können Sie damit insgesamt sparen.
  • Den Steuervorteil bekommen Sie nur, wenn Sie auf staatliche Förderung zum Beispiel von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) oder des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) verzichten.
So gehen Sie vor
  • Wägen Sie ab, ob die Steuerermäßigung oder ein staatliches Förderprogramm in Ihrer Situation die beste Wahl ist. Lassen Sie sich dazu von einem Experten beraten.
  • Gefördert werden nur bestimmte energetische Maßnahmen. Sie brauchen außerdem eine Bescheinigung des ausführenden Fachunternehmens. 
  • Wollen Sie die Steuerermäßigung nutzen, sollten Sie bereits vor Beginn der Arbeiten mit dem Finanzamt sprechen. Damit stellen Sie sicher, dass Sie alle Voraussetzungen erfüllen.
  • Die Erstattung erhalten Sie über drei Jahre, wenn Sie Ihre Sanierungskosten in der Steuererklärung angeben. 
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redaktion@finanztip.de (Finanztip Verbraucherinformation gGmbH) 06.07.2020 09:09:00 +0000
Bequem abschließen, teuer bezahlen : Kredite der Sparkassen https://www.finanztip.de/kredit/sparkasse-kredit/ https://www.finanztip.de/?id=2411Bequem abschließen, teuer bezahlen
Das Wichtigste in Kürze
  • Traditionell sind die Sparkassen ein beliebter Anlaufpunkt für Kredite.
  • Grundsätzlich müssen Kunden mit hohen Zinsen rechnen. Vereinzelt bieten Sparkassen aber auch günstige Darlehen an.
  • Es gibt keine einheitlichen Kreditverträge bei den Sparkassen – ein Vertrag in Hamburg kann andere Konditionen haben als einer in München.
So gehen Sie vor
  • Falls Sie sich für einen Kredit interessieren, sollten Sie zunächst Ihren Schufa-Eintrag überprüfen.
  • Nutzen Sie den Finanztip-Kreditrechner, um zu ermitteln, wie der Kredit aufgebaut sein muss, damit Sie ihn auch bezahlen können.
  • Haben Sie noch Zeit vor der Kreditaufnahme? Dann ordnen Sie Ihre Finanzen und optimieren Sie Ihre Verträge. Dann haben Sie mehr Geld übrig und können höhere Raten zahlen.
  • Vergleichen Sie Kreditangebote über Vergleichsportale. Finanztip empfiehlt Verivox, Check24, Finanzcheck und Smava.
  • Verzichten Sie auf eine Restschuldversicherung. Die greift nur in wenigen Fällen und macht den Kredit teuer.

Ob für eine neue Waschmaschine oder das neue Auto: Der erste Weg führt viele Verbraucher zur lokalen Sparkasse, wenn sie einen Kredit benötigen. Die Kunden zahlen jedoch für diese Bequemlichkeit hohe Zinsen.

Porträt der Sparkassen: Dichtes Filialnetz

Derzeit gibt es bundesweit 385 regionale Sparkassen mit einem dichten Filialnetz. Sie müssen den Kredit jedoch nicht in einer der Filialen abschließen, auch der Online-Antrag steht Ihnen offen. Egal, für welchen Weg Sie sich entscheiden, in der Regel ist Ihr Geschäftspartner nicht die Sparkasse selbst. Stattdessen wickelt die S-Kreditpartner GmbH die meisten der Kredite ab.

Die Angebote des 2011 gegründeten Unternehmens werden in rund 300 Sparkassen und 500 Autohäusern vermittelt. Die Sparkassen erhalten dafür Provisionen. Der Kreditbestand lag 2019 bei etwa 8 Milliarden Euro. Das sind etwa 2 Milliarden Euro weniger als bei der vergleichbaren Marke Easycredit der Volks- und Raiffeisenbanken.

Das Kreditangebot der Sparkassen

Grundsätzlich kann jeder Verbraucher bei der Sparkasse einen Kredit bekommen, auch wenn er bisher kein Kunde war. Nach Angaben des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands legt jedoch jede Sparkasse ihr Kreditangebot und damit auch die Konditionen selbst fest. So kann es sein, dass eine Sparkasse erwartet, dass der Kreditnehmer sein Gehaltskonto bei der ausgewählten Sparkasse führt.

Den S-Privatkredit erhalten Kunden zur freien Verwendung. Mit dem S-Autokredit müssen sie ein Fahrzeug anschaffen, das als Sicherheit dient. Sie sind verpflichtet, spätestens vier Wochen nach Auszahlung den Fahrzeugbrief einzureichen, um die günstigen Konditionen des Autokredits nutzen zu können.

Vergleich zum Bundesdurchschnitt

Der Sparkassen-Ratenkredit ist im Vergleich zum Bundesdurchschnitt teuer. Laut Bundesbank lag der mittlere Effektivzins im Oktober 2019 für neu abgeschlossene Kredite mit Laufzeiten von mehr als fünf Jahren bei 6,42 Prozent pro Jahr. Das ist deutlich weniger als der Zwei-Drittel-Zins des Sparkassenangebots von 8,99 Prozent pro Jahr, den die Sparkasse für einen Kredit über 11.000 Euro für eine Laufzeit von 72 Monaten (sechs Jahre) angibt. Wir empfehlen Ihnen, sich über alternative Angebote zu informieren, bevor Sie einen Ratenkredit bei einer Sparkasse abschließen.

Der Zwei-Drittel-Zins ist ein wichtiger Orientierungspunkt für den Preis von Kreditangeboten. Die Geldinstitute müssen ihn aufgrund der seit 2010 geltenden EU-Verbraucherkredit-Richtlinie in ihrer Werbung angeben. Mindestens zwei von drei Kunden, die einen Kredit erhalten, bekommen diesen oder einen besseren Zins

Den individuellen Zinssatz legt die Bank fest, nachdem sie die Bonität des Kunden geprüft hat. Dazu fragen die Sparkassen Daten bei der Schufa und anderen Auskunfteien ab.

Der Autokredit der Sparkassen ist deutlich günstiger als der Ratenkredit. Sie erhalten einen bonitätsunabhängigen Zinssatz von 4,99 Prozent effektiv pro Jahr, wenn Sie das gekaufte Auto bei der Sparkasse als Pfand hinterlegen.

Die Sparkassen erlauben es Ihnen, den Kredit vorzeitig zurückzuzahlen. Gebühren verlangen sie dafür nicht. Da die Sparkassen frei in der Vertragsgestaltung sind, sollten Sie kontrollieren, ob auch Ihre Sparkasse eine vorzeitige Kündigung des Kredits ohne Vorfälligkeitsentschädigung ermöglicht.

Kredite der S-Kreditpartner GmbH

  Ratenkredit (S-Privatkredit) Autokredit (S-Autokredit)
minimaler Zins (effektiv pro Jahr) 3,99 % 4,99 %
maximaler Zins (effektiv pro Jahr) 11,99 % 4,99 %
Zinssatz repräsentatives Beispiel* (effektiv pro Jahr) 8,99 % 4,99 %
minimaler Kreditbetrag 1.000 € 2.500 €
maximaler Kreditbetrag 80.000 € 40.000 €
minimale Laufzeit 12 Monate 12 Monate
maximale Laufzeit 120 Monate 120 Monate

*Das ist der sogenannte 2/3-Zins. Zwei Drittel der Kunden bekommen diese oder bessere Konditionen. 
Quelle: Berliner Sparkasse, Stadtsparkasse München, eigene Recherche (Stand: 3. Juli 2020)

Unterschiede beim rechtlichen Rahmen

Es gibt bei den Sparkassen keinen einheitlichen Kreditvertrag. Die Verträge gestaltet jedes Institut nach den eigenen geschäftspolitischen Vorgaben, so die Auskunft des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV). Ein Vertrag der Sparkasse München kann deshalb in wichtigen Punkten andere Klauseln enthalten als ein Vertrag in Berlin. Vor allem in Bezug auf die Sondertilgung oder Ratenpausen bieten die Sparkassen unterschiedliche Regelungen an. Schauen Sie sich Ihren Vertragsentwurf daher genau an.

Verschiedene Restschuldversicherungen

Sparkassen-Kunden können den sogenannten Sparkassen-Kreditschutz abschließen, um sich gegen Zahlungsschwierigkeiten bei Arbeitslosigkeit, Arbeitsunfähigkeit und Todesfall abzusichern. Eine solche Restschuldversicherung ist keine Voraussetzung für die Kreditvergabe. Auch hier gilt: Jede Sparkasse arbeitet mit anderen Versicherungen zu unterschiedlichen Konditionen zusammen.

Achten Sie beim Abschluss darauf, wer Versicherungsnehmer ist. Einige Partner-Versicherungen bieten Verträge an, bei denen die Kreditnehmer nur versicherte Person und nicht selbst Versicherungsnehmer sind. Ihre rechtliche Position ist dadurch deutlich schwächer.

Falls Sie bei der Kündigung keinen Anspruch darauf haben sollten, dass Sie die auf die Kreditsumme aufgeschlagenen Prämien erstattet bekommen, sollte Sie dies trotzdem verlangen. Denn solche Klauseln dürften unzulässig sein. Da die Kreditnehmer diesen Einmalbetrag für die gesamte Dauer des Kredits im Voraus zahlen, müssten sie bei Kündigung vor Ablauf der Vertragszeit eine anteilige Erstattung erhalten.

Enthält Ihr Vertrag eine solche Regelung, können Sie deshalb nach unserer Einschätzung eine anteilige Rückerstattung des Einmalbetrags bei vorzeitiger Kündigung oder Umschuldung verlangen – und auch vor Gericht durchsetzen.

Auf Vergleichsportalen finden Sie die niedrigsten Zinsen

Das Angebot der Sparkasse, insbesondere der Ratenkredit, ist oft teuer. Die Zinsen sind im Vergleich zum Bundesdurchschnitt deutlich höher. Wir empfehlen Ihnen, Kredite über Vergleichsportale abzuschließen. Dort können Sie personalisierte Angebote von vielen Banken vergleichen und direkt abschließen. So haben Sie die höchsten Chancen auf den günstigsten Zins. 

Nutzen Sie vorab unseren Kreditrechner, um herauszufinden, welche Kreditsumme zu welcher Rate Sie sich leisten können.

Finanztip-Kreditvergleich

Nettokreditbetrag
Bitte geben Sie Ihren Wunschbetrag von 50 bis 100.000 € ein
Kreditlaufzeit
Verwendungszweck

Hinweise zum Rechner (Disclaimer)

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redaktion@finanztip.de (Finanztip Verbraucherinformation gGmbH) 03.07.2020 17:34:00 +0000
Autofinanzierung nur für Mitglieder : ADAC Autokredit https://www.finanztip.de/autokredit/adac-autokredit/ https://www.finanztip.de/?id=2470Autofinanzierung nur für Mitglieder
Das Wichtigste in Kürze
  • Der größte Automobilklub in Deutschland vergibt niedrig verzinste Autokredite. Davon können jedoch nur ADAC-Mitglieder profitieren.
  • Bei der Kreditvergabe kooperiert der ADAC mit der Landesbank Berlin (LBB).
  • Als Sicherheit für den Kredit dient das Auto.
  • Zusätzlich müssen Kreditnehmer ihre Gehaltsansprüche als Sicherheit an die Bank abtreten.
So gehen Sie vor

Der Allgemeine Deutsche Automobil-Club (ADAC) hat einen niedrig verzinsten Autokredit im Programm. Allerdings können nur Mitglieder den Kredit beantragen. Durch den Preis für die Mitgliedschaft steigen die Kosten für das Darlehen.

Porträt des ADAC

Der ADAC ist mit über 21 Millionen Mitgliedern (Stand: August 2019) der größte Automobilklub in Deutschland und insbesondere für seine Pannenhilfe bekannt. Doch dabei handelt es sich nicht um das einzige Betätigungsfeld des Vereins. So veröffentlicht der ADAC zum Beispiel Straßenkarten, bietet Fahrsicherheitstrainings an und betreibt Stiftungen. Das Tochterunternehmen ADAC Finanzdienste gibt Kreditkarten aus. Außerdem können Mitglieder des Klubs Kredite für den Autokauf aufnehmen. Beim Kredit arbeitet das Unternehmen mit der Bank11 zusammen.

Das Autokreditangebot des ADAC

Der ADAC bietet nur seinen Mitgliedern einen Kredit zum Autokauf an; als Sicherheit dient das Fahrzeug. Das Kreditangebot richtet sich nur an Arbeitnehmer und Rentner. Für Selbstständige gelten andere Regelungen und Voraussetzungen. Sie müssen den Jahresabschluss und andere betriebswirtschaftliche Auswertungen vorlegen.

Alle Kreditnehmer erhalten denselben Zinssatz. Ob der ADAC den Kredit aber überhaupt vergibt, hängt von der Kreditwürdigkeit des Mitgliedes ab. Diese überprüft der ADAC bei der Schufa oder anderen Auskunfteien.

Bei anderen Anbietern hängt auch die Höhe des Zinssatzes von der Bonität ab. Wenn Kreditnehmer deren Angebote mit dem des Automobilklubs vergleichen wollen, funktioniert das am ehesten über den sogenannten Zwei-Drittel-Zins. Den hat die EU-Kommission mit der Verbraucherkreditrichtlinie für die Werbung eingeführt. Diesen Zinssatz oder einen besseren würden zwei Drittel der Kunden erhalten.

Mitglieder können den Kredit online oder per Telefon sowie in den Filialen beantragen. Die Konditionen unterscheiden sich dem ADAC zufolge nicht.

Ein für Mitglieder recht günstiger Autokredit

Bei besicherten Krediten lag nach Angaben der Bundesbank der Zinssatz im Juli 2017 bei Laufzeiten zwischen einem bis fünf Jahren im Schnitt bei 3,92 Prozent. Der Zwei-Drittel-Zins des ADAC liegt mit 2,99 Prozent unter dem Durchschnitt.

Allerdings kommen zu den Kreditkosten noch die Beiträge für die Mitgliedschaft zwischen 54 und 84 Euro im Jahr dazu. Bei einem Kredit mit einer fünfjährigen Laufzeit ergeben sich daher zusätzliche Kosten von mindestens 245 Euro. Damit liegt der effektive Zinssatz bei einer Kreditsumme von beispielsweise 10.000 Euro bei etwa 3,92 Prozent pro Jahr.

Der ADAC erlaubt den Kreditnehmern beliebig viele Sondertilgungen. Zudem können sie den Kredit auch vorzeitig ablösen, ohne dass sie wie bei anderen Anbietern eine Vorfälligkeitsentschädigung zahlen müssen. Abhängig von der Bonität und dem Zahlverhalten sind auch Ratenpausen möglich.

Konditionen Autokredit des ADAC

  Autokredit

Zins

(effektiv pro Jahr)

2,99 %

Zinssatz repräsentatives Beispiel¹

(effektiv pro Jahr)

2,99 %
minimaler Kreditbetrag 2.500 €
maximaler Kreditbetrag 150.000 €
minimale Laufzeit 12 Monate
maximale Laufzeit 96 Monate

¹Das ist der sogenannte 2/3-Zins. Zwei Drittel der Kunden bekommen diese oder bessere Konditionen.                                                                      Quelle: ADAC (Stand: 3. Juli 2020)

Das Auto dient als Sicherheit

Besichert ist der Kredit durch eine sogenannte Sicherungsübereignung des Fahrzeugs. Eigentümer des Autos wird die Bank, Sie als Kreditnehmer dürfen es aber nutzen. Dazu müssen Sie spätestens vier Wochen nach Auszahlung des Kredits eine Kopie der Zulassungsbeschränkung Teil II (Kfz-Brief) und einen entsprechenden Sicherungsvertrag übermitteln. Kommen Sie dem nicht nach, sieht der Vertrag höhere Zinsen vor. Der effektive Jahreszins steigt dann in unserem Beispiel von 3,59 auf 9,9 Prozent. Können Sie die Raten nicht zahlen, darf die Bank die Übergabe des Wagens verlangen und ihn zum Beispiel verkaufen. Außerdem müssen Sie Ihr Gehalt abtreten. Ihr Arbeitgeber erfährt davon erst einmal nichts.

Keine Restschuldversicherung abschließen

Der ADAC bietet bei Kreditabschluss wahlweise eine Restschuldversicherung von der Credit Life AG an. Falls Sie Ihren Job verlieren, arbeitsunfähig werden oder sterben, übernimmt die Versicherung unter bestimmten Voraussetzungen die Zahlung der Raten und leitet sie automatisch an die Bank weiter.

Restschuldversicherungen sind teuer, verschlechtern den Zinssatz und sind meist überflüssig. Wir raten daher davon ab.

Auf Vergleichsportalen finden sich die niedrigsten Zinsen

Die Zinsen beim ADAC-Kredit sind selbst mit den Kosten für die Mitgliedschaft nah am Durchschnitt. Wir empfehlen Ihnen aber dennoch, Kredite über Vergleichsportale abzuschließen. Dort können Sie auf Sie zugeschnittene Angebote von vielen Banken vergleichen und direkt abschließen. Damit haben Sie die höchsten Chancen auf den günstigsten Zins. Der ADAC ist jedoch nur auf Check24 vertreten.

In unserem Ratgeber zum Thema Autokredit erfahren Sie, worauf Sie beim Abschluss achten müssen.

Finanztip-Kreditvergleich

Nettokreditbetrag
Bitte geben Sie Ihren Wunschbetrag von 50 bis 100.000 € ein
Kreditlaufzeit
Verwendungszweck

Hinweise zum Rechner (Disclaimer)

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redaktion@finanztip.de (Finanztip Verbraucherinformation gGmbH) 03.07.2020 17:26:00 +0000
Angebote kaum zu durchschauen : Santander Kredit https://www.finanztip.de/kredit/santander-kredit/ https://www.finanztip.de/?id=2446Angebote kaum zu durchschauen
Das Wichtigste in Kürze
  • Die Santander Consumer Bank ist einer der größten Kreditgeber in Deutschland.
  • Sie bietet sowohl Ratenkredite zur freien Verwendung als auch Autokredite an. Die Tarifstruktur ist undurchsichtig.
  • Die Vertragsunterlagen sind sehr umfangreich und dadurch nicht verbraucherfreundlich. Das gilt insbesondere dann, wenn die Bank zusätzlich zum Ratenkredit unaufgefordert die Clevercard anbietet – das ist ein Kreditrahmenvertrag mit Maestro-Karte.
So gehen Sie vor
  • Falls Sie sich für einen Kredit interessieren, sollten Sie zunächst Ihren Schufa-Eintrag überprüfen.
  • Nutzen Sie den Finanztip-Kreditrechner, um zu ermitteln, wie der Kredit aufgebaut sein muss, damit Sie ihn auch bezahlen können.
  • Haben Sie noch Zeit vor der Kreditaufnahme? Dann ordnen Sie Ihre Finanzen und optimieren Sie Ihre Verträge. Dann haben Sie mehr Geld übrig und können höhere Raten zahlen.
  • Wir empfehlen Ihnen, einen Kredit lieber über ein Vergleichsportal wie VerivoxCheck24Finanzcheckoder Smava abzuschließen.

Wer auf der Suche nach einem Ratenkredit ist, der kann auf vielen Wegen bei der Santander Consumer Bank landen. Das Geldinstitut bietet seine Kredite unter den Markennamen Best-Credit oder Car-Credit sowohl online als auch in den eigenen Filialen an. Zusätzlich ist die Bank noch mit verschiedenen Angeboten auf mehreren Vergleichsportalen im Internet vertreten. Auch viele Händler bieten Kredite der Santander Bank an. Die Tarifstruktur ist dementsprechend unübersichtlich. Für Verbraucher kann aber durchaus ein gutes Angebot dabei sein.

Porträt der Santander Consumer Bank

Die Santander Consumer Bank AG mit Sitz in Mönchengladbach gehört zum weltweit operierenden Konzern Banco Santander. Ursprünglich geht die deutsche Niederlassung der Bank auf die 1957 gegründete CC-Bank zurück. Nach und nach wurde unter anderem das deutsche Kreditgeschäft der Royal Bank of Scotland (RBS) und der SEB in den Konzern integriert. In Deutschland ist das Geldinstitut derzeit mit den zwei Marken Santander Consumer Bank und Santander vertreten.

Das Geschäft mit Ratenkrediten läuft über die Marke Santander Consumer Bank (Santander). Laut Geschäftsbericht 2017 verwaltet das Geldhaus Raten- und Autokredite im Wert von etwa 30 Milliarden Euro. Das ist mehr als dreifach so viel wie bei den Konkurrenten Targobank oder Easycredit. Die Bank setzt dabei auch auf die Zusammenarbeit mit Auto-, Möbel- und Elektronikhändlern.

Das Kreditangebot der Santander

Die Bank hat einen Ratenkredit und unterschiedliche Autofinanzierungen im Programm.

Übersicht: Kredite von Santander

  Ratenkredit Autokredit
minimaler Zins (effektiv pro Jahr) 1,99 % 3,99 %
maximaler Zins (effektiv pro Jahr) 7,98 % 3,99 %

Zinssatz repräsentatives Beispiel¹

(effektiv pro Jahr)

4,99 % 3,99 %
minimaler Kreditbetrag 1.000 € 500 €
maximaler Kreditbetrag 60.000 € 200.000 €
minimale Laufzeit 12 Monate 12 Monate
maximale Laufzeit 96 Monate 96 Monate

¹Das ist der sogenannte 2/3-Zins. Zwei Drittel der Kunden bekommen diese oder bessere Konditionen.                                                                      Quelle: Anbieter-Webseite (Stand: 3. Juli 2020)

Laut Aussage der Bank wird der Auto-Kredit auch über viele Kfz-Händler und in den Filialen der Santander Bank angeboten.

Vergleich zum Bundesdurchschnitt

Der Bundesbank zufolge lag der durchschnittliche Effektivzins im Juni 2017 für neu abgeschlossene Kredite mit Laufzeiten zwischen einem und fünf Jahre bei 3,92 Prozent pro Jahr. Der Zwei-Drittel-Zins der Santander liegt also über diesen Durchschnitt.

Sicherheiten und Einwilligungen

Die Santander verlangt bei einem Ratenkredit die Lohnnachweise der vergangenen drei Monate und zusätzlich einen aktuellen Kontoauszug des Girokontos mit dem Gehaltseingang, um die Bonität zu prüfen. Der Arbeitsvertrag darf nicht befristet sein. Es darf auch keine negativen Einträge bei der Schufa geben.

Der Kreditantrag enthält eine datenschutzrechtliche Einwilligung, wonach Ihre Daten an Unternehmen des Konzerns weitergegeben werden dürfen – auch zu Werbezwecken. Sie werden aber nicht angerufen oder erhalten Werbung per E-Mail. Das passiert nur, wenn Sie im Vertrag aktiv an einer ausgewiesenen Stelle ein Kreuzchen setzen und damit einwilligen, angerufen oder angeschrieben zu werden.

Falls der Kunde andere Konten oder ein Wertpapierdepot bei der Santander hat, dienen diese als Pfand für den Fall, dass er den Kredit nicht ordnungsgemäß zurückzahlt. Zusätzlich muss er zur Sicherheit den pfändbaren Teil seines Arbeitseinkommens und etwaige Sozialleistungen abtreten. Das erfährt der Arbeitgeber allerdings zunächst nicht – das ist erst der Fall, wenn der Kreditnehmer mit mindestens zwei vollen Raten in Verzug ist und er mindestens zweimal zur Rückzahlung aufgefordert wurde. Die Santander gibt ihm einen Monat Zeit, den offenen Betrag zu zahlen – erst dann holt sie den pfändbaren Teil des Einkommens direkt beim Arbeitgeber.

Zusatzkosten bei Santander-Kredit

In Sachen Flexibilität bietet die Bank nur die gesetzlichen Mindeststandards an. Für Sondertilgungen und vorzeitige Rückzahlung fällt eine Vorfälligkeitsentschädigung an. Nach Aussage der Bank ist eine Ratenpause prinzipiell möglich und muss individuell vereinbart werden. Eine Saldenbestätigung kostet 30 Euro, eine Stundung  40 Euro.

Gerät der Kreditnehmer mit einer Rate in Verzug, kann die Bank den durch den Verzug entstandenen Schaden berechnen. Auch wenn derzeit keine weiteren Gebühren erhoben werden, können Sie für die Zukunft nicht sicher sein. Entscheidend für solche Extrakosten ist immer der Zeitpunkt, zu dem die Bank die Leistung erbringt.

Wer einen Ratenkredit bei der Santander beantragt, bekommt womöglich ein Angebot über eine sogenannte Clevercard. Das ist eine Maestro-Karte, mit der der Kreditnehmer zusätzlich über einen eingeräumten Kreditrahmen mit variablem Zinssatz verfügen kann. Der effektive Jahreszins für diesen Verfügungsrahmen ist dabei um einiges höher als der Effektivzins des Ratenkredits. Die Vertragsunterlagen werden durch diesen Zusatzkredit sehr unübersichtlich. Wenn Sie eine solche Karte nicht wollen, müssen Sie die Abschnitte mit einem Stift deutlich erkennbar durchstreichen.

Restschuldversicherung

Die Santander vermittelt bei einem Ratenkredit eine sogenannte Ratenschutzversicherung. Sie ist aber nicht Voraussetzung dafür, dass Sie den Kredit bekommen. Der Versicherungsbeitrag wird als Einmalbeitrag bei Darlehenszusage an die Versicherung abgeführt und mitfinanziert. Die Versicherung läuft genauso lang wie das Darlehen.

Die Ratenschutzversicherung bei Arbeitslosigkeit, Arbeitsunfähigkeit und im Todesfall ist teuer und überflüssig. Bei dem uns vorliegenden Beispielkredit vom März 2015 über 10.000 Euro waren es mehr als 2.000 Euro zusätzlich. Wie bei diesen Policen üblich, wird die Prämie als Einmalbetrag auf die Kreditsumme aufgeschlagen. Diese Kosten werden aber nicht in den effektiven Jahreszins eingerechnet. Würde man die Versicherung berücksichtigen, erhöhte sich der im Angebot angegebene Effektivzins von 7,98 um mehr als das Doppelte auf 17,37 Prozent pro Jahr.

