Finanztip.de https://www.finanztip.de/ Finanztip ist die führende gemeinnützige Website in Deutschland für Verbraucherfinanzen. Wir helfen Verbrauchern, die richtige Wahl zu treffen und somit viel Geld zu sparen. de Finanztip.de https://www.finanztip.de/fileadmin/template/image.png https://www.finanztip.de/ 61 110 Finanztip ist die führende gemeinnützige Website in Deutschland für Verbraucherfinanzen. Wir helfen Verbrauchern, die richtige Wahl zu treffen und somit viel Geld zu sparen. http://blogs.law.harvard.edu/tech/rss 04.12.2019 17:10:39 +0000 04.12.2019 17:10:39 +0000 Ein-Konto-Lösung für Festgelder in Europa : Zinspilot https://www.finanztip.de/festgeld/zinspilot/ https://www.finanztip.de/?id=2302Ein-Konto-Lösung für Festgelder in Europa
Das Wichtigste in Kürze
  • Zinspilot ist eine Zinsplattform, mit der Anleger in Deutschland Tagesgeld- und Festgeldangebote bei Banken im europäischen Ausland nutzen können. Da viele Banken in Deutschland inzwischen kaum noch Zinsen zahlen, lohnt sich der Blick auf diese Angebote.
  • Ein Teil der Zinspilot-Partnerbanken liegt allerdings in Ländern, deren Wirtschaftskraft Ratingagenturen als sehr viel schlechter einschätzen als jene Deutschlands. Es ist nach unserer Einschätzung nicht gesichert, dass die Einlagensicherung dort in jedem Fall funktioniert.
  • Finanztip empfiehlt nur Banken aus Ländern mit gutem Rating. Die Ratingagenturen müssen die Bank selbst darüber hinaus als investitionswürdig einschätzen. Dies ist der Kern der Finanztip-Stabilitätskriterien.
  • Angebote sicherer Banken finden Sie in unseren Ratgebern Tagesgeld und Festgeld.

Das Zinsniveau in Deutschland ist auf Rekordtief – Sparer müssen weiter gehen als zur Hausbank um die Ecke, um Zinsen aufs Tagesgeld und Festgeld zu erhalten, die über der Inflationsrate liegen. Und da es attraktive Zinssätze oft nur für kurze Zeit gibt, bedeutet das auch, dass Kunden ihre Sparkonten öfter wechseln müssen, um stets die besten Angebote zu finden. An diesem Punkt knüpfen Zinsplattformen wie Zinspilot an.

Was ist Zinspilot?

Das Unternehmen Zinspilot bietet seinen Kunden Anlagemöglichkeiten bei verschiedenen Banken aus Deutschland und anderen EU-Ländern an. Der Anbieter setzt dabei vor allem darauf, den Anlageprozess zu erleichtern: Zinspilot ermöglicht seinen Kunden die Anlage von Tages- und Festgeld, ohne dass sie bei den Anlagebanken selbst ein Konto eröffnen müssen.

Für den Anlageprozess bei den unterschiedlichen Banken genügt es also, einmalig über Zinspilot ein Konto zu eröffnen und sich zu legitimieren. Andere Zinsplattformen sind etwa Weltsparen und Savedo.

So funktioniert Zinspilot

Zinspilot arbeitet mit Partnerbanken zusammen, bei denen Sie zunächst ein Verrechnungskonto einrichten müssen.

Kontoeröffnung nur mit deutscher Meldeadresse

Für die Eröffnung eines Zinspilot-Kontos gelten die gleichen Bedingungen wie bei den meisten anderen Konten: Der zukünftige Anleger muss volljährig und Steuerinländer sein. Er muss eine deutsche Meldeadresse vorweisen können und darf nicht steuerpflichtig in den USA sein.

Abwicklung erfolgt über Konten bei den Partnerbanken

Da Zinspilot selbst keine Bank ist, erhält der Kunde für die Abwicklung der Tages- und Festgeldanlagen ein Konto bei einer der beiden Zinspilot-Partnerbanken. Neukunden erhalten dieses Konto bei der Sutor Bank, manche Bestandskunden und Kunden des Online-Brokers Flatex haben es bei der Fintech Group Bank.

Um das Konto zu eröffnen, müssen Sie sich über das Postident-Verfahren legitimieren. Sobald das Konto eingerichtet ist, können Sie auswählen, bei welchem Tages- oder Festgeldanbieter Sie Ihr Geld deponieren möchten.

Die Partnerbank legt das Geld treuhänderisch an

Die Anlage der Kundengelder erfolgt bei Zinspilot nach dem Treuhand-Modell. Die Partnerbank legt das Geld treuhänderisch bei der jeweiligen Anlagebank an. Das hat den Vorteil, dass Anleger keine weiteren Konten bei anderen Banken eröffnen müssen. Für die Anlage gelten dann die Konditionen und auch die Einlagensicherung der Bank, bei der das Geld letztlich angelegt ist.

Ein Beispiel: Sie haben Ihr Basiskonto bei der Sutor Bank und entscheiden sich für ein Festgeld für die Dauer von sechs Monaten bei der Austrian Anadi Bank. Sie erhalten dann die Zinsen, die Ihnen die Austrian Anadi Bank bietet. Ihre Einlagen sind über den Sicherungsfonds aus dem Land abgesichert, aus dem diese Bank ihre Banklizenz besitzt – in diesem Fall über den österreichischen Einlagensicherungsfonds.

Sollte die Partnerbank oder Zinspilot in eine finanzielle Schieflage geraten, hat das zunächst keine finanziellen Folgen, sofern Ihr Geld nur bei einer Anlagebank liegt und diese nicht auch pleitegeht. Haben Sie Geld auf dem Konto bei der Partnerbank geparkt, sind Ihre Einlagen im Fall einer Pleite über den deutschen Einlagensicherungsfonds gesichert, dem sowohl die Sutor Bank als auch die Fintech Group Bank angehören.

Die Steuerregeln sind weitgehend so wie im Inland

Seit Anfang 2018 gelten für die Anlagen bei Zinspilot grundsätzlich die gleichen Regeln wie bei einer inländischen Bank: Auch wenn der Anleger also sein Geld über die Plattform etwa in Großbritannien oder Österreich anlegt, ist die inländische Partnerbank dafür zuständig, dass die Steuern auf Zinserträge in Deutschland abgeführt werden.

Anleger können den Steuerabzug vermeiden, indem Sie der Zinspilot-Partnerbank einen Freistellungsauftrag erteilen. Der Freistellungsauftrag gilt dann für alle Kapitalerträge, die der Anleger über Zinspilot tätigt.

Durch den Freistellungsauftrags können Sparer den Steuerabzug bis zur Höhe des Sparerfreibetrags verhindern, also bis zu 801 Euro. Bei Ehepartnern, die zusammen veranlagt werden, beträgt er 1.602 Euro.

Höhere Kapitalerträge werden dagegen ganz regulär mit Kapitalertragsteuer, Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer belegt.

Obwohl die Steuerregeln somit weitgehend so sind wie bei einer inländischen Bank, sind bei einer Anlage im EU-Ausland doch immer noch weitere Fragen zu klären: Die im Ausland erwirtschafteten Kapitalerträge können gegebenenfalls einer Quellensteuer im jeweiligen Land unterliegen. In diesen Fällen prüft die Zinspilot-Partnerbank allerdings, inwieweit diese Quellensteuern in Deutschland anrechenbar sind. In manchen Fällen müssen Anleger dann immer noch eine Ansässigkeitsbescheinigung einreichen, um den Einbehalt von Quellensteuern zu verhindern oder zu reduzieren.

Das Angebot von Zinspilot ist für Kunden kostenlos. Das Unternehmen plant, sich langfristig über Gebühren zu finanzieren, die es von den Anlagebanken erhält. Diese Banken sparen sich dadurch Kosten für Marketing, Kontenführung und Kundenservice. Vorerst stammt das Geld für den Aufbau und das Wachstum von Zinspilot aber vor allem aus mehreren Finanzierungsrunden, die das Start-up-Unternehmen in den vergangenen Jahren erfolgreich abgeschlossen hat.

Diese Angebote hat Zinspilot im Programm

Unter den Zinspilot-Banken entsprechen die Festgeld-Angebote der Creditplus Bank den Finanztip-Kriterien für sichere Banken.

Diese Angebote vermittelt Zinspilot

Bank

Einlagensicherung

    Monate    
    6 12 18 24 36
Alpha Bank Rumänien 0,61 % 1,16 % 1,2 % 1,2 % -
APS Bank Malta - 0,7 % - 1,0 % 1,2 %
Austrian Anadi Bank Österreich 0,44 % 0,5 % - 0,55 % 0,6 %
Banco de Investimento Global, S.A. (BiG) Portugal 0,4 % - - - -
BlueOrange Lettland 0,6 % 0,9 % - - -
Banca UBAE Italien 0,5 % 0,7 % - -

-

BiG Banco Portugal 0,4 % - - -

-

BNF Bankl Malta - 0,75 % - 1,05 % 1,15 %
bpf Bank Italien - 0,95 % 1,02% 1,1 % -
CBL Bank Lettland - 1,2  %

0,9 %

1 % 1,15 %
Close Brothers Großbritannien - 0,7 % 0,9 % 1,0 % -
CreditPlus Bank Deutschland 0,35 % 0,4 % 0,55 % 0,45 % 0,55 %
Fimbank Malta 0,6 % 0,45 % - 0,45 % 0,45 %
Firstbank Rumänien 0,15 % 0,25 % - 0,4 %

0,5 %

Hamburg Commercial Bank Deutschland - - - - -
LHV Estland 0,4 % 0,5 % - - -
mymoneybank Frankreich 0,45 % 0,5 % 0,6 % 0,7 % 0,9 %
novum Bank Malta 0,65 % 0,85 % - -

-

RIB Regional Investement Bank Lettland 0,7 % 0,8 % - 0,9 % -
Rietumu Bank Lettland 0,6 % 1,0 % 1,1 % 1,4 % 1,45 %

Banken, die die Finanztip-Stabilitätskriterien erfüllen, sind gefettet. Wir nennen maximal fünf Laufzeiten bis zu 36 Monaten.
Quellen: Websites der Anbieter (Stand: 01. Oktober 2019)

Festgelder vergleichen mit dem Finanztip-Festgeldrechner

Wie viel möchten Sie anlegen?
Hinweis: Die gesetzliche Einlagensicherung gilt nur für Beträge bis 100.000 Euro. Verteilen Sie die {0} Euro besser auf mehrere Banken.

 

">

Hinweis: Anlagebetrag zwischen 500 € - 500.000 €

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Der Finanztip-Festgeldrechner basiert auf Festgeld-Daten von über 100 Banken, die der Dienstleister Financeads GmbH & Co. KG, Nürnberg (Datenschutzhinweise) zur Verfügung stellt. Diese haben wir mit unseren Parametern so gefiltert, dass Sie ein verbraucherfreundliches Ergebnis nach Finanztip-Kriterien bekommen. Die Auswahl der Festgeldangebote erhebt keinen Anspruch auf einen vollständigen Marktüberblick. Wir übernehmen keine Gewähr für die Richtigkeit und Aktualität der hier bereitgestellten Informationen. Für Schäden aus fehlerhaften Daten oder durch die Nutzung des Rechners übernehmen wir keine Haftung.

Sicherheit bei den Zinspilot-Banken

Wir empfehlen Ihnen grundsätzlich nur Banken, die unsere Stabilitätskriterien erfüllen. Das bedeutet: Die Banken müssen von den großen Ratingagenturen Standard & Poor’s (S&P), Moody’s und Fitch als solide bewertet werden und aus einem Land stammen, das wirtschaftlich stark genug ist, um im Notfall für die Einlagen der Sparer selbst einzustehen. Zwei der Zinspilot-Banken erfüllen diese Vorgaben: die Creditplus Bank und Close Brothers.

So sicher sind die Zinspilot-Banken

Bank Land

Rating

der Bank

Rating des

Landes

Finanztip-

Kriterien

erfüllt

Alpha Bank Rumänien Ba3 (Moody's), B- (S&P) BBB- (S&P, Fitch), Baa3 (Moody's) nein
APS Bank Malta kein Rating A- (S&P, Fitch), A3 (Moody's) nein
Austrian Anadi Bank Österreich kein Rating AA+ (S&P, Fitch), Aa1 (Moody's) nein
BiG Banco de Investimento Global Portugal kein Rating BBB- (S&P), BBB (Fitch), Ba1 (Moody's) nein
CBL Bank Lettland kein Rating A (S&P), A- (Fitch), A3 (Moody's) nein
Close Brothers Großbritannien A (Fitch), A3 (Moody's) AA (S&P, Fitch), Aa2 (Moody's) ja
Creditplus Bank Deutschland A11 (Moody's), A1 (Fitch), A+1 (S&P) AAA (S&P, Fitch), Aaa (Moody's) ja
Fimbank Malta BB (Fitch) A- (S&P, Fitch), A3 (Moody's) nein
HSH Nordbank Deutschland Baa3 (Moody's), BBB- (Fitch) AAA (S&P, Fitch), Aaa (Moody's) nein
Oney Frankreich BBB (S&P) AA (S&P, Fitch), Aa2 (Moody's) nein
Rietumu Bank Lettland kein Rating A- (S&P, Fitch), A3 (Moody's) nein

1Rating der Konzernmutter
Quellen: S&P, Moody’s, Fitch (Stand: 28. September 2018)

Die Alpha Bank Romania unterliegt der rumänischen Einlagensicherung. Diese bewerten die Ratingagenturen wesentlich schlechter als etwa die deutsche oder französische. Das bedeutet: Die Ratingagenturen halten es für deutlich wahrscheinlicher, dass es zu Zahlungsausfällen kommen kann. 

Die Creditplus Bank besitzt dagegen eine deutsche Banklizenz und ist Mitglied im deutschen Einlagensicherungsfonds. Sie gehört zu 100 Prozent zur französischen Bankengruppe Crédit Agricole. Deren Bonität bewerten die Agenturen als solide.

Für die Close Brothers Limited ziehen wir das Rating der Muttergesellschaft, der britischen Close Brothers Group, heran.

Bei Close Brothers ist das Geld über die britische Einlagensicherung geschützt. Das führt zu der Besonderheit, dass der Anleger sein Guthaben im Entschädigungsfall in britischen Pfund zurückerhält. Außerdem entspricht die britische Absicherungsgrenze von 85.000 Pfund aufgrund der Schwankungen beim Wechselkurs von Euro und Pfund meist nicht genau den 100.000 Euro, die die gesetzliche Einlagensicherung in Deutschland vorschreibt. Damit der angelegte Betrag vollständig von der Einlagensicherung geschützt ist, hat Zinspilot deshalb die Höchstsumme für eine Anlage bei Close Brothers auf 85.000 Euro begrenzt.

Die Austrian Anadi Bank ist manchem Verbraucher noch unter anderem Namen bekannt: Dabei handelt es sich um den österreichischen Teil der früheren Hypo Alpe Adria. Die skandalumwitterte Bank kam während der Finanzkrise 2008 in finanzielle Schwierigkeiten und wurde schließlich im Dezember 2009 verstaatlicht. 2013 übernahm der britisch-indische Geschäftsmann Sanjeev Kanoria das österreichische Filialnetz der Bank und führt es seitdem unter dem Namen Austrian Anadi Bank.

Fazit

Zinspilot punktet zurzeit mit zwei lukrativen Angeboten einer soliden Bank. Allerdings hat die Plattform daneben auch Banken im Programm, die hinsichtlich der Einlagensicherung und der Bonität der Bank nicht den Finanztip-Stabilitätskriterien entsprechen. Anleger sollten also nicht nur auf die Zinsen schauen, sondern vor allem auf die Sicherheit der Bank achten.

Die britische Bank Close Brothers erfüllt unsere Stabilitätskriterien: Das zweijährige und das dreijährige Festgeld verzinsen sich so gut, dass wir es für diese Laufzeiten empfehlen. 

Eine Aufstellung aller Banken, die gleichzeitig die Finanztip-Stabilitätskriterien erfüllen und gute Zinsen zahlen, finden Sie in unserem Ratgeber Festgeld.

Mehr dazu im Ratgeber Festgeld

  • Empfehlenswert sind Festgeld-Angebote, die gute Zinsen bei einer sicheren Bank bieten.
  • Unsere Anbieter-Empfehlung: CA Consumer Finance, Leaseplan Bank, NIBC Direct

Zum Ratgeber

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redaktion@finanztip.de (Finanztip Verbraucherinformation gGmbH) 01.10.2019 13:26:00 +0000
Zinsplattform für EU-Festgelder : Savedo https://www.finanztip.de/festgeld/savedo-festgeld/ https://www.finanztip.de/?id=2291Zinsplattform für EU-Festgelder
Das Wichtigste in Kürze
  • Das Zinsportal Savedo ermöglicht Kunden die Anlage von Festgeld im europäischen Ausland. Neben den klassischen Festgeld-Angeboten bietet die Plattform inzwischen Festgelder an, die sich vorzeitig kündigen lassen (sogenanntes Flexgeld).
  • Darüber hinaus gibt es das sogenannte Festgeld-Plus, bei dem die Verzinsung der Anlagesumme von der Kursentwicklung einzelner Aktienwerte abhängt.
  • Außerdem vermittelt Savedo Anlagen in Gold und Silber.
  • Manche der Savedo-Partnerbanken haben ihren Sitz in Deutschland, mehrheitlich aber in Ländern, deren Wirtschaftskraft Ratingagenturen als sehr viel schlechter einschätzen als jene Deutschlands. Für den Anleger stellt sich damit die Frage, ob die Einlagensicherung in diesen Ländern im Fall einer Bankenpleite zuverlässig funktioniert.
  • Als Basis für eine Finanztip-Empfehlung muss sowohl die Bank als auch das Land ein gutes Rating haben. Erfüllt eine Bank diese Stabilitätskriterien und bietet darüber hinaus gute Zinsen, empfehlen wir das Angebot. Zurzeit trifft dies auf keines der Angebote von Savedo zu.
  • Alle sicheren Banken, die gute Zinsen zahlen, finden Sie in unserem Ratgeber Festgeld.

Die Niedrigzinsphase bei Geldanlagen wie Tagesgeld und Festgeld hält an. Kein Wunder, dass viele Sparer nach anderen Anlagemöglichkeiten suchen.

Seit Anfang 2014 gibt es bereits das Angebot des Einlagenvermittlers Weltsparen, der hohe Zinsen für Anlagen in Bulgarien oder Polen verspricht. Inzwischen hat der Anbieter Konkurrenz von neuen Unternehmen erhalten: Zinspilot und die Zinsplattform Savedo. Auch Savedo verspricht höhere Zinsen für Anleger, als es die Banken tun, die wir in unserem Ratgeber Festgeld empfehlen.

Die besten Zinsen finden mit unserem Festgeldrechner

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Hinweis: Die gesetzliche Einlagensicherung gilt nur für Beträge bis 100.000 Euro. Verteilen Sie die {0} Euro besser auf mehrere Banken.

 

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Der Finanztip-Festgeldrechner basiert auf Festgeld-Daten von über 100 Banken, die der Dienstleister Financeads GmbH & Co. KG, Nürnberg (Datenschutzhinweise) zur Verfügung stellt. Diese haben wir mit unseren Parametern so gefiltert, dass Sie ein verbraucherfreundliches Ergebnis nach Finanztip-Kriterien bekommen. Die Auswahl der Festgeldangebote erhebt keinen Anspruch auf einen vollständigen Marktüberblick. Wir übernehmen keine Gewähr für die Richtigkeit und Aktualität der hier bereitgestellten Informationen. Für Schäden aus fehlerhaften Daten oder durch die Nutzung des Rechners übernehmen wir keine Haftung.

So funktioniert Savedo

Zunächst muss der Kunde ein Konto eröffnen. Dazu meldet er sich auf der Webseite von Savedo an. Savedo erstellt aus den Anmeldedaten die für den Antrag nötigen Dokumente, die der künftige Kunde unterzeichnen muss. Danach muss er sich via Post- oder Videoident legitimieren.

Liegt die Legitimation vor, eröffnet das Unternehmen ein Savedo-Konto bei der Fintech Group Bank mit Sitz in Frankfurt am Main. Nun kann der Kunde Geld auf das Konto überweisen. Das Geld geht automatisch an die ausländische Partnerbank, für die sich der Kunde entschieden hat, nachdem diese den Antrag bearbeitet hat. Mit dem Eingang des Betrags beginnt die Laufzeit des Festgeldes.

Diese Festgeld-Angebote hat Savedo im Programm

Savedo hat bislang elf Banken im Angebot: die portugiesische Atlantico Europa, die kroatische Banca Kovanica, die portugiesische Banco de Investimento Global (BiG), die deutsche Hanseatic Bank, die italienische Imprebanca, die tschechische J&T Banka, die kroatische J&T Banka Kroatien, die kroatische Kentbank, die rumänische Libra Internet Bank, die slowakische Privatbanka sowie die deutsche Solaris Bank.

Neben dem Festgeld bietet Savedo auch ein sogenanntes Flexgeld an. Im Unterschied zum Festgeld besteht bei diesen Angebote die Möglichkeit, die Anlage innerhalb der Laufzeit zu kündigen. Der angelegte Betrag soll dann innerhalb weniger Tage wieder auf dem Referenzkonto des Kunden sein. Allerdings entfällt dann die vorgesehene Verzinsung des Anlagebetrags.

Ein weiteres Angebot ist das sogenannte Festgeld-Plus, bei dem die Verzinsung der Anlagesumme von der Wertentwicklung einzelner Aktien abhängt. Finanztip hält dieses Konzept für nicht überzeugend; wir empfehlen ausschließlich die Anlage in klassisches Festgeld mit feststehender Verzinsung. Wer dagegen auf die Chancen des Aktienmarktes setzen möchte, sollte nach unserer Überzeugung direkt zu börsennotierten Indexfonds greifen.

Derzeit hat die Zinsplattform die Angebote folgender Partnerbanken im Programm:

Übersicht: Angebote von Savedo

Banken, die
Savedo vermittelt

Einlagen-
sicherung
  Monate
    6 12 18 24 36
Atlantico 
Europa
Portugal 0,1 % 0,5 % - 0,7 % 0,9 %
Banco
Finantia
Portugal - 0,8 % - 1,0 % 1,2 %
Banka 
Kovanica
Kroatien 0,35 % 0,75 % 0,8 % 0,85 % 1,45 %
CKV Sparbank Belgien - 0,1 % - 0,35 % 0,35 %
Hanseatic 
Bank
Deutschland - 0,2 % - 0,25 % 0,4 %
J&T Banka Tschechien - 0,4 % 0,65 % 0,8 % 1,0 %
J&T Banka
Kroatien
Kroatien - - - - -
Imprebranca
S.p.A.
Italien 0,3 % 0,6 % - 1,1 % 1,4 %
Kentbank Kroatien - 0,05 % - 0,3 % 0,4 %
Libra 
Internet Bank
Rumänien 1,0 % 1,25 % - 0,8 % 0,8 %
Privatbanka Slowakei - 0,8 % - 1,3 % 1,35 %
Solarisbank Deutschland - 0,1 % - 0,1 % 0,1 %

Banken, die die Finanztip-Stabilitätskriterien erfüllen, sind gefettet.
Quelle: Website von Savedo (Stand: 01. Oktober 2019)

Die Währung des Festgelds ist Euro, auch wenn die offiziellen Zahlungsmittel in den Ländern andere sind. Wechselkursschwankungen sind damit ausgeschlossen.

Vertrauen auf die europäische Einlagensicherung

Wer Savedo sein Geld anvertraut, verlässt sich darauf, dass die europäische Einlagensicherung in dem jeweiligen Land funktioniert. Eine wirkliche Bewährungsprobe hat dieser EU-weite Schutz für Sparer aber noch nicht hinter sich. Wir empfehlen daher ein doppeltes Sicherheitsnetz: gute Bewertungen für die Finanzkraft des jeweiligen EU-Landes und gute Bewertungen für die Finanzkraft der jeweiligen Bank.

Das bedeutet: Die Banken müssen von den großen Ratingagenturen Standard & Poor’s (S&P), Moody’s und Fitch als solide bewertet werden und aus einem Land stammen, das wirtschaftlich stark genug ist, um im Notfall für die Einlagen der Sparer selbst einzustehen.

Nur Banken, die nach diesen Kriterien als sichere Banken gelten können, empfehlen wir in unserem Ratgeber Festgeld.  Mit der Hanseatic Bank erfüllt bisher erst eine Partnerbank von Savedo diese Kriterien. Allerdings liegen die angebotenen Zinssätze unter den besten Angeboten beim sicheren Festgeld.

Rating von Ländern und Banken

Bank Land Rating
der Bank
Rating des
Landes
Finanztip-
Kriterien
erfüllt?
Atlantico Europa Portugal keine Bewertung BBB- (S&P), Ba1 (Moody’s), BBB (Fitch) nein
Banco de Investimento
Global (BIG)
Portugal keine Bewertung BBB- (S&P), Ba1 (Moody’s), BBB (Fitch) nein
Banka Kovanica Kroatien keine Bewertung BB+ (S&P), Ba2 (Moody's), BB+ (Fitch) nein
Hanseatic Bank Deutschland A (S&P)1, A2 (Moody's)1, A (Fitch)1 AAA (S&P), Aaa (Moody's), AAA (Fitch) ja
Imprebanca Italien keine Bewertung BBB (S&P), Baa2 (Moody’s), BBB (Fitch) nein
J&T Banka Tschechien keine Bewertung AA (S&P), A1 (Moody’s), AA- (Fitch) nein
J&T Banka Kroatien Kroatien keine Bewertung BB+ (S&P), Ba2 (Moody's), BB+ (Fitch) nein
Kentbank Kroatien keine Bewertung BB (S&P), Ba2 (Moody's), BB+ (Fitch) nein
Libra Internet Bank Rumänien keine Bewertung BBB- (S&P), Baa3 (Moody's), BBB- (Fitch) nein
Privatbanka Festgeld Slowakei keine Bewertung A+ (S&P), A2 (Moody's), A+ (Fitch) nein
Solarisbank Deutschland keine Bewertung AAA (S&P), Aaa (Moody's), AAA (Fitch) nein

1Bewertung Mutterunternehmen
Quelle: S&P, Moody’s, Fitch (Stand: 27. September 2018)

Die Hanseatic Bank ist selbst nicht bewertet, das Mutterunternehmen Société Générale erfüllt jedoch mit drei „A“-Ratings die Finanztip-Kriterien.

Nur eine der europäischen Einlagensicherungen entspricht unseren Kriterien: die deutsche. Dazu muss das Land von allen Agenturen die Note „AA“ oder „AAA“ erhalten haben.

Fazit: Höhere Zinsen für höheres Risiko

Ähnlich wie der Vermittler Weltsparen und Zinspilot verspricht Savedo den Kunden hohe Zinsen bei Banken im europäischen Ausland. Dabei wirbt der Anbieter mit der EU-weit gültigen Einlagensicherung für die Einlagen der Sparer. Viele der Angebote stammen allerdings aus Ländern, deren Wirtschaftskraft Ratingagenturen als deutlich schwächer einschätzen als jene Deutschlands. Damit stellt sich auch die Frage, ob die EU-Einlagensicherung in diesen Ländern funktioniert, falls es zu einer Bankenpleite kommt. Verbraucher sollten sich also genau überlegen, ob sie bereit sind, für die Unterschiede bei der Verzinsung die Unsicherheit rund um die Rückzahlung ihres Guthabens zu ertragen.

Empfehlenswerte Angebote finden sich in unseren Ratgebern zu Tagesgeld und Festgeld.

Mehr dazu im Ratgeber Festgeld

  • Empfehlenswert sind Festgeld-Angebote, die gute Zinsen bei einer sicheren Bank bieten.
  • Unsere Anbieter-Empfehlung: CA Consumer Finance, Leaseplan Bank, NIBC Direct

Zum Ratgeber

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redaktion@finanztip.de (Finanztip Verbraucherinformation gGmbH) 01.10.2019 13:21:00 +0000
Bessere Zinsen beim Festgeldvermittler : Weltsparen https://www.finanztip.de/festgeld/weltsparen/ https://www.finanztip.de/?id=1014Attraktive Zinsen beim Festgeldvermittler
Das Wichtigste in Kürze
  • Weltsparen ist vor allem eine Zinsplattform: Mit einem Weltspar-Konto können Kunden in Deutschland Festgeld- und Tagesgeldkonten bei Banken im europäischen Ausland eröffnen.
  • Außerdem bietet Weltsparen inzwischen weitere Finanzprodukte an, zum Beispiel Wertpapier-Portfolios.
  • Die Mehrzahl der Festgeldangebote stammt aus Ländern mit deutlich schlechterem Rating als Deutschland. Diese halten wir in jedem Fall für nicht empfehlenswert.
  • Allerdings hat Weltsparen inzwischen auch Banken im Programm, die die Finanztip-Stabilitätskriterien erfüllen.
  • Alle sicheren Banken, die gute Zinsen zahlen, finden Sie in unseren Ratgebern Festgeld und Tagesgeld.

Seit der Finanzkrise 2008 kennen die Zinsen in Deutschland nur eine Richtung: abwärts. Sparer hierzulande sind daher auf der Suche nach Angeboten, die eine bessere Verzinsung bieten.

An diesem Punkt setzt das Geschäftsmodell von Weltsparen an: Das Zinsportal ermöglicht seinen Kunden seit Ende 2013, Spargelder bei Banken im europäischen Ausland anzulegen. Bei den meisten Angeboten erfolgt die Anlage in Euro, allerdings bietet die Plattform auch Anlagen in US-Dollar, norwegischen Kronen und Schweizer Franken an.

Vergleichen Sie mit unserem Festgeldrechner

Weltsparen nutzt das unterschiedliche Zinsniveau in Europa, um Kunden in Deutschland möglichst attraktive Angebote zu machen. Da in anderen europäischen Ländern ein höheres Zinsniveau herrscht, können dortige Banken oft eine höhere Verzinsung für Spareinlagen bieten, als sie Sparer in Deutschland finden. Dies gilt sowohl für Konten in der Landeswährung als auch für Euro-Anlagen, die Sparer aus Deutschland über Weltsparen bei diesen Banken eröffnen.

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Hinweis: Die gesetzliche Einlagensicherung gilt nur für Beträge bis 100.000 Euro. Verteilen Sie die {0} Euro besser auf mehrere Banken.

 

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Der Finanztip-Festgeldrechner basiert auf Festgeld-Daten von über 100 Banken, die der Dienstleister Financeads GmbH & Co. KG, Nürnberg (Datenschutzhinweise) zur Verfügung stellt. Diese haben wir mit unseren Parametern so gefiltert, dass Sie ein verbraucherfreundliches Ergebnis nach Finanztip-Kriterien bekommen. Die Auswahl der Festgeldangebote erhebt keinen Anspruch auf einen vollständigen Marktüberblick. Wir übernehmen keine Gewähr für die Richtigkeit und Aktualität der hier bereitgestellten Informationen. Für Schäden aus fehlerhaften Daten oder durch die Nutzung des Rechners übernehmen wir keine Haftung.

So funktioniert Weltsparen

Weltsparen zeigt auf seiner Website vor allem Festgeld-Angebote. Die meisten der genannten Banken dürften die Kunden zunächst nicht kennen; sie stammen aus dem europäischen Ausland und nutzen Weltsparen, um ohne eigene Filialen oder eine Internet-Präsenz in Deutschland Anlagegelder einzusammeln.

Für Festgeld-Konten bei Weltsparen fallen keine Kosten an; die Plattform finanziert sich aus Provisionen, die die Partern-Banken an Weltsparen zahlen.

Um eines der Angebote nutzen zu können, muss der Kunde zunächst ein sogenanntes Weltspar-Konto eröffnen. Über dieses Konto läuft dann die eigentliche Geldanlage bei den ausländischen Banken. Da Weltsparen als Plattform selbst keine Kundenkonten verwaltet, kooperiert das Unternehmen für die Kontoführung und den Zahlungsverkehr mit der MHB-Bank in Frankfurt am Main.

Legitimieren muss sich der Kunde über das Postident- oder Video-Verfahren. Im Anschluss erhält er seine Zugangsdaten und kann Geld von seinem Referenzkonto (etwa dem Girokonto) auf das Weltspar-Konto überweisen.

Für die eigentliche Geldanlage bei der jeweiligen Partnerbank schließt der Kunde dann einen zusätzlichen Einlagevertrag mit der ausländischen Bank ab. Der Anlagebetrag (je nach Angebot, bei einigen Banken bereits ab 2.000 Euro) wird dann vom Weltspar-Konto auf das Anlagekonto überwiesen.

Anders als im traditionellen Bankgeschäft, bei dem Kunden sich für eine Anlage bei einer anderen Bank stets neu ausweisen müssen, gilt die Identifizierung bei Weltsparen für alle Angebote der Plattform. Kunden können also fällige Gelder zu anderen Partnerbanken umschichten oder auch gleichzeitig mehrere Festgelder bei unterschiedlichen Banken einrichten und verwalten.

Allerdings sollten Anleger stets im Blick behalten, dass die Banken auf der Plattform aus unterschiedlichen Ländern stammen, deren finanzielle Stabilität sich stark unterscheidet. Dazu kommt die unterschiedliche finanzielle Situation der einzelnen Bank. Weltsparen nennt zwar in den Informationen zur jeweiligen Bank das Rating des Heimatlandes, weist aber darauf hin, dass es selbst keine Empfehlungen zu einzelnen Produkten oder Partnerbanken ausspricht.

Die Kunden müssen also selbst einschätzen, ob sie bereit sind, für die höhere Verzinsung im Vergleich zu Festgeldanlagen in Deutschland auch ein höheres Risiko zu tragen.

Sicherheit von Einlagen im europäischen Ausland

Mit der Anlage im europäischen Ausland stellt sich die Frage, ob die Einlagen dort ähnlich sicher sind wie in Deutschland. Dafür sprechen die einheitlichen Regeln der EU-Einlagensicherung. Nach diesen Regeln müssen etwa alle Banken dem europäischen Einlagensicherungssystem angehören. Guthaben von 100.000 Euro pro Bank und Sparer sind abgesichert. Allerdings ist nicht abzusehen, ob die gesetzliche Einlagensicherung in allen EU-Ländern bei einer Bankenpleite zuverlässig funktioniert.

Wer im EU-Ausland anlegt, ist also zu einem gewissen Maße von den wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen in jenen Ländern abhängig. Wer aber in Tages- und Festgeld anlegt, möchte Unsicherheit nach unseren Erfahrungen so weit wie möglich vermeiden.

Finanztip legt daher strengere Stabilitätskriterien als das reine Länderrating und empfiehlt nur Angebote mit guten Zinsen, bei denen sowohl das Land als auch die Bank eine gute Bewertung erhalten. Aus dem Angebot von Weltsparen erfüllt zurzeit die Hanseatic Bank unsere Stabilitätskriterien, allerdings liegen die Zinssätze niedriger als bei den von uns empfohlenen Tagesgeld- und Festgeldkonten.

Diese Angebote hat Weltsparen im Programm

Weltsparen bietet seinen Kunden inzwischen nicht mehr nur Festgelder an, sondern auch Tagesgeld, Anlagen in Fremdwährung und sogenannte Flexgelder. Im Unterschied zu Festgeld können Kunden Flexgeld jederzeit vorzeitig kündigen. Der Preis für diese Flexibilität ist eine deutlich geringere Verzinsung des Anlagebetrags, falls ein Sparer vorzeitig kündigt. Hält der Kunde bis zum Ende der vereinbarten Laufzeit durch, erhält er also den Festgeldzins des Angebots, kündigt er dagegen vorzeitig, erhält er nur den Basiszins oder gar keine Verzinsung.

Die Laufzeiten der Festgelder und Flexgelder liegen zwischen 6 und 120 Monaten. Darüber hinaus hat Weltsparen unter der Bezeichnung „Weltinvest“ auch vier ETF-Portfolios im Angebot, bestehend aus Aktien und Anleihen mit unterschiedlicher Gewichtung. Kunden investieren dabei in fünf ETFs und zwei Indexfonds des Anbieters Vanguard; Depotbank ist die DAB BNP Paribas. Das Portfolio ist weltweit gestreut und beinhaltet bis zu 16.000 Einzelwerte aus 90 Ländern. Im Ratgeber ETF erläutern wir genauer, was ETFs sind und worauf Sie bei der Zusammenstellung eines Portfolios achten sollten.

Übersicht: Angebote, die Weltsparen vermittelt

Bank

Einlagen-

sicherung

   

Monate

   
    6 12 18 24 36

Addiko Bank

Österreich

0,4 % 0,5 % - 0,8 % 0,8 %
Alior Bank Polen 0,1 % 0,1 % - 0,2 % 0,2 %
Allied Irish Banks Irland - 0,5 % - - -
Anglo Austrian Bank Österreich - 0,71 % - - 0,95 %
Aros Kapital Schweden - 0,65 % - - -
Avida Finans Schweden 0,75 % 0,75 % - - -
Bulgarian-American Credit Bank (BACB) Bulgarien - 1,2 % - - -
Baltic International Bank Lettland 0,01 % 0,01 % - - -
Banca di Cividale   0,7 % 1,11 % - 1,21 % 1,25 %
Banca Farmafactoring Italien 0,95 % 0,5 % - 0,6 % 0,7 %
Banca Finint Italien - 1,15 % - 1,3 % 1,35 %
Banco Finantia Spain Spanien - 0,8 % 0,85 % 0,91 % 1,07 %
Banco BNI Europa Portugal 0,4 % 0,5 % - 0,7 % 0,85 %
Banco Portugués de Gestáo Portugal 0,76 % 1,16 % - 1,2 % 1,25 %
Banca Popolare di Cortona Italien - 0,92 % - 1,15 % 1,36 %
Banca Progetto Italien 0,7 %

1,0 %

- 1,35 %

1,45 %

Banca Sistema Italien - 0,65 % - 0,95 % 1,15 %
Banco BAI Europa Portugal 0,6 % 1,17 % - 1,27 % 1,37 %
Bank and Clients Groß-britannien 0,05 % 0,1 % - - -
Bank GPB International S.A. Luxemburg - 0,5 % - - -
Banque Wormers Frankreich - 0,7 % - 0,8 % -
BGFIBank Europe Frankreich - 1,5 % - - -
BlueOrange Lettland 0,6 % 0,9 % - 1,0 % 1,25 %
BOŚ Bank Polen - 0,1 % - 0,2 % 0,3 %
Collector Bank Schweden 0,65 % 0,75 % - 1,0 % -
Coop Pank Estland 0,65 % 0,76 % - 1,0 % 1,2 %
DLL Niederlande - 0,65 % - - -
Ditto Bank Frankreich - 0,4 % - 0,6 % -
Euram Bank Österreich 0,3 % 0,4 % 0,45 % 0,5 % -
Expobank Tschechien 0,75 % 0,9 % - - 1,15 %
Fibank Bulgarien - 1,25 % - 1,2 % 0,75 %
First Save €uro Groß-britannien - 0,55 % - 0,7 % -
Gefa

Deutsch-

land

- 0,01 % - - -
Greensill Bank

Deutsch-

land

0,3 %

0,6 %

- 0,8 %

1,0 %

Grenke Bank

Deutsch-

land

- 0,4 % 0,55 % 0,65 % 0,85 %
Haitong Bank Portugal - 1,1 % - 1,3 % 1,35 %
Hoist Finance Schweden - 0,71 % - 0,92 % 1,05 %
illimity Bank Italien 0,8 % 1,3 % - 1,65 % 1,75 %
Hanseatic Bank Deutschland - 0,2 % - 0,25 % 0,4 %
Inbank Estland - 0,76 % - 1,0 % 1,35 %
International Asset Bank Bulgarien - 0,69 % - 0,96 % 1,01 %
Izola Bank Malta 0,65 % 0,8 % - -

1,25 %

J&T Banka Tschechien - 0,4 % 0,65 % 0,8 % 1,0 %
KentBank Kroatien - 0,05 % - 0,3 % 0,4 %
Komplett Bank Norwegen - 0,4 % - 0,7 % -
KT Bank AG

Deutsch-

land

0,4 % 0,55 % - 0,9 % 1,1%
LHV Estland 0,4 % 0,5 % - - -
Inbank Estland - 0,96 % - 1,15 % 1,3 %
Medicinos Bankas Litauen - 0,05 % 0,1 % 0,2 % 0,4 %
My Partner Bank Frankreich 0,4 % 0,5 % - 0,7 % 0,9 %
NIBC Deutschland - - - - -
Nordiska Schweden - 0,1 % - - -
Nordax Bank Schweden - 0,6 % - 0,75 % -
North Channel Bank

Deutsch-

land

- 0,25 % - 0,5 % 0,7 %
Novo Banco Portugal - 0 % - - -
Podravska Banka Kroatien - 0,1 % 0,1 % 0,12 % 0,12 %
Praxia Bank Griechenland 0,9 % 1,4 % - 1,5 % -
RCB Bank Zypern - 0,9 % - 0,95 % 0,95 %
Resurs Bank Schweden - 0,75% - 0,9 % -
RiverBank Luxemburg - - - - 0,8 %

Šiaulių Bankas

Litauen - 0,4 % - 0,8 % 1,3 %
Signal Iduna Bauspar Deutschland - 0,44 % - 0,55 % 0,66 %
solarisBank

Deutsch-

land

- 0,1 % - 0,1 % 0,1 %
TBI Bank Bulgarien 0,5 % 1,0 % 1,15 % 1,4 % 1,45 %
TF Bank Schweden - 0,6 % - 0,95 % -
ViViBanca Italien - 0,5 % - 1,31 % 1,38 %
Wyelands Bank   - - - - -
Younited Credit Frankreich - - - 0,9 % 1,0 %

Banken, die die Finanztip-Stabilitätskriterien erfüllen, sind gefettet.
Quellen: Weltsparen-Websites (Stand: 01. Oktober 2019)

Besonderheiten bei Wiederanlage, Zinsausschüttung und Steuern

Am Ende der Laufzeit überweist die Partnerbank den Anlagebetrag samt Zinsen zurück auf das Weltspar-Konto. Es gibt also keine automatische Prolongation des Festgeldes. Allerdings kann der Kunde das Festgeld selbst verlängern, sofern er das wünscht.

Bei den meisten mehrjährigen Festgeldern überweist Weltsparen sämtliche Zinsen erst am Ende der Laufzeit. Dies kann dazu führen, dass der Kunde seinen jährlichen Sparerpauschbetrag nicht optimal nutzt: Im Jahr der Zinsausschüttung steigen die Zinserträge dann sprunghaft an, während in anderen Jahren keine Zinserträge vorhanden sind. Wer also absehbar die 801 Euro (1602 Euro bei Verheirateten) mit den mehrjährigen Zinserträgen überschreitet, sollte die Laufzeiten und Anlagebeträge entsprechend anpassen.

Hinsichtlich der Steuern stellt sich bei Anlagen im europäischen Ausland die Frage, ob die Partnerbank von den Zinserträgen direkt eine Quellensteuer abzieht. Je nach den Regelungen des Landes lässt sich dieser Abzug durch Vorlage einer Ansässigkeitsbescheinigung verhindern oder zumindest reduzieren. Der Anleger weist damit nach, dass er nicht in dem jeweiligen Land ansässig ist, sondern in Deutschland. Die Informationen und Formulare für die jeweilige Anlage stellt Weltsparen bereit; der Anleger sollte sich die Angebotsdetails allerdings genau ansehen, um einschätzen zu können, wie aufwendig das Steuerthema am Ende wird.

Besonderheiten ergeben sich bei den Angeboten in Fremdwährungen wie US-Dollar, norwegischen Kronen oder Schweizer Franken. Dort besteht jeweils ein Wechselkursrisiko, so dass bei schlechtem Verlauf der angelegte Betrag am Ende in Euro weniger wert ist als zum Startzeitpunkt der Anlage.

Weltsparen hat empfehlenswerte Angebote

Die Angebote von Weltsparen, ähnlich wie die von Savedo und Zinspilot, verbreitern die Angebotspalette für Festgeld und Tagesgeld, indem sie Verbrauchern Angebote von Banken aus europäischen Ländern zugänglich machen. Durch die Identifizierung für die gesamte Plattform wird es einfach, frei gewordene Gelder sofort wieder neu anzulegen und die Angebote verschiedener Banken gleichzeitig zu nutzen.

Insgesamt hat Weltsparen damit deutlich mehr Banken im Programm als andere Zinsplattformen wie Savedo oder Zinspilot. Inzwischen finden Kunden bei Weltsparen auch auch Angebote, die den Kriterien von Finanztip (Sicherheit und gute Zinsen) entsprechen. Sie Der Finanztip-Festgeldrechner (oben auf der Seite) zeigt diese Angebote also bei den empfehlenswerten Angeboten auf der linken Seite der Ergebnisliste an.

Eine Liste mit allen sicheren Banken, die gute Zinsen zahlen, und Hinweise zum Festgeld und Tagesgeld, finden Sie in unseren Ratgebern zu Festgeld und Tagesgeld.

Übersicht: Bonität der Banken bei Weltsparen

In unseren Ratgebern Festgeld und Tagesgeld empfehlen wir Ihnen nur Banken, die aus einem Land stammen, das glaubhaft im Notfall für die Spareinlagen bei seinen Banken bürgen kann. Deshalb verlangen wir, dass das Land von den großen Ratingagenturen Standard & Poor’s (S&P), Moody’s und Fitch mit einer Bonität von „AA“ oder besser bewertet wird.

Zudem verlangen wir, dass die Ratingagenturen die Bonität der Bank mindestens als „investitionswürdig“ (auf Englisch: „investment grade“) einstuft. Auf der Notenskala der Ratingagenturen bedeutet das „BBB“ oder besser.

Bei den nachfolgend aufgeführten Ratings von Moody's ist Aaa die höchste Bewertungsstufe, danach folgen Aa1 bis Aa3 und A1 bis A3. Die unterste Stufe bei den "investment grade"-Bewertungen sind Baa1 bis Baa3. Mit schlechteren Bewertungen gilt das Kreditrisiko dann nicht mehr als investitionswürdig, sondern als spekulativ. Die spekulativen Bewertungen starten mit Ba1 bis Ba3, danach folgen B1 bis B3, und dann bereits C-Bewertungen.

Allerbeste Bewertungen von Aaa bei Moody's haben bei den Festgeld-Ländern von Weltsparen Deutschland, Norwegen und Schweden; die nächste Stufe von Aa1 bis Aa3 erreichen Großbritannien, Österreich und Frankreich.

Bonität der Banken bei Weltsparen

Bank

Bonitäts-

note Bank

Land Einlagensicherung Bonitätsnote Land der Einlagensicherung Finanztip-Kriterien erfüllt?
Addiko Bank -- Österreich Aa1 nein
Alior Bank BB Polen A2 nein
Allied Irish Banks Baa1 Irland A3 nein
Baltic International Bank -- Lettland A3 nein
Banca Farmafactoring -- Italien Baa2 nein
Banca Progetto -- Italien Baa2 nein
Banca Sistema -- Italien BBB nein
Banco BNI -- Portugal Ba1 nein
Banco Português de Gestão -- Portugal Ba1 nein
Bank and Clients -- Großbritannien Aa1 nein
BESV Caa¹ Frankreich Aa2 nein
BlueOrange -- Lettland A3 nein
BOŚ Bank B+ Polen A2 nein
Bulgarian-American Credit Bank -- Bulgarien Baa2 nein
Coop Pank -- Estland A1 nein
DLL Aa3¹ Niederlande Aaa ja
Eurambank -- Österreich Aa1 nein
Expobank -- Tschechien A1 nein
Fibank B Bulgarien Baa2 nein
First Save Euro B* Großbritannien Aa1 nein
Greensill Bank -- Deutschland Aaa nein
Grenke Bank BBB+ Deutschland Aaa nein
Haitong Bank BB- Portugal Ba1 nein
Hanseatic Bank Deutschland Aaa ja
Hoist Finance Baa3 Schweden Aaa nein
Inbank -- Estland A1 nein
J&T Banka -- Tschechien A1 nein
Kentbank -- Kroatien Ba2 nein
Medicinos Bankas -- Litauen A3 nein
Nordax Bank -- Schweden Aaa nein
North Channel Bank -- Deutschland Aaa nein
Novo Banco Caa Portugal Ba1 nein
Podravska banka -- Kroatien Ba2 nein
Poštová banka -- Slowakei A2 nein
RCB BB- Zypern Ba3 nein
Signal Iduna Bauspar A- Deutschland Aaa ja
Solarisbank -- Deutschland Aaa nein
Wyelands Bank -- Großbritannien Aa1 nein
Younited Credit -- Frankreich Aa2 nein
BN Bank A1 Norwegen Aaa nein

¹ Rating der Konzernmutter
Quelle: Moody's (Stand: März 2018), BOS Bank: Fitch, Grenke: S&P, RCB: S&P

Mehr dazu im Ratgeber Festgeld

  • Empfehlenswert sind Festgeld-Angebote, die gute Zinsen bei einer sicheren Bank bieten.
  • Unsere Anbieter-Empfehlung: CA Consumer Finance, Leaseplan Bank, NIBC Direct

Zum Ratgeber

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redaktion@finanztip.de (Finanztip Verbraucherinformation gGmbH) 01.10.2019 13:20:00 +0000
Die passende Kreditkarte für Studenten : Kreditkarten für Studenten https://www.finanztip.de/kreditkarten/kreditkarte-studenten/ https://www.finanztip.de/?id=860Kreditkarten für Studenten
Das Wichtigste in Kürze
  • Studenten können eine Kreditkarte bekommen, auch wenn sie wenig oder kein Geld verdienen.
  • Bei den Angeboten für Studenten können Gebühren anfallen. Wir empfehlen gute kostenlose Kreditkarten für Studenten.
  • Einige Studenten-Kreditkarten kosten nach Ende des Studiums Geld. Unsere Empfehlungen bleiben hingegen kostenfrei.
Finanztip empfiehlt diese Kreditkarten für Studenten
  • mit monatlicher Abbuchung: DKB (kostenlos Abheben in der Eurozone, ab 700 Euro monatlichem Geldeingang weltweit kostenlos)
  • mit sofortiger oder zeitnaher Abbuchung: ING (kostenloses Abheben in der Eurozone)
  • mit optionaler Ratenzahlung: 1Plus Card von Santander oder Barclaycard (weltweit kostenloses Abheben, aber teure Ratenzahlung)

Ob im Auslandssemester, während einer Reise in den Semesterferien oder einfach zum Bestellen in Online-Shops — auch für Studenten können Kreditkarten praktisch sein. Bei einigen Banken bekommen Studenten die Kreditkarte kostenlos.

Bekommen Studenten eine Kreditkarte?

Nicht jeder bekommt eine Kreditkarte, bei einigen winken die Banken ab. Entscheidend ist, wie gut es um die Finanzen der jeweiligen Kunden steht, die sogenannte Bonität. Ist die Bank von ihrer Finanzkraft nicht überzeugt, lehnt sie den Antrag auf eine Kreditkarte ab. Schließlich gewährt die Bank über die Karte einen kurzen Kredit, wenn sie das Geld erst einen Monat später abbucht. Erklären muss sie die Absage nicht.

Trotzdem können auch Studenten ohne regelmäßiges Einkommen eine Kreditkarte bekommen. Denn falls es mit der „echten“ Kreditkarte nicht klappt, gibt es weitere Karten, die etwas anders funktionieren, sich aber trotzdem zum Bezahlen und Geldabheben im In- und Ausland eignen.

Wir erklären die Vor- und Nachteile der verschiedenen Kartenarten:

Charge - Charge-Karten gehören zu den „echten“ Kreditkarten. Das bedeutet, die Bank sammelt die Umsätze und bucht sie auf einen Schlag ab, meist einmal im Monat. Über diesen Zeitraum erhalten Sie also einen kostenlosen Kredit. So lässt sich zum Beispiel der Dispo umgehen, indem Sie statt der Girocard die Kreditkarte nutzen, wenn das Geld auf dem Konto knapp wird. Allerdings klappt das nur, wenn Sie pünktlich zum Buchungszeitpunkt wieder genug Geld auf dem Konto haben.

Revolving - Auch bei Revolving-Kreditkarten bekommen Sie einen kurzen Kredit. Sie können den Kartenumsatz in Raten zurückzahlen. Finanztip empfiehlt, diese Möglichkeit nicht zu nutzen, denn die Anbieter verlangen hohe Zinsen. So wird die Ratenzahlung schnell teuer. Zahlen Sie die Kartenschulden besser immer auf einen Schlag zurück. Einige Anbieter buchen den Umsatz auf Wunsch automatisch ab, bei anderen müssen Sie selbst aktiv werden und das Geld überweisen.

Bei Revolving- und Charge-Karten achten die Banken eher auf die Zahlungskraft Ihrer Kunden als bei Debit- oder Prepaid-Karten. Sollten Sie also Probleme haben, eine „echte“ Kreditkarte zu bekommen, stehen Ihnen noch die folgenden Möglichkeiten offen:

Debit - Bei diesen Karten wird das Geld zeitnah vom Konto abgebucht, so wie Sie es von der Girocard (früher: EC-Karte) kennen. Das hilft, die Umsätze im Blick zu behalten. Allerdings kann es beim Buchen von Hotels und Mietwagen zu Problemen kommen, da solche Unternehmen Debit-Karten nicht immer akzeptieren.

Prepaid - Bei Prepaid-Karten müssen Sie Geld auf das Kartenkonto überweisen, bevor Sie die Karte nutzen können. Sie können dann auch nur den Betrag ausgeben, den Sie vorab aufgeladen haben. Wie bei Debit-Karten akzeptieren Mietwagenfirmen und Hotels die Karten unter Umständen nicht.

Welche Kreditkarten empfiehlt Finanztip für Studenten?

Im Juni 2019 haben wir 29 Kreditkarten untersucht, die laut den Anbietern auch Studenten bekommen. Wie wir dabei vorgegangen sind, lesen Sie weiter unten im Text. Unser Vergleich zeigte, mit einer guten kostenlosen Kreditkarte fahren Studenten besser als mit speziell auf sie zugeschnittenen Angeboten. Die folgenden vier Kreditkarten halten wir für empfehlenswert:

DKB: Karte mit monatlicher Abbuchung

Bei der DKB erhalten Studenten und Studentinnen ein kostenloses Girokonto samt Kreditkarte. Sie können mit der Kreditkarte in der Eurozone kostenlos Geld abheben, im Rest der Welt fällt dafür eine Gebühr von 1,75 Prozent an. Das gilt auch beim Bezahlen in einer anderen Währung als dem Euro.

Sofern monatlich mindestens 700 Euro auf dem Konto eingehen, bekommen Sie bessere Konditionen. Sie können dann weltweit kostenlos Geldabheben und das Bezahlen mit der Kreditkarte ist auch außerhalb der Eurozone kostenfrei. Falls nicht genug Geld auf Ihrem Konto eingeht, erhalten Sie diese Vergünstigungen nur im ersten Jahr nach der Kontoeröffnung.

Im ersten Jahr bekommen Sie außerdem einen Gutschein für eine virtuelle ISIC-Karte, eine Art internationaler Studentenausweis. Mit dem Ausweis gibt es Rabatte, zum Beispiel bei Flixbus, Microsoft oder Babbel.

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ING: Karte mit sofortiger Abbuchung

Mit der kostenlosen Visa-Karte zum Girokonto können Sie kostenlos in der Eurozone Geld abheben und bezahlen. Sind Sie außerhalb der Eurozone unterwegs, verlangt die Bank dafür 1,75 Prozent Gebühren.

Wer viel reist, sollte bedenken, dass Debit-Karten beim Buchen von Hotels und Mietwagen Probleme machen. Es kann sich also lohnen, vor dem Buchen schriftlich nachzufragen, ob die Karte vor Ort angenommen wird und die ausgedruckte Antwort bei der Reise mitzunehmen.

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Santander: Karte mit optionaler Ratenzahlung

Mit der kostenfreien 1plus Visa-Karte der Santander können Sie kostenlos weltweit Geld abheben und bezahlen. Die Währung spielt dabei keine Rolle. Zudem zahlt Santander das Automatenentgelt zurück, wenn Sie das beantragen. Dabei handelt es sich um eine Gebühr, die manche Betreiber von Geldautomaten im Ausland verlangen. In Ländern wie den USA oder Thailand kommt das häufiger vor. Andere Banken erstatten ihren Kunden diese Gebühren nicht.

Sie können Ihre Kreditkartenschulden bei dieser Karte in hoch verzinsten Raten zurückzahlen. Das ist teuer. Verzichten Sie besser darauf und überweisen Sie zum Buchungstermin den kompletten Umsatz an die Bank.

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Barclaycard: Karte mit optionaler Ratenzahlung

Barclaycard bietet unterschiedliche Kreditkarten an, darunter auch eine Karte für Studenten. Für diese verlangt die Bank allerdings Jahresgebühren. Wir empfehlen stattdessen die kostenlose Barclaycard Visa. Geld abheben und bezahlen ist mit der Karte weltweit kostenlos.

Wie bei der Santander können Sie auch bei der Barclaycard den Umsatz nicht automatisch abbuchen lassen. Stattdessen sollten Sie zum Buchungszeitpunkt selbst aktiv werden und das Geld überweisen. Tun Sie dies nicht, fallen hohe Zinsen an.

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Neben den genannten Anbietern haben auch Sparkassen und Volksbanken gute Konten und Karten im Programm. Seien Sie sich aber bewusst, dass die Banken die Gebühren ab einem bestimmten Alter oder ab Studienende erhöhen. Wir haben diese Karten nicht in den Test genommen, da es sich um regionale Anbieter handelt. So können sich die Konditionen für die Karten von Sparkasse zu Sparkasse unterscheiden, dies gilt auch für die Volksbanken. Die jeweilige Karte wird immer nur in einer bestimmten Region ausgegeben, wir empfehlen aber nur Karten, die alle Studenten beantragen können.

Sollten Sie keine der genannten Kreditkarten erhalten, weil die Banken Ihre Bonität als schlecht einschätzen, können Sie auch eine der von uns empfohlenen Prepaid-Kreditkarten wählen.

Auf welche Punkte sollten Studenten bei Kreditkarten achten?

Kreditkarten sind einfach zu handhaben. Trotzdem gibt es paar Dinge, die Sie wissen sollten.

Mastercard oder Visa

Die bekanntesten Kreditkartenunternehmen sind wohl Mastercard und Visa. Beide werden weltweit akzeptiert, große Unterschiede gibt es dabei nicht.  Deshalb spielt die Wahl zwischen Mastercard oder Visa keine große Rolle. Schwieriger wird es bei den Kreditkarten von American Express oder Diners Club, diese werden seltener akzeptiert. Deshalb empfehlen wir keine Karten dieser Anbieter.

Übrigens: Bei Problemen mit Ihrer Kreditkarte wenden Sie sich nicht an Mastercard oder Visa, sondern an die Bank, von der Sie die Karte haben. Anders sieht es aus bei American Express und Diners Club. Diese geben ihre Karten selbst aus und sind in der Regel der richtige Ansprechpartner bei Problemen.

Die richtige Währung wählen

Beim Geldabheben außerhalb der Eurozone sollten Sie vorsichtig sein. Denn Sie können dabei oft wählen, ob der Automat das Geld beim Abbuchen vom Konto schon in Euro umrechnen soll. Verzichten Sie darauf, die Anbieter nutzen dafür in der Regel schlechtere Wechselkurse als Ihre Bank. Auch beim Abheben sollten Sie immer auf die lokale Währung bestehen.

Geld zurückholen

Sollte etwas beim Bezahlen mit der Kreditkarte schiefgehen, können Sie Ihr Geld zurückholen. Das klappt zum Beispiel, wenn ein Händler das Geld doppelt abbucht oder einen zu hohen Betrag. Auch bei Betrügereien oder Insolvenzen können Sie Kartenzahlungen reklamieren. Sie müssen dafür lediglich ein Formular ausfüllen und zusammen mit den Nachweisen für den jeweiligen Reklamationsgrund an die Bank schicken. Wie das genau funktioniert, erklären wir in unserem Ratgeber zum sogenannten Chargeback-Verfahren.

So haben wir getestet

Vergleich Kreditkarten für Studenten 2019

Wir haben uns im Juni 2019 über Google mit dem Suchbegriff „Kreditkarten für Studenten“ einen Überblick über den Markt für Studenten-Kreditkarten verschafft. In unsere Analyse miteinbezogen haben wir sowohl die gefundenen Anbieter als auch Karten, die auf den gefundenen Portalen vertreten waren.

Wir haben folgende Karten aus der weiteren Analyse ausgeschlossen:

  • Karten mit Jahresgebühren;
  • Karten, die von regionalen Anbietern ausgegeben werden;
  • Businesskarten.

So blieben 29 Kreditkarten übrig. Alle Karten, bei denen das Abheben in der Eurozone (inklusive Deutschland) kostenpflichtig war, haben wir nicht weiter beachtet. Dazu gehören auch Karten, bei denen Verbraucher ein paar Mal im Monat kostenlos abheben können und danach Gebühren zahlen müssen. Außerdem haben wir Karten ausgeschlossen, bei denen die Mindestabhebesumme höher als 50 Euro ist. Auch Karten, bei denen Kunden niedrige Summen abheben können, dafür aber Gebühren zahlen müssen, haben wir nicht weiter untersucht.

Die verbleibenden Karten haben wir auf folgende Punkte hin analysiert:

  • Gebühren für das Abheben
  • Gebühren für das Bezahlen
  • Rabatte für Studenten
  • Abschlussmöglichkeiten
  • Gebühren nach dem Studium

Wir haben die Karten von Barclaycard, Santander, DKB, ING, Apobank und MLP näher untersucht. Am besten abgeschnitten haben in unserem Vergleich die Karten der DKB, ING, Barclaycard und die Santander 1Plus Card. Diese vier Angebote halten wir für empfehlenswert.

Das Angebot der Apobank richtet sich an Studierende medizinischer Berufe, zudem verlangt die Bank nach Abschluss des Studiums Gebühren für die Karte. Bei MLP ist es nicht möglich, die Karte komplett online zu beantragen, Kunden müssen immer in eine Filiale. Zudem fallen nach dem Studium Jahresgebühren an. Deshalb empfehlen wir diese Karten nicht.

Für einige Studenten können sie trotzdem eine Alternative sein, falls sie keine Karten bei den von uns empfohlenen Banken bekommen. Grund dafür ist, dass sich die Anbieter mit den Karten gezielt an Studenten richten. Während des Studiums kosten die Karten keine Jahresgebühr und Studenten können kostenlos weltweit Geld abheben.

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redaktion@finanztip.de (Finanztip Verbraucherinformation gGmbH) 07.08.2019 15:17:00 +0000
So viel Kindergeld erhalten Sie : Kindergeld beantragen https://www.finanztip.de/kindergeld/ https://www.finanztip.de/?id=928So viel Kindergeld erhalten Sie
Das Wichtigste in Kürze
  • Sie haben Anspruch auf Kindergeld, wenn Sie mit Ihrem Kind in Deutschland wohnen.
  • Seit dem 1. Juli 2019 erhalten Sie für das erste und zweite Kind je 204 Euro monatlich, für  das dritte Kind 210 Euro und für jedes weitere Kind 235 Euro.
  • Wird Ihr Kind 18 Jahre alt, müssen Sie nachweisen, dass es noch in der Schule, in der Ausbildung oder im Studium ist. Ist es 25 Jahre alt geworden, gibt es grundsätzlich kein Kindergeld mehr.
So gehen Sie vor
  • Beantragen Sie das Kindergeld bei der Familienkasse der Bundesagentur für Arbeit, am besten gleich nach der Geburt.
  • Sie können den Antrag online ausfüllen und vorab verschlüsselt an die Familienkasse übermitteln.
  • Drucken Sie den Antrag dann aus und unterschreiben Sie ihn. Schicken Sie ihn anschließend per Post zur Familienkasse oder bringen Sie ihn persönlich dort vorbei.

Wer Kinder hat, weiß, dass der Nachwuchs ganz schön viel kostet. Das Kindergeld ist daher eine wichtige Geldquelle für die meisten Eltern. Es wird unabhängig vom Einkommen gezahlt.

Wieviel Kindergeld gibt es?

Im Jahr 2018 hat der Staat fast 37 Milliarden Euro Kindergeld für mehr als 15 Millionen Kinder gezahlt. Eltern bekommen jeden Monat Kindergeld. Ab dem dritten Kind ist der Betrag höher als für das erste und zweite.

Kindergeld-Höhe seit dem 1. Juli 2019

erstes Kind und zweites Kind 204 Euro
drittes Kind 210 Euro
jedes weitere Kind 235 Euro

Quelle: § 6 BKKG (Stand: Juli 2019)

Das Kindergeld steht in direktem Zusammenhang mit dem Kinderfreibetrag. Grundsätzlich gilt: Sie können nicht Kindergeld erhalten und zusätzlich die vollen Kinderfreibeträge von der Steuer absetzen. Das Finanzamt verrechnet nämlich das schon ausgezahlte Kindergeld mit dem Steuervorteil, der sich durch die Kinderfreibeträge ergibt.

Pro Kind steigt das Kindergeld zum 1. Januar 2021 um weitere 15 Euro je Kind.

Wie können Eltern Kindergeld beantragen?

Sie können das Kindergeld bei der Familienkasse der Bundesagentur für Arbeit beantragen, am besten gleich nach der Geburt. Das geht in drei Schritten:

  1. Antrag online ausfüllen und vorab verschlüsselt an die Familienkasse übermitteln,
  2. Antrag ausdrucken und unterschreiben und
  3. Antrag per Post versenden.

Ein Telefonanruf reicht nicht. Sie müssen aber nicht jedes Jahr einen neuen Antrag stellen: Die Familienkasse zahlt weiter, solange es keine Veränderungen gibt. Sie sind aber verpflichtet, der Familienkasse Änderungen wie eine neue Anschrift umgehend mitzuteilen. Dazu können Sie auch das Online-Formular Veränderungsmitteilung nutzen. Hier finden Sie alle Formulare für den Kindergeldantrag.

Achtung: Die Familienkasse zahlt Eltern, die ihren Kindergeldantrag nach dem 31. Dezember 2017 gestellt haben, nur noch sechs Monate rückwirkend Kindergeld aus (§ 66 Abs. 3 EStG); zuvor ging das noch bis zu vier Jahre. Beantragen Sie das Kindergeld deshalb zeitnah nach der Geburt.

Steueridentifikationsnummer

Seit 2016 verlangt die Familienkasse Ihre Steueridentifikationsnummer und die Ihrer Kinder. Sollten Sie Ihre Steueridentifikationsnummern in Ihren Unterlagen nicht finden, können Sie mit dem Eingabeformular im Internetportal des Bundeszentralamts für Steuern beantragen, dass sie Ihnen nochmals zugeschickt werden.

Wie lange erhalten Eltern Kindergeld?

Von der Geburt bis zur Volljährigkeit zahlt der Staat Kindergeld für alle Kinder. Die Zahlung endet in dem Monat, in dem das Kind den 18. Geburtstag feiert. Danach gibt es die Leistung nur nach einem neuen Antrag, den Sie online ausfüllen können, und nur und unter bestimmten Voraussetzungen, die Finanztip in der folgenden Übersicht dargestellt hat:

Übersicht: Für welche Kinder es bis wann Kindergeld gibt

Welche Kinder? In welchem Alter?
für alle Kinder von der Geburt bis zum 18. Geburtstag
Kinder mit abgeschlossener Berufsausbildung ohne Arbeitsplatz vom 18. bis zum 21. Geburtstag
Kinder in der Ausbildung vom 18. bis zum 25. Geburtstag
Kinder in der Übergangszeit von bis zu vier Monaten etwa zwischen Schulabschluss und Beginn der Ausbildung oder eines Freiwilligendienstes  
Kinder ohne Ausbildungsplatz  
Kinder in einem freiwilligen sozialen oder ökologischen Jahr, im Bundesfreiwilligendienst oder in einem anderen anerkannten Freiwilligendienst  
behinderte Kinder, die sich nicht selbst unterhalten können über das 25. Lebensjahr hinaus

Quellen: Finanztip-Recherche, § 32 Abs. 4 EStG (Stand: April 2019)

Kinder in der Ausbildung

Die Familienkasse will einen Ausbildungsnachweis oder eine Bescheinigung der Hochschule sehen (§ 32 Abs. 4 Nr. 2a EStG). Jedes Jahr müssen Sie nachweisen, dass die Ausbildung oder das Studium noch andauert und zwar immer spätestens im Oktober. Sind Lehre oder Studium vor dem 25. Geburtstag beendet, gibt es auch kein Kindergeld mehr.

Bis zum Ende der Ausbildung - Beendet ist ein Studium spätestens, sobald das Prüfungsamt die Prüfungsergebnisse für den Abschluss bekannt gegeben hat. Bis zum Ablauf des Monats der Bekanntgabe fließt noch Kindergeld, urteilte das Finanzgericht Sachsen (Urteil vom 17. Juni 2015, Az. 4 K 357/11).

Eine Ausbildung ist beendet, wenn das Ausbildungsverhältnis laut Vertrag beendet ist. Liegen die Prüfungsergebnisse schon vor, läuft aber der Ausbildungsvertrag noch, muss die Familienkasse weiter zahlen (Finanzgericht Baden-Württemberg, Urteil vom 19. Oktober 2016, Az. 7 K 407/16).

Ist das Ende der Ausbildung in einem Gesetz festgelegt, dann gibt es bis zu dem in der Regelung vorgesehenen Ende Kindergeld, auch wenn das Prüfungsamt die Prüfungsergebnisse schon eher versendet hat (BFH, Urteil vom 14. September 2017, Az. III R 19/16). Beispiel: Die Ausbildung zur staatlich anerkannten Heilerziehungspflegerin dauert nach der Verordnung in Baden-Württemberg drei Jahre. Auch wenn der Auszubildende zwei Monate vor Ablauf der drei Jahre seine Ergebnisse bekommt, endet die Kindergeldzahlung erst nach genau drei Jahren.

Besonderheit: Zweitausbildung - Es kommt grundsätzlich nicht darauf an, ob es sich um eine Erst-, Zweit- oder Drittausbildung handelt. Allerdings entfällt der Anspruch auf Kindergeld, wenn Ihr Kind nach der Erstausbildung eine weitere Ausbildung absolviert und daneben regelmäßig mehr als 20 Stunden pro Woche arbeitet (§ 32 Abs. 4 Satz 2 EStG). Nur in diesen Fällen ist entscheidend, ob es sich um eine Erst- oder Zweitausbildung handelt.

Besondere Studiengänge - Ein Masterstudium kann Teil einer einheitlichen Erstausbildung sein, falls es zeitlich und inhaltlich auf das vorangegangene Bachelorstudium angepasst ist (BFH, Urteil vom 3. September 2015, Az. VI R 9/15). Auch nach Abschluss des Bachelors besteht dann weiter ein Anspruch auf Kindergeld.

Bei einem dualen Studium (Ausbildung parallel zum Studium) kann auch nach der Lehre weiterhin Anspruch auf Kindergeld bestehen (FG Münster, Urteil vom 22. August 2014, Az. 4 K 1914/14 Kg). Das Studium muss dazu Teil der Erstausbildung sein. In einem solchen Fall spielt es keine Rolle, wenn Ihr Kind mehr als 20 Stunden in der Woche arbeitet. Setzt allerdings ein berufsbegleitendes Studium voraus, dass der Student vorher mindestens ein Jahr berufstätig war, handelt es sich um einen Weiterbildungsstudiengang und damit um eine Zweitausbildung. Arbeitet der Student dann während des Studiums mehr als 20 Stunden, besteht kein Anspruch auf Kindergeld mehr (BFH, Urteil vom 4. Februar 2016, Az. III R 14/15).

Studiert Ihr Kind im Ausland, kann es weiter Kindergeld geben. Dazu muss Ihr Nachwuchs weiter in Deutschland gemeldet sein und die Semesterferien überwiegend bei Ihnen zu Hause verbringen (BFH, Urteil vom 23. Juni 2015, Az. II R 38/14).

Sie haben für Ihr volljähriges Kind Anspruch auf Kindergeld, auch wenn es verheiratet ist, sich aber in der Erstausbildung befindet und das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet hat. Das hat der Bundesfinanzhof entschieden (BFH, Urteil vom 17. Oktober 2013, Az. III R 22/13). Auf die Höhe der Einkünfte des Kindes und auf einen etwaigen Unterhaltsanspruch durch den Ehegatten kommt es nicht an.

Meist vergehen ein paar Monate zwischen Schulabschluss und Beginn der Ausbildung oder des Studiums. In dieser Zeit von bis zu vier Monaten steht Ihnen das Kindergeld weiter zu (§ 32 Abs. 4 Nr. 2b EStG).

Achtung: Wollen Ihr Sohn oder Ihre Tochter nach der Schule eine größere Reise unternehmen, als Au-pair im Ausland arbeiten oder an einem Work-and-Travel-Programm teilnehmen, entfällt der Anspruch auf Kindergeld. Auch wenn die Familienkasse das Kindergeld während dieser Zeit weiter überweist, müssen Sie sich auf Rückforderungen einstellen.

Kinder ohne Ausbildungsplatz

Wenn das Kind zwar eine Ausbildung aufnehmen will, aber keine Ausbildungsstelle findet, zahlt die Kasse weiter. Als Nachweis für die ernsthaften Bemühungen, einen Ausbildungsplatz zu finden, genügen zum Beispiel die Absagen der Ausbildungsunternehmen (§ 32 Abs. 4 Nr. 2c EStG).

Kinder im Freiwilligen Sozialen (FSJ) oder Ökologischen Jahr (FÖJ)

Hat sich Ihr volljähriges Kind für ein Freiwilliges Soziales oder Ökologisches Jahr entschieden, steht Ihnen auch für diese Zeit Kindergeld zu. Gleiches gilt für eine Zeit im Bundesfreiwilligendienst (§ 32 Abs. 4 Nr. 2d EStG).

Kinder mit abgeschlossener Berufsausbildung ohne Arbeitsplatz

Auch wenn Ihr Kind schon älter als 18 Jahre ist und die Ausbildung abgeschlossen hat, bekommen Sie Kindergeld. Voraussetzung: Der Nachwuchs hat keine Arbeit und ist bei der Agentur für Arbeit als arbeitssuchend gemeldet (§ 32 Abs. 4 Nr. 1 EStG). Das gilt allerdings nur bis zum 21. Geburtstag des Kindes.

Es reicht, wenn das Kind der Agentur für Arbeit persönlich mitteilt, dass es arbeitslos ist. Ein Nachweis, dass es tatsächlich eine Arbeit sucht, ist nicht erforderlich (BFH, Urteil vom 18. Februar 2016, Az. V R 22/15). Ein Minijob schließt den Anspruch auf Kindergeld nicht aus.

Kinder mit Behinderung

Für Kinder mit Behinderung gibt es Kindergeld über das 25. Lebensjahr hinaus ohne Altersbegrenzung. Voraussetzung ist, dass das Kind wegen körperlicher, geistiger oder seelischer Behinderung außerstande ist, sich selbst zu versorgen. Die Behinderung muss vor Vollendung des 25. Lebensjahres eingetreten sein (§ 32 Abs. 4 Nr. 3 EStG).

Tipp: Im Internet gibt es zum Kindergeld ein ausführliches Merkblatt der Familienkasse sowie eine Kurzfassung.

Wer bekommt das Kindergeld?

Die Familienkasse zahlt Kindergeld immer nur an einen Berechtigten – meist ist es entweder der Vater oder die Mutter. Wenn Ihr Kind im gemeinsamen Haushalt lebt, müssen Sie also untereinander klären, an wen oder auf welches Konto die Kindergeldkasse das Geld überweisen soll.

Das können Sie rückwirkend nicht mehr ändern. Auch den Großeltern kann Kindergeld zustehen, wenn sie mit dem Enkelkind zusammenwohnen.

Leben die Eltern des Kindes in unterschiedlichen EU-Staaten und besteht kein gemeinsamer Haushalt, steht dem Elternteil Kindergeld zu, bei dem das Kind überwiegend wohnt. Das kann auch in einem anderen EU-Staat sein (BFH, Urteil vom 4. Februar 2016, Az. III R 17/13).

Beispiel: Das Kind lebt bei seiner Mutter in Polen, hat damit in Deutschland keinen Wohnsitz. Der in Deutschland lebende von der Mutter geschiedene Vater hat keinen Anspruch auf Kindergeld. Anspruchsberechtigt ist die in Polen lebende Mutter.

Auszahlungstermine

Nicht alle Eltern erhalten das Kindergeld am selben Tag. Im Internet finden Sie die Auszahlungstermine des Kindergelds durch die Familienkasse. Das Einkommensteuergesetz schreibt vor, dass die Zahlung des Kindergelds im Laufe des jeweiligen Monats erfolgt, für den der Anspruch besteht.

Wie können Sie sich gegen den Kindergeldbescheid wehren?

Nicht jede Entscheidung der Familienkasse müssen Sie hinnehmen. Sollte der Bescheid falsch sein oder handelt es sich um einen Ablehnungsbescheid, können Sie Einspruch einlegen.

Grundsätzlich haben Sie dazu einen Monat nach Bekanntgabe des Bescheids Zeit (§ 355 AO). Ist allerdings die Rechtsbehelfsbelehrung fehlerhaft, können Sie sogar nach Ablauf des Monats innerhalb eines Jahres seit Bekanntgabe tätig werden (§ 356 Abs. 2 AO). So haben zwei Finanzgerichte entschieden, die die Belehrung der Familienkassen als irreführend bewertet haben (FG Münster, Urteil vom 9. Januar 2014, Az. 3 K 742/13 Kg, AO; Urteil vom 9. Januar 2014, Az. 3 K 3794/13 Kg).

Einspruch einlegen können Sie grundsätzlich auch per E-Mail. Wenn die Familienkasse eine solche bekannt gibt, dürfen Sie sie dafür auch verwenden (BFH, Urteil vom 13. Mai 2015, Az. III R 26/14).

Wer bekommt einen Kinderzuschlag?

Elternpaare und Alleinerziehende, die wenig verdienen, können neben dem Kindergeld Anspruch auf Kinderzuschlag haben. Das gilt, wenn ihre Kinder unter 25 Jahre alt sind und in ihrem Haushalt leben. Eine weitere Voraussetzung für den Anspruch ist, dass die Familie mit dem Kinderzuschlag und ihr zustehendem Wohngeld ihren finanziellen Bedarf decken kann.

Als Faustregel gilt daher: Eltern, die Arbeitslosengeld II, Sozialgeld oder Sozialhilfe beziehen und sonst kein Einkommen oder Vermögen haben, erhalten nur Kindergeld, aber keinen Kinderzuschlag. Der höchstmögliche  Kinderzuschlag beträgt seit dem 1. Juli 2019 für jedes im gemeinsamen Haushalt lebende Kind 185 Euro im Monat. Diese Höstgrenze steht nicht wie bisher als Euro-Betrag im Gesetz. Sie ergibt sich vielmehr aus dem sogenannten steuerfrei zu stellenden sächlichen Existenzminimum (§§ 6a Abs. 2 BKKG; 20 Abs. 2 BKKG).

Die Familienkasse zahlt den Zuschlag nur, wenn die Eltern ein monatliches Einkommen von mindestens 900 Euro haben, für Alleinerziehende liegt die Grenze bei 600 Euro. Gleichzeitig darf das Einkommen nicht über einem individuell zu berechnenden Höchstbetrag liegen. Dieser kann je nach Familie sehr unterschiedlich sein. Berechnungsbeispiele finden Sie in unserem Ratgeber Kinderzuschlag.

Die Sozialleistung müssen Sie bei der Familienkasse der Agentur für Arbeit schriftlich beantragen. Auf der Internetseite der Arbeitsagentur gibt es zum Kinderzuschlag ein ausführliches Merkblatt.

Durch das Starke-Familien-Gesetz profitieren mehr Alleinerziehende vom Kinderzuschlag. Bisher wurden sie oft nicht unterstützt, weil Unterhalt oder Unterhaltsvorschuss voll auf den Kinderzuschlag angerechnet wurde. Seit dem 1. Juli 2019 werden nur noch 45 Prozent des Kindeseinkommens vom Kinderzuschlag abgezogen (§ 6a Abs. 3 BKKG).

Zusätzliche Hilfe für den Schulbedarf

Hilfebedürftige Schülerinnen und Schüler können eine zusätzliche Leistung für Schulbedarf in Höhe von 100 Euro im Jahr erhalten (§ 6b BKGG§ 28 SGB II). 70 Euro werden jeweils zum 1. August gezahlt und weitere 30 Euro zum 1. Februar. Das Geld soll für den Kauf persönlicher Schulausstattung verwendet werden, zum Beispiel für Schulranzen oder Schreib- und Rechenmaterialien.

Durch das Starke-Familien-Gesetz ist die Zahlung für das Schulstarterpaket zum 1. August 2019 auf 150 Euro gestiegen.

Es wird Hilfebedürftigen bis zum Ende der Schulausbildung gewährt, wenn sie das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Einen entsprechenden Antrag müssen Sie in der Stadt oder dem Landkreis stellen, in dem das Kind wohnt.

Welchen Kinderfreibetrag können Sie geltend machen?

Seit Anfang 2019 liegt der Kinderfreibetrag für Familien bei 7.620 Euro (§ 32 Abs. 6 EStG). Er setzt sich zusammen aus dem Kinderfreibetrag in Höhe von 2.490 Euro und dem Freibetrag für Betreuung, Erziehung und Ausbildung (BEA) in Höhe von 1.320 Euro. Bei Ehegatten, die zusammen zur Einkommensteuer veranlagt werden, verdoppeln sich die Beträge auf insgesamt 7.620 Euro.

Grundsätzlich verrechnet das Finanzamt das schon ausgezahlte Kindergeld mit dem Steuervorteil, der sich durch die Kinderfreibeträge ergibt. Ihnen bleibt daher nur die Differenz zwischen Kindergeld und Steuerfreibeträgen. Die Kinderfreibeträge führen übrigens nur bei etwa 5 Prozent aller Steuerzahler zu einem zusätzlichen Steuervorteil. Mehr dazu lesen Sie in unserem Artikel Steuervorteile für Eltern.

Helfer für die Steuererklärung

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Was passiert mit dem Kindergeld nach Trennung der Eltern?

Trennen sich Vater und Mutter, erhält derjenige das Kindergeld komplett, bei dem das Kind wohnt. Falls die Mutter das Kind betreut, ist sie allein kindergeldberechtigt. Auch wenn das Kind annähernd zu gleichen Teilen bei beiden Eltern wohnt, wird das Kindergeld nur vollständig an einen Elternteil ausgezahlt.

Unterhaltsrechtlich wird das Kindergeld dem Kind zugeordnet. Folge: In aller Regel mindert das Kindergeld nach der Düsseldorfer Tabelle den zu zahlenden Barunterhalt des Unterhaltspflichtigen – im obigen Beispiel wäre das also der Vater.

Anders behandelt werden die steuerlichen Freibeträge: der Kinderfreibetrag und der sogenannte BEA-Freibetrag für Betreuung, Erziehung und Ausbildung. Grundsätzlich stehen diese beiden Elternteilen gleichmäßig zu. Deshalb gibt es steuerrechtlich halbe Kinder: Wenn nämlich ein Kinderfreibetrag für ein Kind zwischen Vater und Mutter mit je 0,5 aufgeteilt wird. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Ratgeber Steuervorteile für Eltern.

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britta.schoen@finanztip.de (Dr. Britta Beate Schön) 01.07.2019 10:21:00 +0000
Darauf sollten Sie beim Antrag auf eine Kur achten : Reha-Antrag https://www.finanztip.de/gkv/reha-antrag/ https://www.finanztip.de/?id=6674
Das Wichtigste in Kürze
  • Eine Rehabilitation soll helfen, Ihre Leistungsfähigkeit nach gesundheitlichen Problemen wieder herzustellen. Das Ziel: Sie werden wieder fit für Alltag und Beruf.
  • Die Kosten übernimmt meist die gesetzliche Kranken- oder Rentenversicherung, wenn die Reha medizinisch notwendig und erfolgversprechend ist.
  • In der Regel dauert eine Reha drei Wochen.
So gehen Sie vor
  • Eine Reha müssen Sie beantragen. Soll sie direkt auf einen Krankenhausaufenthalt folgen, füllt der Sozialdienst der Klinik die notwendigen Formulare aus. Andernfalls bitten Sie Ihren Fach- oder Hausarzt um Hilfe.
  • Im Reha-Antrag muss Ihr Arzt begründen, warum die Reha medizinisch notwendig ist.
  • Sie können sich die Reha-Klinik grundsätzlich selbst aussuchen, sofern diese geeignet ist, um Ihre Erkrankung zu behandeln. Nutzen Sie dafür unser Musterschreiben zur Klinikwahl.

Zum Download

  • Lehnt die Krankenkasse oder Rentenversicherung Ihren Reha-Antrag ab, sollten Sie innerhalb von vier Wochen Widerspruch einlegen. Unterstützung bekommen Sie zum Beispiel bei Sozialverbänden oder Fachanwälten für Sozialrecht.

Ein Bandscheibenvorfall oder ein Herzinfarkt ist ein schwerer Schlag – oft verbunden mit Krankenhaus, Operationen, langer Krankschreibung. Eine Rehabilitation (kurz: Reha) hilft, um nach gesundheitlichen Problemen möglichst schnell wieder fit zu werden. Auf die Reha haben Sie in vielen Fällen Anspruch; allerdings gibt es dabei einiges zu beachten.

Was ist eine Rehabilitation?

Eine Reha soll Ihnen helfen, sich so gut wie möglich zu erholen und Ihren Alltag nach einer Krankheit, einem Unfall oder trotz einer Behinderung selbstständig zu bewältigen. Bei Berufstätigen steht das Ziel im Vordergrund, ihnen die Rückkehr ins Arbeitsleben zu ermöglichen. Doch auch Rentner sowie Kinder und Jugendliche können eine Reha bekommen.

Zur Reha gehören unterschiedliche Therapien wie Krankengymnastik, Ernährungsberatung oder psychotherapeutische Gespräche. Abhängig von Ihren persönlichen Wünschen und Ihrem Gesundheitszustand kann die Reha stationär erfolgen, also in einer entsprechenden Klinik, oder ambulant. In diesem Fall übernachten Sie zu Hause und gehen von dort zu den jeweiligen Therapien. Eine Reha dauert in der Regel drei Wochen. Sie kann aber auch verkürzt oder verlängert werden, wenn das medizinisch sinnvoll ist.

Wer bekommt eine Reha?

Grundsätzlich gilt: Jeder, der Mitglied der gesetzlichen Krankenversicherung, Pflegeversicherung, Unfallversicherung und Rentenversicherung ist, hat ein Recht auf Leistungen, die seine Gesundheit und Leistungsfähigkeit wiederherstellen und verbessern sollen. Das ist in Paragraf 4 des ersten Sozialgesetzbuchs geregelt.

Damit Ihr Antrag auf Reha erfolgreich ist, müssen jedoch mindestens folgende zwei Voraussetzungen erfüllt sein:

  1. Die Rehabilitation ist medizinisch notwendig und erfolgversprechend. Sprechen Sie deshalb als erstes mit Ihrem behandelnden Arzt, wenn Sie eine Reha beantragen möchten.
  2. Sie sind gesundheitlich in der Lage, an den Therapien während der Reha teilzunehmen.

Je nachdem, welcher Träger dafür zuständig ist, die Reha zu genehmigen, kann es weitere Voraussetzungen geben. Für Berufstätige ist meistens die gesetzliche Rentenversicherung zuständig. Damit diese die Kosten übernimmt, müssen Sie in den vergangenen zwei Jahren mindestens sechs Monate lang Pflichtbeiträge eingezahlt haben.

Alternativ reicht es, wenn Sie seit 15 Jahren versichert sind – oder seit fünf Jahren, falls Ihnen eine Erwerbsminderung droht. Zu dieser Versicherungszeit zählen beispielsweise auch Kindererziehungszeiten und Zeiten aus einem Versorgungsausgleich oder Minijob.

Bei Privatversicherten entscheidet der Vertrag

Falls Sie privat krankenversichert sind und auch nicht in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, haben Sie in der Regel keinen gesetzlichen Anspruch auf eine Reha. Entscheidend ist dann, welche Leistungen Ihre private Krankenversicherung vorsieht.

Hochwertige Tarife erstatten die Kosten für Reha-Maßnahmen sehr umfangreich, günstigere Tarife schränken diesen Bereich hingegen oft ein oder bieten überhaupt keinen Schutz. Achten Sie deshalb schon beim Abschluss der privaten Krankenversicherung darauf, welche Reha-Leistungen ein Tarif bietet und unter welchen Voraussetzungen Sie diese in Anspruch nehmen können.

Wie kann ich eine Reha beantragen?

Zwei Arten der Rehabilitation gibt es: die Anschlussheilbehandlung (AHB) direkt nach einem Krankenhausaufenthalt und die Reha als Heilverfahren ohne vorherigen Klinikaufenthalt. Je nachdem, welche der beiden für Sie infrage kommt, funktioniert das Antragsverfahren ein wenig unterschiedlich.

Reha nach einem Krankenhausaufenthalt

Eine Anschlussheilbehandlung beginnt direkt nach dem Krankenhausaufenthalt, spätestens aber 14 Tage nachdem Sie aus der Klinik entlassen worden sind. Sie soll Ihnen helfen, nach einer Operation oder schweren Erkrankung wieder zu Kräften zu kommen.

Ob eine solche Anschluss-Reha sinnvoll ist, entscheiden die Ärzte im Krankenhaus. Damit es nach der Entlassung schnell losgehen kann, sollten Sie Ihre behandelnden Ärzte frühzeitig darauf ansprechen. Der Sozialdienst des Krankenhauses füllt den Antrag für Sie aus. Bevor Sie die Klinik verlassen, fragen Sie am besten nach, ob der Sozialdienst alle Unterlagen beim zuständigen Reha-Träger eingereicht hat.

Achtung: Patienten werden mitunter sehr schnell nach einer Operation entlassen, noch bevor sich der Sozialdienst gemeldet hat. Dann müssen Sie sich oder Ihre Angehörigen dringend selbst kümmern, falls Sie in eine Reha möchten.

Reha ohne vorherigen Klinikaufenthalt

Waren Sie nicht im Krankenhaus oder haben Sie keine Anschluss-Reha bekommen, ist Ihr behandelnder Haus- oder Facharzt der erste Ansprechpartner, wenn Sie eine Reha beantragen wollen. Mit ihm besprechen Sie, ob eine Reha für Sie medizinisch sinnvoll ist und welche Variante – ambulant oder stationär – infrage kommt.

Viele Ärzte haben auch die Formulare vorrätig, die Sie brauchen, um die Reha zu beantragen. Neben dem eigentlichen Reha-Antrag gehört dazu auch ein Selbsteinschätzungsbogen zu Ihrem Gesundheitszustand. Außerdem: ein Befundbericht Ihres Arztes, der ist besonders wichtig. Darin erläutert der Arzt Ihre Krankengeschichte und begründet, warum die Reha aus medizinischer Sicht notwendig ist. Ideal ist es, wenn Ihr Arzt Ihnen auch beim Ausfüllen der restlichen Unterlagen hilft.

Alternativ bekommen Sie den Reha-Antrag von Ihrer Krankenkasse. Auch auf der Website der Rentenversicherung können Sie sich die Formulare herunterladen. Den Vordruck für den Befundbericht des Arztes finden Sie separat auf der Website Ihres zuständigen Rentenversicherungsträgers – dafür gibt es noch kein bundesweit einheitliches Formular.

Klingt kompliziert? Ist es auch. Also holen Sie sich Unterstützung. Neben vielen Ärzten bieten auch Krankenkassen und Beratungsstellen der Rentenversicherung Hilfe beim Ausfüllen der Unterlagen an.

Darf ich die Reha-Klinik selbst auswählen?

Sie haben bei der Reha ein Wunsch- und Wahlrecht (§ 8 SGB IX). Das bedeutet, Sie können der Krankenkasse oder Rentenversicherung mitteilen, in welcher zertifizierten Reha-Einrichtung Sie behandelt werden möchten. Voraussetzung ist, dass Ihre Wunschklinik unter medizinischen Gesichtspunkten geeignet ist, um Ihre Erkrankung zu behandeln. Falls dem so ist, muss der Kostenträger die Reha in der gewünschten Einrichtung genehmigen.

Neben einer besonderen medizinischen Eignung für Ihre Krankheit können auch Lebenssituation, Alter, familiäre Situation und religiöse beziehungsweise weltanschauliche Bedürfnisse ein berechtigter Grund für die Wahl einer Klinik sein. Im Internet gibt es verschiedene Portale, auf denen Sie sortiert nach Krankheitsbild nach geeigneten Reha-Kliniken suchen können.

Ist die Krankenkasse für die Reha zuständig, können Sie grundsätzlich auch eine Reha-Einrichtung wählen, die keinen Vertrag mit der Kasse hat. Zusätzliche Kosten müssen Sie nur dann zahlen, wenn diese unangemessen hoch sind.

Welche Klinik Sie bevorzugen, teilen Sie der Kranken- oder Rentenversicherung in einem formlosen Schreiben mit. Dieses reichen Sie zusammen mit dem Reha-Antrag ein. Dabei sollten Sie möglichst begründen, warum Ihre Wunschklinik zu einer erfolgreichen Reha beitragen würde (besondere Behandlungs- und Therapiemöglichkeiten, Wohnortnähe, kurze Wartezeit oder Ähnliches).

Am besten lassen Sie sich dabei von Ihrem Arzt helfen oder – im Falle einer Anschlussheilbehandlung – vom Sozialdienst des Krankenhauses. Sie können auch unser Musterschreiben für das Wunsch- und Wahlrecht nutzen. Es enthält eine allgemein gehaltene Begründung für den Klinikwunsch.

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Hier können Sie sich unser Musterschreiben für das Wunsch- und Wahlrecht herunterladen:

Wohin schicke ich den Reha-Antrag?

Welcher Sozialversicherungsträger die Reha bewilligen muss, ist unterschiedlich. Für Berufstätige ist in der Regel die gesetzliche Rentenversicherung zuständig, für Rentner meist die gesetzliche Krankenversicherung.

Sie müssen aber keine Angst haben, den Antrag an die falsche Stelle zu schicken. Falls der Träger, den Sie adressiert haben, nicht zuständig ist, muss er Ihre gesamten Unterlagen innerhalb von zwei Wochen an die zuständige Stelle weiterleiten. Ihr Antrag geht also nicht verloren. Es kann allerdings länger dauern, bis er bearbeitet wird.

Falls Sie die Unterlagen an die Rentenversicherung schicken, achten Sie deshalb am besten darauf, dass Sie die für Ihre Region zuständige Stelle auswählen. Welche das ist, können Sie zum Beispiel auf dem Briefkopf Ihrer jüngsten Renteninformation sehen.

Wer übernimmt die Reha-Kosten?

Für eine Rehabilitation zahlen muss entweder Ihre Krankenversicherung oder die Rentenversicherung. Als volljähriger Patient müssen Sie bei einer stationären Reha allerdings bis zu 10 Euro pro Tag zuzahlen.

Ist die gesetzliche Rentenversicherung der Kostenträger, müssen Sie längstens 42 Tage im Jahr zuzahlen, bei einer Anschlussheilbehandlung höchstens 14 Tage lang. Dabei werden alle Tage berücksichtigt, für die Sie im laufenden Jahr bereits für stationäre Aufenthalte sowohl im Krankenhaus als auch in Reha-Kliniken gezahlt haben. Außerdem hängt die Höhe der Zuzahlung von Ihrem Einkommen ab.

Übernimmt die Krankenkasse die Reha, ist die Zuzahlung bei einer Anschluss-Reha auf 28 Tage begrenzt. Die Tage Ihres vorherigen Krankenhausaufenthalts, für die Sie bereits gezahlt haben, werden darauf angerechnet.

Bei ambulanten Reha-Maßnahmen kann es sein, dass Sie sich an Kosten für Heil- und Arzneimittel beteiligen müssen – wie bei anderen medizinischen Behandlungen auch. Haben Ihre Zuzahlungen im laufenden Jahr bereits das Ihnen zumutbare Maß überschritten, können Sie sich von weiteren Zuzahlungen befreien lassen. Wie das funktioniert, lesen Sie im Ratgeber Zuzahlungsbefreiung.

Grundsätzlich bekommen Sie nur alle vier Jahre eine Rehabilitation bezahlt. Dabei ist es unerheblich, ob für die vorherige Reha ein anderer Kostenträger zuständig war. Ausnahmen gibt es, wenn aus medizinischen Gründen schon früher eine erneute Reha dringend notwendig ist.

Wie lange dauert die Entscheidung über den Antrag?

Der Reha-Träger soll innerhalb von drei Wochen nach Eingang der vollständigen Unterlagen über den Antrag entscheiden, das ist im Sozialgesetzbuch festgelegt (§ 14 SGB IX). Ist der erste Empfänger des Reha-Antrags der falsche Ansprechpartner, kommen zwei Wochen für die Weiterleitung an den zuständigen Träger obendrauf. Beauftragt die Versicherung einen Gutachter, gilt ebenfalls eine längere Frist. Die Krankenkassen sind verpflichtet, stichprobenartig von Gutachtern des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung prüfen zu lassen, ob eine Rehabilitation notwendig ist.

Obwohl Reha-Träger einen weitergeleiteten Antrag laut Gesetz nicht nochmal zurückgeben dürfen, kommt das in der Realität vor. Es kann dann zu einem Hin und Her zwischen Krankenkasse und Rentenversicherung kommen.

Kann der Träger die jeweils geltende Frist nicht einhalten, muss er Sie rechtzeitig informieren und die Gründe dafür angeben. Falls er nach zwei Monaten noch nicht über Ihren Antrag entschieden hat, gilt die Reha als genehmigt und Sie können sich die Leistung selbst beschaffen (§ 18 SGB IX). Die Frist von zwei Monaten kann sich in Einzelfällen verlängern, die im Sozialgesetzbuch festgelegt sind. Allerdings muss der Reha-Träger Sie dann vor Ablauf der zwei Monate informieren und begründen, warum sich die Bearbeitung verzögert. Zusätzlich muss er ein exaktes Datum nennen, bis zu dem er entscheidet.

Was tun, wenn die Reha abgelehnt wurde?

Wird Ihr Reha-Antrag abgelehnt, sollten Sie innerhalb von vier Wochen Widerspruch einlegen. Um die Frist zu wahren, reicht zunächst ein formloses Schreiben. Eine ausführliche Begründung des Widerspruchs mit einer Stellungnahme Ihres Arztes sollten Sie dann nachreichen.

Musterschreiben.jpg

Hier können Sie sich unser Musterschreiben für den Widerspruch gegen einen Ablehnungsbescheid herunterladen:

Der Kostenträger begründet in seinem Schreiben, warum er die Reha ablehnt. Auf diese Begründung sollten Sie und Ihr Arzt eingehen und versuchen, sie in der Antwort an den Träger zu entkräften. Auch wenn Krankenkasse oder Rentenversicherung Ihren Wunsch nach Behandlung in einer bestimmten Reha-Klinik ablehnen, können Sie dem widersprechen. Gleiches gilt, wenn Sie Mehrkosten für die Behandlung in Ihrer Wunschklinik übernehmen sollen.

Laut einer Studie des IGES Institut aus dem Jahr 2017 lehnten Krankenkassen 18 Prozent der Anträge auf Vorsorge- und Reha-Maßnahmen ab. Jedoch waren mehr als die Hälfte der Widersprüche gegen die Kassen erfolgreich (rund 53 Prozent). Die Zahlen für die Rentenversicherung sehen ähnlich aus: 2018 lehnte die gesetzliche Rentenversicherung rund 18 Prozent der Anträge auf medizinische Rehabilitation ab. Widersprüche waren in mehr als der Hälfte der Fälle zumindest teilweise erfolgreich (rund 57 Prozent). Lassen Sie sich also nicht entmutigen, wenn zunächst eine Ablehnung kommt.

Unterstützung beim Widerspruch bekommen Sie unter anderem bei Sozialverbänden wie dem SoVD oder dem VdK sowie bei Fachanwälten für Sozialrecht. Falls Sie mit Ihrem Widerspruch keinen Erfolg haben, bleibt Ihnen noch eine Klage vor dem Sozialgericht.

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redaktion@finanztip.de (Finanztip Verbraucherinformation gGmbH) 28.06.2019 11:21:00 +0000
So finden Sie Top-Konditionen für Ihren Baukredit : Immobilienkredit https://www.finanztip.de/baufinanzierung/immobilienkredit/ https://www.finanztip.de/?id=5633So finden Sie Top-Konditionen für Ihren Baukredit
Das Wichtigste in Kürze
  • Einen Immobilienkredit benötigen Sie, wenn Sie ein Haus oder eine Wohnung kaufen wollen und den Kaufpreis nicht aus eigener Tasche bezahlen können oder wollen.
  • Die meisten Immobilienkredite funktionieren wie Ratenkredite. Sie zahlen den Kredit also mit einer festen Monatsrate zurück.
  • Bei Ratenkrediten ist der Zins allerdings bis zur letzten Rate festgelegt, bei Immobilienkrediten dagegen nur für eine bestimmte Zeit, die Zinsbindungsfrist.
  • Immobilienkredite sind besonders günstig, weil die Bank die Immobilie als Sicherheit erhält.
  • Die Kredite gibt es nicht nur bei Banken und Sparkassen, sondern auch bei Bausparkassen und Versicherungen.
So gehen Sie vor
  • Falls Sie noch nicht wissen, welche Kredithöhe Sie sich überhaupt leisten können, sollten Sie zunächst Ihr Budget berechnen. Dabei hilft Ihnen der Finanztip-Hypothekenrechner.

Zum Hypothekenrechner

  • Bevor Sie bei einer Bank einen Immobilienkredit beantragen, sollten Sie sicherstellen, dass der angebotene Zins wirklich günstig ist.
  • Eine erste Einschätzung über die aktuellen Zinsen und günstige Angebote erhalten Sie bei einem der großen Kreditvermittler. Unsere Empfehlungen sind Dr. KleinInterhyp und Planethome.
  • Mit diesen Informationen können Sie dann auch Angebote bei einzelnen Banken (etwa Ihrer Hausbank) einholen und Ihr Finanzierungskonzept weiter anpassen.

Wer eine Wohnung kauft oder ein Haus bauen möchte, benötigt in der Regel einen Immobilienkredit. Verbindliche Zinsen erhalten Verbraucher allerdings erst, wenn sie ausführlich Auskunft zu ihrem Vermögen, ihrem Einkommen und zur Immobilie gemacht haben. An den besten Zins müssen sie sich in mehreren Schritten herantasten.

Immobilienkredite funktionieren meist wie Ratenkredite

Wer schon einmal einen Konsumenten- oder Ratenkredit aufgenommen hat, weiß im Grundsatz auch, wie die meisten Immobilienkredite funktionieren. In der Regel handelt es sich bei Immobilienkrediten um sogenannte Annuitätendarlehen. Bei dieser Kreditform zahlt der Schuldner den Kredit mit einer gleichbleibenden Monatsrate zurück.

Anders als beim Ratenkredit kann sich die monatliche Rate allerdings nach einer vorher festgelegten Zeit ändern: Bank und Kreditnehmer einigen sich zu Beginn auf eine Zeitspanne, für die der Zins (und damit die Monatsrate) feststeht, die sogenannte Zinsbindung. Das können etwa fünf, zehn oder fünfzehn Jahre sein. Hat der Bauherr oder Käufer den Immobilienkredit bis dahin noch nicht zurückgezahlt, müssen die Bank und ihr Kunde sich über die Anschlussfinanzierung einigen.

Nicht immer besteht der Immobilienkredit aber nur aus einem Vertrag. Gerade Bausparkassen bieten Bauherren und Immobilienkäufern häufig statt eines Annuitätendarlehens eine Bauspar-Sofortfinanzierung an.

Die Finanzierung besteht dann aus zwei Verträgen: einem Bausparvertrag, der zunächst aufgefüllt werden muss, und einem endfälligen Darlehen, bei dem zunächst nur Zinsen gezahlt werden. Diese Form des Immobilienkredits ist allerdings meist teurer als ein einfaches Annuitätendarlehen von einer Bank, Sparkasse oder Versicherung. 

Immobilienkredite gibt es fast immer nur für Immobilien

Immobilienkredite vergeben Banken und Bausparkasse meist nur, wenn es um den Kauf oder Bau einer Immobilie oder eine Anschlussfinanzierung geht. Die Immobilie, die der Kreditnehmer kauft oder baut, dient der Bank als Sicherheit für die Zahlungen, die sie in den Folgejahren von ihrem Schuldner erhält.

Um diese Sicherheit zu dokumentieren, schließen die Bank und ihr Kunde einen Vertrag darüber, dass die Bank ihre Ansprüche in das Grundbuch eintragen darf. Mit diesem Grundpfandrecht kann sie notfalls eine Zwangsversteigerung einleiten, wenn der Kunde mit seinen Zahlungen in Rückstand gerät. Das Risiko, dass die Bank bei einem Immobilienkredit am Ende leer ausgeht, ist also meist überschaubar. Deshalb sind Immobilienkredite meist deutlich günstiger als Ratenkredite.

Hat der Kunde den Immobilienkredit erst einmal zurückgezahlt, kann er das eingetragene Grundpfandrecht später aber auch für Kredite nutzen, die nicht unmittelbar mit der Immobilie zusammenhängen, etwa einen Autokauf oder sonstige größere Anschaffungen.

Günstige Immobilienkredite finden Sie beim Vermittler

Günstige Immobilienkredite vergeben sowohl Banken und Sparkassen als auch Versicherungen und Bausparkassen. Welcher dieser Kreditgeber aber gerade die besten Angebote macht, erfahren Sie als Immobilienkäufer und Bauherren erst, wenn Sie Angebote vergleichen.

Am einfachsten geht das über einen der großen Kreditvermittler. Sie sind über eigene Vergleichsprogramme mit einer Vielzahl möglicher Darlehensgeber verbunden und können so individuell und zeitnah herausfinden, wer zu Ihrem Finanzierungsfall den günstigsten Immobilienkredit bietet.

Wir empfehlen die folgenden Anbieter:

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Die großen Vermittler haben zwar einen umfassenden Marktüberblick, sie haben aber nicht alle Banken auf ihren Plattformen. Es kann also stets vorkommen, dass Ihre Hausbank oder eine regionale Sparkasse oder Volksbank vor Ort Ihnen noch ein günstigeres Angebot macht. Wenn Sie sichergehen möchten, auch die letzten Zehntelprozente bei den Zinsen herauszuholen, müssen Sie selbst noch weitere Angebote einholen. Vergleichbar werden die Angebote allerdings erst, wenn Sie sowohl beim Vermittler als auch der regionalen oder Hausbank Angaben zu Ihrem Vermögen, Einkommen und zur Immobilie gemacht haben.

Nicht verlassen sollten Sie sich dagegen darauf, gleich beim ersten Besuch in einer Bankfiliale den besten Zins zu erhalten. Erst wenn die Bank sieht, dass sie sich im Wettbewerb mit anderen Darlehensgebern befindet, räumt sie Ihnen die günstigste Kondition für das aktuelle Zinsniveau ein. An den günstigsten Immobilienkredit müssen Sie sich also schrittweise herantasten.

Immobilienkredit richtig berechnen

Bevor Sie sich mit den Einzelheiten eines Immobilienkredits beschäftigen, sollten Sie berechnen, wie hoch der Kredit überhaupt ausfallen kann. Dabei hilft Ihnen der Finanztip-Hypothekenrechner.

Hypothekenrechner

Wie hoch darf Ihre monatliche Rate sein?

Bedenken Sie bei der monatlichen Rate, dass Sie diesen Betrag über die gesamte Laufzeit aufbringen müssen.

Wie viel Geld haben Sie bereits angespart?

Je mehr Eigenkapital Sie haben, desto mehr darf die Immobilie kosten. Mindestens die Kosten für Makler, Grunderwerbsteuer und Notar sollten Sie selbst aufbringen.

Wann möchten Sie schuldenfrei sein?

Je länger Sie Zeit haben, umso mehr darf die Immobilie kosten. Achten Sie aber darauf, dass Sie bis zum Renteneintritt schuldenfrei sind.

Wo wollen Sie die Immobilie kaufen?

Wir gehen bei der Berechnung davon aus, dass ein Makler beteiligt ist. Ohne Makler können Sie einen entsprechend höheren Betrag finanzieren.

Haben Sie dagegen bereits eine Immobilie gefunden, so sollten Sie für das passende Finanzierungskonzept den Finanztip-Tilgungsrechner nutzen. Sie erhalten so Tipps und Hinweise über die passende Laufzeit, die Zinsbindungsfrist und die Risiken bei der Anschlussfinanzierung.

Weitere wichtige Hinweise zum passenden Immobilienkredit enthält unser Ratgeber Baufinanzierung.

Mehr dazu im Ratgeber Baufinanzierung

  • Mit der passenden Baufinanzierung sparen Häuslebauer schnell Tausende Euro.
  • Unsere Anbieter-Empfehlung: Interhyp, Dr. Klein, Planethome

Zum Ratgeber

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redaktion@finanztip.de (Finanztip Verbraucherinformation gGmbH) 22.05.2019 15:08:00 +0000
Wann sich der Kauf oder der Bau der eigenen Immobilie lohnt : Mieten oder kaufen https://www.finanztip.de/baufinanzierung/mieten-oder-kaufen/ https://www.finanztip.de/?id=3177Wann sich der Kauf oder der Bau der eigenen Immobilie lohnt

Mieten oder kaufen? Steigende Mieten und niedrige Hypothekenzinsen haben in den vergangenen Jahren dafür gesorgt, dass immer mehr Menschen bei der Altersvorsorge als Erstes an Immobilien denken. Gerade Menschen, die zur Miete wohnen, stellen sich diese Frage jeden Monat beim Blick auf den Kontoauszug. Denn die Kosten für die Wohnung verschlingen den größten Teil des Haushaltsbudgets. Da liegt der Gedanke nahe, das Geld nicht an den Vermieter zu überweisen, sondern für den Vermögensaufbau in Form der eigenen vier Wände zu nutzen.

Was Sie vorab bedenken sollten

Die Immobilienpreise in vielen Städten und Regionen Deutschlands sind in den vergangenen Jahren deutlich angestiegen: In den sieben größten Städten haben sich die Preise für Wohnimmobilien zwischen 2010 und Ende 2018 fast verdoppelt. Selbst Menschen mit mittleren und gehobenen Einkommen können ihre Wohnträume nicht mehr verwirklichen. Wer dagegen auf dem Land oder in einer kleineren Stadt noch ein günstiges Angebot findet, stellt sich die Frage, ob sich der Kauf einer Immobilie langfristig rechnet. 

Ob Mieten oder kaufen einer Wohnung oder eines Hauses für Sie besser ist, hängt nicht nur von Ihrer aktuellen Monatsmiete und der Höhe der Immobilienzinsen ab. Vielmehr spielt eine Reihe weiterer Faktoren eine Rolle. Manche – wie die Verzinsung Ihres Eigenkapitals – lassen sich in harten Zahlen ausdrücken, andere sind Ausdruck Ihrer persönlichen Vorlieben und Lebensentscheidungen. Sie sollten also wissen, wo bei einer kurzfristigen Betrachtung die Fallen lauern, und worauf es langfristig bei der Entscheidung „Mieten oder kaufen?“ wirklich ankommt.

Video: Mieter bleiben oder Eigentümer werden?

Das Wichtigste in Kürze
  • Steigende Mieten und niedrige Bauzinsen lassen auch im Jahr 2019 viele Menschen über den Kauf eines Hauses oder einer Wohnung nachdenken.
  • Der Blick auf die Zinsen ist allerdings trügerisch. Ob Mieten oder Kaufen die bessere Lösung ist, hängt von Ihren Lebensplänen und den Immobilien-Preisen beim Kauf und späteren Verkauf der Immobilie ab.
  • Die Finanztip-Analyse zeigt: Wer eine Immobilie kauft, schneidet langfristig besser ab als der Mieter, sofern er nicht zu teuer kauft und die Immobilienpreise weiter steigen oder zumindest stabil bleiben.
  • Ein Mieter steht dagegen nur dann gut da, wenn er seine Einsparungen gegenüber dem Kauf langfristig anlegt, und dabei eine gute Rendite erzielt.
So gehen Sie vor
  • Lassen Sie sich von Immobilienverkäufern, Maklern und Bauträgern nicht einreden, Kaufen sei in jedem Fall besser als Mieten. Tipps, wann Sie besser Mieter bleiben, finden Sie am Ende dieses Ratgebers.
  • Wenn Sie bereits auf Immobiliensuche sind: Berechnen Sie bei jedem Kaufangebot das Kaufpreis-Miete-Verhältnis. Je höher der Faktor, desto unwahrscheinlicher ist es, dass Sie finanziell ein gutes Geschäft machen.
  • Haben Sie ein passendes Angebot gefunden, so lassen Sie sich von einem der großen Kreditvermittler wie Dr. Klein und Interhyp beraten. Alternativ empfehlen wir Planethome.
  • Wenn Sie eine Immobilie kaufen könnten, aber absehbar Mieter bleiben werden, sollten Sie jeglichen Überschuss langfristig und mit guten Renditeaussichten anlegen.

Mieten oder kaufen: Das ist eine Typfrage

Bevor Sie aber auf das Geld schauen, sollten Sie grundsätzlich abwägen, ob Sie sich in den nächsten Jahrzehnten eher als Eigentümer oder als Mieter sehen. Wie unterschiedlich das Grundgefühl beider Gruppen ist, erleben besonders Bewohner von Mehrfamilienhäusern, in denen Eigentümer und Mieter nebeneinander wohnen. Während die einen häufig mit dem Hausgeld und den Kosten für Instandhaltung hadern, bemängeln die anderen zu hohe Nebenkosten, ausbleibende Reparaturen und steigende Mieten.

Auf der anderen Seite verweisen beide Gruppen gern auf die Vorteile, die ihre Position mit sich bringt: Der Eigentümer lebt in dem Selbstverständnis, dass er mit jeder Monatsrate an die Bank auch Vermögen aufbaut. Der Mieter kann dagegen darauf verweisen, dass er mit der Monatsmiete die Nutzung – und Abnutzung – der Wohnung vollständig bezahlt hat. Bei Schäden und Reparaturbedarf muss er sich nicht selbst kümmern, sondern kann den Vermieter oder Verwalter kontaktieren.

Das häufig gehörte Argument, als Eigentümer eines Hauses oder einer Wohnung sei man unabhängiger, stimmt dabei nur zum Teil. Einerseits fällt mit dem Kauf die Abhängigkeit vom Vermieter weg; an dessen Stellen treten andererseits in der Regel die Bank, die Gemeinde und die Nachbarn, mit denen sich ein Eigentümer für die nächsten Jahrzehnte arrangieren muss. Hinzu kommt die Tatsache, dass er sich schlicht ständig auf irgendeine Weise um die Immobilie kümmern muss.

Mehr Flexibilität beim Mieten

Mieter führen dagegen häufig an, dass sie flexibel bleiben wollen oder müssen. Wer etwa aus beruflichen Gründen in den nächsten Jahren mit einem Umzug in eine andere Stadt rechnen muss, benötigt diese Flexibilität. Denn wie der Vermögensvergleich zeigt, ist ein Wiederverkauf nach wenigen Jahren zumeist ein schlechtes Geschäft.

Allerdings sind Sie auch als Mieter in vielen Städten inzwischen nicht mehr so flexibel wie in der Vergangenheit: Die Angebotsmieten liegen trotz Mietpreisbremse deutlich über dem Mietspiegel. Wer also umziehen möchte, muss mit deutlich höheren Mieten kalkulieren.

Die Entscheidung über das Mieten oder Kaufen ist also ein Stück weit eine Typfrage, und Sie sollten genau überlegen, was besser zu Ihnen und Ihren Plänen passt. Bei dieser Bauchentscheidung sollten Sie den Kopf, also den kurzfristigen und langfristigen Blick auf die Finanzen, aber keinesfalls außer Acht lassen.

Kaufen-oder-Mieten

Der Vergleich von Miete und Bankrate ist trügerisch

Wer zur Miete wohnt und sich für den Kauf eines Hauses oder einer Wohnung interessiert, schaut zumeist als Erstes auf seine monatlichen Mietausgaben und vergleicht diese mit einer möglichen Darlehensrate nach einem Kauf. Die einfache Überlegung: Wenn die Monatsrate für die Bank nicht höher ist als die bisherige Miete, lohnt es sich zu kaufen,

Allerdings greift diese Regel viel zu kurz. Denn sowohl die Monatsmiete als auch die Rate für die Bank sind nur eine Momentaufnahme. Eine Baufinanzierung läuft in der Regel über mehrere Jahrzehnte. Welche Lösung langfristig besser ist, hängt also nicht nur von den aktuellen Mieten, Kaufpreisen und Zinsen ab, sondern auch von deren Entwicklung in den kommenden Jahrzehnten.

Zinsen sinken, Nachfrage steigt

Trotzdem haben die sinkenden Zinsen seit der Finanzkrise 2008 dazu geführt, dass die Nachfrage nach Immobilien in Deutschland gestiegen ist. Davon profitieren in erster Linie die Verkäufer der Immobilien und alle, die an dem Geschäft selbst verdienen: Makler, Bauträger, Projektentwickler und Banken. Die Käufer zahlen dagegen deutlich höhere Preise, haben entsprechend höhere Schulden und tragen das Risiko wieder steigender Zinsen – mit dem entsprechenden Rückgang der Nachfrage. Dieser Rückgang wiederum kann perspektivisch den Wert der Immobilie drücken.

Die niedrigen Zinsen führen zudem dazu, dass sich Mieten und Kaufpreise auseinanderentwickeln: Mieter denken eher darüber nach, bei einem Wohnungswechsel gleich zu kaufen. Die Mieten steigen dann langsamer als die Kaufpreise. Statt also Mietzahlungen und mögliche Darlehensraten zu vergleichen, sollten Sie vielmehr Mieten und Kaufpreise miteinander vergleichen. Denn das Verhältnis von Jahreskaltmieten mit den angebotenen Kaufpreisen ist ein guter Gradmesser für das Preisniveau in einer bestimmten Stadt oder Region.

Berechnen Sie das Kaufpreis-Miete-Verhältnis

Wer als Mieter mit dem Gedanken spielt, ein Haus oder eine Wohnung zu kaufen, hat meist eine klare Vorstellung davon, in welcher Stadt die Immobilie liegen soll. In größeren Städten suchen Interessenten meist sogar nur in bestimmten Stadtteilen, die sie entweder bereits kennen oder für attraktiv halten. Entsprechend groß sind die Unterschiede sowohl bei den Mieten als auch bei den Kaufpreisen.

Wenn Sie einschätzen möchten, ob Kaufen oder Mieten in Ihrer Wunschregion oder Ihrem Wunschviertel günstiger ist, sollten Sie also zunächst darauf achten, dass Sie für beide Wege möglichst identische Häuser oder Wohnungen vergleichen: gleiche Wohnfläche, gleiches Alter, gleiches Niveau bei der Ausstattung und so weiter. Wenn Sie sich bereits für eine bestimmte Immobilien interessieren, kennen Sie ja bereits den Kaufpreis – und benötigen dann noch eine Angabe zur Miete.

Achten Sie darauf, dass Sie für einen Vergleich mit einer aktuellen Angebotsmiete für eine vergleichbare Immobilie rechnen und nicht etwa mit Zahlen aus den vergangenen Jahren. Wichtig ist die Kaltmiete, die ein Mieter zahlen müsste, also die Miete ohne alle Neben- oder Betriebskosten. Teilen Sie dann den angebotenen Kaufpreis durch die Jahreskaltmiete für die Immobilie.

Beispiel: Eine Wohnung mit 100 Quadratmetern Wohnfläche wird für 240.000 Euro angeboten. Die Kaltmiete beträgt 10 Euro pro Quadratmeter. Das ergibt eine Kaltmiete von 1.000 Euro pro Monat. Die Jahreskaltmiete beträgt dann 12.000 Euro. Der Kaufpreis beträgt das 20-fache der Miete. Bei einem Kaufpreis von 300.000 Euro läge der Faktor dagegen bei 25. Dies gilt auch für den Fall, dass der Kaufpreis 240.000 Euro beträgt, die erzielbare Miete aber nur 8 Euro pro Quadratmeter.

Als Faustregel gilt dann: Bis zum Faktor 20 sind die Kaufpreise im Vergleich zur Miete relativ günstig, ab 25 relativ teuer.

Vergleich mit Rendite anderer Anlagen

Hintergrund dieser Faustregel ist die Bedeutung des Kaufpreis-Miete-Verhältnisses für Kapitalanleger. Wer eine Wohnung als Geldanlage kauft, vergleicht die erzielbaren Überschüsse mit der Rendite anderer Anlageformen. Das Kaufpreis-Miete-Verhältnis ist nichts anderes als der Kehrwert der Bruttomietrendite. Mit dieser berechnet der Kapitalanleger, wie viel die Immobilie pro Jahr vor Kosten abwirft. Eine Jahresmiete von 12.000 Euro bei einem Kaufpreis von 240.000 Euro (Faktor 20) entspricht dann einer Bruttomietrendite von 5 Prozent, ein Faktor von 25 dagegen einer Bruttomietrendite von 4 Prozent. Bezieht der Kapitalanleger noch die Kaufnebenkosten und laufende Ausgaben für Verwaltung und Instandhaltung in seine Rechnung ein, sinkt diese anfängliche Mietrendite. Je höher also der Faktor, desto geringer ist die Mietrendite – und umso eher wird der Kapitalanleger abwinken. Und so sollten Sie es auch halten, wenn Sie überlegen, selbst in das Haus oder die Wohnung einzuziehen.

Kurzfristig ermöglicht Ihnen das Kaufpreis-Miete-Verhältnis eine erste Einschätzung darüber, ob ein Kaufpreis eher günstig oder überzogen ist. Trotzdem ist eine günstig erworbene Immobilie keine Garantie dafür, dass Sie langfristig besser fahren, wenn Sie kaufen. Stattdessen müssen Sie Ihren Blick darauf richten, wann Sie nach Jahrzehnten das größere Vermögen haben – ob Sie Mieter bleiben oder auf die Seite der Eigentümer wechseln.

Stadt und Land entwickeln sich unterschiedlich

Selbst wenn Sie Ihre Immobilie günstig kaufen, so ist diese Situation nur eine Momentaufnahme. Für die Entscheidung über Mieten oder Kaufen sollten Sie auch einen Blick in die Zukunft wagen. Mittel- und langfristig wird sich die Situation auf dem Wohnungsmarkt verändern: Mit den steigenden Immobilienpreisen in den Städten wird dort auch die Bautätigkeit zunehmen – und damit das Angebot.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Entwicklung der Bevölkerung. Weniger Menschen benötigen auch weniger Wohnraum. Auch ein steigendes Durchschnittsalter wirkt sich auf die Wohnungsnachfrage aus. Bereits heute geben viele ältere Menschen ihre großen Wohnungen zugunsten kleinerer Einheiten oder neuer Wohnformen auf.

Regionale Unterschiede nehmen zu

Zwar lässt sich die genaue Entwicklung noch nicht voraussagen, aber es zeichnet sich doch bereits ab, dass sich in den kommenden Jahrzehnten die Unterschiede zwischen den einzelnen Städten und Regionen noch verstärken werden: Dynamischen Regionen mit vielen Zuzügen werden Städte und Regionen mit stark sinkender Bevölkerung gegenüberstehen, zeigt eine Analyse der Bertelsmann-Stiftung. Daraus ergeben sich unterschiedliche Perspektiven beim Wiederverkauf einer Immobilie nach 10, 20 oder gar 30 Jahren.

In den attraktiven Regionen dürften Immobilien zumindest ihren Nominalwert behalten, selbst wenn die Bautätigkeit – und damit das Angebot – zunimmt. In vielen schrumpfenden Regionen kann es dagegen sein, dass sich in Zukunft ältere Immobilien nicht mehr verkaufen lassen. Gerade falls Sie überlegen, in einer ländlichen Region ein Haus oder eine Wohnung zu kaufen, sollten Sie sich daher die Frage stellen: Wird es in dieser Gegend in 20 oder 30 Jahren Menschen geben, die meine Immobilie dann kaufen werden?

Der langfristige Vermögensvergleich zählt

Beim langfristigen Vermögensvergleich von Mieter und Käufer gerät der Käufer zunächst in Rückstand: Wer eine Immobilie finanziert, benötigt Eigenkapital. Beim Kauf werden als Erstes Grunderwerbssteuer und Notarkosten fällig. Dazu kommt in vielen Fällen die Courtage des Maklers. Diese Anschaffungsnebenkosten liegen je nach Bundesland und Maklerbeteiligung insgesamt zwischen 5 und 15 Prozent. Diese Ausgaben muss der Käufer mit vorhandenem Geld bestreiten. Beim Mieter in der gleichen Ausgangslage bleibt dieses Guthaben dagegen erhalten.

Zusätzlich zu den Nebenkosten für den Kauf benötigt der Käufer weiteres Eigenkapital für die Finanzierung. Ideal ist ein Anteil von etwa 20 Prozent. Auch mit einem geringeren Anteil erhält der Käufer einen Baukredit, allerdings verlangt die Bank dann einen höheren Zinssatz. Diesen zweiten Teil seines Eigenkapitals wandelt der Käufer also sofort in Immobilienvermögen um. Der Rest des Hauses oder der Wohnung gehört im Grunde erst einmal der Bank. Erst mit den Tilgungszahlungen der nächsten Jahre und Jahrzehnte sinkt die Restschuld, und das Vermögen des Käufers steigt nach und nach an. Der Mieter wiederum behält sein Guthaben und kann es langfristig am Kapitalmarkt anlegen.

Nutzung versus Tilgung und Instandhaltung

Sowohl der Mieter als auch der Käufer verwendet in den kommenden Jahrzehnten einen großen Teil seines Einkommens für das Thema Wohnen: Während es bei Betriebs- und Heizkosten keine Unterschiede geben sollte, zahlt der Mieter für die Nutzung der Wohnung, während der Käufer eine Monatsrate aus Zins und Tilgung an die Bank überweist. Dazu kommen beim Käufer Kosten für die Instandhaltung.

Vergleichbar werden die beiden Wege allerdings nur dann, wenn auf beiden Seiten gleiche Ausgaben stehen. Liegen die Ausgaben des Mieters also unter denen des Käufers, so legt der Mieter diese Überschuss langfristig an und baut damit Vermögen auf. Zahlt er mehr, so muss er auf sein Guthaben zurückgreifen.

Die Entwicklung der Preise bestimmt das Ergebnis

Wie der Vergleich zu einem bestimmten Zeitpunkt – etwa zum Renteneintritt – ausgeht, hängt vor allem von der Entwicklung der Preise ab: der Preise für die Überlassung von Wohnraum (Miete), für die Überlassung von Baugeld (Zins) und für die Instandhaltung von Haus oder Wohnung. Dazu kommen die Preise von Grundstücken und von Wohnraum, denn sie bestimmen den Wert der Immobilie – und damit das Vermögen des Käufers. Das Vermögen des Mieters hängt dagegen von der Rendite seiner Geldanlage ab.

Die einzelnen Preise beeinflussen sich nicht nur gegenseitig, sondern hängen auch noch von weiteren Faktoren ab. So verringert etwa eine geringere Kinderzahl langfristig die Nachfrage nach Wohnraum, Zuwanderung vergrößert sie dagegen. Je länger der Zeitraum, desto schwieriger ist es, solche Entwicklungen vorauszusehen und die richtigen Annahmen zu treffen.

Ein Beispiel für den Vermögensvergleich: Damit Sie sich davon trotzdem eine Vorstellung machen können, zeigen wir die mögliche Vermögensentwicklung von Mietern und Käufern an einem Beispiel. Wir gehen in unserer Berechnung davon aus, dass ein Paar die Wohnung wechselt und nach einem Blick auf die Immobilienportale vor der Entscheidung steht, entweder wieder in eine Mietwohnung zu ziehen oder direkt eine Eigentumswohnung zu kaufen. Für die Entwicklung der Bauzinsen gehen wir - angesichts der derzeitigen Niedrigzinsphase - von einem moderaten Zinsanstieg in den nächsten 20 Jahren aus.

Grunddaten für den Vermögensvergleich

Angebotspreis Wohnung 320.000 €
Kaufpreis nach Verhandeln 300.000 €
Wohnfläche 100 qm
Kaltmiete 1000 €
Kaufpreis-Miete-Verhältnis 25
Eigenkapital 75.000 €
Zinssatz der Baufinanzierung 2 %
anfänglicher Tilgungssatz 2 %
Instandhaltung 1,5 €/qm pro Monat
Anstieg Instandhaltung 1 % im Jahr
Zinsentwicklung Baufinanzierung anfangs 2 %, nach 10 Jahren 3%, nach 20 Jahren 3,5 %
Zinsentwicklung Geldanlage anfangs 1 % oder 5 %, Anstiege: nach 10 Jahren +1%, nach 20 Jahren: +0,5 %

 

Der Kaufpreis liegt also beim 25-Fachen der Jahreskaltmiete, und es fallen vergleichsweise hohe Nebenkosten an, weil in diesem Beispiel allein der Makler - so wie in Berlin oder Brandenburg üblich - 7 Prozent erhält. Grundsätzlich liegen die Nebenkosten beim Immobilienerwerb zwischen 5 und 15 Prozent des Kaufpreises.

Die nachfolgenden Szenarien machen deutlich, wie sich unterschiedliche Verläufe bei der Wertentwicklung, dem Mietanstieg und der Geldanlage des Mieters langfristig auswirken.

Fünf Szenarien für den Vermögensvergleich

Nr. Szenario

Wertentwicklung

Wohnung

pro Jahr

Anstieg

der

Mieten

pro Jahr

Rendite der

Geldanlage

(zu Anfang,

vor Steuern)

Wer liegt

vorn?

1 gängige Annahmen + 1 % + 1 % + 1 % Käufer
2 keine Wertsteigerung bei Immobilien +/- 0 % +/- 0 % + 1 % Käufer
3 bessere Rendite bei der Geldanlage + 1 % + 1 % + 5 % Käufer
4 niedrigere Ausgangsmiete (von 8 Euro) + 1 % + 1 % + 5 % Mieter
5 Abbruch nach 5 Jahren +/- 0 % +/- 0 % + 1 % Mieter

Unter den gängigen Annahmen gewinnt rasch der Käufer

Geht man nun davon aus, dass die Immobilienpreise und Mieten in den nächsten Jahren weiter steigen (mit jeweils 1 Prozent pro Jahr), die Bauzinsen nur moderat ansteigen (nach zehn Jahren auf 3 Prozent, wieder zehn Jahre später auf 3,5 Prozent) und sich bei der Geldanlage kaum Rendite erzielen lässt (anfänglicher Guthabenzins: 1 Prozent, nach 10 Jahren: 2 Prozent, nach 20 Jahren: 2,5%), so liegt der Käufer bereits nach weniger als zehn Jahren beim Vermögensvergleich vorn.

Vermoegensentwicklung_im_Laufe_der_Jahre_1

In diesem Szenario gelingt es dem Mieter also nicht, Vermögen aufzubauen – im Gegenteil: Wenn der Käufer seine Wohnung abbezahlt hat, zehrt die fortlaufende Mietzahlung beim Mieter dessen Vermögen auf. Der Käufer profitiert also davon, dass er im Alter mietfrei wohnt.

Dieses Szenario scheint zurzeit das vorherrschende zu sein – und es befeuert die Nachfrage nach Immobilien in Deutschland. Eine ganze Branche profitiert davon: Hausverkäufer, Makler und Projektentwickler wollen ein Geschäft abschließen. Und auch die Banken und Bausparkassen haben zwar Vorgaben für die Prüfung der Kreditwürdigkeit, innerhalb dieses Rahmens wollen sie aber Kredite vergeben.

Was aber, wenn in Zukunft die Nachfrage nach Immobilien sinkt oder die jetzt bestehende hohe Nachfrage dazu führt, dass kontinuierliche neue Wohnungen auf den Markt kommen?

Ohne Wertentwicklung der Immobilie holte der Mieter auf 

Eine Wohnung, die 10 oder 20 Jahre genutzt wurde, hat meist nicht mehr denselben Wert wie beim Erstbezug. Dazu muss die Nachfrage insgesamt schon deutlich gestiegen sein – und das Angebot an Immobilien entsprechend knapp.

Bereits wenn die Immobilienpreise und Mieten sich nicht ändern, holt der Mieter gegenüber dem Käufer deutlich auf: Der Käufer überholt ihn später, und der Mieter baut immerhin auch Vermögen auf.

Sinken die Immobilienpreise dagegen (auch nur mäßig), so bleibt der Mieter lange Zeit vorn.

Vermoegensentwicklung_im_Laufe_der_Jahre_2

Bessere Rendite ermöglicht Vermögensaufbau

Eine der wichtigsten Entscheidungen des Mieters ist die Form seiner Geldanlage. Bleibt er beim Sparen auf Tagesgeld- oder Festgeldkonten, so kann er nur hoffen, dass wenigstens die Mieten nicht steigen. Setzt er dagegen auf eine langfristige Anlage in Wertpapieren und erzielt damit eine höhere Rendite, so steigt auch sein Vermögen kontinuierlich an. Bei einer Rendite von 5 Prozent vor Steuern und gleichen Anstiegen wie bei den Bauzinsen liegt er lange Zeit vorn und kann aus den Erträgen seiner Geldanlage im Alter seine Miete bezahlen.

Vermoegensentwicklung_im_Laufe_der_Jahre_3

Auch der Mieter kann langfristig vorn liegen

Der Mieter kann selbst bei einem Anstieg der Immobilienpreise und Mieten langfristig vorn liegen, insbesondere wenn er gerade günstig zur Miete wohnt oder der Käufer einen überzogenen Kaufpreis zahlt.

Liegt etwa die Ausgangsmiete nicht bei 1.000 Euro pro Monat, sondern bei 800 Euro, so liegt das Kaufpreis-Miete-Verhältnis bei mehr als 31. Mit einer Anfangsrendite von 5 Prozent vor Steuern bei der Geldanlage hat der Mieter wie gehabt die Nase vorn und wird auch nicht mehr eingeholt.

Vermoegensentwicklung_im_Laufe_der_Jahre-Szenario_4

Ein Verkauf nach wenigen Jahren bringt fast immer Verluste

Es gibt eine Reihe von Lebenssituationen, bei denen das Einkommen sinkt und Eigentümer von Immobilien ihre monatliche Rate an die Bank nicht mehr aufbringen können. Trennung, Arbeitslosigkeit oder Krankheit sind meistens nicht vorhersehbar, können aber zum zwangsweisen Verkauf der Immobilie führen. In anderen Fällen verlegt der Arbeitgeber plötzlich seinen Sitz – und der Hausbesitzer steht vor der Entscheidung, sich einen anderen Arbeitsplatz zu suchen oder umzuziehen. Oder jemand kommt nach einigen Jahren selbst auf den Gedanken, sich beruflich verändern zu wollen.

Ergeben sich in den ersten Jahren und Jahrzehnten nach dem Kauf solche Änderungen, wird die selbst genutzte Immobilie in der Regel zum Verlustgeschäft: Die Anschaffungsnebenkosten wirken sich besonders stark aus – und ein kurzfristiger Verkauf drückt in der Regel den Kaufpreis.

In unserem Modellfall ergibt sich bei einem Verkauf nach fünf Jahren selbst ohne Wertverlust ein Vorteil des Mieters von knapp 23.000 Euro.

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Fazit: Kaufen hat Vorteile, aber auch der Mieter kann vorne liegen

Beim Kauf einer Immobilie geht es ums Geld, aber auch um Gefühle. So ist etwa die Unabhängigkeit vom Vermieter für viele Menschen ein wichtiger Grund, vom Mieter zum Eigentümer zu werden. Solche Gründe sind berechtigt und verständlich, sie sollten allerdings die finanziellen Aspekte nicht komplett überlagern. Wer etwa zu teuer einkauft, riskiert, langfristig viel Geld zu verlieren. Wer aber zu einem guten Preis vom Mieter zum Käufer wird, hat den Vorteil, dass er automatisch für die Altersvorsorge spart.

Als Mieter müssen Sie dagegen einige Entscheidungen treffen, damit der Vermögensaufbau gelingt: Gerade wenn Sie noch günstig zur Miete wohnen, sollten Sie so bald wie möglich anfangen zu sparen. Und: Sie sollten das Geld nicht langfristig auf Sparkonten liegen lassen, sondern langfristig und renditeorientiert anlegen. Die Geldanlage wird dann allerdings im Wert schwanken – auch das müssen Sie aushalten.

Wer allerdings so vorgeht, kann auch als Mieter langfristig Vermögen aufbauen, in manchen Szenarien sogar ein höheres als beim Immobilienkauf. Insbesondere vermeidet er, den Großteil seines Vermögens in nur einer einzelnen Geldanlage zu halten. Denn sinkt die Immobilie im Wert, weil es etwa in der Wohngegend in einigen Jahrzehnten keine Nachfrage nach Wohnungen oder Häusern gibt, so trifft den Eigentümer diese Entwicklung besonders hart. Eine Immobilie ist also keineswegs eine risikofreie Geldanlage.

Und schließlich: Wenn Sie bereits absehen können, dass Sie beruflich häufiger umziehen werden, sollten Sie sich nicht länger mit der Kaufvariante beschäftigen. Immer wenn Sie das Immobilienprojekt wieder abbrechen müssen, schlagen die Anfangskosten zu Buche – und Sie machen in der Regel kein gutes Geschäft.

Gleiches gilt auch, wenn Sie die Immobilienfinanzierung wegen Krankheit, Scheidung oder Arbeitslosigkeit abbrechen müssen.

Bevor Sie sich intensiver mit dem Thema Immobilienkauf beschäftigen, sollten Sie in jedem Fall Ihr Budget realistisch einschätzen. Dabei hilft Ihnen der Finanztip-Hypothekenrechner.

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Abschließend noch einmal die wichtigsten Faktoren im Überblick:

Sie sollten kaufen, wenn… Sie sollten Mieter bleiben, wenn…
…Sie langfristig an einem Ort bleiben möchten. …Sie eher flexibel bleiben möchten oder müssen.
…Sie die finanzielle Belastung einer Immobilie gut ertragen können …Sie mit Schulden eher schlecht schlafen würden.
…Sie sich gern um Ihre Immobilie kümmern möchten. …Sie Ihre Wohnung einfach nutzen möchten.
…Sie bereit sind, unerwartete Ausgaben für Reparaturen zu tragen. …Sie keine unerwarteten Ausgaben haben möchten.
…Sie ein günstiges Objekt gefunden haben. …es in Ihrer Stadt bereits keine günstigen Objekte mehr gibt.
…Sie ansonsten nicht ergänzend zur gesetzlichen Rente für das Alter vorsorgen würden. …Sie auch ohne Immobilie diszipliniert Geld fürs Alter zurücklegen.
…Sie nicht an die Chancen des Aktienmarktes glauben. …Sie bereit sind, Ihre Rücklagen langfristig am Aktienmarkt zu investieren.
…Sie verstanden haben, dass eine Immobilie nicht automatisch wertstabil ist. …Sie Ihr Vermögen lieber aufteilen möchten, anstatt es in einen einzelnen Vermögensgegenstand zu investieren.

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redaktion@finanztip.de (Finanztip Verbraucherinformation gGmbH) 22.05.2019 14:34:00 +0000
Bausparverträge vom Finanzdienstleister : Wüstenrot Bausparkasse https://www.finanztip.de/bausparvertrag/wuestenrot-bausparvertrag/ https://www.finanztip.de/?id=3603Bausparverträge vom Finanzdienstleister
Das Wichtigste in Kürze
  • Die Wüstenrot Bausparkasse hat in Deutschland mehr als drei Millionen Kunden.
  • Das Unternehmen verkauft seine Verträge mit Hilfe eigener Vertreter, über große Banken und Versicherungen sowie über freie Finanzvermittler.
  • Bausparverträge werden zurzeit besonders niedrig verzinst. Gleichzeitig verlangen die Bausparkassen hohe Abschluss- und Kontogebühren. Bei der Bausparkasse Wüstenrot wird zusätzlich eine Darlehensgebühr fällig.
  • Liegt Ihnen ein Angebot der Wüstenrot Bausparkasse vor, sollten Sie sich zwei Fragen stellen: Erstens, ist ein Bausparvertrag in dieser Situation das passende Produkt? Zweitens, macht Wüstenrot das beste Angebot aller Bausparkassen?
  • Die Wüstenrot Bausparkasse ist derzeit keine Empfehlung bei den von uns getesteten Bausparverträgen für Jugendliche und Bausparverträgen für Modernisierung.

Wer eine Übersicht über die Bausparverträge von Wüstenrot sucht, muss auf deren Website etwas suchen, bevor er fündig wird. Denn dort hat sich die Bausparkasse weitgehend von der klassischen Bausparwerbung verabschiedet. Dabei sind es gerade solche Informationen, die der Kunde für seine Entscheidung zum Vertragsabschluss benötigt.

Die Wüstenrot vertraut auf Berater und Kooperationspartner

Die Bausparkasse Wüstenrot informiert zukünftige Kunden natürlich auch online über ihr Angebot. Sobald das Interesse konkreter wird, fragt das das Unternehmen allerdings nach der Postleitzahl und empfiehlt, Kontakt zu einem ihrer Vertreter aufzunehmen. Sprich: Die Wüstenrot Bausparkasse setzt beim Vertrieb ihrer Produkte vor allem auf ihren Außendienst aus mehr als 3.000 selbstständigen Beratern.

Darüber hinaus kooperiert die Bausparkasse mit großen Privatbanken und Versicherungsunternehmen, die das Bauspargeschäft nicht selbst betreiben können oder wollen. So bieten die Commerzbank, Hypovereinsbank, Oldenburgische Landesbank und Santander ihren Kunden Bausparverträge von Wüstenrot an. Gleiches gilt für die Versicherer Allianz und Ergo. Dazu kommen freie Finanzvermittler. Über dieses flächendeckende Netz an Vertriebsstellen hat die Wüstenrot Bausparkasse inzwischen mehr als drei Millionen Kunden gewonnen.

In den meisten dieser Verkaufsstellen können die Kunden die Bausparverträge von Wüstenrot nicht mit den Angeboten anderer Bausparkassen vergleichen. Aber gerade dieser Vergleich wäre wichtig, denn zwischen den Angeboten kann es große Unterschiede geben.

Aus Bauspar-Tarifen wurden Wohnsparen-Tarife

Bausparverträge mit mittleren Bausparsummen von 40.000 oder 50.000 Euro dienen heute eher für Umbauten und Modernisierungen als für Erstfinanzierungen. Bei ihren Tarifen spricht die Wüstenrot Bausparkasse daher nicht mehr von „Bausparen“, sondern von „Wohnsparen“. Die jüngste Tarifgeneration stammt aus dem September 2018. Die Bausparkasse Wüstenrot bietet ihren Kunden insgesamt fünf Bauspartarife an, zwei davon können als Wohn-Riester (also mit Riester-Förderung) abgeschlossen werden.

Die Sparguthaben ihrer Kunden verzinst Wüstenrot in diesen neuen Tarifen regulär mit mageren 0,01 bis 0,2 Prozent. Die tariflichen Hypothekenzinsen bei den Bauspardarlehen liegen zwischen 1 und 2,5 Prozent. Unter Einrechnung der Kosten ergeben sich allerdings deutlich höhere effektive Jahreszinsen. Sie liegen zwischen 2,01 bis zu 3,6 Prozent.

Tarife der Wüstenrot: Wohnsparen und Wohn-Riester sind teuer

 

Kompakt

Komfort

Premium

Spezial

Trend

Riester-Förderung möglich nein nein ja nein ja
Guthabenzinssatz (nur Garantie) 0,2 % 0,1 % 0,1 % 0,01 % 0,2 % (Sonderzins möglich)
Mindest-Bausparsumme 10.000 € 30.000 € 50.000 € 250.000 € 10.000 €

Mindestspar-guthaben

(in % der Bausparsumme)

50 % 40 % 40 %/30 % 40 % 40 %
Abschlussgebühr (in % der Bausparsumme) 1 % 1 % 1 % 1 % 1 %
Kontogebühr
(normal/Riester-Variante)
15 € 15 € 15 €/20 € keine 15 €/20 €
Darlehensphase          
Darlehensgebühr / Agio (in %) 2 % 2 % 2 % keine 2 %
Sollzins gebunden (in % pro Jahr) 1,75 % 1 bis 2,5 % 1,25 bis 2,25 % 1,6 % abhängig vom Guthabenzins
max. Tilgungsdauer (Jahre/Monate) 9/5 5/4 bis 15/7 14/1 bis 18/4 12/5 abhängig vom Sollzins

Quelle: Wüstenrot Bausparkasse, (Stand: 16. Mai 2019)

Die Übersicht über die Tarife von Wüstenrot zeigt das grundsätzliche Problem des Bausparens in Zeiten niedriger Zinsen: Während die Guthabenzinsen in den letzten Jahren immer mehr gesunken sind, sind die Kosten der Verträge gleich geblieben oder sogar gestiegen. Dies führt dazu, dass der Vertrag an sich ein Minusgeschäft für die Kunden ist. Allein die staatliche Förderung in Form von der Wohnungsbauprämie oder von Wohn-Riester wiegt die Kosten wieder auf. Wie stark die Kosten die Beiträge der Sparer reduzieren, zeigt ein näherer Blick auf das Bausparkonto.

Vom Bausparkonto gehen hohe Kosten ab

Die Guthabenzinsen liegen bei den aktuellen Bauverträgen der Wüstenrot Bausparkasse bei gerade einmal 0,1 bis 0,2 Prozent pro Jahr. Auf der anderen Seite verlangt das Unternehmen eine Abschlussgebühr von 1 Prozent der Bausparsumme und zusätzlich in der Sparphase eine Vertragsgebühr von 15 beziehungsweise 20 Euro pro Jahr. Bis zur Auszahlung des Guthabens oder des Baukredits zahlt der Kunde ordentlich drauf:

Beispielrechnung für einen Bausparvertrag in der Sparphase, Tarif Wohnsparen Komfort, Monatsbeitrag: 196 Euro, Bausparsumme 40.000 Euro, keine Bausparförderung (Angaben in Euro):

Anspardauer

8 Jahre

Einzahlungen

18.816 €

Guthaben am Ende
der Sparphase

18.273 €

Verlust in der Ansparphase

543 €

Weitere Kosten für Darlehen
/ Agio

434 €

Höhe
Baukredit

21.727 €

Zinssätze Darlehen

1,0 % Sollzins, aber

2,38 % effektiv


Quelle: Bausparkasse Wüstenrot (Stand Bausparberechnung: 16. Mai 2019)

Wegen der Abschlussgebühr von 400 Euro und der jährlichen Gebühr von 15 Euro bleibt das Guthaben bis zum Ende der Sparphase immer hinter den Einzahlungen zurück. Am Ende fehlen dem Kunden 543 Euro. Wenn er den Baukredit beantragt, werden noch einmal 434 Euro fällig. Der Baukredit von knapp 22.000 Euro ist also teuer erkauft.

Für den Kunden ist diese Entwicklung nicht offensichtlich. Er wird stattdessen mit Einrichtungstipps und bunten Bildern unterhalten. Wer dann etwa wissen möchte, wie sich ein Wüstenrot-Bausparvertrag entwickelt, muss sich zunächst an einen Berater wenden oder online bereits seine persönlichen Daten und die Kontoverbindung eingeben. Erst dann erstellt Wüstenrot eine Bausparberechnung mit Spar- und Tilgungsplan.

Nicht alle Kunden erhalten die Bausparförderung

Wie alle Bausparkassen verweist Wüstenrot bei jeder Gelegenheit auf die staatliche Bausparförderung und die Riester-Förderung. Weniger deutlich wird allerdings, dass der Staat sowohl die Arbeitnehmersparzulage als auch die Wohnungsbauprämie nur bis zu einer gewissen Einkommenshöhe zahlt. Außerdem ist die Förderung überschaubar. So erhält ein Single gerade einmal 45 Euro pro Jahr an Wohnungsbauprämie. Wer vor der Entscheidung steht, einen Bausparvertrag abzuschließen, sollte also vorab prüfen, ob er die Förderung überhaupt erhält.

Besser Tagesgeld und ein Baukredit von der Bank

Mit den aktuellen Tarifen der Wüstenrot Bausparkasse erhält der Kunde also zunächst einen Sparvertrag, für den er fast keine Zinsen bekommt, aber hohe Gebühren zahlen muss. Dafür gibt es dann in einigen Jahren einen Baukredit zu einem festgelegten Zinssatz. Ob sich dieses Geschäft insgesamt lohnt, hängt davon ab, wie sich die Bauzinsen aktuell in dieser Zeit entwickeln. Wie der Vergleich Bausparvertrag und Tagesgeld zeigt, müssten die Hypothekenzinsen in den nächsten Jahren deutlich steigen, damit der Bausparer über die gesamte Laufzeit weniger zahlt als bei einer Kombination aus Tagesgeld und normalem Baukredit.

Besonders stark fallen diese Nachteile zumeist bei der Bauspar-Sofortfinanzierung ins Gewicht. Denn dann schließt der Kunde für den zeitnahen Kauf oder Bau einer Immobilie gleichzeitig ein Baudarlehen und einen Bausparvertrag ab. Entsprechend hoch sind die Bausparsumme und die Kosten. Über lange Jahre verliert der Kunde also Geld mit seinem Sparvertrag und zahlt gleichzeitig Zinsen für den Baukredit.

Vorteilhaft in wenigen Situationen

Auch wenn der Bausparvertrag in vielen Situationen nicht das passende Produkt ist, so bietet er doch in einigen wenigen Situationen Vorteile. Junge Menschen profitieren bei einem Bausparvertrag für junge Leute von der staatlichen Förderung und Aktionsangeboten der Bausparkassen. Für Immobilienbesitzer kann ein Bausparvertrag für Modernisierungen attraktiv sein. Und wer ohnehin den Bau oder Kauf einer Immobilie plant, sollte sich Riester-Bausparverträge näher anschauen. Bei keinem dieser Verträge ist die Schwäbisch Hall jedoch bisher eine Finanztip-Empfehlung.

Kunden mit alten, gut verzinsten Bausparverträgen von Wüstenrot sollten sich außerdem dagegen wehren, wenn die Bausparkasse den Vertrag kündigen oder ändern möchte.

Mehr dazu im Ratgeber Bausparvertrag Modernisieren

  • Wer später Geld für eine Modernisierung benötigt, kann mit einem Bausparvertrag vorsorgen.
  • Unsere Anbieter-Empfehlungen: Alten Leipziger (AL-Bau Finanz 2,5), BHW (Wohnbausparen)

Zum Ratgeber

Die Wüstenrot Bausparkasse im Porträt

Die Wüstenrot Bausparkasse hat etwa 3 Millionen Kunden. Sie ist die älteste und zweitgrößte private Bausparkasse in Deutschland. Seit 1999 gehört das Unternehmen als Wüstenrot Bausparkasse AG zur Wüstenrot und Württembergische AG. Die Gruppe ist börsennotiert; im März 2016 wurde die W&W AG von der Deutschen Börse in den SDAX aufgenommen. Das Unternehmen hat zwei Geschäftsbereiche: Bausparen & Bank sowie Versicherung. Die W&W-Gruppe hat insgesamt rund 6 Millionen Kunden und 13.000 Mitarbeiter.

Sicherheit der Bausparguthaben

Die Wüstenrot Bausparkasse unterliegt wie alle privaten Bausparkassen der gesetzlichen Einlagensicherung. Pro Anleger sind damit 100.000 Euro geschützt. Zuständig ist die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken. Darüber hinaus ist das Unternehmen Mitglied im freiwilligen Sicherungssystem des Bausparkassen-Einlagensicherungsfonds. Die Wüstenrot Bausparkasse verfügt über ein eigenes Rating der Agentur Standard & Poor’s.

Rating der Wüstenrot-Bausparkasse

Ratingagentur

Bewertung

Standard & Poor's

A-

(stabiler Ausblick)

Moody's

-

Fitch Rating

-

 Quellen: Websites der Ratingagenturen (Stand: Mai 2019)

Wüstenrot erfüllt damit die Finanztip-Stabilitätskriterien für sichere Banken.

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redaktion@finanztip.de (Finanztip Verbraucherinformation gGmbH) 16.05.2019 12:40:00 +0000
Bargeld bei der Commerzbank einzahlen : Tagesgeld der Comdirect Bank https://www.finanztip.de/tagesgeld/comdirect-tagesgeld/ https://www.finanztip.de/?id=2593Bargeld bei der Commerzbank einzahlen
Das Wichtigste in Kürze
  • Comdirect bietet derzeit fast keine Tagesgeldzinsen. Der Zinssatz beträgt gerade einmal 0,01 Prozent pro Jahr.
  • Die Bank erfüllt die Finanztip-Stabilitätskriterien.
  • Auf das Tagesgeldkonto der Commerzbank können die Kunden auch Bargeld einzahlen.
  • Die Bank bietet das Konto auch Minderjährigen an.
  • Für die Suche nach dem besten Tagesgeld sollten Sie daher den Finanztip-Tagesgeldrechner nutzen.

Das Tagesgeld Plus-Konto der Comdirect wird praktisch nicht verzinst. Wie bei allen Tagesgeldkonten ist das Geld jederzeit verfügbar und die Kontoführung ist kostenlos. Bei welchen Banken Sie gerade die besten Angebote finden, zeigt Ihnen der Finanztip-Tagesgeldrechner.

Tagesgeldrechner

1. Wie viel möchten Sie anlegen?
Hinweis: Die gesetzliche Einlagensicherung gilt nur für Beträge bis 100.000 Euro. Verteilen Sie die {0} Euro besser auf mehrere Banken.