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Besser Vergleichsportal nutzen

Das Angebot der Santander Bank kann sich durchaus lohnen, wir empfehlen Ihnen trotzdem den Kreditvergleich über Portale. Dort erhalten Sie personalisierte Angebote von vielen Banken und können diese vor einem möglichen Abschluss vergleichen. So erhöhen Sie Ihre Chancen auf den Kredit mit dem niedrigsten Zins.

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redaktion@finanztip.de (Finanztip Verbraucherinformation gGmbH) 03.07.2020 17:21:00 +0000
Die Bonität spielt keine Rolle : ING Kredit https://www.finanztip.de/kredit/ing-diba-kredit/ https://www.finanztip.de/?id=2413Die Bonität spielt keine Rolle
Das Wichtigste in Kürze
  • Die Online-Bank ING bietet je nach Verwendungszweck verschiedene Kredite an.
  • Die Zinsen liegen dafür teilweise deutlich unter dem deutschlandweiten Durchschnitt. Die Kredite sind flexibel, ohne dass dafür zusätzliche Kosten anfallen.
  • Anders als andere Ratenkreditgeber bietet die ING ihren Kreditnehmern keine Restschuldversicherungen an.
  • Sie können jederzeit das Darlehen kündigen oder vorzeitig zurückzahlen. Die Bank verlangt dafür keine Vorfälligkeitsentschädigung.
So gehen Sie vor
  • Falls Sie sich für einen Kredit interessieren, sollten Sie zunächst Ihren Schufa-Eintrag überprüfen.
  • Nutzen Sie den Finanztip-Kreditrechner, um zu ermitteln, wie der Kredit aufgebaut sein muss, damit Sie ihn auch bezahlen können.
  • Haben Sie noch Zeit vor der Kreditaufnahme? Dann ordnen Sie Ihre Finanzen und optimieren Sie Ihre Verträge. Dann haben Sie mehr Geld übrig und können höhere Raten zahlen.
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Die Direktbank ING bietet ihren Kunden drei verschiedene Arten von Ratenkrediten an: einen Kredit zur freien Verwendung, einen Autokredit und einen Wohnkredit für Umbauten an der eigenen Immobilie. Das Besondere daran: Die Zinsen sind unabhängig von der Bonität des Kreditnehmers. Dabei entspricht der Zinssatz dem Bundesdurchschnitt oder liegt sogar darunter.

Porträt der ING

Die ING mit Sitz in Frankfurt am Main ist eine Tochtergesellschaft der niederländischen Großbank ING. In Deutschland hat das Geldinstitut nach eigenen Angaben mehr als acht Millionen Kunden. Die ING ist eine sogenannte Direktbank und bietet ihre Produkte ausschließlich über das Internet an. Daher gibt es keine Filialen.

Die Bank verwaltet insgesamt Ratenkredite im Wert von etwa 8,7Milliarden Euro (Stand: 2018). Dieser Bereich ist relativ klein im Vergleich zum Geschäft mit Immobilienkrediten, das sich auf über 72 Milliarden beläuft. In Deutschland vermitteln andere Geldinstitute mehr Kredite – beispielsweise sind Kredite im Umfang von mehr als 12 Milliarden Euro von der Targobank im Umlauf.

Das Kreditangebot der ING

Die ING hat ausschließlich bonitätsunabhängige Kredite im Programm. Das bedeutet, dass jeder Kunde, den die Bank für kreditwürdig hält, denselben Zins bekommt. Um die Bonität des Antragstellers zu bewerten, fragt die Bank Daten bei der Schufa und anderen Auskunfteien ab.

Viele andere Banken bieten dagegen bonitätsabhängige Kredite an. Bei diesen unterscheiden sich die Zinssätze je nach Bonität der Kunden. Damit Kunden trotzdem verschiedene Anbieter vergleichen können, hat die EU-Kommission mit der Verbraucherkreditrichtlinie den sogenannten Zwei-Drittel-Zins eingeführt. Diesen Zinssatz oder einen besseren würden zwei Drittel der Kunden erhalten.

Zweckgebundene Kredite sind preiswerter

Wenn Verbraucher die Kredite der ING zweckgebunden aufnehmen, zahlen sie niedrigere Zinsen als für einen Ratenkredit. Aber nur bei diesem können sie frei über die Summe verfügen.

Für den Autokredit müssen sie ein Fahrzeug anschaffen. Der Wohnkredit dient Renovierungen, Umbauten oder Möbelkäufen für die eigene Immobilie. Besichert ist der Kredit jedoch nicht. Verbraucher müssen lediglich nachweisen, dass sie das Geld für den vorbestimmten Zweck verwendet haben. Dazu müssen sie lediglich eine Kopie des Kfz-Kaufvertrags beziehungsweise eine Kopie des Grundbuchauszugs bei der Bank einreichen.

Vergleich zum Bundesdurchschnitt

Der Ratenkredit der ING-Diba liegt mit 3,99 Prozent Effektivzins pro Jahr unter dem durchschnittlichen Zins, den Kunden laut Bundesbank für neu aufgenommene Kredite zahlen mussten. Das Autokredit-Angebot ist mit 2,59 Prozent deutlich günstiger als der Bundesdurchschnitt von 3,92 Prozent (Juni 2017).

Die ING bietet fixe Konditionen an. Die Bonitätsprüfung entscheidet darüber, ob ein Kunde den jeweiligen Kredit bekommt oder nicht. Ein Plus bei der ING ist die Flexibilität des Kredits. Kunden können den Kredit jederzeit ganz oder in Teilen tilgen. Dafür fallen keine Gebühren an, auch keine Vorfälligkeitsentschädigung

Kredite der ING

  Ratenkredit Autokredit Wohnkredit
Zins (effektiv pro Jahr) 3,39 % - 3,99 % 1 2,59 % 3,29 % - 3,59 % 1
minimaler Kreditbetrag 5.000 € 5.000 € 5.000 €
maximaler Kreditbetrag 50.000 € 65.000 € 65.000 €
minimale Laufzeit 12 Monate 24 Monate 24 Monate
maximale Laufzeit 96 Monate 96 Monate 96 Monate

1 Abhängig von der Kreditsumme
Quelle: ING (Stand: 3. Juli 2020)

Sicherheiten und Einwilligungen

Die IN verlangt von Angestellten eine Kopie der jüngsten drei Gehaltsabrechnungen und von Freiberuflern die jüngsten beiden Steuerbescheide. Von Rentnern möchte sie die Kopie des jüngsten Rentenbescheids sehen.

Im Kreditantrag werden Sie aufgefordert, eine E-Mail-Adresse anzugeben. Die Bank lässt Ihnen automatisch Informationen über Produkte, Services sowie Informationen zur Geldanlage zukommen. Wenn Sie das nicht wollen, müssen Sie der Bank eine E-Mail schreiben und der Zusendung widersprechen.

Besichert ist der Kredit durch eine sogenannte stille Gehaltsabtretung. Das heißt: Ihr Arbeitgeber erfährt davon erst einmal nichts. Die ING gibt Ihnen sechs Wochen Zeit, den offenen Betrag zu zahlen, wenn Sie mit der Rate in Rückstand sind – erst dann wird sie Ihren Arbeitgeber informieren und den pfändbaren Teil Ihres Einkommens pfänden, sofern Sie weiterhin nicht zahlen. Falls Sie andere Konten oder ein Wertpapierdepot bei der ING haben, dienen diese zusätzlich als Pfand für den Fall, dass Sie den Kredit nicht ordnungsgemäß zurückzahlen.

Die ING vermittelt bei Ratenkrediten grundsätzlich keine Ratenschutzversicherung.

Keine zusätzlichen Gebühren

Die ING hat bereits im Jahr 2004 entschieden, auf Kreditbearbeitungsgebühren zu verzichten. Die Bank war anders als viele Wettbewerber daher von den Urteilen des BGH überhaupt nicht betroffen. Außer den Zinsen fallen keine zusätzlichen Gebühren an - und zwar seit dem 1. März 2004. Damit sind die Kreditangebote der ING transparent und kundenfreundlich strukturiert. Ratenänderungen und -stundungen müssen Sie in Auftrag geben und sind nach Entscheidung der Fachabteilung ebenfalls kostenfrei möglich.

Wollen Sie den Kredit vorzeitig zurückzahlen, fällt nach dem Gesetz eine Vorfälligkeitsentschädigung an. Darauf verzichtet die ING allerdings. Sie können den Ratenkredit also jederzeit ganz oder teilweise zurückzahlen. Dadurch haben Sie eine größere Flexibilität als bei anderen Anbietern.

Auf Vergleichsportalen finden Sie die niedrigsten Zinsen

Das Angebot der ING kann sich durchaus lohnen – insbesondere wenn Sie den Auto- oder Wohnkredit abschließen. Die Zinsen bewegen sich für diese Angebote unter dem bundesweiten Durchschnitt. Wir empfehlen Ihnen trotzdem, Kredite über Vergleichsportale abzuschließen. Dort können Sie personalisierte Angebote von vielen Banken vergleichen und direkt abschließen. So haben Sie die höchsten Chancen auf den günstigsten Zins. Bei den meisten Portalen sind auch die Kredite der ING gelistet.

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redaktion@finanztip.de (Finanztip Verbraucherinformation gGmbH) 03.07.2020 17:19:00 +0000
Online günstig, vor Ort teuer : Targobank Kredit https://www.finanztip.de/kredit/targobank-kredit/ https://www.finanztip.de/?id=2409Online günstig, vor Ort teuer
Das Wichtigste in Kürze
  • Die Zinsen für die Online-Kredite der Targobank bewegen sich unter dem Durchschnitt aller Anbieter.
  • Bei Abschluss in einer Filiale müssen Kunden höhere Zinsen zahlen.
So gehen Sie vor
  • Falls Sie einen Kredit brauchen, sollten Sie nicht gleich zu einer Bank gehen, auch nicht zu Ihrer Hausbank. Vergleichen Sie die Kreditangebote stattdessen über Online-Portale.
  • Nutzen Sie den Finanztip-Kreditrechner, um zu ermitteln, wie der Kredit aufgebaut sein muss, damit Sie ihn auch bezahlen können.
  • Nutzen Sie dazu zwei Portale: zum einen Verivox, da es sofort einen guten Überblick liefert, und außerdem ein weiteres Portal, um womöglich bessere Zinsen zu finden. Wir empfehlen für den zweiten Vergleich Check24, Finanzcheck oder Smava.

Der „Wie-für-mich-gemacht-Kredit“ – so versucht die Targobank, Kunden von ihrem Angebot für Raten- und Autokredite zu überzeugen. Dabei bewirbt die Bank vor allem die Flexibilität ihrer Produkte. Viel wichtiger sind in den meisten Fällen jedoch die Zinsen.

Welche Kredite bietet die Targobank an?

Die Targobank bietet unterschiedliche Kredite an und unterscheidet dabei zwischen Online- und Filial-Krediten. Über die Website können Sie Ratenkredite, Autokredite und Wohnkredite beantragen. Außerdem bietet die Targobank einen Kredit für Selbstständige online an. In der Filiale können Sie ebenfalls einen Ratenkredit beantragen, die Bank verlangt in der Filiale aber andere Zinssätze.

Je nach Bonität erhält der Kunde ein individuelles Angebot. Um die Kreditwürdigkeit des Antragstellers zu bewerten, fragt die Targobank Daten bei der Schufa und anderen Auskunfteien ab.

Online oder in der Filiale abschließen?

Die Kredite der Targobank sind bonitätsabhängig. Das heißt, die Kunden bekommen unterschiedliche Zinsen. Wie die genau aussehen, hängt zum Beispiel von der Bewertung der Schufa und vom Gehalt ab.

Die Targobank legt die mögliche Zinsspanne für Filial-Kredite breiter an. Das heißt, dass Sie womöglich mehr für Ihren Kredit zahlen, falls Sie ihn vor Ort beantragen. Zwar lassen sich die Zinsen zwischen Filial-Angeboten und Online-Angeboten nicht eins zu eins vergleichen, weil sich das Publikum und damit die Bonität der Antragsteller unterscheidet. Es ist jedoch klar, dass ein Kredit in der Filiale schon wegen der höheren Vertriebskosten teurer ist. Außerdem ist der Konkurrenzdruck im Online-Geschäft erheblich höher, da Kunden hier leichter vergleichen können. Das drückt den Online-Preis.

Lohnt sich der Targobank-Kredit?

Damit Kunden vor einer Kreditanfrage das Niveau verschiedener Anbieter vergleichen können, hat die EU-Kommission mit der Verbraucherkreditrichtlinie den sogenannten Zwei-Drittel-Zins eingeführt. Diesen Zinssatz oder einen besseren würden zwei Drittel der Kunden erhalten, die einen Kredit bei der Bank abschließen.

Die Zinsspanne liegt zwischen 1,95 Prozent und 9,49 Prozent. Im deutschlandweiten Vergleich bewegt sich das Online-Angebot der Targobank im guten Mittelfeld. Nach Angaben des Geldinstituts zahlen zwei Drittel der Kunden einen Zins von höchstens 3,45 Prozent effektiv pro Jahr. Der Bundesbank zufolge war der durchschnittliche Effektivzins im Oktober 2019 für neu abgeschlossene Kredite mit Laufzeiten zwischen einem und fünf Jahre 4,39 Prozent pro Jahr.

Übersicht: Kredite der Targobank

  Ratenkredit
(online)
Autokredit
(online)
minimaler Zins (effektiv pro Jahr) 1,95 % 3,99 %
maximaler Zins (effektiv pro Jahr) 9,49 % 3,99 %
Zinssatz repräsentatives Beispiel¹ (effektiv pro Jahr) 3,45 % 3,99 %
minimaler Kreditbetrag 1.500 € 500 €
maximaler Kreditbetrag² 65.000 € 200.000 €
minimale Laufzeit 12 Monate 12 Monate
maximale Laufzeit 96 Monate 96 Monate

¹ Das ist der sogenannte 2/3-Zins – zwei Drittel der Kredite haben diese oder bessere Konditionen.
Quelle: Targobank (Stand: 3. Juli 2020)

Aber auch wenn ein großer Teil der Targobank-Kunden gute Zinsen bekommt: Sie sollten besser vergleichen, statt einfach direkt zu dieser Bank zu gehen. Womöglich schätzt eine andere Bank Ihre Bonität anders ein als die Targobank und Sie bekommen ein besseres Angebot.

Wir empfehlen Ihnen, Kredite über Portale zu vergleichen. Denn so erhalten Sie personalisierte Angebote von vielen Banken und können diese vor einem möglichen Abschluss gegeneinanderhalten. Außerdem erhöhen Sie Ihre Chance auf den für Sie günstigsten Kredit. Auch die Targobank ist auf den Portalen gelistet.

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Was ist noch beim Targobank-Kredit wichtig?

Bei der Flexibilität unterscheiden sich die unterschiedlichen Kreditangebote der Targobank. So verzichtet die Bank zum Beispiel beim Individual-Kredit und bei den Online-Krediten auf eine Vorfälligkeitsentschädigung, wenn Sie bis zu 50 Prozent Ihres Kredits vorzeitig zurückzahlen.

Falls der Kreditnehmer ein anderes Konto oder ein Wertpapierdepot bei der Targobank hat, dienen diese als Pfand für den Fall, dass er den Kredit nicht ordnungsgemäß zurückzahlt. Zusätzlich muss der Kunde zur Sicherheit den pfändbaren Teil seines Arbeitseinkommens abtreten. Er erlaubt der Bank im Vertrag, dass sie Auskünfte über sein Gehalt bei seinem Arbeitgeber einholt – und zwar nicht erst dann, wenn er in Verzug geraten ist.

Die Targobank bietet zu ihren Krediten eine Restschuldversicherung an. Restschuldversicherungen sollen Kreditnehmer schützen, falls sie wegen Arbeitslosigkeit, Arbeitsunfähigkeit oder Tod die Raten nicht mehr bezahlen können.

Bei einem uns vorliegenden Angebot vom November 2018 für einen Online-Ratenkredit über 24.000 Euro kostete die Absicherung rund 1.800 Euro zusätzlich. Diese Kosten wurde nicht in den effektiven Jahreszins eingerechnet.

Die Versicherung ist teuer und meist überflüssig. Wir raten davon ab, eine Restschuldversicherung abzuschließen.

Wer steckt hinter dem Targobank-Kredit?

Die Targobank mit Hauptsitz in Düsseldorf ist seit mehr als 80 Jahren in Deutschland unter wechselndem Namen aktiv. Kredite gehören dabei zu einem der wichtigsten Geschäftsfelder. Vor der Übernahme durch die französische Genossenschaftsbank Crédit Mutuel im Zuge der Finanzkrise 2008 war sie eine Tochter der amerikanischen Citibank.

Das Kreditinstitut hat ein breites Filialnetz mit rund 350 Niederlassungen, vertreibt seine Produkte zunehmend aber auch im Internet. Laut Geschäftsbericht 2018 beläuft sich das Ratenkreditvolumen auf rund 14,6 Milliarden Euro.

Mehr zum Thema Kredite erfahren Sie in unserem Ratgeber Kreditvergleich.

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redaktion@finanztip.de (Finanztip Verbraucherinformation gGmbH) 03.07.2020 17:14:00 +0000
Von diesen Steuervorteilen profitieren Eltern : Kinderfreibetrag https://www.finanztip.de/steuervorteile-fuer-eltern/ https://www.finanztip.de/?id=1117Steuervorteile für Eltern
Das Wichtigste in Kürze
  • Eltern können eine Reihe steuerlicher Vergünstigungen erhalten. So steht ihnen entweder Kindergeld oder der Kinderfreibetrag zu. Zusätzlich zum Kindergeld bekommen Geringverdiener auf Antrag den sogenannten Kinderzuschlag.
  • Darüber hinaus können der Ausbildungsfreibetrag, der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende und Kinderbetreuungskosten die Steuern senken.
  • Wer einen Riester-Vertrag abgeschlossen hat, kann von der Kinderzulage profitieren.
So gehen Sie vor
  • Kindergeld und Kinderzuschlag beantragen Sie bei der Familienkasse.
  • In der Steuererklärung füllen Sie für jedes Kind die Anlage Kind aus.
  • Mit der Anlage Kind beantragen Sie den Abzug von Kinderbetreuungskosten, Schulgeld und auch den Ausbildungsfreibetrag für ein auswärts wohnendes, volljähriges Kind in Berufsausbildung.
  • Nach Trennung und Scheidung gilt: Während das Kindergeld nur ein Elternteil bekommt, können sich die Eltern die steuerlichen kinderbezogenen Freibeträge aufteilen.
  • Umfassende Steuertipps und Ausfüllhinweise enthält unser kostenloses 20-seitiges Steuer-E-Book für die Steuererklärung 2019, das Sie sich hier herunterladen können.

Zum E-Book

Kinder schenken viel Freude, kosten aber auch viel Geld. Einen Teil davon können sich Eltern über die Steuererklärung zurückholen, weil der Staat Familien mit Kindern und Alleinerziehende unterstützt. Eines der wichtigsten Förderinstrumente ist das Kindergeld. Darüber hinaus können Eltern aber auch zahlreiche Steuervorteile nutzen. Das Einzige, was sie dafür tun müssen, ist, eine Steuererklärung abzugeben. Wer die Anlage Kind sorgfältig ausfüllt, hat die größte Hürde schon genommen.

Wem steht Kindergeld oder ein Kinderfreibetrag zu?

Sie können für Ihr Kind nur entweder Kindergeld oder den Kinderfreibetrag erhalten. Für einige Steuerzahler bringen die Kinderfreibeträge einen zusätzlichen steuerlichen Vorteil. Wenn Sie eine Steuererklärung samt Anlage Kind für jedes Kind ausfüllen, dann wendet das Finanzamt automatisch die für Sie günstigste Variante an. 

Kindergeld steht Ihnen ab der Geburt Ihres Kindes zu. Es wird monatlich ausgezahlt.

Monatliches Kindergeld

Jahr für das erste und zweite Kind je
2014 184 €
2015 188 €
2016 190 €
2017 192 €
2018 194 €
ab 1. Juli 2019 204 €

Quelle: § 66 Einkommensteuergesetz (Stand: Juli 2019)

Der Gesetzgeber hat in den vergangenen Jahren das Kindergeld jedes Jahr erhöht. 2018 gab es für das erste und zweite Kind jeweils 194 Euro, für das dritte 200 Euro und ab dem vierten Kind 225 Euro.

Seit Juli 2019 gibt es für jedes Kind monatlich 10 Euro mehr: für das erste und zweite Kind also 204 Euro, für das dritte Kind 210 Euro und für jedes weitere Kind 235 Euro. Um weitere 15 Euro soll das Kindergeld zum 1. Januar 2021 steigen.

Aufgrund der Corona-Pandemie erhalten Kindergeldberechtigte im Herbst 2020 einmalig 300 Euro Kinderbonus ausgezahlt. Diesen Betrag gibt es pro Kind, für das es im Jahr 2020 einen Kindergeldanspruch von mindestens einem Monat gibt. Also auch für Kinder, die zum Beispiel im Laufe des Jahres ihre Ausbildung beendet haben oder erst Ende des Jahres geboren wurden. 

Kindergeld nur auf Antrag

Alle Eltern sollten Kindergeld beantragen, denn zahlreiche Vergünstigungen, beispielsweise im Steuerrecht, hängen vom Kindergeldanspruch ab. Ob ein solcher besteht, weiß das Finanzamt nur, wenn Sie einen Kindergeldantrag gestellt haben.

Das Kindergeld beantragen Sie bei der Familienkasse. Falls Sie sich nicht sicher sind, welche Kasse für Sie zuständig ist, kann Ihnen bei der Suche ein Ortsverzeichnis der Bundesagentur für Arbeit helfen. Die Formulare und Merkblätter stellt die Arbeitsagentur online zur Verfügung.

Sie benötigen für den Antrag die Steueridentifikationsnummern des Kindes sowie des Elternteils, der das Kindergeld erhalten soll.

Eltern erhalten nicht nur für ihren leiblichen Nachwuchs Kindergeld und Kinderfreibeträge, sondern auch für Pflegekinder und adoptierte oder angenommene Kinder. Voraussetzung ist, dass das Kind seinen familiären Mittelpunkt bei den Pflegeeltern hat (§ 32 EStG und § 63 EStG).

Einen Überblick über die wichtigsten gesetzlichen Regelungen zum Kindergeld finden Sie in einem Merkblatt der Bundesagentur für Arbeit. Es enthält Informationen zur Antragstellung, den Anspruchsvoraussetzungen sowie zur Höhe und Dauer der Zahlung.

Kinderzuschlag für Geringverdiener

Als Geringverdiener können Sie den Kinderzuschlag als Ergänzung zum Kindergeld bei der Familienkasse beantragen. Der höchstmögliche Kinderzuschlag beträgt seit Juli 2019 monatlich 195 Euro. Ab 2019 müssen Sie im Antrag auf Kinderzuschlag die Steueridentifikationsnummer des Kindes angeben.

Kinderfreibeträge

Für die meisten Eltern bringt die Auszahlung des Kindergelds mehr als der Kinderfreibetrag. Wenn Sie eine Steuererklärung abgeben, prüft das Finanzamt automatisch, was für Sie günstiger ist. Falls für Sie die Kinderfreibeträge günstiger sind, rechnet es im Steuerbescheid das Kindergeld hinzu, um die festzusetzende Einkommensteuer zu berechnen. Die Kinderfreibeträge spielen zudem bei der Berechnung der Kirchensteuer und des Solidaritätszuschlags eine Rolle.

Der gesamte Kinderfreibetrag besteht aus zwei Teilen: dem Freibetrag für das Existenzminimum des Kindes (sächlicher Kinderfreibetrag) und dem Freibetrag für den Betreuungs- und Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf (BEA). Den Freibetrag für das Existenzminimum passt der Gesetzgeber regelmäßig an, weil sich die Preise, zum Beispiel für Lebensmittel, ändern können.

Der Erziehungsfreibetrag bleibt seit Jahren konstant. Er beträgt pro Elternteil 1.320 Euro, also insgesamt 2.640 Euro für ein Kind.

Der sächliche Kinderfreibetrag ist hingegen zuletzt jährlich erhöht worden. Pro Kind und Elternteil beträgt er 2.394 Euro im Jahr 2018. Ab 2019 steigt er auf 2.490 Euro und ab 2020 auf 2.586 Euro.

Diese Freibeträge verdoppeln sich, wenn die Eltern verheiratet sind und zusammenveranlagt werden.

Die Kinderfreibeträge pro Kind setzen sich seit 2018 folgendermaßen zusammen:

Kinderfreibeträge seit 2018

      2018 2019 2020
Freibetrag für das Existenzminimum des Kindes 2.394 € 2.490 € 2.586 €

Freibetrag für den Betreuungs- und

Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf (BEA)

1.320 € 1.320 € 1.320 €
Summe pro Elternteil: 3.714 € 3.810 € 3.906 €
insgesamt für Eltern: 7.428 € 7.620 € 7.816 €

Quelle: § 32 Absatz 6 Einkommensteuergesetz (Stand: April 2020)

Während das Kindergeld erst im Juli 2019 erhöht wurde, gilt der höhere Kinderfreibetrag 2019 bereits ab Januar 2019. Auch 2020 wurde der Kinderfreibetrag erhöht.

Kinder- und BEA-Freibetrag stehen grundsätzlich jedem der beiden Elternteile zu. Anspruch auf den vollen Kinderfreibetrag besteht dann, wenn der andere Elternteil des Kindes verstorben oder nicht unbeschränkt einkommensteuerpflichtig ist. Das gilt ebenfalls, sofern der andere Elternteil „untergetaucht“ ist oder sich der Vater nicht amtlich feststellen lässt.

Exkurs: Zu niedriger Kinderfreibetrag?

Der Kinderfreibetrag stellt das Existenzminimum eines Kindes steuerlich frei. Daher muss er regelmäßig angepasst werden. Nach dem Existenzminimumbericht der Bundesregierung hätten die kinderbezogenen Freibeträge bereits 2014 erhöht werden müssen. Der Bund der Steuerzahler identifiziert für 2014 eine Lücke von 72 Euro. Daher unterstützt er eine Musterklage vor dem Finanzgericht München (Az. 8 K 2426/15). Die Steuerbescheide für 2014 bleiben in diesem Punkt automatisch offen. Sie erhalten einen Vorläufigkeitsvermerk und können folglich bei einem erfolgreichen Ausgang des Musterprozesses noch geändert werden.

Eine erste Entscheidung gibt es bereits in einem anderen Verfahren: Das Finanzgericht (FG) Niedersachsen ist davon überzeugt, dass der Fiskus die Kinderfreibeträge nicht nur im Jahr 2014, sondern bereits zuvor zu niedrig bemessen hat. Es bemängelte sowohl die Höhe als auch die Berechnungsweise (Beschluss vom 2. Dezember 2016, Az. 7 K 83/16). Das Gericht hat daher im Anschluss an seine mündliche Verhandlung dieses Klageverfahren ausgesetzt und dem Bundesverfassungsgericht die Frage vorgelegt, ob die gesetzliche Regelung zur Höhe der Kinderfreibeträge verfassungswidrig ist. Vermutlich entscheidet dieses aber frühestens 2020 darüber.

Geklagt hatte die verwitwete Steuerberaterin Reina Becker mit zwei Kindern in Ausbildung – eines davon volljährig. Das FG monierte nicht nur den aufgrund des Existenzminiumumberichts zu niedrig festgelegten Kinderfreibetrag, sondern auch die vom steuerlichen Gesetzgeber verwendete Berechnungsweise. Diese führe dazu, dass die Klägerin Einkommensteuer auf das Existenzminimum ihrer zwei Töchter zahlen müsse. Für volljährige Kinder in Ausbildung stelle der Fiskus einen niedrigeren Betrag steuerfrei als für volljährige Kinder, die keine Ausbildung machen. Für Kinder ab 18 Jahren gibt es derzeit keine eigene Berechnung für den Mindestbedarf.

Von einem positiven Ausgang dieses Verfahrens würden alle Eltern profitieren – und dies sogar, ohne etwas unternehmen zu müssen. Denn obwohl nur die wenigsten mit dem Kinderfreibetrag besser abschneiden als mit dem Kindergeld, ist das Verfahren für alle Eltern mit Anspruch auf Kindergeld von Bedeutung. Der Kinderfreibetrag spielt nämlich eine Rolle bei der Berechnung der Kirchensteuer und des Solidaritätszuschlags.

Für die Festsetzung der Einkommensteuer bereits ab dem Jahr 2001 sind die Finanzämter angewiesen, die Steuerbescheide in Bezug auf die Kinderfreibeträge (§ 32 Abs. 6 Sätze 1 und 2 EStG) mit einem Vorläufigkeitsvermerk zu versehen. Das heißt, die Bescheide sind in diesem Punkt von Amts wegen offengehalten worden. Kommt es zu einem steuerzahlerfreundlichen Urteil des Bundesverfassungsgerichts, dürfen sich Eltern auf eine Steuerrückerstattung – samt Zinsen von derzeit 6 Prozent jährlich – freuen.

Bis wann bekommen Sie Kindergeld oder Kinderfreibeträge?

Für jedes Kind füllen Sie eine eigene Anlage Kind in Ihrer Einkommensteuererklärung aus. Mit diesem Steuerformular müssen Sie sich auch auseinandersetzen, wenn Ihre Lohnsteuerbescheinigung Angaben zu Ihren Kindern enthält. Dieser Eintrag spielt für den monatlichen Lohnsteuerabzug und für die Höhe der Einkommensteuer keine Rolle. Im Laufe des Jahres wirken sich die eingetragenen Kinderfreibeträge aber auf die Höhe der Kirchensteuer und des Solidaritätszuschlags aus, die Ihr Arbeitgeber einbehält.

Vergleichsrechnung bei Kindergeld und Kinderfreibeträgen

Der Regelfall ist, dass Eltern Kindergeld erhalten. Mit der Steuererklärung lassen sie dann vom Finanzamt überprüfen, ob für sie die Kinderfreibeträge günstiger sind.

Grundsätzlich gilt: Sie können nicht Kindergeld erhalten und zusätzlich die vollen Kinderfreibeträge von der Steuer absetzen. Das Finanzamt verrechnet nämlich das Kindergeld mit dem Steuervorteil, der sich durch die Kinderfreibeträge ergibt. Ihnen bleibt daher nur die Differenz zwischen Kindergeld und Steuerfreibeträgen. Das Finanzamt prüft nach der Einkommensteuererklärung mit Anlage Kind automatisch, was günstiger ist: Kindergeld oder Kinderfreibetrag.

Achtung: Bei der Günstigerprüfung zieht das Finanzamt aber generell den Anspruch auf das Kindergeld heran und nicht das tatsächlich gezahlte Kindergeld.

Falls sich verheiratete Eltern zusammen zur Einkommensteuer veranlagen lassen, profitieren sie erst ab einem zu versteuernden Einkommen von gut 65.000 Euro von einer zusätzlichen Steuerentlastung. Diese Grenze kann sich verschieben, wenn die Bundesregierung das Kindergeld erhöht.

Lebt das Kind nur bei einem Elternteil und lässt sich dieser den Betreuungsfreibetrag (BEA) des anderen Elternteils übertragen, dann bringt der Kinderfreibetrag bereits bei einem zu versteuernden Einkommen von mehr als 17.000 Euro eine zusätzliche Steuerersparnis.

Wenn ein Kind im gesamten Jahr 2020 kindergeldberechtigt ist, zahlt die Familienkasse insgesamt 2.748 Euro aus (2.448 Euro Kindergeld + 300 Euro Kinderbonus). Dieser Betrag wird aber im Rahmen der Günstigerprüfung mit dem Kinderfreibetrag verrechnet. Folglich profitieren gutverdienende Eltern nach der Steuererklärung nur teilweise oder überhaupt nicht vom Kinderbonus. Letzteres ist der Fall für ein Ehepaar mit einem Kind und einem zu versteuernden Einkommen von insgesamt über 86.000 Euro. Ungekürzt verbleibt der Kinderbonus bis zu einem Jahreseinkommen von knapp 68.000 Euro.

Altersgrenzen bei Kindern

Das Kindergeld fließt ohne Weiteres, solange Ihr Nachwuchs das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet hat. Von Kindergeld und Kinderfreibeträgen können Sie aber auch bei volljährigen Nachkommen bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres profitieren. Das ist möglich, wenn Ihr Kind eine Berufsausbildung macht (einschließlich Schulausbildung). Auch falls Ihr Sohn oder Ihre Tochter keinen Ausbildungsplatz hat und deshalb die Berufsausbildung nicht beginnen oder fortsetzen konnte, zahlt die Finanzkasse weiter. Darüber hinaus erhalten Sie Kindergeld für ein volljähriges Kind, sofern es einen der folgenden Dienste leistet:

  • freiwilliges soziales oder ökologisches Jahr,
  • europäischer/entwicklungspolitischer Freiwilligendienst,
  • Freiwilligendienst aller Generationen,
  • internationaler Jugendfreiwilligendienst,
  • Bundesfreiwilligendienst oder
  • einen anderen Dienst im Ausland.

Ihr Kindergeldanspruch bleibt auch dann erhalten, wenn sich Ihr Nachwuchs in einer Übergangszeit zwischen einem Ausbildungsabschnitt und einem der oben genannten Dienste befunden hat. Dabei sind höchstens vier Monate zulässig.

Eine Besonderheit gilt für arbeitslose Kinder, die das 21. Lebensjahr noch nicht vollendet haben: Sie müssen bei einer Agentur für Arbeit als arbeitssuchend gemeldet sein, und zwar in Deutschland, der Schweiz, in der Europäischen Union oder in einem Land, das zum Europäischen Wirtschaftsraum gehört.

Abgeschlossene Berufsausbildung

Auch nachdem Ihr volljähriges Kind unter 25 seine erste Berufsausbildung oder sein Erststudium abgeschlossen hat, können Sie weiterhin Kindergeld beziehen und von den Freibeträgen profitieren. Das geht unter anderem, solange das Kind einer weiteren Ausbildung nachgeht, etwa ein Bachelor- oder ein Masterstudium absolviert. Oder nach seiner Erstausbildung beispielsweise einen Freiwilligendienst leistet.

In diesen Fällen kommt allerdings eine wichtige Einschränkung hinzu: Ihr Kind darf keiner Erwerbstätigkeit nachgehen.

Darunter versteht das Finanzamt alles, was über 20 Stunden vertraglich vereinbarte, regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit hinausgeht. Ein Ausbildungsdienstverhältnis oder ein 450-Euro-Job schaden nicht. Bei solchen geringfügig entlohnten Beschäftigungen spielt die wöchentliche Arbeitszeit keine Rolle. Das Kind darf allerdings nicht mehrere Jobs haben, bei denen es insgesamt mehr als 450 Euro verdient.

Von einer geringfügigen oder kurzfristigen Beschäftigung geht das Finanzamt auch aus, sofern das Kind zwar mehr als 450 Euro im Monat verdient, innerhalb des gesamten Jahres aber höchstens drei Monate oder 70 Arbeitstage arbeitet.

Ihr Sohn oder Ihre Tochter darf auch eine geringfügige Beschäftigung neben einer anderen Erwerbstätigkeit ausüben, solange dadurch insgesamt nicht die 20-Stunden-Grenze überschritten wird. Erlaubt ist auch eine vorübergehende (höchstens drei Monate lange) Ausweitung der Beschäftigung auf mehr als 20 Stunden, wenn den Rest des Jahres durchschnittlich die wöchentliche Arbeitszeit eingehalten wird.

Das Finanzamt versteht unter „Erwerbstätigkeit“ nicht nur das Arbeitnehmerdasein. Auch eine land- und forstwirtschaftliche, eine gewerbliche und eine selbstständige Tätigkeit gehören dazu. Wenn Ihr Kind schon laut Arbeitsvertrag 20 Stunden die Woche arbeitet, sollte es also nicht zusätzlich noch eine freiberufliche Tätigkeit oder Nebengewerbe anmelden.

Eltern können das Kindergeld außerdem auch dann beanspruchen, wenn ihr Kind mit einem gut verdienenden Partner verheiratet ist. Das Kind muss nur eine der oben genannten Voraussetzungen erfüllen. Also beispielsweise für einen Beruf ausgebildet worden sein, solange es jünger als 25 Jahre war, oder arbeitssuchend gemeldet gewesen sein, als es unter 21 war.

Für behinderte Kinder gelten Sonderregeln

Sollte Ihr Kind nicht selbst für sich sorgen können, weil es körperlich, geistig oder seelisch behindert ist, wird es auch nach Vollendung des 25. Lebensjahres unbegrenzt berücksichtigt. Voraussetzung ist allerdings, dass die Behinderung schon vor dem 25. Geburtstag eingetreten ist.

Ein Kind ist außerstande, sich selbst finanziell zu unterhalten, wenn es mit seinen eigenen Mitteln nicht seinen Lebensunterhalt bestreiten kann. Gemeint ist damit:

  1. der allgemeine Lebensbedarf (Grundfreibetrag in Höhe von 9.168 Euro im Jahr 2019 und 9.408 Euro im Jahr 2020) und
  2. zusätzlich der individuelle behinderungsbedingte Mehrbedarf (unter anderem Kosten für eine Heimunterbringung, Pflegebedarf in Höhe des gezahlten Pflegegelds, gegebenenfalls Behinderten-Pauschbetrag).

Dazu verlangt das Finanzamt eine Gegenüberstellung des notwendigen Lebensbedarfs mit den eigenen finanziellen Mitteln des Kindes, die sich zusammensetzen aus dem verfügbaren Nettoeinkommen und den Leistungen Dritter. Bei der Ermittlung des verfügbaren Nettoeinkommens sind alle steuerpflichtigen Einkünfte zu berücksichtigen, alle steuerfreien Einnahmen und etwaige Steuererstattungen. Abzuziehen sind tatsächlich gezahlte Steuern und Vorsorgeaufwendungen, das heißt, die Beiträge zu einer Basiskranken- und Pflege-Pflichtversicherung sowie gesetzliche Sozialabgaben bei Arbeitnehmern. 

Kindergeld wird nur sechs Monate rückwirkend gezahlt

Eltern mit Kindergeldanspruch sollten sich für ihren Antrag bei der Familienkasse nicht allzu viel Zeit lassen. Seit 2018 wird Kindergeld ab Antragstellung längstens sechs Monate rückwirkend gezahlt; zuvor ging das noch bis zu vier Jahre. 

Insbesondere Eltern, deren volljährige Kinder auf den gewünschten Ausbildungs- oder Studienplatz warten müssen, kann es passieren, dass sie den Antrag verspätet stellen und trotz eines längeren Anspruchs nur für die letzten sechs Monate Kindergeld erhalten.

Bei der Günstigerprüfung betrachtet das Finanzamt aber generell den Anspruch aufs Kindergeld und nicht den ausgezahlten Betrag. Wenn die Vergleichsberechnung des Finanzamts ergibt, dass sich die Kinderfreibeträge steuerlich günstiger auswirken als das Kindergeld, dann bekommen die Eltern die steuerliche Differenz ausbezahlt. Nach einer bis Mitte 2019 gültigen Regelung haben die Finanzämter das Kindergeld bei der Günstigerprüfung auch dann angerechnet, wenn es gar nicht gezahlt wurde – etwa weil die Eltern den Antrag zu spät gestellt hatten. Dadurch ging für viele betroffene Eltern die steuerliche Entlastung verloren.

Das können sie jetzt dank einer Gesetzesänderung verhindern, müssen dafür aber selbst aktiv werden. Der Bundesrat hat am 28. Juni 2019 dem Gesetz gegen illegale Beschäftigung und Sozialleistungsmissbrauch zugestimmt. Darin ist geregelt, dass das Finanzamt Kindergeld, das die Familienkasse wegen eines verspäteten Antrags nicht gezahlt hat, nicht mehr auf die Steuerentlastung durch die Kinderfreibeträge anrechnen darf. Das Finanzamt darf nur tatsächlich ausgezahltes Kindergeld berücksichtigen. 

Der Bundesverband der Lohnsteuerhilfevereine weist darauf hin, dass die Regelung für alle noch nicht bestandskräftige Veranlagungen gilt. Eltern, denen aufgrund eines verspäteten Antrags die rückwirkende Kindergeldauszahlung versagt wurde, sollten Einspruch einlegen, falls das Finanzamt im Steuerbescheid nicht gezahltes Kindergeld auf den Kinderfreibetrag angerechnet hat. Sie sollten dem Finanzamt mit dem Kindergeldbescheid oder einer Bescheinigung der Familienkasse die Differenz zwischen dem Anspruch aufs Kindergeld und dem tatsächlich ausgezahlten Kindergeld nachweisen. Dann erst kann das Finanzamt die Steuerentlastung durch die Kinderfreibeträge im Steuerbescheid korrekt ausweisen.

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Wie können Sie bestimmte Ausgaben für Kinder geltend machen?

Die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung für Ihr Kind können Sie als Sonderausgaben von der Steuer abziehen. Sofern Sie für dieses Kind Anspruch auf Kindergeld oder Kinderfreibetrag haben, gehören die gezahlten Beiträge in die Anlage Kind

Auch wenn Ihr Kind Auszubildender mit eigenem Einkommen ist, dürfen Sie die Kosten absetzen. Vorausgesetzt, dass Sie die Beiträge für Ihr Kind wirtschaftlich getragen haben. Tragen Sie die Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge, die Sie für Ihr Kind zahlen oder ihm erstatten, bei den Vorsorgeaufwendungen in Ihrer Steuererklärung ein (Anlage Vorsorgeaufwand). Das gilt, wenn Sie keinen Anspruch auf Kindergeld haben.

Unterhaltsleistungen für ältere Kinder absetzen

Sie müssen steuerlich nicht unbedingt leer ausgehen, wenn Ihr Nachwuchs die maßgebende Altersgrenze überschritten hat und Sie kein Kindergeld mehr erhalten. Ihre Kosten für den Unterhalt und eine Berufsausbildung Ihrer Kinder können Sie als außergewöhnliche Belastungen geltend machen. 

Als Höchstbetrag gilt der im jeweiligen Jahr geltende Grundfreibetrag – für das Jahr 2019 sind dies 9.168 Euro; 2020 liegt der Unterhaltshöchstbetrag bei 9.408 Euro. Dieser Betrag erhöht sich noch um die Kosten, die Sie gezahlt haben für die Basisabsicherung Ihres unterhaltsberechtigten Kindes in der Krankenversicherung und der gesetzlichen Pflegeversicherung.

Allerdings wird das eigene Einkommen des Unterstützten angerechnet, soweit es oberhalb von 624 Euro im Jahr beträgt. Es reduziert den abzugsfähigen Betrag dementsprechend.

Sonderfall Ausland

Die Kinderfreibeträge stehen Ihnen auch dann zu, wenn Ihr Nachwuchs nicht in Deutschland lebt. Das Finanzamt berücksichtigt dabei allerdings die wirtschaftlichen Verhältnisse des Staates, in dem Ihr Kind wohnt. Je nach Land kürzt es die Freibeträge um ein Viertel, die Hälfte oder drei Viertel. Ausschlaggebend dafür ist die sogenannte Ländergruppeneinteilung, die das Bundesfinanzministerium veröffentlicht hat.

Möglicherweise erbringt der ausländische Staat dem Kindergeld vergleichbare Zahlungen. Dann erhalten Sie entweder in Deutschland kein Kindergeld oder das im Ausland gezahlte wird auf das deutsche Kindergeld angerechnet. Eine Tabelle dazu finden Sie beim Bundeszentralamt für Steuern.

Wenn Ihr Kind sich nur wegen seiner Berufsausbildung im Ausland aufhält, aber weiterhin zu Ihrem Haushalt gehört oder in Deutschland einen eigenen Haushalt hat, tragen Sie die deutsche Anschrift in der Anlage Kind ein. So sichern Sie sich die vollen Kinderfreibeträge.

Sprachaufenthalte im Ausland erkennt der Fiskus als Berufsausbildung an. Unproblematisch ist es, wenn die Sprachferien verbunden sind mit dem Besuch einer allgemeinbildenden Schule, einem College oder einer Universität. In allen anderen Fällen muss der Aufenthalt von einem theoretisch-systematischen Fremdsprachenunterricht mit wöchentlich zehn Stunden begleitet werden. Das gilt vor allem bei Auslandsaufenthalten im Rahmen von Au-pair-Verhältnissen.

Was ist der Ausbildungsfreibetrag?

Solange sich Ihr volljähriges Kind noch in der Berufsausbildung befindet und auswärtig untergebracht ist, können Sie eine weitere Steuersparmöglichkeit nutzen: den Freibetrag zur Abgeltung eines Sonderbedarfs bei Berufsausbildung. Dieser Ausbildungsfreibetrag schlägt jährlich mit 924 Euro zu Buche. Voraussetzung ist, dass Sie Anspruch auf Kindergeld beziehungsweise Kinderfreibeträge haben.

Das Finanzamt kürzt den Ausbildungsfreibetrag, wenn die genannten Voraussetzungen nicht das ganze Jahr erfüllt waren. Hat Ihr Kind seine Berufsausbildung zum Beispiel im Dezember abgebrochen, verringert sich der Freibetrag um ein Zwölftel.

Falls Sie geschieden sind oder dauernd getrennt leben, kann jeder Elternteil den Freibetrag zur Hälfte in Anspruch nehmen. Sie können ihn aber auch in einem anderen Verhältnis aufteilen. Dazu geben Sie einfach in der Anlage Kind einen Anteil in Prozent an und fügen Ihrer Steuererklärung einen formlosen Antrag beider Elternteile bei, aus dem Ihre Aufteilung hervorgeht.

Zur Ausbildung gehört übrigens auch die Schulausbildung oder ein Studium.

Eine weitere Voraussetzung ist die auswärtige Unterbringung. Das ist erfüllt, wenn das Kind außerhalb der elterlichen Wohnung untergebracht ist, beispielsweise in einer eigenen Wohnung, im Studentenwohnheim, in einer Wohngemeinschaft oder bei Verwandten.

Was ist der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende?

Singles, die ein Kind erziehen, für das sie Anspruch auf Kindergeld oder einen Kinderfreibetrag haben, können einen weiteren Entlastungsbetrag von 1.908 Euro (+ 240 Euro für jedes weitere Kind) steuerlich geltend machen. Für die Jahre 2020 und 2021 hat der Gesetzgeber den Entlastungsbetrag auf 4.008 Euro erhöht.

Für diesen Freibetrag gibt es jedoch einige Voraussetzungen: Der Sohn oder die Tochter muss zum Haushalt des Elternteils gehören, der den Entlastungsbetrag beansprucht. Davon geht das Finanzamt in der Regel aus, wenn das Kind bei ihm gemeldet ist. Falls das Kind auch noch bei anderen Personen gemeldet ist, können Alleinerziehende den Entlastungsbetrag geltend machen, wenn sie auch das Kindergeld erhalten.

Im Lohnsteuerabzugsverfahren entspricht der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende der Steuerklasse II. Diese können Sie beim Finanzamt mit einem Antrag auf Lohnsteuer-Ermäßigung bekommen. Oder mit der Steuererklärung in der Anlage Kind.

Die Formulare finden Sie online im Formular-Management-System der Bundesfinanzverwaltung.

Der Entlastungsbetrag steht Ihnen nicht zu, wenn Sie mit einem anderen Volljährigen zusammenwohnen.

Hier können Sie sich unser kostenloses 20-seitiges
E-Book für die Steuererklärung 2019 herunterladen:

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Wie können Sie Kinderbetreuungskosten absetzen?

Sie können zwei Drittel Ihrer Kosten für die Kinderbetreuung bis maximal 6.000 Euro, also höchstens 4.000 Euro je Kind und Jahr, als Sonderausgaben von der Steuer absetzen. Dafür müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  1. Es handelt sich um Ihr eigenes Kind oder Pflegekind.
  2. Das Kind gehört zu Ihrem Haushalt. (Bei nicht zusammenlebenden Eltern ist die Meldeadresse des Nachwuchses entscheidend.)
  3. Das Kind hat sein 14. Lebensjahr noch nicht vollendet.

Diese Altersgrenze gilt nicht, wenn das Kind sich wegen einer vor Vollendung des 25. Lebensjahres eingetretenen körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung nicht selbst unterhalten kann.

Folgende Aufwendungen können Sie beispielsweise in der Anlage Kind Ihrer Steuererklärung angeben:

  • die Unterbringungskosten von Kindern in Kindertagesstätten, -horten und -krippen, Internaten sowie bei Tagesmüttern und in Ganztagspflegestellen;
  • die Beschäftigung von Kinderpflegerinnen, Erzieherinnen und Kinderschwestern;
  • die Beschäftigung von Haushaltshilfen, soweit sie Kinder betreuen;
  • die Beaufsichtigung von Kindern bei der Erledigung der häuslichen Schulaufgaben.

Nicht berücksichtigt werden allerdings Kosten für (Nachhilfe-)Unterricht, für sportliche und andere Freizeitbetätigungen sowie für die Verpflegung des Kindes.

Der Abzug von Kinderbetreuungskosten setzt voraus, dass Sie dafür eine Rechnung erhalten haben und den Betrag an die Betreuungsperson überwiesen haben. Barzahlungen und Barschecks erkennt der Fiskus nicht an. Die Rechnung und die Zahlungsnachweise müssen Sie zwar nur auf Verlangen des Finanzamts vorlegen, trotzdem sollten Sie sie gut aufbewahren.

Häufig übernehmen nahe Angehörige die Kinderbetreuung. Sofern Sie dafür Geld überwiesen und klare und schriftliche Vereinbarungen getroffen haben, die Sie auch tatsächlich umsetzen, können Sie auch diese Art der Kinderbetreuungskosten von der Steuer absetzen. Die Betreuungsperson darf allerdings nicht mit Ihnen und Ihrem Kind in einem Haushalt leben.

Denkbar ist zum Beispiel, dass die Oma ihren Enkel ohne Vergütung betreut, dafür aber ihre Fahrtkosten in Rechnung stellt, die Sie überweisen. Diesen Aufwendungsersatz können Sie als Kinderbetreuungkosten absetzen.

Falls Sie im Rahmen eines sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisses oder eines Minijobs als Arbeitgeber der Betreuungsperson fungieren, reicht als Nachweis der schriftliche Arbeitsvertrag. Beschäftigen Sie in Ihrem Privathaushalt einen Minijobber, dann können Sie für die Haushaltshilfe als Steuerermäßigung 20 Prozent von höchstens 2.550 Euro erhalten, also bis zu 510 Euro. Geregelt ist dies im Paragraf 35a Absatz 1 Einkommensteuergesetz.

Haben Sie das Kind in einem Kindergarten oder Hort betreuen lassen, genügen der Bescheid des öffentlichen oder privaten Trägers über die Gebühren und Ihr Überweisungsbeleg. 

Wie können Sie Schulgeld absetzen?

Geht Ihr Kind auf eine Privatschule, für die Sie Schulgeld bezahlt haben? Dann dürfen Sie 30 Prozent des Schulgelds als Sonderausgaben absetzen. Als jährlicher Höchstbetrag gelten 5.000 Euro für jedes Kind. Die entsprechenden Angaben machen Sie in der Anlage Kind. Wann das Schulgeld abzugsfähig ist, haben wir in einem extra Ratgeber zusammengefasst.     

Wie werden Kinder bei einem Riester-Vertrag berücksichtigt?

Viele Steuerzahler haben für ihre private Altersvorsorge Riester-Verträge abschlossen. Diese werden steuerlich besonders gefördert: Es gibt jährlich pro Kind 300 Euro Zulage, wenn es 2008 oder später geboren wurde. Für ein älteres Kind sind 185 Euro Kinderzulage drin.

Als Riester-Sparer können Sie die Kinderzulage selbst dann beanspruchen, wenn Sie für Ihren Sohn oder Ihre Tochter nur einen Monat lang im Jahr Kindergeld bezogen hatten. Dafür stellen Sie am besten einen Dauerzulagenantrag bei Ihrem Anbieter.

Für die vollen Förderbeträge müssen Sie mindestens 4 Prozent des rentenversicherungspflichtigen Bruttoeinkommens abzüglich der Grund- und Kinderzulagen in Ihren Sparvertrag einzahlen. Ansonsten wird die Zulage gekürzt.

Eigenbeiträge und Zulagen bis zu 2.100 Euro im Jahr sind zudem als Sonderausgaben abzugsfähig. Besserverdienende können sich so noch einen zusätzlichen Steuervorteil sichern.

In der Steuererklärung ist dafür die Anlage AV auszufüllen.

Welche Folgen haben Trennung und Scheidung?