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Hinweis: Anlagebetrag zwischen 500 € - 500.000 €

2. Wie lange möchten Sie anlegen?

Der Finanztip-Tagesgeldrechner basiert auf Daten von mehr als 100 Banken, die der Dienstleister Financeads GmbH & Co KG, Nürnberg, (Datenschutzhinweise) zur Verfügung stellt. Diese haben wir mit unseren Parametern so gefiltert, dass Sie ein verbraucherfreundliches Ergebnis nach Finanztip-Kriterien bekommen. Die Auswahl der Tagesgeldkonten erhebt keinen Anspruch auf einen vollständigen Marktüberblick. Wir übernehmen keine Gewähr für die Richtigkeit und Aktualität der hier bereitgestellten Informationen. Für Schäden aus fehlerhaften Daten oder durch die Nutzung des Rechners übernehmen wir keine Haftung.

Konditionen: Sparen mit Staffel- und Zinseszinseffekt

Bei der Comdirect erhalten alle Kunden den gleichen Zinssatz, egal, wann sie das Konto eröffnet haben. Unterschiede zwischen Neu- und Bestandskunden gibt es nicht. Allerdings staffelt die Direktbank die Höhe der Zinsen nach der Anlagesumme.

Die Bank zahlt die Zinsen vierteljährlich, damit ergibt sich im Grundsatz im Vergleich zur jährlichen Zinszahlung ein Zinseszinseffekt. Bei einem Zinssatz von 0,01 Prozent pro Jahr fällt dieser Effekt jedoch nicht ins Gewicht.

Das Konto kann sowohl als Gemeinschaftskonto als auch für Minderjährige eröffnet werden. Bei Gemeinschaftskonten gelten 200.000 Euro anstatt 100.000 Euro als Grenze für die gesetzliche Einlagensicherung.

Übersicht über die Tagesgeld-Konditionen

  Zinssatz Anlagebetrag Zinsgarantie Zinszahlung
Bestandskunden 0,01 % bis 10.000 € keine vierteljährlich
Bestandskunden 0 % ab 10.000,01 € keine vierteljährlich


Quelle: Anbieter (Stand: 14. Mai 2019)

Service: Bargeld bei der Commerzbank einzahlen

Die Comdirect hat umständliche, aber auch praktische Seiten. So ist die Kontoeröffnung nur per Postident möglich. Geld einzahlen können Kunden in den Filialen der Mutterbank.

Kontoeröffnung - Um ein Tagesgeldkonto bei der Comdirect zu eröffnen, schicken Sie den Antrag per Post an die Bank und weisen über das Postident-Verfahren Ihre Identität nach. Falls es um ein Konto für Minderjährige geht, müssen die gesetzlichen Vertreter den Antrag unterschreiben und eine Geburtsurkunde des Kindes und ab dessen 16. Geburtstag eine Kopie des Personalausweises an die Bank schicken. Die Vertreter müssen auch selber zur Post gehen, um ihre Identität nachzuweisen.

Kunden, die sich zum Beispiel um das Geld ihrer Eltern kümmern wollen, können das Konto jedoch nicht treuhänderisch führen.

Einzahlung - Kunden können mit Überweisungen und Schecks Geld einzahlen. Auch Bareinzahlungen bei Filialbanken sind möglich, das kann jedoch teuer werden. Ausnahmen sind Filialen der Commerzbank, dort ist der Service für Comdirect-Kunden dreimal im Jahr umsonst. Es gibt außerdem die Möglichkeit, einen Sparplan für das Konto einzurichten. So geht regelmäßig per Lastschriftauftrag Geld vom Referenzkonto auf das Tagesgeldkonto.

Auszahlung - Die Bank zahlt das Guthaben aus Sicherheitsgründen nur auf das Referenzkonto aus. Falls die Kunden das Referenzkonto bei der Comdirect führen, sind Terminüberweisungen möglich.

Steuern - Die Comdirect-Bank führt die Steuern für die Kunden ab. Wenn Sie dies nicht möchten, müssen Sie einen Freistellungsauftrag stellen.

Sicherheit: gesetzliche Einlagensicherung in Deutschland

Das Geld der Kunden ist bis 100.000 Euro pro Person über die gesetzliche Einlagensicherung in Deutschland abgesichert. Damit erfüllt diese Absicherung die Finanztip-Kriterien. Dazu kommt die Mitgliedschaft der Comdirect im Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken. Darüber sind Einlagen von etwa 91 Millionen Euro pro Person geschützt (Stand: Mai 2019).

Die Bonität der Comdirect wird nicht von den Ratingagenturen bewertet. Die Comdirect gehört jedoch zu 81 Prozent dem Mutterunternehmen Commerzbank, die der Bank im Notfall helfen könnte. Die Commerzbank will laut der sogenannten Patronatserklärung Sorge tragen, dass die Verbindlichkeiten der Comdirect erfüllt werden. Insgesamt erfüllt die Comdirect unsere Stabilitätskriterien wegen des soliden Ratings der Konzernmutter.

Sicherheit: Die Comdirect-Mutter erfüllt die Finanztip-Kriterien

Einlagensicherung, gesetzlich: 100.000 € pro Kunde
Einlagensicherung, freiwillig: 78 Millionen € pro Kunde

Rating Moody‘s Standard & Poor‘s Fitch
Comdirect kein Rating kein Rating kein Rating
Commerzbank A1 (gute Bonität) A- (gute Bonität) BBB+ (durchschnittliche Bonität)
Deutschland Aaa (beste Bonität) AAA (beste Bonität) AAA (beste Bonität)

Ergebnis: Die Comdirect wird von keiner Ratingagentur beurteilt. Die Bewertung der Konzernmutter erfüllt allerdings die Finanztip-Stabilitätskriterien.
Quelle: Ratingagenturen und Anbieter (Stand: 17. September 2018)

Comdirect im Porträt: Zuwachs bei den Tagesgeldkonten

Die Comdirect-Bank bietet neben Tagesgeldern zum Beispiel Girokonten, Wertpapierdepots und Baufinanzierungen an. Laut Geschäftsbericht hatte die Comdirect Gruppe Ende des Jahres 2018 im Direktgeschäft mit Privatkunden etwa 2,5 Millionen Kunden und betreute Kundeneinlagen in Höhe von etwa 25 Milliarden Euro.

Haben Sie bereits Erfahrungen mit dem Tagesgeldkonto der Comdirect oder oder mit anderen Tagesgeldkonten gesammelt? Erzählen Sie davon in der Community.

Mehr dazu im Ratgeber Tagesgeld

  • Empfehlenswert sind Tagesgeldkonten, die gute Zinsen bei einer sicheren Bank bieten.
  • Unsere Anbieter-Empfehlung: ING, (für Neu- und Bestandskunden); Rabodirect, Cosmosdirekt, Leaseplan Bank (dauerhaft gute Angebote)

Zum Ratgeber

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redaktion@finanztip.de (Finanztip Verbraucherinformation gGmbH) 14.05.2019 16:11:00 +0000
Zwei Banken mit dem gleichen Zinssatz : Volkswagen Bank Tagesgeld https://www.finanztip.de/tagesgeld/volkswagen-bank-tagesgeld/ https://www.finanztip.de/?id=2627Zwei Banken mit dem gleichen Zinssatz
Das Wichtigste in Kürze
  • Die Volkswagen Bank und deren Zweigniederlassung Audi Bank bieten beim Tagesgeld eine mäßige Verzinsung.
  • Die Verzinsung der Guthaben sind bei der Volkswagen Bank und Audi Bank identisch.
  • Auch Minderjährige können die Tagesgeldzinsen der Bank erhalten.
  • Sowohl für Neukunden als auch Bestandskunden bieten andere Banken eine bessere Verzinsung. Suchen Sie deshalb das beste Angebot mit dem Finanztip-Tagesgeldrechner.

Der Name der Volkswagen Bank lässt vermuten, dass sie ausschließlich Autofinanzierung anbietet. Doch das Geschäft des Unternehmens umfasst auch Tagesgelder, Girokonten, Kredite und andere Finanzprodukte. Nutzen Sie den Finanztip-Tagesgeldrechner, um den angebotenen Zins besser einschätzen zu können.

Tagesgeldrechner

1. Wie viel möchten Sie anlegen?
Hinweis: Die gesetzliche Einlagensicherung gilt nur für Beträge bis 100.000 Euro. Verteilen Sie die {0} Euro besser auf mehrere Banken.

">

Hinweis: Anlagebetrag zwischen 500 € - 500.000 €

2. Wie lange möchten Sie anlegen?

Der Finanztip-Tagesgeldrechner basiert auf Daten von mehr als 100 Banken, die der Dienstleister Financeads GmbH & Co KG, Nürnberg, (Datenschutzhinweise) zur Verfügung stellt. Diese haben wir mit unseren Parametern so gefiltert, dass Sie ein verbraucherfreundliches Ergebnis nach Finanztip-Kriterien bekommen. Die Auswahl der Tagesgeldkonten erhebt keinen Anspruch auf einen vollständigen Marktüberblick. Wir übernehmen keine Gewähr für die Richtigkeit und Aktualität der hier bereitgestellten Informationen. Für Schäden aus fehlerhaften Daten oder durch die Nutzung des Rechners übernehmen wir keine Haftung.

Konditionen: Zwei Banken, ein Zinssatz

Neu- und Bestandskunden erhalten bei der Volkswagen Bank die gleichen Zinsen.

Das Konto können Kunden als Gemeinschaftskonto eröffnen. Dann ist das Geld bis zu einer Summe von 200.000 Euro über die gesetzliche Einlagensicherung geschützt. Beim normalen Konto sind es 100.000 Euro. Auch Minderjährige können mit dem Konto sparen.

Die Volkswagen Bank und die Audi Bank verzinsen ihre Tagesgeldkonten nicht nur gleich, auch der Service ist derselbe.

Zinssätze

  Zinssatz Zinsgarantie Zinszahlung
Neu- und Bestandskunden 0,1 % keine monatlich

Quelle: Anbieter (Stand: 14. Mai 2019)

Das sollten Sie noch über das Volkswagen-Tagesgeldkonto wissen

Wenn Sie Ihr Referenzkonto bei einer anderen Bank haben, müssen Sie per Lastschrift das Geld überweisen.

Eröffnung - Für die Kontoeröffnung füllen Kunden den Antrag online aus, drucken ihn aus und verschicken ihn mit der Post an die Bank. Bei Minderjährigen müssen die gesetzlichen Vertreter den Antrag unterschreiben und eine Geburtsurkunde des Kindes an die Bank schicken. Die Identität wird über das Postident-Verfahren überprüft. Wer ein Tagesgeldkonto sucht, über das er das Geld anderer treuhänderisch verwalten kann, wird bei der Volkswagen Bank nicht fündig. Diese Art der Kontoführung ist nicht möglich.

Einzahlung - Sie können Guthaben von einem beliebigen Girokonto auf das Tagesgeldkonto bei der Volkbswagen-Bank überweisen. Eine andere Möglichkeit ist, auf dem Girokonto einen Dauerauftrag für das Tagesgeld einzurichten.

Auszahlungen - Auszahlungen erfolgen als Überweisung oder Terminüberweisung auf das Referenzkonto. Sie lassen sich per Online Banking, Telefon oder schriftlich erledigen. Ausnahmen sind Buchungen von Beträgen ab 25.000 Euro, diese nimmt die Bank nur telefonisch an. Minderjährige können Zugriff zum Online-Banking erhalten, jedoch nur Geld auf das Referenzkonto der Eltern umschichten.

Sicherheit: Zwei gute Bewertungen

Das Geld auf dem Tagesgeldkonto ist sowohl über die gesetzliche Einlagensicherung bis zu 100.000 Euro als auch über die freiwillige des Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken geschützt. Die Bonität der Bank bewerten zwei Ratingagenturen als gut. Damit erfüllt die Volkswagen Bank auch nach der Krise um manipulierte Abgaswerte der Konzernmutter Volkswagen AG die Finanztip-Stabilitätskriterien.

Sicherheit: Die Volkswagen Bank erfüllt die Finanztip-Kriterien

Einlagensicherung, gesetzlich: 100.000 € pro Kunde
Einlagensicherung, freiwillig: 1,28 Mio € pro Kunde

Rating Moody‘s Standard & Poor‘s Fitch
Volkswagen Bank A1 (gute Bonität) A- (gute Bonität) kein Rating
Deutschland Aaa (beste Bonität) AAA (beste Bonität) AAA (beste Bonität)

Ergebnis: Die Volkswagen Bank wird von zwei Ratingagenturen beurteilt und erfüllt dank der guten Bewertung die Finanztip-Stabilitätskriterien.
Quelle: Ratingagenturen und Anbieter (Stand: 18. September 2018)

Porträt der VW-Bank: Früher nur Autofinanzierung, heute alles

Als die Volkswagen Bank 1949 gegründet wurde, war sie vor allem für die Finanzierungen von Volkswagen gedacht. Inzwischen bietet die Bank weitaus mehr, zum Beispiel auch Tagesgeld. Außerdem hat sie mehrere Zweigniederlassungen, die den Namen anderer Automarken tragen: Audi, Skoda und Seat.

Haben Sie bereits Erfahrungen mit dem Tagesgeldkonto der Volkswagen Bank oder mit anderen Tagesgeldkonten gesammelt? Erzählen Sie davon in der Community.

Mehr dazu im Ratgeber Tagesgeld

  • Empfehlenswert sind Tagesgeldkonten, die gute Zinsen bei einer sicheren Bank bieten.
  • Unsere Anbieter-Empfehlung: ING, (für Neu- und Bestandskunden); Rabodirect, Cosmosdirekt, Leaseplan Bank (dauerhaft gute Angebote)

Zum Ratgeber

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redaktion@finanztip.de (Finanztip Verbraucherinformation gGmbH) 14.05.2019 15:48:00 +0000
Weniger Kosten mit einem neuen Kredit : Umschuldung (Kredit umschulden) https://www.finanztip.de/kredit/umschulden/ https://www.finanztip.de/?id=1057So sparen Sie Kosten mit einem neuen Kredit
Das Wichtigste in Kürze
  • In den letzten Jahren sind die Zinsen stark gesunken. Mit einer Umschuldung können Sie daher viel Geld sparen.
  • Dafür nehmen Sie Ihre alten Kredite und packen sie die in ein neues Darlehen. 
  • Außerdem können Sie so Ihre unsinnige Restschuldversicherung loswerden.
  • Ihre alte Bank darf für die Umschuldung eine Entschädigung verlangen.
So gehen Sie vor
  • Suchen Sie mit unseren Kreditvergleich nach dem passenden Kredit. Fangen Sie dabei bei Verivox an, das Portal ist besonders übersichtlich. Halten Sie aber die Angebote eines zweiten Portals dagegen. Wir empfehlen dafür Check24, Finanzcheck und Smava.

Zum Kreditvergleich

  • Als Kreditsumme nennen Sie jeweils die Summe, die Sie Ihrer Bank noch schulden, als Verwendungszweck „Umschuldung“.
  • Geben Sie auch persönliche Informationen in die Abfragemaske ein. Denn nur so erhalten Sie halbwegs verlässliche Angebote.
  • Wenn Sie keinen Ratenkredit, sondern eine Baufinanzierung umschulden wollen, lesen Sie unseren Ratgeber Anschlußfinanzierung.

Kredite werden im Gegensatz zu Wein und Käse im Alter nicht besser, im Gegenteil. In den letzten Jahren sind die Zinsen stark gesunken. Mit einem neuen, günstigeren Kredit können Sie daher ordentlich Geld sparen.

Wann lohnt sich das Umschulden überhaupt?

Ob sich ein Umschuldungskredit lohnt, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab:

  • davon, wie viel Geld Sie der alten Bank noch schulden (Ihrer Restschuld),
  • der restlichen Laufzeit
  • und dem Zinssatz, den Sie für den aktuellen Kredit zahlen.

Je höher Restschuld und übrige Laufzeit sind, desto größer ist das Sparpotenzial.

Umschulden beim Ratenkredit

Wenn Sie herausfinden wollen, ob sich das Umschulden lohnt, bleibt Ihnen etwas Rechnen oft nicht erspart. Ein Beispiel: Falls Sie vor drei Jahren einen Kredit mit einer Laufzeit von sieben Jahren aufgenommen haben, haben Sie nun bei einer Kreditsumme von 20.000 Euro und einem Zins von effektiv 8 Prozent noch eine Restschuld von 12.723 Euro. Durch das Umschulden auf einen neuen Kredit mit beispielsweise 5 Prozent effektivem Jahreszins sinkt die Monatsrate von knapp 309 Euro auf etwa 292 Euro. Über die Restlaufzeit von 48 Monaten entspricht das einer Ersparnis von über 796 Euro.

Aber wenn Ihr alter Vertrag weniger als zwölf Monate läuft oder Ihre Restschuld plus Vorfälligkeitsentschädigung weniger als 1.000 Euro beträgt, ist es schwieriger, eine günstige Nachfolge für den alten Kredit zu finden. Banken verlangen meist für einen Ratenkredit Mindestlaufzeiten und Mindestbeträge, die höher sind. Zudem ist das Sparpotenzial bei kurzer Restlaufzeit oder geringer Restschuld relativ klein.

Trifft bei Ihrem alten Kredit beides zu – Sie müssen nur noch weniger als zwölf Monate Raten zahlen und Ihre Restschuld ist kleiner als 1.000 Euro –, sind Ihre Möglichkeiten doppelt eingeschränkt. Es bleiben Ihnen folgende Möglichkeiten:

Kredit komplett zurückzahlen - Wenn Sie genug Geld haben, um damit die Restschuld auf einen Schlag zurückzuzahlen, ziehen Sie diese Möglichkeit in Erwägung. Sofern Ihre Bank keine Vorfälligkeitsentschädigung fordert, zahlen Sie am besten umgehend zurück. Verlangt die Bank eine Vorfälligkeitsentschädigung, vergleichen Sie die Summe aller noch ausstehenden monatlichen Raten mit der Summe aus Restschuld plus Vorfälligkeitsentschädigung. Ist die Summe der monatlichen Raten höher, lohnt sich die Rückzahlung.

Längere Laufzeit - Bei Restlaufzeiten von weniger als zwölf Monaten können Sie für Ihren Umschuldungskredit auch eine Laufzeit von mehr als zwölf Monaten wählen. Ob sich der Wechsel vom alten zum neuen Kredit in diesem Fall lohnt, hängt von Betrag und Zins des neuen Kredits ab. Möchten Sie diese Option prüfen, holen Sie sich am besten ein Angebot für einen neuen Kredit über eine der von uns empfohlenen Vergleichsplattformen: Verivox plus Check24, Finanzcheck oder Smava.

Höhere Kreditsumme - Bei Restschulden von weniger als 1.000 Euro können Sie auch einen Umschuldungskredit von mehr als 1.000 Euro aufnehmen. Ob er sich lohnt, hängt von Zins und Laufzeit des neuen Kredits ab und wie weit Ihre Restschuld unterhalb von 1.000 Euro liegt. Das Sparpotenzial wird aber wohl bei weniger als 50 Euro liegen. Wollen Sie diese Möglichkeit trotzdem prüfen, holen Sie sich am besten ein Angebot über eine der von uns empfohlenen Vergleichsplattformen.

Rahmenkredit - Anstatt den bisherigen Kredit mit einem neuen Ratenkredit umzuschulden, können Sie dafür auch einen Rahmenkredit  wählen. Dies gilt insbesondere bei Laufzeiten von weniger als zwölf Monaten und für Beträge unter 1.000 Euro. Ein Rahmenkredit funktioniert ähnlich wie ein Dispokredit beim Girokonto: Sie vereinbaren mit der infrage kommenden Bank einen Kreditrahmen und eröffnen ein Kreditkonto. Über dieses Konto rufen Sie innerhalb des Kreditrahmens Ihren Kreditbetrag ab. Zinsen müssen Sie jeweils für den Betrag zahlen, den Sie abgerufen haben, nicht für den Kreditrahmen. Die Zinsen für diese Abrufkredite sind zwar niedriger als für Dispokredite, aber höher als für günstige Ratenkredit.

Umschulden bei Krediten mit Restschuldversicherungen

Richtig lohnt sich das Umschulden, falls Sie zu Ihrem aktuellen Kredit eine Restschuldversicherung abgeschlossen haben. Solche Versicherungen sollen Ihnen eigentlich helfen, falls Sie Ihren Job verlieren oder schwer erkranken. Die Idee dahinter: Die Versicherung zahlt dann für Sie die Raten. Bei Ihrem Tod soll die Versicherung Ihre Familie vor den Bankrott schützen.

Trotz dieser Versprechungen rät Finanztip von dem Abschluss einer solchen Versicherung ab. Der Grund dafür ist einfach: Die Versicherung greift in vielen Fällen nicht, macht den Kredit aber wesentlich teurer, als der Zinssatz verspricht.

Sie können die Restschuldversicherung kündigen; ganz einfach ist das aber nicht. Anders schaut es aus, falls Sie den Kredit umschulden, zu dem die Restschuldversicherung gehört. Sie erhalten zwar weder Abschlusskosten noch bereits bezahlte Prämien zurück, die Bank erstattet Ihnen aber die Prämien für den Rest der eigentlich geplanten Laufzeit. Die Summe, die Sie dabei sparen können, kann erheblich sein.

Finanztip hat dies zusammen mit einer Leserin ausprobiert: Ihr Kredit war bei einer Summe von 17.000 Euro über sieben Jahre mit 6,95 Prozent verzinst. Zusätzlich hatte sie eine Restschuldversicherung, die über die Laufzeit gerechnet etwa 3.000 Euro kostete. Ihr neuer Kredit war mit einem Zinssatz von 2,49 Prozent wesentlich preiswerter. Den konnte sie nun schneller abbezahlen und sparte auch so Zinkosten. Gleichzeitig konnte sie die Versicherung kündigen und bekam 2.400 Euro zurück. Dadurch war der Kredit insgesamt 5.730 Euro billiger.

Umschulden beim Dispo

Das Umschulden lohnt sich jedoch nicht nur bei Ratenkrediten, sondern auch beim Dispositionskredit Ihres Girokontos. Die Zinsen für diese Kredite sind bei vielen Banken recht hoch. Sind Sie zu lang im Dispo oder rutschen Sie gar über Ihren Disporahmen hinaus in den oft noch teureren Überziehungszins, können sich hohe Summen ansammeln. Zudem kann die Bank Ihren Dispo auch einfach kürzen oder kündigen. In solchen Fällen müssen Sie Ihre Schulden zeitnah tilgen.

Es lohnt sich also so oder so, Ihre Disposchulden unter Kontrolle zu bringen und die Kosten zu senken. Beantragen Sie einen Ratenkredit in Höhe Ihrer Disposchulden und gleichen Sie damit das Minus auf Ihrem Konto aus. Der neue Kredit ist dabei nicht nur preiswerter, er hilft Ihnen durch die Raten auch, die Schulden kontrolliert auszugleichen.

Falls Sie den Dispo mit einem neuen Kredit tilgen, sollten Sie aber danach vorsichtig sein: Wenn Sie gleich wieder ins Minus rutschen, häufen Sie erneut Schulden an. Nach dem Umschulden sollten Sie Ihr Girokonto also nicht mehr überziehen.

Wie funktioniert das Umschulden eines Kredites?

Hinter dem Begriff Umschuldung steckt ein relativ einfacher Vorgang: Sie beantragen einen neuen Kredit und zahlen einen alten Kredit (oder mehrere) früher als vertraglich vorgesehen komplett zurück. Den neuen Kredit zahlen Sie dann wie gewohnt in Raten ab.

Dabei ist es bei der Suche nach dem passsenden Kredit für das Umschulden nicht sinnvoll, direkt mit einer einzelnen Bank zu sprechen. Verbrauchern fehlt dann der Vergleich mit den Kreditangeboten anderer Banken. Und die können um einiges besser sein.

Legen Sie also die Kreditangebote verschiedener Bank nebeneinander. Am einfachsten geht das auf Vergleichsportalen im Internet. Finanztip hat Vergleichsportale für Kredite getestet und empfiehlt, mindestens zwei Portale zu nutzen: Verivox in Kombination mit einem zusätzlichen Portal (Check24, Finanzcheck oder Smava).

Achten Sie darauf, dass Sie bei der Suche als Verwendungszweck „Umschuldung“ beziehungsweise „Kreditablösung“ angeben.

Welche Summe Sie am besten beim neuen Kredit aufnehmen und welche Laufzeit Sie wählen sollten, lesen Sie in den folgenden Abschnitten.

Finanztip-Kreditvergleich

Nettokreditbetrag
Bitte geben Sie Ihren Wunschbetrag von 50 bis 100.000 € ein
Kreditlaufzeit
Verwendungszweck

Der Finanztip-Kreditvergleichsrechner basiert auf Produkt- und Kreditkonditionen rund 20 verschiedener Kreditanbieter, die die Verivox GmbH uns zur Verfügung stellt (Datenschutzhinweise https://www.verivox.de/company/datenschutz/). Der Rechner zeigt für den gewünschten Nettokreditbetrag, die Kreditlaufzeit und den gewünschten Verwendungszweck nicht personalisierte, aktuelle Kreditkonditionen sowie den sogenannten Zwei-Drittel-Zins verschiedener Kreditanbieter. Die Kreditkonditionen zeigen wir aufgelistet nach monatlicher Rate in aufsteigender Reihenfolge. Die Auswahl der Kreditgeber erhebt keinen Anspruch auf einen vollständigen Marktüberblick. Wir übernehmen keine Gewähr für die Richtigkeit und Aktualität der hier bereitgestellten Informationen. Für Schäden aus fehlerhaften Daten oder durch die Nutzung des Rechners übernehmen wir keine Haftung.

Schritt 1: Kreditbetrag festlegen

Auf dem Weg zu einem günstigen Umschuldungskredit müssen Sie zunächst überlegen, welche Kreditsumme Sie überhaupt aufnehmen müssen. Ausgangspunkt des Kreditvergleichs sollte Ihre aktuelle Restschuld sein, also der Betrag, den Sie der Bank noch schulden.

Dabei geht es nicht nur um den einen Kredit. Falls Sie zum Beispiel mehrere Ratenkredite haben, können Sie diese zusammenführen – also alle aktuellen Kredit über einen einzigen neuen Kredit zurückzahlen. Damit hört das Bündeln Ihrer Schulden aber noch nicht auf. Auch die Schulden aus einem überzogenen Dispo oder einem womöglich teuren Autokredit können Sie so auf einen Schlag begleichen.

Wie hoch die jeweilige Restschuld genau ist, können Sie dem Tilgungsplan entnehmen, den Sie mit den Unterlagen für den alten Kredit erhalten haben. Darin ist festgehalten, wie viel Sie der Bank nach der Monatsrate für den laufenden Monat noch schulden.

Wenn Sie keinen Tilgungsplan zur Hand haben, können Sie sich direkt bei Ihrer Bank erkundigen oder in Ihrem Online-Banking-Bereich nachschauen. Das sollten Sie auch tun, falls Sie während der Kreditlaufzeit mal mehr in den Kredit gezahlt haben als vertraglich vorgesehen (Sondertilgung). Denn in solchen Fällen ist der anfängliche Tilgungsplan veraltet, Sie schulden der Bank weniger.

Tipp: Haben Sie seit dem Abschluss des Kredits etwas Geld angespart? Dann können Sie das Ersparte nach dem Umschulden für eine Sondertilgung einsetzen, um die neue Kreditsumme zu verringern. So sparen Sie sich die Zinsen auf diesen Betrag.

Zu der Restschuld müssen Sie meist noch eine Entschädigung hinzurechnen, die Ihre bisherige Bank dafür verlangen kann, dass Sie Ihren Kredit vorzeitig zurückzahlen. Diese Entschädigung heißt offiziell Vorfälligkeitsentschädigung.

Bei Ratenkrediten dürfen Banken seit dem 10. Juni 2010 höchstens 1 Prozent der Restschuld verlangen. Dieser Prozentsatz gilt für Kredite, die noch länger als zwölf Monate laufen sollen. Sind es weniger, ist die Entschädigung auf 0,5 Prozent gedeckelt. Je 10.000 Euro an Restschuld zahlen Sie also höchstens 100 Euro. Manche Banken lassen Sie aber auch ohne diese Entschädigung ziehen.

Verlangt die alte Bank eine solche Vorfälligkeitsentschädigung, müssen Sie diese Kosten mitberechnen. Bei 10.000 Euro Restschuld benötigen Sie dann 10.100 Euro für den neuen Kredit. Oder Sie haben die 100 Euro auf dem Girokonto und zahlen den Betrag direkt an die alte Bank.

Schritt 2: Vergleichen auf Kreditportalen

Um möglichst viele Kreditangebote zu bekommen, sollten Sie Kreditportale nutzen. Denken Sie daran, dass Sie bei den Portalen am Anfang nur einen Überblick dazu erhalten, welche Banken überhaupt dort angeschlossen sind. Das hilft Ihnen zunächst kaum weiter; die angezeigten Zinsen sind lediglich Spannen. Sie wissen überhaupt nicht, ob Sie eher einen guten Zins oder einen schlechten erhalten oder ob die Bank Sie überhaupt als Kunde annehmen würde.

Um das zu erfahren, geben Sie die Kreditsumme, die Laufzeit und Ihre persönlichen Daten bei den Portalen ein. Wie Sie Ihre Laufzeit und damit die Ratenhöhe optimieren, zeigen wir Ihnen in Schritt 3.  

Die Datenmenge, die Sie preisgeben müssen, ist recht groß. Dazu gehören zum Beispiel Daten zu Ihrem Job und wie lange Sie ihn bereits haben oder zu Ihren verschiedenen Versicherungen. Auch Information über zusätzliche Einkünfte und Zahlungen – zum Beispiel Kindergeld oder Unterhalt – werden abgefragt.

Nachdem Sie die Daten eingegeben haben, bekommen Sie auch eine Restschuldversicherung für den Kredit angeboten. Verzichten Sie darauf. Die Versicherung soll zwar in Notfällen helfen und für Sie die Kreditraten zahlen, aber es gibt zu viele Ausnahmen. Die Versicherung ist teuer und lohnt sich nicht.

Dann erst sehen Sie tatsächliche Kreditangebote. Aus diesen können Sie wählen und den Vertrag dazu herunterladen, ausfüllen und an die Bank schicken.

Wie die Portale diese letzte Übersicht mit den Angeboten gestalten, ist unterschiedlich. So zeigt Verivox alle möglichen Kandidaten an, Smava dagegen nur einen nach einem eigenen Algorithmus ausgewählten Teil. Check24 und Finanzcheck zeigen ebenfalls nur einen Teil an, Sie können aber manuell weitere Banken auswählen, die dann angefragt werden. Aufgrund dieser Unterschiede empfehlen wir Ihnen, mindestens zwei Portale zu nutzen: Verivox für eine gute Übersicht und ein zweites, um den Zins womöglich zu verbessern.

Schritt 3: Richtige Laufzeit und Monatsraten finden

Neben der Kreditsumme müssen Sie auf den Kreditrechnern der Vergleichsportale noch die Laufzeit angeben, also wie lang Sie den Kredit abbezahlen wollen. Die Portale geben dies in Monaten an. Wenn Sie an dieser Stelle die Restlaufzeit Ihres alten Kredits angeben, sehen Sie beim Ergebnis, wie sich Zinssatz und Rate bei einem zukünftigen Kredit verändern würden. So können Sie einschätzen, ob sich das Umschulden lohnt.

Sie müssen aber nicht die Restlaufzeit des bisherigen Kredites für den neuen Kredit nutzen. Dafür gibt es mehrere Gründe: Dank des niedrigeren Zinssatzes können Sie sich nun höhere Raten leisten. Oder aber Sie verdienen inzwischen einfach besser als zu dem Zeitpunkt, als Sie den bisherigen Kredit aufgenommen haben. Dann können Sie sich sowieso höhere Raten leisten, egal, ob der Zinssatz sich verbessert oder nicht.

So finden Sie bei der Umschulung nicht nur einen besseren Zinssatz, sondern verkürzen auch die Laufzeit. Je schneller Sie den Kredit zurückzahlen, umso weniger Zinsen zahlen Sie. Mit dem Finanztip-Kreditrechner können Sie ermitteln, wie viel Kredit Sie sich für eine bestimmte Rate und Laufzeit bei einem durchschnittlichen Zinssatz leisten können.

Finanztip-Kreditrechner

Wie viel Kredit können Sie sich leisten?
Welche Rate müssen Sie aufbringen?
Was kostet Ihre geplante Anschaffung?
Welche monatliche Rate möchten Sie aufbringen?
Wie lange möchten Sie abbezahlen?
Welchen Zins bekommen Sie?

Schritt 4: Die neue Bank unterstützt Sie bei der Auszahlung

Sie können mit dem neuen Angebot auf Ihre bisherige Kredit-Bank zugehen. Es kann sein, dass sie den Zinssatz des aktuellen Kredits dann ändert, um Sie als Kunden zu halten. Falls sie den Zins nicht anpassen will, sollten Sie Ihren Altvertrag kündigen und einen neuen Kredit aufnehmen.

Fragen Sie bei Ihrer neuen Bank nach, ob diese einen Kreditwechselservice anbietet. Das erleichtert das Umschulden. Dafür legt Ihre neue Bank Ihnen das Formular einer Ablösevollmacht vor, das Sie ausfüllen und unterzeichnen müssen. Damit ist Ihr neuer Kreditgeber berechtigt, bei Ihrer alten Bank den Kredit für Sie abzulösen.

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redaktion@finanztip.de (Finanztip Verbraucherinformation gGmbH) 29.04.2019 14:34:00 +0000
Sicherer online einkaufen : 3D-Secure: Securecode oder Verified by Visa https://www.finanztip.de/kreditkarten/3d-secure/ https://www.finanztip.de/?id=843Sicherer online einkaufen
Das Wichtigste in Kürze
  • Das 3D-Secure-Verfahren erhöht die Sicherheit beim Bezahlen mit der Kreditkarte im Internet.
  • Mit dem Verfahren bestätigen Kunden elektronische Zahlungen zusätzlich mit einem Passwort, einer TAN oder einem Fingerabdruck.
  • So können Diebe nicht mehr allein mit gestohlenen Kreditkarten-Daten wie Nummer und Prüfziffer auf Einkaufstour im Internet gehen.
  • Visa und Mastercard bieten das 3D-Secure-Verfahren unter den Namen Verified by Visa beziehungsweise Mastercard Identiy Check (früher Securecode) an.
  • Bisher setzen nicht alle Händler das 3D-Secure-Verfahren bei Zahlungen mit der Kreditkarte ein. Ab September 2019 wird sich das aufgrund einer neuen EU-Richtlinie ändern. Künftig müssen sich Kunden bei allen elektronischen Zahlungen zweifach identifizieren.

Immer wieder kommt es vor, dass Kriminelle Kreditkarten-Daten stehlen. Mal passiert das durch einen Hackerangriff, mal gibt es eine Sicherheitslücke beim Händler. Oder aber Sie haben Schadsoftware auf dem Computer oder dem Handy. Damit die Kriminellen Ihre Daten nicht ohne Weiteres für eine Einkaufstour im Internet nutzen können, haben die Kreditkarten-Unternehmen das 3D-Secure-Verfahren entwickelt.

Was ist das 3D-Secure-Verfahren?

3D-Secure soll das Bezahlen mit Kreditkarten im Internet sicherer machen, indem Kunden den Bezahlvorgang noch einmal bestätigen, beispielweise mit einem Passwort oder einem Fingerabdruck. Mastercard nennt seine Variante des Sicherheitsverfahrens Mastercard Identity Check (früher: Securecode), bei Visa heißt sie Verified by Visa.

Das Verfahren soll dabei helfen, nachzuweisen, dass hinter der Zahlung mit einer Kreditkarte auch wirklich der Besitzer der Karte steckt. Bisher ist dieser zusätzliche Sicherheitsschritt freiwillig. Ab dem 14. September 2019 wird er jedoch verpflichtend. Hintergrund ist die zweite Zahlungsdienstrichtlinie der Europäischen Union (Payment Service Directive 2, kurz PSD2). Sie sieht vor, dass Kunden künftig bei allen elektronischen Zahlungen in der Europäischen Union zweifach ihre Identität nachweisen müssen. Das nennt sich starke Kundenauthentifizierung oder Zwei-Faktor-Authentifizierung.

Mit 3D-Secure können Händler und Banken die Sicherheitsvorgaben der Zahlungsrichtlinie erfüllen. Das Verfahren existiert mittlerweile in zwei Varianten.

Die etwas in die Jahre gekommene erste Version kennen bereits viele Verbraucher. Sie gilt als unbequem für Kunden und brachte viele dazu, den Kauf abzubrechen. Kein Wunder also, dass bisher nicht alle Händler 3D-Secure nutzen. Zukünftig müssen sie jedoch eine Zwei-Faktor-Authentifizierung ermöglichen, falls ihr Kunde mit Kreditkarte zahlt.

Eine neue Variante des 3D-Secure ist seit April 2019 auf dem Markt. Sie soll einfacher für den Nutzer sein und so dafür sorgen, dass Kunden ihren Einkauf weniger oft abbrechen. In den nächsten Monaten werden Sie deshalb verstärkt auf die neue Version treffen. Außerdem sollen Banken künftig das Betrugsrisiko besser einschätzen können. Das liegt daran, dass mehr Daten zum Kunden zwischen Händler und Bank ausgetauscht werden als bisher.

Was ist eine starke Kundenauthentifizierung?

Die neuen EU-Standards verlangen eine sogenannte starke Kundenauthentifizierung bei elektronischen Zahlungen in der Europäischen Union, zum Beispiel bei Kartenzahlungen oder Überweisungen. Dabei weisen Sie Ihre Identität über zwei Faktoren nach. Alle in Frage kommenden Faktoren sind in Kategorien unterteilt. Die zwei Faktoren, die Sie für die Identifizierung nutzen, müssen aus unterschiedlichen Kategorien stammen. Die Kategorien sind:

  • Wissen, zum Beispiel Passwörter oder PIN;
  • Besitz, etwa die Kreditkarte oder das Smartphone;
  • Inhärenz (Eigenschaften oder Verhalten), dazu gehören Fingerabdrücke oder Bewegungen.

Das bedeutet, um beim Online-Shopping mit der Kreditkarte zu zahlen, reichen künftig die Kartennummer und der Sicherheitscode auf der Rückseite der Karte nicht mehr aus. Sie müssen sich zusätzlich mit einem Passwort, einer PIN oder TAN oder Ihrem Fingerabdruck identifizieren. Dieses Prinzip ist bereits vom Online-Banking bekannt. Dort loggen Sie sich mit Ihren persönlichen Zugangsdaten in Ihr Bankkonto ein, müssen Überweisungen oder Daueraufträge jedoch trotzdem noch einmal mit einer TAN bestätigen.

Auch beim mobilen Bezahlen über Apps wie Google Pay oder Apple Pay greift die doppelte Absicherung bereits jetzt. Hier kommen die in der App gespeicherten Kreditkarten-Daten, der Besitz des Handys sowie das notwendige Entsperren des Handys zum Bezahlen mittels PIN oder Fingerabdruck zusammen.

Wie funktioniert das 3D-Secure-Verfahren?

Sie können sich bei der Bank für das 3D-Secure-Verfahren registrieren, von der Sie Ihre Kreditkarte bekommen haben. Das machen Sie entweder beim ersten Bezahlen in einem Online-Shop, der das Verfahren nutzt, oder Sie erledigen es vorher in Ihrem Online-Banking. Bei einigen Banken müssen Sie sich überhaupt nicht registrieren. Sie erhalten den Code für das Bezahlen dann zum Beispiel über die Telefonnummer, die Ihre Bank gespeichert hat.

Wie das Sicherheitsverfahren genau funktioniert, hängt von der jeweiligen Bank ab. Bei einigen Banken hinterlegen Sie als Karteninhaber beim Registrieren für 3D-Secure ein Passwort sowie eine persönliche Mitteilung. Wenn Sie im Internet einkaufen, werden Sie während des Bezahlvorgangs von der Website des Händlers auf die Seite des Kreditkarten-Anbieters geleitet.

Dort geben Sie Ihr Passwort ein und bestätigen damit die Rechtmäßigkeit der Zahlung. Damit Sie erkennen, dass Sie sich tatsächlich auf einer vertrauenswürdigen Website befinden, wird Ihnen zusätzlich Ihre persönliche Mitteilung angezeigt. Andere Banken senden bei jedem Einkauf eine neue TAN an Ihr Handy oder lassen Sie den Kauf über eine App mit PIN-Eingabe bestätigen.

Das 3D-Secure-Verfahren lässt sich umgehen, das ist jedoch schwierig. Wenn jemand Ihr 3D-Secure-Passwort und die Kreditkarten-Daten kennt, kann er ohne Ihr Wissen im Internet auf Shoppingtour gehen. Es ist auch denkbar, dass jemand Ihre persönlichen Daten – zum Beispiel Namen und Adresse – und Kreditkarten-Details kennt. Dann könnte er sich selbst für das 3D-Secure-Verfahren registrieren, ohne dass Sie es erfahren.

Zudem setzen bisher nicht alle Händler das Verfahren ein oder sie nutzen es nicht bei jedem Bezahlvorgang. Auch wenn Sie Ihre Kreditkarte bereits für das Sicherheitsverfahren registriert haben, sollten Sie deshalb Ihre Kontobewegungen im Auge behalten.

Das neue 3D-Secure-Verfahren

Inzwischen haben die Kreditkarten-Unternehmen eine neuere Version von Identity Check (Securecode) und Verified by Visa entwickelt. Damit reagieren sie nicht nur auf die neue Gesetzeslage, sondern auch auf das geänderte Kundenverhalten. Beispielsweise war das Einkaufen mit dem Smartphone noch kein großes Thema, als die erste Version von 3D-Secure auf den Markt kam. Das neue 3D-Secure soll nun auch auf Smartphones unkomplizierter und sicherer funktionieren.

Auch die neue Version des Sicherheitsverfahrens werden die einzelnen Banken unterschiedlich umsetzen. Beispielsweise ist es möglich, dass Sie zunächst Ihre Kartendaten eingeben und den Kauf dann ein zweites Mal durch eine TAN oder ein Einmal-Passwort bestätigen. Ebenfalls denkbar wäre, dass Sie Ihre Identität über die Banking-App mit einem Fingerabdruck nachweisen.

Bei der neuen Variante des 3D-Secure-Verfahrens werden zwischen Händler und Bank zudem mehr Informationen ausgetauscht als bisher; über 100 Datenpunkte können dies sein. Zu den Daten gehören zum Beispiel Informationen zum Browser, dem genutzten Gerät (Handy, Tablet) sowie die Lieferadresse.

Die Bank kann so beispielsweise abgleichen, ob die vom Händler übertragenen Daten zu den Daten passen, die sie ohnehin schon vom eigenen Kunden vorzuliegen hat. So soll es einfacher werden, Missbrauch zu erkennen. Die Daten werden bei der kartenausgebenden Bank gespeichert, jedoch in der Regel nach einem Jahr gelöscht.

Wann gibt es Ausnahmen von der neuen Sicherheitsregel?

Sie werden sich jedoch nicht immer zweifach identifizieren müssen, egal ob es um Kreditkarten-Zahlungen oder andere elektronische Zahlungen wie Überweisungen geht. In der Zahlungsdienstrichtlinie sind unterschiedliche Ausnahmen festgelegt. Allerdings kann Ihre Bank entscheiden, ob sie eine Ausnahme zulässt oder doch die doppelte Identifizierung fordert.

Zahlungen unter 30 Euro - Bei Zahlungen unter 30 Euro muss keine starke Kundenauthentifizierung stattfinden. Nach fünf hintereinander folgenden Zahlungen ohne eine solche Authentifizierung oder aber wenn die Summe der einzelnen Zahlungen 100 Euro übersteigt, muss wieder eine starke Authentifizierung erfolgen.

Wiederkehrende Zahlungen - Auch bei Abos oder Ihrer Telefonrechnung müssen Sie sich nicht immer wieder identifizieren. Solche Abbuchungen werden direkt vom Händler gestartet und sind von der Zahlungsrichtlinie ausgeschlossen. Bei Daueraufträgen authentifizieren Sie sich nur einmal doppelt, danach läuft das regelmäßige Abbuchen wie gewohnt weiter.

Erlaubte Händler - Es wird sogenannte Whitelists geben, also Listen, auf die Sie Ihre bevorzugten Händler setzen können. Für Zahlungen an die dort genannten Händler ist dann keine zweifache Identifizierung notwendig. Banken können solche Listen anbieten, sie sind jedoch nicht dazu verpflichtet. Die Händler müssen keine bestimmte Voraussetzung erfüllen, um sich für solche Whitelists zu qualifizieren.

Geringes Risiko - Auch Zahlungen, bei denen Ihre kartenausgebende Bank mit einem geringen Betrugsrisiko rechnet, können mit einer einfachen Authentifizierung durchgehen. Dies gilt nur, wenn Sie einen Betrag von weniger als 500 Euro zahlen. 

Wer haftet bei Kreditkarten-Betrug?

Falls Ihre Kreditkarten-Daten im Internet von Betrügern zum Einkaufen genutzt werden, steht Ihre Bank dafür gerade. Sie ist diejenige, die das Risiko einschätzen muss, dass Kriminelle am Werk sind. In wenigen Fällen haftet der Händler. Das gilt zum Beispiel, wenn er die Kreditkarten-Prüfnummer beim Bezahlen nicht abfragt.

Dem Kunden gegenüber gilt seitens Mastercard und Visa eine sogenannte „Zero Liability Policy“. Wenn Verbraucher die Zahlung nicht autorisiert haben, müssen sie nicht dafür aufkommen. Ausnahmen gelten nur bei grob fahrlässigem Verhalten.

Wie Sie sich vor Missbrauch schützen und wie Sie Ihre Kreditkarte sperren lassen können, lesen Sie in unserem Artikel zum Thema Kreditkarten-Betrug.

Mehr dazu im Ratgeber Kreditkarten

Zum Ratgeber

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redaktion@finanztip.de (Finanztip Verbraucherinformation gGmbH) 16.04.2019 15:13:00 +0000
Hohe Zinsen aus den Niederlanden : Tagesgeld der Leaseplan Bank https://www.finanztip.de/tagesgeld/leaseplan-tagesgeld/ https://www.finanztip.de/?id=2894Hohe Zinsen aus den Niederlanden
Das Wichtigste in Kürze
  • Die Leaseplan Bank gehört zu den Finanztip-Empfehlungen beim Tagesgeld.
  • Die Bank bietet nicht nur gute Tagesgeldzinsen, sondern hat auch attraktive Angebote beim Festgeld.
  • Das Kreditinstitut macht keinen Unterschied zwischen Neukunden und Bestandskunden.
  • Die Leaseplan Bank erfüllt alle Finanztip-Stabilitätskriterien. So ist das über das Tagesgeldkonto angelegte Geld gut geschützt.

Die niederländische Leaseplan Bank ist noch nicht lange auf dem deutschen Markt unterwegs, punktet aber mit guten Zinsen beim Tagesgeld. Ob das so bleibt, ist aufgrund der fehlenden Erfahrungswerte schwer einzuschätzen.

Tagesgeldkonto gesucht? Jetzt vergleichen

Wie viel möchten Sie anlegen?
Hinweis: Die gesetzliche Einlagensicherung gilt nur für Beträge bis 100.000 Euro. Verteilen Sie die {0} Euro besser auf mehrere Banken.

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Hinweis: Anlagebetrag zwischen 500 € - 500.000 €

Wie lange möchten Sie anlegen?

Der Finanztip-Tagesgeldrechner basiert auf Daten von mehr als 100 Banken, die der Dienstleister Financeads GmbH & Co KG, Nürnberg, (Datenschutzhinweise) zur Verfügung stellt. Diese haben wir mit unseren Parametern so gefiltert, dass Sie ein verbraucherfreundliches Ergebnis nach Finanztip-Kriterien bekommen. Die Auswahl der Tagesgeldkonten erhebt keinen Anspruch auf einen vollständigen Marktüberblick. Wir übernehmen keine Gewähr für die Richtigkeit und Aktualität der hier bereitgestellten Informationen. Für Schäden aus fehlerhaften Daten oder durch die Nutzung des Rechners übernehmen wir keine Haftung.

Konditionen: Monatliche Zinsänderungen

Die Leaseplan Bank zahlt allen Kunden zurzeit dieselben Zinsen. Diese gehen monatlich auf dem Tagesgeldkonto ein. Die Zinsen beim Tagesgeld ändern sich monatlich, in der Regel am Ende des Monats. Das Geldhaus informiert seine Kunden darüber per E-Mail.

Die Bank gibt keine Mindestanlagesumme vor; höchstens können Kunden 500.000 Euro anlegen. Das Kreditinstitut überweist Anlagen darüber hinaus auf das Referenzkonto. Kunden dürfen bei der Leaseplan Bank nur ein einziges Tagesgeldkonto eröffnen. Außerdem hat die Bank keine gemeinsamen Konten für Partner oder Konten für Minderjährige im Programm.

Übersicht über die Tagesgeld-Konditionen

  Zinssatz Anlagebetrag

Zinsgarantie

Zinszahlung

alle Kunden

0,3 % bis 500.000 Euro keine

monatlich

Quelle: Anbieter (Stand: 2. Dezember 2019)

Service: Nur eine Einzahlmöglichkeit

Kontoeröffnung - Das Online-Sparkonto ist Dreh- und Angelpunkt bei der Leaseplan Bank: Über dieses Konto verwalten die Kunden ihr Tages- und Festgeld. Verbraucher füllen den Antrag auf das Konto im Internet aus und erhalten danach Benutzernamen und Kontonummer. Danach überprüft die Bank die Identität durch eine sogenannte abgeleitete Identifikation. Das bedeutet: Die Bank gleicht den Namen des angegebenen Referenzkontos mit dem Online-Sparkonto ab. Zu diesem Zweck überweist der zukünftige Kunde einen Euro von seinem Referenzkonto auf das neue Konto bei der Leaseplan Bank. Sobald die Einzahlung bei der Leaseplan Bank eingegangen ist, erhält der Kunde eine Email, und die Bank bearbeitet den Antrag weiter.

Einzahlung - Die Kunden können nur über ein einziges Konto, das Referenzkonto, Geld auf das Tagesgeldkonto übertragen. Falls Geld von einem anderen Konto eingeht, bucht die Leaseplan Bank das Geld zurück.

Auszahlung - Aus Sicherheitsgründen sind Überweisungen vom Tagesgeld nur auf das Referenzkonto möglich.

Steuer - Eigentlich sind es deutsche Verbraucher gewohnt, dass ihre Bank die Abgeltungs- und Kirchensteuer automatisch einbehält. Bei der Leaseplan Bank ist das anders, da die Bank keine Zweigstelle in Deutschland hat. Deshalb müssen sich die Kunden selber um die Steuern kümmern und die Zinserträge in der Einkommensteuererklärung als ausländische Kapitalerträge angeben.

Sicherheit: Abgeleitetes Rating der Muttergesellschaft

Das bei der Leaseplan Bank angelegte Geld ist bis zu 100.000 Euro über die niederländische Einlagensicherung geschützt. Die Finanzkraft der Niederlande erhält von den Ratingagenturen Moody’s, Standard & Poor’s und Fitch eine gute Bewertung. Keine der drei Ratingagenturen bewertet dagegen die Leaseplan Bank. Bei der Mutterfirma, der Leaseplan Corporation, sieht es anders aus: Sie bekommt solide Bewertungen. Damit erfüllt die Bank die Finanztip-Stabilitätskriterien.

Sicherheit: Die Leaseplan Bank erfüllt die Finanztip-Kriterien

Einlagensicherung, gesetzlich: 100.000 € pro Kunde
Einlagensicherung, freiwillig: keine

Rating Moody's Standard & Poor's Fitch
Leaseplan Bank kein Rating kein Rating kein Rating
Leaseplan Corporation Baa1 (durchschnittliche Bonität) BBB- (durchschnittliche Bonität) BBB+ (durchschnittliche Bonität)
Niederlande Aaa (beste Bonität) AAA (beste Bonität) AAA (beste Bonität)

Ergebnis: Da die Bonität der Leaseplan Corporation von drei Ratingagenturen als gut oder durchschnittlich bewertet wird, erfüllt ihr Tochterunternehmen, die Leaseplan Bank, unsere Stabilitätskriterien. 
Quelle: Ratingagenturen und Anbieter (Stand: 21. September 2018)

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Die Leaseplan Bank im Porträt: Noch recht frisch am Markt

Die Leaseplan Bank ist seit September 2015 mit Tages- und Festgeld auf dem deutschen Markt unterwegs. Sie gehört zur niederländischer Leaseplan Corporation, die die Bank 2010 gegründet hat. Der Bank zufolge beeinflusst unter anderem der Finanzierungsbedarf des Mutterunternehmens die Höhe der angebotenen Zinsen beim Tages- und Festgeld.

Die Leaseplan Corporation selbst ist eine der weltweit größten Leasing- und Fuhrparkmanagement-Gesellschaften. Sie ist unter anderem in 23 Ländern in Europa sowie den USA, Russland und Australien tätig.

In unserem Artikel zum Festgeld der Leaseplan Bank erfahren Sie, wie die Bank bei dieser Anlage abschneidet. Wenn Sie bereits Erfahrungen mit der Leaseplan Bank gemacht haben: Berichten Sie uns in der Community davon.

Mehr dazu im Ratgeber Tagesgeld

  • Empfehlenswert sind Tagesgeldkonten, die gute Zinsen bei einer sicheren Bank bieten.
  • Unsere Anbieter-Empfehlung: ING, (für Neu- und Bestandskunden); Rabodirect, Cosmosdirekt, Leaseplan Bank (dauerhaft gute Angebote)

Zum Ratgeber

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redaktion@finanztip.de (Finanztip Verbraucherinformation gGmbH) 03.04.2019 17:07:00 +0000
Fördergeld für energiesparendes Wohnen : KfW 430 https://www.finanztip.de/kfw-foerderung/kfw-energieeffizient-sanieren/ https://www.finanztip.de/?id=4257Fördergeld für energiesparendes Wohnen
Das Wichtigste in Kürze
  • Durch eine energetische Sanierung eines Gebäudes sinken die Energiekosten. Dadurch sparen Sie langfristig Geld und werden ein Stück weit unabhängig von der Entwicklung der Energiepreise.
  • Für Maßnahmen, die den Energieverbrauch und die Energieverluste von Wohngebäuden senken, gibt es sehr zinsgünstige Kredite und Zuschüsse von der staatlichen Förderbank KfW.
  • Die wichtigsten Förderprogramme für die energetische Sanierung sind KfW 430 (Energieeffizient sanieren – Investitionszuschuss) und KfW 151/152 (Energieeffizient sanieren – Kredit).
  • Auch die Baubegleitung, den Einbau von Brennstoffzellen, eine umweltfreundliche Heizanlage und den Bau oder Kauf energieeffizienter Gebäude fördert die KfW.
  • Gerade bei der Heizungssanierung sollten Sie sich über die unterschiedlichen Fördertöpfe beraten lassen.
So gehen Sie vor
  • Ein Umbau betrifft fast immer auch Fenster und Türen, die Heizung, das Dach, die Wände oder den Keller eines Gebäudes. Prüfen Sie frühzeitig, ob Sie sich dafür einen zinsgünstigen Kredit oder einen Investitionszuschuss von der KfW holen können.
  • Die KfW hat keine eigenen Filialen. KfW-Kredite für das Programm KfW 151/152 können Sie aber überall dort beantragen, wo es auch normale Baukredite gibt, also etwa bei Banken, Sparkassen und Baukredit-Vermittlern. Wir empfehlen Dr. Klein, Interhyp und Planethome.
  • Einen Investitionszuschuss für eine energieeffiziente Sanierung (KfW 430) oder die Baubegleitung beantragen Sie dagegen direkt bei der KfW.
  • Prüfen Sie, ob Sie weitere Förderprogramme der KfW nutzen können, etwa, weil Sie auch altersgerecht umbauen oder den Einbruchschutz verbessern.

Eine energetische Sanierung eines Hauses kostet Geld. Bei der Finanzierung der Kosten helfen Kredite und Zuschüsse der staatlichen Förderbank KfW. Da die Zuschüsse ein staatliches Geldgeschenk für den Klimaschutz sind und die Kredite zinsgünstig, empfehlen wir bei jedem Umbau einen Blick auf die Programme der KfW.

So fördert die KfW eine energetische Sanierung

Wer für die energetische Sanierung gar nicht erst einen Kredit aufnehmen möchte, kann einen Investitionszuschuss der KfW-Bankengruppe beantragen. Den Zuschuss gibt es im Programm KfW 430 (Energieeffizient sanieren – Investitionszuschuss). Das Geld müssen Sie nicht zurückzahlen, der Zuschuss verringert also ihre Investitionskosten. Die KfW beteiligt sich mit bis zu 30.000 Euro je Wohnung. Diesen Höchstbetrag erhält allerdings nur, wer auch den höchsten Energiestandard erreicht (das sogenannte KfW-Energieeffizenzhaus 55). Außerdem darf der Investitionszuschuss höchstens 30 Prozent der förderfähigen Kosten abdecken. Wer also die maximale Förderung im Programm KfW 430 erreichen möchte, muss mindestens 100.000 Euro aufwenden, davon 70.000 Euro aus eigener Tasche.

Wer die energetische Sanierung nicht mit eigenem Geld finanziert, kann dafür in den Programmen KfW 151 oder KfW 152 Kredite beantragen. Beim Programm KfW 151 muss die Wohnung mit der Sanierung den umfassenden energetischen Standard eines KfW-Effizienzhauses erreichen. Je Wohneinheit können Sie dann bis zu 100.000 Euro als Kredit beantragen.

Wer dagegen nur einzelne Maßnahmen (wie die Wärmedämmung von Wänden oder die Erneuerung von Fenstern) finanzieren möchte, kann unter der Programmnummer 152 bis zu 50.000 Euro je Wohneinheit beantragen.

In den beiden Kreditprogrammen KfW 151 und KfW 152 gibt es zusätzlich zu günstigen Zinsen noch ein Geldgeschenk in Form eines Tilgungszuschusses. Sie müssen also weniger Geld zurückzahlen, als Sie anfänglich bekommen haben. Wie hoch der Tilgungszuschuss ausfällt, hängt davon ab, welchen Energiestandard Sie mit der Sanierung erreichen. Je weniger Energie das Gebäude nach der Sanierung verbraucht, umso höher fällt der Zuschuss aus.

Voraussetzung für die Förderung der energetischen Sanierung in allen drei genannten Programmen ist jeweils, dass der Bauantrag oder die Bauanzeige vor dem 1. Februar 2002 gestellt wurde.

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Diese Arbeiten fördert die KfW

Mit den Programmen KfW 430 und KfW 151/153 fördert die Kreditanstalt für Wiederaufbau die folgenden Maßnahmen:

Maßnahmen, die zum KfW-Effizienzhaus-Standard führen - Mit dieser Bezeichnung legt die KfW einen technischen Standard für die Energieeffizienz eines Gebäudes fest. Je niedriger die Zahl desto niedriger der Energiebedarf. Zurzeit bezeichnet das KfW-Effizienzhaus 55 den höchsten energetischen Standard.

Einzelmaßnahmen energetische Sanierung - Bei den Einzelmaßnahmen geht es einerseits um die Wärmedämmung, andererseits um die Erneuerung bestehender Bauteile. Eine Förderung gibt es für die Dämmung von Wänden, Dachflächen und Geschossdecken und die Erneuerung von Fenstern, Außentüren und der Heizung. Auch den Einbau einer Lüftungsanlage honoriert die KfW.

Heizungs- oder Lüftungspakete - Wer Verbesserungen bei der Heizung und der Lüftung zu einem Maßnahmenpaket bündelt, erhält eine höhere Förderung als für einzelne Maßnahmen.

Die KfW fördert nicht nur die reinen Material- und Handwerkerkosten, sondern auch Kosten für Beratung, Planung, Messungen und vorbereitende Maßnahmen.

Die Einzelheiten des Zuschuss-Programms KfW 430 und des Kredit-Programms KfW 151/152 hat die Förderbank jeweils in eigenen Merkblättern zusammengefasst (für KfW 430 und für KfW 151/152). Da die technischen Vorgaben recht umfangreich sind, gibt es dafür Anlagen zu den Merkblättern, in denen die KfW die technischen Mindestanforderungen der Maßnahmen beschreibt.

Ein Energieeffizienz-Experte muss immer dabei sein

Ein bestehendes Gebäude so zu sanieren, dass es einen neuen energetischen Standard erreicht, der selbst keine neuen Probleme schafft, ist ein anspruchsvolles Vorhaben. Um sicherzustellen, dass das Vorhaben erfolgreich verläuft, verlangt die KfW, dass Bauherren einen Energieeffizienz-Experten in die Planung der energetischen Sanierung einbinden. Der Sachverständige bestätigt, dass die geplanten Maßnahmen nach den Regeln der KfW förderfähig sind. Erst mit dieser Bestätigung können Sie den Antrag stellen.

Die Tätigkeit des Sachverständigen endet allerdings nicht mit der Planung: Er begleitet die Umsetzung der Bauarbeiten und prüft nach dem Ende der Sanierung, ob die Handwerker die Vorgaben der KfW eingehalten haben. Ist dies der Fall, bestätigt der Energieeffizienz-Experte der KfW gegenüber, dass das Vorhaben ordnungsgemäß verlaufen ist. Erst wenn diese Bestätigung vorliegt und der Bauherr die Kosten der Sanierung nachgewiesen hat, zahlt die KfW den Zuschuss aus.

Der Energieeffizienz-Experte hat also eine Reihe von Aufgaben bei der Planung, Baubegleitung und Prüfung der energetischen Sanierung. Dadurch entstehen Kosten, die bei größeren Vorhaben leicht mehrere Tausend Euro betragen können. Ein Bauherr, der auf die KfW-Förderung verzichtet und das Vorhaben allein mit einem Architekten oder Handwerkern umsetzt, spart sich dagegen diese Ausgaben, verzichtet aber gleichzeitig auf den unabhängigen Rat des Experten.

Die KfW hat dieses Problem offenbar erkannt, und zusätzlich zu dem Zuschussprogramms KfW 430 (und auch des Kreditprogramms KfW 151/152) ein Programm aufgelegt, mit dem sie die energetische Fachplanung und Baubegleitung großzügig bezuschusst: KfW 431 Energieeffizient bauen und sanieren Zuschuss Baubegleitung. Bei KfW 431 übernimmt die Förderbank 50 Prozent der Kosten bis zu 4.000 Euro.

Bauherren, die bei der energetischen Sanierung auf die KfW setzen, haben also etwas höhere Beratungs- und Planungskosten als Bauherren, die die KfW-Förderung nicht nutzen. Dafür profitieren sie für das Gesamtprojekt von Investitions- und Tilgungszuschüssen von bis zu 27,5 beziehungsweise 30 Prozent.

Mit KfW 430 bezuschusst die Kreditanstalt die Investition

Für den Investitionszuschuss nach KfW 430 gibt es einige weitere Bedingungen: Den Zuschuss können etwa nur natürliche Personen beantragen, die Eigentümer von Ein- oder Zweifamilienhäusern oder von Eigentumswohnungen sind. Es können sich auch mehrere Eigentümer von Eigentumswohnungen absprechen, um als Wohnungseigentümergemeinschaft einen Antrag zu stellen. Eine weitere Gruppe, die die Förderung nach KfW 430 beantragen kann, sind Käufer von energetisch saniertem Wohnraum oder Eigentumswohnungen, die die Immobilie innerhalb von 12 Monaten nach Bauabnahme erwerben.

Die genaue Höhe des Zuschusses ist abhängig von der Maßnahme. Der Investitionszuschuss der KfW deckt zwischen 10 und 30 Prozent der Kosten. Für die einzelnen Maßnahmen gibt es Maximalbeträge.

KfW 430: Maximaler Investitionszuschuss pro Wohneinheit

 

Anteil der
förderfähigen Kosten (%)

höchstens pro
Wohneinheit (€)
Einzelmaßnahmen 10 5.000

Heizungs- und/oder

Lüftungspaket

15 7.500
KfW-Effizienzhaus 115 15 15.000
KfW-Effizienzhaus Denkmal 15 15.000
KfW-Effizienzhaus 100 17,5 17.500
KfW-Effizienzhaus 85 20 20.000
KfW-Effizienzhaus 70 25 25.000
KfW-Effizienzhaus 55 30 30.000

Quelle: KfW (Stand: 23. September 2019)

Bei Einzelmaßnahmen und Maßnahmenpaketen fördert die KfW also maximal Investitionen bis 50.000 Euro pro Wohneinheit, beim KfW-Effizienzhaus sind es 100.000 Euro. Liegt der errechnete Zuschussbetrag unter 300 Euro, gibt es allerdings kein Geld von der KfW. Wer also etwa einen Zuschuss für eine Einzelmaßnahme beantragen möchte, muss darauf achten, dass er mit 10 Prozent seiner Ausgaben den Mindestbetrag erreicht. Er muss also mindestens 3.000 Euro investieren.

Den Zuschuss gibt es direkt bei der KfW

Anders als bei den Kreditprogrammen beantragen Sie den Investitionszuschuss direkt bei der KfW. Die Förderbank hat dafür ein Zuschussportal eingerichtet. Geld erhalten Sie allerdings erst, wenn die Bauarbeiten bereits abgeschlossen sind. Erst dann können Sie nachweisen, dass Sie die Vorgaben des Programms eingehalten haben, und der KfW zeigen, welche Kosten entstanden sind. Erst wenn die KfW diese Unterlagen geprüft hat, zahlt sie den Zuschuss aus.

Für Bauherren bedeutet das: Zwischen Einreichung der letzten Unterlagen und der Auszahlung können einige Wochen vergehen. Sie können also nicht davon ausgehen, dass Sie mit dem Zuschuss der KfW unmittelbar die Handwerkerrechnungen bezahlen können. Wer unangenehme Gespräche mit Handwerkern vermeiden möchte, sollte deshalb lange Zahlungsfristen vereinbaren und im Zweifelsfall die Rechnungen zunächst mit eigenem Geld bezahlen.

Mit KfW 151 zum Kredit für energetische Sanierungen

Wer eine energetische Sanierung nicht aus eigener Tasche zahlen kann oder will, kann dafür auch einen zinsgünstigen Kredit von der KfW erhalten. Der Kreis möglicher Antragsteller ist deutlich breiter als bei KfW 430: Nicht nur natürliche Personen, sondern alle Träger von Investitionsmaßnahmen können die Förderung beantragen, also etwa auch Wohnungsunternehmen, Bauträger und sonstige Investoren.

Das Programm KfW 151/152 verringert die finanzielle Belastung für energetische Sanierungen gleich auf zwei Wegen: Der Zinssatz liegt für die ersten 10 Jahre deutlich unter dem Marktzins für normale Baukredite. Zusätzlich dazu erlässt die KfW einen Teil des Kreditbetrags, wenn der Bauherr die Maßnahmen wie geplant umgesetzt hat.

KfW 151/152: Zinssätze (Sollzins / Effektivzins)

Laufzeit
in Jahren
tilgungsfreie
Anlaufzeit
in Jahren
Zinsbindung
in Jahren
Sollzins
pro Jahr in %
Effektivzins
pro Jahr in %
4 bis 10 4 bis 10 10 0,75 0,75
4 bis 10 1 bis 2 10 0,75 0,75
11 bis 20 1 bis 3 10 0,75 0,75
21 bis 30 1 bis 5 10 0,75 0,75

Quelle: KfW (Stand: 23. September 2019)

Zweiter Bestandteil der Förderung ist der Tilgungszuschuss. Die KfW erlässt also einen Teil der Restschuld. Je höher der erreichte energetische Standard nach der Sanierung ist, desto höher ist der Tilgungszuschuss.

KfW 151: Tilgungszuschuss für KfW-Effizienzhaus

nachgewiesener
KfW-Standard
Höhe des Tilgungszuschusses
KfW-Effizienzhaus 55 27,5 % der Darlehenssumme,
bis zu 27.500 Euro für jede Wohneinheit
KfW-Effizienzhaus 70 22,5 % der Darlehenssumme,
bis zu 22.500 Euro für jede Wohneinheit
KfW-Effizienzhaus 85 17,5 % der Darlehenssumme,
bis zu 17.500 Euro für jede Wohneinheit
KfW-Effizienzhaus 100 15,0 % der Darlehenssumme,
bis zu 15.000 Euro für jede Wohneinheit
KfW-Effizienzhaus 115 12,5 % der Darlehenssumme,
bis zu 12.500 Euro für jede Wohneinheit
KfW-Effizienzhaus Denkmal 12,5 % der Darlehenssumme,
bis zu 12.500 Euro für jede Wohneinheit
Heizungs-/Lüftungspaket 12,5 % der Darlehenssumme,
bis zu 6.250 Euro für jede Wohneinheit
Einzelmaßnahmen 7,5 % der Darlehenssumme,
bis zu 3.750 Euro für jede Wohneinheit

Quelle: KfW (Stand: 23. September 2019)

Besonderheiten bei Laufzeit, Zinsbindung und Sondertilgung

Die Laufzeiten können Sie selbst festlegen. Wie die Tabelle zeigt, stehen 10, 20 oder 30 Jahre zur Auswahl. Je länger die gewählte Laufzeit, umso niedriger fallen die einzelnen Raten aus.

Eine Besonderheit der KfW-Kredite ist die tilgungsfreie Anlaufzeit am Anfang des Kredits. Während der Tilgungsfreijahre berechnet die KfW nur die Zinsen, verlangt aber noch keine Rückzahlung des Darlehens. Dadurch sind Sie in den ersten Jahren des Kredits etwas flexibler. Gleichzeitig zahlen Sie aber etwas mehr an Zinsen, denn die Zinsen werden immer auf der Basis der Restschuld berechnet.

Bei KfW 151 liegt die Zinsbindungen immer bei zehn Jahren. Die Zinssätze sind also für zehn Jahre festgeschrieben. Erst danach müssen Sie eine neue Zinsvereinbarung mit der Bank schließen. Allerdings sollten Sie auch bei dieser Zinsbindung die Anschlussfinanzierung im Blick behalten: Selbst wenn der Marktzins nicht steigt, wird das KfW-Darlehen nach Ende der Zinsbindungsfrist teurer, denn das Folgeangebot, das die KfW dann vorlegt, wird nicht mehr verbilligt. Wer kann, sollte das Darlehen also möglichst bis zum Ende der ersten Zinsbindungsfrist zurückzahlen.

Ein wichtiger Vorteil des KfW 151/152 im Vergleich zu normalen Bankdarlehen sind die großzügigen Möglichkeiten zur Sondertilgung: Das Darlehen kann während der Zinsbindungsfrist kostenfrei ganz oder in Teilbeträgen ab 1.000 Euro getilgt werden. Sie müssen also keine Vorfälligkeitsentschädigung zahlen. 

Anträge über Vermittler stellen

Sie können den Kredit für energieeffizientes Sanieren nicht direkt bei der KfW stellen, sondern müssen sich an einen Finanzierungspartner der Kreditanstalt wenden. Das kann eine Bank oder Sparkasse oder auch Vermittler von Baukrediten sein. Die Vermittler sind auch eine gute Anlaufstelle, wenn Sie nach der ersten Zinsbindungsphase eine passende Anschlussfinanzierung suchen.

Bei der Heizung gibt es mehrere Fördertöpfe

Grundsätzlich können Sie mehrere Fördertöpfe der KfW miteinander kombinieren. Auch eine Kombination mit anderen öffentlichen Fördertöpfen ist möglich, solange Sie insgesamt nicht mehr Geld beantragen als Sie tatsächlich ausgeben. Ähnlich selbstverständlich dürfte die Regel sein, dass Sie nicht gleichzeitig den Investitionszuschuss nach KfW 430 und den Kredit mit Tilgungszuschuss nach KfW 151/152 beantragen dürfen.

Besonders genau müssen Sie allerdings hinschauen, wenn Sie überlegen, ihre alte Heizung auszutauschen: Wenn die Heizungsanlage erneuerbare Energien nutzen, können Sie einerseits Fördermittel nach den Programmen KfW 430 und KfW 151/152 beantragen. Darüber hinaus gibt es aber ein weiteres KfW-Programm KfW 271 (Erneuerbare Energien – Premium) und als weiteren Fördertopf das Marktanreizprogramm des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa). Die beiden letztgenannten Programme dürfen Sie allerdings nicht nutzen, wenn Sie bereits die KfW-Programme für die energetische Sanierung in Anspruch nehmen. Dies gilt auch für das Anreizprogramm Energieeffizienz der Bafa, bei dem das Bundesamt Zuschüsse vergibt für effiziente Heizungspumpen und den hydraulischen Abgleich.

Gleichzeitig hat die KfW ein weiteres Kreditprogramm aufgelegt, das gerade als Ergänzung zum Bafa-Zuschuss gedacht ist: KfW 167 (Energieeffizient sanieren – Ergänzungskredit).

Gerade wenn es um die Heizung geht, ist es also sinnvoll, nicht erst für die Planung einen Experten für Energieeffizienz zu kontaktieren, sondern als ersten Schritt einen Energieberater zu beauftragen. Der Energieberater ermittelt nicht nur den energetischen Zustand des Gebäudes, sondern er erstellt das passende Sanierungskonzept und berät Sie über die Fördermittel. Auch für die Energieberatung selbst gibt es wiederum Fördermittel der Bafa.

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redaktion@finanztip.de (Finanztip Verbraucherinformation gGmbH) 02.04.2019 17:16:00 +0000
Kredite und Zuschüsse von der staatlichen Förderbank : KfW Förderung - Bauförderung und Kredit https://www.finanztip.de/kfw-foerderung/ https://www.finanztip.de/?id=4245Kredite und Zuschüsse von der staatlichen Förderbank

Nicht nur private Banken helfen Bauherren, Existenzgründern oder Studenten bei der Finanzierung ihrer Vorhaben. Auch die staatliche Förderbank KfW mischt in diesem Geschäft mit. Sie vergibt Kredite zu günstigen Zinskonditionen. Und in manchen Fällen ist auch ein Zuschuss zum Projekt drin, der nicht zurückgezahlt werden muss.

Das Wichtigste in Kürze
  • Die KfW ist eine öffentlich-rechtliche Förderbank. Sie vergibt im staatlichen Auftrag Kredite und Zuschüsse an Privatleute, Unternehmen und öffentliche Einrichtungen.
  • Für Verbraucher sind vor allem die KfW-Bauförderung, die Förderung erneuerbarer Energien sowie die Programme zur Studien- und Ausbildungsförderung interessant.
  • Die KfW hat keine eigenen Filialen. Den Antrag stellen Kunden bei einem Vertriebspartner. Bei der KfW-Bauförderung sind das Banken, Sparkassen und Kreditvermittler, bei der Bildungsfinanzierung ebenfalls Banken sowie das Studentenwerk.
So gehen Sie vor
  • Informieren Sie sich beim Bau oder Kauf und allen Umbauten Ihrer Immobilie, ob die KfW das Vorhaben fördert.
  • Bei der Bauförderung vergibt die KfW Kredite für energieeffiziente Wohnungen oder altersgerecht umgebaute Wohnungen, bei der Studienförderung gibt es zinsgünstige Kredite zur Finanzierung eines Studiums.
  • Auch wenn Sie einen Kredit für ein Studium, die Ausbildung oder eine Existenzgründung benötigen, sollten Sie prüfen, ob eine KfW-Förderung infrage kommt.
  • Lassen Sie sich bei einer Baufinanzierung dann von einem guten Berater unterstützen und sprechen Sie die KfW-Förderung von sich aus an. Lassen Sie sich Vorteile und Nachteile erläutern.
  • Wenden Sie sich für ein gutes Finanzierungskonzept und günstige Konditionen an Vermittler, um Ihr KfW-Darlehen zu beantragen und verschiedene Banken zu vergleichen. Wir empfehlen Dr. Klein, Interhyp und Planethome.

Wofür steht KfW?

Bekannt ist die KfW vor allem für ihre private Bauförderung. Die 1948 per Gesetz als Kreditanstalt für Wiederaufbau (kurz KfW) gegründete staatliche Förderbank ist jedoch auch in anderen Bereichen aktiv. Als drittgrößte Bank in Deutschland (nach Bilanzsumme) unterstützt sie nicht nur Privatleute, sondern auch Unternehmen und öffentliche Einrichtungen beispielsweise beim Umweltschutz, bei Infrastruktur-Projekten und in der Entwicklungspolitik.

Für Verbraucher interessant ist neben der Bauförderung vor allem die Förderung in den Bereichen erneuerbare Energien, Studium und Ausbildung sowie Existenzgründung. Wer in diesen Bereichen nach einer Finanzierung sucht, sollte sich über die jeweiligen Förderprogramme der KfW informieren.