Trennen sich Eltern, müssen sie auch die Konsequenzen für die Steuererklärung neu durchdenken. Kindergeld kann nur einer der beiden Ex-Partner erhalten. Bleibt das Kind zum Beispiel bei der Mutter, dann steht ihr auch das Kindergeld zu.

Zahlt beispielsweise der Mann Unterhalt für das Kind, wird das Kindergeld aber angerechnet. Der Vater schuldet dem Kind Barunterhalt. Davon kann er jedoch die Hälfte des Kindergelds abziehen. Folglich reduziert sich der monatlich zu zahlende Kindesunterhalt. Steuerlich absetzen kann der Vater aber den Kindesunterhalt nicht.

Anders behandelt werden die steuerlichen Freibeträge: der Kinderfreibetrag und der sogenannte BEA-Freibetrag für Betreuung, Erziehung und Ausbildung. Grundsätzlich stehen diese Freibeträge beiden Elternteilen gleichmäßig zu. Deshalb gibt es steuerrechtlich halbe Kinder: wenn nämlich der Freibetrag für ein Kind zwischen Vater und Mutter aufgeteilt werden muss.

Wem nach der Trennung der volle Kinderfreibetrag zusteht 

Unter bestimmten Umständen kann der betreuende Elternteil für das Kind oder die Kinder den vollen Freibetrag absetzen:

  • Der andere Elternteil ist bereits vor Beginn des Kalenderjahres verstorben.
  • Der andere Elternteil lebt dauerhaft im Ausland und ist deshalb nicht unbeschränkt einkommensteuerpflichtig.
  • Der Aufenthalt des anderen Elternteils ist nicht zu ermitteln.
  • Der Vater des Kindes ist amtlich nicht feststellbar.
  • Der betreuende Elternteil hat allein das Kind adoptiert oder als Pflegekind aufgenommen.
  • Die Mutter gibt den Behörden den Namen des Vaters nicht preis.

Wie lassen sich Kinderfreibetrag und BEA-Freibetrag übertragen?

In bestimmten Fällen kann der betreuende Elternteil den halben Kinderfreibetrag des anderen Elternteils auf sich übertragen lassen. Dazu ist ein Antrag in der Einkommensteuererklärung nötig. Die Voraussetzungen sind:

  1. Der Unterhaltsverpflichtete zahlt weniger als 75 Prozent des fälligen Kindesunterhalts.
  2. Mangels Leistungsfähigkeit ist dieser gar nicht unterhaltspflichtig.

Wenn in unserem Beispielfall die Mutter das Kind betreut, kann sie in einer solchen Situation die kompletten Kinder- und BEA-Freibeträge beantragen. Das gilt auch für die weiteren kinderbezogenen Freibeträge wie Kinderzulage, Ausbildungsfreibetrag, Behinderten-Pauschbetrag und Hinterbliebenen-Pauschbetrag.

Für Kinder unter 18 Jahren lässt sich der BEA-Freibetrag von einem zum anderen Elternteil übertragen. Oft ist es so, dass die Mutter, die das Kind allein betreut, diesen einseitigen Antrag stellt und dann den BEA-Freibetrag alleine bekommt. Dafür verlangt das Finanzamt keinerlei Nachweise, denn der andere Elternteil muss nicht zustimmen.

Wichtig: Das Kind darf beim unterhaltsverpflichteten Elternteil (in diesem Beispiel der Vater) nicht gemeldet sein. Ein einziger Tag wäre schon schädlich.

Nach einem Urteil des Bundesfinanzhofs kann jedoch der unterhaltsverpflichtete Elternteil widersprechen, dass sein halber BEA-Freibetrags übertragen wird (BFH, Urteil vom 8. November 2017, Az. III R 2/16). Der Widerspruch ist immer dann erfolgreich möglich, wenn der Elternteil sein minderjähriges Kind regelmäßig betreut und dabei auf insgesamt mindestens 10 Prozent der Betreuungszeit kommt. Eine Vereinbarung, dass er das Kind jedes zweite Wochenende und in den Ferien betreut, ist ein gleichmäßiger Betreuungsrhythmus. Praktiziert er diesen tatsächlich, dann würde er das Kind an mehr als 37 Tagen im Jahr betreuen und läge damit oberhalb der 10-Prozent-Grenze. Ihm steht dann der halbe BEA-Freibetrag zu.

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redaktion@finanztip.de (Finanztip Verbraucherinformation gGmbH) 03.07.2020 15:25:00 +0000
Zuschüsse und günstige Kredite für Solaranlage und Batteriespeicher : Photovoltaik-Förderung https://www.finanztip.de/photovoltaik/pv-foerderung/ https://www.finanztip.de/?id=2549Solaranlage und Batteriespeicher günstig finanzieren
Das Wichtigste in Kürze
  • Es gibt zinsgünstige Kredite und Zuschüsse beim Kauf von Photovoltaik-Anlagen und Batteriespeichern.
  • Viele Förderprogramme für Batteriespeicher sind auf Bundesländer oder Kommunen beschränkt.
  • Eine Förderung ist meist an Bedingungen geknüpft, beispielsweise bei Betriebsdauer, Leistung oder Stromeinspeisung ins öffentliche Netz.
So gehen Sie vor
  • Prüfen Sie, welche Förderprogramme für Sie in Frage kommen – grundsätzlich, aber auch inhaltlich.
  • Beachten Sie: Den Antrag auf Zuschuss für eine Photovoltaik-Anlage oder einen Batteriespeicher müssen Sie in aller Regel stellen, bevor Sie die Anlage kaufen. Auch um den von uns empfohlenen Kredit bei der KfW müssen Sie sich vor dem Kauf kümmern.
  • Sobald Sie einen Bescheid erhalten, dass Ihr Antrag eingegangen oder bewilligt ist, können Sie in der Regel die Anlage installieren lassen.

Wollen Sie sich selbst mit Solarstrom versorgen, müssen Sie mehrere Tausend Euro in eine Photovoltaik-Anlage investieren. Für einen Batteriespeicher ist ebenfalls ein vierstelliger Betrag einzuplanen. Der Staat hilft aber bei der Finanzierung: Er gibt zinsgünstige Kredite und Tilgungszuschüsse.

Wie senkt eine Photovoltaik-Anlage die Stromkosten?

Eine kleine Photovoltaik-Anlage rechnet sich auf den meisten Hausdächern: Denn eine Kilowattstunde Solarstrom aus einer neuen Anlage kostet Sie nur 10 bis 12 Cent – für Strom aus der Steckdose zahlen Sie etwa das Dreifache.

Rund 30 Prozent des Stroms können Sie gewöhnlich direkt verbrauchen. Angenommen, Sie benötigen jedes Jahr 4.000 Kilowattstunden, kann Ihnen die eigene Solarstromanlage locker 1.200 davon liefern. Ersparnis je nach Wohnort: zwischen 300 und 350 Euro pro Jahr.

Den Solarstrom, den Sie selbst nicht brauchen, können Sie ins Stromnetz einspeisen. Rund 250 Euro zahlt Ihnen der Netzbetreiber für die 2.800 Kilowattstunden. Die sogenannte Einspeisevergütung gilt 20 Jahre lang.

Um von eigenem Solarstrom zu profitieren, müssen Sie aber zuerst investieren: 1.000 bis 1.400 Euro pro Kilowatt Leistung (netto) sind einzuplanen, wenn Sie eine PV-Anlage kaufen. Die Anlage im Beispiel sollte vier Kilowatt Leistung haben – das sind dann bis zu 5.600 Euro Investitionskosten. Ein kleiner Batteriespeicher kostet zusätzlich mehrere Tausend Euro. Er sorgt dafür, dass Sie mindestens 50 Prozent Ihres Solarstroms selbst nutzen können.

Staatliche Förderprogramme helfen, die Investition zu schultern. Unser Ratgeber informiert Sie über bundesweite Programme und solche, die auf einzelne Bundesländer oder einzelne Kommunen beschränkt sind. Nutzen Sie den Fördermittel-Check des gemeinnützigen Online-Portals CO2online, erhalten Sie auch Hinweise zu Zuschüssen beim Heizungsumbau oder bei der energetischen Sanierung Ihres Hauses.

Welche Förderung gibt es bundesweit für Solarstromanlagen?

Bundesweit haben Sie Anspruch auf die Einspeisevergütung für Solarstrom, den Sie ins öffentliche Netz speisen. Die Höhe ist einheitlich und verringert sich Monat um Monat. Im Juli 2020 liegt sie bei 9,03 Cent pro Kilowattstunde und fällt voraussichtlich im April 2021 unter 8 Cent pro Kilowattstunde.

Die Einspeisevergütung ist eine gute Sache, um eine Anlage zur Eigenversorgung zu refinanzieren. Eine kleine Solaranlage allein deswegen zu betreiben, lohnt sich aber kaum – die Erzeugungskosten liegen etwa gleichauf mit der Höhe der Einspeisevergütung.

Günstige Kredite für Photovoltaik-Anlagen und Batteriespeicher

Die staatliche KfW-Bankengruppe hat zur Förderung von Photovoltaik-Anlagen und Batteriespeichern das Programm Erneuerbare Energien 270 aufgelegt. Es ermöglicht, die Anlagen zinsgünstig zu finanzieren, egal wo Sie wohnen. 2019 erhielten rund 3.500 Antragsteller für PV-Anlagen auf Dächern eine Zusage über Kredite in Höhe von fast 260 Millionen Euro. Die bewilligten Anträge für PV-Anlagen zusammen mit einem Batteriespeicher waren dagegen klein: Es waren 2019 nur zwei.

Sie können ein Darlehen zur Finanzierung einer PV-Anlage allein, mitsamt Batteriespeicher oder nur für einen Batteriespeicher beantragen. Gefördert werden neben den reinen Anschaffungskosten die Kosten für Planung, Projektierung und Installation der Anlage. Auch für gebrauchte Anlagen gibt es Kredite, wenn die Anlage entweder noch kein volles Jahr am Netz ist oder wenn Sie eine ältere Anlage so modernisieren, dass sich ihre Leistung erhöht.

Die Förderkredite haben Laufzeiten von fünf, zehn oder zwanzig Jahren. Der effektive Jahreszins beträgt im günstigsten Fall 1,03 Prozent, ist aber abhängig von der Bonität des Antragstellers. Diese ermittelt die Hausbank, über die auch der Kreditvertrag abgeschlossen wird. Auf der Website der KfW finden Sie die aktuellen Konditionen der KfW-Kredite und die Details der Abwicklung.

Wollen Sie das Programm nutzen, wenden Sie sich vor dem Kauf der Anlage an Ihre Hausbank. Sie reicht Ihren Antrag bei der KfW ein und schließt nach der Bewilligung den Kreditvertrag mit Ihnen.

KfW
Förderbank im Besitz von Bund und Ländern
  • Darlehen für die Errichtung, Erweiterung oder den Erwerb von Photovoltaik-Anlagen, Batteriespeichern, solarthermischen Anlagen und Biomasseheizanlagen
  • meist günstigere Zinssätze als marktüblich
  • komplette Fremdfinanzierung von Projekten möglich

Welche Bundesländer bezuschussen Solaranlagen und Speicher?

Bundesländern steht es frei, eigene Förderprogramme aufzulegen. Derzeit gibt es aber nur eines, das sowohl den Bau von Photovoltaik-Anlagen als auch von Batteriespeichern bezuschusst – Thüringen. Möglich ist eine Förderung von PV-Anlagen und Speichern aber auch auf kommunaler Ebene. München unterstützt beispielsweise sowohl die Installation von Solarstromanlagen als auch von Speichern.

Thüringen verhängt Antragsstopp wegen Corona-Krise

Thüringen fördert sowohl neue Photovoltaik-Anlagen in Verbindung mit Batteriespeichern als auch nur die Installation von Batteriespeichern. Die Anlagen müssen sich dabei in Thüringen befinden, mindestens zehn Jahre laufen und der Eigenversorgung dienen.

Errichten Sie eine neue Photovoltaik-Anlage mitsamt einem Batteriespeicher zur Eigenversorgung, können Sie eine Förderung für die PV-Anlage erhalten. Der Zuschuss beträgt 900 Euro pro Kilowatt Leistung. Bedingung: Die PV-Anlage muss mindestens 1.000 Euro kosten und darf maximal zehn Kilowatt Leistung haben, wenn Sie als Privatperson einen Förderantrag stellen. Beachten Sie zudem: Es werden nur Solarstromanlagen gefördert, die maximal so viel Strom erzeugen können, wie Sie im Schnitt pro Jahr verbrauchen.

Für einen Batteriespeicher – egal ob gemeinsam mit der PV-Anlage angeschafft oder zu einer bestehenden nachgerüstet – gibt es 300 Euro pro Kilowattstunde Speicherkapazität. Bedingung ist, dass Sie dank des Speichers mehr als 60 Prozent des eigenen Solarstroms selbst nutzen können. Die Ausgaben für den Speicher müssen ebenfalls mindestens 1.000 Euro betragen.

Ihren Förderantrag für das Programm Solar Invest nimmt gewöhnlich die Thüringer Aufbaubank entgegen. Aufgrund der Corona-Krise hat sie aber einen Antragsstopp verhängt.

Sobald die Bank wieder Anträge annimmt, finden Sie auf der Website entsprechende Formulare. Drucken Sie diese aus und schicken Sie sie per Brief an die Thüringer Aufbaubank. Haben Sie den Zuwendungsbescheid erhalten, können Sie eine Firma mit der Installation der Anlage beauftragen.

Das Förderprogramm läuft bis Ende 2022. Neben Photovoltaik-Anlagen und Batteriespeichern gibt es auch Zuschüsse für verschiedene thermische Speicher.

Welche Bundesländer bezuschussen allein Batteriespeicher?

In Sachsen, Berlin, Sachsen-Anhalt, Bayern, Brandenburg, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen gibt es Fördermittel für Batteriespeicher. Bedingung ist dabei stets, dass die Anlagen mit dem öffentlichen Stromnetz verbunden und im jeweiligen Bundesland installiert sind. Das bedeutet: Nur wer im entsprechenden Bundesland eigenen Solarstrom verwendet oder verwenden will, kann sich für die Programme bewerben.

Bereits ausgelaufen ist das Förderprogramm für netzdienliche Photovoltaik-Batteriespeicher in Baden-Württemberg. Zwischen März 2018 und Juli 2019 bewilligte die Landeskreditbank des Bundeslandes rund 4.500 Anträge.

Sachsen fördert Lithium-Ionen-Batterien und Ladestationen

Der Freistaat Sachsen fördert über das Programm Richtlinie Speicher seit Januar 2018 die Anschaffung von Batteriespeichern zur Speicherung von eigenem Solarstrom. Dabei gilt:

  • der Speicher muss mindestens zwei Kilowattstunden Speicherkapazität haben,
  • die Photovoltaik-Anlage darf nach Installation des Speichers nur noch mit maximal 50 Prozent ihrer Leistung ins Stromnetz speisen und
  • es darf sich nicht um eine Bleibatterie handeln – diese sind seit Dezember 2019 vom Förderprogramm ausgeschlossen.

Wenn Sie einen Lithium-Ionen-Speicher kaufen, können Sie pro Kilowattstunde Speicherkapazität einen Zuschuss von 200 Euro erhalten. Einen zusätzlichen Betrag von 1.000 Euro gibt es, wenn der Speicher zusammen mit der Photovoltaik-Anlage gekauft wird. Wer mit dem Speicher eine Ladestation für ein Elektroauto anschafft, kann auch für diese einen Zuschuss bekommen. Andere Speichertechnologien wie Redox-Flow-Batterien oder Salzwasserspeicher fördert Sachsen als Modellvorhaben.

Ihre Förderanträge stellen Sie bei der Sächsischen Aufbaubank (SAB). Dazu müssen Sie sich auf deren Portal registrieren. Beizulegen ist ein Angebot für einen Speicher, aus dem sich die Netto-Investitionskosten ergeben. Ist der Antrag bei der SAB eingegangen, können Sie das Angebot annehmen und den Speicher installieren lassen.

Zuschüsse für Batterien in Nordrhein-Westfalen

Das Programm Progres.NRW in Nordrhein-Westfalen fördert den Kauf von Batteriespeichern – bis zu zehn Prozent der Kosten für Speicher und Batteriemanagementsystem können Sie als Zuschuss erhalten, wenn die PV-Anlage bis zu 30 Kilowatt Leistung hat. Bis zu 50 Prozent der Kosten können es bei größeren Anlagen sein. Zwei Bedingungen sind stets zu erfüllen:

  • der Speicher ist gemeinsam mit einer Photovoltaik-Anlage neu anzuschaffen und
  • die Photovoltaik-Anlage darf zu keinem Zeitpunkt mit mehr als 50 Prozent ihrer Nennleistung Strom ins öffentliche Netz speisen.

Wollen Sie einen Antrag stellen, dann holen Sie zunächst ein Angebot von einem Fachbetrieb über die Installation der Photovoltaik-Anlage samt Speicher ein. Beauftragen dürfen Sie den Betrieb aber erst, nachdem Sie einen Antrag auf Förderung bei der Bezirksregierung Arnsberg gestellt und einen Zuwendungsbescheid erhalten haben. Auch ohne Zuwendungsbescheid ist die Auftragsvergabe 2020 möglich – was Sie bei einem solchen vorzeitigen Maßnahmenbeginn zu beachten haben, teilt Ihnen die Behörde per E-Mail mit. Für das Jahr 2020 nimmt die Bezirksregierung Arnsberg Anträge bis 20. November an. 

Bayern zahlt Speicherbonus 

Der Freistaat Bayern hat das 10.000-Häuser-Programm aufgesetzt. Darüber fördert das Bundesland seit August 2019 unter anderem die Anschaffung von Batteriespeichern. Sie können einen Bonus beantragen, wenn:

  • Sie mit Erstwohnsitz im eigenen Ein- oder Zweifamilienhaus leben,
  • einen Speicher zusammen mit einer Photovoltaik-Anlage anschaffen wollen,
  • die Solarstromanlage über mindestens drei Kilowatt Leistung verfügt und
  • der Speicher mindestens drei Kilowattstunden Speicherkapazität hat.

Ist das alles gegeben, beträgt der Bonus mindestens 500 Euro. Je größer PV-Anlage und Speicher sind, desto höher fällt der Bonus aus. Maximal gibt es 3.200 Euro – die Photovoltaik-Anlage muss dazu mindestens 30 Kilowatt Leistung haben und die Batterie mindestens 30 Kilowattstunden speichern können. Die Landesregierung will noch eine Liste mit förderfähigen Speichertypen veröffentlichen.

Wollen Sie von dem Bonus profitieren, sollten Sie zunächst wissen, in welcher Größe Sie Speicher und Photovoltaik-Anlage installieren wollen. Da es Batteriespeicher nicht mit beliebiger Speicherkapazität gibt, sollten Sie sich auf ein Gerät festlegen. Die Daten zur Leistung der Solaranlage und zur Speicherkapazität der Batterie brauchen Sie, um den Antrag auf Förderung zu stellen. Das Formular ist online auszufüllen. Haben Sie eine E-Mail mit der Eingangsbestätigung Ihres Antrags erhalten, können Sie die Anlagen kaufen und installieren lassen.

Sachsen-Anhalt fördert 2021 wieder Speicher und Ladestationen

Im September 2019 hat Sachsen-Anhalt ein Speicherförderprogramm beschlossen. Die Mittel für 2020 sind schon ausgeschöpft – die nächste Vergaberunde ist 2021. Dabei zahlt das Bundesland bis zu 30 Prozent der Kosten für Kauf und Installation des Speichers, maximal 5.000 Euro. Bedingungen sind, dass

  • der Speicher gemeinsam mit einer Photovoltaik-Anlage angeschafft oder zugleich die Leistung einer bestehenden Dachanlage mindestens verdoppelt wird,
  • der Speicher eine Zeitwertersatzgarantie von mindestens zehn Jahren und eine Speicherkapazität von mindestens zwei Kilowattstunden hat,
  • Sie die Photovoltaik-Anlage auf einem Dach errichten und diese maximal 30 Kilowatt Leistung hat,
  • Photovoltaik-Anlage und Speicher in einem Verhältnis von mindestens 1,2 Kilowatt Leistung zu 1 Kilowattstunde Speicherkapazität stehen,
  • Sie mit höchstens 50 Prozent Nennleistung der PV-Anlage ins öffentliche Stromnetz einspeisen und mindestens 50 Prozent des Solarstroms selbst verbrauchen und
  • der Speicher mindestens fünf Jahre installiert bleibt.

Installieren Sie zusätzlich eine Ladestation für Elektrofahrzeuge mit mindestens 3,7 Kilowatt Leistung, gibt es einen einmaligen Bonus von 1.000 Euro.

Einen Förderantrag stellen Sie vor dem Kauf der Anlagen beim Landesverwaltungsamt in Halle. Allerdings sind die Fördermittel für 2020 bereits ausgeschöpft. Der nächste Stichtag für die Antragstellung ist der 31. März 2021. Bereits gestellte Anträge, die 2020 nicht mehr berücksichtigt wurden, wandern in die Vergaberunde für 2021. Die Antragsformulare können Sie hier herunterladen. 

Berlin bezuschusst Speicher

Mit dem Stromspeicher-Förderprogramm bezuschusst das Land Berlin Batteriespeicher. In der aktuellen Corona-Krise müssen Antragsteller mit einer längeren Bearbeitungszeit rechnen. Eine Förderng erhält, wer folgende Bedingungen erfüllt:

  • der Speicher wird zusammen mit einer neuen Photovoltaik-Anlage installiert,
  • bleibt mindestens drei Jahre in Betrieb und weist eine Zeitwertersatzgarantie von mindestens zehn Jahren auf und
  • die Photovoltaik-Anlage muss entweder fernsteuerbar sein oder darf mit maximal 50 Prozent ihrer Nennleistung ins Stromnetz einspeisen. Diese Leistungsbegrenzung ist über die gesamte Lebensdauer der PV-Anlage einzuhalten.

Erfüllen Sie die Voraussetzungen, können Sie pro Kilowattstunde Speicherkapazität 300 Euro bekommen. Maximal sind 15.000 Euro möglich, wenn jeder Kilowattstunde Speicherkapazität mindestens 1,2 Kilowatt PV-Leistung gegenüberstehen.

Förderanträge sind beim IBB Business Team zu stellen – bevor Sie die Anlagen gekauft haben. Dazu müssen Sie sich zunächst für das elektronische Antragsverfahren anmelden, können aber alle erforderlichen Unterlagen online hochladen und übermitteln. Eine kostenlose erste Beratung zur Anschaffung von Speichern bietet das vom Land geförderte Solarzentrum Berlin.

Neue Zuschussrunde in Brandenburg noch nicht angelaufen

Brandenburg fördert seit 1. November 2019 mit dem Kleinspeicher-Programm den Kauf von Batteriespeichern, damit Betreiber von Photovoltaik-Anlagen ihren Eigenverbrauch erhöhen können. Die erste Runde der Antragstellung ist abgeschlossen und die nächste Runde noch nicht angelaufen – sobald sie startet, können Sie einen neuen Förderantrag einreichen.

Ob Sie den Speicher zusammen mit der PV-Anlage kaufen oder ihn zu einer bestehenden Solaranlage nachrüsten, ist egal. Der Zuschuss beträgt 10 bis 30 Prozent der Kosten für den Kauf und die Installation eines Stromspeichers und des zugehörigen Wechselrichters sowie der Geräte zur Anlagenüberwachung – und ist abhängig von der Eigenverbrauchsquote. Maximal können Sie 3.000 Euro erhalten. Folgende Voraussetzungen müssen erfüllt sein:

  • rein rechnerisch deckt Ihre Photovoltaik-Anlage mindestens 50 Prozent Ihres Strombedarfs,
  • Sie können mindestens 30 Prozent des eigenen Solarstroms selbst verbrauchen,
  • die Photovoltaik-Anlage speist mit maximal 50 Prozent ihrer Nennleistung ins Stromnetz ein,
  • Sie wohnen mit Hauptwohnsitz im Gebäude und der Betrieb der PV-Anlage ist die einzige selbstständige Tätigkeit, die von einer Person im Haus ausgeübt wird,
  • der Speicher muss mindestens fünf Jahre installiert bleiben.

Über das ILB-Kundenportal können Sie einen Antrag auf Förderung einreichen. Haben Sie bereits eine Speicherförderung in Brandenburg in den vergangenen Jahren erhalten, sind Sie von einer erneuten Förderung ausgeschlossen.

Rheinland-Pfalz unterstützt Speicherkauf

Über das Solar-Speicher-Programm unterstützt Rheinland-Pfalz Haushalte bei der Anschaffung von Batteriespeichern. Die Förderung können Sie erhalten, wenn

  • Sie den Speicher zusammen mit einer Photovoltaik-Anlage anschaffen,
  • die Photovoltaik-Anlage mindestens fünf Kilowatt Leistung hat,
  • der Speicher über mindestens fünf Kilowattstunden Speicherkapazität und eine Zeitwertersatzgarantie von zehn Jahren verfügt und
  • Sie den Speicher mindestens zehn Jahre betreiben.

Pro Kilowattstunde Speicherkapazität zahlt Rheinland-Pfalz einen Zuschuss von 100 Euro – aufgrund der Mindestgröße der Anlage also mindestens 500 Euro. Maximal gibt es 1.000 Euro je Vorhaben.

Ehe Sie einen Auftrag zur Installation einer Anlage erteilen oder diese kaufen, müssen Sie den Förderantrag stellen. Diesen schicken Sie an die Energieagentur Rheinland-Pfalz, am besten auf dem digitalen Weg – aufgrund der Corona-Pandemie arbeiten viele Mitarbeiter der Agentur inzwischen im Homeoffice. Die Antragsunterlagen finden Sie auf der Website der Agentur.

Welche Kommunen fördern solare Eigenverbrauchsanlagen?

Manche Städte fördern die Installation von Photovoltaik-Anlagen und Batteriespeichern oder nur eins von beidem. Für unsere Übersicht erheben wir keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die Städte sind alphabetisch geordnet.

Braunschweig unterstützt den Bau von Solaranlagen und Speichern

Braunschweig bezuschusst Photovoltaik-Anlagen und Batteriespeicher in der Stadt, wenn Ihnen das Haus oder Grundstück gehört oder Sie es gemietet oder gepachtet haben. Für PV-Anlagen bis zehn Kilowatt Leistung erhalten Sie pauschal 500 Euro, für größere Anlagen 1.000 Euro. Stecker-Solar-Module sind von der Förderung ausgenommen.

Wollen Sie einen Batteriespeicher anschaffen, können Sie einen Zuschuss von pauschal 500 Euro bekommen. Folgende Bedingungen müssen erfüllt sein:

  • der Speicher hat mindestens drei Kilowattstunden Speicherkapazität,
  • Sie schaffen den Speicher entweder zusammen mit einer neuen PV-Anlage an oder rüsten ihn zu einer seit 2013 in Betrieb gegangenen PV-Anlage nach,
  • der Speicher hat eine Zeitwertersatzgarantie von mindestens zehn Jahren und ist mindestens fünf Jahre lang zu betreiben.

Den Förderantrag stellen Sie, bevor Sie einem Installateur einen Auftrag erteilt haben. Die Formulare sind an den Fachbereich Stadtplanung und Umweltschutz zu senden. Planen Sie eine Anlage zu bauen, dann beeilen Sie sich mit dem Förderantrag: Zuschüsse gibt es nur, so lange der Fördertopf nicht ausgeschöpft ist.

Düsseldorf hilft beim Kauf von PV-Anlagen und Batteriespeichern

Die Installation einer neuen Photovoltaik-Anlage unterstützt die Stadt Düsseldorf seit April 2020 – auf Neubauten und Altbauten, wenn die Anlage maximal 30 Kilowatt Leistung hat. Auch für eine steckerfertige Solarstromanlage, die Sie an eine Steckdose schließen, erhalten Sie Zuschüsse. Voraussetzung ist, dass die verwendeten Solarmodule nach den geltenden IEC-Normen zertifiziert sind (IEC 61730 sowie IEC 61215 oder IEC 61646) und die technischen Vorgaben beim Anschluss ans Stromnetz eingehalten werden.

Die Höhe des Zuschusses hängt von der Anlagengröße ab. Es gibt

  • bis ein Kilowatt Leistung: 500 Euro,
  • bis fünf Kilowatt Leistung: 1.000 Euro,
  • bis zehn Kilowatt Leistung: 1.500 Euro und
  • bis 30 Kilowatt Leistung: 7,5 Prozent der Brutto-Investitionskosten.

Wer den Solarstrom als Mieterstrom liefern will, bekommt zusätzlich die notwendige Messtechnik gefördert. 

Wollen Sie zur Photovoltaikanlage auch einen Batteriespeicher anschaffen, zahlt Ihnen Düsseldorf 20 Prozent der Brutto-Investitionskosten – sowohl, wenn Sie beide Anlagen neu anschaffen, als auch wenn Sie den Speicher zu einer seit April 2012 betriebenen PV-Anlage nachrüsten. Die PV-Anlage darf dabei nur maximal 30 Kilowatt Leistung haben. Weitere Bedingungen sind:

  • es werden nur Lithium-Ionen-Systeme gefördert
  • wechselstromseitige Anbindung an die PV-Anlage
  • fachgerechte Installation (Nachweis durch Speicherpass)
  • notwendige Messtechnik zur Erfassung relevanter Strommengen
  • die PV-Anlage darf mit maximal 50 Prozent Nennleistung Strom ins öffentliche Netz speisen

Die Zuschüsse gibt es über das Förderprogramm Klimafreundliches Wohnen und Arbeiten in Düsseldorf. Einen Antrag stellen Sie, bevor Sie eine Installationsfirma beauftragt oder eine Steckersolaranlage gekauft haben beim Umweltamt der Stadt. Das Antragsformular finden Sie hier

Freiburg fördert Speicher, Stecker-Solar-Module und Steuerberatung

Die Stadt Freiburg fördert über das Programm Klimafreundlich wohnen Batteriespeicher aus Lithium-Ionen-Zellen, die gemeinsam mit einer Photovoltaik-Anlage neu angeschafft werden. 150 Euro Zuschuss pro Kilowattstunde Speicherkapazität zahlt die Stadt, sofern die PV-Anlage mindestens 1,25 Kilowatt Leistung je Kilowattstunde Speicherkapazität hat. Maximal können es 1.500 Euro sein.

Zu beantragen sind die Fördermittel bis zu sechs Monate nach Installation der jeweiligen Anlage. Die Formulare für Förderanträge stehen zum Download bereit, sind auszufüllen und an das Umweltschutzamt Freiburg zu senden. Erst wenn alle Unterlagen vorliegen, bearbeitet die Stadt den Antrag.

Darüber hinaus bietet Freiburg eine kostenlose Beratung für alle, die sich für den Betrieb einer Photovoltaik-Anlage interessieren. Für Stecker-Solar-Module gibt es eine pauschale Förderung von 200 Euro. Auch wer sein Dach mit so viel Photovoltaik-Leistung belegt, dass er seine Wärmeversorgung zu mindestens 15 Prozent mit Solarstrom deckt, kann einen Zuschuss erhalten – das sind 150 Euro pro Kilowatt Leistung. Maximal können es 1.500 Euro sein. Das Erstellen der ersten Steuererklärung zur Solaranlage fördert die Stadt mit 500 Euro.

Köln reizt Bau von PV-Anlagen an

Köln gibt Zuschüsse für die Installation von Photovoltaik-Anlagen bis 30 Kilowatt Leistung. Über das Förderprogramm Altbausanierung und Energieeffizienz – klimafreundliches Wohnen zahlt die Stadt pro installiertes Kilowatt 150 Euro, maximal also 4.500 Euro. Bedingung ist unter anderem, dass Sie nach IEC-Norm geprüfte Solarmodule nutzen und der Installationsbetrieb nach den anerkannten Regeln der Technik arbeitet.

Den Antrag auf Förderung stellen Sie, nachdem Sie Angebote eingeholt haben. Nach Bewilligung können Sie die Anlage installieren lassen. Die Fördermittel zahlt die Stadt Köln aber erst nach Inbetriebnahme. Als Nachweis müssen Sie das Inbetriebnahme-Protokoll oder einen Anlagenpass einreichen.

Finanzspritze für PV-Anlagen und Speicher in München

Die Stadt München hat im April 2019 das Förderprogramm Energieeinsparung gestartet. Es unterstützt Einwohner der Stadt unter anderem bei der Anschaffung von Photovoltaik-Anlagen und Batteriespeichern.

Für neu installierte, netzgekoppelte Solarstromanlagen gibt es 100 bis 200 Euro je Kilowatt Leistung für die ersten 30 Kilowatt einer Anlage. Für Systeme, die an der Fassade montiert werden, gibt es 300 bis 400 Euro je Kilowatt Leistung.

Neue, fest installierte Batteriespeicher fördert die Stadt, wenn sie der Eigenversorgung dienen und wenn es sich um Salzwasserbatterien oder Lithium-Ionen-Batterien handelt. Außerdem muss die Batterie eine Notstromfunktion haben – bei Stromausfall funktioniert dann trotzdem noch ein Teil des Hausnetzes. Der Zuschuss liegt bei 300 Euro je Kilowattstunde Speicherkapazität – maximal darf es die Hälfte der förderfähigen Investitionskosten sein. Kann die Batterie in den Inselbetrieb schalten und das gesamte Hausnetz unabhängig vom Stromnetz betreiben, gibt es einen Bonus in Höhe von 500 Euro.

Einen Förderantrag stellen Sie online und zwar, ehe Sie ein Installationsunternehmen beauftragen. Sie haben anschließend zwei Jahre Zeit, die Anlage errichten zu lassen. Bis 31. März 2022 können Sie einen Antrag auf Förderung stellen.  

Münster bezuschusst Lithium-Ionen-, Salzwasser- und Redox-Flow-Batterien

In Münster gibt es seit Juni 2018 ein Förderprogramm zur Anschaffung neuer Batteriespeicher. Seit Mai 2020 können Einwohner der Stadt für Speicher mit Lithium-Ionen-Zellen pauschal 750 bis 1.500 Euro Zuschuss erhalten. Für Salzwasserbatterien und Redox-Flow-Batterien sogar 1.500 bis 3.000 Euro.

Die Förderung erhalten Sie unter diesen Voraussetzungen:

  • Sie errichten den Speicher zusammen mit einer netzgekoppelten Photovoltaik-Anlage auf Ihrem Wohngebäude oder auf dem Grundstück Ihres Wohngebäudes,
  • die Solarstromanlage hat zwischen 5 und 30 Kilowatt Leistung und
  • sie speist den erzeugten Strom mit maximal 60 Prozent dieser Leistung ins Netz und
  • der Speicher hat eine Zeitwertersatzgarantie von mindestens zehn Jahren und
  • der Speicher entspricht entweder dem Sicherheitsleitfaden für Lithium-Ionen-Batterien oder der Anwendungsregel VDE-AR-E 2510-50 (für die Sicherheit stationärer Batteriesysteme).

Den Förderantrag können Sie hier herunterladen. Sie reichen ihn schriftlich beim Amt für Wohnungswesen und Quartiersentwicklung ein – bevor Sie einen Auftrag zur Installation der Anlagen erteilten.

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redaktion@finanztip.de (Finanztip Verbraucherinformation gGmbH) 03.07.2020 09:09:00 +0000
Mit eigenem Solarstrom Geld sparen : Photovoltaik https://www.finanztip.de/photovoltaik/ https://www.finanztip.de/?id=2533Mit der eigenen Photovoltaik-Anlage Geld sparen
Das Wichtigste in Kürze
  • Eigener Solarstrom macht Sie unabhängig – und ist günstiger als jeder Stromtarif. Für Elektrizität vom Stromanbieter zahlen Sie meist das Dreifache.
  • Mit einer Solaranlage auf dem Hausdach können Sie etwa ein Drittel Ihres Bedarfs decken. Mit einem Batteriespeicher verdoppelt sich dieser Anteil.
  • Sie haben kein Dach? Auch ein Balkon reicht aus. Mit einer Mini-Anlage bekommen Sie schon ein Zehntel Ihres Stroms.
So gehen Sie vor
  • Wohnen Sie im Eigenheim, lohnt sich eine Solarstromanlage fast immer: Holen Sie Angebote ein und prüfen Sie, welche Förderprogramme es gibt.
  • Sind Sie Mieter eines Hauses, können Sie das Dach für Ihre Anlage pachten – oder Ihr Vermieter baut die Anlage und verpachtet sie an Sie.
  • Wollen Sie eine Mini-Anlage auf dem Balkon aufstellen, müssen Sie die Vorschriften Ihres Netzbetreibers beachten.

Am günstigsten ist Strom, wenn Sie ihn selbst erzeugen und verbrauchen – mit Photovoltaik-Modulen. Diese wandeln die Energie des Sonnenlichts in elektrische Energie um. Das Charmante an Photovoltaik ist, dass jeder die Technologie nutzen kann – auf dem eigenen Hausdach, auf dem Balkon, im Gartenhäuschen oder beim Zelten. Eine Kilowattstunde Strom zu erzeugen kostet Sie etwa 10 Cent pro Kilowattstunde.

Warum lohnt es sich, Solarstrom selbst zu verbrauchen?

Die Kosten für Photovoltaik-Anlagen (PV-Anlagen) haben sich drastisch verringert – seit 2006 um mehr als 75 Prozent. Kleine Dachanlagen kosten noch rund 1.000 Euro pro Kilowatt Leistung (netto). Bei diesen Kosten lässt sich in Deutschland Strom für etwa 10 Cent pro Kilowattstunde erzeugen.

Diese Stromkosten hängen von verschiedenen Faktoren ab, vor allem vom Preis, zu dem Sie eine PV-Anlage kaufen. Mindestens 20 Jahre sind die Systeme in der Regel in Betrieb. Spätestens nach etwa zehn Jahren sollte die Anlage die Investitionskosten wieder eingespielt haben.

Bis 2012 lohnte es sich vor allem, den Strom ins öffentliche Netz zu speisen und die Förderung über das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) in Anspruch zu nehmen. Wenn Sie das heute machen, bekommen Sie für eine im Juli 2020 in Betrieb genommene Photovoltaik-Anlage 9,03 Cent pro Kilowattstunde. Die Einspeisevergütung verringert sich von Monat zu Monat. Im August 2020 wird sie unter 9 Cent pro Kilowattstunde rutschen und voraussichtlich im April 2021 unter 8 Cent pro Kilowattstunde.

Um den erzeugten Strom einzig über das Stromnetz zu verkaufen, lohnt sich eine kleinere Anlage auf einem Haus nicht mehr – dazu ist die Einspeisevergütung inzwischen zu niedrig. Verbrauchen Sie den Strom dagegen selbst, ist eine Photovoltaik-Anlage immer noch eine lukrative Investition. Je nachdem, wie viel Ihr Versorger für jede verbrauchte Kilowattstunde berechnet und wie viel Sie Ihr eigener Strom kostet, sparen Sie 15 bis 20 Cent pro Kilowattstunde.

Im Schnitt zahlt jeder Haushalt in Deutschland 31 Cent pro Kilowattstunde Strom. Dass der gelieferte Strom im Vergleich zum selbst erzeugten dreimal so teuer ist, liegt an Steuern, Umlagen, Abgaben und Entgelten. Diese müssen Sie über den Strompreis zahlen, wenn die Energie über das Netz der öffentlichen Versorgung fließt.

Auf Ihren Eigenverbrauch fallen dagegen weder Abgaben noch Stromsteuer noch Netzentgelte noch vier von fünf Umlagen an; bei Anlagen bis maximal 10 Kilowatt Leistung auch keine EEG-Umlage, solange sie höchstens 10.000 Kilowattstunden produzieren. Lediglich Umsatzsteuer auf Eigenverbrauch müssen Sie berechnen, wenn Sie der Regelbesteuerung unterliegen. 

Da die Strompreise in Deutschland die höchsten in Europa sind, gibt es immer wieder Forderungen, die staatlichen Belastungen abzuschmelzen. Doch selbst wenn die fünf Umlagen auf den Strompreis wegfielen und Stromsteuer und Konzessionsabgabe auf ein Minimum gesenkt würden – Strom aus dem öffentlichen Netz kostete dann immer noch rund 17 Cent pro Kilowattstunde, wenn Netzentgelte, Börsenstrompreise und die Mehrwertsteuer unverändert bleiben. Mit eigenem Solarstrom versorgen Sie sich daher dauerhaft günstiger.

Solarstrom: Mindestens 25 Prozent selbst nutzen, Rest einspeisen

Insgesamt sind in Deutschland nach Angaben des Bundesverbands Solarwirtschaft rund eine Million kleiner Solarkraftwerke (PV-Anlagen) mit höchstens 10 Kilowatt Leistung auf Hausdächern installiert. Jeden Monat kommen im Schnitt 7.000 dazu. Nahezu alle dienen der Eigenversorgung ihrer Betreiber.

Wollen auch Sie eine PV-Anlage kaufen, dann informieren Sie sich vorab in unserem Ratgeber darüber, wie Sie die PV-Anlage betreiben sollten. 

Eine Photovoltaik-Anlage kann niemals Ihren kompletten Bedarf decken. Schließlich scheint die Sonne nicht rund um die Uhr. Aber zu durchschnittlich 25 Prozent können Sie sich mit eigenem Solarstrom versorgen. Dabei ist es nicht notwendig, irgendwelche Gewohnheiten zu ändern. Ihren übrigen Strombedarf decken Sie weiter über den Bezug aus dem öffentlichen Stromnetz.

Die Solarstromanlage erzeugt vor allem in den Mittagsstunden mehr Strom, als Sie gerade brauchen. Diesen Überschuss können Sie ins öffentliche Stromnetz einspeisen und dafür entweder die Einspeisevergütung nach EEG in Anspruch nehmen. Oder Sie suchen sich einen direkten Abnehmer für Ihren Strom und verkaufen an diesen. Den eingespeisten Strom zu verkaufen ist wichtig, um die Solaranlage zu refinanzieren. Sie müssen dies aber nicht tun: Sie können den Strom auch kostenlos einspeisen. Darüber müssen Sie dann aber den Netzbetreiber informieren.

Den Eigenverbrauch erhöhen

Sie können Ihren Eigenverbrauch noch erhöhen. Ein sogenannter Energiemanager hilft Ihnen dabei. Das ist ein kleines Gerät, das den Stromverbrauch an die Erzeugung anpasst. Energiemanager werden heute standardmäßig von Installateuren angeboten und erhöhen den Eigenverbrauch auf mindestens 30 Prozent.

Falls Sie noch mehr eigenen Solarstrom nutzen möchten, müssen Sie in einen Batteriespeicher investieren. Mit diesem lässt sich der Eigenverbrauch verdoppeln, wenn nicht sogar verdreifachen. 60 bis 70 Prozent Ihres Strombedarfs können Sie gewöhnlich dann über Ihre Solaranlage decken.

Allerdings kosten Batteriespeicher noch mehrere Tausend Euro. Verschiedene Förderprogramme auf Landesebene und von Kommunen helfen, die Investitionskosten zu senken.

Als Immobilieneigentümer: Photovoltaik-Anlagen kaufen oder mieten?

Seit 2012 gibt es Angebote von Energieversorgern und anderen Firmen, Photovoltaik-Anlagen auf privaten Dächern zu errichten und die Anlagen an die Eigentümer zu vermieten. Durch das Mieten der Anlage werden Sie zu ihrem Betreiber. Sie können den Strom selbst nutzen, Überschüsse ins Stromnetz einspeisen und die EEG-Vergütung beziehen.

Für die Installation und zumeist auch die Wartung der Anlage zahlen Sie an den Vermieter eine monatliche Gebühr. Energieversorger koppeln an die Vermietung zudem häufig die Bedingung, dass Sie den Reststrom von ihm geliefert bekommen. 

Vorteilhaft ist an solchen Angeboten, dass Sie sich um kaum etwas kümmern müssen. Die Finanzierung der Anlage, die Auswahl der Komponenten, die Terminabstimmung mit dem Elektroinstallateur, die Anmeldung beim Netzbetreiber, die Wartung der Anlage – der Anbieter regelt gewöhnlich alles. Aber das lässt er sich auch bezahlen. Die Photovoltaik-Anlage kostet Sie so über die gesamte Betriebsdauer mehr, als wenn Sie selbst investieren.

Wenn Sie die Investitionssumme von mehreren Tausend Euro für ein System nicht selbst aufbringen können oder wollen oder Ihnen die Zeit für die Planung fehlt, kann das Mieten einer PV-Anlage eine Möglichkeit sein. Achten Sie dann aber darauf, dass Sie mit den vorhergesagten Einnahmen aus dem Stromverkauf die Anlagenmiete bezahlen können. Verlangt der Anbieter mehr, nehmen Sie von seinem Angebot Abstand.

Auch sollte im Mietvertrag geregelt sein, wann Sie diesen kündigen können und wer für die Demontage der Anlage aufkommt. Nach spätestens 20 Jahren sollte es die Möglichkeit geben, dass die Anlage in Ihr Eigentum übergeht.

Aufsehen erregte die Firma MEP im Jahr 2018: Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen mahnte sie ab. Das Unternehmen hatte bereits Mietzahlungen einkassiert, bevor Photovoltaik-Anlagen bei den Kunden errichtet waren. Darüber hinaus kritisierten die Verbraucherschützer die Annahmen zur Wirtschaftlichkeitsberechnung. Die angenommene Eigenverbrauchsquote war üppig, die für die Zukunft angenommenen Strompreissteigerungen unrealistisch hoch. Im Februar 2020 hat das (inzwischen unter dem Namen Rex XSPI firmierende) Unternehmen Insolvenz angemeldet.

Wie nutzen Sie Photovoltaik im gemieteten Haus?

Wohnen Sie in einem Haus, das Sie mieten, können Sie genauso Solarstrom vom Dach nutzen. Unterschiedliche Konzepte sind möglich.

Sie wohnen in einem Einfamilienhaus zur Miete?

  • Dann können Sie die Dachfläche von Ihrem Vermieter pachten und selbst eine Photovoltaik-Anlage installieren lassen und den Solarstrom direkt verbrauchen.
  • Oder Ihr Vermieter errichtet die Anlage selbst und vermietet sie an Sie. Dann werden Sie zum Betreiber der Anlage.

In beiden Fällen fallen bei der Nutzung des Stroms keine Umlagen, Abgaben, Netzentgelte und Steuern an, wenn die Anlage nicht mehr als 10 Kilowatt Leistung hat und höchstens 10.000 Kilowattstunden Strom im Jahr erzeugt.

Sie wohnen in einem Zweifamilienhaus zur Miete?

  • Dann können Sie auch das Dach pachten und dort eine Photovoltaik-Anlage betreiben. Einen Teil des Stroms können Sie an die zweite Partei im Haus liefern. Neben den Erzeugungskosten müssen Sie auf den gelieferten Strom auch die EEG-Umlage berechnen. Eine andere Möglichkeit ist, Überschüsse ins Stromnetz einzuspeisen und dafür die Einspeisevergütung zu beziehen.
  • Oder Ihr Nachbar oder der Hauseigentümer selbst betreibt eine PV-Anlage auf dem Dach und liefert Ihnen Strom. Dann wird Ihnen zwar EEG-Umlage berechnet. Dennoch sollte der Preis für diesen Mieterstrom deutlich günstiger sein als für die Energie, die Sie für den Bezug aus dem Netz zahlen.

Einen Mustervertrag, um ein fremdes Dach zur Installation einer Photovoltaik-Anlage zu nutzen, stellt der Bundesverband Solarwirtschaft bereit. Auch einen Leitfaden zur direkten Lieferung von Solarstrom an Nachbarn oder Mieter sowie einen Leitfaden zur Eigenversorgung aus einer gemieteten Anlage bietet der Verband, allerdings müssen Sie diese kaufen. Die Leitfäden enthalten ebenfalls Musterverträge.

Wie können Sie in einer Mietwohnung direkt Solarstrom nutzen?

PV-Anlagen befinden sich mehrheitlich in Kleinstädten und auf dem Land. Das liegt daran, dass es für einen Eigenheimbesitzer einfacher ist, eine Anlage zu installieren: Er besitzt ein Dach, er muss sich mit niemanden über den Verbrauch des erzeugten Stroms einigen – er kann allein entscheiden. Das ist in großen Mietshäusern anders.

Aber: In Großstädten ist der Strombedarf nicht nur hoch, sondern auch das Potenzial groß, Solarstrom zu erzeugen. Schließlich gibt es viele große Dächer auf Mietshäusern und andere Flächen, die sich eigenen, Solarmodule zu installieren: Terrassen, Balkone, Hausfassaden.

Mieterstrom vom Dach

Auf großen Wohnhäusern ist viel Platz für Photovoltaik-Anlagen. Auch dort ist es möglich, dass der Betreiber den Bewohnern im Haus den Strom liefert. Bekannt geworden ist dieses Konzept als Mieterstrom. Dabei liefert Ihnen der Solaranlagenbetreiber nicht nur einen Teil der benötigten Energie, sondern deckt in der Regel Ihren ganzen Bedarf – mit selbst erzeugtem Solarstrom und mit Strom aus dem öffentlichen Netz.

Durch diese Mischkalkulation ist Mieterstrom stets teurer als direkt verbrauchter Solarstrom, aber häufig günstiger als der rein über das öffentliche Netz gelieferte Strom. Dass auf Ihrem Mietshaus eine Mieterstromanlage entsteht, können Sie allerdings beim Eigentümer nur anregen – ob etwas geschieht, haben Sie nicht in der Hand. Erhalten Sie aber ein Angebot für Mieterstrom, dann schauen Sie es sich an: In der Regel sind diese Angebote günstig.

Es gibt noch eine andere Möglichkeit, Solarstrom in einer Mietwohnung zu nutzen: über Kleinstanlagen, die Sie auf dem Balkon aufstellen.

Wie können Sie Solarstrom auf Ihrem Balkon erzeugen?

Mit einer Kleinstanlage – auch Plug-in-Anlage, Balkon-Modul, steckerfertige Anlage, Plug-in-PV-Anlage oder Stecker-Solar-Anlage genannt – können Sie auf dem Balkon Solarstrom erzeugen. Sie bringen die Anlage am Balkongeländer an oder stellen sie auf den Balkon und schließen sie an eine Steckdose – im Idealfall brauchen Sie dazu keinen Elektriker. Prüfen sollten Sie aber Ihren Mietvertrag, ob das Anbringen von Modulen am Balkon möglicherweise untersagt ist oder ob das Einverständnis Ihres Vermieters erforderlich ist.

Sinn und Zweck der Systeme ist, den Strombezug aus dem Netz zu verringern und somit Kosten zu sparen. Rund 400 Euro (brutto) kosten Systeme mit 275 Watt Leistung – 40 bis 70 Euro Stromkosten können Sie damit im Jahr sparen. Innerhalb von fünf bis zehn Jahren hat das Modul damit seine Kosten wieder eingespielt. Wohnen Sie in Freiburg, können Sie eine Förderung von 200 Euro für den Kauf eines Stecker-Solar-Moduls erhalten – dann rechnet es sich noch schneller.

Mit welcher Stromproduktion können Sie rechnen?

Die Einsparung variiert je nach Ertrag des Solarmoduls. Dieser hängt maßgeblich von vier Faktoren ab: 

  1. der Himmelsrichtung, in die das Solarmodul zeigt,
  2. dem Neigungswinkel des Solarmoduls gegenüber dem Boden,
  3. der Lage des Balkons im Gebäude sowie
  4. der Sonnenstrahlung am Wohnort.

Wissenschaftler der Hochschule Rosenheim und Mitarbeiter der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie (DGS) haben für den Standort Rosenheim ermittelt, wie hoch die Erträge auf unterschiedlichen Balkonen sind. Ergebnis: Der Ertrag ist höher, wenn das Modul nicht vertikal an der Wand oder am Balkongeländer befestigt ist, sondern schräg auf einem Gestell liegt.

Befindet sich über dem Balkon ein weiterer, verschattet dieser die untere Balkonfläche. Der Ertrag ist dann auf Ost- und Westbalkonen höher, wenn die Module nicht nach Süden gehängt werden, sondern in dieselbe Richtung wie der Balkon zeigen. 

Die durch Simulation ermittelten Erträge stimmen mit Erfahrungen aus der Praxis überein – vorausgesetzt, der Anlagenbetreiber lebt in der Wohnung mit Balkonmodul und ist nicht nur ab und zu mal zu Hause. 