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Diese Vorhaben fördert die KfW

Die wichtigsten Förderbereiche für Privatleute sind:

Energieeffizientes Bauen und Umbauen - Die KfW fördert Bauprojekte, die den Energiebedarf und Energieverluste in Deutschland verringern. Zuschüsse und zinsgünstige Kredite gibt es also sowohl für neue Häuser und Wohnungen, die der Bauherr baut oder kauft, als auch für Bestandsimmobilien, die nach einem Umbau einen besseren energetischen Standard erreichen.

Weitere Informationen zu diesen Förderprogrammen finden Sie in unserem Artikel zum energieeffizienten Sanieren.

Erneuerbare Energien und Photovoltaik - Mit den Förderprogrammen in diesem Bereich unterstützt die KfW den Bau, Ausbau und den Kauf von Anlagen für erneuerbare Energien. Beispiele sind etwa Photovoltaik-Anlagen, Anlagen zur Stromgewinnung aus Wind- und Wasserkraft, Kraft-Wärmekopplungs-Anlagen oder Batteriespeicher.

Weitere Informationen zu den Förderprogrammen bei erneuerbaren Energien finden Sie in unserem Artikel zu Photovoltaik.

Altersgerechtes Umbauen - Anders als der Name vermuten lässt, geht es bei dieser Förderung nicht allein darum, Hindernisse für ältere Menschen abzubauen, sondern grundsätzlich darum, Barrieren in Gebäuden und im Wohnumfeld zu verringern. Die KfW fördert also nicht nur einen altersgerechten Umbau des Badezimmers, sondern etwa auch Änderungen bei der Raumaufteilung oder den Bau eines barrierefreien Zugangs zu einer Wohnung. Ein weiterer Förderbereich ist der Einbruchschutz. Dort unterstützt die KfW zum Beispiel den Einbau einbruchhemmender Wohnungstüren und Fenster.

Weitere Informationen zu den Förderprogrammen in diesem Bereich finden Sie in unserem Artikel zum altersgerechten Umbau und zum KfW-Einbruchschutz.

Bildungsförderung - Wer studieren möchte oder eine Aus- oder Weiterbildung plant, benötigt ebenfalls häufig finanzielle Unterstützung. Die KfW fördert Investitionen in die Ausbildung und berufliche Fortbildung mit Programmen wie dem KfW-Studienkredit oder dem Bafög-Bankdarlehen.

Weitere Informationen zu den Förderprogrammen der KfW für Studium, Aus- und Fortbildung finden Sie in unserem Artikel zum KfW-Studienkredit.

Existenzgründung - Wer ein Unternehmen gründen möchte, kann für Investitionen wie den Kauf von Maschinen sowie für die Kosten des laufenden Betriebs oder für einen Unternehmenskauf einen Kredit von der KfW erhalten.

Weitere Informationen zum Gründerkredit und anderen Förderprogrammen zur Existenzgründung liefert die KfW auf ihrer Seite zum Gründen und Erweitern von Unternehmen.

Die Förderung gibt es als Kredit oder Zuschuss

Ihre Förderung vergibt die KfW als Kredit oder als Zuschuss. Bei den Krediten erhält der KfW-Kunde die Förderung nicht ausgezahlt, sondern kann sein Vorhaben zu besonders günstigen Konditionen finanzieren. Die Zinssätze der KfW-Kredite liegen zum Teil deutlich unter den Konditionen, die Banken und Sparkassen für ähnliche Darlehen verlangen.

Manchmal ist die Förderung nach bestimmten Förderzielen gestaffelt. So verbilligt sich beim energieeffizienten Bauen und Sanieren der Zinssatz umso mehr, je besser der energetische Standard ist, den das Haus oder die Wohnung nach der Sanierung erreicht.

Bei den Zuschüssen geht die KfW bei der Förderung noch einen Schritt weiter und beteiligt sich direkt an den Kosten des Vorhabens. Bei der energetischen Sanierung übernimmt die KfW zum Beispiel die Hälfte der Kosten für eine professionelle Baubegleitung.

In manchen Programmen kombiniert die KfW Kredit und Zuschuss. Wer etwa energieeffizient baut, kann nicht nur einen zinsgünstigen Kredit von der KfW erhalten, sondern darüber hinaus einen Tilgungszuschuss. Er muss also nicht das gesamte Darlehen zurückzahlen. Dadurch kann der KfW-Kredit geringer ausfallen, und die Laufzeit des Darlehens verkürzt sich.

Anträge laufen über Finanzierungspartner

Die KfW hat selbst kein eigenes Filialnetz. Damit sich Interessenten bundesweit über die Förderprogramme informieren und die Förderung beantragen können, arbeitet sie deshalb mit Finanzierungspartnern zusammen. Bei der Bauförderung und den Krediten zur Existenzgründung sind das Finanzierungsinstitute wie Banken, Sparkassen und Versicherungen, bei der Studienförderung Banken und das Studentenwerk.

Für Bauvorhaben können Sie sich an unsere Empfehlungen für ein gutes Finanzierungskonzept und günstige Konditionen, die Vermittler Dr. KleinInterhyp und Planethome, wenden. Sie alle haben KfW-Darlehen im Programm.

Ein Finanzierungspartner ist also die erste Anlaufstelle, wenn Sie sich für eine KfW-Förderung interessieren. Er erläutert Ihnen anhand der Merkblätter der KfW die Förderbedingungen und unterstützt Sie dann dabei, die Förderung zu beantragen. In der Regel leitet der Finanzierungspartner die KfW-Mittel direkt an den Antragsteller weiter und richtet für den KfW-Kredit bei sich ein Konto ein.

Bei der Bauförderung ist der KfW-Kredit also meist nur eines von mehreren Teildarlehen, mit denen der Bauherr sein Vorhaben finanziert. Der KfW-Kredit hat dann eine eigene Kontonummer und läuft zu anderen Bedingungen, unterscheidet sich aber ansonsten nicht von einem normalen Bankkredit bei der durchleitenden Bank, Sparkasse oder finanzierenden Versicherung. Lediglich beim Studienkredit läuft die Kontoführung direkt über die Website der KfW.

Experten helfen bei der Planung

Auch wenn die KfW für jedes Förderprogramm umfangreiche Merkblätter mit den Förderbedingungen herausgibt, reicht bei vielen Programmen die Hilfe der Finanzierungspartner nicht aus. Wenn es etwa um den Bau oder Kauf eines KfW-Effizienzhauses geht, ist komplexes Fachwissen erforderlich, um beurteilen zu können, ob der Bau später den vorgegebenen energetischen Standard erreicht.

Deshalb fordert die KfW etwa beim Förderprogramm zum energieeffizienten Bauen, dass der Bauherr sein Projekt gemeinsam mit einem Energieeffizienz-Experten plant. Gleichzeitig übernimmt sie mit einem eigenen Programm die Hälfte der Kosten für die Arbeit des Experten.

Bei vielen anderen Förderprogramm ist die Einbeziehung eines Experten keine Voraussetzung für die Förderung, ergibt sich aber aus dem Vorhaben: Wer etwa überlegt, die alte Heizung gegen eine neue auszutauschen, wendet sich üblicherweise an ein Unternehmen aus dem Heizungsbau. Auch diese Fachbetriebe sind in der Regel gut informiert über die Fördermöglichkeiten der KfW und weisen ihre Kunden auf diesen Finanzierungsweg hin.

Förderanträge immer vor Projektbeginn stellen

Ob eine Förderung durch die KfW möglich und sinnvoll ist, sollten Sie als Bauherr oder Existenzgründer prüfen, sobald Sie die ersten Ideen für Ihr Projekt haben. Voraussetzung für eine KfW-Förderung ist nämlich fast immer, dass Sie den Förderantrag stellen, bevor Sie mit dem Vorhaben beginnen.

Was die KfW als Beginn des Vorhabens sieht, unterscheidet sich von Programm zu Programm. Bei der Bauförderung ist damit der Baubeginn gemeint, beim Kauf einer Immobilie der Abschluss des Kaufvertrags. Planungs- und Beratungsleistungen dürfen dagegen vor der Antragsstellung liegen, manchmal müssen sie das sogar (etwa wenn Sie einen Sachverständigen einbeziehen müssen).

Wer direkt nach Antragstellung mit den Baumaßnahmen beginnt, geht allerdings ein gewisses Risiko ein, denn zu diesem Zeitpunkt hat die KfW die Förderung ja noch nicht zugesagt. Wollen Sie ganz sicher sein, dass der KfW-Kredit oder Zuschuss auch wirklich kommt, sollten Sie deshalb erst einmal die Zusage der KfW abwarten.

Förderbedingungen unterscheiden sich von Programm zu Programm

Wie viel die KfW zu einem Projekt beisteuert und wie die weiteren Bedingungen für den Kredit oder den Zuschuss aussehen, hat die KfW in den Förderbedingungen für jedes einzelne Programm festgelegt. Bei der Bauförderung sind die Kreditbeträge in der Regel auf 30.000 Euro, 50.000 Euro oder 100.000 Euro gedeckelt. Die Tilgungszuschüsse sind jeweils darauf abgestimmt, also zum Beispiel 5 Prozent der Darlehenssumme bei einer maximalen Kredithöhe von 100.000 Euro. In diesem Fall kann der Antragsteller also bis zu 5.000 Euro pro Wohneinheit erhalten.

Für die Laufzeit, die Zahl der tilgungsfreien Anlaufjahre und die Zinsbindung gibt es jeweils mehrere Kombinationen, aus denen der Antragsteller das passende Angebot auswählen kann. Bei einigen Programmen kann der Kunde alternativ ein endfälliges Darlehen beantragen. Er zahlt dann während der Laufzeit nur die Zinsen für den Kredit, tilgt ihn aber nicht. Dies kann sinnvoll sein, wenn jemand bereits einen anderen Sparvertrag hat, bei dem er zuverlässig und mit besserer Rendite die benötigten Mittel anspart. Welche Konditionen für die jeweiligen Programme gelten, zeigt die KfW in ihrer Konditionenübersicht für Endkreditnehmer.

Die KfW ist meist großzügig bei Sondertilgungen

Bei vielen Programmen ist die KfW großzügiger als Banken oder Sparkassen, wenn es um Sondertilgungen geht. Während die meisten Banken Sondertilgungen auf eine einmalige jährliche Zahlung von 5 oder 10 Prozent des Kreditbetrags begrenzen, erlaubt die KfW etwa beim energieeffizienten Bauen, dass Sie den Kreditbetrag kostenfrei vollständig oder mit Teilzahlungen ab 1.000 Euro tilgen. Auch beim Studienkredit erlaubt die KfW außerplanmäßige Rückzahlungen.

Ähnlich großzügig wie bei der Sondertilgung ist die KfW bei den Bereitstellungszinsen. Während manche Geschäftsbanken bereits drei Monate nach Abschluss des Darlehensvertrags Zinsen für die Bereitstellung der Mittel verlangen, können Sie sich bei der KfW in der Bauförderung zwölf Monate Zeit lassen, bis Sie den Kredit abrufen und Zinsen zahlen müssen.

Kombination mit anderen Förderprogrammen grundsätzlich möglich

Bei der Bauförderung kommen für eine KfW-Förderung meist verschiedene Programme infrage. In den meisten Fällen ist eine Kombination mehrerer Programme problemlos möglich, allerdings nicht immer. So kann etwa die Kombination der Kredit- und der Zuschussvariante eines Programms ausgeschlossen sein. Welche Kombinationen genau möglich sind, beschreibt die KfW im jeweiligen Merkblatt zu einem Programm.

Diese Grundregeln gelten auch für die Kombination mit anderen öffentlichen Fördermitteln. Die KfW legt aber fest, dass die Gesamtförderung nicht höher ausfallen darf als die förderfähigen Kosten.

Fazit: Vor- und Nachteile gut abwägen

Wenn Sie alle Informationen zusammen haben, sollten Sie Ihr Vorhaben insgesamt noch einmal betrachten und die wirtschaftlichen Vor- und Nachteile gut abwägen. Die Tatsache, dass die KfW ein Vorhaben fördert, heißt nicht, dass dieses Projekt wirtschaftlich sinnvoll ist. Ob sich etwa die Anschaffung einer Photovoltaik-Anlage lohnt, hängt entscheidend von den Gesamtkosten der Anlage ab. Eine teure Anlage wird durch die KfW-Förderung nicht günstiger, die KfW trägt dann lediglich einen Teil der (überteuerten) Kosten.

Gleiches gilt beispielsweise für den Einbau einer neuen Heizungsanlage. Es kann sinnvoll sein, die alte Heizung für überschaubares Geld zu reparieren, statt gleich eine neue Anlage zu kaufen.

Selbst wenn Sie sich für Ihr Vorhaben entscheiden, sollten Sie Alternativen zur KfW-Förderung prüfen. Bei vielen Programmen ist die KfW-Förderung vorteilhaft. In manchen Bereichen wie der Existenzgründung ist sie sogar häufig die einzige Möglichkeit, eine Finanzierung zu erhalten.

Allerdings gibt es auch KfW-Programme wie das Standard-Programm zu Wohneigentum, bei dem die Zinssätze der KfW nicht wesentlich unter den günstigsten Bankdarlehen liegen. In diesen Fällen kann es insgesamt sinnvoller sein, auf die KfW-Förderung zu verzichten.

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redaktion@finanztip.de (Finanztip Verbraucherinformation gGmbH) 02.04.2019 16:44:00 +0000
So erhalten Bausparer Geld vom Staat : Wohnungsbauprämie https://www.finanztip.de/bausparvertrag/wohnungsbaupraemie/ https://www.finanztip.de/?id=2879So fördert der Staat Bausparer
Das Wichtigste in Kürze
  • Mit der Wohnungsbauprämie will der Staat den Bau neuer Wohnungen fördern. Meistens fließt das Geld in einen Bausparvertrag.
  • Die Förderung ist allerdings überschaubar: Sie erhalten als Single höchstens 45 Euro, als Ehepaar höchstens 90 Euro pro Jahr.
  • Außerdem gelten Einkommensgrenzen: Die Wohnungsbauprämie erhält nur, wer als Alleinstehender weniger als 25.600 Euro oder als Ehepaar weniger als 51.200 Euro im Jahr zu versteuern hat.
  • Das Mindestalter für die Förderung ist 16 Jahre.
So gehen Sie vor
  • Füllen Sie jährlich den Antrag auf Wohnungsbauprämie aus, wenn Sie bereits einen Bausparvertrag haben und die Voraussetzungen erfüllen.
  • Achten Sie bei einem Neuabschluss darauf, dass die Bausparsumme nicht zu hoch ist. Geht es Ihnen nur um die Förderung, reichen 10.000 Euro bei Alleinstehenden und 20.000 Euro bei Paaren.
  • Außerdem sollten Sie später eine Immobilie kaufen, bauen oder umbauen wollen.
  • Sprechen Sie bei größeren Finanzierungen grundsätzlich nicht nur mit einer Bausparkasse, sondern auch mit einer Bank oder einem Kreditvermittler. Finanztip empfiehlt Interhyp, Dr. Klein und Planethome.

Den Traum vom eigenen Haus haben viele Bundesbürger. Wer dafür einen Bausparvertrag abschließt, hat in vielen Fällen ein Recht auf die Wohnungsbauprämie. Mit der Prämie fördert der Staat seit 1952 Wohnungsbauer und solche, die es werden wollen. Um die Prämie zu erhalten, ist nicht viel Aufwand nötig.

Wer bekommt die Wohnungsbauprämie?

Die Voraussetzungen für die Förderung sind im Wohnungsbau-Prämiengesetz festgelegt. Die Prämie kann grundsätzlich erhalten, wer in Deutschland unbeschränkt steuerpflichtig und mindestens 16 Jahre alt ist.

Wer die Voraussetzungen erfüllt, muss dann mit festgelegten Sparverträgen für den Wohnungsbau sparen und dabei die Einkommensgrenzen einhalten.

Vor allem Bausparverträge werden gefördert

Um den Wohnungsbau zu fördern, unterstützt der Staat unterschiedliche Sparverträge. Am wichtigsten sind die Beiträge für Bausparverträge. Dabei darf es sich allerdings nicht um Geld handeln, das Ihnen Ihr Chef als vermögenswirksame Leistungen überwiesen hat und für das Sie bereits eine weitere staatliche Förderung, die Arbeitnehmersparzulage, erhalten. Nur wer an die Bausparkasse wenigstens 50 Euro pro Jahr überweist, hat einen Anspruch auf die Förderung vom Staat.

Die Wohnungsbauprämie gibt es aber nicht nur für Bausparverträge. Auch wenn Sie Anteile an Bau- und Wohnungsgenossenschaften kaufen oder sich an Wohnungs- und Siedlungsunternehmen beteiligen, werden diese Aufwendungen gefördert. Dabei müssen Sparer einen Mindestbetrag einzahlen.

Diese Einkommensgrenzen gelten

Das zu versteuernde Einkommen eines Singles darf im Jahr nicht höher liegen als 25.600 Euro. Für ein Ehepaar sind 51.200 Euro die Grenze. Wer mehr verdient, hat keinen Anspruch auf die Förderung.

Das zu versteuernde Einkommen ist etwas anderes als Ihr Bruttoeinkommen: Vereinfacht spricht man vom zu versteuernden Einkommen, wenn von Ihren Einnahmen bei der Steuerberechnung noch Werbungskosten abgezogen werden beziehungsweise Betriebs- und Sonderausgaben, Vorsorgeaufwendungen, Kinder- sowie sonstige Freibeträge. Eine wichtige Rolle spielt auch, ob Sie als Arbeiter oder Angestellter in die Rentenversicherung einzahlen oder (etwa als Beamter) später eine Pension erhalten.

Wenn Sie keine anderen Einkünfte haben, aber zum Beispiel mehrere Kinder, erhalten Sie die Prämie auch dann, wenn Ihr Bruttoeinkommen deutlich höher ist, als es die Höchstgrenzen zunächst vermuten lassen.

Ein Beispiel: Ein Angestellten-Paar mit zwei kleinen Kindern blieb, sofern es keine weiteren Einkünfte hatte, im Jahr 2017 selbst mit einem Jahresbrutto von knapp 80.000 Euro meist noch unterhalb der Grenze von 51.200 Euro (als zu versteuerndem Einkommen).

Da sich meist das Einkommen und die Sozialbeiträge von Jahr zu Jahr etwas verändern, gibt es nur einen Weg, um sicher festzustellen, ob Sie in einem bestimmten Jahr noch prämienberechtigt waren: Schauen Sie in Ihren Steuerbescheid für das Antragsjahr. Dort finden Sie auf Seite 2 die Berechnung ihres zu versteuernden Einkommens.

Wie hoch ist die Wohnungsbauprämie?

Der Staat bezuschusst die jährlichen Einzahlungen mit 8,8 Prozent, allerdings nicht in unbegrenzter Höhe. Die Grenze, bis zu der die 8,8 Prozent gewährt werden, liegt für einen Alleinstehenden bei 512 Euro und bei 1.024 Euro für Ehepaare. Singles bekommen demnach eine Höchstprämie von 45,06 Euro im Jahr, Ehepartner 90,11 Euro. Damit Sie die Prämie erhalten, muss der Vertrag sieben Jahre laufen. Danach wird die Wohnungsbauprämie dem Vertrag gutgeschrieben.

  Ledige Verheiratete
Einkommensgrenze 25.600 € 51.200 €
jährlich max. geförderte Sparleistung 512 € 1.024 €
Höhe der Prämie 8,8 % 8,8 %
höchste Prämie 45,06 € 90,11 €

 Quelle: Wohnungsbau-Prämiengesetz (Stand: 1. April 2019)

Wie wird die Wohnungsbauprämie ausgezahlt?

Die Wohnungsbauprämie wird nicht direkt ausgezahlt. Vielmehr ermittelt die Bausparkasse anhand Ihres Antrags, ob Sie Anspruch auf die Prämie haben. Spätestens auf dem folgenden Kontoauszug informiert Sie die Bausparkasse dann darüber, ob die Prämie für das beantragte Jahr vorgemerkt wurde. Ausgezahlt werden alle vorgemerkten Prämien erst, wenn Sie den Bausparvertrag „wohnwirtschaftlich“ verwenden.

Sie müssen das Ersparte „wohnwirtschaftlich“ verwenden

Der Staat verlangt, dass Sie mit der Wohnungsbauprämie geförderte Sparverträge wohnwirtschaftlich nutzen. Sie müssen also ein Haus oder eine Wohnung kaufen, bauen, modernisieren oder umbauen. Auch der Erwerb von Wohnrechten ist mit der Prämie erlaubt.

Für Bausparer unter 25 Jahren gelten günstigere Regeln

Jugendliche und junge Erwachsene, die bei Vertragsschluss jünger als 25 Jahre sind, sind nicht an die engen Vorgaben bei der Verwendung gebunden: Nach sieben Jahren können sie frei über das Guthaben und die Wohnungsbauprämie verfügen. Auch der Kauf von Möbeln oder ein neues Auto sind dann drin, ohne dass die Bausparkasse die Wohnungsbauprämie streicht. Allerdings gilt diese Ausnahme nur für einen Vertrag; für einen zweiten Bausparvertrag müssen auch junge Bausparer wieder auf eine wohnwirtschaftliche Verwendung achten.

Aufgrund dieser Sonderregel ist ein Bausparvertrag für Jugendliche durchaus empfehlenswert.

Für Altverträge von vor 2009 gelten andere Regeln

Kunden mit Altverträgen aus der Zeit vor 2009 können nach Ablauf der sieben Jahre grundsätzlich frei über das Geld verfügen und müssen es nicht für ihre Wohnung oder ihr Haus verwenden.

Bei diesen alten Verträgen war eine vorzeitige Kündigung möglich, ohne den Prämienanspruch zu verlieren. Dazu musste eine der folgenden Bedingungen erfüllt sein:

  • Der Kunde verwendet die Beiträge sofort für den Wohnungsbau (wohnwirtschaftliche Verwendung).
  • Der Bausparer oder sein Partner ist verstorben.
  • Der Bausparer oder sein Partner ist arbeitsunfähig geworden.
  • Der Bausparer oder sein Partner ist arbeitslos geworden und die Arbeitslosigkeit dauert länger als zwölf Monate an.
  • Der Vertrag wird auf einen Angehörigen übertragen, der ihn fortsetzt.

Was gehört in den Antrag auf Wohnungsbauprämie?

Bausparkassen schicken den Antrag zur Wohnungsbauprämie in der Regel automatisch an ihre Kunden. Inzwischen können Sie die Wohnungsbauprämie bei vielen Bausparkassen auch online beantragen. Dazu haben Sie insgesamt zwei Jahre Zeit: Die Prämie für die Beiträge des Jahres 2018 können Sie also etwa noch bis Ende 2020 beantragen.

Für den Antrag benötigen Sie Angaben aus Ihrem Bausparvertrag (etwa die Vertrags- oder Bauspar-Nummer), Ihre Steueridentifikations-Nummer und Ihren Steuerbescheid für das Antragsjahr.

Den Antrag müssen Sie entweder handschriftlich oder digital unterzeichnen. Sind Sie sich nicht sicher, ob Sie mit Ihrem Bruttoeinkommen die Prämie noch erhalten, sollten Sie den Antrag sicherheitshalber stellen. Liegen Sie über der Einkommensgrenze, merkt die Bausparkasse die Wohnungsbauprämie einfach nicht vor.

Warum kann die Wohnungsbauprämie am Ende teuer werden?

Wer erst einmal einen Bausparvertrag abgeschlossen hat, um die Wohnungsbauprämie zu beantragen, geht häufig als Erstes zu seiner Bausparkasse, wenn es Jahre später um die Baufinanzierung geht. Das kann unter Umständen teuer werden, denn die Angebote der Bausparkassen sind nicht unbedingt immer die günstigsten.

Im schlechtesten Fall haben Sie einige Jahre lang 45 Euro oder 90 Euro als Prämie kassiert und zahlen dann bei der Finanzierung Hunderte oder Tausende Euro zu viel, weil Sie beim Baukredit nur an die Bausparkasse denken. Sprechen Sie bei größeren Finanzierungen grundsätzlich nicht nur mit einer Bausparkasse, sondern auch mit einer Bank oder einem Kreditvermittler. Finanztip empfiehlt die folgenden Vermittler.

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redaktion@finanztip.de (Finanztip Verbraucherinformation gGmbH) 01.04.2019 16:50:00 +0000
Digitale Anlagehilfe gegen Aufpreis : Robo-Advisor https://www.finanztip.de/robo-advisor/ https://www.finanztip.de/?id=2857Digitale Anlagehilfe gegen Aufpreis
Das Wichtigste in Kürze
  • Sogenannte Robo-Advisors sind meist junge Unternehmen, die das Geld der Kunden mit Hilfe einer Software in Wertpapieren (meist Indexfonds, ETFs) anlegen. Wir nennen sie auch digitale Anlagehelfer.
  • Bevor Sie dem Robo-Advisor Geld übertragen, müssen Sie Fragen zum finanziellen Hintergrund und zur Risikofreude beantworten. Der Anlagehelfer schlägt Ihnen dann ein Wertpapier-Portfolio vor.
  • Ansonsten haben Sie wenig Arbeit: Der Robo-Advisor eröffnet und verwaltet das Wertpapierdepot und kauft und verkauft die Wertpapiere für Sie.
  • Für den Service verlangen Robo-Advisors Geld: Ein guter Anbieter hält die Gesamtkosten unter 1 Prozent der Anlagesumme pro Jahr.
So gehen Sie vor
  • Prüfen Sie zunächst, ob Sie Ihr frei verfügbares Vermögen nicht in Form von Festgeld und Aktien-ETFs selbst anlegen können. Das ist deutlich günstiger.
  • Wenden Sie sich an einen Robo-Advisor, wenn Sie sich nicht selbst um ihre Geldanlage kümmern wollen. Der Anbieter schlägt Ihnen eine Anlage vor, die zu Ihrem Risikoempfinden passt und übernimmt die Geldanlage auch technisch für Sie.
  • Möchten Sie den Finanztip-Leitlinien zur Geldanlage bestmöglich folgen und dabei unterstützt werden, empfehlen wir Ihnen die Robo-Advisors Quirion und Growney.
  • Wissen Sie bereits, wie Ihre Geldanlage aussehen soll und scheuen Sie nur die technische Umsetzung, empfehlen wir die vorgegebenen Portfolios von Weltinvest.

2014 traten die ersten sogenannten Robo-Advisors im Internet an. Das Versprechen der jungen Unternehmen: eine günstige Geldanlage nach festen Regeln anzubieten, die möglichst viel für Sparer herausholt, und mit ein paar Klicks zu haben ist. Anfang 2019 tummeln sich mehr als 30 Robo-Advisors am deutschen Markt, die insgesamt mehr als eine Milliarde Euro deutscher Kunden betreuen.

Wie funktionieren Robo-Advisors? 

Robo-Advisors nehmen Sparern die Geldanlage umfassend ab. Sie fragen ab, wie viel Risiko ein Kunde bereit ist einzugehen, eine Software schlägt eine passende Geldanlage vor und der Anbieter setzt diese dann technisch für den Kunden um. Mit „Advisor“ ist ein Ratgeber oder Betreuer gemeint. Wir nennen die Robos auch digitale Anlagehelfer. 

Risikotyp bestimmen - Zunächst müssen Sparer in der Regel einen mehrteiligen Fragebogen ausfüllen und dort zum Beispiel Angaben zum Vermögen machen. Auch müssen sie angeben, wie viele zwischenzeitliche Verluste sie ertragen könnten – etwa bei einem Börsenabschwung. Zehn oder mehr Fragen können das schon sein. 

Anlageklassen aussuchen - Aus dem Risikotyp leiten die Anlagehelfer ab, auf welche Anlageklassen sie das Kundengeld aufteilen. Anlageklassen sind zum Beispiel Aktien, Anleihen, Rohstoffe oder Immobilien. Sie nutzen dafür häufig Regeln, die aus der Kapitalmarkttheorie stammen. Wer mehr Verlustrisiko einzugehen bereit ist, erhält in der Regel ein Portfolio, das zum Großteil aus Aktienfonds besteht. Wer weniger Risiko tragen möchte, bekommt mehr Anleihen beigemischt. Diese Anlageklasse erwirtschaftet aktuell kaum Zinsen, bewirkt aber, dass das Portfolio etwas weniger schwankt. 

Technische Umsetzung - Stimmt der Kunde der Aufteilung seines Geldes auf die Anlageklassen zu, setzen die digitalen Anlagehelfer dieses Portfolio technisch für Sparer um: Das heißt, sie eröffnen ein Depot für den Kunden, suchen günstige Aktienfonds (ETFs) heraus und kaufen und verkaufen diese. ETFs sind Fonds, die Aktien und Anleiheindizes – manchmal auch Rohstoff- und Immobilienindizes – einfach nachbauen.

Service kostet Aufpreis

Sehr viele Robo-Advisors legen in kostengünstige ETFs an. Deren Verwaltungsgebühr liegt oft in der Größenordnung von 0,3 Prozent im Jahr. Für die Umsetzung der Geldanlage, den Service also, kommen anschließend nochmal Gebühren obendrauf. Der Aufpreis variiert von Anbieter zu Anbieter und kann zwischen einem knappen halben Prozent der Anlagesumme bis zu mehr als 1 Prozent jährlich ausmachen. 

Aktive versus passive Robo-Advisors

Ist das Ausgangsportfolio einmal bestimmt, unterscheiden sich die digitalen Anlagehelfer darin, wie sie die Geldanlage für Kunden steuern. 

Manche folgen einem aktiven Ansatz. Das heißt, sie verteilen Vermögen laufend je nach Börsengeschehen zwischen Fonds um. Ziel ist es oft, dass Verluste mit sehr großer Wahrscheinlichkeit einen bestimmten Wert nicht überschreiten. Dazu sind Simulationen nötig – dafür wiederum braucht es Annahmen über die Verteilung von Renditen. Manche Anbieter achten dabei auch auf die Meinung der hausinternen Analysten.  

Andere Robo-Advisors folgen einem passiven Ansatz. Ihr Ziel ist es, die anfangs festgelegte, weltweit aufgestellte Vermögensaufteilung beizubehalten. Meist schichten die Anbieter Vermögenswerte wenige Mal im Jahr so um, dass die ursprüngliche Verteilung auf Anlageklassen wiederhergestellt ist (Rebalancing). Simulationen unter Annahmen gibt es nicht, ebensowenig spielen Expertenmeinungen eine Rolle.

Robo-Advisors schützen nicht vor Verlusten 

Auch wenn der Robo-Advisor Dienstleistungen wie die Käufe und Verkäufe der Wertpapiere für Sie übernimmt: Ein Schutz vor Kursverlusten und sonstigen Anlagerisiken ist die automatisierte Geldanlage nicht. 

Geht es etwa an der Börse nach unten oder steigen die Zinsen deutlich an, schlagen sich die Kursänderungen bei Aktien und Anleihen auch in Ihrem Depot nieder. 

Die Anlagehelfer haften allerdings dafür, dass die empfohlenen Wertpapiere zu Ihren persönlichen Verhältnissen und Ihren Anlagezielen passen – immer vorausgesetzt, Sie haben die Fragen zu diesen Themen richtig und vollständig beantwortet.

Für welche Sparer eignen sich Robo-Advisors?

Für Finanztip steht fest: Eine gute Geldanlage braucht nicht viele Hilfsmittel. Sie muss auch nicht viel kosten. Wir empfehlen daher eigentlich, dass Sie sich selbst darum kümmern. Wer aber die Verantwortung für die Geldanlage nicht selbst tragen kann oder will, sollte sich den Service eines guten Robo-Advisors genauer anschauen.

Selbstgemachte Geldanlage

Die Finanztip-Grundempfehlung lautet, einen Teil des Geldes langfristig in günstige, breit aufgestellte Aktien-Indexfonds (ETFs) zu investieren und – je nach Risikoneigung – einen anderen Teil in Festgeld oder Tagesgeld, um die Schwankungen am Aktienmarkt etwas aufzufangen. Diese selbstgemachte Geldanlage ist unschlagbar günstig

Sie brauchen dafür

Unsere Berechnungen zeigen: Wer in der Vergangenheit beliebige 15 Jahre ein Portfolio gehalten hat, das anfangs zu 80 Prozent aus dem Weltaktienindex und zu 20 Prozent aus Tagesgeld bestand, hat niemals Geld verloren. 

Mehr dazu im Ratgeber Geldanlage

  • Gute Geldanlage kriegen Sie selbst hin! Kosten zu sparen ist der erste Schritt zu einer guten Rendite.
  • Weitere Ratgeber: Tagesgeld, Festgeld, Indexfonds

Zum Ratgeber

Automatisierte Geldanlage

Über einen digitalen Anlagehelfer können Sie nachdenken, wenn Sie lieber einen Teil der Verantwortung für die Geldanlage abgeben wollen. Das heißt, wenn Sie

  • Unterstützung wünschen bei der Entscheidung, wie viel Risiko Sie bei der Geldanlage tragen wollen oder können, 
  • einen konkreten Vorschlag schätzen bei der Frage, welche ETFs Sie kaufen und wie Sie diese kombinieren sollen, um Ihre Risikoneigung abzubilden,
  • die technische Umsetzung Ihrer Geldanlage abgeben wollen und
  • bei einem Börsenabschwung emotional reagieren. Robo-Advisors helfen Ihnen, ein einmal gewähltes Portfolio langfristig beizubehalten. Anleger dürften zweimal nachdenken, bevor sie sich beim Robo-Advisor einloggen und das eigens erstellte Portfolio für den Vermögensaufbau auflösen. 

Für diesen Service des „An-die-Hand-Nehmens“ zahlen Sie einen Aufpreis im Vergleich zur selbstgemachten Geldanlage. Der Aufpreis kann zwischen ein paar Zehntel Prozentpunkten und einem ganzen Prozent pro Jahr auf den Anlagebetrag liegen. 

Wägen Sie also ab, ob Ihnen der Zusatznutzen des Robo-Advisors den Aufpreis auch Wert ist: Vor allem für ein Portfolio mit geringem Aktienanteil, ist der Robo-Advisor deutlich teurer als ein selbstgemachtes Portfolio aus Tages- und Festgeld. Haben Sie sich bisher bei Ihrer Geldanlage von Ihrer Bank beraten lassen, ist ein Robo-Advisor kostenseitig stets eine Verbesserung.

Quelle: Finanztip-Recherche (Stand: Mai 2019)

Welche Robo-Advisors kommen infrage?

Im Februar und März 2019 haben wir die wichtigsten Anbieter im Bereich Robo-Advisory und digitale Vermögensverwaltung auf dem deutschen Markt identifiziert. Darunter waren mehr als 20 Anbieter, die laufend aktiv in die Vermögensaufteilung eingreifen und eine Handvoll, die ein einmal bestimmtes Portfolio beibehalten (passiver Ansatz).

Aktive Robo-Advisors kein Teil der Betrachtung 

Die aktiv agierenden Robo-Advisors bewertet Finanztip zum aktuellen Zeitpunkt nicht. Um Verlustrisiken einschätzen zu können und aktiv gegenzusteuern, müssen die Anbieter viele Annahmen treffen. Das genaue Vorgehen ist von außen schwer nachzuvollziehen und zu bewerten.

Der aktive Ansatz muss sich also erst beweisen – über längere Zeiten, bestenfalls über einen ganzen Börsenzyklus (Abschwung mit anschließender Erholung) hinweg. Die größten aktiven Robo-Advisors sind Scalable Capital (mit Abstand), danach Cominvest, Liqid, Truevest und Whitebox.

Passive Robo-Advisors setzen Finanztip-Anlageempfehlung eher um  

Robo-Advisors, die einem passiven Ansatz folgen, liegen näher bei den Finanztip-Grundsätzen der Geldanlage. Sie legen einmal am Anfang fest, in welche Anlageklassen das Geld der Kunden fließen soll und bringen das Portfolio automatisch meist einmal im Jahr auf diese Anfangsaufteilung zurück. Ansonsten folgt das Portfolio der Entwicklung des Marktes, weiteres Eingreifen gibt es nicht. 

Wir haben also diese passiven digitalen Anlagehelfer näher betrachtet. Um zu beurteilen, welche Anbieter besonders gut sind, haben wir uns mehrere Kriterien angeschaut. Wichtig war uns: 

  • Die Anbieter sind für Privatanleger geeignet, sie setzen also die Mindestanlagesumme nicht höher als 10.000 Euro an.
  • Die technische Umsetzung der passiven Geldanlage passiert online und aus einer Hand. Mischfonds oder Dachfonds haben wir beispielsweise aus diesem Grund ausgeschlossen.
  • Verwaltungs- und Fondskosten für 15.000 Euro angelegtes Geld machen nicht mehr als 1 Prozent der Anlagesumme pro Jahr aus. Der Abstand zur selbstgemachten Geldanlage ist sonst zu groß im Verhältnis zum Mehrwert an Service.
  • Die Anbieter stellen den Kunden ein breit aufgestelltes Portfolio zusammen, das aus günstigen Indexfonds (ETFs) besteht und nicht unnötig defensiv ausgerichtet ist.

Nicht unnötig defensiv heißt: Ein digitaler Anlagehelfer muss in der Regel dem Aktienanteil im Depot günstige Anleihefonds beimischen. Diese Anleihefonds drücken in der Regel die Renditechancen, aber dämmen – ähnlich wie Tages- oder Festgeld – mögliche Schwankungen ein. Ein notwendiges Übel also.

Eine Anlage in Rohstoff- und Immobilienfonds dagegen halten wir für nicht notwendig, um Schwankungen im Portfolio weiter zu reduzieren. Sie machen das Portfolio umgekehrt möglicherweise zu defensiv. 

Mehr zu den Auswahlkriterien lesen Sie im Abschnitt „So haben wir analysiert“

Welche Robo-Advisors empfiehlt Finanztip?

Finanztip empfiehlt drei Anbieter, die eine langfristige Geldanlage im Sinne der Finanztip-Grundsätze besonders gut umsetzen: Quirion und Growney als klassische passive Robo-Advisors und Weltinvest als digitaler Anlagehelfer für Selbstentscheider.

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Alle Empfehlungen folgen einem passiven Anlageansatz, kosten den Anleger weniger als 1 Prozent der Anlagesumme im Jahr, kümmern sich komplett um die technische Umsetzung der Geldanlage und bilden weltweite Portfolios ausschließlich mit günstigen Aktien-ETFs und Anleihe-ETFs. 

Das zeichnet die digitalen Anlagehelfer aus 

Was die einzelnen genau ausmacht und unterscheidet, haben wir noch einmal etwas genauer aufgeschrieben. 

Quirion

Wer bei Quirion anlegt, zahlt 0,48 Prozent an Gebühren unabhängig vom Anlagebetrag. Die ersten 10.000 Euro sind zum Zeitpunkt des Tests (März 2019) kostenlos. Dazu kommen die laufenden Kosten der ETFs, maximal 0,22 Prozent. Diese Kosten werden nicht eigens belastet, sondern mindern die Wertentwicklung der ETFs entsprechend. Ein Sparplan ist ab 30 Euro im Quartal möglich, zusätzlich zur Einmalanlage können Anleger auch monatlich ab 30 Euro ansparen.

Quirion schlägt Kunden je nach Risikoprofil eines von zehn Musterportfolios vor. Im Aktienbereich legt der Anbieter den Fokus auf entwickelte Länder: Die USA machen gut 45 Prozent der Gewichtung aus, Europa ein Fünftel und Schwellenländer noch etwa 14 Prozent. Die restlichen gut 20 Prozent teilen sich auf andere Ländergruppen auf, etwa Asien. Bei Portfolios mit Anleiheanteil werden Staatsanleihen und Unternehmensanleihen mit verschiedenen Laufzeiten beigemischt.

Quirion ist seit Ende 2013 am Markt und damit der älteste Robo-Advisor. Der Anbieter verwaltet nach eigenen Angaben Vermögen von 200 Millionen Euro für mehr als 7.000 Kunden. Quirion wird seit Mitte 2018 als eigene AG geführt und ist 100-prozentige Tochter der Quirin Privatbank, die Vermögensverwaltung gegen Honorar anbietet.

Growney

Wer bis zu 50.000 Euro bei Growney anlegt, zahlt dafür im Schnitt 0,69 Prozent Gebühren im Jahr. Dazu kommen die laufenden Kosten des ETFs, maximal 0,27 Prozent. Diese Kosten werden nicht eigens belastet, sondern mindern die Wertentwicklung der ETFs entsprechend. Anlagebeträge ab 50.000 Euro kosten noch 0,39 Prozent an jährlicher Gebühr. Der Anbieter setzt keine Mindestanlage voraus, weder für die einmalige Anlage von Geld noch für einen regelmäßigen Sparplan. 

Insgesamt hat Growney fünf vorgefertigte Portfolios im Programm. Im Aktienbereich gewichtet der Anbieter die Ländergruppen USA (etwa 31 Prozent), Europa (etwa 25 Prozent) und Schwellenländer (etwa 31 Prozent) recht ausgewogen. Bei Portfolios mit Anleiheanteil werden Staatsanleihen mit Laufzeiten bis zu drei Jahren und Unternehmensanleihen mit Laufzeiten bis zu zehn Jahren entsprechend beigemischt. 

Die Risikobereitschaft der Sparer fragt Growney mit Hilfe eines sehr gut verständlichen Fragebogens ab. Growney ist ein Berliner Start-Up und seit 2016 am Markt. Die Kundendepots liegen bei der Sutor Bank in Hamburg. Growney verwaltet nach eigenen Angaben knapp 100 Millionen Euro für fast 3.000 Kunden. 

Sonderfall: Weltinvest

Diesen Anbieter betrachten wir etwas abgesetzt von Quirion und Growney, denn Weltinvest ist kein Robo-Advisor im klassischen Sinn. Er richtet sich an Selbstentscheider, bietet also keine Unterstützung bei der Frage, wie viel Risiko Kunden bei der Geldanlage tragen wollen oder können. Dennoch empfehlen wir Weltinvest, weil der Anbieter die Geldanlage-Prinzipien von Finanztip, breit und günstig Risiken zu streuen, gut abbildet. 

Die Gebühr für die technische Umsetzung einer von vier nach Risiko gestaffelten Portfolios kostet Kunden 0,33 Prozent der Anlagesumme. Die ETF-Gebühren belaufen sich auf maximal gut 0,17 Prozent. Sie sind in der Wertentwicklung der Fonds inbegriffen. Weltinvest nutzt ausschließlich ETFs der Marke Vanguard, einem etablierten Fondsanbieter aus den USA, der genossenschaftlich organisiert ist. 

Im Aktienbereich gewichtet der Anbieter die USA mit gut 44 Prozent etwas stärker, Europa und Schwellenländer kommen je auf gut 20 Prozent. Bei Portfolios mit Anleiheanteil wird ein Vanguard Anleihe-ETF mit sicheren Staats- und Unternehmensanleihen beigemischt. Weltinvest gehört zu Weltsparen, einer Plattform für Tages- und Festgelder. Der Anbieter ist seit September 2018 am Markt aktiv. Er verwaltet nach eigenen Angaben mehr als 100 Millionen Euro für gut 5.000 Kunden.

Portfolios für Mustersparer

Um Angebot und Unterschiede der empfohlenen Robo-Advisors greifbarer zu machen, haben wir auch getestet, welche Portfolios zwei Mustersparer jeweils vorgeschlagen bekommen hätten. Kurz gesagt: Das Portfolio von Quirion war etwas defensiver aufgestellt als das von Growney, der Anleiheanteil etwas höher. Wenn Sie dazu mehr Details wissen möchten, lesen Sie im Abschnitt „So haben wie analysiert“ weiter. 

Worauf müssen Sie bei den Robo-Advisors sonst noch achten?

Geht es um online Geldanlage, tauchen schnell drei Fragen auf: Wie kann ich das Konto/Depot eröffnen und wie lange dauert das? Was muss ich steuerlich beachten? Und: Was passiert eigentlich, wenn der Anbieter – in diesem Fall – der Robo-Advisor Insolvenz anmelden sollte?

So läuft die Kontoeröffnung ab 

Bei Quirion und Growney beantworten Sie Fragen zum finanziellen Hintergrund und Risikoempfinden direkt bei der Anmeldung. Wegen neuer gesetzlicher Regeln (Mifid II) müssen Sparer seit 2018 an einer Stelle im Anmeldeprozess angeben, wie viel Erfahrung sie bereits mit Wertpapieren haben. Wer als Selbstentscheider bei Weltinvest Kunde werden möchte, muss sich bei Weltsparen, der dazugehörigen Plattform für Tages- und Festgeldsparen, registrieren. 

Um die Anmeldung abzuschließen, müssen Sie sich legitimieren. Das geht entweder ganz klassisch über den Weg in die Postfiliale (Post-Ident) oder online per Video-Ident. Zwischen Registrierung und dem Zeitpunkt, an dem Sie tatsächlich Geld investieren können, vergehen in der Regel wenige Tage. Um Geld anzulegen, überweisen Sie es von einem festgelegten Girokonto, dem Referenzkonto, auf das Verrechnungskonto des digitalen Anlagehelfers. Alternativ können Sie ein Lastschriftmandat erteilen. Der Robo-Advisor bucht den gewünschten Anlagebetrag dann innerhalb weniger Banktage vom Referenzkonto ab.

Abgeltungssteuer wird automatisch abgeführt

Auch über die Steuer sollten Sparer kurz nachdenken. Erträge aus Fonds und ETFs werden seit 2018 anteilig jährlich mit Abgeltungssteuer belastet. Außerdem sind Verkaufsgewinne steuerpflichtig. Solche Gewinne können anfallen, wenn der Robo-Advisor ein oder mehrmals im Jahr innerhalb des Portfolios zwischen den Anlageklassen umschichtet. Die Steuern führt der Robo-Advisor aber direkt an den Fiskus ab. 

Anleger können den Steuerabzug verhindern, wenn sie einen Freistellungsauftrag einrichten. Denn die ersten 801 Euro Kapitalerträge sind steuerfrei (bei Verheirateten 1.602 Euro). Bei unseren Empfehlungen können Sparer recht einfach einen solchen Freistellungsauftrag im Kundenbereich einrichten. Bei Growney lässt sich der Auftrag online einrichten; Quirion und Weltinvest stellen ein Formular zur Verfügung, das Sparer ausfüllen und per Post an den Anbieter schicken müssen. Quirion will dies im Lauf des Jahres 2019 noch anpassen.

Sollten Ihre Kapitalerträge den sogenannten Sparerpauschbetrag von 801 Euro übersteigen, müssen Sie diese Gewinne in der Anlage KAP der Steuererklärung angeben. Dafür stellen Ihnen die Robo-Advisors jeweils im Frühjahr eine Jahressteuerbescheinigung aus. Details zur Steuer auf ETFs lesen Sie auch im Ratgeber zur Investmentsteuerreform.

Fondsguthaben sind sicher 

Viele Robo-Advisors haben noch nicht so viele Kundengelder eingesammelt und sind sehr klein. Manche Kunden fragen sich, was im Falle einer Insolvenz des Anbieters passiert. In einem solchen Fall gehört das Geld, das in Fonds angelegt ist, weiterhin Ihnen. Es zählt zum sogenannten Sondervermögen und fließt nicht mit in die Insolvenzmasse des Unternehmens. 

Die Fonds lagern bei einer separaten Depotbank, die sich um die Verwaltung des Vermögens kümmert. Sollte auch die Depotbank finanzielle Probleme bekommen, kümmert sich ein Treuhänder um das Fondsvermögen. Bei Quirion lagern die Fondsguthaben bei der Mutter Quirin, die Depotbank von Growney ist die Sutor Bank. Weltinvest arbeitet mit der DAB-BNP Paribas zusammen. 

So haben wir analysiert

Analyse von Robo-Advisors im Februar und März 2019

Im Februar 2019 haben wir Robo-Advisors/digitale Vermögensverwalter identifiziert, die bei Suchanfragen auf Google zu den Stichworten „Robo-Advisor“ und „digitale Vermögensverwaltung“ unter die ersten 100 Suchergebnisse kamen. Zudem haben wir alle Anbieter aufgenommen, die zur gleichen Zeit auf den Websites extra-funds.de gelistet und im Test der Stiftung Warentest vom Juli 2018 berücksichtigt waren. Am Ende haben wir so 32 Anbieter identifiziert.

Anschließend haben wir die besten Robo-Advisors nach den folgenden Finanztip-Kriterien herausgesucht: Die Robo-Advisors sollen …

  1. … sich an Privatkunden richten und sich auch für sie eignen. Anbieter mit Mindestanlagesummen im sechsstelligen Bereich haben wir somit ausgeschlossen.
  2. … die technische Umsetzung der Geldanlage online und aus einer Hand anbieten. So fallen etwa Dachfondslösungen heraus oder Anbieter, die in Kooperation mit Finanzberatern agieren.
  3. … passiv agieren, also die Start-Allokation für den Kunden je nach Marktgeschehen immer wieder anpassen. Das entspricht den Finanztip-Grundsätzen für eine gute und einfache langfristige Geldanlage.
  4. … die Gebühren für eine Anlage von 15.000 Euro unter einem 1 Prozent per annum halten. Dabei rechnen wir die ETF-Kosten zu den Servicegebühren der Robo-Advisors. 
  5. … Kundengelder auf Anlageklassen aufteilen, die der Finanztip-Geldanlage-Empfehlung bestmöglich folgen. Sie sollen also Geld in weltweit aufgestellte Aktien(fonds) investieren und zur Stabilisierung nur Anleihen beimischen.

Unsere Kriterien erfüllten drei Anbieter: QuirionGrowney und Weltinvest

Dabei nimmt Weltinvest eine Sonderstellung ein, da auf eine Beurteilung der Risikobereitschaft absichtlich verzichtet wird. Der Anbieter eignet sich daher nur für Selbstentscheider, die lediglich die technische Umsetzung ihrer Geldanlage abgeben wollen. Die Geldanlage selbst entspricht den Finanztip-Grundsätzen zur Geldanlage.

Diese digitalen Anlagehelfer haben wir näher betrachtet

Anbieter

Mindestanlage

Einmalanlage /

Sparplan in €

Kosten Anlage
15.000 €

Gebühr /
Fondskosten1

in %

Anzahl
Portfolios

Empfehlung,

Kommentar

Quirion 5.0002 / 30 0,483 + max. 0,22 10 ja, etablierter und günstiger Anbieter, Tochter der Quirin Bank AG
Growney 1 / 1 0,69 + max. 0,27 5 ja, gut verständlicher Fragebogen
Weltinvest 500 / 504 0,33 + max. 0,174 4 ja, wenngleich Anbieter nur die technische Umsetzung übernimmt; Portfolio ausschließlich aus Vanguard-ETFs
Fintego 2.500 / 50 0,7 + max. 0,22 5 nein, da auch in Rohstoffe und Immobilien investiert wird
Ginmon 5.000 / 50 (bei Einmalanlage von 1.000 €) 0,75 + max. 0,25 10 nein, da auch in Rohstoffe und Immobilien investiert wird
Pixit (Targobank) 5.000 / 50 0,99 + max. 0,18 15 nein, da Gesamtkosten über 1 Prozent liegen

1Die Fondskosten werden nicht extra erhoben, sondern mindern die Wertentwicklung des Portfolios.
2 Mindestanlage reduziert sich im Rahmen einer befristeten Aktion bis 10. Oktober 2019 auf 1.000 Euro.
3Die ersten 10.000 € Anlage kosten bei Quirion nichts. Eine Anlagesumme von 15.000 Euro kostet den Kunden effektiv maximal 0,38 Prozent. Wir haben das Basis-Paket von Quirion analysiert, das ohne persönlichen Berater auskommt.
4 ab Juni 2019.
Quelle: Anbieter (Stand Konditionen: 25. März 2019)

Folgende Anbieter haben unsere Kriterien nicht (vollständig) erfüllt: 

  • Kriterium 1: Liquid, United Signals
  • Kriterium 2: Easyfolio, Aviyou
  • Kriterium 3: Bevestor (Deka), Castel Insight, Cominvest, Easyinvesto (DWS), Fidelity Wealth Expert, Fundamental Capital, Investify, Knappvoith Vermögensverwaltung, Loni, Minveo, Monviso (Basler, DWS), Robin (Deutsche Bank), Scalable Capital, Sold Invest, Sutor Bank, Truevest, VisualVest (Union Investment), Warburg Navigator, Whitebox, Zeedin. 
  • Kriterium 4: Pixit (Targobank)

Die bisherige Empfehlung Vaamo und der Anbieter Prospery (Robo-Advisor der niederländischen ABN Amro) haben sich an unserer Umfrage nicht beteiligt. Im Juni 2019 zog sich Prospery dann auch vom Markt zurück. Details zu alten Empfehlungen lesen Sie im Testartikel 2016.

Portfolios für Mustersparer 

Um die vorgeschlagenen Portfolios unserer Empfehlungen Quirion und Growney etwas greifbarer zu machen, haben wir zwei Mustersparer ins Rennen geschickt und mit deren Vorgaben die jeweiligen Fragebögen ausgefüllt.

- Börseneinsteiger: Der Mustersparer ist 35 Jahren alt und will 15.000 Euro langfristig anlegen. Er hat weniger als 50.000 Euro an Erspartem auf der Seite. Er ist risikoaffin, würde aber Einbußen größer als 45 Prozent seiner Sparsumme nicht tolerieren.

- erfahrener Anleger: Der Mustersparer ist 50 Jahre alt und will 50.000 Euro anlegen. Er hat eine abbezahlte Immobilie und bespart eine Kapitallebensversicherung. Der Sparer ist sehr risikoaffin und würde auch Verluste seiner Geldanlage von bis zu 60 Prozent verkraften.

Quirion lieferte für den Börseneinsteiger ein Portfolio, das zu 60 Prozent aus Aktien und zu 40 Prozent aus Anleihen bestand. Es ist damit etwas defensiver aufgestellt als der Vorschlag von Growney. Dort würde der Börseneinsteiger ein Portfolio aus 70 Prozent Aktien und 30 Prozent Anleihen erhalten.

Für den erfahrenen Anleger verhält es sich analog: Bei Quirion bekäme der Börsenexperte ein Portfolio aus 90 Prozent Aktien und 10 Prozent Anleihen. Bei Growney wäre er zu 100 Prozent in Aktien investiert.

Weltinvest bietet Selbstentscheidern ebenfalls ein Portfolio mit 70 Prozent Aktien und 30 Prozent Anleihen, oder ein hundertprozentiges Aktienportfolio an.

Im Aktienanteil der einzelnen Portfolios finden sich bei den drei Anbietern unterschiedliche Gewichtungen der Ländergruppen: Quirion gewichtet die Ländergruppen USA und Europa stärker, bei Growney halten sich USA, Europa und Schwellenländer in etwa die Waage. Weltinvest setzt auf mehr als 40 Prozent USA-Anteil und je gut 20 Prozent Anteil von europäischen Aktien und Aktien aus Schwellenländern. 

Damit weichen alle Anbieter vom MSCI All Countries World Standardindex (MSCI ACWI) ab, der US-amerikanischen Aktien derzeit etwa 55 Prozent Gewicht einräumt (Stand: März 2019).

Mehr dazu im Ratgeber Indexfonds/ETFs

  • Mit kostengünstigen ETFs bauen Sie einfach Vermögen auf.
  • Unsere ETF-Empfehlungen für MSCI-World-ETFs: iShares (WKN: A0RPWH), Source (WKN: A0RGCS) und Xtrackers (WKN: DBX1MW); für MSCI-All-Countries-World-ETFs: SPDR (WKN: A1JJTC) und iShares (WKN: A1JMDF).

Zum Ratgeber

Ergebnisse früherer Finanztip-Untersuchungen

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redaktion@finanztip.de (Finanztip Verbraucherinformation gGmbH) 27.03.2019 16:36:00 +0000
Von der Kreditkarte bis zur Prepaid-Karte : Visa-Card https://www.finanztip.de/kreditkarten/visa-card/ https://www.finanztip.de/?id=3232Von der Kreditkarte bis zur Prepaid-Karte
Das Wichtigste in Kürze
  • Mit Kreditkarten von Visa können Sie weltweit zahlen.
  • Falls Ihnen die Kreditkarte gestohlen wird, müssen Sie sie sperren lassen. Das geht im Inland kostenlos über die Notfall-Telefonnummer 116 116. Bis die Karte gesperrt ist, haften Sie für finanzielle Verluste, die Ihnen entstanden sind.
  • Die verschiedenen Kreditkarten von Visa unterscheiden sich deutlich bei Leistungen, Konditionen und Abrechnungsrhythmus.
  • Visa selbst gibt keine Kreditkarten heraus, das übernehmen die kontoführenden Banken.
So gehen Sie vor
  • Finanztip empfiehlt die kostenlosen Kreditkarten von DKBING-DibaSantander, Barclaycard, die Prepaid-Kreditkarten von der Wüstenrot Bank und die Debit-Karten von O2 Banking und Transferwise.
  • Bei Gold- oder Platin-Kreditkarten sollten Verbraucher genau prüfen, ob sich die Karte für sie lohnt.

Ob in Buxtehude, Schanghai oder im Internet – die Kreditkarten von Visa leisten überall ihren Dienst. Mit ihnen können Kunden im In- und Ausland bezahlen, getreu dem alten Visa-Werbeslogan „Die Freiheit nehm‘ ich mir“.

Wo werden die Kreditkarten akzeptiert?

Wenn im Ausland die Girocard (früher: EC-Karte) nicht akzeptiert wird, greifen die meisten Verbraucher zu ihrer Kreditkarte. Denn mit der können sie nicht nur im Internet einkaufen, sondern auch weltweit Geld abheben oder in Läden bezahlen. Die Kosten bestimmt dabei die kartenausgebende Bank. Beim Abheben kann es passieren, dass die Automatenbetreiber noch weitere Gebühren verlangen. Diese werden aber in der Regel angezeigt.

Visa-Kreditkarten werden dem Unternehmen zufolge in mehr als 200 Ländern angenommen, Kunden können damit Geld abheben und bezahlen. Es gibt 40 Millionen Akzeptanzstellen, an denen Verbraucher ihre Visa-Karte einsetzen können und zwei Millionen Automaten, an denen sie mit der Kreditkarte an Bargeld kommen. In Europa sind es 400.000 Geldautomaten. Visa veröffentlicht zwar keine Daten zur Automatenzahl in Deutschland, die meisten Automaten in der Bundesrepublik akzeptieren sie aber wohl.

Inzwischen geht es bei der Akzeptanz von Kreditkarten um mehr als nur das einfache Bezahlen im Supermarkt. Denn Verbraucher müssen die Karte nicht mehr aus der Hand geben oder sie in den Bezahlterminal stecken, um mit ihr zu bezahlen – eine neue Technik, Near Field Communication (NFC) genannt, macht es möglich.

NFC-Logo auf Kreditkarten

Bildquelle: Finanztip
NFC-Logo auf Kreditkarten

Die Kunden halten dabei ihre Kreditkarte einfach an die Kasse, das reicht für das Bezahlen aus. Falls sie weniger als 25 Euro ausgeben, müssen sie nicht einmal eine Pin eingeben oder unterschreiben. Teilweise klappt das auch bei Beträgen bis 50 Euro. Die Kreditkarten-Unternehmen entwickeln dabei eigene NFC-Systeme, bei Visa nennt sich das Ganze „Paywave“. Ob Verbraucher mit NFC bezahlen können, erkennen sie an dem Funksymbol auf Kreditkarte und Kasse.

Wie sicher sind die Karten von Visa?

Falls die Kreditkarte verloren geht oder jemand sie stiehlt, ist Eile geboten. Kunden müssen die Karte sperren, das geht zum Beispiel über die Notfall-Telefonnummer 116 116. Sie ist in Deutschland kostenlos, im Ausland gebührenpflichtig. Bankkunden haften für finanzielle Verluste, bis sie das erledigt haben, wenn jemand anders die Karte nutzt. Dabei gilt allerdings eine Obergrenze von 50 Euro. Einige Banken verzichten sogar darauf, ihre Kunden damit zu belasten.

Zudem gilt die "Zero Liability Policy" von Visa. Die sieht vor, dass Sie nur bei grober Fahrlässigkeit haften.

Inhaber einer Visa-Kreditkarte können sich beim Shopping im Internet über ein Sicherheitssystem schützen. Dabei handelt es sich um ein 3D-Secure-Verfahren, es heißt „Verified by Visa“ und soll verhindern, dass Unbefugte mit der Karte online einkaufen. Die Kunden geben dabei zusätzlich zu ihren Kartendaten eine über das Handy übermittelte TAN beim Einkaufen ein. Zukünftig wird es neben der TAN noch weitere Möglichkeiten geben, den Einkauf zu bestätigen. Darunter zum Beispiel Apps für das Smartphone oder aber ein Fingerabdruck.

Was bietet Visa außer Kreditkarten?

Bei den Kreditkarten von Visa gibt es einige Unterschiede. Für Privatanwender hat das Unternehmen folgende Karten im Programm: Classic, Gold, Platinum und Infinite. Je höher der Status der Karte, umso mehr erweitern die Banken in der Regel den zusätzlichen Service, von Versicherungen bis zum Concierge-Service. Für Unternehmen gibt es Business- und Corporate-Karten. Wie die Konditionen der Kreditkarten ausgestaltet sind, hängt von der kartenausgebenden Bank ab.

Visa bietet aber mehr an als die bekannten Kreditkarten. Mit V-Pay ist Visa Europe zum Beispiel auf den Girocards (früher: EC-Karten) der deutschen Banken als internationaler Partner vertreten. Ist das entsprechende Symbol auf die Karte gedruckt, dann funktioniert die Girocard außerhalb Deutschlands komplett über V-Pay. Im Inland bezahlen die Kunden auch teilweise über V-Pay, ohne davon etwas mitzukommen.

V-Pay-Logo auf Kreditkarten

VPay Visa Europe
VPay Visa Logo

Visa betreibt darüber hinaus seine eigene Geldautomaten-Marke: Visa Plus. Verbraucher können mit Karten, die das Plus-Symbol tragen, nur Geld abheben, nicht aber bezahlen. Die Postbank bietet zum Beispiel eine Visa-Pluskarte als Sparcard an.

Wie funktioniert die Abrechnung bei Visa?

Auch bei der Abrechnung der Visa-Kreditkarten gibt es Unterschiede. Dabei kommt es auf den Karten-Typ an.

Debit - Bei diesen Kreditkarten werden die Umsätze sofort vom Konto abgebucht. Das ist zum Beispiel bei der Visa-Kreditkarte der Consorsbank der Fall.

Charge - Die DKB dagegen bucht die Rechnung nur einmal im Monat ab, es handelt sich um sogenannte Charge-Karten.

Revolving - Bei der Santander 1Plus Karte können die Kunden die Rechnung auch in Raten bezahlen, die Bank verlangt im Gegenzug Zinsen. Solche Revolving-Kreditkarten sind nur für Menschen mit viel Disziplin ein gute Option, alle anderen sollten entweder auf die Ratenzahlung verzichten oder eine andere Karte wählen.

Unter dem Namen Visa erhalten Bankkunden auch Prepaid-Kreditkarten. Mit denen erhalten sie jedoch keinen Kredit, sie nutzen lediglich ihr Guthaben. Solche Karten eignen sich insbesondere für Jugendliche oder Menschen mit einer schlechteren Bonitätsbewertung.

Welche Visa-Kreditkarten empfiehlt Finanztip?

Finanztip hat sich unterschiedliche Visa-Kreditkarten angesehen. Bei den klassischen Kreditkarten empfehlen wir die kostenlosen Kreditkarten von DKB, ING-Diba, Santander, und Barclaycard. 

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Bei den Prepaid-Kreditkarten konnte uns die Karte der Wüstenrot Bank und von Payback überzeugen.

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Ob sich eine Gold- oder Platin-Kreditkarte lohnt, kommt ganz darauf an, wie Sie die Kreditkarte nutzen und ob Ihnen die zusätzlichen Leistungen tatsächlich helfen. Die Angebote von Miles and More oder Amazon passen nicht für alle Verbraucher. Es handelt sich dabei nicht immer um goldene Kreditkarten, die Angebote sind aber mit Zusatzleistungen verbunden.

Wer steckt hinter den Visa-Karten?

1970 entstand als Vorläufer die National Bank Americard mit 243 Banken als Gründungsmitgliedern. 1976 erhielt das Unternehmen seinen neuen, nun bekannten Namen: Visa. Seit den 1980er Jahren werden die Visa-Karten auch in Deutschland ausgegeben.

Inzwischen steckt hinter Visa eine Aktiengesellschaft, die den Service, die Marke, Dienstleistungen und Systeme anbietet – aber keine Kreditkarten ausgibt. Die bekommen die Verbraucher von den Banken, die mit Visa zusammenarbeiten. In Europa geschah das jahrelang über Visa Europe. Es gehörte etwa 4.000 europäischen Banken. Seit Ende 2016 gehört Visa Europe nach dem Verkauf wieder zur internationalen Firma Visa Inc. Im Geschäftsbericht für 2018 nennt Visa Inc eine Bilanzsumme von fast 70 Milliarden US-Dollar. Konkurrent Mastercard kommt auf 25 Milliarden Dollar.

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redaktion@finanztip.de (Finanztip Verbraucherinformation gGmbH) 27.03.2019 14:37:00 +0000
Mit wenig Aufwand die Heizkosten senken : Heizkosten sparen https://www.finanztip.de/heizkosten-sparen/ https://www.finanztip.de/?id=394Mit wenig Aufwand ordentlich Heizkosten sparen
Das Wichtigste in Kürze
  • Fürs Heizen geben Verbraucher in Deutschland im Schnitt 924 Euro im Jahr aus.
  • Ihre Heizkosten senken können Sie als Mieter wie als Hauseigentümer, ohne dass Sie Ihren Komfort einschränken müssen. 
  • Durch viele verschiedene Maßnahmen können Sie mehrere Hundert Euro im Jahr sparen.
  • Wie hoch Ihre Heizkosten pro Quadratmeter sind, hängt vor allem davon ab, wie gut Ihr Wohnhaus gedämmt ist, mit welchem Brennstoff Sie heizen und wie groß Ihre Wohnfläche ist.
  • Die Bundesregierung plant, fossile Brennstoffe wie Erdgas und Heizöl ab 2021 mit einem CO2-Preis zu belasten. Das Heizen mit diesen Brennstoffen, aber auch mit Fernwärme wird dann teurer. Sparsam zu heizen, lohnt sich damit auf lange Sicht immer stärker.
So gehen Sie vor
  • Heizkosten sparen Sie, indem Sie im Winter richtig lüften und die Heizung optimal einstellen. Dies ist mit wenig Aufwand getan.
  • Auch im Sommer können Sie etwas tun: Entstauben Sie Ihre Heizkörper oder Stromspeicherheizung. Lassen Sie Ihren Kessel oder Ihre Gastherme vom Fachmann reinigen.
  • Als Hauseigentümer sollten Sie einen modernen Heizkessel einbauen lassen. Ein sogenannter Brennwertkessel arbeitet 10 bis 15 Prozent effizienter. Oder Sie rüsten auf erneuerbare Energien um – mit Solar- oder Umweltwärme brauchen Sie weniger Brennstoff.
  • Gehört Ihnen ein Eigenheim, verringern Sie Ihre Wärmekosten am stärksten durch eine energetische Sanierung. Diese ist teuer, aber es gibt Fördermittel vom Staat.
  • Abgesehen davon können Sie sparen, indem Sie den Strom- oder Gasanbieter wechseln, die Anschlussleistung für Fernwärme prüfen lassen oder die Heizölpreise im Auge behalten.

Zum Gasrechner

Damit Ihre Wohnung warm ist und heißes Wasser aus dem Hahn kommt, geben Sie in der Regel mehr Geld aus als für Strom. Rund 924 Euro sind es nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums 2017 im Schnitt gewesen. Wohl gemerkt in einem Jahr, in dem die am stärksten genutzten Brennstoffe zum Heizen – Heizöl und Erdgas – günstig waren. Wollen Sie Heizkosten sparen, können Sie den Gasanbieter wechseln und Preise auf Heizölportalen vergleichen. Sie können aber auch mit ein paar Kniffen Ihren Wärmeverbrauch verringern, ohne frieren zu müssen.

Wie stark können Sie an der Heizung sparen?

Wollen Sie wissen, wie stark Sie Ihre Heizkosten senken können, müssen Sie erst einmal Ihre Kosten denen in vergleichbaren Wohnungen gegenüberstellen. Das gelingt mit dem Heizcheck. Diesen bietet die gemeinnützige Beratungsgesellschaft CO2online auf ihrer Internetseite an. Ihren angegebenen Energieverbrauch vergleicht CO2online mit dem von Verbrauchern, die in gleich großen Wohnungen in ähnlich alten Häusern in Ihrer Stadt oder Region leben. Zusätzlich erfahren Sie, wie stark Sie Ihren Verbrauch noch verringern können. 

Ob Ihre Heizkosten hoch oder niedrig sind, erfahren Sie über den Heizcheck.

Zum Heizcheck

Alternativ bietet sich ein kostenloser Basis-Check einer Verbraucherzentrale an. Dazu kommt ein Berater zu Ihnen in die Wohnung, prüft Ihren Energieverbrauch und gibt Ihnen Ratschläge, wie Sie weniger verbrauchen. Dies dauert etwa eine Stunde. Sie können aber auch eine Niederlassung einer Verbraucherzentrale aufsuchen und sich dort beraten lassen, nachdem Sie einen Termin vereinbart haben. Auch eine solche stationäre Beratung ist kostenlos.

Einen ersten Anhaltspunkt zur eigenen Einschätzung liefern auch die durchschnittlichen Wärmekosten, die ein Haushalt in Deutschland pro Jahr aufwendet:

Geben Sie auch annäherend 1.000 Euro (oder sogar mehr) pro Jahr fürs Heizen aus, können Sie in der Regel mehrere Hundert Euro in jedem Jahr sparen – mit vielen kleinen oder auch einer großen Maßnahme.

Wann sind Ihre Heizkosten erhöht?

Wie hoch Ihr Wärmeverbrauch ist, hängt in erster Linie davon ab, wie energieeffizient Ihr Wohnhaus ist. In einem Niedrigenergiehaus beträgt der Wärmebedarf pro Quadratmeter bis zu 70 Kilowattstunden im Jahr. Maximal 15 Kilowattstunden sind es in einem Passivhaus. Das Potenzial, den Energieverbrauch zu verringern, ist in solchen Häusern ohnehin klein.

Im Schnitt liegt der Verbrauch aber bundesweit bei rund 130 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr. Es können auch mehr als 200 Kilowattstunden pro Quadratmeter sein. Das bedeutet: Verbraucher in schlecht gedämmten Häusern zahlen durchaus fünfmal mehr fürs Heizen. 

Die Heizungsart ist ein zweiter entscheidender Faktor für Ihre Heizkosten. Strom ist seit vielen Jahren der teuerste Brennstoff: Wer eine Nachtspeicherheizung betreibt, hat die höchsten Kosten pro Quadratmeter Wohnfläche. Wer eine Wärmepumpe nutzt, kommt günstiger weg – je nachdem, wie warm das Medium ist, das der Umwelt entnommen und mit Strom auf ein höheres Niveau gehoben wird. Wer in einem energieeffizienten Haus lebt, kann mit einer Wärmepumpe sogar am günstigsten heizen. Für eine 70-Quadratmeter-Wohnung belaufen sich die Kosten laut Heizspiegel 2019 im Schnitt auf 685 Euro.

Fernwärme zählt ebenfalls zu den teuren Heizarten. Rund 12 bis 13 Euro pro Quadratmeter kostete Verbraucher 2018 die Wärmelieferung laut Heizspiegel 2019. Günstig war es dagegen, mit Gas zu heizen – bei 10 bis 11 Euro pro Quadratmeter lagen die Kosten in der Regel. Teurer war 2018 Heizöl, aber immer noch günstiger als Fernwärme. Dass Gas und Heizöl vergleichsweise preiswert sind, liegt auch daran, dass die Brennstoffe bislang weniger stark mit Steuern und anderen Kosten belastet sind als Strom. Die Bundesregierung will ab 2021 einen CO2-Preis auf Heizöl und Erdgas einführen.

Ein dritter wichtiger Faktor ist schließlich, ob Sie allein in einem Haus wohnen oder mit anderen Parteien zusammen. Heizen Sie Ihr Eigenheim allein, können Sie nicht vom Heizverhalten anderer profitieren. So müssen Sie in der Regel stärker heizen als Verbraucher in einem Mehrfamilienhaus. 

Grundsätzlich gilt: Je größer das Wohnhaus, desto geringer ist der Energieverbrauch pro Quadratmeter und desto geringer sind die Heizkosten. Rund 5 Prozent mehr zahlen Verbraucher in Wohnhäusern mit bis zu 250 Quadratmetern Fläche als Verbraucher in Häusern mit bis zu 500 Quadratmetern Wohnfläche. Wer in einem Haus mit mehr als 1.000 Quadratmetern wohnt, zahlt rund 10 Prozent weniger als jemand in einem Ein- oder Zweifamilienhaus. Das geht ebenfalls aus dem Heizspiegel hervor.

Es hat aber auch einen Vorteil, wenn Ihre Heizung Sie allein versorgt – entweder in einem Einfamilienhaus oder wenn in Ihrer Wohnung eine Gasetagenheizung installiert ist. Denn haben Sie direkten Zugriff auf die Heizung, entlastet das Ihren Geldbeutel in dem Maße, wie Sie sparsamer heizen.

In einem Mehrfamilienhaus mit Zentralheizung spiegelt sich ein gesunkener Wärmeverbrauch dagegen nur teilweise auf der Heizkostenabrechnung, die Sie einmal im Jahr erhalten. Denn einen Teil der Kosten zahlen Sie aufgrund Ihres Verbrauchs, den anderen Teil aufgrund der Größe Ihrer Wohnung. Nichtsdestotrotz können die meisten Haushalte Heizkosten sparen – allein indem sie richtig heizen und lüften.

Heizkosten sparen mit richtigem Lüften und Heizen

Egal, ob Sie zur Miete oder im Eigenheim wohnen, ob Sie Gas oder Heizöl verfeuern oder ob Sie Fernwärme beziehen: Ein paar Dinge kann jeder tun, um die Heizkosten niedrig zu halten. 

1. Richtig lüften

Fenster zu kippen, mag praktisch sein, wenn Pflanzen auf dem Fensterbrett das Öffnen erschweren. Effektiv und kostensparend lüften können Sie so im Winter aber nicht. Das gelingt nur, wenn Sie das Fenster vollständig öffnen – für wenige Minuten. Bei diesem Stoßlüften kommt viel frische Luft in den Raum, aber es entweicht nur kurz Wärme. Das ist anders, wenn Sie ein Fenster für 30 Minuten oder noch länger kippen.

Der beste Zeitpunkt zum Stoßlüften ist nach dem Aufstehen und vor dem Zubettgehen. Wenn Sie Ihre Heizung in den Nachtstunden herunterdrehen, sind Ihre Räume ohnehin kühler. Je geringer der Temperaturunterschied zwischen drinnen und draußen ist, desto weniger Wärmeenergie entweicht beim Lüften.

Auch im Bad sollten Sie das Fenster für wenige Minuten ganz öffnen, wenn Wasserdampf nach dem Duschen oder Baden entweichen soll. Dabei geht es darum, dass ein Teil der Feuchtigkeit nach draußen zieht und nicht etwa zu Schimmel führt. Kippen Sie stattdessen das Fenster, dauert es deutlich länger, bis die Feuchtigkeit abgezogen ist. Dann haben Sie aber auch wieder viel Wärme verloren.

Sobald die Heizperiode zu Ende ist, können Sie Ihre Fenster so viel und so lange kippen, wie Sie wollen. Ihre Heizkosten belastet das dann nicht. 

2. Richtig heizen

Damit die Heizkörper effektiv Wärme abstrahlen können, dürfen sie nicht verdeckt sein. Vorhänge sollten nicht über Heizkörper fallen, Möbel mindestens 20 Zentimeter Abstand zum Heizkörper haben. Ideal sind 50 Zentimeter.

Entlüften Sie regelmäßig Ihre Heizkörper, damit sie effizient Wärme abstrahlen. Sie können die Ventile nicht öffnen? Im Baumarkt gibt es für wenige Euro entsprechende Schlüssel. Eventuell müssen Sie dann Wasser in Ihrer Heizungsanlage nachfüllen. 

Auch außerhalb der Heizsaison können Sie etwas für Ihre Heizung tun – indem Sie sie sauber halten. Hat sich Staub im Heizkörper angesammelt, sollten Sie ihn mit einer dafür vorgesehenen Bürste entfernen – der Dreck verringert die Leistung des Heizgeräts. Auch die Luft im Raum ist reiner, wenn der Heizkörper sauber ist.

Wenn Sie eine Gastherme oder eine Nachtspeicherheizung in der Wohnung haben, empfiehlt es sich, auch diese sauber zu halten. Dann kann sie effizient arbeiten. Bei der Gastherme müssen Sie einen Fachmann für die Reinigung bestellen. Einen Nachtspeicherofen können Sie in der Regel selbst reinigen – am besten mit einem Staubsauger. Öffnen sollten Sie das Gerät aber nicht.

Befolgen Sie bereits die erwähnten Ratschläge, geht es noch darum, dass die Heizkörper so stark heizen, wie Sie es brauchen. Das gelingt mit elektronischen Heizkörperthermostaten. Sie können einstellen, welche Temperatur Sie in einem Raum bei Tag und bei Nacht haben wollen. Ist diese jeweils erreicht, schaltet der Heizkörper herunter. Sinkt die Temperatur im Raum unter Ihren Wunschwert, dreht er wieder auf.

Die Thermostate berücksichtigen dabei automatisch andere Wärmequellen, die Ihre Wohnung erwärmen – etwa die Sonne, die einen ganzen Nachmittag in ein Zimmer scheint, oder den Ofen in der Küche, in dem ein Kuchen bäckt. So heizen Sie sparsam, ohne Ihren Komfort einschränken zu müssen. Solche programmierbaren Thermostate können Sie im Baumarkt kaufen und gegen die am Heizkörper vorhandenen in der Regel austauschen.

Unsinnig ist es in durchschnittlich und wenig energieeffizienten Häusern dagegen, wenn Sie die Heizung abdrehen, weil Sie ein paar Stunden nicht zu Hause sind. Dann kühlt Ihre Wohnung aus und Sie müssen nach Ihrer Rückkehr sehr stark heizen, damit es wieder warm ist. Wenn Sie sparsam heizen wollen, sollten Sie gleichmäßig und nicht auf hoher Stufe heizen.

3. Die richtige Temperatur wählen

Bei welcher Temperatur Sie sich am wohlsten fühlen, wissen Sie selbst am besten. Möglicherweise reicht es auch, wenn Sie die Temperatur ein halbes Grad tiefer einstellen. Denn je weniger Sie heizen, desto größer ist Ihre Ersparnis. Einen Anhaltspunkt, welche Temperatur in einer Wohnung angemessen ist, liefert eine Richtlinie für Arbeitsstätten (ASR 6):

  • 20 Grad sollten in einem Raum sein, in dem Menschen überwiegend sitzen.
  • 19 Grad sollen es sein, wenn Sie sich ein wenig im Raum bewegen oder stehen.
  • 17 Grad sind genug, wenn Sie sich viel bewegen.

Aber: Was im Büro angemessen ist, muss nicht Ihre Wohlfühltemperatur sein. Denn diese hängt davon ab, wie viel Wärme Sie selbst abstrahlen. Am wohlsten fühlen sich die meisten Menschen bei 21 bis 23 Grad im Winter (nach Norm EN 15251). Der Mittelwert von 22 Grad gilt dabei als Komforttemperatur. Menschen, die selbst viel Wärme abstrahlen, sind aber auch noch zufrieden, wenn es nur 19 oder 20 Grad in der Wohnung sind.

4. Lecks abdichten

Viel Wärme entweicht in der Regel durch Wohnungstüren und Fenster, auch wenn diese geschlossen sind. Über Nacht empfiehlt es sich in der Heizsaison daher, an den Fenstern Rollos herunterzulassen und Vorhänge zu schließen.

Können Sie direkt mit den Fingern spüren, dass es einen Luftzug unter den Fenstern und Türen gibt, sollten Sie die Fugen am Fenster und den Spalt zwischen Wohnungstür und Boden abdichten. Dazu gibt es für Fenster Schaumdichtungsband oder Gummidichtungen im Baumarkt; für Türen sogenannte Zugluftstopper.

Wie sparen Sie Energie bei Warmwasser?

Für Warmwasser wenden Sie in der Regel deutlich weniger Energie auf als zum Heizen Ihrer Wohnung. Dennoch lässt sich auch dort billig heizen. Großes Einsparpotenzial haben Sie, wenn Sie einen Sparduschkopf an der Brause montieren.

Wenn Sie duschen statt zu baden, benötigen Sie in der Regel weniger Wasser und damit auch weniger Energie. Mit einem Durchflussbegrenzer am Wasserhahn von Waschbecken und Spüle verringern Sie Ihren Warmwasserverbrauch und damit auch Ihre Energiekosten ebenfalls. 

Heizen Sie das Wasser über eine Gastherme, können Sie in der Regel auch die Temperatur für das heiße Wasser einstellen. 45 Grad reichen. Für eine höhere Temperatur verbrennt Ihre Therme mehr Gas. Das ist unsinnig, wenn Sie das Wasser gar nicht so heißt benötigen und die Mischbatterie am Wasserhahn so einstellen, dass sie das heiße Wasser mit kaltem mischt. 

Ist bei Ihnen noch ein Durchlauferhitzer installiert, sollten Sie schnell nach einer alternativen Heizanlage suchen. Durchlauferhitzer belasten zwar nicht Ihre Heizkosten, dafür aber Ihre Stromrechnung – sie gehören zu den Stromfressern. Wie Sie weitere in Ihrem Haushalt identifizieren, erfahren Sie im Ratgeber Strom sparen. 

Wie lassen sich Heizkosten senken, wenn Sie im Eigenheim wohnen?

Die Heizkosten in einem Einfamilienhaus liegen im Schnitt höher als in einem Mehrfamilienhaus. Kein Wunder: Schließlich beheizen Sie allein das Haus. Kein Nachbar über, unter oder neben Ihnen hilft mit, die Wände warmzuhalten. Dafür haben Sie mehr Handhabe, sparsam zu heizen – durch kleine oder größere Änderungen an der Heizanlage oder beim Energieeinkauf.

Kosten für die Energielieferung reduzieren 

Heizen Sie mit Öl, empfiehlt es sich, die Preise für Heizöl auf entsprechenden Portalen zu vergleichen und dann zu kaufen, wenn die Angebote günstig sind. Die Heizölpreise variieren innerhalb eines Jahres um etwa 30 Prozent.

Mehr dazu im Ratgeber Heizöl im Internet kaufen

  • Über eine Portalabfrage erhalten Sie oft günstigere Angebote als beim lokalen Heizöl-Händler.
  • Unsere Anbieter-Empfehlung: Heizoel24, Esyoil

Zum Ratgeber

Beziehen Sie Erdgas über das öffentliche Gasnetz – auch als Mieter in einer Wohnung mit Gasetagenheizung – lohnt es sich, ab und zu die Angebote anderer Gasversorger zu prüfen. Befinden Sie sich noch in der Grundversorgung, sollten Sie schnellstmöglich einen anderen Vertrag abschließen – die Grundtarife sind im Schnitt die teuersten. Rund 14 bis 20 Prozent zahlen Sie sogar weniger, wenn Sie vom Grundversorger zu einem anderen Gasanbieter wechseln. Nutzen Sie für einen Preisvergleich unseren Finanztip-Gasrechner.

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Der Finanztip-Gasrechner basiert auf Daten der CHECK24 Vergleichsportal Energie GmbH sowie der Verivox GmbH. Diese haben wir mit unseren Parametern so gefiltert, dass Sie ein verbraucherfreundliches Ergebnis nach Finanztip-Kriterien bekommen. Wir übernehmen keine Gewähr für die Richtigkeit und Aktualität der hier bereitgestellten Informationen. Für Schäden aus fehlerhaften Daten oder durch die Nutzung des Rechners übernehmen wir keine Haftung.

Für Daten der CHECK24 Vergleichsportal Energie GmbH: © 2019 CHECK24.de

Für Daten der Verivox GmbH: © Verivox GmbH – www.verivox.de – alle Angaben ohne Gewähr (Stand: 2019). Das Angebot darf nur für den privaten Gebrauch genutzt werden. Eine Vervielfältigung oder Verbreitung des Angebots oder der auf diesen Seiten angezeigten Informationen – ganz oder auszugsweise, gleich in welcher Form – und jede Form der kommerziellen Verwendung ist nicht ohne ausdrückliche schriftliche Zustimmung der Verivox GmbH zulässig.

Schließen Sie über Verivox oder Check24 den Vertrag ab, leiten die Portale den Vertragswechsel ein. Der Abschluss kommt aber in der Regel erst zustande, wenn Sie der gewählte Versorger anschreibt und den Vertrag bestätigt. Ab dann bleiben 14 Tage Zeit, den Vertrag zu widerrufen.

Ist bei Ihnen eine Stromspeicherheizung oder eine Wärmepumpe installiert, dann schließen Sie einen Heizstromtarif ab. Diese sind deutlich günstiger als Verträge für Haushaltsstrom. Erforderlich ist aber zumeist, dass ein zweiter Stromzähler installiert ist, der nur den Heizstrom misst.

Haben Sie bereits einen solchen Tarif, lohnt sich auch in diesem Fall, Angebote von anderen Versorgern abzurufen und mit den Preisen in Ihrem Vertrag zu vergleichen. Wie Sie das machen und worauf Sie dabei achten sollten, erfahren Sie in unserem Ratgeber Elektroheizung.

Mehr dazu in den Ratgebern zu Speicherheizung und Wärmepumpe

Für Speicherheizungen und Wärmepumpen gibt es spezielle Heizstrom-Tarife.
 

Beziehen Sie Fernwärme, können Sie den Versorger nicht wechseln. Aber es gibt trotzdem Potenzial, die Kosten pro Kilowattstunde Fernwärme zu senken – indem Sie Ihre Anschlussleistung an das Fernwärmenetz prüfen lassen. Ist diese zu hoch gewählt, können Sie darum bitte, dass der Energieversorger die Leistung anpasst. Genaueres erfahren Sie in unserem Ratgeber Fernwärme

Leben Sie in einem Mehrfamilienhaus mit Fernwärmeanschluss, kann auch für dieses die Anschlussleistung geprüft und angepasst werden. Auffordern muss den Versorger aber stets der Hauseigentümer. In einem Mietshaus ist das Ihr Vermieter. Gehört Ihnen eine Wohnung in einem Mehrfamilienhaus, muss die Eigentümergemeinschaft tätig werden.

Kleine Maßnahmen an der Heizanlage zur Effizienzsteigerung 

Eine Heizung arbeitet nie verlustfrei. Aber Sie können die Energieverluste verringern. Das fängt bei den Rohren an, die die Wärme durchs Haus leiten. Sind diese nicht gut gedämmt, können Sie das noch erledigen. Im Baumarkt gibt es dazu Rohrisolierung.

Ihren Heizkessel sollten Sie regelmäßig warten und reinigen lassen. Besitzen Sie eine Stromspeicherheizung, können Sie diese auch selbst mit dem Staubsauger von Dreck und Staub befreien. Darüber hinaus gelten im Eigenheim die gleichen Grundsätze wie in einer Mietswohnung. Wie Sie richtig heizen im Winter und richtig lüften erfahren Sie weiter oben.

Größere Maßnahmen, um die Heizkosten zu senken

Betreiben Sie eine Zentralheizung mit Heizöl, Erdgas, Flüssiggas oder Biomasse, gibt es mehrere Möglichkeiten, die Anlage so zu modernisieren, damit Sie weniger Brennstoffe verfeuern müssen. Damit sich die Wärme gleichmäßig im Haus verteilen und somit der Heizkessel wiederum effizient feuern kann, empfiehlt sich ein hydraulischer Abgleich. Heizfachleute, Energieberater oder Schornsteinfeger können den Abgleich vornehmen. Diese können dazu regelbare Ventile und Pumpen an der Anlage einbauen. Bis zu 30 Prozent der Kosten übernimmt der Staat im Rahmen des Programms "Heizungsoptimierung". Sie stellen den Antrag auf Förderung beim Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa)

Über dasselbe Förderprogramm können Sie auch die Investitionskosten in eine neue Umwälzpumpe abfedern. Die Umwälzpumpe hält den Wasserkreislauf in Gang: Warmes Wasser geht in die Heizkörper, abgekühltes Wasser kommt zurück zum Kessel. Eine moderne Pumpe braucht weniger Strom und entlastet so vor allem Ihre Stromrechnung.  

Tiefer in die Tasche müssen Sie greifen, wenn Sie den Heizkessel tauschen wollen. Die Ausgaben haben Sie aber in der Regel nach zehn bis zwölf Jahren wieder hereingeholt, wenn Sie noch keinen Brennwertkessel besitzen, sondern mit einem Niedertemperaturkessel oder sogar noch einem Standard-Heizkessel (oder Konstant-Temperaturkessel) feuern. Laut einer Studie des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) von 2019 trifft das auf mehr als die Hälfte der Öl- und Gaskessel in Wohnhäusern zu. Rund 2 Millionen Ölheizungen sind zudem mindestens 25 Jahre alt. Unter den Gasheizungen gibt es etwa 1,3 Millionen, die mindestens 25 Jahre alt sind. Nach einem Gesetzentwurf der Bundesregierung müssen Sie spätestens 30 Jahre nach Einbau einen Standardkessel außer Betrieb nehmen. 

Ein Brennwertkessel arbeitet deutlich effizienter, denn er gewinnt aus dem Abgas einen Teil der Wärme zurück. 60 bis 80 Grad ist das Abgas noch heiß, wenn es in den Schornstein wandert. Bei Niedertemperaturkesseln beträgt die Temperatur noch 120 bis 160 Grad. Ein Brennwertkessel benötigt so in der Regel 10 bis 15 Prozent weniger Brennstoff, um ein Haus zu erwärmen. Die Kosten für einen neuen Kessel liegen bei mehreren Tausend Euro. Hinzu kommen Kosten für die Montage, den Warmwasserspeicher und mehr. Über die KfW-Bank gibt es günstige Kredite, verbunden mit einem Tilgungszuschuss. 

Wollen Sie Ihre Heizung auf erneuerbare Energien umstellen, helfen Ihnen Fördermittel des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle: Die Zuschüsse sind nicht an einen Kredit gekoppelt, sondern lediglich daran, dass Sie in eine solarthermische Anlage oder einen Biomassheizkessel oder eine Wärmepumpe investieren.

Am stärksten können Sie Ihre Heizkosten senken, wenn Sie Ihr Wohnhaus energetisch sanieren. Scheuen Sie den Aufwand und die Kosten, können aber auch mit vergleichsweise geringen Investitionen hohe Einsparungen erreichen – etwa mit der Einblasdämmung.

Dabei werden Dämmstoffe in Hohlräume im Mauerwerk eingebracht. Am effektivsten geht das bei Gebäuden, deren Außenwände aus zwei Mauern bestehen (zweischaliges Mauerwerk). Aber auch die Wärmeverluste über Keller und Dachstuhl können Sie mittels Einblasdämmung verringern, indem Sie unter dem Fußboden des Erdgeschosses oder in die Decke unter dem Dach Dämmmaterial einblasen lassen. Die Einblasdämmung ist an Außenwänden innerhalb eines Tages vorgenommen.

Nach Angaben der Deutschen Umwelthilfe kostet die Maßnahme rund 3.000 bis 4.000 Euro und spart in mehr als 40 Jahre alten unsanierten Altbauten rund 9.000 Kilowattstunden Wärme pro Jahr ein. Nach sechs bis sieben Jahren haben Sie die Ausgaben wieder drin, wenn Sie auch das Förderprogramm 430 der KfW-Bank nutzen.

Die KfW-Bank bietet verschiedene zinsgünstige Förderprogramme mit Zuschüssen in Höhe von bis zu 30.000 Euro, wenn Sie nur einzelne Maßnahmen zur energetischen Sanierung vornehmen oder Ihr Haus energetisch komplett umkrempeln wollen: Für den Einbau neuer Fenster, die Dämmung von Wänden und Dächern, für effiziente Heizungs- und Lüftungsanlagen. Nicht nur die Baumaßnahmen fördert die Bank, sondern auch die Beratung, Planung und Messungen vor Beginn einer Maßnahme. Welches Programm das richtige für Sie ist, kann Ihnen ein Energieeffizienz-Experte sagen. 

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Erneuerbare Energien nutzen

Sparsam heizen lässt sich auch, wenn Sie Energie nutzen, die kostenlos zur Verfügung steht: Sonnenwärme oder Erdwärme. Eine solarthermische Anlage lässt sich dabei mit einer Gas-, Pellet- oder Ölheizung kombinieren.

Wollen Sie Erdwärme nutzen, brauchen Sie noch eine Wärmepumpe. Ein energieeffizientes Wohnhaus kann die Wärmepumpe auch allein beheizen. Einen weniger gut gedämmten Altbau sollte sie aus Kostengründen nicht allein warmhalten, sondern im Verbund mit einer zweiten Heizanlage.

Wo finden Hauseigentümer Beratung?

Ob Ihre Heizung optimal eingestellt ist, prüfen Energieberater der Verbraucherzentralen beim sogenannten Heiz-Check. Dazu ermittelt der Experte die Kennwerte Ihrer Heizanlage über einen Zeitraum von 24 Stunden und teilt Ihnen nach Auswertung der Messdaten mit, wie effizient die Anlage arbeitet und wie Sie sie kostensparender betreiben können. Der Heiz-Check kostet 30 Euro. Einkommensschwache Verbraucher zahlen nichts.

Wollen Sie wissen, ob Ihr Haus eher mehr oder eher weniger Wärme benötigt, können Sie es einem Gebäude-Check unterziehen. Energieberater der Verbraucherzentralen besuchen Sie auch dazu zu Hause und prüfen unter anderem Ihren Heizenergiebedarf und erklären Ihnen, wie Sie Energie und Kosten sparen können. Auch der Gebäude-Check kostet in der Regel 30 Euro.  

Interessieren Sie sich für eine energieeffiziente Sanierung Ihres Hauses, können Sie 60 Prozent der Beratungskosten über ein staatliches Förderprogramm finanzieren. Den Förderantrag müssen Sie beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) stellen.

Mit welchen Kosten ist in Zukunft beim Heizen zu rechnen?

Im Vergleich zu Strom sind Erdgas und Heizöl bislang vergleichsweise billig. Das liegt vor allem daran, dass der Strompreis deutlich stärker mit Steuern, Umlagen und Abgaben belastet ist als der Gaspreis und als Heizöl.

Ab 2021 plant der Gesetzgeber, auf fossile Brennstoffe, die zum Heizen und im Verkehr eingesetzt werden, einen CO2-Preis zu erheben. Pro ausgestoßener Tonne Kohlendioxid, die beim Verbrennen entsteht, sollen 2021 zunächst 10 Euro gehoben werden. Der Preis soll jedes Jahr steigen und 2025 35 Euro betragen. Die Belastung mit dem CO2-Preis werden die Heizölhändler, Gasversorger und Fernwärmeanbieter, die ihre Kraftwerke mit Gas oder Kohle betreiben, vermutlich direkt an die Kunden weitergeben. Noch hat der Gesetzentwurf den Bundesrat nicht passiert.

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redaktion@finanztip.de (Ines Rutschmann) 27.03.2019 14:25:00 +0000
Kreditkarten für Jugendliche und Menschen mit schlechter Schufa : Prepaid-Kreditkarten Test 2019 https://www.finanztip.de/kreditkarten/prepaid-kreditkarte-test/ https://www.finanztip.de/?id=3877Kreditkarten für Jugendliche und Menschen mit schlechter Schufa
Das Wichtigste in Kürze
  • Prepaid-Kreditkarten eignen sich für Minderjährige und Menschen, die aufgrund unregelmäßiger Einnahmen oder einer schlechten Schufa-Bewertung keine normale Kreditkarte bekommen.
  • Wir haben 25 Prepaid-Kreditkarten und Alternativen auf ihre Kosten analysiert.
Die besten Angebote
  • Für Minderjährige empfehlen wir die Prepaid-Karten von Volkswagen Bank, DKB und Commerzbank.
  • Für Menschen mit schlechtem Schufa-Score eignen sich besonders die Prepaid-Karten von Wüstenrot Direct sowie die Debit-Karten von O2 Banking und Transferwise. Bei den letztgenannten handelt es sich um Debit-Karten, die Sie zu einem Smartphone-Konto erhalten. Mit einem solchen Konto erledigen Sie Ihre Bankgeschäfte zum großen Teil oder komplett über das Handy. 

Finanztip hat im März 2019 insgesamt 25 Prepaid-Kreditkarten untersucht. Geschaut haben wir nach den preiswertesten Karten für Minderjährige sowie für Selbstständige und Menschen mit schlechter Schufa-Bewertung. Der Fokus lag auf diesen beiden Gruppen, da Prepaid-Karten sich nur für sie eignen. Unter den 25 untersuchten Karten sind auch drei Angebote, bei denen es sich eigentlich nicht um Prepaid-Kreditkarten handelt, die aber den erwähnten Zielgruppen offenstehen und ihre Bedürfnisse erfüllen. Für andere Kundengruppen gibt es mit kostenlosen Kreditkarten bessere Alternativen.

Was ist eine Prepaid-Kreditkarte?

Prepaid-Kreditkarten sind im Prinzip Guthabenkarten und keine „echten“ Kreditkarten. Sie bieten keinen Kreditrahmen. Als Kunde müssen Sie vorab Geld auf die Karte laden, um sie zu nutzen. Das macht die Prepaid-Karten unflexibel und kann zu Problemen bei Buchungen von Hotels und Mietwagen führen, da nicht jeder Anbieter die Karten akzeptiert.

Die Gebühren von Prepaid-Karten sind kompliziert und oft nicht auf den ersten Blick zu verstehen. Bei manchen Anbietern fallen Kosten an, wenn Sie mit der Karte in Deutschland bezahlen oder sie aufladen. Einige Kartenunternehmen verlangen auch eine Gebühr, falls die Karte nicht oft genug im Einsatz ist. Da die Gebührenstruktur sehr unterschiedlich ist, haben wir die Kosten der unterschiedlichen Karten anhand von Musterkunden-Profilen miteinander verglichen. Welche Annahmen wir für diese Musterkunden getroffen haben, lesen Sie weiter unten im Text.

Prepaid-Karten lohnen sich aufgrund der hohen Kosten und der fehlenden Flexibilität nur für Minderjährige und für Menschen, denen aufgrund ihrer Bonität keine normale Kreditkarte gewährt wird. Das sind zum Beispiel Selbstständige mit unregelmäßigen Einnahmen oder Verbraucher mit schlechter Schufa-Bewertung.

Welche Prepaid-Karten sind empfehlenswert für Jugendliche?

Für Jugendliche empfehlen wir die Prepaid-Kreditkarte der Volkswagen Bank. Es fällt keine Jahresgebühr an, das Abheben und Bezahlen ist weltweit kostenlos. 

Zusätzlich empfehlen wir die Karte der DKB. Zu dem Kinderkonto der DKB gehört eine Kreditkarte, bei der die Bank den Kreditrahmen streicht. Auch bei diesem Angebot gibt es keine Jahresgebühr oder Gebühren für das Abheben und Bezahlen.

Unsere dritte Empfehlung für Jugendliche ist die Prepaid-Karte der Commerzbank. Allerdings können Sie diese nur in der Filiale beantragen – ein Nachteil gegenüber den Angeboten der Volkswagen Bank und DKB. Auch die Commerzbank verlangt keine Jahresgebühren und ermöglicht weltweit kostenloses Abheben und Bezahlen mit der Karte.

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Welche Karten sind empfehlenswert für Menschen mit schlechter Schufa?

Die Anbieter von Standard-Kreditkarten prüfen in der Regel Ihre Kreditwürdigkeit, bevor Sie Ihnen eine Kreditkarte bewilligen. Falls Auskunfteien, wie die Schufa, negative Einträge über Sie gespeichert haben, ist es deshalb oft nicht einfach, eine Kreditkarte zu bekommen. Wir haben uns Angebote angeschaut, bei denen die Bonität der Kunden keine Rolle spielt.

Unter den 22 untersuchten Angeboten halten wir die Prepaid-Kreditkarte der Wüstenrot Bank für empfehlenswert. Die Bank verlangt 19 Euro Jahresgebühr. Sie können 24 Mal im Jahr kostenlos Geld abheben, danach verlangt die Bank für jede Abhebung 1,99 Euro. Zahlen Sie in einer anderen Währung als dem Euro, fällt darauf eine Gebühr von 1,5 Prozent an.

Daneben empfehlen wir zwei Smartphone-Konten mit Debit-Kreditkarten: O2 Banking und Transferwise. Bei Debit-Karten wird das Geld nach dem Bezahlen zeitnah vom Konto abgebucht.

Für unseren Musterkunden ist O2 Banking sogar günstiger als das Prepaid-Angebot der Wüstenrot Direct. Dennoch ist die Karte der Wüstenrot unsere erste Empfehlung, da Smartphone-Konten nicht für jeden eine gute Lösung sind.

O2 Banking und Transferwise verlangen keine Jahresgebühren. Es gibt wie bei Wüstenrot Freiabhebungen: Drei im Monat bei O2 Banking, 200 Britische Pfund bei Transferwise, also 234 Euro (Stand: 27. März 2019). Danach fallen 2,99 Euro pro Abhebung (O2 Banking) oder 2 Prozent des Umsatzes (Transferwise) als Gebühr an. Für das Bezahlen in fremder Währung legt O2 Banking 1,75 Prozent Gebühr fest, bei Transferwise liegt sie abhängig von der Währung zwischen 0,35 Prozent und 2 Prozent.

Auch Selbstständige mit unregelmäßigem Einkommen haben manchmal Schwierigkeiten eine „normale“ Kreditkarte zu bekommen. Für sie eigenen sich die genannten Angebote ebenfalls.

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So haben wir getestet

Prepaid-Kreditkarten sind oft teuer und lassen sich nicht für jeden Zweck verwenden. Deshalb sind die Karten nur sinnvoll, falls Sie keine „normale“ Kreditkarte bekommen. Das gilt oft für Minderjährige, Menschen mit schlechter Schufa-Bewertung sowie für einige Selbstständige.

Ziel unseres Tests war es, für diese Kundengruppe die preiswertesten Karten zu ermitteln. Deshalb haben wir neben Prepaid-Karten auch weitere Karten in den Test aufgenommen, die für die Zielgruppe erhältlich waren.

Um uns einen Überblick über das Angebot zu verschaffen, haben wir im Januar 2019 auf Google nach einzelnen Anbietern und Portalen gesucht, unter Verwendung verschiedener Stichwörter. Anschließend haben wir uns alle Anbieter und alle Portale näher angeschaut, die wir auf den ersten Suchergebnis-Seiten gefunden haben. Die auf den Portalen gelisteten Karten haben wir zusätzlich zu den gefundenen Anbietern in unsere Auswahl aufgenommen.

Die Stichwörter und Suchergebnis-Seiten waren:

  • Kreditkarte ohne Schufa (erste bis dritte Google-Seite)
  • Kreditkarten für Jugendliche (erste bis dritte Google-Seite)
  • Prepaid Kreditkarte (erste bis dritte Google-Seite)
  • Prepaid Kreditkarten Vergleich (erste Google-Seite)
  • Kinderkonto (erste Google-Seite)

Im Test nicht weiter berücksichtigt haben wir Suchergebnisse, auf die eines der folgenden Ausschlusskriterien zutraf:

  • Businesskarten,
  • Karten, die Minderjährige oder Menschen mit schlechter Schufa nicht abschließen konnten,
  • Karten regionaler Anbieter,
  • Revolving-Kreditkarten,
  • P-Konten mit Kreditkarte,
  • virtuelle Karten,
  • normale Girokonten mit normalen Kreditkarten,
  • ausländische Anbieter ohne deutsches Angebot,
  • Karten von American Express oder Japan Credit Bureau (JCB),
  • Anbieter, die es nicht mehr gibt oder die nicht zu finden waren,
  • Anbieter, deren Website Google als unsicher eingestuft hat.

Alle verbliebenen Anbieter haben wir angeschrieben und sie gebeten, uns im Februar 2019 einen Fragebogen auszufüllen. Anbieter, die uns nicht geantwortet haben oder keine Daten schicken wollten, konnten wir im Test nicht weiter berücksichtigen.

Schließlich blieben 25 Karten übrig, die unsere Kriterien erfüllten und deren Anbieter unsere Fragen beantworteten. Davon eigneten sich elf Karten für Minderjährige und 22 für Selbstständige und Menschen mit schlechter Schufa-Bewertung.

Mithilfe von zwei Profilen haben wir dann die Gesamtkosten pro Karte ausgerechnet. Aus unserer Berechnung ergab sich folgende Liste der günstigsten Karten, die auch an Minderjährige ausgegeben werden:

Gesamtkosten der besten Prepaid-Karten für Minderjährige

Bank Name der Karte Gesamtkosten
Volkswagen Bank (Audi Bank) My first Giro 0 €
DKB1 Cash U18 0 €
Commerzbank Commerzbank Mastercard Prepaid Junior / Commerzbank Visa Prepaid Junior 0 €
Wüstenrot Direct Visa Prepaid 23,48 €
Comdirect1 Visa Karte 42,55 €

1 Charge-Karte ohne Kreditrahmen
Quelle: Finanztip-Berechnung anhand der Anbieter-Angaben (Stand: Februar 2019) 

Bei den Karten ohne Schufa-Prüfung ergibt sich folgende Reihenfolge der fünf günstigsten Angebote im Test.

Gesamtkosten der besten Karten bei schlechter Schufa

Bank Name der Karte Gesamtkosten
Wüstenrot Bank Visa Prepaid 20,20 €
O2 Banking1 O2 Banking 1,40 €
Transferwise1 Multi-Währungs-Konto 33,60 €
Skrill Skrill Prepaid Mastercard 59,19 €
Bankomo Bankomo 60 €

1Debit-Karte
Quelle: Finanztip-Berechnung anhand der Anbieter-Angaben (Stand: Februar 2019)

So haben wir gerechnet

Bei Minderjährigen gehen wir davon aus, dass sie die Karten für einen Auslandsaufenthalt brauchen, zum Beispiel für ein Auslandsjahr in den USA. Deshalb berechnen wir lediglich Kosten für das Abheben und Bezahlen im Ausland. Da Jugendliche in der Regel keine großen Geldsummen zur Verfügung haben, sind wir davon ausgegangen, dass sie nur kleine Beträge abheben und mit der Karte zahlen. Wir haben die Kosten für ein Jahr im Ausland berechnet.

Unser Musterkunde, der eine Karte ohne Schufa-Prüfung braucht, nutzt die Karten vor allem im Inland, zum Beispiel zum Geldabheben oder für das Online-Shopping. Auch hier haben wir zunächst die Kosten für ein Jahr berechnet. Zur Kontrolle unserer Ergebnisse haben wir anschließend auch die Kosten für eine dreijährige Nutzung analysiert, denn diese Zielgruppe nutzt die Karte womöglich länger. An den Empfehlungen änderte sich dabei nichts.

Wir gehen davon aus, dass die Kunden ihre Karte regelmäßig nutzen. Deshalb haben wir etwaige Inaktivitätsgebühren nicht in die Rechnung miteinbezogen.

Merkmale der Musterkunden in unserem Test

 

Profil schlechte

Schufa

Profil Minderjährige

Dauer der Nutzung (in Jahren)

1 1

Anzahl Abhebungen im Inland

12 0

Summe pro Abhebung im Inland

100 € 0 €

Anzahl Abhebungen in Euro

im Ausland

4 2

Summe pro Abhebung in Euro

im Ausland

100 € 50 €

Anzahl Auslandsabhebungen

in Fremdwährung

0 24

Summe Auslandsabhebungen

in Fremdwährung

0 € 50 €1

Anzahl der Bezahlvorgänge 

in Fremdwährung

1 52

Summe pro Bezahlvorgang

in Fremdwährung

80 € 25 €
Aufladungen pro Jahr 12 12
Summe pro Aufladung 150 € 250 €

1Betrag nach Umrechnung in Euro
Quelle: Finanztip (Stand: Februar 2019)

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redaktion@finanztip.de (Finanztip Verbraucherinformation gGmbH) 27.03.2019 12:33:00 +0000
So können Sie auch bei dieser teuren Heizart sparen : Fernwärme https://www.finanztip.de/fernwaerme/ https://www.finanztip.de/?id=5790So können Sie auch bei dieser teuren Heizart sparen
Das Wichtigste in Kürze
  • Für einen Haushalt ist Fernwärme sauber und bequem zu nutzen, aber gegenüber der Versorgung mit Gas, Heizöl oder Holz teuer.
  • Ab 2021 wird der CO2-Preis Fernwärme vermutlich noch teurer machen, wenn Ihr Versorger in seinen Kraftwerken vor allem fossile Brennstoffe nutzt.
  • Im Markt herrschen noch Monopolstrukturen: Den Versorgern gehören auch die Wärmenetze. Wettbewerb zwischen den Anbietern existiert nicht.
  • Kartellbehörden befassen sich immer wieder mit dem Verdacht von überhöhten Preisen für Fernwärme.
  • Wollen Versorger ihre Preise stärker anheben, als etwaige Kosten gestiegen sind, muss der Kunde zustimmen. Eine einseitige Preiserhöhung ist dann unwirksam, entschied das Oberlandesgericht Frankfurt am Main im März 2019.
So gehen Sie vor
  • Sind Sie Vertragspartner des Versorgers – als Hauseigentümer oder Mieter –, können Sie den Vertrag von einer Verbraucherzentrale prüfen lassen.
  • Zudem empfiehlt sich eine Prüfung der Anschlussleistung ans Wärmenetz: Oft ist diese überdimensioniert. Durch eine Korrektur können Sie mehrere Hundert Euro im Jahr sparen.
  • Besteht kein Anschlusszwang ans Fernwärmenetz, können Sie überlegen, Ihren Vertrag zu kündigen und Ihre Versorgung selbst in die Hand zu nehmen – zu günstigeren Preisen.
  • Leben Sie zur Miete in einem Haus mit Fernwärmeanschluss, können Sie Ihren Vermieter auffordern, die Anschlussleistung zu überprüfen. Nach erfolgter Korrektur sparen Mieter in der Regel 50 bis 100 Euro im Jahr.
  • Will Ihr Versorger die Preise beliebig erhöhen, dann widersprechen Sie der Preiserhöhung. Berufen Sie sich auf das Urteil des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main vom 21. März 2019 (Az. 6 U 191/17).

Sich aus der Ferne mit Wärme versorgen zu lassen, ist bequem und sauber. Kein Schornsteinfeger muss die Heizung prüfen, Sie müssen keinen Brennstoff einkaufen und lagern, keinen Heizkessel anfeuern und pflegen. Obendrein müssen Sie sich auch keine Gedanken machen, zu welcher Tageszeit Sie heizen – das macht finanziell für Sie keinen Unterschied, im Gegensatz zu Nutzern von Nachtspeicherheizungen oder Wärmepumpen.

Was ist Fernwärme?

Fernwärme bedeutet, dass es in einem Wohnhaus keine eigene Heizanlage gibt. Stattdessen erzeugt ein mehr oder weniger weit entfernt liegendes Kraftwerk Wärme, die über Leitungen zu den Nutzern strömt. Zumeist fließt heißes Wasser von teilweise mehr als 100 Grad Celsius durch die Wärmenetze in Deutschland, in geringem Umfang auch heißer Dampf.

Fernwärme hat aber einen entscheidenden Nachteil: Sie ist teuer. Nur das Heizen mit Strom kostet Sie noch mehr. Dem deutschen Heizspiegel zufolge zahlten Mieter in einer 70-Quadratmeter-Wohnung im Jahr 2017 im Schnitt 895 Euro für ihre Fernwärmeheizung – rund 20 Prozent mehr als Mieter mit zentraler Ölheizung, rund 13 Prozent mehr als Mieter mit zentraler Gasheizung.

Wie ist der Markt für Fernwärme in Deutschland?

Fernwärme ist die drittbedeutendste Art, in Deutschland zu heizen – nach Gas und Öl. In mehr als 370.000 Wohnhäusern nutzen rund sechs Millionen Haushalte Fernwärme. Die meisten davon befinden sich in Nordrhein-Westfalen, Berlin, Baden-Württemberg und Bayern.

Fernwärme: Energieart zum Heizen in Wohnungen

Der Markt für Fernwärme ist nicht reguliert. Schätzungsweise 100 Versorger gibt es. Zumeist handelt es sich um Stadtwerke. Sie liefern dabei nicht nur Energie, sondern betreiben auch die Kraftwerke und die Wärmenetze – alle drei Funktionen vereint auf ein Unternehmen.

Denn im Gegensatz zum Strom- und Gasmarkt, in dem die Energie ebenfalls über Netze zum Verbraucher fließt, unterliegt der Fernwärmemarkt nicht den Entflechtungsregeln, die das Energiewirtschaftsrecht festlegt. Das bedeutet auch, dass jeder Fernwärmeversorger ein Monopol auf sein Wärmenetz besitzt. Er muss sein Netz keinem anderen Anbieter zugänglich machen, damit dieser in Wettbewerb zu ihm treten kann, wie das im Strom- und Gasmarkt möglich ist.

So kommt es, dass es im Fernwärmemarkt keinen Wettbewerb einzelner Anbieter untereinander gibt. Wenn Sie Fernwärme beziehen, können Sie nicht zwischen unterschiedlichen Versorgern wählen – egal, ob Sie im eigenen Haus wohnen oder zur Miete. Es gibt nur ein Unternehmen, das Sie beliefern kann. Seine Preise müssen Sie hinnehmen. Welche Entgelte die Versorger verlangen, prüfen höchstens die Kartellbehörden.

Wie sind die Preise für Fernwärme?

Versorger rechnen Fernwärme nach zwei Preisen ab: Es gibt einen Grundpreis und einen Arbeitspreis. Der Grundpreis (oder auch Leistungspreis) hängt entscheidend von der Anschlussleistung des Wohnhauses ab – je höher die Leistung ist, desto mehr Wärme kann das Wärmenetz bereitstellen. Der Arbeitspreis bezieht sich auf die Wärme, die Sie dem Netz tatsächlich entnommen haben. Manche Versorger berechnen zusätzlich noch einen Messpreis oder Verrechnungspreis, der unabhängig von Verbrauch und Anschlussleistung einmal im Jahr zu entrichten ist. 

Die Höhe des Arbeitspreises hängt entscheidend davon ab, wie wirtschaftlich der Versorger seine Kraftwerke betreibt. Aber: Es ist bislang unklar, zu welchen Kosten die Versorger Fernwärme produzieren und welche Marge in den Preisen steckt. Das Gleiche gilt für den Grundpreis: Wie die Versorger kalkulieren, legen sie nicht offen. Sie müssen den Grundpreis dabei auf jeden Fall zahlen, selbst wenn Sie die Heizung kaum aufdrehen.

Grundsätzlich gilt: Je mehr Kunden an einem Wärmenetz hängen, desto günstiger kann der Anbieter seinen Grundpreis gestalten. Der Grundpreis kann für Ihren Hausanschluss aber auch dann vergleichsweise hoch sein, wenn der Versorger mehr Leistung bereitstellt als benötigt wird.

Die unterschiedlichen Faktoren führen dazu, dass sich die Fernwärmepreise bundesweit stark unterscheiden. Im Schnitt lag der Preis 2016 bundesweit bei 10,5 Cent pro Kilowattstunde, heißt es im Heizspiegel. Bei optimal gewählter Anschlussleistung kostet eine Kilowattstunde zwischen 7 und 12 Cent, hat eine Preisabfrage von Finanztip im Oktober 2018 bei 16 Stadtwerken ergeben. Der Anteil des Grundpreises kann dabei zwischen rund 10 und 40 Prozent variieren. Ist die Anschlussleistung Ihres Wohnhauses sogar noch größer als notwendig, kann auch die Hälfte Ihrer Heizkosten auf dem fixen Jahrespreis beruhen. Sie können dann weniger profitieren, wenn Sie Energie einsparen.

Ob hohe Preise berechtigt sind, beschäftigt Verbraucherzentralen und Kartellbehörden immer wieder. Das Bundeskartellamt hat 2011 eine Sektoruntersuchung zur Fernwärme vorgenommen und anschließend bei sieben Versorgern überhöhte Preise festgestellt. Daraufhin leisteten diese Rückzahlungen an ihre Kunden.

Wie wehren sich Hauseigentümer gegen überhöhte Preise?

Gegen hohe Arbeitspreise können Sie sich kaum wehren. Erst wenn ein Kartellamt überhöhte Preise feststellt, profitieren Sie davon. Beim Grundpreis können Sie hingegen eines überprüfen lassen: die Anschlussleistung für Ihr Haus. Denn häufig ist diese viel höher, als es zur Versorgung des Gebäudes sein müsste, wissen die Verbraucherzentralen aus ihrer Beratungstätigkeit. Der Preis hängt aber von der Höhe der Leistung ab.

Ob Ihre Anschlussleistung überdimensioniert ist, können Sie selbst mit einer Faustformel abschätzen: Nehmen Sie Ihre letzte Abrechnung zur Hand und teilen Sie die verbrauchte Wärmemenge in Kilowattstunden durch die Anschlussleistung in Kilowatt. Sie erhalten die Nutzungsdauer. Dieser Wert sollte 1.800 Stunden betragen – dann passt die Leistung optimal zu Ihrem Wärmeverbrauch. Entnehmen Sie dem Netz an weniger als 1.800 Stunden im Jahr Wärme, ist Ihre Anschlussleistung vermutlich zu hoch gewählt. 

Endgültig können Sie das im Rahmen eines Heiz-Checks bei einer Verbraucherzentrale klären lassen. Der Check kostet 40 Euro und beinhaltet auch die Prüfung Ihres Fernwärmevertrags. Mitsamt der Berechnung Ihrer Heizlast können Sie anschließend Ihren Versorger auffordern, die Anschlussleistung zu reduzieren. Dieser ist aber nicht verpflichtet, das auch zu machen.

Alternativ können Sie die Fernwärmeleistungskorrektur durch eine kostenlose Vorab-Prüfung der Firma Senercon einleiten. So erfahren Sie, ob Sie jedes Jahr zu viel für Fernwärme zahlen. In einem zweiten Schritt kann Ihnen Senercon ein ausführliches Gutachten und einen Antrag zur Leistungskorrektur für Ihren Anbieter erstellen. Das kostet 280 Euro (netto). Korrigiert der Versorger daraufhin die Anschlussleistung, sinken die Kosten für ein Einfamilienhaus um 200 bis 400 Euro pro Jahr.

Die Berechnung und die Korrektur der Leistung können Sie auch vornehmen lassen, wenn Sie ein Haus zur Miete bewohnen. Voraussetzung ist aber, dass der Fernwärmevertrag auf Sie läuft. Besteht bei Ihnen kein Anschlusszwang an das Fernwärmenetz an Ihrem Wohnort, so können Sie natürlich auch den Fernwärmevertrag kündigen. Da es keinen anderen Anbieter gibt, der Sie über das Fernwärmenetz versorgt, müssen Sie dann natürlich eine eigene Heizanlage in Ihrem Haus installieren lassen.

Was tun, wenn der Versorger die Preise erhöht?

Obwohl die Preise für Fernwärme seit Jahren hoch sind, heben manche Versorger sie noch weiter an. Das dürfen sie aber nicht nach eigenem Belieben, auch wenn dies viele Unternehmen in der Vergangenheit so handhabten.

In den Versorgungsverträgen gibt es häufig sogenannte Preisgleitklauseln oder Preisänderungsklauseln. Sie bedeuten, dass der Versorger seine Preise verändern darf, wenn seine Kosten – beispielsweise beim Einkauf von Gas oder Biomasse – gestiegen oder auch gefallen sind. Passt der Versorger seine Preise entsprechend an, muss er Ihnen das mitteilen (§ 24 Abs. 4 AVBFernwärmeV). Sie können sich im Falle einer Erhöhung nicht wehren, sondern müssen sie hinnehmen.

Anders ist das, wenn der Versorger seine Preise stärker erhöht, als dies durch gestiegene Kosten gerechtfertigt wäre. Nutzt er beispielsweise andere Faktoren in seinen Formeln zur Berechnung der Preise, so dass die Kundenpreise ansteigen, benötigt er Ihre Zustimmung zu dieser Vertragsänderung. Das hat das Oberlandesgericht Frankfurt am Main in einem Grundsatzurteil klar gestellt (21. März 2019, Az. 6 U 191/17). Geklagt hatte die Verbraucherzentrale Bundesverband gegen die Energieversorgung Offenbach (EVO). Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. EVO hat beim Bundesgerichtshof Revision eingelegt.

Trotzdem können Sie sich bereits auf dieses Urteil beziehen, wenn Ihr Versorger höhere Preise berechnen will, als im Rahmen der Preisänderungsklausel möglich ist. Widersprechen Sie dann der Preiserhöhung und zahlen Sie die teureren Preise entweder nicht oder nur unter Vorbehalt, wenn Sie keinen Streit mit dem Versorger provozieren wollen. Ist das Frankfurter Urteil rechtskräftig, können Sie die Mehrkosten immer noch zurückfordern. Aber beachten Sie: In der Regel erlischt Ihr Anspruch auf Rückzahlung drei volle Kalenderjahre nach dem Jahr der Preiserhöhung. 

Haben Sie in den vergangenen drei Jahren eine Preiserhöhung erhalten, die nicht ausschließlich auf gestiegene Kosten basierte, können Sie rückwirkend widersprechen. Zugleich sollten Sie die durch die unwirksame Preiserhöhung entstandenen Mehrkosten ausrechnen und von Ihrem Versorger zurückfordern. Am einfachsten geht das, indem Sie die Preise aus einer Abrechnung vor der Preiserhöhung nehmen und auf Ihren Verbrauch aus der jüngsten Abrechnung anlegen und diese Summe vom jüngsten Rechnungsbetrag abziehen.

Gehören Sie zu den Fernwärmekunden der Energieversorgung Offenbach oder ihrer Tochter Energieversorgung Dietzenbach, dann können Sie von dem Urteil direkt profitieren, wenn es Rechtskraft erlangt. Denn die Versorger müssen Sie und alle weiteren Kunden erneut anschreiben, die 2015 einen Brief zur Preiserhöhung zum 1. Oktober desselben Jahres erhalten haben – und mitteilen, dass die Preiserhöhung unwirksam war.

Aber: Damit Ihre Ansprüche auf Rückzahlung nicht verjähren, bis das Urteil rechtskräftig ist, sollten Sie der Preiserhöhung von damals unverzüglich widersprechen und die seither zu viel gezahlten Beträge zurückfordern. Weitere Informationen und Unterstützung erhalten Sie beim Verein Interessengemeinschaft EVO, der seit Jahren gegen das Verhalten von EVO mobil macht. Fehlen Ihnen beispielsweise ältere Abrechnungen, um die Mehrkosten seit Oktober 2015 selbst zu ermitteln, kann der Verein Ihnen möglicherweise helfen.

Was können Sie als Mieter tun, um weniger zu zahlen?

Leben Sie in einem mit Fernwärme versorgten Haus zur Miete, haben Sie in der Regel wenig Handhabe: Denn der Vertragspartner für den Fernwärmeversorger sind zumeist nicht Sie, sondern Ihr Vermieter. Aber Sie können Ihren Vermieter für eine mögliche Korrektur der Anschlussleistung erwärmen.

Auch für Mehrfamilienhäuser bietet Senercon eine Vorab-Prüfung der Fernwärmeanschlussleistung umsonst an. Stellt sich heraus, dass die Leistung zu hoch gewählt ist, erstellt Senercon ein fachliches Gutachten und einen Antrag auf Änderung der Anschlussleistung an den Versorger. Passt dieser die Leistung an, verlangt Senercon die Hälfte der Kosteneinsparungen aus dem ersten Jahr.

Reagiert der Versorger nicht, geht Senercon leer aus - Sie oder Ihr Vermieter aber zahlen nichts. In den meisten Fällen folgen die Unternehmen der Aufforderung zur Leistungskorrektur, heißt es von Senercon. Damit einher gehen Einsparungen von im Schnitt 1.500 bis 2.500 Euro pro Jahr. Für die Mieter bedeutet das 50 bis 100 Euro geringere Heizkosten pro Jahr.

Darüber hinaus ist es ratsam, dass Sie Ihre jährliche Heizkostenabrechnung gründlich prüfen. Einerseits stellen Verbraucherzentralen immer wieder fest, dass viele Abrechnungen Fehler aufweisen. Andererseits erfahren Sie durch eine Prüfung der Abrechnung, ob die Preise für Fernwärme gestiegen sind - sofern Ihr Vermieter Sie darüber nicht schon informiert hat oder Sie aus der Lokalzeitung von steigenden Preisen erfahren haben. Da Ihr Vermieter der Vertragspartner ist, kann auch nur er einer unwirksamen Preiserhöhung widersprechen. Fordern Sie ihn auf, dies zu tun, wenn der Versorger seine Preise unabhängig von gestiegenen Kosten anheben will oder sie schon angehoben hat.

Wie kündigen Sie einen Fernwärmevertrag?

Gehört Ihnen das Haus, das ans Fernwärmenetz angeschlossen ist, können Sie den Versorgungsvertrag auch kündigen. Die erste Laufzeit des Vertrags darf maximal zehn Jahre betragen (§ 32 AVBFernwärmeV). Anschließend verlängert sich der Vertrag maximal um fünf Jahre. Prüfen Sie Ihren Vertrag, ob dort kürzere Fristen vereinbart sind oder ob eine ordentliche Kündigung sogar ausgeschlossen ist. Denn in manchen Kommunen besteht ein Anschlusszwang für Hauseigentümer an ein Fernwärmenetz. Können Sie den Vertrag kündigen, so müssen Sie dies schriftlich tun.

Leben Sie in einem Ein- oder Zweifamilienhaus zur Miete, können Sie auch Vertragspartner des Fernwärmeversorgers sein. Dann können Sie den Vertrag mit einer Frist von zwei Monaten kündigen, wenn Sie ausziehen wollen (§ 32 Abs. 2 AVBFernwärmeV).

Warum gilt Fernwärme als umweltfreundlich?

Als Energieträger in den Fernwärme-Kraftwerken kommt nach Angaben des Energieeffizienzverbands für Wärme, Kälte und KWK (Kraft-Wärme-Kopplung) vorwiegend Gas zum Einsatz, gefolgt von Steinkohle und Braunkohle. Diese fossilen Kraftwerke dienen aber nicht einzig der Wärmeerzeugung – in erster Linie produzieren sie Strom. Die Wärme fällt dabei als Nebenprodukt mit an und wird aus dem Kraftwerk ausgekoppelt. Deshalb nennt sich das Kraft-Wärme-Kopplung und gilt als umweltfreundlich. Schließlich nutzen KWK-Anlagen den eingesetzten Brennstoff effizienter aus. Daneben gibt es reine Heizkraftwerke, die nur zur Wärmegewinnung dienen.

Trotzdem nutzen die Versorger vor allem fossile Brennstoffe, um ihre Kraftwerke zu betreiben. Ab 2021 fällt damit der CO2-Preis auch für Fernwärme an, wenn der Versorger Kohle, Gas oder Öl verbrennt. Diese Kosten legt er vermutlich auf seine Wärmepreise um.

Fernwärme lässt sich dabei auch aus erneuerbaren Quellen bereitstellen, beispielsweise mit solarthermischen Anlagen oder Biomasse-Kraftwerken. Deren Anteil an der Fernwärmeversorgung ist allerdings noch klein: Rund 18 Prozent der erzeugten Fernwärme stammte 2018 aus erneuerbaren Energien.

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redaktion@finanztip.de (Finanztip Verbraucherinformation gGmbH) 22.03.2019 08:40:00 +0000
Wann sich ein Bausparvertrag lohnt : Bausparvertrag Vergleich https://www.finanztip.de/bausparvertrag/ https://www.finanztip.de/?id=2315Wann sich ein Bausparvertrag lohnt
Das Wichtigste in Kürze
  • Bei einem Bausparvertrag sparen Sie zunächst etwa die Hälfte der Bausparsumme an, die andere Hälfte gibt es dann als Darlehen zu einem festen Zins.
  • Bausparverträge bieten aktuell nur sehr geringe Guthabenzinsen. Außerdem zahlen Sie eine Abschlussgebühr. Bis zur Zuteilung des Vertrags ist das meist ein Minusgeschäft.
  • Damit sich ein Bausparvertrag unter dem Strich noch lohnt, müssen Sie das Bauspardarlehen tatsächlich nutzen, und die Zinsen müssen bis dahin deutlich ansteigen.
  • Aufgrund der Kosten- und Zinsunterschiede lohnt sich in jedem Fall ein Vergleich von Bausparverträgen verschiedener Anbieter.
So gehen Sie vor
  • Schließen Sie einen Bausparvertrag mit einer größeren Bausparsumme (mehr als 20.000 Euro) nur dann ab, wenn Sie in einigen Jahren eine Immobilie finanzieren wollen und einen Anstieg der Zinsen befürchten.
  • Einen kleineren Bausparvertrag können Sie abschließen, wenn Sie einen der drei Fördertöpfe Arbeitnehmersparzulage, Wohnungsbauprämie oder vermögenswirksame Leistungen nutzen wollen.
  • Wählen Sie die Bausparsumme so, dass der Vertrag ausgehend vom monatlichen Sparbetrag in spätestens sieben bis zehn Jahren zuteilungsreif wird.
  • Sprechen Sie bei größeren Finanzierungen nicht nur mit einer Bausparkasse, sondern auch mit einer Bank oder einem Kreditvermittler. Finanztip empfiehlt Interhyp, Dr. Klein und Planethome.

Der Bausparvertrag ist in Deutschland ein beliebtes und weit verbreitetes Finanzprodukt. Knapp 27 Millionen Verträge zählte die Bundesbank Anfang 2019. Rechnerisch haben etwa drei Viertel der deutschen Haushalte einen solchen Vertrag.Das bedeutet aber nicht, dass sich diese Verträge immer lohnen. Vielmehr gibt es bestimmte Situationen, in denen ein Bausparvertrag eine sinnvolle Lösung ist – und andere, bei denen andere Finanzprodukte sich entweder besser verzinsen, kostengünstiger oder flexibler sind.

Sie müssen zunächst entscheiden, ob ein Bausparvertrag für Ihre Pläne die beste Lösung ist. Außerdem gibt es große Unterschiede zwischen den Tarifen der Bausparkassen. Ein Vergleich Bausparverträgen verschiedener Anbieter lohnt sich also. 

Was ist ein Bausparvertrag?

Bausparen beruht auf einem Kollektivgedanken: Alle Bausparer einer Kasse zahlen in einen Topf ein, über den die Ein- und Auszahlungen abgewickelt werden. Nur deshalb können die Zinsen über so lange Zeit im Voraus garantiert werden. Ähnlich wie bei Banken gibt es öffentlich-rechtliche und private Bausparkassen.

Mit einem Bausparvertrag lässt sich der Bau oder Kauf einer Immobilie finanzieren, ihre Modernisierung oder auch der Umbau. Dazu werden zwei Verträge kombiniert: ein Sparplan und ein Immobiliendarlehen. In der Sparphase ist der Zins meist geringer als marktüblich, dafür ist aber auch das Bauspardarlehen günstiger.

Zunächst wird die Bausparsumme festgelegt. Sie entspricht dem Betrag, den der Sparer in seine Immobilie investieren will. Beim Kauf oder Bau einer Immobilie macht der Bausparvertrag meist nur einen Teil der gesamten Finanzierung aus. Nach Angaben des Verbands der privaten Bausparkassen lag die durchschnittliche Bausparsumme bei Neuverträgen im Jahr 2017 bei 49.900 Euro. 

Zunächst muss der Kunde einen Teil dieser Summe ansparen, in der Regel 30 bis 50 Prozent. Nach einer gewissen Zeit – beispielsweise zehn Jahren – ist der Vertrag dann „zuteilungsreif“. Das bedeutet, dass der Sparer das Darlehen für die Baufinanzierung in Anspruch nehmen kann. Das Geld muss für sogenannte wohnwirtschaftliche Zwecke ausgeben werden, wie im Bausparkassengesetz (BauSparkG, §1 Abs. 3) festgelegt ist.

Bei der Zuteilung eines Vertrags muss sich der Bausparer aber nicht unbedingt für das Darlehen entscheiden. Er kann auch nur die Auszahlung seines Bausparguthabens beantragen. Dann endet der Vertrag. Die dritte Möglichkeit ist es, nach der Zuteilung einfach weiter zu sparen. Dann verringert sich zwar der Darlehensanspruch im Laufe der Zeit, gleichzeitig verzinst sich aber das Guthaben weiter. Gerade bei gutverzinsten Altverträgen ist dies für den Bausparer eine interessante Möglichkeit. Zehn Jahre nach der Zuteilung hat die Bausparkasse dann allerdings ein Kündigungsrecht.

Für einen Bausparvertrag fallen Kosten an, und zwar meist eine Abschlussgebühr und Kontoführungsgebühren. Die Abschlusskosten liegen allgemein zwischen 1,0 und 1,6 Prozent der Bausparsumme – bei einer Bausparsumme von 50.000 Euro werden also mindestens 500 Euro fällig. Außerdem zahlen Sie meist jährliche Kosten für das Konto von bis zu 24 Euro pro Jahr.

Der Bausparvertrag wird oft als „Allroundprodukt“ angeboten – geeignet sowohl für Sparer, zukünftige Finanzierer oder auch für Unentschlossene. Für die meisten lohnt er sich aber nur als eine Versicherung gegen steigende Bauzinsen. Bei kleinen und mittleren Einkommen verbessert die staatliche Förderung zudem die Rendite des Vertrags.

Welche Varianten eines Bausparvertrages gibt es?

Bei einem Baukredit kann es sinnvoll sein, den Zinssatz bis zur letzten Rate zu kennen und festzulegen – insbesondere wenn man von steigenden Zinsen ausgeht. Dafür gibt es die Variante der Bausparsofortfinanzierung. Sie ist auch unter den Begriffen Kombidarlehen oder Konstantdarlehen bekannt: Dabei wird ein Bausparvertrag mit einem weiteren Darlehen kombiniert. Diese Konstruktion ist eine Alternative zu einer Baufinanzierung über die Bank und kommt zum Einsatz, wenn der Kreditnehmer sofort finanzieren möchte.

Oft bieten Bausparkassen den Bausparvertrag auch als reines Sparprodukt an. Viele Verträge enthalten einen Zinsbonus, wenn der Kunde auf die Auszahlung des Darlehens verzichtet. In Ausnahmefällen kann es sich lohnen, trotz der hohen Kosten diese Verträge abzuschließen.

Vorteilhaft sind insbesondere Altverträge, die vor der Finanzkrise 2008 abgeschlossen wurden. Seit dem Jahr 2011 versuchen Bausparkassen gelegentlich, diese gut verzinsten Verträge zu kündigen. Was Sie tun können, wenn die Bausparkasse Ihren Vertrag gekündigt hat, lesen Sie hier.

Folgende Tabelle gibt Ihnen eine Übersicht über die verschiedenen Varianten:

Verwendungsmöglichkeiten für Bausparverträge

Variante Lohnt sich, wenn …
Versicherung gegen steigende Bauzinsen der spätere Immobilienerwerb fest eingeplant ist
  die Bauzinsen deutlich ansteigen
Bausparsofortfinanzierung die Zinsen für gesamte Baufinanzierung festgeschrieben werden sollen
  der Gesamteffektivzins niedriger ist als ein vergleichbares Annuitätendarlehen
Sparvertrag hohe Zinsen geboten werden
  das Geld nicht benötigt wird
  die Sparraten genau eingehalten werden können

 

Warum macht die Förderung Bausparen interessant?

Bei neuen Bausparverträgen gibt es (fast) keine Zinsen mehr. Die Zinssätze liegen in der Regel deutlich unter den jeweils besten Angeboten beim Tagesgeld. Dazu kommen beim Bausparvertrag die Abschlusskosten von mindestens einem Prozent der Bausparsumme. Einziger Vorteil des Bausparvertrags. Als Ausgleich für die niedrigen Zinsen in der Sparphase können Bausparer später das Bauspardarlehen zu einem garantierten Zins beantragen.

Tagesgeld-Sparer, die später einen Baukredit benötigen, müssen dagegen ein Angebot zum aktuellen Zinsniveau beantragen. Die Zinsen können dann immer noch so niedrig sein wie Frühjahr 2019, aber auch deutlich höher. Ob sich ein Bausparvertrag am Ende gelohnt hat, hängt von der Entwicklung der Hypothekenzinsen ab. Dies zeigt beispielhaft unsere Berechnung am Ende dieses Ratgebers.

Darüber hinaus spielt die staatliche Förderung eine große Rolle: Wie immer, wenn der Staat über Steuern oder Zuschüsse in die privaten Finanzen eingreift, verschieben sich die Vor- und Nachteile für den Verbraucher. Beim Bausparvertrag sind es gleich vier Fördertöpfe, die in Frage kommen: die Arbeitnehmersparzulage, die Wohnungsbauprämie, vermögenswirksame Leistungen. Dazu kommt die Riester-Förderung: Ein Riester-Bausparvertrag ist die bekannteste Variante des sogenannten Wohn-Riester.

In allen diesen Fällen ist ein Bausparvertrag zumindest eine einfache und sichere Lösung. Ob es jeweils auch die beste Lösung ist, hängt davon ab, wofür der Bausparvertrag eingesetzt werden soll.

Achten Sie aber in jedem Fall darauf, dass die Bausparkasse Ihnen nicht einen günstigen Bausparvertrag verkauft. Günstig wird ein Bausparvertrag vor allem dann, wenn die Bausparsumme überschaubar bleibt.

Wenn Sie die Arbeitnehmersparzulage, Wohnungsbauprämie oder vermögenswirksame Leistungen nutzen wollen, reicht dafür meistens eine Bausparsumme von 10.000 oder 12.000 Euro. Mehr als 20.000 Euro sollten es nicht sein. Wählen Sie die Bausparsumme so, dass der Vertrag ausgehend vom monatlichen Sparbetrag in spätestens sieben bis zehn Jahren zuteilungsreif wird.

Wie finden Sie den passenden Bausparvertrag?

Die Tarife der einzelnen Bausparkassen unterscheiden sich zum Teil deutlich voneinander. Achten Sie nicht nur auf den Darlehenszins, sondern auch auf die Verzinsung des Guthabens und die weiteren Eckdaten des Vertrags.

Doch selbst mit allen Daten lassen sich die einzelnen Angebote von Bausparkassen nur schwer miteinander vergleichen. Das liegt an den unterschiedlichen Zinsen in Kombination mit den erwarteten Anspar- und Tilgungszeiträumen. So kann ein Angebot mit einem deutlich höheren Darlehenszins manchmal die bessere Wahl sein, da etwa die Zeit bis zur Zuteilung des Darlehens kürzer ist als bei anderen Varianten. Wir empfehlen daher grundsätzlich einen Vergleich von Bausparverträgen: Holen Sie für eine bestimme Bausparsumme Angebote unterschiedlicher Anbieter ein.

Für einige wichtige Situationen haben wir die Vorteilhaftigkeit allerdings berechnet und können eine Empfehlung aussprechen: als Sparvertrag für Jugendliche, für die späteren Finanzierung einer Modernisierung und zur Nutzung der Riester-Förderung.

Bausparvertrag als Sparvertrag für Jugendliche

Einen Bausparvertrag als reinen Sparvertrag abzuschließen, ist nur dann eine gute Lösung, wenn Sie sicher mit staatlicher Förderung rechnen können. Ansonsten bieten gut verzinste Tages- und Festgeldkonten deutlich höhere Renditen.

Wie die staatliche Förderung die Verzinsung verbessert, zeigt das Beispiel der Wohnungsbauprämie. Diese Förderung können Sie direkt über die Bausparkasse beantragen. Erfüllen Sie die Voraussetzungen – wichtig sind hier besonders die Einkommensgrenzen – so schreibt die Finanzverwaltung dem Vertrag maximal 45,06 Euro (bei Einzelpersonen) beziehungsweise 90,11 Euro (bei Ehepaaren) gut und zahlt diese später dann bei wohnwirtschaftlicher Verwendung aus.

Dazu müssen Singles mindestens 512 Euro pro Jahr einzahlen, Ehepaare 1.024 Euro pro Jahr. Mit diesen zusätzlichen Beträgen steigt die Gesamtverzinsung des Vertrags auf ein akzeptables Niveau. Während also ein Bausparvertrag für Kinder und gut verdienende Erwachsene – die die Voraussetzungen nicht erfüllen – keine sinnvolle Lösung ist, können etwa Jugendliche mit dem Bausparvertrag für junge Leute eine recht ordentliche Rendite erzielen.

Bausparvertrag zum Modernisieren

Bei diesen Gelegenheiten einen Bausparvertrag einzusetzen, ist meist einfacher als einen Immobilienkredit über wenige Zehntausend Euro bei einer Bank zu beantragen. Denn bei einem Finanzierungsbedarf unterhalb von 50.000 Euro machen viele Banken überhaupt kein Angebot, oder nur ein schlechtes.

Für Bausparkassen gehören diese Darlehenssummen dagegen zum täglichen Geschäft. Darüber hinaus können sie Darlehen unter 30.000 Euro auch ohne Grundschuld vergeben. Gerade wenn eine Modernisierung absehbar ist, hilft ein Bausparvertrag, diese Finanzierung vorzubereiten. Denn die Kosten – und häufig auch der Zeitpunkt – für die Modernisierung lassen sich gut abschätzen. Bausparsumme und Spardauer stehen also fest, und die Eckdaten des Bausparvertrag lassen sich genau einstellen.

Wer also absehbar für eine Modernisierung eine mittlere Finanzierungssumme über 15.000 bis 50.000 Euro benötigt, sollte sich die Angebote der Bausparkassen näher ansehen. Dies gilt umso mehr, wenn Sie die Voraussetzung für die staatliche Förderung erfüllen und davon ausgehen, dass die Zinsen in den kommenden Jahren wieder steigen.

Mit dem Bausparvertrag die Riester-Förderung nutzen

Wer sich dafür entschieden hat, die Riester-Förderung zu nutzen, kann zwischen verschiedenen Vertragsformen wählen: zum Beispiel zwischen einer Riester-Rentenversicherung, einem Riester-Fondssparplan, einem Banksparplan oder einem Bausparvertrag als Wohn-Riester. Sofern ein Bausparvertrag grundsätzlich infrage kommt – etwa weil Sie später einen Kauf, Bau oder eine Modernisierung planen –, kann er eine sinnvolle Lösung sein.

Wann sollten Sie (nicht) mit der Bausparkasse finanzieren?

Wenn Sie sich für den Kauf oder Bau einer Immobilie entschieden haben, sollten Sie sollten Sie neben Bausparkassen auch mit Banken reden. Dies gilt auch dann, wenn Sie bereits einen Bausparvertrag bei einer Bausparkasse abgeschlossen haben.

Gerade bei der Erstfinanzierung ist der Bausparvertrag und das darin enthaltene Bauspardarlehen meist deutlich kleiner als die Gesamtfinanzierung. Das liegt daran, dass Bausparverträge im Durchschnitt eine Bausparsumme von weniger als 50.000 Euro haben. Wenn Sie dann aber 200.000 Euro benötigen, müssen Sie weitere 150.000 Euro finanzieren: entweder über die Bausparkasse oder über eine Bank.

Für den noch offenen Teil oder den Gesamtbetrag ist aber ein Baukredit von der Bank häufig günstiger als die komplizierten Modelle der Bausparkassen. Gerade wenn Sie eine größere Darlehenssumme benötigen, sollten Sie sich also auch an einen Kreditvermittler oder an eine Bank wenden. Wir empfehlen Ihnen die Zusammenarbeit mit einem der folgenden, unabhängigen, bundesweit tätigen Anbieter, die vornehmlich Baufinanzierungen vermitteln.

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Wie sicher sind Bausparverträge?

Grundsätzlich sind ihr Einlagen bei Bausparkassen ähnlich sicher wie Sparkonten bei Banken für Tagesgeld und Festgeld: Ihr Guthaben ist bis 100.000 Euro gesetzlich abgesichert. Die zwölf privaten Bausparkassen sind Mitglieder in der Entschädigungseinrichtung deutscher Banken GmbH (EdB). Die Schwäbisch Hall gehört als Bausparkasse der Volks- und Raiffeisenbanken deren Einlagensicherung an. Die Landesbausparkassen (LBS) sind an den Haftungsverbund des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes angeschlossen, der Einlagen in unbegrenzter Höhe absichert.

Wir empfehlen Ihnen, auch auf die Bonität der Bausparkassen zu achten. Einen guten Anhaltspunkt für die Finanzkraft eines Unternehmens bieten Ratings von den großen Agenturen Moody’s, Standard & Poor‘s und Fitch. Bei Tagesgeld- und Festgeldkonten empfehlen wir nur Banken, die von den drei Agenturen eine Bewertung von mindestens „BBB“ (Standard & Poor‘s und Fitch) beziehungsweise „Baa“ (Moody’s) haben. Bei Bausparkassen setzen wir nur von mindestens einer Agentur eine solche Bewertung voraus. Zum einen sind Ratings bei Bausparkassen weniger verbreitet als bei Banken, und zum anderen hat die Bausparkasse ja immer die Möglichkeit, drohende Risiken auf das Kollektiv abzuwälzen.

Derzeit erfüllen alle Bausparkassen oder deren Konzernmütter diese Voraussetzung. Lediglich die Aachener Bausparkasse besitzt kein Rating der hier genannten Agenturen. Daher können wir ihre Finanzkraft nicht bewerten.

Was sollten Sie noch über den Bausparvertrag wissen?

Wer sich das erste Mal mit einem Bausparvertrag beschäftigt, wird auf eine Reihe an Fachwörtern treffen, die einer Erklärung bedürfen. Wir haben die wichtigsten Begriffe eines Bausparvertrags zusammengestellt:

Bausparkollektiv - Bausparen beruht auf einem Kollektivgedanken. Die Bausparwilligen schließen sich zu einer Bauspargemeinschaft zusammen. Sie besteht aus den Einzahlern, die Guthaben in ihre Verträge sparen und aus den Darlehensnehmern, die die eingezahlten Beträge als Darlehen in Anspruch nehmen. Das kann zu folgendem Problem führen: Gibt es nicht genug Sparer, die in das Kollektiv einzahlen, können nicht allen Darlehensnehmern die entsprechenden Kredite zugeteilt werden.

Bausparsumme - Die Bausparsumme ist die wichtigste Kenngröße des Vertrags. Sie gibt die Höhe an, über die der Vertrag abgeschlossen wird. Der Betrag setzt sich zusammen aus dem angesparten Guthaben und dem nach einigen Jahren aufgenommenen Darlehen. Wenn Sie eine Immobilie finanzieren wollen, können Sie also die Höhe der Bausparsumme in Ihre Finanzierung einplanen.

Bewertungszahl - Die Bewertungszahl gibt Aufschluss darüber, wann Ihnen das Darlehen zugeteilt werden kann. Überschreitet Ihre Bewertungszahl die von der Bausparkasse festgelegte Zielbewertungszahl, können Sie das Darlehen in Anspruch nehmen. Die Bewertungszahl wächst im Laufe der Ansparphase an – zu Beginn nur recht langsam, nach einiger Zeit umso schneller. Sie ist umso höher, je mehr Geld Sie eingezahlt haben, je niedriger die Höhe und je kürzer die Laufzeit des vereinbarten Darlehens ist.

Kosten - Für einen Bausparvertrag fallen Kosten an, und zwar meist eine Abschlussgebühr und Kontoführungsgebühren. Die Abschlusskosten liegen allgemein zwischen 1 und 1,6 Prozent der Bausparsumme – bei einer Bausparsumme von 50.000 Euro werden also mindestens 500 Euro fällig. Die Abschlussgebühr wurde von vielen Gerichten bereits für zulässig erklärt. Es handelt sich dabei nicht um pauschale Kreditbearbeitungsgebühren, die mittlerweile unzulässig sind. Außerdem zahlen Sie häufig Gebühren für die Kontoführung, die bei etwa 10 bis 20 Euro pro Jahr liegen.

Mindestsparguthaben - Um ein Darlehen zu erhalten, müssen Sie einen bestimmten Teil der Bausparsumme angespart haben. Dieses Mindestsparguthaben beträgt je nach Vertrag meist 30 bis 50 Prozent der Bausparsumme.

Regelsparbeitrag - In jedem Bausparvertrag ist eine Regelsparrate oder ein Regelsparbeitrag festgelegt. Er richtet sich nach der Höhe der Bausparsumme. Bei Standardtarifen beläuft er sich auf 4 bis 5 Prozent der Bausparsumme. Der Bausparer erreicht so nach etwa sechseinhalb bis siebeneinhalb Jahren das zur Zuteilung erforderliche Mindestsparguthaben. Monatliche Sonderzahlungen darf er meist mit Zustimmung der Bausparkasse leisten. Achtung: Auch wenn Sie seit längerem eine höhere Rate als die Regelsparrate einzahlen, kann die Bausparkasse die Rate auf den Regelsparbetrag reduzieren. Diese Art der Sonderzahlung darf sie immer ablehnen, wenn dadurch ein Ungleichgewicht im Tarif entsteht. Die Bausparkassen versuchen damit, auf die Niedrigzinsphase zu reagieren und ihre Zinslast zu verringern.

Was ist besser: Bausparvertrag oder Bankredit?

Im folgenden Beispiel vergleichen wir einen Bausparvertrag mit einer Kombination aus Tagesgeld und Bankdarlehen. Dabei gehen wir davon aus, dass der Kunde acht Jahre lang monatlich 150 Euro sparen kann und Guthaben und Darlehen anschießend für den Kauf oder die Modernisierung seiner Immobilie einsetzen möchte. Der Sparer erhält keine staatliche Förderung und zahlt keine Kapitalertragssteuer.

Für eine Modellrechnung nutzen wir einen Vertrag der BHW Bausparkasse, Tarif Wohnbausparen.

Eckdaten Bausparvertrag

Bausparsumme 37.000 €
Spardauer 8 Jahre, 1 Monat (97 Monate)
Sparrate pro Monat 150 €
Guthabenverzinsung 0,1 Prozent
Abschlussgebühr 1,6 % der Bausparsumme / 592 €
Guthaben nach Ansparzeit 14.012 €
Höhe Bauspardarlehen 22.988 €
Höhe Darlehenszins 2,80 %
Darlehensrate pro Monat 266 €
Laufzeit des Darlehen 7 Jahre, 11 Monate (95 Monate)

Quelle: BHW Bausparkasse, Finanztip-Berechnung (Stand: 9. Februar 2016)

Die Zahlungen des Bausparvertrags vergleichen wir mit der zweistufigen Lösung: Der Sparer zahlt seine monatliche Rate zunächst auf ein Tagesgeldkonto ein. Nach derselben Zeit wie beim Bausparvertrag nimmt er dann ein Darlehen auf, um ebenfalls auf 37.000 Euro zu kommen. Dabei untersuchen wir drei verschiedene Zinsniveaus.

Das Ergebnis: Bei einem Anstieg der Bauzinsen auf 3,75 Prozent pro Jahr sind beide Lösung gleich gut (Szenario 2). Bleiben die Zinsen auf gleichem Niveau (Szenario 1), schneidet der Bausparer um mehr als 1.500 Euro schlechter ab als der Tagesgeld-Sparer. Für den Fall, dass die Bauzinsen deutlich ansteigen, und das Tagesgeld im Schnitt bei 1,5 Prozent liegt (Szenario 3), spielt der Bausparvertrag seinen Vorteil aus. Gut 900 Euro spart der Bausparer bei den Zinsen.

Ein Bausparvertrag ist also eine Versicherung gegen steigende Zinsen. Wenn Sie Planungssicherheit wollen und befürchten, dass die Zinsen in den nächsten Jahren um etwa zwei Prozentpunkte zulegen, lohnt sich in diesem Beispiel der Bausparvertrag. Außerdem sollten Sie sich möglichst sicher sein, dass Sie das Baudarlehen auch in Anspruch nehmen. Aktuelle Entwicklungen der Zinsen finden Sie auch in unserer Zinsprognose.

Vergleich zwischen Bausparvertrag und Tagesgeldkonto plus Darlehen

  Szenario 1: Zinsen bleiben niedrig Szenario 2: Kein Vorteil oder Nachteil Szenario 3: Zinsen steigen stark
Tagesgeld plus Darlehen      
Verzinsung pro Jahr 1 % 1 % 1,5 %
Guthaben nach Ansparzeit 15.158 € 15.158 € 15.472 €
Höhe Darlehen 21.842 € 21.842 € 21.472 €
Sollzins pro Jahr (nom.) 2 % / 2,02 % 3,69 / 3,75 % 5 % / 5,12 %
Darlehensrate pro Monat 246 € 266 € 275 €
Gesamtaufwand 23.635 € 25.208 € 26113 €
Aufwand Bausparvertrag 25.208 25.208 25208
       
Vorteil/Nachteil Bausparvertrag -1573 € 0 € +905 €

Quelle: Finanztip-Berechnung (Stand: 19. Januar 2015)

Im Video: Bausparen einfach erklärt

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redaktion@finanztip.de (Finanztip Verbraucherinformation gGmbH) 19.03.2019 12:40:00 +0000
So sorgen Privatversicherte für den Pflegefall vor : Private Pflegepflichtversicherung https://www.finanztip.de/private-pflege-pflichtversicherung/ https://www.finanztip.de/?id=2926So sorgen Privatversicherte für den Pflegefall vor
Das Wichtigste in Kürze
  • Jeder Privatversicherte muss eine Pflegepflichtversicherung bei einem privaten Krankenversicherer abschließen.
  • Der Beitrag richtet sich nicht nach dem Einkommen, sondern nach Alter und Gesundheit des Versicherten.
  • Allerdings dürfen die privaten Pflegeversicherer von ihren Kunden maximal den Höchstbeitrag der gesetzlichen Pflegeversicherung verlangen. 2019 liegt er für Versicherte ohne Beihilfeanspruch bei rund 138 Euro im Monat.
  • Die Leistungen in der privaten Pflegepflichtversicherung entsprechen denen der gesetzlichen Pflegekassen.
So gehen Sie vor
  • Meist übernimmt Ihr privater Krankenversicherer auch die Absicherung im Pflegefall. In den ersten sechs Monaten nach Abschluss einer privaten Krankenversicherung können Sie die Pflegepflichtversicherung jedoch auch bei einem anderen Anbieter abschließen.
  • Sind Sie freiwillig gesetzlich krankenversichert, können Sie sich auch bei einem privaten Anbieter pflegepflichtversichern. Dazu stellen Sie einen Antrag bei Ihrer gesetzlichen Krankenkasse.
  • Sollten Sie oder Ihr privat pflegeversicherter Angehöriger Hilfe im Alltag brauchen, ist die Compass Pflegeberatung erster Ansprechpartner. Sie übernimmt zentral die Beratung aller privat Pflegeversicherten.