Stromertrag von Balkon-Modulen je nach Ausrichtung und Neigung

Ausrichtung von Modul und Balkon

Neigungswinkel des Moduls
  90 Grad

70 Grad

Süden auf Süd-Balkon

780 Wh/Watt

980 Wh/Watt

Süden auf Ost-Balkon

476 Wh/Watt

nicht ermittelt

Osten auf Ost-Balkon

572 Wh/Watt

nicht ermittelt

Süden auf West-Balkon

536 Wh/Watt

nicht ermittelt

Westen auf West-Balkon

568 Wh/Watt

nicht ermittelt

Angaben in Wattstunden pro Jahr je Watt Leistung des Moduls
Quelle: Hochschule Rosenheim/DGS: „Erzeugungsprofile, Lastprofile und betriebswirtschaftliche Analyse kleiner PV-Systeme zur direkten Deckung des Eigenverbrauchs“ (Stand: März 2017)

Wie funktionieren steckerfertige Solarmodule?

Die Stecker-Solarsysteme bestehen aus einem Photovoltaik-Modul mit integriertem Wechselrichter. Am Wechselrichter befindet sich ein Stecker, den Sie direkt in die Steckdose in der Wohnung oder auf dem Balkon stöpseln können. Das dürfen Sie gemäß VDE-Norm 0100-551-1, wenn das Modul bis zu 600 Watt Leistung hat und wenn eine „spezielle Energiesteckvorrichtung“ vorhanden ist. 

Sind in Ihrer Wohnung haushaltsübliche Schutzkontaktsteckdosen (auch Schuko-Steckdose genannt) montiert, sollten Sie nach Auffassung der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie (DGS) die folgenden Punkte einhalten:

  • Sie dürfen die Stecker-Solar-Anlage nur an eine Wandsteckdose schließen, nicht an eine Mehrfach-Verteilersteckdose.
  • Die Steckdose, an die Sie das Modul schließen, muss im Anschlusskasten über einen Sicherungsautomaten gesichert sein. Bei Schraubsicherungen muss ein Elektriker eine kleinere Sicherung eindrehen.
  • Damit Sie sich beim Einstöpseln keinen Stromschlag holen, muss die Stecker-Solar-Anlage dem Sicherheitsstandard der DGS entsprechen. Die DGS prüft Systeme, solange die entsprechende VDE-Norm für sichere Plug-in-Module noch in Arbeit ist. Eine Übersicht geprüfter Systeme finden Sie hier.

Wollen Sie mehr als 600 Watt oder mehr als ein Modul an die Steckdose schließen, benötigen Sie eine Steckdose vom Typ Wieland. Der dreipolige Stecker ist auf jeden Fall berührungssicher. Bis zu 20 Module mit maximal 4,6 Kilowatt Leistung können Sie an eine Wieland-Steckdose koppeln. Sie kostet etwa 40 Euro.

Einrechnen müssen Sie noch die Kosten für den Elektriker, der die Anlage setzt. Deren Anschluss können Sie dann wieder selbst vornehmen. Gibt es auf Ihrem Balkon noch keine Steckdose, empfiehlt die DGS, direkt eine Wieland-Dose einzubauen. 

Sobald das Solarmodul Licht ausgesetzt ist, erzeugt es Strom. Dieser fließt in Ihr Hausnetz und speist die Verbrauchsgeräte, die gerade Bedarf haben. Der konstante Strombedarf in einem Haushalt – die sogenannte Grundlast – liegt nach Messungen der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin in der Regel zwischen 80 und 120 Watt. Erzeugt das Modul mehr Strom, als Sie gerade in der Wohnung benötigen, wandert der Strom ins öffentliche Stromnetz.

Als Faustregel gilt: Etwa 10 Prozent des Solarstroms können Sie nicht selbst nutzen, wenn das Solarmodul ein Zehntel Ihres Strombedarfs decken kann. Das trifft beispielsweise zu, wenn Ihr Verbrauch bei 2.500 Kilowattstunden im Jahr liegt und Sie ein 260-Watt-Modul auf Ihrem Süd-Balkon um 70 Grad geneigt (siehe Tabelle weiter oben) installiert haben. Hat das Modul weniger Leistung oder erzeugt weniger Strom pro Watt Leistung, speisen Sie weniger als 10 Prozent Ihres Solarstroms ins Netz, möglicherweise auch nichts. 

Was ist zu tun, wenn Sie Strom ins Netz speisen?

Rechnen Sie damit, dass Sie kleine Strommengen einspeisen werden, müssen Sie Ihren Netzbetreiber informieren. Ihr Stromzähler braucht dann eine Rücklaufsperre. Ihr Messstellenbetreiber (meist ist das der Netzbetreiber) baut Ihnen einen solchen Zähler ein. Bei Anlagen mit weniger als 1.000 Watt Leistung sollte dies kostenfrei sein.

Digitale Stromzähler verfügen bereits standardmäßig über eine Rücklaufsperre. Einen eigenen Zähler für eingespeisten Strom oder einen Zweirichtungszähler zu setzen, ist bei Anlagen unter 800 Watt Leistung nicht vorgeschrieben. 

Trotzdem gibt es Netzbetreiber, die genau das verlangen: einen Einspeisezähler für kleinste Strommengen. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) rät seinen Mitgliedsunternehmen zu diesem Verhalten, wenn eine Netzeinspeisung nicht ausgeschlossen ist. Das Messstellenentgelt sollte 20 Euro im Jahr betragen. Für den Einbau des Zählers verlangen die Firmen aber dreistellige Beträge – dann können Sie die Stecker-Solar-Anlage kaum rentabel betreiben.

Weitere Pflichten beim Betreiben von Stecker-Solar-Anlagen

Stecker-Solar-Anlagen sind die netzgekoppelten PV-Systeme mit dem geringsten bürokratischen Aufwand. Wenn Sie auf Ihrem Dach eine mehr als 1 Kilowatt große PV-Anlage betreiben, müssen Sie deutlich mehr Pflichten erfüllen, als wenn Sie ein Stecker-Solar-System nutzen. Die kleine Anlage müssen Sie lediglich im Marktstammdatenregister eintragen und bei ihrem Abbau auch wieder austragen.

Und Sie sollten Ihren Netzbetreiber über die Anlage in Kenntnis setzen. In Bayern und Nordrhein-Westfalen bieten die Netzbetreiber Formulare zur Anmeldung. Wohnen Sie in einem anderen Bundesland, dann schreiben Sie Ihren Netzbetreiber an oder schicken Sie ihm das Meldeformular des VDE für Erzeugungsanlagen am Niederspannungsnetz. 

Darüber hinaus haben Sie keine Pflichten; es sei denn, Sie beziehen eine Einspeisevergütung für die Überschüsse, die Sie ins Netz speisen. Das lohnt sich kaum und macht den Anlagenbetrieb aufwendiger: Die eingespeiste Strommenge müssen Sie messen, dem Netzbetreiber melden und auch Einnahmen von ein paar Euro versteuern

Wie können Sie Solarmodule ohne Netzanschluss nutzen?

Solarstrom können Sie darüber hinaus auch erzeugen und verbrauchen, ohne die Module an ein Stromnetz zu koppeln. Ist Ihr Gartenhäuschen nicht ans öffentliche Stromnetz geschlossen oder liebäugeln Sie mit einem Hausboot, dann können Sie eine Solaranlage als Inselsystem (auch Off-Grid-System genannt) installieren. Zu einem solchen Inselsystem gehört standardmäßig ein Batteriespeicher, damit der am Tag erzeugte Strom auch am Abend zur Verfügung steht. 

Zelten Sie gern, können Sie auch ein kleines Solarkraftwerk mit sich führen. Es gibt Solarkoffer mit ausklappbaren Solarmodulen oder faltbare Solarmodule. Bis zu 200 Watt Leistung haben sie. Anschlussbuchsen sind integriert, damit Sie Ihr Smartphone, den Laptop oder den Akku eines anderen Geräts laden können. Auch für den Elektrorasierer, die elektrische Zahnbürste oder den Rasenmäher reicht die Leistung. Lediglich Elektrogeräte, die mit Wärme arbeiten wie Fön oder Wasserkocher, funktionieren nicht mit einem Solarkoffer – sie brauchen eine höhere Leistung, als dieser bereitstellen kann.

Wie umweltfreundlich sind Photovoltaik-Anlagen?

Immer wieder machen Falschinformationen zum ökologischen Nutzen von Photovoltaik-Anlagen die Runde. Wenn Sie sich für eine PV-Anlage interessieren, sollten Sie das Folgende über die Herstellung und das Recycling der Module wissen.

1. Welche Materialien in einem Modul stecken

Ein Solarmodul besteht aus einer Glasscheibe, unter der sich die in Folie eingebetteten Solarzellen befinden. Als Rückwand dient entweder ebenfalls eine Glasscheibe oder eine Folie. Die Elektronen fließen über dünne Silberdrähte von den Zellen ab. Die Zellen selbst sind über dünne Schienen miteinander verbunden, die in eine sogenannte Anschlussdose aus Aluminium oder Kunststoff auf der Rückseite münden. Von der Anschlussdose zweigen die Kabel des Moduls ab. Viele Module sind noch in einen Rahmen eingespannt, der in der Regel aus Aluminium besteht. 

Mehr als 90 Prozent der weltweit hergestellten Solarmodule nutzen Solarzellen aus Silizium. Das ist nach Sauerstoff das zweithäufigste Element auf der Erde – es ist in Quarz und Sand enthalten. Sogenannte Dünnschichtmodule enthalten hauchdünne Schichten aus Silizium oder Cadmiumtellurid oder Kupfer-Indium-Diselenid (CIS). Diese Module haben meistens keinen Rahmen und besitzen eine Glasrückseite.

2. Herstellung und Energy-Payback-Time

Die Herstellung von Solarmodulen erfolgt überwiegend automatisiert: In Produktionsanlagen in riesigen Hallen laufen im Rekordtempo Module vom Band. Die Mitarbeiter in den Fabriken sind vor allem mit ihrer Sichtprüfung, Leistungsmessung und Verpackung beschäftigt. China stellt weltweit die meisten Module her – vor allem mit Maschinen aus Deutschland und der Schweiz. Weitere größere Herstellerländer sind Japan, Südkorea, Taiwan, Deutschland und die USA.

Die Produktion von Solarmodulen ist energieintensiv. Durch die Massenfertigung in großen Fabriken hat sich die sogenannte Energy-Payback-Time aber deutlich verringert, also die Zeit, die ein Solarmodul benötigt, die für seine Fertigung aufgewendete Energie elektrisch zu erzeugen. Die Internationale Energieagentur (IEA) beziffert die Payback-Time in einer Studie für in Südeuropa installierte Photovoltaik-Anlagen aus Silizium-Modulen (inklusive Wechselrichter, Kabel, Montagesystem) mit weniger als zwei Jahren. Da die Sonnenstrahlung in Deutschland geringer ist, dauert es hierzulande etwas länger, bis der Energieverbrauch ausgeglichen ist. Deutlich mehr als zwei Jahre sollten es aber nicht sein. Kommen Dünnschichtmodule zum Einsatz, beträgt die Payback-Time weniger als ein Jahr. 

3. Recycling

Wollen Sie Ihre Anlage eines Tages außer Betrieb nehmen, brauchen Sie sich um die Entsorgung keine Gedanken zu machen: Photovoltaik-Module zählen zu den Elektrogeräten und fallen unter das Elektro- und Elektronikgerätegesetz (ElektroG). Das besagt, dass die Hersteller die Module kostenlos zurücknehmen und recyceln lassen müssen. Als Hersteller zählen dabei nicht nur die tatsächlichen Fabrikanten, sondern auch die Importeure. 

Im Idealfall nimmt der Handwerker, der die Anlage abmontiert, die Module gleich mit. Sie können aber Module auch selbst zum nächstgelegenen öffentlichen Entsorgungshof bringen und sie dort abliefern – kostenlos.

Das ElektroG schreibt vor, dass mindestens 80 Prozent der in Modulen eingesetzten Materialien für die Wiederverwendung vorzubereiten sind (§ 22 Abs. 1 ElektroG). Tatsächlich schaffen die Recyclingfirmen mehr als 95 Prozent. Kristalline Siliziummodule durchlaufen trockene, mechanische Prozesse – sie werden immer feiner zerkleinert und die einzelnen Metalle, der Kunststoff und das Silizium voneinander getrennt. Für die Metalle und das Silizium gibt es Käufer aus der Industrie. Der Kunststoff kann noch in eine Müllverbrennungsanlage gehen.

Dünnschichtmodule gehen durch nass-chemische Prozesse. Hier lassen sich nahezu 100 Prozent der Materialien zurückgewinnen – der Anteil von Kunststoffen ist kleiner als bei kristallinen Modulen und fällt damit weniger ins Gewicht.

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redaktion@finanztip.de (Finanztip Verbraucherinformation gGmbH) 03.07.2020 09:08:00 +0000
Wie Sie als Mieter von günstigem Solarstrom profitieren : Mieterstrom https://www.finanztip.de/photovoltaik/mieterstrom/ https://www.finanztip.de/?id=3956Wie Mieter von günstigem Solarstrom profitieren
Das Wichtigste in Kürze
  • Mieter können von günstigem Solarstrom profitieren – wenn es auf dem Wohnhaus eine Solarstromanlage gibt und die Mieter den Strom direkt nutzen (Mieterstrom).
  • Mieterstrom kann günstiger sein als die Energie aus dem Stromnetz. Es fallen keine Netzentgelte und andere Kosten an.
  • Der Gesetzgeber fördert Anbieter von Mieterstrom. Der Strom muss dann aber mindestens 10 Prozent günstiger sein als in der Grundversorgung.
  • Wer geförderten Mieterstrom anbietet, muss Sie als Mieter vollständig versorgen. Und der Stromliefervertrag darf nicht an Ihren Mietvertrag gebunden sein.
  • Nimmt der Anbieter keinen Mieterstromzuschlag in Anspruch, muss er Sie nicht vollständig versorgen. Sie haben dann zwei Stromlieferanten – einen für Mieterstrom und einen für Reststrom.
So gehen Sie vor
  • Bietet Ihnen ein Versorger Mieterstrom an, schauen Sie sich das Angebot genau an – Sie können damit möglicherweise Stromkosten sparen.
  • Ein Mieterstrom-Tarif kann so niedrig sein wie die günstigsten Ökostrom-Tarife. Vergleichen Sie Tarife am besten mit unserem Stromrechner, der die Angebote von Verivox und Check24 gleichzeitig abfragt und die Ergebnisse nach unseren strengen Finanztip-Kriterien filtert.
  • Die Ergebnisliste enthält Werbelinks, über die Sie Ihren Tarif direkt abschließen können. Alle Empfehlungen erfolgen rein redaktionell und 100% unabhängig.

Zum Stromrechner 

  • Bei den Vertragsbedingungen empfehlen wir eine Verlängerung von einem Monat (nach der ersten Laufzeit) und eine Kündigungsfrist von maximal sechs Wochen.
  • Gefällt Ihnen ein Angebot zur vollständigen Versorgung, kümmert sich der Versorger um den Vertragswechsel zum nächstmöglichen Zeitpunkt. Ihre Stromversorgung bleibt dabei jederzeit sicher.
  • Entscheiden Sie sich für die Nutzung von Solarstrom, ohne vom selben Anbieter Reststrom zu beziehen, brauchen Sie nichts weiter zu tun. Ihr bisheriger Liefervertrag bleibt bestehen.

Mieter in Wohnhäusern sind gegenüber Besitzern von Eigenheimen benachteiligt. Sie finanzieren zwar über den Strompreis die Förderung von Photovoltaik-Anlagen, indem sie die Umlage für erneuerbare Energien bezahlen. Aber es ist für Mieter schwieriger, Solarstrom direkt zu nutzen. Einfach ein Kraftwerk auf dem Mietshaus errichten – das können sie nicht. Es ist ja nicht ihr Dach. Sie müssten die Fläche pachten und viele Formalien erledigen. Es gibt aber Konzepte, mit denen Mieter auf einfache Weise von günstigem Solarstrom profitieren.

Rund 1.000 Mieterstrom-Projekte bundesweit

Überall in Deutschland entstehen auf großen Mietshäusern Photovoltaik-Anlagen, deren Strom an die Mieter fließt. Dazu kooperieren Hauseigentümer mit Planern und Energieversorgern. Mehr als 1.000 solcher Anlagen gibt es.

Rund 100 davon befinden sich allein in Berlin. In der Hauptstadt entwickeln verschiedene Wohnungsbaugenossenschaften als auch Stromversorger Projekte. Weitere rund 50 Anlagen sind in den vergangenen Jahren in Fürth entstanden. Die Stadt in Franken ist dabei, alle städtischen Wohnhäuser mit Solarstrom-Anlagen auszurüsten. Für Anlagenbetrieb und Stromlieferung ist der kommunale Versorger Infra Fürth verantwortlich.

Andere Städte treiben über eigene Gesellschaften ebenfalls Projekte voran. Hamburg Energie ist Mitglied der Solaroffensive Hamburg. Diese setzt sich dafür ein, auf 5.000 Dächern in der Hansestadt Photovoltaik-Anlagen zu errichten, deren Strom zu einem großen Teil Mieter versorgen soll. Die Berliner Stadtwerke planen bis 2023 rund 60 Millionen Euro in Mieterstrom-Projekte zu investieren – damit lassen sich etwa 500 Anlagen mit jeweils 100 Kilowatt Leistung installieren.

Warum kann sich Mieterstrom für Sie lohnen?

Jeder Betreiber einer Photovoltaik-Anlage kann seinen Solarstrom an Verbraucher liefern. Gehört dem Betreiber der Solaranlage das Wohnhaus nicht, kann er die Dachfläche vom Eigentümer pachten. Oder Betreiber und Eigentümer kooperieren. Wie auch immer die Konstellation aussieht: Liefert Ihnen jemand Solarstrom, ist er rein rechtlich Energieversorger und Ihr Vertragspartner.

Zum Vertragsschluss gehört aber natürlich, dass Sie erst einmal ein Angebot für Mieterstrom annehmen. Flattert Ihnen ein solches in die Wohnung, sehen Sie es sich an. Der Tarif sollte günstig sein. Schließlich fallen auf direkt gelieferten Strom, der nicht durch das öffentliche Stromnetz fließt, keine Netzentgelte an. Weitere Umlagen und Abgaben auf den Strompreis sowie die Stromsteuer gibt es ebenfalls nicht. Mit Mieterstrom sollten Sie daher Geld sparen können. 

Ob das der Fall ist, können Sie prüfen, indem Sie die Preise für Mieterstrom mit den Preisen für rein über das Netz gelieferten Strom abrufen. Nutzen Sie dazu gern unseren Stromrechner.

Vergleichen Sie Stromtarife mit dem Finanztip-Stromrechner

Die Ergebnisliste unseres Vergleichsrechners enthält Werbelinks zu Stromtarifen von Check24 und Verivox. Alle Empfehlungen erfolgen redaktionell unabhängig und erfüllen unsere strengen Finanztip-Kriterien.

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Der Finanztip-Stromrechner basiert auf Daten der Check24 Vergleichsportal Energie GmbH sowie der Verivox GmbH. Diese haben wir mit unseren Parametern so gefiltert, dass Sie ein verbraucherfreundliches Ergebnis nach Finanztip-Kriterien bekommen. Wir übernehmen keine Gewähr für die Richtigkeit und Aktualität der hier bereitgestellten Informationen. Für Schäden aus fehlerhaften Daten oder durch die Nutzung des Rechners übernehmen wir keine Haftung.

Für Daten der Check24 Vergleichsportal Energie GmbH: © 2020 Check24.de

Für Daten der Verivox GmbH: © Verivox GmbH – www.verivox.de – alle Angaben ohne Gewähr (Stand: 2020). Das Angebot darf nur für den privaten Gebrauch genutzt werden. Eine Vervielfältigung oder Verbreitung des Angebots oder der auf diesen Seiten angezeigten Informationen – ganz oder auszugsweise, gleich in welcher Form – und jede Form der kommerziellen Verwendung ist nicht ohne ausdrückliche schriftliche Zustimmung der Verivox GmbH zulässig.

Schließen Sie über Verivox oder Check24 den Vertrag ab, leiten die Portale den Vertragswechsel ein. Der Abschluss kommt aber in der Regel erst zustande, wenn Sie der gewählte Versorger anschreibt und den Vertrag bestätigt. Ab dann bleiben 14 Tage Zeit, den Vertrag zu widerrufen.

Angebote für Mieterstrom können Sie nicht über unseren Vergleichsrechner sehen. Aber solarer Mieterstrom kann günstiger sein, als die komplett über das Stromnetz gelieferte elektrische Energie. Wie viel solarer Mieterstrom in bisherigen Projekten kostet, zeigt folgende Tabelle:

Beispiele für Mieterstrom-Tarife

Tarif oder Projektname Stromversorger Grundpreis
in Euro
pro Monat
Arbeitspreis in Cent
pro Kilowattstunde
Fürthstrom direkt Infra Fürth 7,52 25,52 / 27,05
Berlinstrom Sonne+ Berliner Stadtwerke 6 24,95
Strom Regio Solar N-Ergie in Nürnberg 9,08 24,98
Wagnis 4 Wagnis eG in München 2 26

Die Daten in der Tabelle stammen von den Versorgern. Sie orientieren sich im Fall von Wagnis an einem Stromverbrauch von 1.500 Kilowattstunden im Jahr. Bei N-Ergie in Nürnberg gelten die Preise bei einem Stromverbrauch von mindestens 1.400 Kilowattstunden. Bei Infra Fürth, N-Ergie und den Berliner Stadtwerken gelten die Tarife einheitlich für alle Mietshäuser in Fürth, Nürnberg beziehungsweise Berlin. Bei Infra Fürth kostet der Solarstrom vom Dach 25,52 Cent pro Kilowattstunde und der über das Stromnetz gelieferte Reststrom 27,05 Cent pro Kilowattstunde.
Quelle: Finanztip-Recherche, Websites der Anbieter (Stand: 8. Mai 2018)

Im Gegensatz zu anderen Tarifen für Ökostrom wissen Sie beim Mieterstrom, woher ein großer Teil der Energie kommt – direkt vom Dach. Bei Abschluss eines Vertrags gehen Sie kein Risiko ein: Sie werden nicht ohne Strom dastehen, wenn beispielsweise die Sonne nicht scheint. Ihr Anschluss an das öffentliche Stromnetz bleibt bestehen. Fließt kein Sonnenstrom, beispielsweise nachts, können Sie aus dem Netz Strom beziehen.

Wie fördert der Staat solaren Mieterstrom?

Erste Solaranlagen zur Versorgung von Mietern im Haus gingen 2013 in Betrieb. Seit Sommer 2017 gibt es auch eine gesetzliche Förderung für solche Projekte: den Mieterstromzuschlag. Über das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) können Betreiber von Photovoltaik-Anlagen auf Dächern eine Förderung vom Staat erhalten, wenn sie den Solarstrom an Kunden im selben oder im benachbarten Haus liefern.

Der Gesetzgeber verspricht sich davon den Bau von rund 12.500 Mieterstrom-Anlagen. Mehr als zwei Jahre nach Verabschiedung des Gesetzes zeigt sich jedoch, dass dieses Ziel in weiter Ferne liegt. Zu diesem Ergebnis kommen auch die Autoren des Evaluierungsberichts, den sie dem Bundeswirtschaftsministerium im September 2019 vorgelegt haben. Denn bis Mitte 2019 erhalten nur rund 1.200 Projekte mit rund 23 Megawatt Leistung einen Zuschlag. Die geförderten Anlagen befinden sich über alle Bundesländer verteilt.

Die Höhe der Förderung variiert je nach Größe der Anlage und dem Zeitpunkt der Inbetriebnahme. Im Juli 2020 gibt es für neu errichtete Systeme maximal 0,84 Cent pro Kilowattstunde. Monat um Monat sinkt die Vergütungshöhe. Anlagen größer 70 Kilowatt Leistung können keine Förderung mehr erhalten.

Das Extra-Geld vom Staat soll es den Anlagenbetreibern ermöglichen, den Strom günstig anzubieten. Die Bedingung ist dabei, dass der Tarif mindestens 10 Prozent günstiger sein muss als jener des Grundversorgers vor Ort (§ 42a Abs. 4 EnWG). Der Grundversorger ist derjenige Stromanbieter, der Sie beliefert, wenn Sie keinen Liefervertrag abgeschlossen haben und Strom aus dem Netz entnehmen.

Investoren errichten auch weiterhin Mieterstrom-Anlagen ohne Zuschlag. Hat eine Anlage auf dem Dach eine Leistung von mehr als 100 Kilowatt, gibt es beispielsweise keine Förderung. Bei manchen Projekten wollen die Planer den Zuschlag nicht, weil das Geld vom Staat an zusätzliche Bedingungen geknüpft ist. Dies betrifft nicht nur die Tarifhöhe, sondern auch die Art, wie der Vertrag gestaltet ist. Wer geförderten Mieterstrom liefert, muss beispielsweise den kompletten Strombedarf eines Kunden sicherstellen.

Begriff Mieterstrom gilt für verschiedene Technologien

Der Begriff „Mieterstrom“ umfasst jede Form elektrischer Energie, die nicht über das Stromnetz fließt. Auch elektrische Energie aus Windkraftanlagen oder Blockheizkraftwerken kann Mieterstrom sein – so lange sie direkt zum Verbraucher fließt. Ist das der Fall, entfallen bestimmte Kosten, die gewöhnlich im Strompreis stecken. Den Mieterstromzuschlag können aber nur Betreiber von Solarstrom-Anlagen beanspruchen. 

Wie sieht die Lieferung von gefördertem Mieterstrom aus?

Nimmt der Lieferant die gesetzliche Förderung in Anspruch, ist er verpflichtet, Sie vollständig mit elektrischer Energie zu versorgen (§ 42a Abs. 2 EnWG). Reicht die Solarstromproduktion nicht aus, um Ihren Stromverbrauch zu decken, muss der Versorger zusätzlichen Strom besorgen und liefern. Ob es sich dabei um Ökostrom oder konventionellen Strom handelt, sollte im Liefervertrag festgelegt sein. Auf Ihrer jährlichen Abrechnung sollte Ihr Mieterstrom-Anteil ausgewiesen sein, aber auch, woher die restliche Energie stammt.