Egal, ob gesetzlich oder privat krankenversichert – seit 1995 muss sich jeder zusätzlich pflegeversichern. Kassenpatienten sind automatisch Mitglied der Pflegekasse ihrer gesetzlichen Krankenkasse. Privatversicherte müssen dagegen eine private Pflegepflichtversicherung abschließen. Die meisten tun das beim Anbieter ihrer privaten Krankenversicherung. Diese private Pflichtversicherung hat nichts mit den privaten Pflege-Zusatzversicherungen zu tun, die die gesetzlich vorgeschriebene Grundversorgung bei Pflegebedürftigkeit weiter aufstocken. Solche Zusatzverträge können sowohl Privat- als auch Kassenpatienten abschließen. 

Wer muss sich versichern?

Jeder Privatversicherte braucht eine private Pflegepflichtversicherung. In der Regel übernimmt Ihr privater Krankenversicherer auch die Absicherung für den Pflegefall. Das muss allerdings nicht sein: In den ersten sechs Monaten nach Abschluss einer privaten Krankenversicherung (PKV) können Sie auch ein anderes Versicherungsunternehmen für den Pflegeschutz wählen. Diese Möglichkeit nehmen jedoch nur wenige Versicherte in Anspruch.

Die Leistungen sind bei allen Anbietern identisch. Die Beiträge zur Pflegepflichtversicherung berechnet der Verband der privaten Krankenversicherung im Grundsatz zentral für die gesamte Branche. Dennoch kann sich die Höhe des Beitrags von Versicherer zu Versicherer ein wenig unterscheiden.

Nicht versicherungspflichtig in der privaten Pflegepflichtversicherung sind Bewohner von Pflegeheimen, die bereits Pflegeleistungen für die stationäre Pflege erhalten. Auch wenn Sie im Ausland leben und eine private Krankenversicherung haben, müssen Sie in der Regel keine Beiträge zur privaten Pflegepflichtversicherung zahlen. In dem Fall erhalten Sie aber auch keine Leistungen.

Wer von der privaten Krankenversicherung (PKV) zurück in eine gesetzliche Krankenkasse wechselt, muss neben seiner PKV auch die private Pflegepflichtversicherung kündigen. Er wird dann wieder in einer gesetzlichen Pflegekasse versichert.

Freie Wahl für freiwillig Versicherte

Sofern Sie freiwillig gesetzlich krankenversichert sind, haben Sie bei der Pflegeversicherung die Wahl: Auf Antrag können Sie sich von der Mitgliedschaft in der gesetzlichen Pflegekasse befreien lassen. Dafür weisen Sie nach, dass Sie eine private Pflegepflichtversicherung abgeschlossen haben. Möglich ist das bis drei Monate nach Beginn Ihrer freiwilligen Krankenversicherung. Die Befreiung wird dann auch rückwirkend gewährt.

Die Entscheidung für den privaten Pflegeschutz ist allerdings bindend. In die gesetzliche Pflegeversicherung zurückkehren können Sie nur über Umwege, beispielsweise indem Sie eine versicherungspflichtige Beschäftigung aufnehmen. 

Welche Variante vorteilhafter ist, hängt von Ihrer persönlichen Situation ab. Der Beitrag in der privaten Pflegeversicherung orientiert sich nicht daran, wie viel Sie verdienen, sondern daran, wie jung und gesund Sie zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses sind. Junge Leute können deshalb bei einem privaten Versicherer mitunter auf niedrigere Beiträge hoffen, insbesondere falls sie gut verdienen. Für ältere Menschen ist der Wechsel in die private Pflegeversicherung dagegen eher ungeeignet.

Was leistet die Pflegepflichtversicherung?

Die Leistungen in der privaten Pflegepflichtversicherung sind gleichwertig zu denen der gesetzlichen Pflegekassen. Das gilt auch für die Wartezeit bis die Versicherung zahlt: Gesetzlich wie privat Pflegeversicherte haben nur dann Anspruch auf Leistungen, wenn sie in den zehn Jahren vor Antragsstellung mindestens zwei Jahre versichert waren.

Die private Pflegeversicherung unterscheidet wie die gesetzliche zwischen ambulanten und stationären Leistungen, also der Pflege zuhause oder in einem Heim. Je mehr Pflege der Versicherte braucht, desto umfangreicher sind in der Regel die Leistungen. Gemessen wird das Ausmaß der Pflegebedürftigkeit mit den sogenannten Pflegegraden. Bei der Zuordnung eines solchen Pflegegrads gelten die gleichen Maßstäbe wie in der gesetzlichen Pflegeversicherung.

Welche Leistungen die Versicherung bei häuslicher Pflege erbringt, hängt davon ab, ob sich nahestehende Personen kümmern oder ein professioneller Pflegedienst. Die Versicherung zahlt ein Pflegegeld, wenn Sie durch Angehörige gepflegt werden. Übernimmt ein Pflegedienst Aufgaben der häuslichen Pflege, gibt es einen Unterschied zwischen gesetzlicher und privater Versicherung. Die gesetzlichen Pflegekassen bezahlen den Pflegedienst direkt. Statt dieser sogenannten Sachleistungen bieten die privaten Pflegeversicherer ihren Mitgliedern eine Kostenerstattung in gleicher Höhe an. Das bedeutet, Sie müssen das Geld für den Pflegedienst vorstrecken und reichen die Rechnung anschließend bei Ihrem Versicherer ein.

Auch die Kosten für die Pflege in einem Heim erstatten die Versicherer bis zur Höhe der gesetzlichen Pflegesätze. Übernommen werden wie auch bei gesetzlich Versicherten die Pflegeleistungen selbst. Kosten für Unterbringung und Essen im Pflegeheim muss der Versicherte selbst tragen.

Leistungssätze nach Pflegegrad

Pflegestufe Pflegegeld ambulante Kosten stationäre Kosten
Grad 1 0 € 0 € 0 €
Grad 2 316 € 689 € 770 €
Grad 3 545 € 1.298 € 1.262 €
Grad 4 728 € 1.612 € 1.775 €
Grad 5 901 € 1.995 € 2.005 €

Quelle: Bundesministerium für Gesundheit (Stand: 6. Februar 2019)

Eine Sonderstellung bei den Leistungen nimmt Pflegegrad 1 ein. Dieser Pflegegrad wird vergeben, wenn Selbstständigkeit oder Fähigkeiten des Versicherten nur zu einem geringen Grad beeinträchtigt sind. Festgestellt wird das von einem Gutachter, den Ihr Krankenversicherer beauftragt. Mit Pflegegrad 1 steht Ihnen ein Teil der Leistungen aus der Pflegeversicherung zu.

Pflegegeld, Leistungen durch den Pflegedienst oder eine Pflege im Heim gibt es noch nicht. Sie können aber 125 Euro im Monat für Entlastungsangebote, wie Hilfe im Haushalt oder beim Einkaufen, bekommen. Auch Pflegehilfsmittel und ein Zuschuss für den Wohnungsumbau in Höhe von 4.000 Euro stehen Ihnen zu. Ausführlichere Informationen zu den Leistungen, die gesetzlich und privat versicherte Pflegebedürftige beantragen können, lesen Sie in unserem Ratgeber zur gesetzlichen Pflegeversicherung.

Der Umfang der Leistungen der privaten Pflegeversicherung ist gesetzlich begrenzt. Sie übernimmt im Pflegefall in der Regel nur einen Teil der tatsächlich entstehenden Kosten. Deshalb droht auch Privatpatienten bei der Pflege eine Finanzierungslücke, die sie aus eigenen Mitteln schließen müssen. Private Pflege-Zusatzversicherungen sind eine Möglichkeit dazu.

Wie hoch ist der Beitrag?

Die Leistungen im Pflegepflichttarif sind für alle Privatversicherten gleich. Unterschiedlich ist jedoch die Höhe des Beitrags. Sie richtet sich nach dem Risiko, pflegebedürftig zu werden. Entscheidend dafür, wie viel Sie zahlen müssen, sind Ihr Gesundheitszustand und Ihr Alter bei Vertragsschluss.

Die Versicherer können die Beiträge für die private Pflegepflichtversicherung jedoch nicht beliebig festlegen und erhöhen. Für Bestandskunden schreibt der Gesetzgeber Höchstbeiträge vor, die sich an der gesetzlichen Pflegeversicherung orientieren.

Sind Sie Neukunde, müssen Sie dagegen zunächst für fünf Jahre ohne diese Beitragsbegrenzung auskommen. Risikozuschläge, beispielsweise wegen bestehenden Erkrankungen, sind möglich. Nach diesen fünf Jahren zahlen Sie jedoch maximal den Höchstbeitrag der gesetzlichen Pflegeversicherung ohne den Zuschlag für Kinderlose.

Für 2019 liegt dieser Höchstbeitrag ohne Beihilfe bei 138,40 Euro im Monat und mit Beihilfe für Beamte bei 69,20 Euro. Hat der Ehepartner kein oder nur ein geringes Einkommen, ist der gemeinsame Beitrag bei 150 Prozent des gesetzlichen Höchstbeitrags gedeckelt.

Privatversicherte im Basistarif zahlen ebenfalls maximal den Höchstbeitrag – unabhängig davon, ob sie schon fünf Jahre versichert sind oder nicht. In finanziellen Notlagen zahlt der Sozialhilfeträger außerdem einen Zuschuss zur Pflegeversicherung.

Als privat pflegeversicherter Arbeitnehmer haben Sie wie gesetzlich Versicherte auch Anspruch auf einen Beitragszuschuss Ihres Arbeitgebers. Dieser Zuschuss entspricht dem Arbeitgeberanteil in der gesetzlichen Pflegeversicherung, allerdings übernimmt der Arbeitgeber nie mehr als die Hälfte des Beitrags zur privaten Pflegeversicherung.

Schüler und Studenten, die Beiträge zur Versicherung selbst zahlen und BAföG bekommen, erhalten vom Amt für Ausbildungsförderung 15 Euro Zuschuss zur Pflegepflichtversicherung.

Tipp: Die Beiträge zur Pflegepflichtversicherung können Sie von der Steuer absetzen und als Sonderausgaben angeben.

Kinder sind beitragsfrei mitversichert

Bei der privaten Pflegeversicherung macht der Staat, anders als bei der privaten Krankenversicherung, Vorgaben, wie die Beiträge gestaltet werden müssen. So dürfen sich die Beiträge für Frauen und Männer nicht unterscheiden. Außerdem müssen die Unternehmen Kinder beitragsfrei mitversichern und dürfen Menschen mit Vorerkrankungen nicht abweisen. Auch kündigen darf das Versicherungsunternehmen nicht.

Wenn Sie Kinder haben, die noch nicht erwerbstätig sind, dann sind diese bis zum Ende ihres 22. Lebensjahres beitragsfrei bei Ihnen mitversichert. Das gleiche gilt, wenn sie unter 25 Jahre alt sind und noch studieren oder in der Berufsausbildung sind. Absolviert ein Kind den anerkannten Freiwilligendienst oder freiwilligen Wehrdienst, verlängert sich die beitragsfreie Versicherung um zwölf Monate.

Beitragspflichtige Studenten bekommen in der Regel bis zum Ende ihres 39. Lebensjahres einen Sonderbeitrag.

Steigen die Beiträge im Alter?

Der private Pflegeversicherungsschutz funktioniert nach dem Prinzip der Kapitaldeckung: Damit die Kosten für die Versicherung im Alter nicht unverhältnismäßig steigen, bilden Sie mit dem monatlichen Beitrag ein finanzielles Polster für später, die sogenannten Altersrückstellungen. So sorgt jede Generation von Privatversicherten für die eigene Pflegebedürftigkeit vor. Das gesetzliche System funktioniert anders: Dort werden kaum Rücklagen gebildet; Ausgaben finanziert die gesetzliche Pflegeversicherung aus den laufenden Einnahmen. 

Die Altersrückstellungen können Sie bei einem Anbieterwechsel innerhalb der privaten Kranken- und Pflegeversicherung zumindest teilweise mitnehmen. Anders verhält es sich beim Wechsel zurück zu einer gesetzlichen Kasse. Ihre Rückstellungen bleiben dann beim privaten Krankenversicherer und kommen den übrigen Versicherten zugute.

Falls Sie wegen Arbeitslosigkeit oder zu niedrigen Einnahmen vorübergehend wieder der Sozialversicherungspflicht unterliegen, können Sie daher eine Anwartschaftsversicherung abschließen. Diese gewährleistet den Wiedereintritt in die private Pflegeversicherung ohne Risikozuschlag und gegebenenfalls mit Anspruch auf Beitragsbegrenzung. Bereits gebildete Rückstellungen rechnet der Versicherer bei der Wiederaufnahme des vollen Versicherungsschutzes auf den Tarif an.

Höhere Kosten führen zu steigenden Beiträgen

Der Beitrag, den Sie bei Abschluss der Pflegeversicherung zahlen, ist nicht in Stein gemeißelt. Denn neben Gesundheit und Alter spielen noch weitere Faktoren für die Höhe des Beitrags eine Rolle, zum Beispiel Lebenserwartung und Pflegekosten. Wenn die Kosten steigen, kann die private Pflegepflichtversicherung das an die Versicherten weitergeben und die Beiträge erhöhen.

In den vergangenen Jahren hat der Gesetzgeber die Leistungen der gesetzlichen und privaten Pflegeversicherung verbessert. So bekommen seit 2017 Menschen mit Demenz umfangreichere Unterstützung durch die Umstellung von drei Pflegestufen auf fünf Pflegegrade. Die Zahl der Versicherten, die Leistungen aus der Pflegeversicherung erhalten, ist dadurch gestiegen. Diese Reform hat sowohl in der gesetzlichen als auch in der privaten Pflegeversicherung zu höheren Beiträgen geführt.

Doch nicht nur Verbesserungen der Leistungen können die Versicherungsbeiträge verteuern. Auch höhere Ausgaben der Versicherung können Preissteigerungen zur Folge haben, beispielsweise wenn die Versicherten immer älter werden und mehr Leistungen beanspruchen. Das Gleiche gilt, wenn mehr Pflegekräfte eingesetzt werden oder deren Löhne steigen. So ist es nicht unwahrscheinlich, dass die Beiträge zur Pflegeversicherung auch in Zukunft steigen werden.

Kommt es zu Preiserhöhungen, gibt es keine großen Unterschiede zwischen den einzelnen Anbietern. Grund dafür ist, dass es sich bei der privaten Pflegepflichtversicherung um einen Verbandstarif handelt, der branchenweit einheitlich berechnet wird.

Wie beantrage ich Leistungen der Pflegepflichtversicherung?

Sind Sie auf die Hilfe anderer angewiesen und benötigen Sie Leistungen aus der privaten Pflegepflichtversicherung, müssen Sie einen Antrag bei Ihrem Versicherer stellen. Daraufhin bietet er Ihnen innerhalb von zwei Wochen eine kostenfreie Pflegeberatung durch die Compass Pflegeberatung an. Die Beratung findet je nach Wunsch telefonisch, in den eigenen vier Wänden, im Krankenhaus oder auch in der Pflegeeinrichtung statt.

Gleichzeitig beauftragt die Versicherung den Gutachterdienst Medicproof damit, festzustellen, ob Sie pflegebedürftig sind. Als pflegebedürftig gelten Sie nach Sozialgesetzbuch XI, wenn Sie in Ihrer Selbstständigkeit und Ihren Fähigkeiten gesundheitlich so beeinträchtigt sind, dass Sie dauerhaft auf die Hilfe anderer angewiesen sind.

Das Unternehmen Medicproof für privat Pflegeversicherte ist vergleichbar dem Medizinischen Dienst der gesetzlichen Krankenversicherung (MDK) für gesetzlich Versicherte. Der Gutachter berücksichtigt körperliche, geistige und psychische Beeinträchtigungen und teilt das Ergebnis seiner Beurteilung der Versicherung mit. Dann entscheidet diese, ob und welche Leistungen gezahlt werden.

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redaktion@finanztip.de (Finanztip Verbraucherinformation gGmbH) 18.03.2019 12:49:00 +0000
So ziehen Sie den Widerrufsjoker beim Autokredit : Fehlerhafte Widerrufsbelehrung beim Autokredit https://www.finanztip.de/vw-abgasskandal/widerruf-autokredit/ https://www.finanztip.de/?id=5628So geht es: Widerrufsjoker beim Autokredit
Das Wichtigste in Kürze
  • In einigen Autokredit-Verträgen sind die Widerrufsinformationen falsch. Die Folge: Autokäufer können noch nach Jahren rückabwickeln.
  • Ziehen Sie diesen Widerrufsjoker erfolgreich, geht Ihr Auto zurück an die Bank. Und die Bank muss Ihnen das gezahlte Geld erstatten.
  • Im November 2019 hatte der Bundesgerichtshof viele der bisher für fehlerhaft gehaltenen Passagen in den Kreditverträgen als korrekt bewertet. Das dämpft die Erfolgsaussichten für den Widerrufsjoker.
So gehen Sie vor
  • Lassen Sie die Widerrufsbelehrung in Ihrem Autokredit-Vertrag überprüfen. Wir haben eine Liste von Rechtsanwälten zusammengestellt, die wir für empfehlenswert halten. Diese bieten eine kostenlose Ersteinschätzung an.
  • Sie können den Autokredit widerrufen, sofern Ihr Anwalt den Vertrag für fehlerhaft hält.
  • Akzeptiert die Bank den Widerruf nicht, können Sie ohne Kostenrisiko klagen, wenn Sie rechtsschutzversichert sind.

Wenn Sie Ihren unliebsamen Diesel loswerden wollen, haben Sie mit dem Widerrufsjoker möglicherweise eine zusätzliche Chance gegen die mächtigen Autohersteller. Diese wollen ihren deutschen Kunden nach dem Abgasbetrug keinen Cent Entschädigung zahlen. Doch auch falls Sie Ihren Benziner auf Kredit gekauft haben, können Sie den Kauf- und Kreditvertrag in einigen Fällen noch rückabwickeln.

Welche Autokredite sind betroffen?

Wer vom Autohaus gleich einen Kredit vermittelt bekommt, schließt ein sogenanntes verbundenes Geschäft ab. Bei einigen dieser Autokredite sind den Banken Fehler unterlaufen. Das betrifft nicht nur Kredite von sogenannten Autobanken wie Volkswagen Bank oder BMW Bank, sondern auch Autokredite, die das Autohaus zwischen dem Kunden und anderen Banken vermittelt hat, etwa bei der Commerz Finanz GmbH oder der Santander Consumer Bank.

Ältere und neuere Kreditverträge sind gleichermaßen betroffen. Lohnend ist insbesondere die Prüfung von Verträgen, die ab dem 11. Juni 2010 geschlossen wurden. Darin hatten die von uns befragten Rechtsanwälte zahlreiche Fehler gefunden.

Der Bundesgerichtshof sieht das allerdings anders. Er hat in zwei Verfahren gegen die BMW Bank und die Ford Bank geurteilt, dass die Widerrufsinformationen und Pflichtangaben in den Verträgen korrekt waren. Die Verbraucher konnten den Kreditvertrag nicht mehr widerrufen, da die Widerrufsfrist bereits abgelaufen war (Urteile vom 5. November 2019, Az. XI ZR 650/18 und XI ZR 11/19).

Die Rechtsprechung bedeutet nicht das Ende für den Widerrufsjoker bei Autokrediten. Die Chancen sind aber nach dem Urteil deutlich geringer geworden. Notwendig ist immer eine individuelle Prüfung des konkreten Kreditvertrages. Diese Prüfung kann durchaus ergeben, dass Ihr Vertrag einen Fehler enthält.

Welche Möglichkeiten haben betroffene Kunden?

Hat die Bank Sie falsch über Ihr Widerrufsrecht informiert und fehlen im Vertrag die erforderlichen Pflichtangaben, beginnt die 14-tägige Widerrufsfrist nicht zu laufen. Sie haben deshalb ein Widerrufsrecht, zumindest solange der Kreditvertrag noch läuft: Sie können widerrufen, den Vertrag rückabwickeln und Ihr Auto zurückgeben.

Ganz einfach ist das aber nicht. Denn die Banken weisen den Widerruf meist zurück und behaupten, er sei unbegründet. Und nach der neuen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs haben sich viele der vermeintlichen Fehler erledigt (Urteile vom 5. November 2019, Az. XI ZR 650/18 und XI ZR 11/19).

Individualklage

Sie brauchen einen guten Anwalt, der Ihre Chancen realistisch einschätzt, bei Erfolgsaussichten Ihre Rechte durchsetzt und notfalls auch klagt.

Es gibt bereits einige Urteile gegen Autobanken. Etwa die Landgerichte Arnsberg, Berlin, Stuttgart und Ravensburg haben zugunsten der Verbraucher entschieden und den Widerruf nach Ablauf der Widerrufsfrist für zulässig erachtet (LG Arnsberg, Urteil vom 17. November 2017, Az. I-2 O 45/17; LG Berlin, Urteil vom 5. Dezember 2017, Az. 4 O 150/16; LG Stuttgart, Urteil vom 22. März 2018, Az. 14 O 340/17; LG Ravensburg; Urteil vom 7. August 2018, Az. 2 O 259/17; LG Berlin, Urteil vom 15. Februar 2019, Az. 4 O 20/18).

Wenn Sie eine Rechtsschutzversicherung haben, können Sie die Klage ohne Kosten- und Prozessrisiko angehen. In den meisten Fällen reicht eine Verkehrsrechtsschutzversicherung aus.

Musterfeststellungsklage

Das neue Musterklage-Gesetz ist am 1. November 2018 in Kraft getreten. Die damit eingeführte Musterfeststellungsklage soll es Verbrauchern ermöglichen, einfach und kostengünstig zu ihrem Recht zu kommen. Sie brauchen nicht selbst zu klagen, sondern können dies einem Verbraucherverband überlassen, der für sie vor Gericht zieht. Die zentralen Rechts- und Tatsachenfragen klärt das Gericht vorab für alle Geschädigten. Sobald die Klage im sogenannten Klageregister veröffentlicht ist, können Betroffene ihre Ansprüche anmelden.

Die Musterfeststellungsklage endet entweder durch einen Vergleich oder durch ein Urteil. Auf der Grundlage eines Urteils können die angemeldeten Verbraucher anschließend ihre individuellen Ansprüche durchsetzen.

Eine Musterfeststellungsklage hilft Kreditnehmern derzeit nicht weiter. Das Oberlandesgericht Stuttgart hat die Klage gegen die Mercedes-Benz Bank bereits aus formellen Gründen zurückgewiesen (OLG Stuttgart, Urteil vom 20. März 2019, Az. 6 MK 1/18). Auch die Klage gegen die Banken des VW-Konzerns war nicht erfolgreich (OLG Braunschweig, Beschluss vom 12. Dezember 2018, Az. 4 MK 2/18). Der Beschluss des Oberlandesgerichts Braunschweig ist allerdings noch nicht rechtskräftig. Die Klägerin hat Rechtsbeschwerde zum Bundesgerichtshof eingereicht.

Welche Anwälte sind auf den Widerruf von Autokrediten spezialisiert?

Wer den Widerrufsjoker nutzen will, kann sich an die folgenden Kanzleien wenden, die auf Widerrufsrechte spezialisiert sind. All diese Anwälte kennen sich mit fehlerhaften Widerrufsbelehrungen bei Autokrediten aus und bieten eine kostenlose Erstberatung an. Wie wir bei unserer Auswahl vorgegangen sind, erläutern wir am Ende dieses Textes.

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Warum sind viele Widerrufsinformationen fehlerhaft?

Nach der Rechtsprechung und der Einschätzung der von uns empfohlenen Rechtsanwälte weisen einige Verträge Fehler auf. Der Bundesgerichtshof hat mittlerweile allerdings geklärt, dass viele der für fehlerhaft gehaltenen Informationen tatsächlich ordnungsgemäß waren. Die Verbraucher konnten nicht mehr widerrufen (Urteil vom 5. November 2019, Az. XI ZR 650/18 und XI ZR 11/19).

  1. Die Banken haben nicht alle notwendigen Vertragsunterlagen zur Verfügung gestellt, etwa den unterschriebenen Antrag. Die Unterlagen sind nicht lesbar, da die Schriftgröße zu klein ist (LG Stuttgart, Urteil vom 22. März 2018, Az. 14 O 340/17).
  2. Es fehlen alle Pflichtangaben zur Berechnung der Vorfälligkeitsentschädigung (LG Berlin, Urteil vom 5. Dezember 2017, Az. 4 O 150/16). Es genügt aber, wenn die Bank die für die Berechnung der Vorfälligkeitsentschädigung wesentlichen Parameter grob benennt. Eine Berechnungsformel ist nicht notwendig (Urteile vom 5. November 2019, Az. XI ZR 650/18 und XI ZR 11/19).
  3. Der Vertrag enthält unzutreffende und irreführende Angaben zum Tageszins.
  4. Auch die Angaben zu den Widerrufsfolgen und zur Frage des Wertverlusts sind häufig unzureichend.
  5. Es fehlen Angaben zur Person des Kreditvermittlers und zu Vermittlungsprovisionen für den Kreditvertrag.
  6. Die Informationen im Zusammenhang mit der üblichen Restschuldversicherung sind oft fehlerhaft.

Diese Angaben sind nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs ordnungsgemäß:

  1. Einige Gerichte hatten bemängelt, dass in den Widerrufsinformationen Angaben fehlen über das Verfahren bei Kündigung des Kreditvertrags durch den Kreditnehmer. Es fehle zudem der Hinweis auf das Kündigungsrecht aus wichtigem Grund nach Paragraf 314 Bürgerliches Gesetzbuch (LG Arnsberg, Urteil vom 17. November 2017, Az. I-2 O 45/17; LG Berlin, Urteil vom 5. Dezember 2017, Az. 4 O 150/16; LG München I, Urteil vom 9. Februar 2018, Az. 29 O 14138/17). Der Bundesgerichtshof hat das anders gesehen: Über das außerordentliche Kündigungsrecht nach Paragraf 314 Bürgerliches Gesetzbuch muss der Kreditgeber im Vertrag nicht informieren (Urteil vom 5. November 2019, Az. XI ZR 650/18 und XI ZR 11/19).
  2. Der Kreditgeber musste bei Abschluss des Vertrages nicht den konkret geltenden Verzugszinssatz angeben. Fehlt diese Angabe, ist das unschädlich.

Wie funktioniert die Rückabwicklung nach dem Widerruf?

Der Widerruf des Autokredits erstreckt sich auch auf den Kaufvertrag, da es sich um ein verbundenes Geschäft handelt. Der Kunde hat aber nur mit der Bank zu tun, weil sie in die Rechte des Verkäufers eintritt (§ 358 Abs. 4 Satz 5 BGB). Die gesetzlichen Regelungen für Verbundgeschäfte sind kompliziert, und einige Fragen sind derzeit noch umstritten.

Das steht der Bank zu

Der Autokäufer muss der Bank das Auto zurückgeben. Ob die Bank zusätzlich Wertersatz dafür verlangen darf, dass der Verbraucher das Auto bis zur Rückgabe genutzt hat, ist umstritten und hängt vom Datum des Kreditvertrags ab. Es gab nämlich mit Wirkung zum 13. Juni 2014 eine wichtige Gesetzesänderung zur Umsetzung der EU-Verbraucherrechterichtlinie (RL 2011/83/EU), die Auswirkungen auf das Widerrufsrecht hatte (§ 357 Abs. 7 Nr. 2 BGB).

Vor dem 13. Juni 2014 - Die Bank kann Wertersatz dafür verlangen, dass der Verbraucher das Fahrzeug bis zur Rückgabe genutzt hat. Eine solche Entschädigung ist so zu berechnen: Bruttokaufpreis mal Anzahl der gefahrenen Kilometer geteilt durch die übliche Gesamtlaufleistung in Kilometern ergibt den Nutzungsersatz.

Beispiel: Eine Familie hat einen Mazda-Van zu einem Preis von 17.000 Euro gekauft und vor dem 13. Juni 2014 finanziert. Sie ist mittlerweile 120.000 Kilometer damit gefahren. Die übliche Laufleistung setzen wir mit 250.000 Kilometer an und rechnen: 17.000 Euro × 120.000 Kilometer ÷ 250.000 Kilometer = 8.260 Euro Nutzungsersatz. Diese Summe müsste die Familie an die Bank zahlen dafür, dass sie mit dem Auto bis zur Rückabwicklung gefahren ist.

Ab dem 13. Juni 2014 - Nach Auffassung einiger Rechtsanwälte und Gerichte dürfen die Banken bei diesen Autokrediten noch nicht einmal einen Geldbetrag für die Nutzung des Autos einbehalten, wenn die Belehrung fehlerhaft war. Das bedeutet, der Kunde müsste für die Zeit der Nutzung nur Sprit, Versicherung und Reparaturen weiterzahlen, nicht jedoch den Wertverlust des Autos.

Dieser Auffassung ist das Landgericht Ravensburg gefolgt. Der Kläger musste sich keinen Wertersatz für die 70.000 gefahrenen Kilometer anrechnen lassen, da die Bank ihn nicht ordnungsgemäß, sondern widersprüchlich über das Widerrufsrecht unterrichtet hatte. Das Urteil ist nicht rechtskräftig (Urteil vom 7. August 2018, Az. 2 O 259/17). Diese Auffassung hat das Gericht auch gegenüber der BMW Bank bestätigt (Urteil vom 30. Juli 2019, Az. 2 O 115/19).

Auch das Landgericht Berlin hat klar zugunsten eines Autokäufers entschieden. Der Kläger musste der Mercedes Bank keinen Wertersatz dafür zahlen, dass er seit Februar 2016 mit dem Wagen gefahren ist (Urteil vom 15. Februar 2019, Az. 4 O 20/18).

Positiv für den Verbraucher hat zudem das Landgericht Heilbronn geurteilt. Die Santander Consumer Bank wollte mehr als 3.000 Euro Wertersatz für die Nutzung des Autos in Abzug bringen. Das gestattete der Richter nicht, weil das Gesetz einen solchen Ersatz nach der Neuregelung gerade nicht mehr zulässt (Urteil vom 25. März 2019, Az. Bi 6 O 3/19).

Einige Richter sehen die Frage des Wertersatzes allerdings anders. So hat das Landgericht Arnsberg bei einem Vertrag der Volkswagen Bank vom 20. Oktober 2014 geurteilt, der Kunde müsse Nutzungsersatz leisten (Urteil vom 17. Oktober 2017, Az. I-2 O 45/17). Das Verfahren geht in die nächste Instanz. Es bleibt abzuwarten, wie das Oberlandesgericht Hamm entscheidet. Auch das Landgericht Berlin sprach in einem Verfahren der Bank Wertersatz zu. In diesem Fall legten beide Parteien beim Kammergericht Berlin Berufung ein (Az. 13 U 44/17).

Das steht dem Verbraucher zu

Im Fall der Rückabwicklung muss die Bank sämtliche Zins- und Tilgungsleistungen sowie eine etwaige Anzahlung erstatten. Das ergibt sich aus dem Gesetz und aus der Rechtsprechung zur Rückabwicklung von anderen verbundenen Geschäften, wie einige Rechtsanwälte überzeugend darlegen.

Sie berufen sich dabei unter anderem auf ein Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH), wonach der Verbraucher nach einem Widerruf bei einem verbundenen Geschäft alle an den Darlehensgeber oder Verkäufer erbrachten Leistungen zurückfordern kann. Dazu gehören die an die Bank erbrachten Zins- und Tilgungsleistungen und die Anzahlung (Urteil vom 3. März 2016, Az. IX ZR 132/15).

Einige Rechtsanwälte vertreten hingegen die Meinung, dass die Bank die Zinsen behalten dürfe und nur die Tilgungsleistungen erstatten müsse. Ein rechtskräftiges Urteil dazu, wie im Einzelnen ein Autokredit rückabgewickelt werden muss, gibt es derzeit noch nicht.

Bei Verträgen bis zum 13. Juni 2014 bekommt der Käufer Zinsen auf das gezahlte Geld, weil die Bank ohne rechtlichen Grund mit seinen Zahlungen wirtschaften konnte. Die Bank muss dann den Verzugszinssatz in Höhe von 5 Prozentpunkten über dem Basiszinssatz zahlen.

Die gegenseitigen Ansprüche beim Widerruf eines Autokredits haben wir in der folgenden Übersicht zusammengefasst.

Rückabwicklung eines Autokredits

Das steht der Bank zu                 Das steht dem Käufer zu

das Fahrzeug 

Rückzahlung einer etwaigen Anzahlung

keine Nutzungsentschädigung bei Verträgen nach dem 13. Juni 2014 (umstritten)

Rückzahlung von Zins- und Tilgungsleistungen (wobei umstritten ist, ob die Bank die Zinsen erstatten muss)                                          

Nutzungsentschädigung bei Verträgen bis zum 13. Juni 2014

Verzugszinsen auf Zins- und Tilgungsleistungen bei Verträgen bis zum 13. Juni 2014

Quelle: Finanztip-Recherche (Stand: November 2018)

Und noch ein Pluspunkt: Auf diesem Weg werden Sie auch noch die oft mit abgeschlossene Restschuldversicherung los und bekommen einen Teil der Versicherungsprämie zurück. Mehr dazu lesen Sie in unserem Ratgeber Restschuldversicherung.

So haben wir die Anwälte ausgewählt

Im Oktober 2017 haben wir 16 Rechtsanwaltskanzleien zum Thema „Fehlerhafte Widerrufsbelehrung bei Autokrediten“ angeschrieben, die auf diesen Bereich spezialisiert sind. Dabei haben wir uns auf die Kanzleien beschränkt, die bei einer Google-Suche am 24. Oktober 2017 auf den ersten drei Seiten zu den Begriffen „Autokredit fehlerhafte Widerrufsbelehrung“ und „Autokredit Widerrufsjoker“ angezeigt wurden oder sich im Vorfeld schon an uns gewandt hatten.

Zur Prüfung haben wir den Kanzleien einen umfangreichen Fragebogen geschickt. Dieser enthielt Fragen zu den Kosten und zur Form einer Erstberatung sowie zur Einschätzung der Rechtslage. Wir haben uns nach erstrittenen Urteilen, abgeschlossenen Vergleichen sowie anhängigen Verfahren erkundigt. Dabei haben wir berücksichtigt, dass es im Oktober 2017 noch sehr wenig Rechtsprechung zum Widerruf bei Autokrediten gab.

Ende Juli 2018 haben wir weitere Fragebögen ausgewertet, die uns Rechtsanwälte mit zeitlichem Abstand nach der ersten Untersuchung übermittelt haben. Zu den 16 im Oktober angeschriebenen Kanzleien kamen vier weitere hinzu, die um Teilnahme an der Umfrage gebeten hatten. Zudem haben wir die bereits von uns empfohlenen Kanzleien gebeten, ihre Daten zu aktualisieren und Belege zu schicken (Anzahl der Urteile, Vergleiche und anhängige Verfahren).

Im März 2019 haben wir unsere Empfehlungen erneut aktualisiert. Dazu haben wir insgesamt zehn Rechtsanwaltskanzleien angeschrieben und um aktuelle Daten und Belege gebeten. Es handelte sich dabei um Kanzleien, die wir aktuell empfehlen oder die wir schon einmal empfohlen haben. Alle befragten Anwälte hatten uns bereits den umfangreichen Fragebogen beantwortet.

Die tatsächliche Beratungsqualität können wir nicht bewerten, da wir sie nicht überprüfen können. Grundvoraussetzung für unsere Empfehlung ist seit der Aktualisierung im März 2019 vielmehr, dass die Kanzlei uns mindestens ein Urteil nachgewiesen hat. Die Prozesswelle ist weiter ins Rollen gekommen, sodass jetzt Urteile von verschiedenen Gerichten vorliegen.

Für den Verbraucher positiv ist aus unserer Sicht, wenn er eine kostenlose Ersteinschätzung bekommt. Dies ist derzeit bei allen Anwälten aus unserer Empfehlungsliste der Fall. Die Sortierung erfolgt jeweils nach der Anzahl der uns zuletzt übermittelten Belege. Urteile gewichten wir in der Sortierung stärker als Vergleiche.

Auch wenn sich daraus keine Erkenntnis über die tatsächliche Qualität der Beratung ableiten lässt, bewerten wir es als positiv, sofern sich der bearbeitende Jurist als Fachanwalt auf Bank- und Kapitalmarktrecht spezialisiert hat.

Unsere Untersuchung ist vorerst abgeschlossen. Weitere Anwaltskanzleien berücksichtigen wir derzeit nicht. Übermitteln uns die Rechtsanwälte weitere juristische Erfolge, kann das zu einer anderen Sortierung der Empfehlungen führen.

Mehr dazu im Ratgeber Rechtsschutzversicherung

Zum Ratgeber

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redaktion@finanztip.de (Finanztip Verbraucherinformation gGmbH) 15.03.2019 12:25:00 +0000
Auf welchen Teil vom Gaspreis Sie Einfluss nehmen können : Gaspreise https://www.finanztip.de/gaspreisvergleich/gaspreis-gaskosten/ https://www.finanztip.de/?id=3968Auf welchen Teil vom Gaspreis Sie Einfluss nehmen können
Das Wichtigste in Kürze
  • Der Gaspreis setzt sich aus den Kosten für Einkauf und Vertrieb des Brennstoffs, den Entgelten für den Transport sowie Steuern, Umlagen und Abgaben zusammen.
  • Durch einen Gasanbieter-Wechsel können Sie Ihre Gaskosten senken – indem Sie zu einem Lieferanten mit geringeren Ausgaben für Gaseinkauf und Vertrieb gehen.
  • Die Importpreise für Erdgas sind seit Januar 2019 stark gefallen. Seit Jahresbeginn 2019 haben aber viele Versorger ihre Verbraucherpreise erhöht.
So gehen Sie vor
  • Gastarife unterscheiden sich in der Regel um bis zu 2 Cent pro Kilowattstunde. Aufgrund der hohen Verbräuche beim Heizen lohnt sich ein Tarifwechsel häufig.
  • Bei der Suche nach einem passenden Tarif empfehlen wir Ihnen, mit unserem Finanztip-Gasrechner Preise zu vergleichen.

Zum Gasrechner

  • Als Hauskäufer und beim Modernisieren der Heizungsanlage sollten Sie die Kosten der möglichen Energieträger im Blick haben. Auf Erdgas zahlen Sie ab 2021 einen CO2-Preis, auf Holz und Strom zum Betrieb einer Wärmepumpe nicht.
  • Wohnen Sie in einem Haus mit Gaszentralheizung, können Sie den Lieferanten nicht selbst bestimmen. Dann sollten Sie aber Ihre jährliche Heizkostenabrechnung prüfen.

Erdgas ist beim Heizen der vorherrschende Brennstoff: Mehr als jeder zweite Haushalt in Deutschland wärmt damit seine vier Wände auf. Rund 85 Prozent seines Gasverbrauchs benötigt ein Haushalt für die Heizung. Nur etwa 14 Prozent werden für Warmwasser gebraucht und lediglich 1 Prozent zum Kochen.

Aus welchen Bestandteilen setzt sich der Gaspreis zusammen?

Wie viel Sie Gas kostet, hängt davon ab, wie viel Sie verbrauchen. Aber auch die Region, in der Sie leben, spielt eine Rolle, und ob Sie selbst einen Vertrag mit einem Versorger schließen können oder dies Ihrem Vermieter zufällt.

Wohnen Sie zur Miete und versorgt Sie eine Gaszentralheizung mit Wärme, läuft der Gasliefervertrag auf Ihren Vermieter. Über die Heizkostenabrechnung reicht er aber die Ausgaben an Sie weiter. Prüfen Sie diese regelmäßig. Stellen Sie fest, dass der Gaspreis auf der Abrechnung hoch ist, dann fordern Sie Ihren Vermieter zum Gasanbieter-Wechsel auf.

Wohnen Sie im Ein- oder Zweifamilienhaus oder verfügen Sie über eine Gasetagenheizung, sind Sie selbst Vertragspartner des Gasanbieters. Dann ist ebenfalls entscheidend, welche Art Vertrag Sie schließen – ob Sie grundversorgt sind oder einen Sondervertrag haben. Haben Sie nicht bewusst Ihren aktuellen Tarif abgeschlossen, werden Sie automatischen vom Grundversorger beliefert. Wenn Sie noch nie Ihren Gasanbieter gewechselt haben, lohnt es sich auf jeden Fall, die Preise verschiedener Unternehmen zu vergleichen. Denn die Tarife in der Grundversorgung sind in der Regel teurer als in einem Sondervertrag.

Schon beim Wechsel Ihres Gasanbieters in einen Sondervertrag beim Grundversorger lässt sich daher fast immer Geld sparen. Noch mehr ist oft drin, wenn Sie zu einem anderen Anbieter gehen. Prüfen Sie, wie groß Ihre Ersparnis sein kann. Die Abfrage über unseren Finanztip-Gasrechner dauert nur eine Minute. Zudem ist er so eingestellt, dass Sie nur verbraucherfreundliche Angebote sehen.

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Der Finanztip-Gasrechner basiert auf Daten der CHECK24 Vergleichsportal Energie GmbH sowie der Verivox GmbH. Diese haben wir mit unseren Parametern so gefiltert, dass Sie ein verbraucherfreundliches Ergebnis nach Finanztip-Kriterien bekommen. Wir übernehmen keine Gewähr für die Richtigkeit und Aktualität der hier bereitgestellten Informationen. Für Schäden aus fehlerhaften Daten oder durch die Nutzung des Rechners übernehmen wir keine Haftung.

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Für Daten der Verivox GmbH: © Verivox GmbH – www.verivox.de – alle Angaben ohne Gewähr (Stand: 2019). Das Angebot darf nur für den privaten Gebrauch genutzt werden. Eine Vervielfältigung oder Verbreitung des Angebots oder der auf diesen Seiten angezeigten Informationen – ganz oder auszugsweise, gleich in welcher Form – und jede Form der kommerziellen Verwendung ist nicht ohne ausdrückliche schriftliche Zustimmung der Verivox GmbH zulässig.

Schließen Sie über Verivox oder Check24 den Vertrag ab, leiten die Portale den Vertragswechsel ein. Der Abschluss kommt aber in der Regel erst zustande, wenn Sie der gewählte Versorger anschreibt und den Vertrag bestätigt. Ab dann bleiben 14 Tage Zeit, den Vertrag zu widerrufen.

Das sind die Bestandteile des Gaspreises

Grundsätzlich setzt sich der Gaspreis aus drei Bestandteilen zusammen: den Beschaffungs- und Vertriebskosten des Anbieters, den Netzentgelten des Netzbetreibers sowie Steuern und Abgaben an den Staat.

Beschaffung und Vertrieb - Rund die Hälfte Ihrer Gaskosten geht an Ihren Gasanbieter. Dieser kauft das Gas auf dem Großmarkt ein, lagert es in Gasspeichern und gibt es an die Haushalte weiter. In der Regel arbeitet Ihr Gasanbieter mit anderen Unternehmen für Lieferung und Speicherung zusammen. Diese rund 50 Prozent bestimmen die Gewinnspanne der einzelner Anbieter. Es ist dieser Bestandteil des Gaspreises, bei dem Sie durch einen Anbieterwechsel sparen können.

Netzentgelt - Etwa ein Viertel der Gasrechnung gibt Ihr Anbieter an den Gasnetzbetreiber weiter. Im Prinzip handelt es sich um eine Gebühr, damit das Gas über das öffentliche Netz zu Ihnen strömen kann. Über das Netzentgelt zahlen Sie für den Transport des Erdgases.

Je Einzugsgebiet gibt es jeweils nur einen einzigen Netzbetreiber. Da er somit ein Monopol im regionalen Gasnetz besitzt, bestimmen die Regulierungsbehörden der Länder das Netzentgelt alle fünf Jahre neu. Es beinhaltet auch Kosten für Messung, Messstellenbetrieb und Abrechnung. Da die Wartung, der Ausbau und der Betrieb des Gasnetzes je nach Gebiet unterschiedlich viel kosten, zahlen Sie als Verbraucher je nach Region unterschiedlich viel für die Netznutzung.

Steuern, Umlagen und Abgaben - Das verbleibende Viertel des Gaspreises geht an den Staat. Einerseits werden 19 Prozent Mehrwertsteuer auf den Nettopreis aufgerechnet. Andererseits zahlen Sie bei jeder verbrauchten Kilowattstunde 0,55 Cent Erdgassteuer, ähnlich wie bei Kohle oder Heizöl. Diese Energiesteuer dient analog zur Stromsteuer dazu, umweltschonendes Verhalten zu fördern.

Darüber hinaus bekommen die Kommunen eine Konzessionsabgabe, damit der Netzbetreiber den Boden der Gemeinden für das Gasnetz nutzen darf. In allen Sonderverträgen beträgt die Konzessionsabgabe 0,03 Cent pro Kilowattstunde. Befinden Sie sich in der Grundversorgung, ist die Abgabe höher: 0,22 bis 0,93 Cent pro Kilowattstunde sind dann zu zahlen. Die Höhe richtet sich nach der Größe der Kommune, in der Sie leben und ob Sie das Gas zum Heizen oder nur zum Kochen und für Warmwasser nutzen (§ 2 Abs. 2 Punkt 2 KAV).

Seit Oktober 2018 gibt es eine Umlage, die Sie über den Gaspreis bezahlen: die Bilanzierungsumlage. Sie beträgt bis Ende September 2019 rund 0,1 Cent pro Kilowattstunde. Zum 1. Oktober 2019 sinkt sie auf weniger als 0,03 Cent pro Kilowattstunde.

Die Bilanzierungsumlage deckt die Kosten, die bei der Umstellung von L-Gas auf das energiereichere H-Gas anfallen. Die beiden Verantwortlichen für die Marktgebiete in Deutschland, die Firmen Gaspool und Netconnect Germany, berechnen die Umlage.

Was zahlen Verbraucher für Erdgas?

Im Schnitt verbraucht laut aktuellem Heizspiegel ein Haushalt mit einer Gasheizung rund 143 Kilowattstunden pro Quadratmeter Wohnfläche. Misst Ihre Wohnung 90 Quadratmeter, brauchen Sie rund 13.000 Kilowattstunden Gas im Jahr. Beim Grundversorger wurden dafür 2019 nach Angaben der Bundesnetzagentur im Durchschnitt etwa 79 Euro pro Monat fällig. Nach einem Anbieterwechsel kostete die gleiche Menge 67 Euro monatlich – 20 Euro weniger im Monat.

Die Schere zwischen den Preisen in der Grundversorgung und jenen in Lieferverträgen mit anderen Anbietern geht weit auseinander und hat sich 2019 noch weiter geöffnet. Im Schnitt zahlten­­ grundversorgte Kunden mit einem Verbrauch zwischen 5.556 und 55.556 Kilowattstunden 7,28 Cent pro Kilowattstunde. In einem Sondervertrag beim Grundversorger kostete die Kilowattstunde Gas dagegen 0,8 Cent weniger, bei einem anderen Versorger mehr als 1 Cent weniger.

Kostenverteilung nach Vertragsart

  Grundversorger Sondervertrag
Beschaffung, Vertrieb, Marge 51,4 % 48,6 %
Netzentgelt, Messstellenentgelt, Messung 21,4 % 26,2 %
Steuern, Abgaben 27,2 % 25,2 %

Die Zahlen entsprechen den durchschnittlichen Preisen bei einem Verbrauch zwischen 5.556 und 55.556 Kilowattstunden im Jahr für Tarife in der Grundversorgung und in Sonderverträgen von einem Anbieter, der nicht der Grundversorger ist.
Quelle: BNetzA (Stand: 27. November 2019)

Wie haben sich die Verbraucherpreise seit 2013 verändert?

Der Gaspreis ist für Großhändler von 2013 bis Frühling 2016 stetig gefallen. Im Mai 2016 erreichte der Importpreis für Erdgas einen Tiefpunkt – mit 1,3 Cent pro Kilowattstunde (netto). Die sinkenden Preise gaben die Energieunternehmen nur zögerlich an die Kunden weiter. Erst 2016 verringerte sich auch für Verbraucher der durchschnittliche Gaspreis pro Kilowattstunde.

2017 und 2018 zogen die Beschaffungspreise wieder an und erreichen im Januar 2019 ihren letzten Höchststand mit rund 2,14 Cent pro Kilowattstunde. Seither sind sie wieder gefallen. Im September 2019 lag der Importpreis für Erdgas bei rund 1,29 Cent pro Kilowattstunde (netto). Die meisten Gasversorger haben ihre Verbraucherpreise aber seit dem Jahreswechsel angehoben. Mancher Grundversorger erhöht sogar zum 1. Januar 2020 die Kosten in der Grundversorgung.

Der Preis für Erdgas orientiert sich seit 2010 immer weniger an den Kosten für Heizöl – die sogenannte Ölpreisbindung gibt es nicht mehr.

Wie wird sich der Gaspreis weiter entwickeln?

Wie es mit dem Gaspreis weitergeht, liegt einerseits an den einzelnen Anbietern und wie sich die Gaspreise am Großmarkt entwickeln. Werden neue Fördertechnologien wie das umstrittene Fracking wieder vorangetrieben, prognostiziert beispielsweise die Weltbank, dass Höchststände wie 2013 in den nächsten zehn Jahren nicht wieder auftreten.

Abgesehen von den Preisen auf dem Weltmarkt für Erdgas können sich aber andererseits auch Steuern, Abgaben oder die Netzentgelte in einer Region verändern. Sie beeinflussen ebenso, ob Sie mehr oder weniger für den Brennstoff ausgeben müssen.

Entwicklung bei Netzentgelten

Die Netzentgelte werden alle fünf Jahre nach den bestehenden Kosten für das regionale Gasnetz berechnet. Da es im Gasnetz keine großen Veränderungen gab, blieb dieser Bestandteil die vergangenen Jahre relativ stabil. Zum Jahreswechsel 2018 sanken die Entgelte leicht. Das liegt daran, dass seit 2018 strengere Vorgaben für die Netzbetreiber bestehen, ihre Netzkosten zu senken.

Gegen die Vorgaben der Bundesnetzagentur zogen viele Netzbetreiber vor Gericht. Das Oberlandesgericht Düsseldorf gab ihnen Recht (Urteil vom 22. März 2018, u.a. Az. VI-3 Kart 143/16). Aber der Bundesgerichtshof urteilte am 9. Juli 2019, dass die Bundesnetzagentur korrekt gerechnet habe (Az. EnVR 52/18).

Je nachdem, welche Rolle dem Gas in der Energiewende noch zukommt, kann das Netz in den nächsten Jahren auch an Bedeutung gewinnen. Wird die Modernisierung der Netze vorangetrieben, kann das ebenfalls steigende Netzentgelte für Verbraucher bedeuten.

Entwicklung von Steuern und Einführung des CO2-Preises

Die Erdgassteuer ist seit 2003 unverändert. Die Mehrwertsteuer stieg zuletzt 2007 auf 19 Prozent. Ab 2021 wirkt ein zusätzliches, neues Gesetz: Brennstoffemissionshandelsgesetz heißt es. Es schreibt fest, dass ein CO2-Preis auf Erdgas erhoben wird.

Der CO2-Preis ist Teil des Klimaschutzprogramms 2030 der Bundesregierung – wenn Kohlendioxid bei der Verbrennung von Erdgas anfällt, kostet das ab 2021 etwas. Die Kosten steigen dabei von Jahr zu Jahr. 2021 kostet der Kohlendioxidausstoß rund 0,2 Cent pro Kilowattstunde; 2022 sind es rund 0,4 Cent pro Kilowattstunde und 2023 rund 0,5 Cent pro Kilowattstunde (alles netto). Erdgas dürfte damit teurer werden.

Klimafreundliche Heizsysteme wie Wärmepumpen, solarthermische Anlagen oder Heizkessel auf Basis von Holz können dann im Betrieb günstiger sein. Auch mit Fernwärme können Sie klimafreundlich heizen, wenn der Versorger einen Teil der Wärme aus erneuerbaren Energien gewinnt, aber in der Regel ist die Wärmelieferung teuer.

Entwicklung bei Beschaffung und Vertrieb

Etwa die Hälfte des Gaspreises können die einzelnen Anbieter beeinflussen. Die Liefer-, Speicher- und Verwaltungskosten sowie die Gewinnspannen der einzelnen Anbieter gehören zum Betriebsgeheimnis.

Allerdings ermittelt das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) regelmäßig, wie viel das Erdgas an der deutschen Grenze kostet – also den durchschnittlichen Importpreis. Dieser ist zwischen Mitte 2016 und Anfang 2019 mehr oder weniger stetig gestiegen und befindet sich seit Sommer 2019 wieder auf dem niedrigen Niveau wie 2016.

Anhand all dieser Faktoren lässt sich feststellen: Abzüglich der Einkaufskosten für das Gas bleiben den Unternehmen etwa 1 bis 1,5 Cent pro Kilowattstunde, um die eigenen Vertriebskosten zu decken und Gewinn zu erwirtschaften.

Mehr dazu im Ratgeber Gasanbieterwechsel

  • Vergleichen Sie Gastarife und wechseln Sie den Anbieter, wenn es sich lohnt.
  • Unsere Anbieter-Empfehlung: Finanztip-Gasrechner

Zum Ratgeber

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redaktion@finanztip.de (Finanztip Verbraucherinformation gGmbH) 15.03.2019 10:42:00 +0000
Das sind Ihre Rechte bei Problemen mit der Fluggesellschaft : Fluggastrechte EU https://www.finanztip.de/fluggastrechte/ https://www.finanztip.de/?id=954Das sind Ihre Rechte bei Problemen mit der Fluggesellschaft
Das Wichtigste in Kürze
  • Wenn Sie weniger als 14 Tage vor Abflug erfahren, dass Ihr Flug ausfällt, haben Sie Anspruch auf 125 bis 600 Euro Entschädigung.
  • Auch bei einer Verspätung von mehr als drei Stunden steht Ihnen eine Ausgleichszahlung von bis zu 600 Euro zu.
  • Ist Ihr Flug überbucht, haben Sie grundsätzlich die gleichen Rechte wie bei einer Flugannullierung.
  • Geht Ihr Gepäck verloren oder wird es beschädigt, haben Sie Anspruch auf Erstattung von derzeit bis zu 1.350 Euro nach dem Montrealer Abkommen.
So gehen Sie vor
  • Ermitteln Sie mit unserem Rechner Ihre Ansprüche. Erstellen Sie mit unserem Tool das passende Musterschreiben und schicken das an die Airline.

Zum Rechner

  • Weigert sich die Fluggesellschaft zu zahlen, können die Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr (SÖP) oder die Schlichtungsstelle Luftverkehr beim Bundesamt für Justiz vermitteln.
  • Wenn Sie sich selbst nicht mit der Airline herumstreiten wollen und am liebsten das Geld sofort möchten, können Sie Ihre Entschädigungsforderung verkaufen. Dazu empfehlen wir EUFlight. Sie können sich auch an Compensation2go wenden.
  • Als Alternative können Sie einen Inkasso-Dienstleister beauftragen. Wir empfehlen flug-verspaetet.de. Auch geeignet sind SOS Flugverspätung, EUClaim oder Claim Flights.

Ob die Maschine zu spät kommt, überbucht oder ganz ausgefallen ist oder das Gepäck nicht ankommt: Wenn die Reise mit dem Flugzeug nicht glatt läuft, haben Sie Rechte und Ansprüche nach der europäischen Fluggastrechte-Verordnung (VO (EG) Nr. 261/2004) sowie nach dem Montrealer Abkommen. Dafür müssen ein paar Voraussetzungen erfüllt sein und Sie selbst aktiv werden.

Welche Fluggastrechte stehen Reisenden zu?

Welche Rechte und Ansprüche Ihnen zustehen, regelt die europäische Fluggastrechte-Verordnung 261/2004. Dabei kommt es immer darauf an, was bei Ihnen konkret schiefgelaufen ist. Um sich auf diese Rechte berufen zu können, müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Ihr Flug ist in einem EU-Land gestartet oder
  • Ihr Flug ist in einem EU-Land gelandet und
  • die betroffene Airline hat ihren Sitz in einem Mitgliedsland der Europäischen Union.

Die Regelungen der Verordnung gelten ebenfalls in der SchweizNorwegen und Island. Auch bei Flügen im Rahmen einer Pauschalreise haben Sie Anspruch nach der EU-Verordnung. Machen Sie Ihre Rechte am besten direkt gegenüber der Fluggesellschaft geltend und nicht gegenüber dem Reiseveranstalter. Von dem können Sie eventuell eine Minderung des Reisepreises fordern.

Flugverspätung

Kommt Ihr Flug mehr als drei Stunden zu spät am Ziel an, haben Sie Anspruch auf eine Entschädigung zwischen 250 und 600 Euro – zumindest dann, wenn die Fluggesellschaft selbst dafür verantwortlich ist. Für die Berechnung der Verspätung gilt: Als Ankunft zählt das Öffnen von mindestens einer Tür, durch die die Passagiere das Flugzeug verlassen können. Das hat der Europäische Gerichtshof im September 2014 entschieden (Az. C-452/13).

Im Fall einer Verspätung muss sich die Airline außerdem um Ihre Verpflegung kümmern, Ihnen zwei Telefonate oder E-Mails ermöglichen und eine Übernachtung zahlen, falls die Maschine erst am nächsten Tag startet. Alles, was Sie dazu wissen müssen und ein entsprechendes Musterschreiben finden Sie in unserem Ratgeber Flugverspätung.

Flugannullierung

Wurde Ihr Flug gestrichen, können Sie sich den Flugpreis erstatten lassen oder auf eine anderweitige Beförderung bestehen. Zusätzlich haben Sie eventuell auch Anspruch auf eine Entschädigung. Was Ihnen genau zusteht und wie Sie es einfordern können, erfahren Sie im Ratgeber Flugausfall.

Nichtbeförderung

Manchmal verkaufen die Airlines mehr Tickets, als es Plätze gibt. Erscheinen zu viele Fluggäste, bietet die Airline meist einen anderen Flug an oder versucht, die Fluggäste davon zu überzeugen, freiwillig von der Buchung zurückzutreten.

Lassen Sie sich auf ein solches Angebot nur ein, wenn der Kompromiss für Sie günstig ist. Sobald Sie das Angebot annehmen, verfallen weitere Ansprüche etwa auf Entschädigung gegen die Fluggesellschaft. Falls Sie lieber mit Ihrem gebuchten Flug reisen wollen, sollten Sie darauf bestehen und der Flugumbuchung nicht zustimmen.

Findet sich bei Überbuchung niemand, der freiwillig auf seinen Platz verzichtet, dann wird eine entsprechende Anzahl an Passagieren umgebucht. Das bedeutet: Die Airline befördert die Passagiere gegen ihren Willen nicht. Bei einer solchen Nichtbeförderung stehen Ihnen dieselben Rechte zu wie bei einer Flugannullierung. Können Sie in der gebuchten Maschine nicht mitfliegen, haben Sie also auf jeden Fall Anspruch auf eine alternative Beförderung zum nächstmöglichen Zeitpunkt. Außerdem muss die Airline Sie angemessen betreuen und eventuell eine Ausgleichszahlung leisten.

Beispiel: Ein Fluggast buchte einen Flug von Düsseldorf nach Johannesburg über Paris. Der Flug nach Paris wurde gestrichen. Daraufhin buchte die Airline den Gast eigenmächtig auf einen Flug von Düsseldorf über Amsterdam nach Johannesburg. Die Umbuchung war eine Nichtbeförderung, so dass eine Ausgleichszahlung fällig wurde (AG Düsseldorf, Urteil vom 15. Dezember 2017, Az. 49 C 334/17). 

Ist die gebuchte Beförderungsklasse überbucht und können Sie deshalb zum Beispiel statt in der Premium Economy Class nur in der Economy Class fliegen, so ist das keine Nichtbeförderung im Sinne der Verordnung. Wegen eines sogenannten Downgrading hat ein Fluggast keinen Anspruch auf Ausgleichszahlung (LG Landshut, Urteil vom 4. Mai 2017, Az. 41 O 2511/16).

Aus wichtigen Gründen darf die Airline einem Passagier allerdings die Beförderung verweigern – zum Beispiel, wenn er ein Sicherheitsrisiko darstellt, er starke gesundheitliche Probleme hat oder notwendige Dokumente wie Reisepass oder Visum fehlen.

Die Fluggesellschaft darf die Beförderung aber nicht deshalb verweigern, weil der Passagier am Check-in nicht die Kreditkarte vorlegen kann, mit der er das Ticket bezahlt hat. Das entschied das Landgericht Frankfurt (Main) nach einer Klage des Bundesverbands der Verbraucherzentralen gegen die spanische Airline Iberia (Urteil vom 27. Januar 2011, Az. 2-24 O 142/10).

Wann liegen „außergewöhnliche Umstände“ vor?

Haben sogenannte außergewöhnliche Umstände zu Verspätung oder Ausfall geführt, muss die Fluggesellschaft keinen Ausgleich zahlen. Was aber genau solche außergewöhnlichen Umstände sind, ist im Gesetz nicht geregelt und führt häufig zu Auseinandersetzungen zwischen Passagieren und Fluggesellschaften. Im Zweifel muss über jeden Einzelfall ein Gericht entscheiden.

Extrem schlechtes Wetter ist grundsätzlich ein außergewöhnlicher Umstand, den das Unternehmen nicht verhindern konnte. In diesem Fall muss die Airline zwar ihre Passagiere betreuen und die Weiterreise ermöglichen, aber keine Ausgleichszahlung leisten. Wenn aber das Enteisungsmittel fehlte oder die Maschine nicht angemessen auf den bevorstehenden Winter vorbereitet war, liegt das wiederum in der Verantwortung der Fluggesellschaft und sie muss zahlen.

Ein Streik der Piloten oder der Fluglotsen kann grundsätzlich ein außergewöhnlicher Umstand sein – es kommt aber immer auf den Einzelfall an. Der Bundesgerichtshof hat entschieden, dass den Passagieren zum Beispiel ein Anspruch auf Entschädigung zustehen kann, wenn die Passagierkontrollen am Startflughafen bestreikt wurden. Streicht die Airline  den Flug, weil nicht gewährleistet war, dass alle Passagiere den Flug erreichen konnten, reicht das für die Annahme außergewöhnlicher Umstände nicht aus (BGH, Urteil vom 4. September 2018, Az. X ZR 111/17).

Der Europäische Gerichtshof hat in einem Fall mit Tuifly entschieden, dass die Airline sich wegen einer Krankheitswelle der Belegschaft im Herbst 2016 nicht auf außergewöhnliche Umstände berufen kann (EuGH, Urteil vom 17. April 2018, Az. C-195/17 u.a.)

Falls Sie nicht sicher sind oder die Hintergründe der Verspätung oder Annullierung nicht kennen, fordern Sie einfach eine Ausgleichszahlung. Haben Sie den Eindruck, die Fluggesellschaft versucht sich herausrauszureden, und Sie kommen nicht weiter, sollten Sie den Fall an einen Fluggasthelfer übergeben.

Im Zweifel muss die Airline vor Gericht nachweisen, dass sie die Umstände tatsächlich nicht zu verantworten hatte. Übrigens: Bei einer Überbuchung sind die Gründe ohne Belang. In dieser Situation kann sich die Fluggesellschaft grundsätzlich nicht mit außergewöhnlichen Umständen herausreden.

Entschädigungsrechner und Musterschreiben

Nutzen Sie unseren speziell entwickelten Rechner, um einschätzen zu können, ob Ihnen eine Entschädigung nach der EU-Verordnung für Fluggastrechte zusteht. Nachdem Sie alle Fragen beantwortet haben, erhalten Sie einen Überblick, welche Ansprüche Sie wahrscheinlich haben. Laden Sie sich einfach das PDF-Dokument mit dem ausführlichen Ergebnis und einem angepassten Musterschreiben herunter.

Wer hilft, wenn die Airline nicht zahlen will?

Wenn Sie Ihre Forderungen an die Airline gestellt haben, das Unternehmen aber nicht zahlt, haben Sie verschiedene Möglichkeiten.

Schlichtungsstellen

Es gibt zwei Schlichtungsstellen für Verbraucher bei Ärger mit einer Fluggesellschaft: eine privatrechtlich organisierte und eine behördliche. Welche Schlichtungsstelle für Sie zuständig ist, hängt von der Airline ab. Ist sie Mitglied bei der Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr (SÖP), ist diese auch für Ihr Anliegen zuständig. Für die Schlichtung mit Fluggesellschaften, die sich nicht der SÖP angeschlossen haben, ist die Schlichtungsstelle Luftverkehr beim Bundesamt für Justiz (BfJ) zuständig.

Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr: Hat die Airline Ihre Forderung abgelehnt oder nicht reagiert, können Sie sich kostenlos an die SÖP wenden. Sie ist von der Bundesregierung und der Europäischen Kommission anerkannt.

In etwa 90 Prozent der Beschwerden konnte die Schlichtungsstelle eine einvernehmliche Lösung erzielen. Das bedeutet aber nicht, dass sich Verbraucher und Airline einfach bei der Hälfte treffen. Steht dem Fluggast eindeutig ein Anspruch auf 400 Euro Entschädigung zu, dann steht im Schlichtungsvorschlag auch der volle Entschädigungsbetrag, erklärt der Geschäftsführer der SÖP, Heinz Klewe.

Es gibt vier Voraussetzungen für eine Schlichtung durch die SÖP:

  1. Sie müssen grundsätzlich – zumindest überwiegend – aus privaten Gründen geflogen sein. Geschäftsreisende haben keinen Anspruch auf Schlichtung, die Verbrauchern vorbehalten ist (§ 57b Abs. 1 LuftVG).
  2. Sie müssen zunächst selbst versucht haben, das Problem mit der Fluggesellschaft zu klären.
  3. Die Airline muss Ihre Forderung ganz oder teilweise abgelehnt haben. Haben Sie keine Reaktion auf Ihr Schreiben bekommen, müssen Sie der Fluggesellschaft zwei Monate Zeit geben, bevor Sie die Schlichtungsstelle anrufen können (§ 57b Abs, 2 Nr. 5 LuftVG). 
  4. Die Fluggesellschaft muss Mitglied im Trägerverein der privatrechtlich organisierten Schlichtungsstelle sein. Überprüfen Sie das anhand der aktuellen Mitgliederliste, die Sie auf der Website der SÖP finden. Derzeit beteiligen sich rund 40 Airlines an dem Verfahren. 

Schlichtungsstelle Luftverkehr beim Bundesamt für Justiz: Findet sich Ihre Fluggesellschaft nicht in der Mitgliederliste der SÖP, können Sie sich an die behördliche Schlichtungsstelle Luftverkehr beim Bundesamt für Justiz (BfJ) wenden.

Die Voraussetzungen für eine behördliche Schlichtung sind ähnlich: Sie müssen aus überwiegend privaten Gründen geflogen sein und müssen die Airline vorab angeschrieben haben, allerdings ohne Erfolg oder ohne Reaktion innerhalb von zwei Monaten. Vorher ist ein Schlichtungsverfahren nicht zulässig.

Sind Sie unsicher, ob die behördliche Schlichtungsstelle Luftverkehr beim BfJ für Ihre Ansprüche zuständig ist, können Sie in jedem Fall Kontakt aufnehmen.

Kommerzielle Unternehmen, die Fluggastrechte durchsetzen

Wer seine Entschädigung so schnell wie möglich haben will, kann sich an einen Sofortentschädiger wenden. Solche Unternehmen prüfen in einem ersten Schritt die Erfolgsaussichten. Stehen die Chancen gut, unterbreiten sie Ihnen ein Angebot. Stimmen Sie zu, kauft der Sofortentschädiger die Forderung ab und zahlt sofort eine Entschädigung aus – abzüglich Provision. Auch wenn der Anbieter von der Airline kein Geld bekommt, können Sie Ihre Entschädigung behalten. Unsere Empfehlung unter diesen Anbietern ist EUFlight. Sie können sich aber auch an Compensation2go wenden.

Etwas weniger Provision müssen Sie in der Regel zahlen, wenn Sie sich an ein Unternehmen wenden, das auf dem Inkasso-Weg Ihre Ansprüche durchsetzt. Erreicht der Anbieter nichts, müssen Sie auch nicht zahlen.

Wir haben zwölf Anbieter untersucht. Besonders überzeugt hat uns flug-verspaetet.de. Wir empfehlen aber auch SOS Flugverspätung, EUClaim sowie Claim Flights. Bevor Sie einem der Fluggasthelfer einen Auftrag erteilen, sollten Sie sich die vier empfehlenswerten Anbieter genauer ansehen. Mehr dazu finden Sie in unserem Ratgeber Fluggasthelfer.

Mehr dazu im Ratgeber Fluggasthelfer

  • Fluggäste können bis zu 600 Euro Entschädigung verlangen bei großen Verspätungen und Annullierungen.
  • Von uns empfohlener Anbieter für eine Sorfortzahlung: EUFlight. Sie können sich auch an Compensation2go wenden.
  • Von uns empfohlene Inkasso-Dienstleister: flug-verspaetet.de. Sie können sich auch an SOS Flugverspätung, EUClaim, Claim Flights wenden.

Zum Ratgeber

Welche Rechte gibt es bei beschädigtem oder verlorenem Gepäck?

Auf Ihr Handgepäck sollten Sie selbst aufpassen, die Fluggesellschaft ist jedoch für aufgegebenes Gepäck verantwortlich. Welche Ansprüche Sie bei Beschädigung oder Verlust haben, regelt das Montrealer Abkommen. Darin ist festgelegt, dass Passagiere derzeit umgerechnet bis zu 1.350 Euro Schadensersatz bekommen können.

So gehen Sie am besten vor 

  1. Am Flughafen eine Verlustmeldung aufgeben: Falls Sie Ihren Koffer nicht auf dem Förderband der Gepäckausgabe finden, melden Sie schon am Flughafen, dass Ihr Gepäck fehlt. Manche Airlines bieten dazu auch eine besondere App an. Verlassen Sie den Flughafen nicht, bevor Sie eine Bestätigung in den Händen halten, dass Sie den Verlust gemeldet haben.
  2. Noteinkäufe sind erlaubt: Kommt Ihr Gepäck verspätet an, dürfen Sie sich zur Überbrückung die wichtigsten Dinge kaufen, zum Beispiel Zahnbürste, Zahnpasta sowie Unterwäsche. Bleibt der Koffer mehrere Tage verschwunden, brauchen Sie sicher auch eine Grundausstattung an Kleidung. Die Fluggesellschaft muss diese Ausgaben erstatten

    Hygiene-Artikel ersetzen die Airlines in der Regel vollständig. Bei Kleidung ersetzen sie oft nur die Hälfte, da Sie die Hose und den Pullover auch noch zu Hause tragen können.

    Luxusgegenstände muss die Fluggesellschaft nicht ersetzen, auf solchen Kosten können Passagiere schnell sitzen bleiben, wie das Amtsgericht Frankfurt entschieden hat. Statt der geforderten 1.300 Euro – der Kläger kaufte im Armani-Jeans-Shop ein – musste die Airline nur 300 Euro erstatten (Urteil vom 1. Juni 2017, Az. 30 C 570/17 (68)).

    Das Montrealer Abkommen legt für die Erstattung die gleiche Höchstgrenze fest wie bei dem Verlust von Gepäckstücken – derzeit umgerechnet rund 1.350 Euro (Art. 22). Das ist aber nur eine Höchstgrenze und bedeutet nicht, dass Sie 1.300 Euro auf Kosten der Airline ausgeben dürfen.

    Wenn Sie etwas kaufen, sollten Sie sich auf die nötigsten Gegenstände beschränken und unbedingt alle Rechnungen aufheben. Erkundigen Sie sich vorher bei der Airline, was sie erstattet. Teilweise gelten Tagessätze – unabhängig davon, was Sie kaufen. Manche Fluggesellschaften geben Ihnen eine Grundausstattung direkt in die Hand.
  3. Schäden am Gepäck melden: Haben Sie einen Schaden an Ihrem Gepäck entdeckt, müssen Sie ihn der Fluggesellschaft innerhalb von sieben Tagen melden – also meist noch während Ihres Urlaubs. Ansonsten verlieren Sie Ihren Anspruch auf Schadensersatz. Dokumentieren Sie den Schaden am besten durch Fotos.
  4. Erstattung selbst verlangen: Um Schadensersatz zu erhalten, müssen Sie als Passagier nachweisen, welche Gegenstände Sie gekauft haben, welche beschädigt wurden und welche verloren gingen. Schreiben Sie am besten vor Abflug eine Packliste und bewahren Sie Kaufbelege auf, um den Wert Ihrer Sachen nachzuweisen.

    Verlangen Sie die Erstattung schriftlich von Ihrer Fluggesellschaft. Sie bekommen allerdings nicht den Neupreis ersetzt: Der Schaden wird danach berechnet, was die Gegenstände noch wert waren. Wenn Ihr Koffer zu spät ausgeliefert wurde, beträgt die Frist zur Anmeldung des Schadens 21 Tage.

    Wichtig: Im Rahmen einer Pauschalreise können Reisende zusätzlich den Reisepreis mindern, falls der Koffer zu spät oder gar nicht ankommt. Pro Tag ohne Gepäck können Sie den Tagespreis der Reise um rund 25 Prozent mindern. Was Sie dabei beachten müssen, finden Sie im Ratgeber Reisemängel reklamieren.
  5. An die Schlichtungsstelle wenden: Stellt sich die Airline quer oder reagiert sie überhaupt nicht, können Sie sich an die Schlichtungsstelle für öffentlichen Personenverkehr (SÖP) wenden. Das setzt voraus, dass Sie schon selbst an die Fluggesellschaft geschrieben haben, aber mit deren Antwort nicht einverstanden sind. Das Verfahren ist für Passagiere kostenlos. Die Schlichtungsstelle hat im Jahr 2018 knapp 1.700 Beschwerden wegen beschädigtem, verlorenem oder zu spät ausgeliefertem Gepäck bearbeitet.
  6. An Fluggasthelfer wenden: Wer sich nicht selbst mit der Fluggesellschaft rumärgern will, kann sich an den Fluggasthelfer Fairplane wenden. Dieses Fluggastrechte-Portal  bietet einen sogenannten Gepäckservice an und prüft, ob der Passagier einen Anspruch auf Entschädigung nach dem Montrealer Abkommen hat. Nach Auftragserteilung übernehmen die Rechtsanwälte von Fairplane den gesamten Schriftverkehr.

    Das Kosten- und Prozessrisiko trägt das Unternehmen: Im Erfolgsfall behält Fairplane ein pauschales Entgelt ein, dessen Höhe abhängig ist von der erstrittenen Gesamtsumme. Das Entgelt beträgt zwischen 36 und 42 Prozent inklusive Mehrwertsteuer. Beispiel: Zahlt die Airline bei verlorenem Gepäck 300 Euro, dann behält Fairplane 126 Euro und zahlt Ihnen 174 Euro aus.

    Der Service ist für alle interessant, die sich nicht selbst kümmern wollen und ansonsten einen Rechtsanwalt beauftragt hätten. Fairplane übernimmt das Prozesskostenrisiko zu einem angemessenen Preis. Der Anbieter ist sehr erfahren im Reiserecht.
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Welche Rechte haben Flugreisende mit Behinderung?

Die Verordnung (EG) Nr. 1107/2006 legt fest, dass Menschen mit Behinderung oder eingeschränkter Mobilität die gleichen Möglichkeiten zu Flugreisen haben sollen wie alle anderen. Um das zu gewährleisten, müssen Fluggesellschaften und Flughäfen Menschen, die etwa weniger gut zu Fuß sind als andere, Unterstützung und kostenlose Hilfe anbieten.

Dazu zählen die Begleitung und Betreuung sowie die Beförderung von Rollstühlen oder Blindenhunden. Um den Betreuungsservice in Anspruch zu nehmen, sollten sich körperlich eingeschränkte Flugreisende mindestens 48 Stunden vor Abflug bei der Fluggesellschaft anmelden.

Wie transparent müssen Flugpreise sein?

Die europäischen Fluggastrechte beginnen bei der Flugbuchung. Die Verordnung (EG) Nr. 1008/2008 verpflichtet Fluggesellschaften, Reiseveranstalter und Reisevermittler zur Preistransparenz.

Die Anbieter oder Vermittler müssen im Internet die Endpreise angeben – inklusive aller Steuern und Gebühren. Wenn bei Ihrer Buchung Preisangaben nicht korrekt sind, können Sie sich beim Luftfahrt-Bundesamt beschweren.

Sechs Tipps für Ihre Flugreise

  1. Achten Sie bei der Flugbuchung auf zusätzliche Zahlungsgebühren und lassen Sie sich keine Versicherungen unterjubeln.
  2. Prüfen Sie bei der Buchung Ihre Angaben. Schon die fehlerhafte Schreibweise Ihres Namens kann später zu Problemen und Extrakosten führen.
  3. Achten Sie darauf, dass Ihr Personalausweis oder Reisepass gültig ist. Sind Ihre Dokumente abgelaufen, kann die Fluggesellschaft sich weigern, Sie mitzunehmen, oder Sie dürfen in einem anderen Land nicht einreisen.
  4. Prüfen Sie auf der Internetseite der Airline, wie viele Gepäckstücke Sie mitnehmen dürfen und wie schwer sie sein dürfen. Halten Sie sich an diese Grenzen, denn Übergepäck ist meist sehr teuer und wird manchmal gar nicht angenommen.
  5. Flüssigkeiten, Messer oder Nagelfeilen sind im Handgepäck verboten. Wer sein Schweizer Taschenmesser oder sein Parfum nicht an der Sicherheitskontrolle lassen will, sollte vorher daran denken, diese Dinge in den Koffer zu räumen.
  6. Wertvolle Gegenstände sollten Sie im Handgepäck transportieren und gut darauf achten. Werden Wertgegenstände in Ihrem aufgegebenen Koffer beschädigt, bekommen Sie höchstens einen Betrag von derzeit rund 1.350 Euro erstattet. Dieser Betrag reicht nicht, um teure Elektrogeräte, Schmuck oder Schlüssel zu ersetzen. Für Handgepäck tragen Sie zwar selbst die Verantwortung, können aber auch besser darauf aufpassen.
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redaktion@finanztip.de (Finanztip Verbraucherinformation gGmbH) 14.03.2019 13:57:00 +0000
Kranke sollten anonym eine Versicherung anfragen : Risikovoranfrage bei der BU https://www.finanztip.de/berufsunfaehigkeitsversicherung/probeantrag/ https://www.finanztip.de/?id=724Kranke sollten anonym eine Versicherung anfragen
Das Wichtigste in Kürze
  • Wer bereits wegen einer Erkrankung in Behandlung war oder einem riskanten Beruf oder Hobby nachgeht, hat womöglich Probleme, eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen.
  • Mit der sogenannten anonymen Risikovoranfrage können Sie die Chancen auf eine Versicherung ausloten, ohne einen negativen Eintrag in die HIS-Wagnisdatei zu riskieren. Darin tauschen Versicherungen Informationen über ihre Kunden aus.
  • Auf diesem Weg verschiedene Angebote zu vergleichen lohnt sich. Denn Versicherer bewerten Vorerkrankungen, Hobbys und Berufe sehr unterschiedlich.
  • Auch vor Abschluss einer Risikolebens-, Pflegezusatz- oder privaten Krankenversicherung kann eine Risikovoranfrage sinnvoll sein.
So gehen Sie vor
  • Eine Risikovoranfrage sollte immer ein spezialisierter Makler oder Versicherungsberater für Sie vornehmen. Für die Berufsunfähigkeitsversicherung empfehlen wir die Makler Hoesch & Partner, BUForum24, Zeroprov, Dr. Schlemann unabhängige Finanzberatung sowie P&F. Der Makler schwärzt im Versicherungsantrag alle persönlichen Informationen und schreibt die Anbieter an.
  • Beantworten Sie in der Voranfrage alle Gesundheitsfragen ehrlich, sonst bekommen Sie kein reales Bild davon, wie Versicherer Sie einschätzen und welche Kosten auf Sie zukommen.
  • Wer eine Erkrankung hat, erhält oft ein Angebot mit Ausschlussklauseln für bestimmte Leiden oder soll einen Risikozuschlag zahlen. Welche Variante die bessere ist, sollten Sie mit Ihrem Berater abwägen.

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen ist nicht immer ganz leicht. Die Anbieter versuchen abzuschätzen, wie wahrscheinlich es ist, dass Sie tatsächlich berufsunfähig werden. Wer körperlich arbeitet, eine abenteuerliche Sportart betreibt oder Vorerkrankungen hat, gilt oft als gefährdet. Hält der Anbieter es für riskant, Sie abzusichern, kann er höhere Beiträge verlangen oder bestimmte Leiden vom Schutz ausschließen. Um auszuloten, bei welcher Versicherung Sie Berufsunfähigkeitsschutz zu den besten Bedingungen bekommen, gibt es die sogenannte anonyme Risikovoranfrage.

Wie funktioniert die Risikovoranfrage?

Es gibt verschiedene Faktoren, die eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) teuer machen oder sogar dazu führen können, dass die Versicherung einen Interessenten ablehnt. Neben Krankheiten gehören dazu auch gefährliche Hobbys wie Tauchen und Klettern oder sogar der Beruf – eben alles, was Versicherungen als riskant empfinden.

Was ein erhöhtes Risiko darstellt, schätzen die verschiedenen Anbieter allerdings unterschiedlich ein. Es kommt vor, dass Kunden, die ein Unternehmen aufgrund einer Vorerkrankung oder eines Hobbys abgelehnt hat, bei einem anderen zu Normalbedingungen unterkommen. Häufig wollen Versicherer im Vertrag bestimmte Leiden vom Versicherungsschutz ausschließen oder einen Risikozuschlag vereinbaren. Deshalb ist es ratsam, mehrere Angebote zu vergleichen und sich dazu beraten zu lassen, welche Variante das kleinere Übel darstellt.

Mit der anonymisierten Risikovoranfrage fragt der Versicherungsmakler oder -berater bei verschiedenen Anbietern nach, zu welchen Konditionen diese Sie versichern würden. Das Besondere dabei ist, dass persönliche Angaben wie Name, Anschrift und Geburtsdatum in dieser Anfrage geschwärzt sind. Somit kann kein Unternehmen Sie identifizieren.

Allerdings weigern sich einige Versicherer, anonyme Voranfragen zu bearbeiten. In solchen Fällen reichen manche Makler und Berater eine mit Namen versehene Anfrage ein, sofern der Anbieter versichert, die Daten nicht an andere Unternehmen weiterzugeben. Die Alternative ist, eine Risikovoranfrage mit falschem Namen zu verschicken, also unter Pseudonym.

Mittlerweile gibt es außerdem Computerprogramme, mit denen Makler bei leichten Fällen direkt online eine Voranfrage starten können. Das Votum der Versicherung, zu welchen Bedingungen ein BU-Schutz möglich wäre, erhalten Sie dann sofort. Allerdings nehmen an diesem Verfahren bisher nicht alle Unternehmen teil.

Warum ist eine anonyme Risikovoranfrage sinnvoll?

Verschicken Sie Risikovoranfragen mit Hilfe eines spezialisierten Maklers oder Versicherungsberaters. So können Sie anonym bleiben und sicherstellen, dass die Versicherungen weder Ihren Namen noch Ihre Adresse speichern. Persönlich bei vielen Anbietern anzuklopfen, kann zum Eigentor werden.

Lehnt ein Anbieter den Vertragsschluss ab, kann er das in der HIS-Wagnisdatei der Versicherer vermerken. In dieser zentralen Datei sammeln viele Versicherungsunternehmen Informationen über ihre Kunden und tauschen sie aus. So kann zum Beispiel ein Rückenleiden, das Sie beim Abschluss einer anderen Versicherung angegeben haben, später den Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung verhindern. Eine anonymisierte Anfrage mag aufwendig erscheinen. Doch es ist der sicherste Weg, möglicherweise negative Einträge in der HIS-Datei zu vermeiden.

Welche Rolle spielen Gesundheitsfragen im Versicherungsantrag?

Wenn Sie eine Berufsunfähigkeitsversicherung beantragen, müssen Sie in der Regel umfangreiche Gesundheitsfragen beantworten. Angeben müssen Kunden Erkrankungen und Behandlungen, nach denen der Anbieter konkret in Textform fragt. Fragt die Versicherung also nach „ärztlich behandelten Erkrankungen und Leiden“, brauchen Sie demnach keine Beschwerden zu nennen, derentwegen Sie nicht in ärztlicher Behandlung waren.

Seien Sie auf jeden Fall ehrlich, wenn es um Ihren Gesundheitszustand geht. Kann der Anbieter nachweisen, dass Sie vor Abschluss des Vertrags falsche oder unvollständige Angaben gemacht haben, muss er im schlimmsten Fall keine BU-Rente zahlen. Auch bei einer anonymisierten Risikovoranfrage sollten Sie alle Gesundheitsfragen vollständig und wahrheitsgemäß beantworten. Schließlich wollen Sie eine realistische Einschätzung bekommen.

Damit Sie im Gesundheitsfragebogen nichts vergessen oder falsch bezeichnen, sollten Sie zunächst Ihre Patientenakten anfordern, und zwar von allen Ärzten, bei denen Sie im gefragten Zeitraum in Behandlung waren. Bei guten Verträgen sind das maximal die vergangenen fünf Jahre für ambulante Behandlungen und zehn Jahre bei Krankenhausaufenthalten.

In den Unterlagen der Ärzte finden sich manchmal falsche Diagnosen oder Einträge, von denen Sie gar nichts wissen. Fallen Ihnen Fehler auf, sprechen Sie mit Ihrem Arzt und bitten Sie um Korrektur. Denn die Versicherung kann die Krankenakten noch zehn Jahre lang heranziehen, um die Leistung zu verweigern.

Wenn Sie sich für den Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung interessieren und eine Risikovoranfrage stellen wollen, empfehlen wir diese Makler:

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redaktion@finanztip.de (Finanztip Verbraucherinformation gGmbH) 13.03.2019 15:41:00 +0000
Ein Monat extra krankenversichert nach der Job-Kündigung : Nachgehender Leistungsanspruch https://www.finanztip.de/gkv/nachgehender-leistungsanspruch/ https://www.finanztip.de/?id=1461Ein Monat extra krankenversichert nach der Job-Kündigung
Das Wichtigste in Kürze
  • Sie sind unter bestimmten Voraussetzungen noch einen Monat weiter krankenversichert, nachdem Sie Ihren Job aufgeben oder verloren haben. Das nennt sich „nachgehender Leistungsanspruch“.
  • In dieser Zeit erhalten Sie die normalen Leistungen der gesetzlichen Krankenkasse, zahlen aber keine Beiträge. Das nennt sich nachgehender Leistungsanspruch.
  • Auch Ihre Angehörigen sind weiterhin versichert.
  • Die Regel gilt nicht bei freiwilliger Krankenversicherung oder falls die Familienversicherung greift.
So gehen Sie vor
  • Der nachgehende Leistungsanspruch greift automatisch. Sie müssen nichts tun.
  • Allerdings gilt die Nachversicherung nur für längstens einen Monat. Sobald Sie länger ohne Job sind, müssen Sie ab dem ersten Tag der Arbeitslosigkeit Krankenversicherungsbeiträge zahlen.
  • Melden Sie sich arbeitslos. Die Agentur für Arbeit übernimmt dann die Kosten für die Krankenversicherung, auch wenn für die sonstigen Leistungen eine Sperrzeit gilt.

Wer einen Arbeitsplatz aufgibt und den nächsten erst nach kurzer Pause aufnimmt, ist noch für vier Wochen in der gesetzlichen Krankenkasse versichert, ohne dass er Beiträge zahlen muss. Diese Regelung nennt sich „nachgehender Leistungsanspruch“ und ist im Sozialgesetzbuch III (§ 19 Abs. 2 SGB V) geregelt. Dadurch werden Lücken im Versicherungsschutz vermieden, die durch einen Arbeitsplatzwechsel entstehen können.

Was ist der nachgehende Leistungsanspruch?

Als pflichtversichertes Mitglied der gesetzlichen Krankenkasse (GKV) sind Sie weiterhin für einen Monat krankenversichert, wenn Ihre Mitgliedschaft endet und Sie keine neue Erwerbstätigkeit aufnehmen. In diesem Fall brauchen Sie sich bis zu einem Monat lang nicht freiwillig zu versichern.

Sie erhalten dieselben Leistungen der Krankenversicherung, als ob Sie „normal“ versichert wären, zahlen in diesem Zeitraum aber keine Beiträge. Auch Angehörige, die über Sie in der Familienversicherung mitversichert sind, bleiben weiterhin krankenversichert. Das passiert automatisch, Sie müssen nicht aktiv werden.

Dieser sogenannte nachgehende Leistungsanspruch kommt meist bei einem Wechsel des Arbeitgebers zum Tragen. Er gilt allerdings nur für höchstens einen Monat und falls Sie nicht erwerbstätig sind. Als Erwerbstätigkeit gilt auch eine geringfügige Beschäftigung.

Sobald Sie die Monatsfrist auch nur um einen Tag überschreiten, verlieren Sie den nachgehenden Leistungsanspruch und müssen ganz normal Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung zahlen – und zwar rückwirkend ab dem ersten Tag ohne Beschäftigung. Daher ist diese Regelung in der Praxis nur noch selten relevant.

Ein Beispiel: Ihr Arbeitsverhältnis endet am 31. März und Sie beginnen als Arbeitnehmer zum 1. Mai eine neue versicherungspflichtige Tätigkeit. Dann können Sie im April den nachgehenden Leistungsanspruch nutzen.

Anders liegt folgender Fall: Sie kündigen Ihr Arbeitsverhältnis zum 31. März. Ihr neuer Arbeitsvertrag beginnt mit dem 15. Mai. In diesem Fall besteht keine Nachversicherung bei Ihrer bisherigen Krankenkasse. Sie sind dann ab dem 1. April beitragspflichtig freiwillig krankenversichert.

Früher konnte es passieren, dass Sie ohne Krankenversicherung dastanden, wenn Ihre versicherungspflichtige Mitgliedschaft beispielsweise wegen einer Kündigung endete. Das ist seit 2013 nicht mehr möglich. Wenn kein anderweitiger Versicherungsschutz besteht, sind Sie automatisch weiter freiwillig gesetzlich versichert. In der Regel bekommen Sie dann Post von der Krankenkasse, nachdem der Arbeitgeber Sie dort abgemeldet hat.

Ausnahme Familienversicherung und freiwillige Mitgliedschaft

Die Familienversicherung hat immer Vorrang gegenüber dem nachgehenden Leistungsanspruch. Das bedeutet: Falls möglich, müssen Sie sich über Ihren Partner familienversichern. Haben Sie potenziell Anspruch auf Familienversicherung, müssen Sie sich bei der Krankenkasse Ihres Angehörigen melden.

Auch freiwillig Versicherte haben keinen nachgehenden Leistungsanspruch. Dieser gilt nur, wenn Sie zuvor versicherungspflichtig waren. Sie zahlen wie gehabt weiter Ihren Beitrag.

Anspruch auf Krankengeld und Pflegeversicherung bleibt

Im Rahmen des nachgehenden Leistungsanspruchs haben Sie auch weiterhin Anspruch auf Krankengeld. Werden Sie in diesem Zeitraum arbeitsunfähig und wollen Krankengeld beantragen, müssen Sie sich bei Ihrer bisherigen Krankenkasse melden.

Diese prüft dann, ob davon auszugehen ist, dass Sie spätestens nach einem Monat wieder eine versicherungspflichtige Beschäftigung aufnehmen. Davon hängt dann ab, ob Sie im Rahmen des nachgehenden Leistungsanspruchs Krankengeld bekommen oder ob Sie sich doch beitragspflichtig freiwillig versichern müssen.

Auch aus der gesetzlichen Pflegeversicherung können Sie Leistungen bekommen. Zwar ist das gesetzlich nicht explizit geregelt. In einem gemeinsamen Rundschreiben zu leistungsrechtlichen Vorschriften haben der GKV-Spitzenverband und die Pflegekassen jedoch festgelegt, dass der nachgehende Leistungsanspruch im Grunde auch für die Pflegeversicherung gilt.

Allerdings zählt der Zeitraum des nachgehenden Leistungsanspruchs nicht als Vorversicherungszeit, etwa für die Krankenversicherung der Rentner.

Wie kann ich mich nach einer Kündigung noch krankenversichern?

Wenn Sie nicht vom nachgehenden Leistungsanspruch profitieren können, sollten Sie sich arbeitslos melden. Die Agentur für Arbeit übernimmt die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung ab dem ersten Monat der Arbeitslosigkeit – auch dann wenn Sie selbst gekündigt haben und wegen einer Sperrzeit noch kein Arbeitslosengeld I erhalten.

Anders verhält es sich, wenn Sie eine Abfindung bekommen haben. In diesem Fall sind Sie nach Ende der Beschäftigung zunächst freiwillig weiterversichert und zahlen die Beiträge selbst. Sobald Sie dann Leistungen der Agentur für Arbeit bekommen, übernimmt diese die Beitragszahlung.

Sofern Sie sich nicht arbeitslos melden, weil Sie beispielsweise von Ihren Ersparnissen leben, müssen Sie sich freiwillig versichern und die Kranken- und Pflegeversicherung selbst zahlen.

Kann ich die Krankenkasse beim Arbeitsplatzwechsel frei wählen?

Wenn Sie nach einer Zeit des nachgehenden Leistungsanspruchs wieder eine versicherungspflichtige Beschäftigung aufnehmen, können Sie Ihre Krankenkasse ohne Kündigungsfrist frei wählen. Dabei ist es unwichtig, ob Sie bei der alten Kasse bereits 18 Monate lang versichert waren. Auch eine Kündigungsbestätigung der bisherigen Krankenkasse ist nicht notwendig. Wechseln Sie nahtlos zwischen zwei versicherungspflichtigen Beschäftigungen oder beziehen Sie Arbeitslosengeld, gibt es kein sofortiges Recht, die Kasse frei zu wählen.

Mehr dazu im Ratgeber Gesetzliche Krankenversicherung

  • Bei Zusatzleistungen, Beitrag und Service gibt es deutliche Unterschiede zwischen den Krankenkassen.
  • Von uns empfohlene Anbieter: HEK, TK, BKK VBU, Bahn-BKK und BKK24

Zum Ratgeber

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redaktion@finanztip.de (Finanztip Verbraucherinformation gGmbH) 12.03.2019 17:01:00 +0000
Mit dem besten Kreditangebot das Studium finanzieren : KfW-Studienkredit https://www.finanztip.de/kfw-foerderung/kfw-studienkredit/ https://www.finanztip.de/?id=3172Mit dem besten Kreditangebot das Studium finanzieren
Das Wichtigste in Kürze
  • EU-Bürger, die an einer deutschen Hochschule eingeschrieben sind, können den KfW-Kredit beantragen.
  • Sie können maximal 54.600 Euro über höchstens 14 Semester abrufen und den Kredit über maximal 25 Jahre zurückzahlen.
  • Den Beginn der Rückzahlung können Sie nach Ende der Auszahlung bis zu 23 Monate lang aufschieben.
  • Der Zinssatz ist variabel.
  • Um die Kosten so gering wie möglich zu halten, sollten Sie den Kredit so schnell wie möglich abzahlen.
So gehen Sie vor
  • Prüfen Sie, ob der Studienkredit die einzige Möglichkeit zur Finanzierung Ihres Studiums ist.
  • Rechnen Sie sich aus, wie viel Geld Sie insgesamt benötigen und überlegen Sie, wie schnell Sie es zurückzahlen können.
  • Füllen Sie das Online-Formular auf der Internet-Seite der KfW vollständig aus.
  • Drucken Sie den Antrag aus und geben Sie ihn bei einem KfW-Vertriebspartner ab. Das kann Ihr Studentenwerk sein, aber auch eine Bank.
  • Warten Sie die Bestätigung der KfW ab. Das kann bis zu zwei Wochen dauern.

Studenten, die finanzielle Unterstützung für ihre Ausbildung benötigen, haben die Wahl zwischen einigen Angeboten. Doch kein Studienkredit ist so beliebt wie derjenige der staatlichen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Laut dem zur Bertelsmann-Stiftung gehörenden Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) haben 2017 erneut knapp 60 Prozent der Antragsteller ihren Studienkredit bei der Förderbank abgeschlossen. Als staatliche Einrichtung genießt die Förderbank besonderes Vertrauen.

Wer bekommt den KfW-Studienkredit?

Für den KfW-Studienkredit gibt es kein spezielles Auswahlverfahren. Sie müssen also keinen Bewerbungsmarathon durchlaufen. Die Förderbank hat aber einige Kriterien definiert, die Antragsteller erfüllen müssen, um den Studienkredit zu erhalten.

Einen Kredit bekommt,

  • wer an einer staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschule in Deutschland eingeschrieben ist und
  • einen Bachelor-, Master-, Diplom-, Magisterabschluss oder eine Promotion anstrebt,
  • wer mindestens 18 und höchstens 44 Jahre alt ist,
  • wer EU-Bürger ist und seit drei Jahren in Deutschland lebt oder
  • wessen Familienangehörige EU-Bürger sind.

Auch wer sich entschließt, ein oder zwei Semester im Ausland zu verbringen und dort Prüfungen abzulegen, muss um den Kredit nicht fürchten. Solche Auslandsaufenthalte sind in Ordnung, sofern der oder die Studierende an der deutschen Universität immatrikuliert bleibt. Während eines Urlaubssemesters wird der Studienkredit jedoch vorübergehend ausgesetzt. Die Auszahlung lässt sich höchstens für vier Semester unterbrechen.

Um die Raten zu erhalten, müssen Studenten regelmäßig Studiennachweise erbringen. Über den Schufa-Score müssen Sie sich dagegen keine Gedanken machen. Nur wer harte Negativmerkmale aufweist, etwa eine Privatinsolvenz, bekommt keinen Kredit.

Wie funktioniert der KfW-Studienkredit?

Nachdem Sie einen KfW-Studienkredit abgeschlossen haben, erhalten Sie zunächst über eine festgelegte Zeit monatlich Geld. Wenn die vereinbarte Kreditsumme ausbezahlt ist, müssen Sie mindestens sechs Monate pausieren, bevor Sie mit der Tilgung beginnen können. Lesen Sie im Folgenden, worauf Sie in der Auszahlungs-, Karenz- und Rückzahlungsphase achten sollten.

Auszahlungsphase: Über diesen Zeitraum zahlt die KfW Studierenden monatlich eine Rate aus. Sie kann zwischen 100 und 650 Euro im Monat liegen und ist zu Vertragsbeginn frei wählbar. Sollte sich der Finanzierungsbedarf später ändern, lassen sich die Raten zu zwei Terminen im Jahr anpassen (1. April und 1. Oktober). Maximal finanziert die KfW das Erst- oder Zweitstudium 14 Semester lang, bei einer Promotion sechs Semester.

In der Auszahlungsphase fallen, anders als etwa beim Bafög, Zinsen an. Der Zinsbetrag wird direkt von der Auszahlungssumme abgezogen. Das bedeutet: Die KfW überweist immer etwas weniger Geld, je länger der Kredit läuft. Studenten können aber einen Aufschub der Zinszahlung vereinbaren, wenn sie eine Zwischenprüfung, ein Vordiplom oder mindestens 90 ECTS-Punkte nachweisen können.

Karenzphase: Die KfW hat die vereinbarte Kreditsumme ausbezahlt. Studierende müssen jetzt mindestens sechs Monate pausieren, bevor sie mit der Rückzahlung des Kredits beginnen können. Maximal können sie die Tilgung 23 Monate lang aufschieben. Die Karenzzeit nimmt Studierenden den Druck, sofort nach dem Studium einen Job zu finden. Zu beachten ist aber auch: Die Zinszahlungen auf die gesamte Kreditsumme laufen während der Karenzphase weiter.

Rückzahlungsphase: Kreditnehmer müssen über einen vorab festgelegten Zeitraum, maximal über 25 Jahre, monatlich den Kredit samt Zinsen zurückzahlen. Sie können auch zweimal jährlich, zum 1. April und zum 1. Oktober, Sonderzahlungen leisten oder die gesamte Kreditsumme jederzeit ohne Nachteil vorzeitig tilgen. Eine Vorfälligkeitsentschädigung, wie sie bei Standard-Ratenkrediten verlangt wird, entfällt in diesem Fall. Zum Beginn der Tilgungsphase besteht die Möglichkeit, für maximal zehn Jahre einen festen Zinssatz zu vereinbaren.

Wenn Sie sich nicht sicher sind, welche Ratenhöhe Sie vereinbaren sollen, können Sie den Bedarfsrechner für Studierende der KfW zur Hilfe nehmen. 

Wann ist der variable Zins fällig?

Der Zins beim KfW-Studienkredit bringt zwei Besonderheiten mit sich: 

  1. Er ist variabel - Anders als bei einem standardmäßigen Ratenkredit oder anderen Studienkredit-Angeboten schwankt der Zins beim KfW-Studienkredit über die Laufzeit. Die Höhe ist an den sechsmonatigen Euribor gekoppelt – an den Zins also, zu dem sich die Banken gegenseitig für sechs Monate Geld überlassen. Die KfW schlägt auf diesen Referenzzins eine Marge auf. Im Februar 2019 betrug der Zins 4,17 Prozent effektiv im Jahr. Die KfW überprüft den Zins zweimal im Jahr, immer Anfang April und Oktober.
  2. Er fällt ab der zweiten Auszahlungsrate an - Die KfW behält ab der zweiten Kreditrate Zinsen direkt ein. Die Auszahlung verringert sich dann jeweils um die Zinsschuld. Erst mit dem ersten Leistungsnachweis – einer Zwischenprüfung oder dem Nachweis von 90 ECTS-Punkten – können Studierende einen Zinsaufschub beantragen.

Folgende Tabelle zeigt an Beispiel-Monaten, wie stark die Zinsen ins Gewicht fallen, wenn ein Student über drei Jahre monatlich 400 Euro bezieht und keinen Aufschub beantragt.

So viel bleibt nach Zinsen von der Auszahlung1

Monat Kreditbetrag Zinsen Bestand Auszahlung
1 400 € - 400 €
10 400 € 10,48 € 387,72 €
20 400 € 22,13 € 374,08 €
30 400 € 33,77 € 360,44 €
36 400 € 40,76 € 352,26 €

1Annahmen: Ein Student bezieht über 36 Monate jeden Monat 400 Euro. Der Kreditzins beträgt effektiv 4,17 Prozent pro Jahr.
Quelle: Finanztip-Berechnung (Stand: 26. Februar 2019)

Im Beispiel steigt die Zinsschuld nach drei Jahren bis auf ein Zehntel der Auszahlungsrate an (knapp 41 von 400 Euro). Grundsätzlich erhöht sich die Zinszahlung mit der Laufzeit, weil die Kreditschuld ansteigt.

Wie viel kostet ein KfW-Studienkredit?

Die Gesamtkosten des Kredits hängen nicht allein am jährlichen Effektivzins. Auch wie Sie Karenz- und Tilgungsdauer wählen und wie sich die Zinsen entwickeln, spielt eine Rolle. Wie sich die Gesamtkosten bei gleicher Kreditsumme und gleichem Effektivzins unterscheiden können, zeigt folgende Tabelle:

So viel kostet ein KfW-Studienkredit

  gleich-
bleibende
Zinsen
längere
Tilgungs-
dauer
Zins-
aufschub
bis
Tilgung
höhere
Zinsen
Auszahlungs-
phase
kürzere
Karenz-
dauer
allgemeine Parameter1          
Kredit-
summe
14.400 € 14.400 € 15.121 €2 14.400 € 14.400 €
Karenz-
dauer (Monate)
12 12 12 12 6
Zinsen
Rückzahl-
phase p.a.3
4,17 % 4,17 % 4,17 % 7 % 4,17 %
Rück-
zahlungs-
dauer
(Jahre)
7 14 7 7 7
Ergebnis          
Gesamt-
effektiv-
zins p.a.
4,17 % 4,17 % 4,17 % 5,74 % 4,17 %
Gesamt-
kosten
Kredit
3.634 € 5.989 € 3.788 € 5.1778 € 3.339 €
Kosten-
differenz
  2.355 € 154 € 1.544 € -295 €

1Wir unterstellen einen jährlichen Effektivzins von 4,17 Prozent für die Auszahlungsphase. Die Kreditsumme wird über drei Jahre gezahlt.
2Die Kreditsumme setzt sich in diesem Fall aus den ausgezahlten Raten und der aufgelaufenen Zinsschuld zusammen.
3Effektivzins
Quelle: Finanztip-Berechnung (Stand: 25. Februar 2019)

Eine Verdopplung der Tilgungsdauer von 7 auf 14 Jahre lässt den Kredit im Beispiel über 2.000 Euro teurer werden. Auch wer nach drei Semestern die Zinszahlung bis zur Tilgung aufschiebt, zahlt am Ende im Beispiel 154 Euro mehr. Der Kredit verteuert sich außerdem dann, wenn die Zinsen in der Auszahlungsphase deutlich ansteigen, beispielsweise auf 7 Prozent. Günstiger wird der Kredit, je kürzer Studierende die Karenzzeit festlegen, also je früher sie beginnen, den Kredit abzuzahlen.

Wie können Studenten den KfW-Kredit beantragen?

Da der Studienkredit etwas kostet, empfehlen wir Ihnen, einen Kredit nur in Betracht zu ziehen, wenn Sie Ihr Studium nicht anderweitig über Nebenjobs oder über private Unterstützung finanzieren können.

Wer die Voraussetzungen erfüllt, kann den KfW-Studienkredit online auf der Seite der KfW abschließen. Dazu genügt es, ein mehrseitiges Formular auszufüllen, das unter anderem Ihre persönlichen Daten und viele Detailinformationen zum Studium abfragt.

Das Formular drucken Sie anschließend aus und müssen es zusammen mit einer Studienbescheinigung bei einem sogenannten KfW-Vertriebspartner abgeben. Außerdem müssen Sie Ihren Personalausweis oder ein anderes Ausweisdokument und Ihre Girocard oder Kontoauszüge als Nachweis für ein Girokonto mitbringen. Vertriebspartner kann Ihr Studentenwerk sein, aber auch einige Banken zählen dazu. Eine Liste aller KfW-Vertriebspartner finden Sie auf der Website der KfW.

Prüfung innerhalb von zwei Wochen

Das Studentenwerk oder die Bank prüft Ihre Unterlagen und leitet sie dann an die KfW weiter. Innerhalb von zwei Wochen sollten Sie dann von der Förderbank Bescheid bekommen, ob Ihr Kredit genehmigt ist. Wenn Sie Ihre Unterlagen vor dem 15. eines Monats einreichen, besteht eine gute Chance, dass Sie am nächsten Monatsersten Ihre erste Rate beziehen können.

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redaktion@finanztip.de (Finanztip Verbraucherinformation gGmbH) 11.03.2019 16:21:00 +0000
So kommen Sie günstiger an ein Samsung Galaxy : Samsung Galaxy Preisentwicklung https://www.finanztip.de/handy-kaufen/guenstiges-samsung-galaxy/ https://www.finanztip.de/?id=999So kommen Sie günstiger an ein Samsung Galaxy
Das Wichtigste in Kürze
  • Die Oberklasse-Smartphones von Samsung heißen Galaxy S und Galaxy Note. Der Preis für Neugeräte sinkt bereits vier Wochen nach Verkaufsstart deutlich.
  • Eine günstigere Alternative sind die Mittelklasse-Geräte der Galaxy-A-Reihe oder die Einsteiger-Modelle der Galaxy-J-Reihe.
  • Die jüngste Generation von Samsung-Handys kostet wesentlich mehr als die vorherige. Augenscheinliche Neuerungen sind besonders teuer.
So gehen Sie vor
  • Wollen Sie ein günstiges, alltagstaugliches Smartphone, reicht ein Samsung Galaxy A in aller Regel aus.
  • Die Oberklasse wird bereits einige Wochen nach der Veröffentlichung günstiger. Ein Jahr später kosten die Smartphones nur noch etwa 60 Prozent.
  • Den günstigsten Händler finden Sie mit Idealo, billiger.de oder Geizhals.
  • Professionell aufbereitete Gebrauchthandys erhalten Sie preiswert bei Asgoodasnew und Rebuy.
  • Samsung-Handys mit Vertrag sind bei Discountern im O2-Netz am billigsten. Vergleichsportale wie Check24, Verivox und Tariffuxx helfen bei der Suche.

iPhone oder Samsung Galaxy – für manche ist das eine Glaubensfrage religiösen Ausmaßes. Aus finanzieller Sicht ging der Punkt lange Zeit an Samsung: Der südkoreanische Hersteller baute die preiswerteren Smartphones. Apple ist zwar immer noch sündhaft teuer, doch auch für das Samsung-Flaggschiff, das Galaxy Note, schieben Sie schnell mehr als 1.000 Euro über den Ladentisch. Mit dem ein oder anderen Spartrick können Sie die Kosten leicht um mehrere Hundert Euro drücken.

Welches Samsung-Handy soll es sein?

Die Oberklasse von Samsung teilen sich das Samsung Galaxy S10 und das größere Galaxy Note 10. Das Galaxy Note 10 hat Samsung im August 2019 für knapp 950 Euro vorgestellt. Die zehnte Generation der Galaxy-S-Klasse gibt es seit März 2019 zu kaufen – bei Samsung selbst für 900 Euro. Doch der Online-Shop von Samsung ist auch mehrere Monate nach Verkaufsstart eine der teuersten Einkaufsmöglichkeiten.

Das Markenzeichen der Samsung-Smartphones ist der abgerundete Bildschirm, der die Vorderseite fast vollständig ausfüllt. Das Display des Galaxy S10 misst 6,1 Zoll in der Diagonale. Das Note 10 ist mit 6,3 Zoll etwas größer, kommt aber gleichzeitig etwas schlanker und leichter daher als das Note 9. Platz für die 3,5-Millimeter-Klinkerbuchse ist nicht mehr geblieben. Musikhören können Sie jetzt nur noch mit Kopfhöhrern vom Typ-C oder per Bluetooth-Gerät.

Das Note 10 ist mit einem leistungsfähigeren Akku ausgestattet als das S-Modell. Auch bei Prozessor, Grafikkarte und Arbeitsspeicher behält das Note die Nasenspitze leicht vorn. 

Das Samsung Galaxy S10 gibt es in zwei zusätzlichen Varianten – als S10+ in einer größeren, leistungsfähigeren und als S10e in einer kleineren, reduzierten Version, die etwas günstiger ist. Auch das Note kommt mit einem großen Bruder daher. Dabei ist das Galaxy Note 10 Plus mit 6,8 Zoll noch einmal deutlich größer in der Bilddiagonalen. Beide Note-Modelle gibt es für einen Aufpreis auch als 5G-Variante, mit denen Sie im modernsten Handynetz surfen können. Allerdings ist 5G bisher lediglich eine Spielerei für Technik-Enthusiasten.

Die wohl größte Neuerung stellt aber der S-Pen dar beim Samsung Note 10. Dank Bluetooth-Funktion müssen Sie das Handydisplay nicht mal mehr mit dem Stift berühren, um es zu beschreiben. Das funktioniert jetzt mit reiner Gestensteuerung.

Neben der klassischen PIN können Besitzer die Smartphones auch per Fingerabdruck und Gesichtserkennung sichern. Beide Samsung-Handys überleben einen Tauchgang im Wasser (IP68-Zertifizierung) und können mit einer SD-Speicherkarte erweitert werden.

Der Verkauf vom Samsung Galaxy Fold wurde kurz vor dem Marktstart wegen technischer Probleme verzögert. Das Samsung Galaxy Fold ist eines der ersten faltbaren Smartphones, wodurch sich das Display vergrößern lässt. Ausgeklappt bekommt das Handy die Ausmaße eines kleinen Tablets: 7,3 Zoll. Mit seinem Preis von wohl um die 2.000 Euro bricht der Smartphone-Tablet-Hybrid sämtliche Kostenrekorde. Die Falttechnik ist seit längerem eine der ersten wirklich innovativen Neuerungen im Smartphone-Markt. Setzt sie sich durch, werden faltbare Smartphones in ein paar Jahren sicherlich deutlich weniger kosten.

Günstigere Smartphones von Samsung

Nicht jeder Smartphone-Nutzer muss zu einem der teuren Flaggschiffe greifen. Samsung hat eine ganze Reihe von Mittelklasse- und Einsteiger-Geräten, die im Alltag für viele vollkommen ausreichen.

In der Mittelklasse bietet Samsung fünf verschiedene Smartphones der Galaxy-A-Reihe ab etwa 300 Euro: A3 bis A9. Das Galaxy A9 ist dabei das leistungsstärkste und teuerste Mittelklasse-Handy, während das Galaxy A3 das günstigste Modell der A-Klasse ist. Es gibt mitunter bereits mehrere Jahrgänge eines Smartphone-Typs. Das Jahr hinter dem Namen zeigt an, wie aktuell das Handy ist – zum Beispiel Samsung Galaxy A7 (2018).

Mit der Galaxy-J-Reihe produziert Samsung auch preiswerte Einsteiger-Smartphones für unter 200 Euro. Vergleichbar zur A-Reihe geht es auch bei der J-Reihe von J3 aufsteigend bis hin zu J7 – je nach Leistung und Preis. Die Übergänge von der J-Klasse zur A-Klasse sind fließend. So ist das Galaxy J7 (2017) mit 5,5 Zoll beispielsweise größer als das A3 (2017) mit 4,7 Zoll. Dafür ist es nicht wasserfest.

Aktuelle Produktpalette von Samsung-Smartphones

Bezeichnung

Bedeutung

preisliche Einordnung

Note

Note

Oberklasse-Geräte mit

extra großem Display

S

Super Smart

Oberklasse-Geräte

S+

Super Smart Plus

verbessertes S-Modell mit

extra großem Display

Se Essential

reduziertes S-Modell mit

kleinerem Display

A3 bis A9 (Jahrgang)

ExtrA

Mittelklasse-Geräte

J3 bis J7 (Jahrgang)

Joy

Einsteiger-Geräte

Quelle: Finanztip-Recherche (Stand: März 2019)

Wie ist die Preisentwicklung?

Wenn Sie auch nur vier Wochen die Füße stillhalten, bevor Sie sich das neueste Samsung holen, können Sie bei der Oberklasse um die 16 Prozent sparen. Beim Galaxy S10 wären das immerhin 144 Euro – ein halbes Jahr später bereits rund 280 Euro. Der Preisverfall flacht mit der Zeit deutlich ab. Zwei Monate nach Veröffentlichung kostet ein Samsung nur noch 73 Prozent. Das zeigen regelmäßig Untersuchungen von Preisvergleichsportalen zuletzt im Februar 2019 von Idealo zum Galaxy S7, S8 und Galaxy S9. Dies gilt jedoch nicht für alle Smartphone-Hersteller: Apples iPhones verlieren wesentlich langsamer an Wert.

Grundsätzlich können Ende November, Anfang Dezember die Preise auch nach oben gehen. Das liegt zum Teil am Weihnachtsgeschäft. Nach dem Fest kann es einige Wochen dauern, bis der Preis wieder auf dem niedrigeren Niveau angekommen ist.

Wie Sie den günstigsten Preis finden

Die Preise für die neuen Smartphones fallen nach der Veröffentlichung so stark, weil viele Online-Händler gegenseitig die Preise drücken. Das ist erfreulich für Verbraucher, doch wird es dadurch auch schwerer, sich einen Überblick über die aktuellen Preise zu verschaffen. Hilfreich sind dafür Preisvergleichsseiten, die in Sekunden die Angebote hunderter Händler durchforsten. Für das günstige Wunschhandy empfiehlt Finanztip besonders Idealo, Geizhals und billiger.de.

Achten Sie beim Preisvergleich darauf, seriöse Händler von windigen Geschäftsleuten zu unterscheiden. Eine 4,5-Sterne-Bewertung von zahlreichen Kunden ist ebenso ein gutes Anzeichen wie die Zertifizierung von trustedshops.de.

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Muss es immer das neueste Smartphone sein?

Jedes Jahr kommen neue Handys auf den Markt. Dabei wird das Smartphone auch nicht jedes Mal neu erfunden. Und ein ordentliches Gerät hält leicht einige Jahre durch, bevor es den Geist aufgibt oder keine Sicherheitsupdates mehr erhält. Wenn Sie ohne die neuesten Funktionen und Spielereien auskommen, sparen Sie mit dem Vorjahresmodell viel Geld. Noch günstiger geht es, wenn auch generalüberholte und gebrauchte Handys für Sie in Frage kommen.

Spezialisierte Händler bereiten gebrauchte Smartphones professionell auf und verkaufen sie mit Gewährleistung und Rückgaberecht. Wir empfehlen vor allem Asgoodasnew und Rebuy. Beide Anbieter geben eine besonders lange Garantie von 30 beziehungsweise 36 Monaten. In diesem Zeitraum kümmern sich die Händler um eine kostenlose Reparatur, falls Sie das Handy nicht allzu rabiat behandelt haben. Den Akku deckt die Garantie leider nicht ab.

Welche Smartphones verfügbar sind, kann je nach Zeitpunkt stark schwanken. Falls Sie Ihr Wunschhandy beim ersten Händler nicht finden, schauen Sie ruhig bei dem zweiten nach oder lassen Sie sich benachrichtigen, sobald es auf Lager ist.

Wenn Sie das Smartphone als Lifestyle-Objekt ansehen und dementsprechend penibel sind, sollten Sie nur Ware im Zustand „wie neu“ oder „sehr gut“ kaufen. Diese eignet sich auch als Geschenk. Ein Kompromiss aus Preis und Optik ist der Zustand „gut“. Wem es vor allem auf die Funktion ankommt, der kann mit „akzeptabler“ Ware viel Geld sparen.

Mehr dazu im Ratgeber Gebrauchthandy-Kauf

  • Gebrauchte Handys schonen Geldbeutel und Umwelt. Spezialisierte Händler bieten gebrauchte Smartphones samt Rückgaberecht und Gewährleistung an.
  • Beste Gebrauchthändler: Asgoodasnew, Rebuy

Zum Ratgeber

Lohnt sich ein Samsung Galaxy mit Vertrag?

Netzanbieter werben mit den luxuriösesten Smartphones ab einem Euro. Doch natürlich zahlen Sie das Handy bei solchen Angeboten mit der monatlichen Grundgebühr für den Handyvertrag ab. Dadurch können Sie die Kosten für das Gerät nur schwer nachvollziehen. Oft ist es besser, einen Prepaidtarif oder eine Allnet-Flat abzuschließen und das Handy separat zu kaufen.

Allerdings können Sie gerade bei Discountern im O2-Netz auch so manche günstige Kombination aus Vertrag und Handy finden. Vergleichen Sie dazu die Angebote mit Vergleichsportalen wie Check24, Verivox und Tariffuxx.

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redaktion@finanztip.de (Finanztip Verbraucherinformation gGmbH) 04.03.2019 15:35:00 +0000
Hohe Zinsen für Privatkunden bei der Crédit Agricole : Festgeld der CA Consumer Finance https://www.finanztip.de/festgeld/credit-agricole-festgeld/ https://www.finanztip.de/?id=885Hohe Zinsen für Privatkunden bei der Crédit Agricole
Das Wichtigste in Kürze
  • Die Bank CA Consumer Finance erfüllt unsere Stabilitätskriterien und gehört zu den Festgeld-Empfehlungen von Finanztip.
  • Bei der CA Consumer Finance gibt es kein Online-Banking, Kunden erledigen ihre Bankgeschäfte über das Telefon.
So gehen Sie vor
  • Die französische CA Consumer Finance bietet attraktive Zinsen beim Festgeld.
  • Das Geldinstitut führt die Steuern nicht ab, das müssen Sie selbst über Ihre Steuererklärung erledigen.
  • Sie müssen am Ende der Laufzeit selbst aktiv werden, falls die Bank das Geld nicht automatisch wieder anlegen soll.

Seit Mitte Januar 2014 können Sie Ihr Festgeld bei der französischen Bank Crédit Agricole anlegen. Über ihre Privatkundensparte CA Consumer Finance bietet Ihnen die Bank feste Anlagen für Zeiträume von sechs Monaten bis zu sieben Jahren an. Das Angebot stammt direkt aus der französischen Konzernzentrale und nicht von dem in Deutschland tätigen Tochterunternehmen Creditplus Bank. Ihnen als Kunde kann die zusätzliche Konkurrenz auf dem Festgeldmarkt nur recht sein in Zeiten, in denen die Sparzinsen auf Rekordtiefstände gesunken sind.

Attraktive Zinsen für die Festgeldanlage

Die Zinsen des Angebots sind im Vergleich mit den anderen Banken in unserem Ratgeber Festgeld attraktiv. Sie erhalten beispielsweise für einen Anlagezeitraum von einem Jahr 0,51 Prozent Zinsen, für eine Anlage über zwei Jahre 0,71 Prozent pro Jahr. Die Angebote für die übrigen Laufzeiten haben wir für Sie in einer Tabelle zusammengefasst. Generell empfehlen wir Ihnen jedoch, Festgeld nur in Ausnahmefällen länger als 36 Monate anzulegen, da Sie sich fest an den Anbieter binden und zwischenzeitlich nicht an Ihr Geld kommen. Außerdem können Sie nicht mehr zeitnah auf Zinssteigerungen reagieren.

Übersicht Zinssätze

Zeitraum

Zinsen (in % pro Jahr)

6 Monate

0,31

1 Jahr

0,51

2 Jahre

0,71

3 Jahre

0,81

4 Jahre

0,91

5 Jahre

1,01

6 Jahre

1,11

7 Jahre

1,21

Quelle: Website des Anbieters (Stand:  27. November 2019)

Sie können bei der CA Consumer Finance Beträge zwischen 5.000 Euro und 500.000 Euro anlegen. Die Zinsen werden jährlich auf Ihr Referenzkonto ausgezahlt. Das hat den Vorteil, dass Sie schon während der Laufzeit über die Zinsen verfügen können. Allerdings verzinst sich dieses Geld dann nicht weiter.

Beachten Sie, dass Sie die Festgeldanlage bis spätestens drei Werktage vor Laufzeitende kündigen müssen, andernfalls verlängert sich der Anlagezeitraum automatisch um zwölf Monate zu dem dann gültigen Zinssatz. Wir empfehlen Ihnen, zur Sicherheit gleich bei Eröffnung das Konto zum Ende der Laufzeit zu kündigen oder einen rechtzeitigen Kündigungstermin in einem Kalender vorzumerken.

Bei dem Angebot gibt es auch eine steuerliche Besonderheit: Die Bank führt die Abgeltungssteuer nicht automatisch an das deutsche Finanzamt ab. Sie informiert lediglich die französische Steuerbehörde über die Zinszahlung, die die Daten über deutsche Anleger und deren Kapitalerträge an das deutsche Bundeszentralamt für Steuern weiterleitet. Sie sind also selbst dafür verantwortlich, Ihre Kapitalerträge in der Steuererklärung anzugeben.

Das Konto können Sie online eröffnen. Sie erhalten die Unterlagen per Post zugeschickt und müssen sich in einer Postfiliale mit dem Postident-Verfahren identifizieren. Sobald die Bank die Bestätigung postalisch erhalten hat, bekommen Sie eine E-Mail und können den Anlagebetrag überweisen. Fragen zu Ihrem Konto oder Kontostand können Sie über die Telefon-Hotline stellen. Die Bank bietet derzeit kein Online-Banking an.

Die besten Zinsangebote mit unserem Festgeldrechner finden

Wie viel möchten Sie anlegen?
Hinweis: Die gesetzliche Einlagensicherung gilt nur für Beträge bis 100.000 Euro. Verteilen Sie die {0} Euro besser auf mehrere Banken.

 

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Hinweis: Anlagebetrag zwischen 500 € - 500.000 €

Wie lange möchten Sie anlegen?

Der Finanztip-Festgeldrechner basiert auf Festgeld-Daten von über 100 Banken, die der Dienstleister Financeads GmbH & Co. KG, Nürnberg (Datenschutzhinweise) zur Verfügung stellt. Diese haben wir mit unseren Parametern so gefiltert, dass Sie ein verbraucherfreundliches Ergebnis nach Finanztip-Kriterien bekommen. Die Auswahl der Festgeldangebote erhebt keinen Anspruch auf einen vollständigen Marktüberblick. Wir übernehmen keine Gewähr für die Richtigkeit und Aktualität der hier bereitgestellten Informationen. Für Schäden aus fehlerhaften Daten oder durch die Nutzung des Rechners übernehmen wir keine Haftung.

Sichere Geldanlage bei der CA Consumer Finance

Der Anbieter Crédit Agricole Consumer Finance ist eine Tochtergesellschaft der genossenschaftlich organisierten französischen Bankengruppe Crédit Agricole mit Sitz in Paris. Die Bank hat eine Bilanzsumme von 1.537 Milliarden Euro (Stand 2013) und gehört zu den 28 Großbanken, die als bedeutsam für das internationale Finanzwesen eingestuft werden und daher besonders scharfen Kontrollen unterworfen sind.

Von allen drei großen Ratingagenturen Standard & Poor's, Moody's und Fitch wird die Bonität des Unternehmens mit den Noten „A“, „A1“ und „A+“ eingestuft. Anlagen bei dem Institut haben somit laut Aussage der Agenturen nur ein geringes Risiko von Zahlungsausfällen. Ihre Einlagen sind bis 100.000 Euro pro Person über die französische Einlagensicherung gesetzlich gesichert. Die Bank erfüllt somit die Finanztip-Stabilitätskriterien. Wir bewerten eine Festgeldanlage bei der CA Consumer Finance als sicher.

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redaktion@finanztip.de (Finanztip Verbraucherinformation gGmbH) 01.03.2019 12:31:00 +0000
Jedes Jahr ein neues Kennzeichen : Rollerversicherung https://www.finanztip.de/kfz-versicherung/rollerversicherung/ https://www.finanztip.de/?id=3165Warum Ihr Roller jedes Jahr ein neues Schild braucht
Das Wichtigste in Kürze
  • Sie brauchen jedes Jahr eine neue Haftpflichtversicherung für Ihren Roller.
  • Fahren Sie ohne aktuelles Kennzeichen auf der Straße, machen Sie sich strafbar.
  • Bei neueren Roller-Modellen kann zusätzlich eine Teilkaskoversicherung lohnen. Die ist aber optional.
So gehen Sie vor
  • Verschaffen Sie sich online mithilfe von Vergleichsportalen einen Überblick über die aktuellen Preise. 
  • Schließen Sie dann entweder online ab oder gehen Sie zu einem Versicherungsbüro.
  • Haben Sie den Beitrag gezahlt, bekommen Sie ein Versicherungskennzeichen in der aktuellen Farbe des Jahres: grün, schwarz oder blau. 

Sie sind günstig in der Anschaffung und verleihen dem Fahrer ein Gefühl von Freiheit: Roller, Mofas und Mopeds sind der ideale Sommerbegleiter. Und das beste: Kleinkrafträder mit einem Hubraum von maximal 50 Kubikzentimeter (ccm) und einer Geschwindigkeit von höchstens 45 Kilometer pro Stunde (km/h) brauchen lediglich ein Versicherungskennzeichen. Zulassung, Kfz-Steuer oder Hauptuntersuchung sind beim Roller überflüssig.

Welche Versicherung braucht Ihr Roller?

Auch motorisierte Flitzer müssen für den Schadensfall haftpflichtversichert sein. Die Haftpflichtversicherung kommt für Schäden auf, die Sie anderen Menschen und deren Besitz zufügen – etwa, wenn Sie jemanden bei einem Unfall verletzten oder einen Kratzer an einem Auto verursachen.

Als Nachweis dient die Fahrzeugplakette des Rollers. Die Farbe des Schildes ändert sich jährlich. Am 1. März 2019 wurde das blaue Roller-Kennzeichen von einem grünen abgelöst. 2020 wird es schwarz sein und 2021 wieder blau.

Diese Krafträder sind versicherungspflichtig

Neben Motorroller, Mofa oder Moped brauchen auch E-Scooter und Segway einen Versicherungsschutz. Wer ohne Versicherungsschild durch die Straßen rollt, macht sich strafbar. Neben einer Geldstrafe droht bis zu einem Jahr Gefängnis. Sollten Sie dann auch noch einen Unfall verursachen, müssen Sie die anfallenden Kosten samt Schadensersatzforderungen aus eigener Tasche zahlen. Und das kann schlimmstenfalls in die Millionen gehen.

Für diese Fahrzeuge brauchen Sie eine Versicherung:

  • Mofas und Mopeds
  • Motorroller
  • E-Scooter
  • Segways
  • Pedelecs (Elektroräder mit Motorunterstützung über 25 km/h)
  • Quads und Trikes
  • Elektrorollstühle (bei einer Höchstgeschwindigkeit über 6 km/h)
  • Mini-Autos (sogenannte Leichtkraftfahrzeuge mit 45 km/h Höchstgeschwindigkeit) 

Für schnellere Maschinen Motorradversicherung abschließen

Motorroller mit einem Hubraum von 51 ccm bis 125 ccm sind von der Kfz-Steuer befreit – genauso wie die etwas langsameren Modelle. Im Gegensatz zu Mopeds oder Mofas steht bei den etwas flotteren Maschinen alle zwei Jahre die Haupt- und Abgasuntersuchung an. 

Für die kleinen Motorräder reicht eine Roller-Haftpflicht allerdings nicht aus. Richtig versichert werden sie über die Motorradversicherung. Doch Achtung: Anders als die Mopedversicherung läuft diese für Motorräder nicht jedes Jahr aus; der Versicherungsschutz besteht automatisch weiter. Wer wechseln will, muss rechtzeitig kündigen – und zwar mit einer einmonatigen Frist zur sogenannten Hauptfälligkeit. Wann das genau ist, steht im Versicherungsschein des Motorrades.

Ist eine Teilkaskoversicherung sinnvoll?

Im Vergleich zu Autos und Motorrädern werden Mofas und Mopeds bis zu acht Mal häufiger gestohlen. Das hat der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft für das Jahr 2017 ermittelt. Mit einer Teilkaskoversicherung sichern Sie Ihren Roller genau gegen solche Fälle ab. Die Kfz-Haftpflichtversicherung zahlt hingegen nicht, wenn der Roller gestohlen wird. Eine Teilkasko greift aber nicht nur bei Diebstahl, sondern auch bei einem Wildunfall, Marderbiss oder Kabelkurzschluss. 

Oft sieht die Teilkasko einen Selbstbehalt von 150 Euro vor. Wägen Sie ab, ob sich das für Sie lohnt, vor allem wenn Ihr Mofa zu den Relikten aus vergangenen Zeiten gehört und nur knapp mehr wert ist, als der Selbstbehalt hoch ist. Eine Teilkasko lohnt dann nämlich nicht mehr.

Einige Anbieter verzichten bei der Teilkasko auf den Einwand der groben Fahrlässigkeit – eine wirklich sinnvolle Sache. Die Versicherung leistet dann beispielsweise auch, wenn der Roller nachts an der Straße steht und gestohlen wird.

Wie finde ich die passende Versicherung?

Eine Rollerversicherung abzuschließen, ist nicht schwer. Die richtige zu finden, ist hingegen gar nicht so einfach. Mittlerweile gibt es zahlreiche Anbieter auf dem Markt, die mit günstigen Rollerversicherungen werben. Entscheidend ist aber nicht unbedingt der günstigste Preis. Vielmehr muss auch die Leistung stimmen. 

Wir empfehlen einen Vertrag mit einer erhöhten Deckungssumme von 100 Millionen Euro je Schadensfall beziehungsweise 15 Millionen Euro je geschädigter Person. So sind Sie auch bei schweren Unfällen ausreichend abgesichert. Deckt der Versicherer auch noch grobe Fahrlässigkeit ab oder bietet Ihnen einen verbesserten Schadenfreiheitsrabatt für Ihr Auto an, ist das ein gutes Zusatzangebot.

Bevor Sie eine Versicherung für Ihr Moped oder Mofa abschließen, sollten Sie die Angebote unbedingt miteinander vergleichen

Fündig werden Sie im Internet. Um sich einen Überblick über die Anbieter am Markt zu verschaffen, helfen Vergleichsportale wie Verbraucherforum-info, Nafi und Check24. Allerdings listen sie häufig nur einen Bruchteil der Unternehmen, die Versicherungen für Roller anbieten. Fragen Sie alternativ auch beim Versicherungsbüro vor Ort nach.

Was kostet die Rollerversicherung?

Mopedversicherungen sind vergleichsweise günstig. Mit einem Beitrag von 37 bis 70 Euro je Versicherungsjahr für die Haftpflicht sollten Sie dennoch rechnen. Fahrer, die jünger als 23 Jahre sind, zahlen häufig einen deutlich höheren Beitrag. Je nach Anbieter kostet die Rollerversicherung dann zwischen 20 und 60 Euro mehr. Wollen Sie sich zusätzlich gegen Diebstahl absichern und buchen eine Teilkasko dazu, wird es ebenfalls teurer. 

Schließen Sie den Vertrag im laufenden Versicherungsjahr ab, also vor oder nach dem Stichtag am 1. März, korrigieren die Versicherer den Preis anteilig nach unten. Sind Sie ein Schön-Wetter-Fahrer und fahren Ihren Roller vor allem in den Sommermonaten, können Sie daher mit einem Saisonkennzeichen zusätzlich den ein oder anderen Euro sparen.

Wie schließe ich die Rollerversicherung ab?

Wollen Sie eine Versicherung abschließen, müssen Sie in die Betriebserlaubnis vom Hersteller des Rollers oder Mofas schauen. Hier finden Sie die Fahrgestellnummer und das Baujahr. Anhand dieser Informationen stellt Ihnen der Versicherer einen Versicherungsschein aus.

Wenn Sie den Vertrag in der Filiale einer Versicherung vor Ort abschließen, können Sie die Plakette gleich mit nach Hause nehmen. Haben Sie die Rollerversicherung hingegen online beantragt, erhalten Sie das Kennzeichen binnen weniger Tage per Post. Das funktioniert jedoch nur, wenn Sie dem Versicherer ein Lastschriftmandat erteilt haben. Holen Sie das Kennzeichen direkt ab, können Sie auch bar zahlen.

Im Übrigen sollten Bastler nicht allzu sehr an ihrem Flitzer rumschrauben. Illegal frisierte Roller verlieren nämlich ihre Betriebserlaubnis und damit auch den Versicherungsschutz.

Wie lange ist mein Versicherungskennzeichen gültig?

Die Rollerhaftpflicht für Mofas, Mopeds und Co. bis 50 ccm ist immer nur für ein Versicherungsjahr gültig. Das Jahr beginnt regelmäßig am 1. März und endet am 28. oder 29. Februar des Folgejahres. Danach erlischt die Versicherung automatisch – das Gleiche gilt für die Teilkasko. Extra kündigen müssen Sie also nicht. Das ist besonders praktisch, wenn Sie zu einer günstigeren Rollerversicherung wechseln möchten. Denken Sie daran, rechtzeitig Ihren Schutz zu erneuern. Dann rollen Sie auch weiterhin legal über die Straßen.

Verkaufen Sie Ihr Moped bevor das Versicherungsjahr endet, teilen Sie das Ihrer Versicherung am besten unverzüglich mit. Sie erstattet Ihnen nämlich den zu viel gezahlten Beitrag. Alternativ lässt sich die Versicherung auch auf den neuen Rollerbesitzer umschreiben. Dieser übernimmt dann anteilig die restlichen Beiträge für das noch laufende Versicherungsjahr.

Mehr zur Motorrad-Versicherung in unserem Ratgeber

  • Achten Sie beim Vergleich der Motorradversicherung auf gute Klauseln und hohe Deckungssummen.
  • Empfohlene Anbieter: verbraucherforum-info.de, Nafi-Auto

Zum Ratgeber 

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redaktion@finanztip.de (Finanztip Verbraucherinformation gGmbH) 27.02.2019 14:07:00 +0000
So funktioniert der Strom- und Gasmarkt : Energieversorger https://www.finanztip.de/stromvergleich/energiemarkt/ https://www.finanztip.de/?id=2835So funktioniert der Strom- und Gasmarkt
Das Wichtigste in Kürze
  • Per Gesetz hat jeder Verbraucher ein Recht auf die Versorgung mit Strom und Gas, sofern eine öffentliche Leitung in der Nähe der Wohnung liegt.
  • Die Netzbetreiber gewährleisten, dass möglichst störungsfrei Strom und Gas aus den Leitungen kommen.
  • Energieversorger haben die Aufgabe, Energie einzukaufen, an die Kunden zu liefern und korrekt abzurechnen. Der Einfluss der Energielieferanten auf den Strompreis ist klein. Beim Gas ist ihr Spielraum ein wenig größer.
  • Seit 1998 können Verbraucher ihren Lieferanten frei wählen. Trotzdem dominieren immer noch wenige Unternehmen den Strommarkt und den Gasmarkt. Manche Versorger bieten Strom und Gas als Kombitarif.
  • Über das Strom- oder Gasnetz gelieferte Energie hat eine einheitliche Qualität. Strom- und Gasversorger unterscheiden sich vor allem beim Preis, Kundenservice und ökologischem Anspruch.
So gehen Sie vor
  • Auch wenn der Einfluss der Versorger auf die Preise eher klein ist: Ein Vergleich von Tarifen kann sich lohnen. Nutzen Sie dazu unsere Vergleichsrechner für Strom und Gas.

Zum Stromrechner

  • Wenn Sie umziehen und sich über höhere oder niedrigere Strom- und Gaspreise am neuen Wohnort wundern: Das liegt zumeist an den regionalen Netzentgelten, die Energielieferanten in der Regel direkt an die Kunden weitergeben.
  • Welche Pflichten Energieanbieter gegenüber Verbrauchern haben, ist gesetzlich geregelt. Hält Ihr Versorger die Regeln nicht ein, dann fordern Sie ihn dazu auf.
  • Reagiert er auf eine Beschwerde nicht, können Sie sich an die Schlichtungsstelle Energie wenden. Sie vermittelt zwischen Verbrauchern und Versorgern.
  • Die Bundesnetzagentur können Sie dagegen benachrichtigen, wenn Ihr Lieferant Sie nicht zuverlässig versorgt.

In Deutschland hat jeder das Recht, Strom und Gas zu beziehen. Einzige Voraussetzung: eine Verbindung zum Stromnetz oder Gasnetz. Nur wenn der Netzbetreiber den Netzanschluss nicht herstellen kann oder er unverhältnismäßig teuer wäre – beispielsweise bei einer Hütte in den Bergen –, muss sich der Hauseigentümer eine eigene Lösung überlegen.

Verankert ist das Recht auf Versorgung im Energiewirtschaftsgesetz (EnWG). Sein Zweck ist, dass Sie über das öffentliche Strom- und Gasnetz Energie möglichst sicher, preisgünstig, verbraucherfreundlich, effizient und umweltverträglich beziehen können. Zudem regelt es, welche Pflichten Energielieferanten Ihnen gegenüber haben und wie sich die Energieunternehmen untereinander zu verhalten haben.

Wie sicher ist die Energieversorgung?

Es lässt sich darüber streiten, ob die Energieversorgung hierzulande preisgünstig und umweltverträglich ist. Schließlich zahlen Verbraucher in Deutschland die zweithöchsten Strompreise in Europa; und der Anteil erneuerbarer Energien am Strom- und Wärmeverbrauch beträgt nur knapp 20 Prozent. Unstrittig ist aber, dass die Versorgung mit Strom und Gas über öffentliche Netze sehr sicher ist.

Im globalen Vergleich gehört Deutschland zu den Ländern mit dem geringsten Stromausfall. Rund 14 Minuten waren es 2018 nach Daten der Bundesnetzagentur. Davon entfielen auf das Niederspannungsnetz, an das Wohnhäuser angeschlossen sind, rund 144.000 Unterbrechungen – mit einer Dauer von insgesamt 2 Minuten und 34 Sekunden. Das heißt, die meisten Unterbrechungen sind so kurz, dass Sie sie vermutlich nicht einmal bemerken. Im Gasnetz ist der Ausfall noch geringer: Auf 27 Sekunden summierten sich die Unterbrechungen für Verbraucher am Niederdrucknetz im Jahr 2018 im Mittel. Das ist der niedrigste Wert seit mehr als 10 Jahren.

Wer für die Sicherheit zuständig ist

Für diese Sicherheit sind die Betreiber der Netze verantwortlich. Sie sorgen dafür, dass so viel Strom und Gas in ihre Netze fließen, wie Verbraucher entnehmen – 24 Stunden am Tag. Zur Not gleichen sie die Mengen auch aus, wenn zum Beispiel mehr Ökostrom ins Netz fließt als benötigt oder wenn ein Energieversorger nicht genügend Strom eingekauft hat, um seine Kunden zu beliefern.

Eine Besonderheit des deutschen Energiemarkts ist dabei, dass es sehr viele Netzbetreiber gibt, deren Leitungen alle zusammen einen Netzverbund bilden. 730 Unternehmen betreiben das öffentliche Gasnetz, rund 900 Unternehmen das öffentliche Stromnetz. Die Unternehmen haben daneben zumeist noch eine zweite Funktion: Sie betreiben auch die Strom- und Gaszähler, die bei Ihnen zu Hause installiert sind.

Es gibt zwischen den Funktionen aber einen entscheidenden Unterschied: Je nach Wohnort ist ein bestimmter Netzbetreiber zuständig – Sie können sich diesen nicht aussuchen. Den Betreiber Ihres Strom- oder Gaszählers, den sogenannten Messstellenbetreiber, können Sie dagegen frei wählen, es muss nicht Ihr Netzbetreiber sein.

Den Messstellenbetreiber zu wechseln, kann sich auszahlen. Sie können Ihre Wahl aber auch von technischen Aspekten abhängig machen: Ein anderer Betreiber kann Geräte bieten, die Ihren Verbrauch intelligent aufschlüsseln oder verständlicher anzeigen als der bisherige Zähler.

Wie viele Energieversorger gibt es in Deutschland?

Seit 1998 können Sie Ihren Strom- und Gasversorger selbst bestimmen. Rund 800 Stromversorger und rund 700 Gasversorger sind heute in Deutschland aktiv, die nicht innerhalb eines Konzerns miteinander verbunden sondern voneinander unabhängig sind. In beiden Sparten bieten die Versorger jeweils mehr als 1.000 Tarife an. Nur die wenigsten Unternehmen sind aber nahezu bundesweit tätig: im Strommarkt rund 90, im Gasmarkt nur 46. Der größte Teil der Energielieferanten beschränkt seinen Absatzmarkt sowohl für Strom als auch für Gas auf bis zu zehn Netzgebiete.

Trotzdem können fast 90 Prozent aller Verbraucher zwischen mindestens 50 Stromlieferanten wählen. Es gibt aber auch neun Netzgebiete in vier Bundesländern (Bayern, Brandenburg, Hessen und Nordrhein-Westfalen), in denen Verbraucher keine Chance haben, den Energielieferanten zu wechseln. Dort beliefert nur der Grundversorger das Stromnetz – genauso wie vor der Liberalisierung des Energiemarktes 1998.

Im Gasmarkt können ebenfalls rund 90 Prozent aller Haushaltskunden zwischen mehr als 50 Versorgern wählen. In zwölf Regionen liefert nur der Grundversorger Gas – Kunden können den Versorger nicht wechseln, wohl aber den Vertrag beim Grundversorger.

Wie Sie günstige Strom- und Gasanbieter finden und wie Sie am besten einen neuen Liefervertrag abschließen, erfahren Sie in unseren Ratgebern zum Stromanbieterwechsel und Gasanbieterwechsel. Einen Überblick über Angebote in Ihrer Region bekommen Sie mit Vergleichsrechnern.

Für einen Preisvergleich von Stromtarifen empfehlen wir den Finanztip-Stromrechner:

Zum Stromrechner

Für einen Preisvergleich von Gastarifen empfehlen wir den Finanztip-Gasrechner:

Zum Gasrechner

Die Vielfalt an Energieanbietern darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass immer noch eine überschaubare Zahl von Unternehmen den Strommarkt dominiert: Die 17 größten Stromversorger beliefern 44 Prozent der Haushalte und Gewerbebetriebe mit elektrischer Energie. Manche dieser großen Unternehmen gehören dabei zu einem Konzern, beispielsweise Eprimo, Süwag und Innogy zu RWE. Das restliche Viertel des Marktes teilen mehr als 1.000 Unternehmen unter sich auf. Das haben Bundesnetzagentur und Bundeskartellamt in ihrem jährlichen Monitoringbericht festgestellt.

Hoher Marktanteil für wenige Stromlieferanten

  Zahl der Stromversorger Kundenanteil
mehr als 500.000 Kunden 17 44 Prozent
mehr als 100.000 bis 500.000 Kunden 71 27 Prozent
mehr als 30.000 bis 100.000 Kunden 123

13 Prozent

mehr als 1.000 bis 30.000 Kunden

787 15 Prozent
bis zu 1.000 Kunden 291 1 Prozent

Der Kundenanteil bezieht sich auf die in Deutschland versorgten Haushalte und Gewerbetriebe. Bei den einzelnen Lieferanten können verschiedene Gesellschaften zu einem Konzern gehören oder direkt miteinander verbunden sein.
Quelle: Bundesnetzagentur/Bundeskartellamt (Stand: 21. November 2018)

Im Gasmarkt sieht es ähnlich aus: Die 24 größten Unternehmen versorgen 41 Prozent der Kunden. Um die anderen 59 Prozent kümmern sich mehr als 900 Firmen.

Ein Dutzend Gasversorger beliefert fast die Hälfte der Haushalte

  Zahl der Gasversorger Kundenanteil
mehr als 100.000 Kunden 24 41 Prozent
mehr als 10.000 bis 100.000 Kunden 219 42 Prozent
mehr als 1.000 bis 10.000 Kunden 513 16 Prozent
bis 1.000 Kunden 230 1 Prozent

Der Kundenanteil bezieht sich auf die in Deutschland versorgten Haushalte und Gewerbetriebe. Bei den einzelnen Lieferanten können verschiedene Gesellschaften zu einem Konzern gehören oder direkt miteinander verbunden sein.
Quelle: Bundesnetzagentur/Bundeskartellamt (Stand: 21. November 2018)

Manche Versorger bieten auch Kombitarife für Strom und Gas an. Das heißt, wenn Sie sowohl Strom als auch Gas von einem Lieferanten beziehen, bedankt er sich mit einem Preisrabatt oder einer längeren Preisgarantie bei Ihnen. Ob Sie mit einem Kombitarif günstiger fahren, als mit zwei Verträgen bei unterschiedlichen Anbietern, sollten Sie vor einem Abschluss aber prüfen – trotz Rabatt können die Kosten höher sein als in zwei günstigen Einzelverträgen zusammen. Wie Kombitarife aussehen, erfahren Sie nur direkt beim jeweiligen Versorger. Vergleichsportale führen die Angebote nicht auf. 

Wie wird ein Unternehmen ein Strom- oder Gasversorger? 

Will ein Unternehmen Energieversorger werden, ist dazu nicht viel notwendig: Es braucht Software, um neue Verträge zu schließen und Abrechnungen zu erstellen. Mitarbeiter kaufen Strom und Gas an der Börse oder bei Erzeugern ein. Sie müssen darauf achten, dass die eingekaufte Menge den Öko- und Klimawünschen der Kunden entspricht und melden diese Daten den Netzbetreibern, an deren Netz die Kunden hängen. Schließlich sollten sich weitere Mitarbeiter noch um Kundenanfragen kümmern und Tarifangebote aktuell halten.

Dass die Versorgung sicher ist, stellen dabei die Netzbetreiber sicher. Die Herausforderung für einen Energieversorger ist damit vor allem administrativer und bilanzieller Natur. Mit etwas Startkapital kann jede Firma Energielieferant werden und Haushalte versorgen. Die einzige Pflicht besteht darin, sich bei der Bundesnetzagentur zu registrieren und dabei die Leistungsfähigkeit darzulegen (§ 5 EnWG). Die Behörde kann ein Unternehmen auch ausschließen, wenn die „personelle, technische oder wirtschaftliche Leistungsfähigkeit oder Zuverlässigkeit nicht gewährleistet ist“.

Wie unterscheiden sich Stromversorger voneinander?

In drei Punkten können sich Versorger voneinander unterscheiden: in der Service-Qualität, beim Stromeinkauf und in der Höhe der Preise, zu denen der Kunde die Energie abnimmt. 

Ob Sie Ihren Anbieter telefonisch gut erreichen, ob er schnell reagiert, wenn Sie eine Frage haben und ob er zuverlässig seine Vertragspflichten erfüllt – all das macht einen guten Service aus. An den Tarifdetails können Sie die Service-Qualität aber nicht ablesen. Einen Eindruck, wie umgänglich ein Unternehmen ist, vermitteln die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB): Gibt es dort beispielsweise viele Klauseln, die den Kunden von einer Leistung ausschließen, sind Konflikte absehbar.

Unser Tipp: Lesen Sie sich eher die negativen Bewertungen zur Firma auf Vergleichsportalen wie Verivox und Check24 durch und die Einträge auf der Beschwerdeseite reclabox.de. Wiederholen sich die Kritikpunkte, sollten Sie sie ernst nehmen und einen anderen Energielieferanten wählen. Neben konventionellem Strom bieten Versorger auch Ökostrom oder Regionalstrom an. Bei letzterem handelt es sich um Energie aus Kraftwerken in der Nähe des Verbrauchers. Physikalisch gibt es keinen Unterschied zwischen den unterschiedlichen Stromarten, ökologisch aber sehr wohl.

Wenn Sie die Stromerzeugung aus Windkraft oder Photovoltaik gutheißen, können Sie sich für Ökostrom entscheiden. Wenn Sie Stromerzeuger in Ihrer Region unterstützen möchten, können Sie einen Regionaltarif wählen. Der Finanztip-Stromrechner zeigt neben konventionellen Tarifen auch solche für Ökostrom und Regionalstrom. Ökostrom ist als solcher im Rechner gekennzeichnet, Regionalstrom bislang nicht.

Vergleichen Sie Stromtarife mit dem Finanztip-Stromrechner

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Bitte geben Sie Ihren Stromverbrauch an
Wie oft wollen Sie Ihren Tarif wechseln?
Wünschen Sie nur Ökostromtarife?
Optional: Was zahlen Sie derzeit?

Der Finanztip-Stromrechner basiert auf Daten der CHECK24 Vergleichsportal Energie GmbH sowie der Verivox GmbH. Diese haben wir mit unseren Parametern so gefiltert, dass Sie ein verbraucherfreundliches Ergebnis nach Finanztip-Kriterien bekommen. Wir übernehmen keine Gewähr für die Richtigkeit und Aktualität der hier bereitgestellten Informationen. Für Schäden aus fehlerhaften Daten oder durch die Nutzung des Rechners übernehmen wir keine Haftung.

Für Daten der CHECK24 Vergleichsportal Energie GmbH: © 2019 CHECK24.de

Für Daten der Verivox GmbH: © Verivox GmbH – www.verivox.de – alle Angaben ohne Gewähr (Stand: 2019). Das Angebot darf nur für den privaten Gebrauch genutzt werden. Eine Vervielfältigung oder Verbreitung des Angebots oder der auf diesen Seiten angezeigten Informationen – ganz oder auszugsweise, gleich in welcher Form – und jede Form der kommerziellen Verwendung ist nicht ohne ausdrückliche schriftliche Zustimmung der Verivox GmbH zulässig.

Schließen Sie über Verivox oder Check24 den Vertrag ab, leiten die Portale den Vertragswechsel ein. Der Abschluss kommt aber in der Regel erst zustande, wenn Sie der gewählte Versorger anschreibt und den Vertrag bestätigt. Ab dann bleiben 14 Tage Zeit, den Vertrag zu widerrufen.

Manche Versorger betreiben zusätzlich Umweltschutz- oder Sozialprojekte, die Sie als Kunde dann ebenfalls fördern können. Unter Umständen kostet ein solcher Tarif dann etwas mehr.

Welchen Einfluss haben Versorger auf die Strompreise?

Ein Stromversorger beeinflusst den Preis der Energie nur wenig, die er liefert: Rund 80 Prozent des Strompreises bestimmen Kosten, die der Versorger berechnen muss, ohne selbst etwas davon zu haben. Dazu gehören Steuern, Umlagen oder Netzentgelte, die das Unternehmen an den Staat oder die Netzbetreiber weiterreicht.

Trotzdem gehen die Strompreise bundesweit stark auseinander. Das liegt daran, dass Versorger unterschiedlich viel zahlen müssen, je nachdem welches Verteilernetz sie nutzen. So kommt es, dass beispielsweise Verbraucher in Brandenburg oder Schleswig-Holstein im Schnitt deutlich höhere Preise zahlen als Verbraucher in Köln oder Bremen. Das ist wichtig zu wissen, wenn Sie umziehen und sich am neuen Ort über deutlich andere Strompreise wundern sollten. Im Schnitt liegen die Netzentgelte in ländlichen Regionen über denen in Großstädten, im Osten und Norden der Republik sind sie höher als im Westen und Süden.