Der Liefervertrag darf zudem nicht Bestandteil des Mietvertrags sein. Wenn Sie in eine Wohnung einziehen, deren Vormieter Solarstrom vom Dach genutzt hat, müssen Sie dies nicht auch tun. Sie können den Liefervertrag für Mieterstrom ausschlagen und sich einen alternativen Anbieter suchen. Oder Sie entscheiden sich für das Angebot – dann schließen Sie einen Vertrag über die Stromlieferung, der vom Mietvertrag unabhängig ist. Wenn Sie den Stromvertrag wieder kündigen, wirkt sich das nicht auf den Mietvertrag aus. Sobald Sie aber Ihren Mietvertrag kündigen oder er ausläuft, endet Ihr Stromliefervertrag automatisch zum selben Zeitpunkt.

Entscheiden Sie sich für Mieterstrom, darf der Stromliefervertrag höchstens ein Jahr laufen und sich dann um jeweils ein weiteres Jahr verlängern (§ 42a Abs. 3 EnWG). Die Kündigungsfrist beträgt längstens drei Monate. Mehr ist gesetzlich nicht erlaubt.

Ein Anbieter kann natürlich auch kürzere Laufzeiten und Fristen wählen. Finanztip empfiehlt grundsätzlich, dass Stromlieferverträge zunächst höchstens ein Jahr laufen und sich dann Monat um Monat verlängern. Die Kündigungsfrist sollte maximal sechs Wochen betragen.

Alle Regelungen zum Wechsel des Stromanbieters gelten auch bei Mieterstrom-Tarifen mit gesetzlicher Förderung. Der Anbieter kümmert sich um den Wechsel und meldet Sie beim bisherigen Versorger ab. Sollten sich die Preise erhöhen, muss Ihr Versorger Ihnen das mitteilen. Dann steht es Ihnen frei, das Sonderkündigungsrecht zu nutzen und einen anderen, günstigeren Versorger zu wählen.

Wie hoch dürfen die Preise bei gefördertem Mieterstrom sein?

Der Mieterstromzuschlag soll dem Versorger helfen, günstige Tarife anzubieten und damit natürlich auch wettbewerbsfähig zu sein. Geförderter Mieterstrom muss deshalb mindestens 10 Prozent günstiger sein als die Grundversorgung vor Ort. Auf welche Strompreise dies im Schnitt je nach Stromverbrauch hinausläuft, können Sie der Tabelle entnehmen.

Durchschnittliche Höchstpreise für geförderten Mieterstrom

Jahresverbrauch Durchschnittspreis
in der Grundversorgung
Höchstpreis für
Mieterstrom
weniger als 1.000 kWh 48,92 Cent/kWh 44,03 Cent/kWh
1.000 bis 2.500 kWh 34,69 Cent/kWh 31,22 Cent/kWh
2.500 bis 5.000 kWh 31,94 Cent/kWh 28,75 Cent/kWh
5.000 bis 10.000 kWh 30,60 Cent/kWh 27,54 Cent/kWh

Die durchschnittlichen Preise in der Grundversorgung entstammen dem aktuellen Monitoringbericht von Bundesnetzagentur und Bundeskartellamt. Davon wurden die durchschnittlichen Höchstpreise für Mieterstrom je nach Verbrauch abgeleitet.
Quelle: eigene Berechnung, Bundesnetzagentur/Bundeskartellamt (Stand: 27. November 2019)

Da Kunden in der Grundversorgung bei geringem Verbrauch im Verhältnis mehr für eine Kilowattstunde zahlen, lohnt sich Mieterstrom für sparsame Haushalte stärker. Das 10-Prozent-Kritierium einzuhalten, schaffen Anbieter dabei auch ohne die Förderung. Mit dieser ergibt sich für Versorger aber ein größerer Spielraum. Um 1 Cent bis 1,5 Cent pro Kilowattstunde können sie den Strom mit Zuschlag günstiger anbieten.

Kosten für die Wartung oder Reparatur der Photovoltaik-Anlage sind über den Strompreis gedeckt. Für den Betrieb der Anlage dürfen Ihnen als Mieter keine Kosten über die Miete oder die Nebenkosten entstehen.

Wie sieht die Lieferung von Mieterstrom ohne Förderung aus?

Es ist auch möglich, dass Solarstrom vom Miethausdach direkt an Sie fließt, ohne dass der Anlagenbetreiber den Mieterstromzuschlag nutzt. Dann ist er auch nicht verpflichtet, sich darum zu kümmern, woher Sie den restlichen Strom bekommen, wenn die Sonne mal nicht scheint. In solch einem Fall behalten Sie Ihren Stromliefervertrag mit Ihrem bisherigen Versorger. Durch die Sonnenenergie verringert sich damit Ihr Strombezug aus dem Netz.

Für die Lieferung von Sonnenstrom muss der Anbieter mit Ihnen einen eigenen Versorgungsvertrag abschließen; Sie haben dann also zwei Verträge: einen für den restlichen Strom und einen für Mieterstrom. Dabei gelten die Bedingungen wie für jeden anderen Stromliefervertrag auch. Die Laufzeit beträgt höchstens 24 Monate und darf sich um zwölf Monate verlängern; die Kündigungsfrist liegt bei längstens drei Monaten. Mindestens alle zwölf Monate muss der Versorger eine Abrechnung erstellen. Den Liefervertrag für den Strombezug aus dem Netz können Sie entsprechend den Vertragsbedingungen und unabhängig vom Mieterstrom-Vertrag kündigen.

In der Praxis ist dieses Modell häufiger anzutreffen als das Modell mit Förderung: Denn alle Mieterstrom-Anlagen, die vor dem 25. Juli 2017 in Betrieb gingen, haben keinen Anspruch auf den Zuschlag. Zu den Betreibern gehören große Versorger, aber auch Hauseigentümer mit Photovoltaik-Anlage auf dem Dach, die Mieter im eigenen Haus beliefern.

Der Anbieter kann Ihnen natürlich auch anbieten, die Lieferung des Reststroms zu übernehmen. In diesem Fall sollte er sich um die Kündigung bei Ihrem bisherigen Versorger kümmern und einen Liefervertrag über die gesamte Stromversorgung mit Ihnen schließen. Dabei gelten wieder die oben genannten Bedingungen.

Warum ist Mieterstrom günstig?

Dass Mieterstrom günstig ist, liegt daran, dass er nicht über das öffentliche Stromnetz fließt, sondern am Ort seiner Erzeugung verbraucht wird. So fallen verschiedene Kosten weg, die gewöhnlich im Strompreis stecken: Netzentgelte, Konzessionsabgabe, Stromsteuer und vier Umlagen. Zu berücksichtigen sind bei Mieterstrom damit lediglich fünf Posten: die Kosten für Erzeugung, Vertrieb und Stromzähler, die EEG-Umlage und die Mehrwertsteuer.

Mit einer Anlage mit mehr als zehn Kilowatt Leistung lässt sich Solarstrom für 8 bis 11 Cent pro Kilowattstunde produzieren. Die EEG-Umlage in Höhe von 6,405 Cent pro Kilowattstunde im Jahr 2019 und die Mehrwertsteuer aufgeschlagen, ergibt sich ein Preis von 17 bis 21 Cent pro Kilowattstunde. Der Aufwand des Lieferanten und ein Entgelt für den Mieterstrom-Zähler sind dabei noch nicht berücksichtigt. Hier kommen noch einmal etwa 2 Cent pro Kilowattstunde (brutto) hinzu.

Wie günstig sich Solarstrom genau gewinnen lässt, hängt von der Sonneneinstrahlung in der Region und von der Neigung und Ausrichtung des Dachs ab. Die Höhe des Stromtarifs beeinflussen aber auch die Mieter selbst: Je mehr Parteien den Strom vom Dach nutzen, desto mehr der erzeugten Energie lässt sich im Haus verbrauchen und desto günstiger wird es für alle. Machen alle Mieter mit, kann der Sonnenstrom ihren Bedarf zu 30 bis 70 Prozent decken. Entscheidet sich nur die Hälfte der Mieter für ein Angebot, können sie ihren Verbrauch nur zu 20 bis 50 Prozent mit Solarstrom decken.

Dennoch ist es fast überall in Deutschland möglich, dass Mieterstrom günstiger als die komplett über das öffentliche Netz gelieferte Energie ist – in der Regel um 1 bis 2 Cent pro Kilowattstunde. Je höher die Netzentgelte in einer Region sind, desto stärker lohnt sich solarer Mieterstrom. In Regionen mit sehr niedrigen Netzentgelten (zum Beispiel Bremen) kann es dagegen sein, dass Mieterstrom nicht günstiger ist als gewöhnlicher Haushaltsstrom.

Liegt Ihnen ein Angebot für Mieterstrom vor, so vergleichen Sie die Preise mit Tarifen, in denen der gesamte Strom über das Netz fließt. Nutzen Sie dazu unseren Finanztip-Stromrechner: Er zeigt Ihnen nur Tarife, die unseren verbraucherfreundlichen Kriterien entsprechen.

Wie entwickeln sich die Preise für Mieterstrom?

Angebote für Mieterstrom ohne Förderung können 20 bis 24 Cent pro Kilowattstunde kosten, aber auch weniger. Das ist möglich, wenn der Anlagenbetreiber unter die Kleinunternehmerregel fällt und keine Mehrwertsteuer berechnen muss. Oder wenn die Anlage bereits refinanziert ist. Dies kann auf viele Kraftwerke zutreffen, deren Förderung über das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) Ende 2020 ausläuft und für deren Strom die Betreiber neue Abnehmer suchen – beispielsweise Mieter im eigenen Haus.

Darüber hinaus verringern sich die Produktionskosten für Solarstrom stetig. Auf der einen Seite arbeiten Forschung und Industrie an immer effizienteren Modulen. Andererseits senken sie die Kosten in der Herstellung. Forscher des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme gehen davon aus, dass sich bis 2025 Solarstrom aus kleineren Dachanlagen für 6 bis 9 Cent pro Kilowattstunde erzeugen lässt. Unter der Voraussetzung, dass Mehrwertsteuer und EEG-Umlage auf dem Niveau von 2018 bleiben, ergeben sich Kosten von 15 bis 19 Cent pro Kilowattstunde. Sinkt die EEG-Umlage, wie dies Experten ab 2023 erwarten, wird solarer Mieterstrom noch günstiger.

Was ist Bürgerstrom oder Nachbarschaftsstrom?

Die direkte Versorgung mit eigenem Solarstrom und auch die Lieferung an Mieter im Haus sind günstig. Anders sieht es aus, sobald Sonnenstrom durch das Stromnetz fließt, beispielsweise zu Ihrem Nachbarn auf der anderen Straßenseite oder dem Gewerbebetrieb zwei Häuser weiter. Auch wenn die Energie nur wenige Meter über das Stromnetz zurücklegt – es fallen dann Netzentgelte, Konzessionsabgabe und alle Steuern und Umlagen an, die es in Deutschland gibt. Wollen Sie von Ihrem Nachbarn Solarstrom beziehen, müssen Sie einen hohen Preis zahlen.

Dem Bündnis Bürgerenergie leuchtet nicht ein, warum es unterschiedliche Preise für dezentral erzeugten Ökostrom gibt. Es fordert daher eine Möglichkeit für Betreiber von Erneuerbaren-Energien-Anlagen, den Strom an Abnehmer im Umkreis zu verkaufen, ohne dass dabei EEG-Umlage anfällt. „Bürgerstromhandel“ heißt der Vorschlag für eine neue direkte Vertriebsform. Er läuft auf eine Gleichstellung von Nutzern dezentraler Ökoenergie hinaus – unabhängig davon, ob der Erzeuger oder ein Verbraucher in der Nähe den Strom nutzt.

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redaktion@finanztip.de (Finanztip Verbraucherinformation gGmbH) 03.07.2020 09:05:00 +0000
Mit einer günstigen Internet-Flatrate zu Hause surfen : Internet-Flat https://www.finanztip.de/internetanbieter/internet-flat/ https://www.finanztip.de/?id=5720Mit einer günstigen Internet-Flatrate zu Hause surfen
Das Wichtigste in Kürze
  • Die günstigsten Internet-Flats bekommen Sie per TV-Kabel oder als DSL-Tarif über die Telefonleitung. Bei DSL-Anbietern haben Sie die volle Auswahl. Beim TV-Kabel können Sie nur den Anbieter wählen, der die Leitung in Ihrem Haus betreibt.
  • Wichtigstes Merkmal bei der Wahl der Internet-Flatrate ist ein angemessenes Download-Tempo. Normalnutzer kommen mit 16 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) aus, Vielsurfer und Familien mit 50 Mbit/s.
  • Kenner können auch einen Blick auf Upload, Vertragslaufzeit, Router-Kosten, Handykosten und Neukunden-Rabatte werfen. Außerdem braucht nicht jeder eine Telefon-Flat.
Finanztip-Empfehlungen
  • DSL für Normalnutzer: Red Internet & Phone 16 DSL von Vodafone für effektiv rund 28 Euro; Komplett basic von Easybell für effektiv rund 29 Euro; DSL 16 von 1&1 für effektiv rund 29 Euro.
  • DSL für Vielsurfer, Familien, WGs: O2 my Home M von Telefónica für effektiv rund 30 Euro; Red Internet & Phone 50 DSL von Vodafone für effektiv rund 32 Euro.

  • Kabel für Normalnutzer: Eazy20 von Eazy für effektiv rund 18 Euro (wo verfügbar); Pure Surf 20 von Pyur (Tele Columbus) für effektiv 25 Euro (wo verfügbar).
  • Kabel für Vielsurfer, Familien, WGs: Eazy50 von Eazy für effektiv rund 23 Euro; Red Internet & Phone 50 Cable von Vodafone für effektiv rund 29 Euro.

 

Wie schnell soll mein Download sein? Wie wichtig ist der Upload? Muss ich mir einen eigenen Router kaufen? Die Suche nach der passenden Internet-Flat für die eigenen vier Wände wirft einige Fragen auf. In der Flut an Informationen und Produktdetails kann es schnell passieren, dass Ihnen der richtige Tarif durch die Lappen geht. Finanztip gibt Ihnen die wichtigsten Tipps an die Hand, damit Sie schnell und unkompliziert eine günstige Internet-Flat finden.

Ihr Internet ist in Zeiten von Corona und Homeoffice sehr langsam? Achtung: wechseln Sie jetzt besser nicht den Anbieter. Denn dabei besteht immer das Risiko, einige Tage ganz ohne Netz dazustehen. Auch ohne Kündigung können Sie Ihrem Internet auf die Sprünge helfen: Oft reicht es, den Tarif auf den neuesten Stand zu bringen und an die Mehrbelastung anzupassen.

DSL-Flat oder Kabel-Flat – was ist besser?

In die meisten Wohnungen kommt das Internet durch die Telefondose, also per DSL. Das liegt vor allem daran, dass nur knapp die Hälfte der Haushalte in Deutschland einen TV-Kabel-Anschluss hat, aber fast jeder einen internetfähigen Telefon-Anschluss. Sowohl für TV-Kabel als auch für DSL gibt es günstige Internet-Flats. Doch mittlerweile sind die Kabeltarife tendenziell etwas billiger zu haben.

Für welche Anschlussart Sie sich entscheiden, sollten Sie von dem konkreten Angebot vor Ort abhängig machen. Denn beim TV-Kabel können Sie nur den Anbieter wählen, der die Leitung im Gebäude betreibt. Wer das ist, kann Ihnen der Vermieter sagen.

In unserem Internet-Flat-Vergleich haben wir uns die führenden DSL-Anbieter und die größten überregionalen Kabel-Anbieter angeschaut. Es gibt daneben noch eine Vielzahl von Kabelfirmen, die ihre Tarife nur in einem kleinen Gebiet vertreiben – dort aber sehr häufig gute Angebote haben. In Köln ist beispielsweise Netcologne sehr verbreitet, in München M-net. Wissen Sie, wer das TV-Kabel in Ihrem Haus betreibt, kann es sich lohnen, unsere Empfehlungen mit diesem Kabelanbieter zu vergleichen.

Grundsätzlich machen Sie aber auch mit einer DSL-Internet-Flat nichts verkehrt. Dabei haben Sie immer die Auswahl zwischen mehreren Angeboten. Es kann jedoch sein, dass ein Anbieter einen Regional-Zuschlag verlangt (um die 5 Euro im Monat). Das machen die Unternehmen, weil sie die Leitungen häufig von der Telekom anmieten müssen. Durch diesen Aufpreis wird ein günstiger Tarif schnell zu teuer. Nehmen Sie in diesem Fall lieber eine andere Finanztip-Empfehlung. Denn nur weil ein Anbieter einen Aufpreis verlangt, heißt das noch lange nicht, dass andere Anbieter auch mehr Geld von Ihnen fordern.

Glasfaser für Hausbauer, Satellit und Hybrid nur im Notfall

Wer ein Eigenheim baut, kann auch überlegen, eine leistungsstarke Glasfaserleitung legen zu lassen. Allerdings sind diese Internet-Flatrates zurzeit noch verhältnismäßig teuer. Wer weder DSL, noch TV-Kabel oder Glasfaser zu Hause hat, muss auf Internet per LTE ausweichen oder eine Satellitenverbindung. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Ratgeber über die verschiedenen Internetanbieter.

Worauf muss ich bei einer Internet-Flat achten?

Günstig sollte die Internet-Flat sein und angemessen schnell – alles Weitere ist Nebensache (und finden Sie weiter unten in diesem Ratgeber). Wie schnell eine Internet-Flat ist, bestimmt vor allem die Download-Geschwindigkeit. Auf das Download-Tempo kommt es an, wenn Sie im Netz surfen, Daten herunterladen oder sich einen Film online anschauen (zum Beispiel per Streaming-Box auf dem Smart-TV).

Immer schnellere Maximalgeschwindigkeiten verleiten leicht dazu, eine überdimensionierte Internet-Flat abzuschließen. Es gibt mittlerweile immer mehr DSL-Tarife mit bis zu 250 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) im Download. Bei einigen Kabel-Internet-Flatrates sind Sie sogar mit 400 Mbit/s und mehr unterwegs. Im Alltag merken Sie von dem Extra-Tempo jedoch nur wenig und zahlen Monat für Monat drauf.

Wichtiger ist es, die eigenen Bedürfnisse richtig einzuschätzen und das dazu passende Download-Tempo zu wählen. Falls das Internet langsamer bei Ihnen Zuhause ankommt, als der Anbieter in der Werbung verspricht, ist ein schnellerer Tarif nicht die beste Lösung.

Finanztip hat die besten Internet-Flats für die zwei häufigsten Nutzertypen verglichen:

Normalnutzer - Wer alleine wohnt und das Internet vor allem zum Surfen, E-Mail-Schreiben und Musikhören nutzt, für den ist eine Internet-Flat mit 16 Mbit/s das Richtige. Gelegentlich größere Dateien herunterzuladen ist damit ebenso wenig ein Problem wie Online-Filme in HD anzuschauen.

Vielsurfer, Familien und WGs - Wenn mehrere Leute gleichzeitig im Internet sind, kann das die Geschwindigkeit merklich ausbremsen. Familien mit Teenagern und Wohngemeinschaften sollten daher in der Regel auf eine Internet-Flatrate mit 50 Mbit/s zurückgreifen. Damit können Sie Videos in Ultra-HD online schauen, während in der Küche das Internetradio läuft. Dasselbe gilt auch, wenn Sie häufig von zu Hause auf das Netzwerk der Arbeit zugreifen oder ausgiebig Online-Spiele spielen.

Unsere Empfehlungen beinhalten immer eine Telefon-Flat für Anrufe ins Festnetz und die Kosten für einen neuen Router. Wer sein Telefon daheim nur noch zur Dekoration besitzt, kann bei einigen Anbietern die Telefon-Flat auch abbestellen.

Übersicht der Nutzertypen

  Download Upload Festnetz Handy
Normalnutzer 16 Mbit/s 1 Mbit/s

Flatrate

Minutenpreis
Vielsurfer, Familien 50 Mbit/s 2 Mbit/s Flatrate Minutenpreis

Quelle: Finanztip-Profile (Stand: Februar 2019) 

In der Mischung aus Neukunden-Rabatten, Hardware-Kosten und Einrichtungspreis ist für Verbraucher nur schwer nachzuvollziehen, welche Kosten am Ende insgesamt auf sie zukommen. Daher nennen wir immer den Effektivpreis, denn dadurch lassen sich böse Überraschungen aus dem Kleingedruckten vermeiden. Die Preise haben wir im Februar 2019 auf den Anbieterseiten gesammelt.

Wenn Sie es genauer wissen wollen, können Sie auch einen detaillierten Blick in die Beschreibung unseres Kabel-DSL-Vergleichs werfen.

Unsere Kabel-Empfehlungen für Normalnutzer

Die überregionalen Kabelanbieter haben endlich realistische Tarife für Normalnutzer im Sortiment und nicht nur überdimensionierte Turbo-Verträge. Wer einen Kabelanschluss im Haus hat, hat gute Chancen, mit einem Tarifwechsel ordentlich zu sparen.

Mit effektiv 18 Euro im Monat ist der Tarif Eazy20 unschlagbar günstig (20 Mbit/s Downstream). Den Tarif können nur Verbraucher in Baden-Württemberg, Hessen und Nordrhein-Westfalen buchen, die einen Unitymedia-Anschluss im Haus haben. Der Tarifvermittler Eazy tritt lediglich als Zwischenhändler auf. Den endgültigen Vertrag schließen Kunden mit Unitymedia. Bei Fragen und Problemen wenden sie sich direkt an das Kabel-Unternehmen, ohne einen schlechteren Kundenservice befürchten zu müssen.

Der Tarif Pure Surf 20 kostet genau 25 Euro und bietet einen Download von 20 Mbit/s. Besonderheit bei dem Kabel-Internet-Angebot von Pyur ist, dass es ohne lange Vertragslaufzeiten auskommt. Pyur ist ein Zusammenschluss verschiedener Kabelanbieter vorwiegend aus Berlin, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Er ist allerdings vereinzelt in ganz Deutschland zu finden.

Die wichtigsten Tarifmerkmale unserer Kabel-Empfehlungen, sehen Sie auch in der folgenden Tabelle (rechts auf den Pfeil gehen).

Übersicht Kabel-Empfehlungen für Normalnutzer

Eazy
Eazy20
  • sehr günstiger Effektivpreis
  • Telefon-Flat abwählbar
  • nur in Baden-Württemberg, Hessen und Nordrhein-Westfalen
  • dort nicht in jedem Haushalt verfügbar
Pyur
Pure Surf 20
  • günstiger Effektivpreis
  • Telefon-Flat abwählbar
  • kurze Vertragslaufzeit
  • vor allem in Berlin, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen
  • nicht in jedem Haushalt verfügbar
Nur beim Anbieter abschließbar

Unsere DSL-Empfehlungen für Normalnutzer

Haben Sie keinen Kabelanschluss im Haus, greifen Sie am besten auf einen DSL-Tarif aus unserem Vergleich zurück. Der Tarif Red Internet & Phone 16 DSL von Vodafone ist langfristig mit rund 28 Euro im Monat die günstigste Variante für Normalnutzer (Download 16 Mbit/s). Falls Vodafone Ihnen allerdings einen Regionalzuschlag berechnen möchte, gehen Sie lieber zu einer anderen Finanztip-Empfehlung.

Gerade auf lange Sicht rentiert sich der Tarif Komplett basic von Easybell mit knapp 29 Euro im Monat bei 16 Mbit/s Download. Das Unternehmen steht dafür, sehr modulare Tarife anzubieten, ohne den Grundpreis durch kurzfristige Sonderangebote zu verzerren. Dafür bekommen Sie am Anfang allerdings auch kaum einen Neukunden-Rabatt. Besonders günstig wird der Tarif, wenn Sie Ihren eigenen Router mitbringen und auf die Telefon-Flatrate verzichten. Sie können den Tarif monatlich kündigen.

Mit etwas mehr als 29 Euro im Monat ist auch der Tarif DSL 16 von 1&1 empfehlenswert. 1&1 setzt dabei sehr stark auf Anfangsrabatte und eine geringe Einrichtungsgebühr. Damit ist der Tarif für wechselfreudige Kunden erschwinglich. Und auch in der monatlich kündbaren Variante ist er nicht übermäßig teuer. 

Die wichtigsten Tarifmerkmale unserer DSL-Empfehlungen, sehen Sie auch in der folgenden Tabelle (rechts auf den Pfeil gehen).

Übersicht DSL-Empfehlungen für Normalnutzer

Vodafone
Red Internet & Phone 16 DSL
  • bundesweit verfügbar in den meisten Haushalten
  • günstiger Effektivpreis
  • geringe Anfangskosten
  • verlangt vermehrt 5 Euro Regionalzuschlag
Easybell
Komplett basic
  • bundesweit verfügbar in den meisten Haushalten
  • Telefon-Flat abwählbar
  • kurze Vertragslaufzeit
  • hohe Anfangskosten
Nur beim Anbieter abschließbar
1&1
DSL 16
  • bundesweit verfügbar in den meisten Haushalten
  • geringe Anfangskosten
  • auch mit kurzer Laufzeit verfügbar

Unsere Kabel-Empfehlungen für Vielsurfer, Familien und WGs

Selbst für Vielsurfer sind viele Kabeltarife überproportioniert und teuer. Anders bei Vodafone und Eazy, die auch Tarife mit 50 Mbit/s Download anbieten. Der Tarif Eazy50 kostet nur rund 23 Euro im Monat, wobei sich noch ein paar Euro sparen lassen, wenn Sie auf die Telefon-Flatrate verzichten. Eazy vermittelt Ihnen den Tarif lediglich, den eigentlichen Vertrag schließen Sie mit Unitymedia. Das Kabelnetz von Unitymedia ist ausschließlich in Baden-Württemberg, Hessen und Nordrhein-Westfalen ausgebaut.

In den übrigen Bundesländern ist das Kabelnetz von Vodafone weit verbreitet. Der Tarif Red Internet & Phone 50 Cable kostet effektiv rund 29 Euro im Monat. Gerade der Upload von 4 Mbit/s ist für einen Kabel-Tarif ordentlich, und mit 50 Mbit/s Download-Tempo können auch mehrere Personen parallel im Internet fernsehen, spielen oder chatten.

Die wichtigsten Tarifmerkmale unserer Kabel-Empfehlungen, sehen Sie auch in der folgenden Tabelle (rechts auf den Pfeil gehen).

Übersicht Kabel-Empfehlungen für Vielsurfer, Familien und WG

Eazy
Eazy50
  • sehr günstiger Effektivpreis
  • Telefon-Flat abwählbar
  • nur in Baden-Württemberg, Hessen und Nordrhein-Westfalen
  • dort nicht in jedem Haushalt verfügbar
Vodafone
Red Internet & Phone 50 Cable
  • günstiger Effektivpreis
  • geringe Anfangskosten
  • nicht in Baden-Württemberg, Hessen und Nordrhein-Westfalen
  • nicht in jedem Haushalt verfügbar

Unsere DSL-Empfehlungen für Vielsurfer, Familien und WGs

Haben Sie keinen Kabelanschluss im Haus, greifen Sie am besten auf einen Tarif aus unserem DSL-Vergleich zurück. Der O2 my Home M von Telefónica kostet effektiv etwas mehr als 30 Euro im Monat. Die 50 Mbit/s Download-Tempo reichen auch für mehrere datenintensive Anwendungen gleichzeitig. Das Besondere bei O2: Sie können mit Ihrem Festnetz-Telefon auch kostenlos auf dem Handy anrufen.

Alternativ können Sie auch zum Tarif Red Internet & Phone 50 DSL von Vodafone greifen, für rund 32 Euro im Monat. Durch Rabatte ist er auf kurze Sicht etwas günstiger und hat ebenso 50 Mbit/s im Download. Allerdings müssen Sie dabei die Gespräche ins Mobilfunknetz extra zahlen.

Die wichtigsten Tarifmerkmale unserer DSL-Empfehlungen, sehen Sie auch in der folgenden Tabelle (rechts auf den Pfeil gehen).

Übersicht DSL-Empfehlungen für Vielsurfer, Familien und WGs

Telefónica
O2 my Home M
  • bundesweit verfügbar in den meisten Haushalten
  • kostenlose Gespräche zum Handy
  • schneller Upstream
Vodafone
Red Internet & Phone 50 DSL
  • bundesweit verfügbar in den meisten Haushalten
  • geringe Anfangskosten
  • schneller Upstream

Die richtige Internet-Flat für Kenner

Neben den Hauptmerkmalen Preis und Download-Tempo gibt es einige weitere Tarifkonditionen, auf die Sie bei Ihrer Wahl der passenden Internet-Flatrate achten können:

Upload - Die Upload-Geschwindigkeit ist für alle interessant, die große Daten in der Cloud speichern. Bei geringem Upload-Tempo kann es schon mal eine Stunde länger dauern, bis Fotos und Videos hochgeladen sind. Aber auch wer viel im Homeoffice arbeitet und seine Daten häufig auf das Arbeitsnetzwerk laden muss, sollte auf den Upload achten. Gleiches gilt für Videotelefonie per Skype und ähnlichen Programmen. DSL-Internet-Flats haben normalerweise einen besseren Upload als Internet-Flatrates per TV-Kabel.

Kündigungsfrist - Wenn Sie sich noch nicht sicher sind, wie lange Sie in Ihrer Wohnung wohnen werden, sollten Sie einen monatlich kündbaren Tarif abschließen. Zwar können Sie Ihre alte Internet-Flatrate normalerweise in Ihr neues Zuhause mitnehmen. Manchmal ist der alte Anbieter aber nicht am neuen Wohnort verfügbar. Dann zahlen Sie im schlimmsten Fall einige Monate doppelt. Pyur, Easybell, 1&1, Telefónica (O2) und Congstar bieten auch Internet-Flats ohne lange Laufzeiten an.

Musterschreiben.jpg

Bevor Sie zum neuen Anbieter wechseln, kündigen Sie Ihren alten DSL-Vertrag mit dem Finanztip-Musterschreiben besonders schnell.

Zum Download

Router-Kosten - Damit das Internet aus der Dose auch am Computer oder auf dem Handy ankommt, braucht es einen Internet-Router. Seit der Router-Freiheit im Sommer 2016 können Internetnutzer selbst wählen, welches Gerät sie dafür verwenden wollen. Wer einen eigenen Router hat, kann sich die Kosten für die Miete beim Anbieter sparen. Auf lange Sicht kann es sich auch lohnen, den Router beim Anbieter zu kaufen statt zu mieten. W-Lan sollte der Router dann aber auf jeden Fall können.

Handyaufpreis - Bei den meisten Handytarifen ist die mobile Telefon-Flat fast selbstverständlich geworden. Beim Festnetz-Anschluss sieht das anders aus – dort gilt die Telefon-Flatrate nur für das Festnetz. Ausnahme sind die Tarife von O2: Kunden von Telefónica können grundsätzlich umsonst vom Festnetz in alle Mobilfunknetze telefonieren. Vieltelefonierer können sich mit einem O2-Tarif teure Telefonrechnungen sparen.

Wenignutzer - Für Gelegenheitsnutzer, die nur ab und an ihre E-Mails abrufen möchten, bieten die Anbieter kaum mehr eigene Tarife an. Wenignutzer können getrost auf die Empfehlung für Normalnutzer zurückgreifen. Bei einigen Anbietern können Kunden allerdings die Telefon-Flat abbestellen (Eazy, Pyur, Easybell, Congstar). So lassen sich zwischen 3 und 5 Euro im Monat sparen.

Schnäppchenjäger - Die meisten Verträge laufen für zwei Jahre, in denen Neukunden satte Rabatte einsacken können. Stammkunden zahlen bei vielen Anbietern dagegen gut und gerne 120 Euro mehr im Jahr. Wenn es Ihnen nicht zu mühsam ist, zu wechseln, können Sie alle zwei Jahre einen anderen Anbieter suchen und aufs Neue auf Schnäppchenjagd gehen. Oftmals muss es übrigens gar nicht bis zur Kündigung kommen. Viele Anbieter geben bereits einen neuen Rabatt, wenn Stammkunden bei der Kundenhotline sagen, dass sie kündigen wollen.

Wie klappt der Anbieterwechsel?

Der Wechsel von einem Anbieter zum anderen funktioniert am einfachsten über das Online-Formular des neuen Anbieters. Um die meisten Formalitäten kümmert sich der Neue dann selbst. Schließlich möchte er Sie als Kunden gewinnen. Allerdings sollten Sie beim Ausfüllen penibel auf die richtigen Angaben achten. Der alte Anbieter macht sich häufig kleinste Fehler zunutze, um Sie nicht pünktlich aus dem Vertrag zu lassen. Schließlich will er weiter an Ihnen verdienen.

Die technische Umstellung kann einige Wochen dauern. Damit Sie zwischenzeitlich nicht ohne Internet dastehen, sollten Sie dem neuen Anbieter genügend Vorlauf geben. Worauf Sie noch achten sollten und wie Sie die häufigsten Fehler vermeiden können, lesen Sie in unserem DSL- und Kabel-Vergleich.

So haben wir getestet

Im Februar 2019 hat Finanztip die Telefon- und Internet-Flats der führenden DSL- und Kabel-Anbieter verglichen. Übriggeblieben sind neun Unternehmen, bei denen wir Tarife für die drei geläufigsten Nutzertypen abgefragt haben. Die wichtigsten Ergebnisse haben wir in der untenstehenden Tabelle zusammengefasst. Eine ausführliche Beschreibung, wie wir vorgegangen sind, finden Sie im Ratgeber DSL- und Kabel-Vergleich.

Welche Internetanbieter wir für unserem Kabel- und DSL-Tarifvergleich berücksichtigt haben, sehen Sie in der folgenden Tabelle (rechts auf den Pfeil gehen).

Untersuchte Internetanbieter für Normalnutzer

Untersuchte Internetanbieter für Vielnutzer

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redaktion@finanztip.de (Finanztip Verbraucherinformation gGmbH) 02.07.2020 16:54:00 +0000
Den besten Internetanschluss für Ihr Zuhause finden : Internetanbieter-Vergleich https://www.finanztip.de/internetanbieter/ https://www.finanztip.de/?id=5713Den besten Internetanschluss für Ihr Zuhause finden
Das Wichtigste in Kürze
  • Alte Internettarife sind tendenziell teurer und langsamer als neuere. Haben Sie sich lange nicht mehr um Ihren Vertrag gekümmert, zahlen Sie wahrscheinlich drauf.

  • Mehr als 30 Euro muss ein schneller Internetanschluss per Telefonleitung (DSL) oder TV-Kabel nicht kosten. Ein Anbieterwechsel kann allerdings einige Wochen dauern.

  • Entscheidend für einen guten Vertrag ist das Download-Tempo. Normalerweise reichen 16 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) aus. Vielsurfer und Familien brauchen eher 50 Mbit/s.

Finanztip-Empfehlungen
  • DSL für Normalnutzer: 
    Red Internet & Phone 16 DSL von Vodafone für effektiv rund 28 Euro;
    Komplett basic von Easybell für effektiv rund 29 Euro; 
    DSL 16 von 1&1 für effektiv rund 29 Euro.
  • DSL für Vielsurfer, Familien, WGs:
    O2 my Home M von Telefónica für effektiv rund 30 Euro; 
    Red Internet & Phone 50 DSL von Vodafone für effektiv rund 32 Euro.

  • Kabel für Normalnutzer:
    Eazy20 von Eazy für effektiv rund 18 Euro (wo verfügbar); 
    Pure Surf 20 von Pyur (Tele Columbus) für effektiv 25 Euro (wo verfügbar).
  • Kabel für Vielsurfer, Familien, WGs: 
    Eazy50 von Eazy für effektiv rund 23 Euro; 
    Red Internet & Phone 50 Cable von Vodafone für effektiv rund 29 Euro.

Über das Internet kommen Informationen aus aller Welt in die eigenen vier Wände und neueste Blockbuster auf den Smart-TV. Kaum ein Haushalt mag heute noch auf einen Internetzugang verzichten. Es ist nicht ganz einfach, bei der Suche nach dem richtigen Internetanbieter den Überblick zu behalten. Doch sobald Sie wissen, worauf Sie bei der Auswahl achten müssen, lichtet sich das Dickicht aus Internettarifen und Sonderaktionen.

Ihr Internet ist in Zeiten von Corona und Homeoffice sehr langsam? Achtung: wechseln Sie jetzt besser nicht den Anbieter. Denn dabei besteht immer das Risiko, einige Tage ganz ohne Netz dazustehen. Auch ohne Kündigung können Sie Ihrem Internet auf die Sprünge helfen: Oft reicht es, den Tarif auf den neuesten Stand zu bringen und an die Mehrbelastung anzupassen.

Welcher Internet-Anschluss ist der beste?

Am Anfang steht die Entscheidung, auf welchem Weg das Internet nach Hause kommen soll. In knapp 90 Prozent der Haushalte ist DSL verfügbar. Bei unseren Empfehlungen ist daher auch immer mindestens ein DSL-Tarif dabei. Das Telefonnetz gehört zum Großteil der Telekom, doch auch andere Internetanbieter nutzen das Netz mit und bieten oftmals günstigere Internetverträge an.

In etwa der Hälfte der Haushalte in Deutschland ist ein TV-Kabel verlegt, das auch als Internetanschluss dienen kann. In unserem Internetanbieter-Vergleich für das Jahr 2019 haben die Kabelanbieter mit sehr günstigen Kabel-Tarifen gepunktet. Hält die TV-Leitung, was der Anbieter verspricht, können Sie per Kabel am günstigsten surfen.

Allerdings können Sie beim TV-Kabel immer nur einen Internetanbieter pro Gebäude wählen. Das heißt: Wenn Ihre Nachbarn beispielsweise alle bei dem Kabelanbieter Pyur sind, können Sie keinen Vertrag mit Unitymedia abschließen.

Die größten, überregionalen Kabelanbieter haben wir in unseren Internet-Vergleich aufgenommen. Falls der Kabelanschluss in Ihrem Haus von einem kleineren, regionalen Anbieter betrieben wird, kann es sich lohnen, sein Angebot an den Finanztip-Empfehlungen zu messen und zu schauen, ob er mithalten kann.

Wer die Möglichkeit hat, sich für einen DSL- oder Kabelanschluss zu entscheiden, sollte diese auch nutzen. Die Alternativen dienen eher als Ersatz, falls kein DSL oder Kabel im Haus verfügbar ist.

Glasfaser eignet sich für Hausbauer

Alternativ können Sie sich auch für Internet per Glasfaserleitung entscheiden. Glasfaser gilt als Zukunftstechnologie mit sehr hoher Leistung. Gerade für Eigenheimbauer empfiehlt es sich, eine Glasfaserleitung ins Haus zu legen. Allerdings sind die Tarife zurzeit noch verhältnismäßig teuer, und die hohe Geschwindigkeit ist für kaum einen Internetnutzer wirklich relevant.

Satellit und Hybrid sind nur Notlösungen

Gerade in ländlichen Regionen ist schnelles Internet noch zu oft Mangelware. Für diesen Fall bieten einige Internetanbieter spezielle Router an, die auf das mobile Internet per Handynetz zurückgreifen. Mehr dazu erfahren Sie in unserem LTE-Zuhause-Ratgeber.

Internet per Satellit hingegen ist mit hohen Anschaffungskosten verbunden und hat eine sehr geringe Upload-Geschwindigkeit. Das schränkt beim täglichen Surfen stark ein und ist als erste Wahl nicht empfehlenswert.

Worauf sollte ich beim Internetanbieter achten?

Wenn Sie ein paar grundlegende Begriffe kennen, fällt Ihnen die Suche nach dem richtigen Telefon- und Internetanbieter leichter: Beim Internet-Vergleich geht es neben dem Preis vor allem um die Download-Geschwindigkeit (Downstream) und das Upload-Tempo (Upstream).

Der Downstream bestimmt, wie schnell sich Webseiten aufbauen und wie schnell Sie große Datenmengen runterladen können. Außerdem beeinflusst der Download die Qualität der Filme auf dem Computer und Smart-TV, wenn Sie mit einer Streaming-Box fernschauen. Der Upstream kommt zum Einsatz, wenn Sie Ihre Dateien und Fotos per Cloud-Dienst speichern oder über das Internet einen Videochat nutzen, zum Beispiel Skype.

Internetanbieter werben gern mit hohen Download-Geschwindigkeiten. In vielen Städten gibt es mittlerweile DSL-Tarife mit 100 Megabit pro Sekunden (Mbit/s) bis hin zu DSL-Anschlüssen mit 250 Mbit/s. Internetanbieter für Kabel bieten schon länger 400 Mbit/s und mehr. Dafür ist die Upload-Geschwindigkeit beim Kabel-Internet in der Regel langsamer.

Lassen Sie sich nicht von der Werbung zu einem überdimensionierten Vertrag verführen. Den besten Internettarif finden Sie, wenn Sie wissen, wie schnell Ihre Internetverbindung wirklich sein muss. Außerdem preisen die Internetanbieter bewusst das schnellste Tempo ihrer Tarife an. In den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) und Produktinformationsblättern steht meist sehr versteckt, wie schnell Kunden normalerweise unterwegs sind.

In einem eigenen Ratgeber erklären wir, wo genau Sie die Angaben finden und was Sie tun können, wenn Ihnen Ihr Internet zu langsam vorkommt.

Wie schnell das Internet sein sollte

Für unseren Internetanbieter-Vergleich unterscheiden wir zwei Nutzertypen, die unterschiedlich schnelle Verbindungen benötigen: die Normalnutzer und die Vielsurfer.

Normalnutzer - Sie gehen regelmäßig ins Internet und verschicken E-Mails oder Messenger-Nachrichten? Sie hören gern nebenbei Musik aus dem Netz und spielen online? Auch Filme in HD-Auflösung von der Streaming-Box gehören für Sie dazu? Ab und an rufen Sie noch von Festnetz zu Festnetz an und wollen sich um die Anrufkosten nicht extra Gedanken machen müssen? Dann sind Sie ein Normalnutzer. Dafür reicht in der Regel ein Internetanschluss mit 16 Mbit/s Download-Geschwindigkeit.

Vielsurfer und Familien - Sie laden öfter größere Dateien herunter und sichern Ihre Daten bei Cloud-Diensten? Filme schauen Sie in Ultra-HD-Auflösung, während in der Küche das Internetradio läuft? Das Festnetztelefon ist nicht nur Dekoration, sondern Sie nutzen es auch noch zum Telefonieren? Dann passen Sie in unsere Kategorie Vielsurfer. Neben den Vielsurfern gehören auch Familien mit Teenagern und Wohngemeinschaften zu diesem Nutzertyp. Da sollte der Internet-Vertrag schon 50 Mbit/s parat halten. Ein schnellerer Downstream ist zwar ein netter Bonus, fällt allerdings im Alltag nicht größer ins Gewicht.

Neben Normal- und Vielnutzern gibt es auch noch die Wenignutzer, die nur ab und an mal ihre E-Mails checken wollen. Wir haben uns auch nach Tarifen für die sporadischen Internetznutzer umgeschaut. Doch leider bieten kaum noch Unternehmen eigene Tarife an, die sich von denen für Normalnutzer unterscheiden. 

Um den Vergleich übersichtlicher zu halten, gehen wir davon aus, dass Sie keinen eigenen Internetrouter besitzen und den einfachsten Router des Internetanbieters bestellen, mit dem Sie auch über W-Lan ins Internet gehen können.

Übersicht über die Nutzertypen

  Mindest-
Download
Upload Festnetz Handy
Normalnutzer 16 Mbit/s 1 Mbit/s Flatrate Minutenpreis
Vielsurfer, Familien 50 Mbit/s 2 Mbit/s Flatrate Minutenpreis

Quelle: Finanztip-Profile (Stand: Februar 2019)

Welcher Internetanbieter ist am günstigsten?

Finanztip hat im Februar 2019 alle neun überregionalen DSL- und Kabelanbieter untersucht. Dabei hat sich gezeigt, dass zahlreiche Internetanbieter die endgültigen Kosten hinter dauerhaften Rabattaktionen verstecken. Um den tatsächlichen Preis für den Verbraucher herauszustellen, haben wir sämtliche Kosten mit den Neukunden-Rabatten bei einem Anbieterwechsel verrechnet.

Dieser Effektivpreis setzt sich zusammen aus Gerätepreis, Einrichtungskosten, Neukunden-Rabatten, Festnetz-Flatrate und der monatlichen Grundgebühr über fünf Jahre. Am Ende unseres Kabel-DSL-Vergleichs haben wir unsere Untersuchungsmethode detailliert aufgeschlüsselt.

Unsere Kabel-Empfehlungen für Normalnutzer

Die überregionalen Kabelanbieter haben endlich realistische Tarife für Normalnutzer im Sortiment und nicht nur überdimensionierte Turbo-Verträge. Wer einen Kabelanschluss im Haus hat, hat gute Chancen, mit einem Tarifwechsel ordentlich zu sparen.

Mit effektiv 18 Euro im Monat ist der Tarif Eazy20 unschlagbar günstig (20 Mbit/s Downstream). Den Tarif können nur Verbraucher in Baden-Württemberg, Hessen und Nordrhein-Westfalen buchen, die einen Unitymedia-Anschluss im Haus haben. Der Tarifvermittler Eazy tritt lediglich als Zwischenhändler auf. Den endgültigen Vertrag schließen Kunden mit Unitymedia. Bei Fragen und Problemen wenden sie sich direkt an das Kabel-Unternehmen, ohne einen schlechteren Kundenservice befürchten zu müssen.

Der Tarif Pure Surf 20 kostet genau 25 Euro und bietet einen Download von 20 Mbit/s. Besonderheit bei dem Kabel-Internet-Angebot von Pyur ist, dass es ohne lange Vertragslaufzeiten auskommt. Pyur ist ein Zusammenschluss verschiedener Kabelanbieter vorwiegend aus Berlin, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Er ist allerdings vereinzelt in ganz Deutschland zu finden.

Die wichtigsten Tarifmerkmale unserer Kabel-Empfehlungen, sehen Sie auch in der folgenden Tabelle (rechts auf den Pfeil gehen).

Übersicht Kabel-Empfehlungen für Normalnutzer

Eazy
Eazy20
  • sehr günstiger Effektivpreis
  • Telefon-Flat abwählbar
  • nur in Baden-Württemberg, Hessen und Nordrhein-Westfalen
  • dort nicht in jedem Haushalt verfügbar
Pyur
Pure Surf 20
  • günstiger Effektivpreis
  • Telefon-Flat abwählbar
  • kurze Vertragslaufzeit
  • vor allem in Berlin, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen
  • nicht in jedem Haushalt verfügbar
Nur beim Anbieter abschließbar

Unsere DSL-Empfehlungen für Normalnutzer

Haben Sie keinen Kabelanschluss im Haus, greifen Sie am besten auf einen DSL-Tarif aus unserem Vergleich zurück. Der Tarif Red Internet & Phone 16 DSL von Vodafone ist langfristig mit rund 28 Euro im Monat die günstigste Variante für Normalnutzer (Download 16 Mbit/s). Falls Vodafone Ihnen allerdings einen Regionalzuschlag berechnen möchte, gehen Sie lieber zu einer anderen Finanztip-Empfehlung.

Gerade auf lange Sicht rentiert sich der Tarif Komplett basic von Easybell mit knapp 29 Euro im Monat bei 16 Mbit/s Download. Das Unternehmen steht dafür, sehr modulare Tarife anzubieten, ohne den Grundpreis durch kurzfristige Sonderangebote zu verzerren. Dafür bekommen Sie am Anfang allerdings auch kaum einen Neukunden-Rabatt. Besonders günstig wird der Tarif, wenn Sie Ihren eigenen Router mitbringen und auf die Telefon-Flatrate verzichten. Sie können den Tarif monatlich kündigen.

Mit etwas mehr als 29 Euro im Monat ist auch der Tarif DSL 16 von 1&1 empfehlenswert. 1&1 setzt dabei sehr stark auf Anfangsrabatte und eine geringe Einrichtungsgebühr. Damit ist der Tarif für wechselfreudige Kunden erschwinglich. Und auch in der monatlich kündbaren Variante ist er nicht übermäßig teuer. 

Die wichtigsten Tarifmerkmale unserer DSL-Empfehlungen, sehen Sie auch in der folgenden Tabelle (rechts auf den Pfeil gehen).

Übersicht DSL-Empfehlungen für Normalnutzer

Vodafone
Red Internet & Phone 16 DSL
  • bundesweit verfügbar in den meisten Haushalten
  • günstiger Effektivpreis
  • geringe Anfangskosten
  • verlangt vermehrt 5 Euro Regionalzuschlag
Easybell
Komplett basic
  • bundesweit verfügbar in den meisten Haushalten
  • Telefon-Flat abwählbar
  • kurze Vertragslaufzeit
  • hohe Anfangskosten
Nur beim Anbieter abschließbar
1&1
DSL 16
  • bundesweit verfügbar in den meisten Haushalten
  • geringe Anfangskosten
  • auch mit kurzer Laufzeit verfügbar

Unsere Kabel-Empfehlungen für Vielsurfer, Familien und WGs

Selbst für Vielsurfer sind viele Kabeltarife überproportioniert und teuer. Anders bei Vodafone und Eazy, die auch Tarife mit 50 Mbit/s Download anbieten. Der Tarif Eazy50 kostet nur rund 23 Euro im Monat, wobei sich noch ein paar Euro sparen lassen, wenn Sie auf die Telefon-Flatrate verzichten. Eazy vermittelt Ihnen den Tarif lediglich, den eigentlichen Vertrag schließen Sie mit Unitymedia. Das Kabelnetz von Unitymedia ist ausschließlich in Baden-Württemberg, Hessen und Nordrhein-Westfalen ausgebaut.

In den übrigen Bundesländern ist das Kabelnetz von Vodafone weit verbreitet. Der Tarif Red Internet & Phone 50 Cable kostet effektiv rund 29 Euro im Monat. Gerade der Upload von 4 Mbit/s ist für einen Kabel-Tarif ordentlich, und mit 50 Mbit/s Download-Tempo können auch mehrere Personen parallel im Internet fernsehen, spielen oder chatten.

Die wichtigsten Tarifmerkmale unserer Kabel-Empfehlungen, sehen Sie auch in der folgenden Tabelle (rechts auf den Pfeil gehen).

Übersicht Kabel-Empfehlungen für Vielsurfer, Familien und WG

Eazy
Eazy50
  • sehr günstiger Effektivpreis
  • Telefon-Flat abwählbar
  • nur in Baden-Württemberg, Hessen und Nordrhein-Westfalen
  • dort nicht in jedem Haushalt verfügbar
Vodafone
Red Internet & Phone 50 Cable
  • günstiger Effektivpreis
  • geringe Anfangskosten
  • nicht in Baden-Württemberg, Hessen und Nordrhein-Westfalen
  • nicht in jedem Haushalt verfügbar

Unsere DSL-Empfehlungen für Vielsurfer, Familien und WGs

Haben Sie keinen Kabelanschluss im Haus, greifen Sie am besten auf einen Tarif aus unserem DSL-Vergleich zurück. Der O2 my Home M von Telefónica kostet effektiv etwas mehr als 30 Euro im Monat. Die 50 Mbit/s Download-Tempo reichen auch für mehrere datenintensive Anwendungen gleichzeitig. Das Besondere bei O2: Sie können mit Ihrem Festnetz-Telefon auch kostenlos auf dem Handy anrufen.

Alternativ können Sie auch zum Tarif Red Internet & Phone 50 DSL von Vodafone greifen, für rund 32 Euro im Monat. Durch Rabatte ist er auf kurze Sicht etwas günstiger und hat ebenso 50 Mbit/s im Download. Allerdings müssen Sie dabei die Gespräche ins Mobilfunknetz extra zahlen.

Die wichtigsten Tarifmerkmale unserer DSL-Empfehlungen, sehen Sie auch in der folgenden Tabelle (rechts auf den Pfeil gehen).

Übersicht DSL-Empfehlungen für Vielsurfer, Familien und WGs

Telefónica
O2 my Home M
  • bundesweit verfügbar in den meisten Haushalten
  • kostenlose Gespräche zum Handy
  • schneller Upstream
Vodafone
Red Internet & Phone 50 DSL
  • bundesweit verfügbar in den meisten Haushalten
  • geringe Anfangskosten
  • schneller Upstream

Die günstigsten Internetanbieter bei Spezialwünschen

In einigen Sonderfällen kommt es auf mehr als die Download-Geschwindigkeit an. Zum Beispiel, wenn Sie oft