Es gibt wenige Unternehmen, die Verbrauchern einheitlich hohe Tarife berechnen und die Gesamtkosten für die Netznutzung aller Kunden mitteln. Zumeist berücksichtigen Versorger aber die regional unterschiedlichen Entgelte für Netznutzung und Messstellenbetrieb (also den Betrieb der Strom- und Gaszähler) in ihren Tarifen. Ein Energieanbieter kann also nur rund ein Fünftel des Strompreises selbst gestalten. Je nachdem, wie günstig er Strom einkauft, wie effizient er arbeitet und welche Marge er sich berechnet, kann ein Tarif höher oder niedriger ausfallen.

Die Konkurrenz beim Einkauf preislich abzuhängen, ist schwer. Es gibt einen zentralen Handelsplatz für Strom in Deutschland, die Strombörse EEX. An den Preisen dort orientieren sich auch die Kraftwerksbetreiber, die ihren Strom direkt an einen Versorger verkaufen. Im Gegensatz zu anderen EU-Ländern wie Dänemark oder Schweden gibt es an der Strombörse bislang auch nur eine Preiszone. Es macht damit keinen Unterschied, ob Strom im Norden oder Süden verbraucht wird. Die Preise selbst schwanken moderat: meist um rund 1 Cent pro Kilowattstunde innerhalb eines Jahres.

Will ein Anbieter Strom günstig anbieten, hat er den größten Spielraum deshalb bei den eigenen Kosten und seiner Gewinnspanne. 3 bis 4 Cent pro Kilowattstunde berechnet ein Versorger im Schnitt für seine eigene Arbeit, inklusive Gewinn. Ein Versorger kommt aber auch mit geringeren Beträgen aus, um rentabel zu arbeiten – wenn der Vertrieb effizient und stark automatisiert läuft.

Das Sparpotenzial für Verbraucher ist dennoch überschaubar: Berechnet der Anbieter 1 Cent pro Kilowattstunde netto weniger als ein Konkurrent, zahlen Sie bei einem Verbrauch von 3.000 Kilowattstunden im Jahr rund 36 Euro weniger. Rund 3.000 Kilowattstunden verbrauchen Haushalte in Deutschland im Schnitt im Jahr.

Wie unterscheiden sich Gasversorger voneinander?

Ebenso wie die Stromversorger kann sich ein Gasversorger in drei Punkten von seinen Konkurrenten abheben: durch guten Service, nachhaltiges Wirtschaften und durch günstige Preise.

Die Qualität des Service lässt sich vor Abschluss eines Liefervertrags bedingt einschätzen. Aufschluss können auch in diesem Fall die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) des Versorgers geben, wenn diese viele Klauseln beinhalten, die dem Verbraucher Leistungen absprechen. Auch ein Blick auf reclabox.de oder in die negativen Bewertungen auf den Vergleichsseiten von Check24 und Verivox kann sich lohnen, wenn Sie nicht an ein Unternehmen mit miesem Service geraten wollen.

Beim Gas gibt es ökologische Alternativen zu fossilem Erdgas: Biogas aus Biogasanlagen, Wasserstoff oder synthetisch erzeugtes Erdgas. Allerdings strömen über das öffentliche Netz weniger als zwei Prozent Ökogas – viel zu wenig, um einen Kunden nur mit grünem Gas zu versorgen. So besteht ein entsprechender Tarif zumeist nur zu einem Teil aus Ökogas und zum anderen aus konventionellem Erdgas. Der Finanztip-Gasrechner zeigt auch Öko-Tarife an.

Daneben verkaufen Anbieter auch sogenanntes Klimagas. Dabei liefern sie fossiles Erdgas, unterstützen aber im Gegenzug Klimaschutzprojekte wie das Aufforsten von Wäldern. Egal, ob Öko- oder Klimagas bei Ihnen ankommt – für beides zahlen Sie im Schnitt mehr als für konventionelles Erdgas.

Welchen Einfluss haben Energieversorger auf Gaspreise?

Bei der Preisgestaltung unterliegen die Gasversorger ähnlichen Regeln wie die Stromversorger – aber ihr Spielraum ist größer. Rund die Hälfte des Gaspreises bestimmen die Versorger. Denn auf den Gaspreis fallen „nur“ zwei Steuern und eine Abgabe an. Hinzukommen die Kosten für den Gaszähler und um das Netz zu nutzen – eine Umlage zur Umstellung des Gasnetzes auf Gas mit höherem Brennwert ist darin bereits enthalten.

Rund 3 Cent pro Kilowattstunde berechnet ein Versorger Anfang 2019 im Schnitt, um das Gas zu beschaffen und für seine Dienstleistung, inklusive Gewinnspanne. Für den Einkauf hat er vermutlich mindestens die Hälfte dieser 3 Cent pro Kilowattstunde ausgegeben. Aufgrund der hohen Abnahme von Gas genügt aber auch 1 Cent pro Kilowattstunde, damit ein Unternehmen gewinnbringend arbeiten kann. Im Schnitt beziehen Haushaltskunden 20.000 Kilowattstunden pro Jahr. Zu diesen Kunden zählen nicht nur einzelne Haushalte sondern auch Bewohner eines Mehrfamilienhauses, die eine zentrale Gasheizung mit Wärme versorgt. Der Hauseigentümer oder die Hausverwaltung schließt dann den Gasvertrag für alle.

Die Netzentgelte haben ein ähnliches Gewicht wie die Kosten, um das Gas zu beschaffen und es zu vertreiben. Auch der Gasmarkt unterscheidet sich regional: In Mecklenburg-Vorpommern sind die Kosten am höchsten – teilweise doppelt so teuer wie in Berlin, Hamburg oder Bremen.

Absolut geht es um Preisunterschiede von bis zu 3 Cent pro Kilowattstunde. Das bedeutet: In manchen Regionen kostet es mehr, den Brennstoff zu transportieren, als ihn einzukaufen. Dieses regionale Ungleichgewicht kann kein Versorger durch eine niedrigere Gewinnspanne oder geringere Lieferkosten ausgleichen.

Welche Pflichten haben Energieanbieter gegenüber Kunden?

Ein Energieversorger muss das Energierecht einhalten. Kaum ein anderer Markt ist in Deutschland so stark durch Gesetze bestimmt wie jener für Strom und Gas. Um Haushalte zu beliefern, gelten nochmals besondere Bestimmungen – Zweck des Gesetzes ist schließlich auch, dass die Versorgung mit Strom und Gas verbraucherfreundlich geschieht.

Die gesetzlichen Pflichten gegenüber Verbrauchern beginnen bei Vertragsschluss (§ 41 EnWG):

  • Der Versorger muss ihnen mehrere Bezahlmöglichkeiten für die gelieferte Energie anbieten.
  • Er darf keinen Abschlag kassieren, bevor er nicht geliefert hat.
  • Er muss eine Abschlagszahlung am bisherigen Verbrauch bemessen. 

Spätestens nach zwölf Monaten ist der Energielieferant verpflichtet, eine Abrechnung zu erstellen und Ihnen binnen sechs Wochen nach Ende des Abrechnungszeitraums zuzustellen (§ 40 EnWG). Die Abrechnung soll einfach und verständlich sein. Sie muss neben den Kosten auch Informationen enthalten, wie viel Sie im Vergleich mit anderen Kunden verbrauchen.

Den Vertrag ändern kann der Anbieter nicht, ohne Sie zu informieren. Will er beispielsweise die Preise erhöhen, muss er das mitteilen und Sie auf Ihr Sonderkündigungsrecht hinweisen (§ 41 Abs. 3 EnWG). Sie dürfen dann den Anbieter wechseln. Hält ein Versorger diese Pflichten nicht ein, erfahren Sie in unseren Ratgebern zum Stromanbieterwechsel und zum Gasanbieterwechsel, was Sie tun können.

Neben dem Energierecht sind weitere Gesetze einzuhalten. Verstöße registrierte die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen 2017 mehrfach gegen das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb (UWG) wegen des Abschlusses von Versorgungsverträgen am Telefon. Bei zwei Klagen erhielten die Verbraucherschützer bereits Recht.

Das Landgericht München I stellte in beiden Verfahren fest, dass der Abschluss von Strom- und Gaslieferverträgen am Telefon nicht gültig ist, wenn der Kunde dem Werbeanruf vorher nicht ausdrücklich zugestimmt haben (Az. 37 O 5551/17 und Az. 33 O 5550/17). In einem der beiden Verfahren erfolgten nicht nur Werbeanrufe, sondern schlossen Verbraucher nach Darstellung des Versorgers PST Europe Sales auch Lieferverträge am Telefon ab.

In einem solchen Fall müssen Kunden trotzdem schriftlich genehmigen, dass der neue Versorger ihren bestehenden Liefervertrag kündigen darf, urteilten die Richter. Das Urteil gegen PST Europe Sales ist noch nicht rechtskräftig. 

Wer beaufsichtigt Versorger, dass sie Gesetze einhalten?

Die Bundesnetzagentur ist die Aufsichtsbehörde für Energieversorger, Messstellenbetreiber und Netzbetreiber. Das Augenmerk der Behörde liegt darauf, dass kein Netzbetreiber einen Verbraucher mutwillig von der Energieversorgung ausschließt und dass kein Netzbetreiber einen Strom- oder Gasversorger benachteiligt, sondern alle Lieferanten gleichbehandelt.

Bei den Energieversorgern achtet die Behörde darauf, dass sie zuverlässig arbeiten. Lässt ein Unternehmen Kunden beispielsweise in die sogenannte Ersatzversorgung fallen, behindert es den Wechsel seiner Kunden zu einem anderen Versorger.

Auch wenn ein Versorger einem Netzbetreiber nicht ordnungsgemäß Daten und Zahlungsbeträge übermittelt, kann die Behörde einschreiten. Oder wenn ein Versorger aus wirtschaftlichen, technischen oder personellen Gründen seinen Pflichten gegenüber den Kunden nicht mehr nachkommt. Möglich ist, dass dann ein Aufsichtsverfahren beginnt, an dessen Ende die Bundesnetzagentur dem Unternehmen untersagen kann, weiter als Energieversorger tätig zu sein. Solche Verfahren sind eher selten. Eingeleitet hat die Behörde ein Aufsichtsverfahren zum Beispiel gegen die Care Energy AG oder gegen die Bayerische Energieversorgung (BEV). Beide Unternehmen  meldeten Insolvenz an, ehe das Verfahren abgeschlossen war.

Die Schlichtungsstelle Energie 

Ob ein Unternehmen den Liefervertrag mit Kunden einhält, indem es beispielsweise einen Bonus überweist oder ein Guthaben zurückzahlt, ist eine Frage für die Schlichtungsstelle Energie. Ehe Sie sich an diese wenden, müssen Sie aber Ihren Versorger mit Ihrer Kritik konfrontiert haben. Innerhalb von vier Wochen muss Ihr Energielieferant auf einen Beschwerdebrief reagieren. Bleibt das aus, sollten Sie sich an die Schlichtungsstelle wenden. Das Schlichtungsverfahren ist kostenfrei.

Ärgern Sie sich über das Verhalten eines Versorgers, aber sind sich unsicher, ob dem Unternehmen ein Vorwurf zu machen ist, können Sie auch Finanztip benachrichtigen oder sich an eine Verbraucherzentrale wenden.

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redaktion@finanztip.de (Finanztip Verbraucherinformation gGmbH) 27.02.2019 13:39:00 +0000
Mit diesen Tipps surfen Sie schneller im Netz : Internet zu langsam https://www.finanztip.de/internetanbieter/internet-langsam/ https://www.finanztip.de/?id=5716Mit diesen Tipps surfen Sie schneller im Netz
Das Wichtigste in Kürze
  • Drei von zehn Internetnutzern surfen zu Hause nur mit halbem Tempo, weil die versprochene Geschwindigkeit nicht ankommt.
  • Die meisten Internetanschlüsse lassen sich auf Geschwindigkeit bringen, auch ohne Computerprofi zu sein.
  • Die richtige Reihenfolge erspart Aufwand: 1. Computer und Router überprüfen. 2. Beim Kundenservice anrufen. 3. Termin mit dem Techniker vereinbaren.
  • In schweren Fällen sollten Sie den Anbieter wechseln. Ein Wechsel von Telefonleitung (DSL) auf TV-Kabel oder andersherum löst die meisten Probleme mit zu langsamen Internet.
So gehen Sie vor
  • Prüfen Sie mit dem Speed-Test der Bundesnetzagentur, ob Ihr Internet zu langsam ist.
  • Einige Fehlerquellen können Sie ohne Hilfe zu Hause beseitigen: Funktioniert das W-Lan korrekt? Ist der Computer richtig eingestellt?
  • Erste Hilfe finden Sie bei dem Kundenservice Ihres Anbieters. Am besten rufen Sie an, während Sie am Computer sitzen, der per Netzwerkkabel am Router angeschlossen ist.
  • Bei schwereren Fällen muss der Techniker kommen. Ihn muss die Internetfirma kostenlos vorbeischicken, falls sie das Problem nicht anders lösen kann.
  • Bleibt das Internet weiterhin langsam, handeln Sie mit Ihrem Anbieter einen Preisnachlass aus. Oder Sie kündigen und suchen sich einen neuen.
  • Stellt sich Ihr Anbieter quer, sind Sie nicht allein: Bundesnetzagentur, Verbraucherzentrale und Anwalt geben Beistand im Streit mit dem Internetkonzern.

Die Internetseite lädt nur mühsam, der Film auf dem Smart-TV ruckelt und das Skype-Gespräch ist ständig unterbrochen. Ist Ihr Internet langsam, kann das schnell an den Nerven zehren. In der Werbung werden „High-Speed“-Geschwindigkeiten versprochen, doch zu Hause ist davon oft wenig zu merken. Nur selten kommt das Maximaltempo auch wirklich am heimischen PC, Tablet oder der Streaming-Box an.

Wie finde ich heraus, ob mein Internet zu langsam ist?

Schnelle Internettarife gibt es bereits für rund 30 Euro im Monat. Finanztip vergleicht regelmäßig die besten Internetanbieter. Mit dem Speed-Test der Bundesnetzagentur (BNetzA) können Sie nachmessen, ob Ihre Internetverbindung hält, was der Anbieter verspricht. Über die Website hat die Bundesnetzagentur im Jahr 2018 über 900.000 Fälle ausgewertet. Das Ergebnis: In den meisten Haushalten ist das Internet zu langsam. Drei von zehn Internetnutzern surfen zu Hause nur mit der Hälfte der versprochenen Geschwindigkeit. Nur bei knapp 13 Prozent kommt das maximale Datentempo auch tatsächlich an.

Langsames Internet muss kein Kunde hinnehmen: Pegelt sich Ihr Internet zum Beispiel bei 60 Prozent der beworbenen Maximalgeschwindigkeit ein, können Sie Ihren Anbieter in den meisten Fällen in die Pflicht nehmen. Häufig sichern Internetprovider auch 80 Prozent und mehr zu. Haben Sie den genauen Anbieter und Tarifnamen parat, gibt Ihnen der Speed-Test der Bundesnetzagentur auch an, wie schnell das Download- und Upload-Tempo normalerweise sein sollte. Diese Informationen müssen die Anbieter auch bei den Tarifdetails im sogenannten Produktinformationsblatt verbindlich angeben.

Übersicht von zugesicherten Download-Geschwindigkeiten

Wir haben die zugesicherten Geschwindigkeiten für die von uns getesteten Tarife im April 2019 einmal für Sie zusammengetragen:

Was kann ich tun, wenn mein Internet langsam ist?

Wir erklären Ihnen Schritt für Schritt, was Sie tun können, wenn Ihr Internetanschluss nicht das hält, was die Werbung angepriesen hat. Entscheidend ist, sich aufzuraffen und am Ball zu bleiben. Viele Probleme lassen sich mit Hilfe des Störungsdienstes lösen; das braucht aber etwas Zeit.

Eigene Fehlerquellen finden bei DSL und TV-Kabel (ohne IT-Profi zu sein)

Einige einfache Ursachen für langsames Internet werden gern übersehen, weil sie eher banal wirken. Aber oft verstecken sich gerade dort Probleme, die sich leicht beheben lassen:

  1. Richtig messen - Prüfen Sie die Geschwindigkeit mit dem offiziellen Speed-Test Breitbandmessung von der BNetzA und folgen Sie den Anweisungen – klicken Sie die Hinweise nicht einfach weg.
  2. W-Lan überprüfen - Ist das Internet per W-Lan zu langsam, schließen Sie Ihren Computer mit einem Netzwerk-Kabel an die Internetbox an. Denn schlechter W-Lan-Empfang kann Ihr Internet ausbremsen. Dagegen kann ein W-Lan-Repeater helfen, der das Signal verstärkt. Eine weitere Möglichkeit: Verwenden Sie testweise einen anderen W-Lan-Router. Ihrer könnte defekt sein.
  3. Computerprobleme ausschließen - Aktualisieren Sie die Treiber und löschen Sie die Cookies im Browser. Außerdem können Antivirusprogramme oder Updates im Hintergrund das Internet ausbremsen. Auch falsche Einstellungen in Betriebssystemen wie Windows 10 können das Internet langsam machen. Überprüfen Sie, ob es zum Beispiel neue Windows-Updates für Ihren Computer gibt. Sind Sie sich nicht sicher, ob Ihr Computer das Internet verlangsamt, testen Sie die Verbindung mit einem anderen Laptop oder mit Ihrem Handy per App.

Liegt der Fehler nicht bei Ihrer Technik, sollten Sie sich als nächstes bei dem technischen Support Ihres Internetanbieters melden.

Nicht lange ärgern, sondern die Hotline anrufen

Sowohl Servicehotline als auch Techniker stehen immer noch im schlechten Ruf, Zeit und Nerven des Kunden ordentlich zu beanspruchen, bevor sich etwas bessert. Doch je früher Sie sich an den Störungsdienst wenden, desto schneller ist Ihr langsames Internet aus der Welt. Oftmals geht der Kunden-Support die klassischen Fehlerquellen durch, ohne gleich zu wissen, wo in Ihrem konkreten Fall das Problem liegt. Doch diese Ursachen gehören auch zu den häufigsten Auslösern. Also lassen Sie sich zum Beispiel ruhig einen neuen Router zuschicken oder probieren Sie aus, ob es mit einem anderen Kabel besser funktioniert.

Um eine Lösung zu finden, hilft es am meisten, wenn Sie beim Störungsdienst anrufen. Am besten gleich mit dem Computer zur Hand, der per Netzwerkkabel angeschlossen ist. Kann der Kundendienst den Fehler nicht finden, lassen Sie sich nicht zu lange vertrösten: Sie können Ihrem Anbieter auf die Sprünge helfen, indem Sie einen Preisnachlass einfordern. Das machen Sie am besten schriftlich und mit einer angemessenen Frist – zwei Wochen reichen dafür in der Regel aus.

Dran bleiben, bis der Techniker kommt

Gerade in Altbauten ist oft die Verkabelung im Haus oder der Anschluss unter der Straße schuld am langsamen Internet per DSL oder TV-Kabel. In diesem Fall kann nur der Techniker helfen. Bei Internet über TV-Kabel und Glasfaser ist die Chance relativ hoch, den Fehler zu beheben, auch weil diese Leitungen oft direkt dem Internetanbieter gehören. Leider müssen Sie sich für diesen Schritt die Zeit nehmen, den Techniker in die Wohnung und eine Weile vor sich hin werkeln zu lassen.

Bei DSL-Anschlüssen hingegen mieten viele Internetanbieter die Leitungen von der Telekom an. Haben Sie Ihren Vertrag nicht direkt bei der Telekom, kann es sein, dass sich Ihr Anbieter und die Telekom gegenseitig den schwarzen Peter zuschieben. Eine Chance sollten Sie den Technikern trotzdem geben, Ihrem Internet auf die Sprünge zu helfen. Bevor zu viel Frust aufkommt, machen Sie jedoch lieber frühzeitig von Ihrem Recht auf Sonderkündigung Gebrauch oder handeln einen Preisnachlass aus.

Mehr dazu im Ratgeber Internet-Tarife

Zum Ratgeber

Was tun, wenn trotz allem das Internet langsam bleibt?

In bestem Beamtendeutsch hat die Bundesnetzagentur (BNetzA) konkrete Richtlinien für die Internetgeschwindigkeit festgelegt. Im Kern sagen sie aus, dass Kunden es sich nicht gefallen lassen müssen, wenn ihr Internet regelmäßig zu langsam ist. Wie schnell Ihr Internet eigentlich sein sollte, finden Sie in den Tarifdetails im Produktinformationsblatt. Alle wichtigen Angaben finden Sie auch im Speed-Test der BNetzA oder in unserer Übersicht. Bei den meisten Tarifen sind weniger als 60 Prozent der Höchstgeschwindigkeit ein guter Grund, den Vertrag zu kündigen.

Suchen Sie sich aber frühzeitig einen anderen Internetanbieter, damit Sie am Ende nicht ganz ohne Internet dastehen. Alternativ können Sie Ihrem Anbieter eine letzte Chance geben und mit ihm über einen Preisnachlass verhandeln.

Bevor Sie sich mit Ihrem Anbieter anlegen, laden Sie am besten die Desktop-App der Bundesnetzagentur herunter und machen eine „Messkampagne“ (20 Messungen an zwei Tagen). Dann sind Sie mit Ihren Messdaten auf der sicheren Seite.

Vier Helfer im Streit gegen den Internetanbieter

Stellt sich der Anbieter quer, können sich unzufriedene Kunden bei der Bundesnetzagentur (BNetzA) melden. Die BNetzA hat eine eigene Schlichtungsstelle: Auf ihrer Website informiert die BNetzA ausführlich, in welchen Fällen sie zuständig ist. Per Brief oder Onlineformular können Internetnutzer dort kostenlos Hilfe suchen. Allerdings kann ein Schlichtungsverfahren mitunter mehrere Monate dauern.

Die Verbraucherzentralen helfen, wenn der Anbieter die außerordentliche Kündigung nicht akzeptiert. Jeder Fall, bei dem die Verbraucherzentralen beraten, wird außerdem von den Marktwächtern gesammelt und ausgewertet. Per Beschwerdeformular können enttäuschte Kunden ihren Fall auch online schildern. So versuchen die Marktwächter, strukturelle Probleme in der Internetbranche aufzudecken.

Gerade mit einer Rechtschutzversicherung können Sie sich auch an einen Anwalt wenden. Allerdings scheuen viele Verbraucher den Aufwand, schließlich geht es um relativ geringe Beträge. Einfacher kommen Sie zum Ziel mit einem Rechtsdienstleister wie weniger-internetkosten.de. Haben Sie einen vielversprechenden Fall, schlagen sich die Anwaltsfirmen für Sie mit dem Anbieter rum. Großer Pluspunkt: Nur falls sich etwas verbessert, zahlen Sie einmal 10 Euro. Das kann allerdings eine ganze Weile dauern. Schneller geht es, den Anbieter zu wechseln. 

Wechseln Sie den Anschluss, nicht nur den Anbieter

Normalerweise kommt das Internet per Telefonkabel (DSL), TV-Kabel oder Glasfaserkabel in die eigenen vier Wände. Läuft Ihr DSL-Anschluss auch bei einem neuen Anbieter im Schneckentempo, sollten Sie zu TV oder Glasfaser wechseln. Falls es diese Anschlüsse in Ihrem Haus nicht gibt, kommen spezielle Hybrid-Tarife von der Telekom und Vodafone infrage. Bei diesen Tarifen wird das langsame Internet vom Festnetzanschluss unterstützt durch das LTE-Handynetz – dafür kosten die Angebote aber auch mehr. In einigen Fällen kann gerade für Hausbesitzer auch Internet per Satellit sinnvoll sein.

Was bedeutet die Surfgeschwindigkeit bei meinem Smartphone?

Bei der Wahl des Handytarifs kommt es nicht so sehr auf die versprochenen Höchstgeschwindigkeiten an, sondern wie gut das Handynetz Ihres Anbieters vor Ort ist und ob der Tarif LTE erlaubt.

Maximale Geschwindigkeiten von 500 Mbit/s, wie sie Vodafone und Telekom versprechen, zeigen nur was technisch möglich ist. Im Alltag kommt häufig nur ein Bruchteil davon an. Sonst wäre ein normales monatliches Datenlimit von 2 Gigabyte auch schon nach 32 Sekunden aufgebraucht. Jeden Monat eine halbe Minute etwas herunterladen und dann wäre Schluss. Wie schnell Sie mit Ihrem Smartphone im Netz unterwegs sind, können Sie mit der App der Breitbandmessung herausfinden.

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redaktion@finanztip.de (Finanztip Verbraucherinformation gGmbH) 26.02.2019 11:40:00 +0000
So behalten Sie Ihre Handynummer : Rufnummernmitnahme https://www.finanztip.de/handyvertrag/rufnummernmitnahme/ https://www.finanztip.de/?id=758So behalten Sie Ihre Handynummer
Das Wichtigste in Kürze
  • Ihre Handynummer gehört Ihnen. Sie können sie bei einem Anbieterwechsel mitnehmen.
  • Dabei ist wichtig, dass Daten wie Name und Adresse im alten und neuen Vertrag übereinstimmen und Sie genug Zeit für die Portierung einplanen.
  • Der alte Anbieter berechnet in der Regel eine Gebühr von 25 bis 30 Euro für die Rufnummernmitnahme. Mehr ist gesetzlich verboten.
  • Viele Anbieter zahlen Neukunden einen Bonus um die 15 bis 25 Euro, wenn sie ihre alte Handynummer mitnehmen.
So gehen Sie vor
  • Teilen Sie Ihrem neuen Anbieter am besten direkt beim Vertragsabschluss mit, dass Sie Ihre Handynummer mitnehmen wollen. Die meisten Online-Formulare haben dazu einen eigenen Abschnitt für die Rufnummernmitnahme.
  • Name, Adresse, Geburtsdatum und Rufnummer müssen mit dem alten Vertrag übereinstimmen. Die Portierung kann bereits bei kleinsten Abweichungen scheitern.
  • Geht alles glatt, kümmert sich der neue Anbieter um alles Weitere. Zwei Wochen kann es allerdings dauern.
  • Wollen Sie Ihre Prepaid-Nummer übertragen, müssen Sie Ihrem alten Anbieter vorher eine Verzichtserklärung schicken.

Wer zu einem anderen Mobilfunkanbieter wechselt, kann seine alte Rufnummer behalten. Das ist bereits seit 2002 gesetzlich geregelt – und doch funktioniert die sogenannte Rufnummernportierung nicht immer reibungslos. Wir zeigen Ihnen, was Sie beachten müssen, damit die Mitnahme klappt. Denn die Telefonnummer gehört Ihnen, nicht dem Mobilfunkanbieter.

Wie kann ich meine Rufnummer beim Vertragswechsel mitnehmen?

Sie können Ihren alten Handyvertrag auslaufen lassen und direkt danach die Nummer zu einem neuen Anbieter mitnehmen. Der Vorteil: Sie haben jederzeit nur einen Mobilfunkvertrag und zahlen keine Grundgebühren doppelt.

Überprüfen Sie, ob bei Ihrer aktuellen Telefongesellschaft Ihre Adresse und die übrigen Daten korrekt gespeichert sind. Sie finden die Angaben zum Beispiel im Kundenbereich auf der Internetseite oder auf Ihrer Rechnung. Falls die Daten nicht stimmen, berichtigen Sie sie.

Kündigen Sie Ihrem bisherigen Anbieter, zum Beispiel über einen Kündigungsdienst, und bitten Sie um eine Bestätigung. Wollen Sie Ihre Prepaid-Nummer übertragen, müssen Sie bei Ihrem alten Anbieter zusätzlich eine Verzichtserklärung abgeben, damit dieser Ihre Handynummer freigeben kann. Aber Vorsicht: Nach der Rufnummernmitnahme entfällt Ihr Restguthaben, dass noch auf der Karte ist.

Musterschreiben.jpg

Als Vorlage haben wir ein Musterschreiben für die Verzichtserklärung erstellt, das Sie sich hier herunterladen können.

Zum Download

Achtung beim Datenabgleich: Schauen Sie unbedingt darauf, dass Name, Adresse, Geburtsdatum und Rufnummer im neuen Vertrag exakt mit den Daten übereinstimmen, die bei Ihrem bisherigen Anbieter gespeichert sind. Auch eventuell vorhandene weitere Vornamen und die Schreibweise der Straße (Deventerweg oder Deventer Weg) müssen identisch sein.

Es kann einige Wochen dauern, Ihre Handynummer zu übertragen 

Kümmern Sie sich spätestens zwei Wochen vor Vertragsablauf um einen neuen Tarif, zum Beispiel eine sogenannte Allnet-Flatrate. Günstige Flatrates in alle Netze nennen wir Ihnen in unserem Allnet-Flat-Ratgeber.

Geben Sie beim neuen Mobilfunkanbieter an, dass Sie Ihre bisherige Nummer mitbringen wollen. Sie erteilen damit den Portierungsauftrag. Als Startdatum Ihres neuen Vertrags wählen Sie den Tag nach Ablauf Ihres alten Vertrags. Geht alles glatt, sind Sie nur wenige Stunden nicht erreichbar. Höchstens einen Tag darf die Umstellung dauern.

Kümmern Sie sich ruhig schon früher um den neuen Vertrag

Sie können den neuen Vertrag bereits einige Monate vorher in Auftrag geben. Damit hat Ihr zukünftiger Anbieter auch mehr Zeit, sich um die Rufnummernmitnahme zu kümmern. Bei zahlreichen Unternehmen können Sie den Startzeitpunkt flexibel festlegen – der ist in der Regel mit dem Datum für die Rufnummernportierung identisch. Diese können Sie bereits vier Monate vor Vertragsende beantragen.

Wenn was schief geht, ist die Nummer trotzdem sicher

Sollte die Portierung im ersten Anlauf scheitern, können Sie unbesorgt sein, da Sie genug Zeit haben, um Unklarheiten zu beseitigen. Eventuell müssen Sie mit Ihrem alten Anbieter sprechen und zum Beispiel falsch hinterlegte Daten korrigieren. Meistens können Sie Ihre Handynummer auch noch bis zu drei Monate nach Vertragsende mitnehmen.

Bei größeren Problemen steht Ihnen die Bundesnetzagentur kostenlos zur Seite. Die Behörde überprüft das Vorgehen der Anbieter und findet für Sie heraus, wo der Fehler steckt. Das kann jedoch eine Weile dauern. Per Online-Formular können Sie Ihren Fall schildern.

Hinweis: Nicht gesetzlich garantiert ist kurioserweise die Rufnummernmitnahme, wenn Sie den Tarif wechseln und beim selben Anbieter bleiben. Dabei kann Ihnen das Unternehmen theoretisch eine neue Nummer zuweisen – was jedoch nicht vorkommen dürfte. Denn darauf würden die meisten Kunden wohl mit einem Wechsel zu einem anderen Anbieter reagieren.

Kann ich meine Rufnummer auch vorzeitig mitnehmen?

Sie können Ihre Rufnummer auch mitnehmen, wenn Ihr Handyvertrag noch läuft (§ 46 Abs. 4 TKG). Falls Sie Ihre Nummer aus einem laufenden Vertrag herausholen, zahlen Sie jedoch weiterhin die Grundgebühr bis zum Ende der Laufzeit. Ihr alter Mobilfunkanbieter teilt Ihnen bis zum Vertragsende eine neue Handynummer zu. Die bisherige Nummer können Sie zum neuen Anbieter mitnehmen und dort nutzen. Somit zahlen Sie die Handygebühren eine Zeit lang doppelt – an den alten und den neuen Anbieter.

Wenn Sie eine vorzeitige Portierung wünschen, teilen Sie das Ihrem alten Mobilfunkprovider mit. Sobald Sie die Bestätigung haben, können Sie einen neuen Tarif abschließen.

Mehr dazu im Artikel über unseren Handy-Tarifrechner:

Zum Ratgeber

Was kostet die Mitnahme?

Das Unternehmen, das die Rufnummer abgibt, darf Kosten von maximal 30 Euro in Rechnung stellen für die Übergabe der Rufnummer. Das ist die Obergrenze, welche die Bundesnetzagentur festgelegt hat. Die meisten Anbieter verlangen etwa 25 Euro. Achten Sie bei Prepaid-Karten darauf, dass genügend Guthaben für die Portierung auf der Karte ist.

Die Firma, welche die alte Rufnummer aufnimmt, berechnet hingegen keine Gebühr. Im Gegenteil: Oft erhalten Sie sogar einen Bonus von 15 bis 25 Euro dafür. Verpflichtet ist übrigens kein Mobilfunkanbieter zur Aufnahme einer Rufnummer – fast alle tun es jedoch.

Welches Netz rufen Sie an?

Seit die Mitnahme der Rufnummer möglich ist, können Sie an der Vorwahl einer Handynummer nicht mehr erkennen, welches Netz der Gesprächspartner hat. Es gibt jedoch Tarife, die unterschiedliche Gebühren in die einzelnen Mobilfunknetze berechnen.

Um herauszufinden, welchem Netz eine Rufnummer zugeordnet ist, tippen Sie sie zum Beispiel auf netz-abfrage.de ein. Alternativ können Sie die Telefonnummer 0800/505 20 90 anrufen. Das ist ein Dienst von Vodafone, den auch Kunden anderer Mobilfunkanbieter kostenfrei nutzen können.

Wenn Sie Ihre Festnetznummer behalten wollen

Im Festnetz ist die Mitnahme der Rufnummer bereits seit 1998 möglich. Allerdings können Sie Ihre alte Rufnummer nicht behalten, wenn Sie in eine Region mit einer anderen Vorwahl umziehen. Keine Rufnummernportierung ist nötig, wenn Sie im selben Vorwahlgebiet umziehen und bei Ihrer bisherigen Telefongesellschaft bleiben wollen. Dann behalten Sie ohne Weiteres Ihre Nummer. Auch eine Festnetzrufnummer zu übertragen kostet in der Regel nicht mehr als 30 Euro.

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redaktion@finanztip.de (Finanztip Verbraucherinformation gGmbH) 26.02.2019 11:29:00 +0000
Krankengeld für Selbstständige : Krankengeld für Selbstständige https://www.finanztip.de/gkv/krankengeld-selbststaendig/ https://www.finanztip.de/?id=1130Krankengeld für Selbstständige
Das Wichtigste in Kürze
  • Selbstständige haben keinen gesetzlichen Anspruch auf Krankengeld. 
  • Um einen ähnlichen Schutz wie Arbeitnehmer zu erhalten, müssen sie sich extra absichern.
  • Das ist gegen einen höheren Beitrag in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) möglich. Alternativ können Sie eine private Krankentagegeld-Versicherung abschließen.
So gehen Sie vor
  • Sind Sie Unternehmer und freiwillig gesetzlich versichert, können Sie ab dem 43. Tag der Krankschreibung Krankengeld erhalten, wenn Sie bei Ihrer gesetzlichen Krankenkasse eine sogenannte Wahlerklärung abgegeben haben und den regulären Beitragssatz von 14,6 Prozent plus Zusatzbeitrag zahlen (Basisschutz).
  • Sie können auch einen Wahltarif bei einer gesetzlichen Kasse abschließen und dadurch das reguläre Krankengeld ersetzen oder in Höhe und Dauer über den Basisschutz hinaus ergänzen.
  • Alternativ können GKV-Mitglieder und Privatversicherte über eine private Krankentagegeld-Versicherung individuell vereinbaren, ab wann und in welcher Höhe Sie Leistungen bei Arbeitsunfähigkeit erhalten. Wir empfehlen den Tarif T+ der Barmenia.

Wer als Selbstständiger länger krank ist, steht unter Umständen schnell vor einem existenzbedrohenden Problem. Denn anders als bei Angestellten gibt es keinen Arbeitgeber, der erst einmal sechs Wochen lang das Gehalt weiterzahlt. Und Selbstständige haben auch per se keinen Anspruch auf Krankengeld von ihrer Krankenkasse.

Als Unternehmer müssen Sie sich extra gegen finanzielle Risiken absichern, die durch Krankheit entstehen können. Wie das genau funktioniert, hängt davon ab, ob Sie freiwillig in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) oder Mitglied in der privaten Krankenversicherung (PKV) sind.

Gibt es Krankengeld für Selbstständige in der GKV?

Alle gesetzlich krankenversicherten Selbstständigen können sich bei ihrer Kasse den Anspruch auf Krankengeld sichern. Dann zahlen sie allerdings nicht den ermäßigten Beitrag von 14 Prozent plus Zusatzbeitrag, sondern können zwischen zwei Formen der aufgestockten Absicherung wählen:

Regulärer Beitrag - Sie zahlen für Ihre Krankenversicherung den normalen Beitragssatz von derzeit 14,6 Prozent des Bruttoeinkommens plus Zusatzbeitrag. Dann erhalten Sie Krankengeld wie ein Arbeitnehmer ab dem 43. Tag der Arbeitsunfähigkeit. Dazu müssen Sie gegenüber Ihrer Kasse eine formlose, schriftliche Wahlerklärung abgeben. An diese Entscheidung sind Sie drei Jahre gebunden – auch dann, wenn Sie die Krankenkasse zwischendurch wechseln.

So könnte eine Wahlerklärung für hauptberuflich Selbständige aussehen: „Ich bin hauptberuflich Selbstständige/-r und möchte meine freiwillige Mitgliedschaft mit einem Anspruch auf gesetzliches Krankengeld ab dem 43. Tag einer Arbeitsunfähigkeit mit dem allgemeinen Beitragssatz erweitern. Über die Bedingungen der Leistungserweiterung bin ich informiert. Mir ist bekannt, dass ich drei Jahre ab Teilnahmebeginn an meine Wahl gebunden bin.
[Datum, Unterschrift]“

Wahltarif - Sie können bei Ihrer Kasse einen Wahltarif mit Krankengeldanspruch abschließen und damit gegen einen zusätzlichen Beitrag Ihren Basisschutz ergänzen oder ersetzen. Ab wann und in welcher Höhe Sie Geld bekommen, hängt davon ab, was Sie konkret mit Ihrer Kasse vereinbart haben. So gibt es zum Beispiel Wahltarife, die Ihnen schon ab dem 15. oder dem 22. Tag der Erkrankung eine Ersatzleistung zahlen und somit den Beginn des gesetzlichen Krankengelds überbrücken.

Bei manchen Kassen können Sie aber auch einen Tarif abschließen, der das klassische Krankengeld komplett ersetzt. Dann zahlen Sie nur den ermäßigten Beitragssatz von derzeit 14 Prozent und Zusatzbeitrag plus den Extra-Beitrag für den Wahltarif.

An jeden Wahltarif sind Sie für drei Jahre gebunden. Anders als bei der Entscheidung fürs gesetzliche Krankengeld können Sie während dieser Frist nicht in eine andere gesetzliche Krankenkasse oder in die private Krankenversicherung wechseln. Deshalb sollten Sie sich den Abschluss eines Wahltarifs genau überlegen und sich verschiedene Angebote unterbreiten lassen.

Übrigens: Für die Wahltarife zum Krankengeld dürfen die gesetzlichen Krankenkassen keine altersabhängigen Beitragszuschläge verlangen. Sie dürfen auch niemanden wegen Vorerkrankungen ablehnen.

Wie funktioniert eine private Krankentagegeld-Versicherung?

Die Alternative zur gesetzlichen Versicherung mit Krankengeldanspruch oder mit Wahltarif ist eine private Krankentagegeld-Versicherung. Berechnen Sie Ihre laufenden monatlichen Ausgaben und teilen Sie das Ergebnis durch 30 Tage. So erhalten Sie den Betrag, den Sie als tägliches Krankentagegeld versichern sollten. Viele Selbstständige entscheiden sich für eine Zahlung ab dem 22. Krankheitstag, einige Anbieter leisten aber auch schon ab dem 8. Tag. Je früher und je mehr Krankentagegeld die Versicherung zahlt, desto teurer ist der Vertrag.

Der Nachteil der privaten Absicherung: Selbstständige können nicht sicher sein, dass sie eine private Krankentagegeld-Versicherung bekommen. Das hängt vom individuellen Gesundheitsrisiko ab, das sich aus Alter, Geschlecht und Vorerkrankungen ergibt.

Mehr dazu im Ratgeber Krankentagegeld-Versicherung

  • Für Selbstständige und Gutverdiener ist ein Krankentagegeld bei langer Krankheit sinnvoll.
  • Von uns empfohlener Tarif: Barmenia Tarif T+

Zum Ratgeber 

Wie beantrage ich Krankengeld?

Sofern Sie die Wahlerklärung abgegeben haben und deshalb den regulären Beitragssatz zahlen, haben Sie Anspruch auf Krankengeld ab dem 43. Tag der Krankschreibung, wenn:

  • Sie arbeitsunfähig erkrankt und von einem Arzt bereits länger als sechs Wochen krankgeschrieben sind oder
  • Sie stationär in einer Klinik oder einer Reha-Einrichtung behandelt werden und bereits länger als sechs Wochen krankgeschrieben sind.

Für Krankschreibungen gibt es seit 2016 nur noch ein Formular. Der bisherige Auszahlschein zum Bezug von Krankengeld ist nicht mehr nötig. Er wurde in die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung integriert. Auf dem neuen Muster bescheinigt der Arzt auch eine Arbeitsunfähigkeit während der Krankengeldzahlung durch die Krankenkasse. Der Patient erhält einen Durchschlag der Krankschreibung für seine Unterlagen. Dieser enthält den Hinweis, dass für den Bezug von Krankengeld ein lückenloser Nachweis der Arbeitsunfähigkeit erforderlich ist. Zudem gibt es eine Ausfertigung, die er an die Krankenkasse weiterleiten muss.

Wenn Ihre Krankheit länger andauert, achten Sie unbedingt darauf, dass Sie Ihr Arzt ohne Unterbrechung weiter krankschreibt. Versenden Sie die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung als Einschreiben mit Rückschein. Das ist zwar etwas teurer als ein normaler Brief, Sie haben aber einen Beleg dafür, dass Ihre Kasse das Dokument auch erhalten hat. Die Auszahlung des Krankengelds erfolgt, sobald die Kasse die Bescheinigung geprüft hat.

Wie viel Krankengeld bekommen Selbstständige?

Das Krankengeld beträgt bei Selbstständigen 70 Prozent des regelmäßigen Arbeitseinkommens. Für die Berechnung orientiert sich die Kasse an dem Einkommen, aus dem sie vor Beginn der Arbeitsunfähigkeit die Krankenkassenbeiträge ermittelt hat. Nicht berücksichtigt werden Nebeneinnahmen wie Mieteinkünfte, Kapitalerträge oder Einkünfte aus beitragsfreien geringfügigen Beschäftigungen. Der Mindestsatz, aus dem die Krankenkassenbeiträge berechnet werden (1.038,33 Euro, Stand 2019), gilt für das Krankengeld jedoch nicht.

Die Krankenkasse rechnet mit dem tatsächlichen Arbeitseinkommen. Das bedeutet, je weniger Selbstständige verdienen, desto weniger Krankengeld bekommen sie. Hauptberuflich Selbstständige, die nichts verdienen oder Verlust machen, haben somit keinen Anspruch auf Krankengeld.

Eine Obergrenze für das Krankengeld gibt es hingegen. Bei der Berechnung wird das Einkommen höchstens bis zur Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Krankenversicherung berücksichtigt. Damit beträgt das Krankengeld im Jahr 2019 höchstens 105,88 Euro täglich, also 3.176,25 Euro netto im Monat.

Seit Januar 2019 gibt es eine positive Neuerung: Auf Krankengeld und Mutterschaftsgeld müssen Selbstständige nun keine Mindestbeiträge zur Krankenversicherung mehr zahlen, wenn sie in dieser Zeit kein Arbeitseinkommen haben. Das regelt das GKV-Versichertenentlastungsgesetz.

Erhalten Selbstständige auch Kinderkrankengeld?

Eine weitere Frage, die immer wieder aufkommt, ist: Haben Selbstständige Anspruch auf Kinderkrankengeld? Das heißt: Bekommen sie von ihrer gesetzlichen Krankenkasse finanzielle Unterstützung, wenn sie ihr krankes Kind pflegen und deshalb nicht arbeiten können? Ja, aber erst nach dem 43. Krankheitstag des Nachwuchses – so urteilte das Bundessozialgericht (Urteil vom 31. Januar 1995, Az. 1 RK 1/94). Dennoch ist es so, dass viele Krankenkassen diese Leistung für Selbstständige bereits ab dem ersten Krankheitstag des Kindes übernehmen. Das und die genaue Art der Anspruchsberechnung werden von den Kassen unterschiedlich gehandhabt und sind der jeweiligen Satzung zu entnehmen.

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redaktion@finanztip.de (Finanztip Verbraucherinformation gGmbH) 21.02.2019 16:08:00 +0000
Die gesetzliche Krankenversicherung im Ruhestand : Krankenversicherung der Rentner https://www.finanztip.de/gkv/krankenversicherung-der-rentner/ https://www.finanztip.de/?id=1258Die gesetzliche Krankenversicherung im Ruhestand
Das Wichtigste in Kürze
  • Die Krankenversicherung der Rentner (KVdR) ist keine Krankenkasse, sondern ein Status: KVdR-Versicherte gelten als pflichtversichert in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV).
  • Ein Vorteil der KVdR ist, dass auf private Einkünfte wie Mieteinnahmen, Privatrenten oder Zinsen keine Krankenkassenbeiträge zu zahlen sind.
  • Wer zu 90 Prozent der zweiten Hälfte seines Erwerbslebens gesetzlich versichert war, darf in die KVdR.
  • Wer im Alter nicht über die KVdR versichert ist, kann sich unter Umständen freiwillig gesetzlich versichern. Dann gelten jedoch andere Regeln.
  • Privat krankenversicherte Rentner haben gegebenenfalls Anspruch auf einen Zuschuss zur PKV.
So gehen Sie vor
  • Sie sollten sich möglichst vor dem 40. Lebensjahr entscheiden, ob Sie langfristig gesetzlich oder privat versichert sein wollen.
  • Lassen Sie zum Rentenbeginn von der Krankenkasse prüfen, ob Sie in die Krankenversicherung der Rentner dürfen.
  • Sind Sie bereits in Rente, können Sie durch eine neue Regelung möglicherweise nachträglich in die KVdR wechseln. Stellen Sie bei Ihrer Krankenkasse einen Antrag, um die Vorversicherungszeit unter den neuen Voraussetzungen prüfen zu lassen.
  • Auch wer in der Krankenversicherung der Rentner ist, kann seine Krankenkasse frei wählen.

Wenn Sie sich Gedanken um Rente und Altersvorsorge machen, sollten Sie auch unbedingt an die Beiträge für die Krankenversicherung im Alter denken. Denn die Unterschiede in der Beitragshöhe sind je nach Krankenversicherungsstatus zum Teil enorm. Vor allem wenn Sie von der privaten Krankenversicherung (PKV) in die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) zurückgewechselt sind, müssen Sie auf einige komplizierte Regelungen achten.

Wie kann ich mich im Alter krankenversichern?

Wer in Rente geht, gehört bezüglich der Krankenversicherung zu einer von drei Gruppen:

  1. Rentner, die in der Krankenversicherung der Rentner pflichtversichert sind,
  2. Rentner, die freiwillig gesetzlich versichert sind oder
  3. Rentner, die privat krankenversichert sind.

Die Begriffe „pflichtversichert“ und „freiwillig versichert“ sind dabei irreführend: Denn in aller Regel ist es von Vorteil, in die Krankenversicherung der Rentner (KVdR) zu dürfen. Rentner mit diesem Krankenversicherungsstatus zahlen im Normalfall deutlich geringere Krankenkassenbeiträge als Senioren, die sich freiwillig gesetzlich krankenversichern.

Für Privatversicherte spielt die Krankenversicherung der Rentner keine Rolle. Senioren mit privater Krankenversicherung sollten aber einen Zuschuss zur PKV beantragen, wenn sie gesetzliche Rente beziehen. Wie das funktioniert, erklären wir in unserem Ratgeber für PKV-versicherte Rentner. Diesen Zuschuss können auch freiwillig gesetzlich versicherte Rentner beantragen.

Was ist die Krankenversicherung der Rentner?

Die Krankenversicherung der Rentner ist keine eigene Krankenkasse. Vielmehr handelt es sich dabei um die Bezeichnung für einen Status: Wer die gesetzliche Rente bekommt und für eine bestimmte Vorversicherungszeit gesetzlich versichert war, gilt als pflichtversichert in der KVdR.

­Wenn Sie auf diese Weise krankenversichert sind, zahlen Sie lediglich Krankenkassenbeiträge auf die gesetzliche Rente, auf Arbeitseinkommen und auf sogenannte Versorgungsbezüge wie Betriebsrenten, Pensionen oder Zahlungen von Versorgungswerken. Einkünfte aus Mieteinnahmen, Zinsen oder private Rentenversicherungen bleiben dagegen beitragsfrei. Im Übrigen können auch Rentner, die in der KVdR versichert sind, ihre Krankenkasse frei wählen und gegebenenfalls wechseln.

Mehr dazu im Ratgeber Gesetzliche Krankenversicherung

  • Bei Zusatzleistungen, Beitrag und Service gibt es deutliche Unterschiede zwischen den Krankenkassen.
  • Von uns empfohlene Anbieter: HEK, TK, BKK VBU, Bahn-BKK und BKK24

Zum Ratgeber

Wie ist die Vorversicherungszeit geregelt?

In die Krankenversicherung der Rentner darf, wer in der zweiten Hälfte seines Erwerbslebens zu 90 Prozent gesetzlich versichert war (9/10-Regelung, § 5 Abs. 1.11 SGB V). Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie während Ihrer Erwerbstätigkeit in der GKV pflichtversichert, freiwillig versichert oder familienversichert waren – es genügt, dass Sie überhaupt Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse waren. Die Zeit des Erwerbslebens reicht dabei vom Beginn der ersten Erwerbstätigkeit, einschließlich Berufsausbildung und Selbstständigkeit, bis zum Zeitpunkt des Antrags auf gesetzliche Rente. Wenn Sie nicht berufstätig waren, gilt der Termin Ihrer Heirat oder Ihr 18. Geburtstag.

Ein Beispiel: Ein Ingenieur arbeitet nach seinem Studium mit 25 Jahren als Angestellter und ist gesetzlich krankenversichert. Nach ein paar Jahren macht er sich selbstständig und wechselt in die private Krankenversicherung. Mit 47 muss er seine Selbstständigkeit aufgeben und geht wieder in ein Angestelltenverhältnis. Im Zuge dessen kehrt er in die GKV zurück. Mit 65 Jahren geht er schließlich in Rente.

Der Ingenieur in diesem Beispiel darf in die Krankenversicherung der Rentner, da er die Vorversicherungszeit gerade so erfüllt: Er war 40 Jahre lang erwerbstätig. Die zweite Hälfte seines Erwerbslebens begann mit 45. Von diesen 20 Jahren war er 18 Jahre lang gesetzlich versichert, das entspricht genau 90 Prozent dieses relevanten Zeitraums.

Mit der Reform des Heil- und Hilfsmittelgesetzes gilt seit 1. August 2017 außerdem eine neue Regelung zur Vorversicherungszeit. Jeder Versicherte erhält pauschal pro Kind drei Jahre als Vorversicherungszeit angerechnet, unabhängig von der Krankenversicherung des Ehe- oder Lebenspartners (§5 Abs. 2 Satz 3 SGB V). Dabei kommt es nicht darauf an, wer das Kind betreut hat. Jedes Elternteil erhält drei Jahre pro Kind angerechnet. Zu den Kindern zählen auch Adoptivkinder, Pflegekinder und Stiefkinder. Die Zeiten werden automatisch der zweiten Hälfte des Erwerbslebens zugerechnet, auch wenn die Kinder früher geboren wurden.

Besonders für Partner von privat Krankenversicherten ist dies eine Verbesserung. Es profitieren vor allem Frauen von Beamten, Richtern oder Selbstständigen. Denn viele von ihnen waren während der Erziehungszeit nicht gesetzlich krankenversichert und erfüllten mitunter deswegen nicht die erforderliche Vorversicherungszeit. Das neue Gesetz schließt diese Lücke.

Falls diese Regelung auf Sie zutreffen könnte, sollten Sie Ihre Krankenkasse auffordern, die Versicherungszeit zu überprüfen. Es ist sinnvoll, als Beleg gleich Geburtsurkunden der Kinder oder andere Nachweise mitzuschicken.

Sonderfall Versorgungswerk 

Für Anwälte, Ärzte oder Steuerberater und alle anderen, die über ihr Versorgungswerk für das Alter vorsorgen, gelten Sonderregeln. Rentner, die nur eine Rente aus dem Versorgungswerk erhalten, müssen sich freiwillig versichern – auch wenn sie vorher in der gesetzlichen Krankenkasse pflichtversichert waren. In diesem Fall werden für alle Einkommen Krankenversicherungsbeiträge Beiträge fällig.

Pflichtversichern in der Krankenversicherung der Rentner kann sich nur, wer neben dem Versorgungswerk auch eine gesetzliche Rente bezieht. Darüber hinaus muss die oben beschriebene 90-Prozent-Regelung erfüllt sein. Dann muss der Rentner nur Krankenkassenbeiträge auf die gesetzliche Rente und die Altersrente des Versorgungswerks zahlen.

Wie viel Beitrag muss ein Rentner zahlen?

Wie teuer die gesetzliche Krankenversicherung im Alter ist, hängt davon ab, auf welche Einnahmen Sie Beiträge zahlen müssen. Dabei werden die folgenden Einkünfte unterschieden:

  • gesetzliche Rente Altersrente, Rente aus dem Ausland, Witwenrente;
  • Versorgungsbezüge - Betriebsrenten, Direktversicherungen, Pensionskassen und -fonds, Unterstützungskassen, Zusatzversorgungen, Renten aus Versorgungswerken, betrieblich abgeschlossene Riester-Renten, Beamtenpensionen;
  • Erwerbseinkommen - aus angestellter oder selbstständiger Tätigkeit;
  • private Einnahmen - Miet- und Pachteinkünfte, Kapitalerträge, private Renten einschließlich privat abgeschlossener Riester-Renten.

Auf diese Einkommensgruppen entfallen unterschiedliche Beitragssätze; je nachdem, ob Sie in der Krankenversicherung der Rentner sind oder nicht. Die folgende Tabelle schlüsselt das auf. Auf gesetzliche Renten zahlen sowohl KVdR-Versicherte wie freiwillig gesetzlich versicherte Rentner nur den halben Beitrag plus Zusatzbeitrag, genau wie ein Arbeitnehmer auf sein Gehalt. Auf Versorgungsbezüge, also vor allem auf Leistungen aus betrieblicher Altersvorsorge, entfällt dagegen der volle Beitrag, was alle Arten von Betriebsrenten deutlich schmälert. Das Gleiche gilt für Erwerbseinkommen aus einer selbstständigen Tätigkeit neben der Rente.

GKV-Beiträge als Rentner

  in der KVdR
pflichtversichert
  freiwillig
gesetzlich
versichert
 
  beitrags-
pflichtig
Beitragssatz1 beitrags-
pflichtig
Beitragssatz1
gesetzliche
Rente
ja 7,3 % ja 7,3 %
Versorgungs-
bezüge
ja 14,6 % ja 14,6 %
Erwerbs-
einkommen
ja 14,6 % ja 14 % oder 14,6 %2
Mieteinnahmen nein - ja 14 %
Zinsen,
Dividenden u.ä.
nein - ja 14 %
private Renten nein - ja 14 %

1Zusätzlich zum Beitragssatz muss der halbe Zusatzbeitrag der jeweiligen Krankenkasse bezahlt werden. Die andere Hälfte des Zusatzbeitrags übernimmt die gesetzliche Rentenversicherung.
2Abhängig von Art und Umfang der Tätigkeit
Quelle: GKV-Beitragssätze (Stand: 12. Dezember 2018)

Wenn Senioren die Kriterien für die Aufnahme in die Krankenversicherung der Rentner nicht erfüllen, haben sie dennoch die Möglichkeit, sich freiwillig gesetzlich zu versichern, sofern sie bereits vor dem Renteneintritt bei einer gesetzlichen Kasse waren.

Allerdings müssen sie dann auf alle Einnahmen Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung entrichten. Neben Rente, Versorgungsbezügen und Erwerbseinkommen sind das zum Beispiel auch Einnahmen aus Miete oder Pacht sowie aus Kapitalvermögen. Auch Leistungen aus privaten Lebens- und Rentenversicherungen sind dann nicht mehr beitragsfrei.

Gilt der Zusatzbeitrag der Krankenkassen auch für Rentner?

Zusätzlich zahlen gesetzlich krankenversicherte Rentner noch die Hälfte des Zusatzbeitrags von durchschnittlich 0,9 Prozent (Stand: 2019), den viele Krankenkassen erheben. Die andere Hälfte des Zusatzbeitrags übernimmt ab 2019 die gesetzliche Rentenversicherung. Auch den Beitrag zur gesetzlichen Pflegeversicherung von 3,05 Prozent müssen Rentner mit Kind entrichten. Für Kinderlose werden 3,30 Prozent (Stand: 2019) fällig. Für beides gibt es keinen Zuschuss von der gesetzlichen Rentenversicherung.

In jedem Fall müssen Beiträge aber nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Krankenversicherung von derzeit 54.450 Euro im Jahr bezahlt werden. Auf alle Einnahmen oberhalb dieser Grenze zahlen auch Rentner keine GKV-Beiträge.

Tipp: Rechtzeitig für ein System entscheiden

Freiwillig gesetzlich versicherte Rentner zahlen in der Regel also deutlich höhere Beiträge für ihre Krankenversicherung. Für Kassenpatienten ist es daher erstrebenswert, im Alter in die Krankenversicherung der Rentner aufgenommen zu werden. Eine zu späte Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung kann sich diesbezüglich rächen. Deshalb empfehlen wir, die Entscheidung, ob Sie sich langfristig gesetzlich oder privat versichern möchten, noch vor dem 40. Lebensjahr zu treffen.

Weitere Informationen können Sie dem Merkblatt Krankenversicherung der Rentner (KVdR) der Deutschen Rentenversicherung entnehmen.

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redaktion@finanztip.de (Finanztip Verbraucherinformation gGmbH) 21.02.2019 14:26:00 +0000
Diese Rechte haben Diesel-Besitzer : VW-Skandal: Musterfeststellungsklage mit Schadensersatzanspruch https://www.finanztip.de/vw-abgasskandal/ https://www.finanztip.de/?id=2738Diese Rechte haben Diesel-Besitzer
Das Wichtigste in Kürze
  • VW-Fahrer mit einem Dieselmotor vom Typ EA 189 haben verschiedene Ansprüche gegen den Auto-Verkäufer sowie Ansprüche gegen den Hersteller Volkswagen.
  • Der Bundesgerichtshof (BGH) beurteilt ein Auto mit unzulässiger Abschalteinrichtung als mangelhaft. Einige kaufrechtliche Ansprüche sind bereits verjährt.
  • Gegen den Hersteller haben betroffene Diesel-Fahrer wahrscheinlich Anspruch auf Schadensersatz, wie einige Gerichte bestätigen.
  • Der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) und der Autoclub ADAC führen gemeinsam eine Musterfeststellungsklage gegen VW, um für Verbraucher Ansprüche auf Schadensersatz vorab gerichtlich klären zu lassen. Eine Anmeldung zu dieser Musterfeststellungsklage ist nicht mehr möglich.
So gehen Sie vor
  • Falls Sie an der Musterfeststellungsklage des VZBV teilnehmen, müssen Sie sich etwas gedulden. Der zweite Verhandlungstermin findet statt am 18. November 2019.
  • Wenn Sie Ihre Rechte im VW-Abgasskandal mit einer Individualklage geltend machen wollen, benötigen Sie einen Anwalt. Viele Schadensersatzansprüche gegen VW verjähren am 31. Dezember 2019.

Der Volkswagen-Konzern hat Dieselfahrzeuge mit einer Abgas-Software manipuliert, damit sie die gesetzlichen Abgasnormen erfüllen. Weltweit und über alle Konzern-Marken hinweg sind rund elf Millionen Fahrzeuge betroffen, die mit einem Dieselmotor vom Typ EA 189 ausgestattet sind. Darunter sind fünf Millionen VWs. Betroffen sind außerdem Fahrzeuge der Marken Skoda, Seat und Audi.

VW will nur Kunden in den USA und Australien entschädigen

Betroffene VW-Kunden in Amerika haben klare Rechte, ohne dass sie klagen müssten: Sie können entweder ihren Wagen zurückgeben oder ihn umrüsten lassen. Zudem erhalten die geschädigten Verbraucher eine Einmalzahlung von bis zu 10.000 Dollar. Darauf haben sich der Autobauer, US-Behörden und Kläger in einem gerichtlichen Vergleich geeinigt. Dieser soll VW umgerechnet rund 25 Milliarden Euro gekostet haben. Die Einigung mit den Dieselklägern in Australien wird wahrscheinlich deutlich günstiger für VW: Jeder Kläger soll durchschnittlich 860 Euro bekommen.

Der Vergleich in den USA könnte eine Vorlage für VW-Kunden in Deutschland sein. Der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands (VZBV), Klaus Müller, ist der Ansicht, die Einigung in den USA „wäre ein gutes Angebot und eine kulante Lösung, die dem VW-Image guttun würde“. Ein Vergleich wie in Australien ist aber für die deutschen Verbraucherschützer nicht denkbar. Der VW-Vorstand lehnt es bislang ab, deutsche Kunden ähnlich zu entschädigen, da die Rechtslage in Deutschland anders sei. Betroffene müssen daher klagen, um zu ihrem Recht zu kommen.

Der VZBV hat deshalb in Kooperation mit dem ADAC am 1. November 2018 eine Musterfeststellungsklage gegen Volkswagen beim Oberlandesgericht (OLG) Braunschweig eingereicht. Betroffene können sich nicht mehr anmelden. Es haben sich rund 469.000 Verbraucher der Klage angeschlossen. Mehr dazu weiter unten.

Was bietet VW Kunden in Deutschland bislang an?

Volkswagen spielt bei betroffenen Fahrzeugen ein Software-Update ein, das die Betrugs-Software entfernt und die Abgasreinigung verbessern soll. Die Reparaturen haben Anfang Februar 2016 begonnen. Bis September 2018 hat VW nach Angaben der Bundesregierung rund 3,2 Millionen Autos umgerüstet. Die Arbeiten ziehen sich noch hin. Eine Nachrüstung der Hardware lehnt VW ab.

Nach Messungen des ADAC senkt das Software-Update tatsächlich den Ausstoß giftiger Stickoxide deutlich. Beim Fahrverhalten konnten die Tester keine Nachteile feststellen. Allerdings steigen CO2-Ausstoß und Verbrauch um etwa 2,5 bis 5 Prozent. „Das Update kann empfohlen werden“, lautet das Fazit des Autoklubs.

Es gibt keine vertragliche Pflicht der betroffenen Autobesitzer, das Software-Update aufspielen zu lassen. Wenn Sie bereits in der Werkstatt waren, haben Sie dadurch Ihre Rechte nicht verloren. Das haben bereits mehrere Gerichte so entschieden (OLG Köln, Beschluss vom 27. März 2018, Az. 13 U 134/17; LG Darmstadt, Urteil vom 18. Mai 2018, Az. 28 O 250/17).

Wer das Software-Update verweigert, riskiert Ärger. Die Behörden können den Betrieb von Fahrzeugen untersagen, die an der Rückrufaktion nicht teilgenommen haben. Einige Verwaltungsgerichte stützen die Entscheidung der Behörden (VG Köln, Beschluss vom 29. Mai 2018, Az. 18 L 854/18; VG Stuttgart, Beschluss vom 27. April 2018, Az. 8 K 1962/18; VG Potsdam, Beschluss vom 21. Juni 2018, Az. 10 L 303/18).

Welche Rechte haben betroffene VW-Besitzer?

Als VW-Käufer können Sie sowohl gegen die Verkäufer als auch direkt gegen den Hersteller vorgehen – auch angesichts der Diesel-Fahrverbote in vielen Städten.

Schadensersatzansprüche gegen den Hersteller

Wenn Sie vom Diesel-Skandal betroffen sind, stehen sogenannte deliktische Schadensersatzansprüche gegen den Hersteller im Raum (§§ 823, 826 BGB). Sie können den Kaufpreis als Schaden geltend machen – denn bei Kenntnis der Manipulation hätten Sie den Vertrag wohl nie geschlossen.

Abzug der Nutzungsentschädigung - Viele Gerichte, die den VW-Kunden Schadensersatz zusprechen, ziehen vom Kaufpreis eine sogenannte Nutzungsentschädigung ab für die Zeit, die der Kläger das Auto fahren konnte. Für den Volkswagen-Konzern ist das positiv, denn je mehr Kilometer der Betroffene mit seinem Diesel gefahren ist, desto weniger Geld muss VW am Ende zahlen, vielleicht sogar gar nichts mehr. Eine lange Verfahrensdauer kommt dem Konzern also entgegen.

Gerecht ist das nicht. Und deshalb gibt es mittlerweile immer mehr Landgerichte, die eine Verrechnung mit den gezogenen Nutzungen, also gefahrenen Kilometern ablehnen: Es widerspreche Treu und Glauben, dass derjenige, der einen anderen sittenwidrig schädigt, daran auch noch verdient. Durch die Anrechnung würde der Schädiger unbillig entlastet (vgl. LG Kiel, Urteil vom 8. Oktober 2019, Az. 11 O 153/18; LG Kassel, Urteil vom 4. September 2019, Az. 8 O 2320/18; LG Gera, Urteil vom 16. April 2019, Az. 3 O 566/18; LG Halle, Urteil vom 12. Februar 2019, Az. 5 O 109/18; LG Augsburg, Urteil vom 5. Dezember 2018, Az. 021 O 3267/17).

Im Rahmen der Musterfeststellungsklage sollen die Richter nun entscheiden, ob der Umfang des Schadensersatzes künftig mit oder ohne Anrechnung der gefahrenen Kilometer bestimmt wird. In der Auftaktverhandlung am 30. September 2019 sagte der Vorsitzende des 4. Zivilsenats am OLG Braunschweig, Verbraucher müssten sich wohl eine Nutzungsentschädigung für den Gebrauch der Fahrzeuge anrechnen lassen.

Zinsen - Immer mehr Gerichte sprechen den VW-Geschädigten zudem auch weitgehende Zinsansprüche in Höhe von 4 Prozent auf den Kaufpreis pro Jahr zu (§ 849 BGB).
Das lohnt sich besonders, denn die Verzinsung beginnt mit der Zahlung des Kaufpreises (vgl. LG Stuttgart Urteil vom 17. Januar 2019, Az. 23 O 172/18). Bei der Rückabwicklung eines Skoda Yetis soll der Kläger den Kaufpreis von über 35.000 Euro zurückbekommen sowie Zinsen in Höhe von insgesamt nochmal über 9.000 Euro, so das Landgericht Kiel (Urteil vom 8. Oktober 2019, Az. 11 O 153/18).
Einheitlich ist die Rechtsprechung zu den Zinsen allerdings noch nicht. Auch diesen Punkt sollen die Richter im Rahmen der Musterfeststellungsklage klären (Ziffer 8 der Feststellungsziele).

Verjährung - Aufgrund der möglichen Verjährung der Ansprüche hatten wir wie auch der VZBV Betroffenen geraten, sicherheitshalber vor dem Jahresende 2018 tätig zu werden. Wer noch nicht geklagt hat oder sich nicht der Musterfeststellungsklage angeschlossen hat, hat aber noch nichts verloren.

Nach Auffassung einiger Anwälte sind die meisten Schadensersatzansprüche noch nicht verjährt. Es komme nicht darauf an, wann der Abgasskandal öffentlich wurde. Die dreijährige Frist beginne erst mit dem Ende des Jahres, in dem der Betroffene das Rückrufschreiben des Herstellers bekommen hat – vorher nicht. Viele haben erst 2016 Post bekommen, sodass ihre Ansprüche erst Ende 2019 verjähren.

Verschiedene Ansprüche gegen den Verkäufer 

Sie können auch gegen den Verkäufer aus dem Kaufvertrag vorgehen, da der Ihnen ein mangelhaftes Fahrzeug verkauft hat. Diese Ansprüche sind mittlerweile fast alle verjährt, beschäftigen aber nach wie vor die Gerichte, so auch den Bundesgerichtshof. In einem Hinweisbeschluss hat das Gericht erklärt, ein Auto mit einer unzulässigen Abschalteinrichtung habe einen Sachmangel, weil die Gefahr einer Betriebsuntersagung durch die Zulassungsbehörde bestehe (Beschluss vom 8. Januar 2019, Az. VIII ZR 225/17).

Recht auf Nachbesserung - Halter von Fahrzeugen mit dem betroffenen Dieselmotor vom Typ EA 189 haben gegen den Verkäufer – also in der Regel ein VW-Autohaus – einen Anspruch auf Nachbesserung, da das Fahrzeug mangelhaft ist.

Recht auf Rücktritt vom Kaufvertrag - Wenn Sie den Verkäufer schriftlich zur Nachbesserung aufgefordert und lange darauf gewartet haben, bis VW die manipulierte Abgassoftware austauscht, können Sie vom Kaufvertrag zurücktreten (§§ 434 Abs. 1 Satz 1, 437, 440, 323 BGB). Das bedeutet vereinfacht: Sie geben das Auto zurück, und der Händler zahlt Ihnen den Kaufpreis zurück.

VW kann sich nicht damit herausreden, dass der Mangel unerheblich war, da das Aufspielen der Software nicht viel Zeit in Anspruch nimmt. Unerheblich ist der Mangel schon deshalb nicht, da vorab eine Behörde, das Kraftfahrt-Bundesamt, die Umrüstung prüfen und genehmigen musste (LG München I, Urteil vom 14. April 2016, Az. 23 O 23033/15).

Wichtig: Der Käufer mussten schriftlich eine Frist zur Nachbesserung setzen – auch wenn das auf den ersten Blick etwas sonderbar erscheint, da der Händler selbst gar nicht nachbessern kann. Und diese Frist durfte nicht unangemessen kurz sein. Weil die behördliche Freigabe des von VW vorgesehenen Updates noch fehlte, konnte eine Frist von weniger als zwei Monaten schon zu kurz sein (OLG Nürnberg, Urteil vom 24. April 2018, Az. 6 U 409/17). Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Minderung des Kaufpreises wegen Sachmangel - Gelingt die Nachbesserung nicht, können Sie den Kaufpreis mindern und bekommen deshalb Geld zurück (§ 441 BGB). Ergibt sich nach dem Umbau, dass der Wagen einen anderen Mangel aufweist, dürfen Sie den Preis deshalb mindern. Das könnte der Fall sein, wenn sich die Leistung des Motors verschlechtert oder das Fahrzeug infolge der Nachrüstung mehr Kraftstoff verbraucht. Die Höhe der Wertminderung ist schwer zu bestimmen, das Gericht kann sie allerdings schätzen.

Verjährung der Gewährleistungsrechte - Alle Gewährleistungsrechte aus dem Kaufvertrag verjähren grundsätzlich nach zwei Jahren (§ 438 Abs. 1 Nr. 3 BGB). Bei einem Gebrauchtwagen verjähren sie in der Regel schon nach einem Jahr.

Rückgabe des Autos wegen arglistiger Täuschung - VW-Käufer können den Vertrag eventuell auch anfechten mit dem Ziel, ihr Fahrzeug zurückzugeben und dafür den Kaufpreis erstattet zu bekommen. Sofern Volkswagen oder der Händler bewusst unrichtige Angaben gemacht haben über die tatsächlichen Abgaswerte, stehen die Chancen gut.

Kaufvertrag ist nichtig - Käufer können sich auch darauf berufen, dass der Kaufvertrag gegen gesetzliche Vorgaben verstößt und damit nichtig ist (§ 134 BGB). Die gesetzlichen Vorgaben finden sich in der europäischen Fahrzeuggenehmigungsverordnung. Danach dürfen Händler nur solche Fahrzeuge anbieten, die über eine gültige Übereinstimmungserklärung verfügen. Gültig ist eine solche Bescheinigung nur, wenn das Fahrzeug, für das sie ausgestellt wurde, auch dem genehmigten Typ entspricht. Das ist bei den Dieseln mit Abschalteinrichtung aber gerade nicht der Fall. Der Kaufvertrag wird rückabgewickelt.

Lohnt sich eine Einzelklage gegen Volkswagen?

In Deutschland sind mittlerweile über 60.000 meist auf Schadensersatz oder Rückabwicklung gerichtete Einzelverfahren von Automobilkunden gegen die Volkswagen AG oder andere Konzerngesellschaften anhängig. Viele Gerichte haben mittlerweile zugunsten der betroffenen VW-Diesel-Käufer entschieden. Zahlreiche VW-Händler und auch VW selbst mussten Autos mit Manipulationssoftware zurücknehmen, den Kaufpreis erstatten oder ein neues Fahrzeug nachliefern.

Wer eine Rechtsschutzversicherung hat, kann sich einen spezialisierten Anwalt suchen, um VW und seinen VW-Händler ohne Kostenrisiko zu verklagen. Die Chancen stehen mittlerweile gut. Der entscheidende Vorteil einer Einzelklage ist, dass Sie wahrscheinlich vergleichsweise zügig zu Ihrem Ziel kommen. Derzeit berichten viele Rechtsanwälte davon, dass sich Volkswagen in der zweiten Instanz oft vergleicht. Aber es ist nicht sicher, dass der Konzern bei seiner bisherigen Prozess-Strategie bleibt.

Wie funktioniert die Musterfeststellungsklage gegen VW?

Am 30. September 2019 begann die mündliche Verhandlung vor dem Oberlandesgericht (OLG) Braunschweig in dem VW-Diesel-Abgasskandal (Az. 4 MK 1/18). Mit der Musterfeststellungsklage will der VZBV die Grundlagen für Schadensersatzansprüche klären lassen, die Verbrauchern gegen  Volkswagen zustehen könnten. Es geht dabei um Fahrzeuge der Marken VW, Audi, Skoda und Seat mit einem Motor vom Typ EA189 mit einer sogenannten Abschalteinrichtung.

Alle wichtigen Informationen rund um die Klage sind im Klageregister öffentlich bekannt gemacht. Betroffene können sich der Klage nicht mehr anschließen. Das Register ist mittlerweile geschlossen.

Die Richter in Braunschweig sagten in einer vorläufigen Einschätzung, Schadensersatzansprüche zugunsten von VW-Käufern wegen einer vorsätzlichen und sittenwidrigen Schädigung seien sehr ernsthaft in Betracht zu ziehen. Allerdings müssten sich Verbraucher vom Schadensersatz wohl eine Nutzungsentschädigung für den Gebrauch des Autos abziehen lassen. Der zweite Verhandlungstermin ist für den 18. November anberaumt.

Sobald ein Urteil gefallen ist, gelten die darin getroffenen Feststellungen für und gegen alle registrierten Verbraucher. Nach einem positiven Feststellungsurteil steht allen wahrscheinlich noch eine eigene Klage bevor, um Schadensersatz für das eigene Fahrzeug einzufordern. Dabei ist das dann zuständige Gericht an die Feststellungen im Musterfeststellungsurteil gebunden. Auch ein Vergleich ist grundsätzlich möglich.

Die Musterfeststellungsklage könnte lange dauern, wenn sich die Parteien nicht vergleichen und das Verfahren zum Bundesgerichtshof geht. Eine lange Verfahrensdauer ist dann besonders ärgerlich, wenn Betroffene zwar Anspruch auf Schadensersatz haben, aber die gefahrenen Kilometer gegengerechnet würden, und am Ende deshalb nicht mehr viel rauskäme.

Was bringt der Widerrufsjoker gegen VW?

Eine weitere Möglichkeit, den unliebsamen VW-Diesel loszuwerden, haben jene Volkswagen-Fahrer, die ihr Auto mit einem Autokredit finanziert haben. Spezialisierte Anwälte halten die Widerrufsbelehrungen in den Kreditverträgen für fehlerhaft. Deshalb könnten betroffene Kunden ihre Finanzierungen bei der VW-Bank und ihren Zweigstellen für Audi, Seat und Skoda widerrufen und ihr Auto zurückgeben.

Nach den Urteilen des Bundesgerichtshofs (BGH) zu zwei Verträgen der Ford Bank und BMW Bank im November 2019 sind die Chancen für den Widerrufsjoker bei Autokrediten allerdings deutlich gesunken (Az. XI ZR 650/18 und XI ZR 11/19).

Mehr dazu im Ratgeber Widerruf von Autokrediten

Zum Ratgeber

Wie urteilen die Gerichte in den Dieselgate-Fällen?

Viele Landgerichte und einige Oberlandesgerichte haben mittlerweile gegen die Hersteller und Verkäufer entschieden. Der ADAC hatte in seiner umfangreichen Rechtsprechungsübersicht vom September 2018 bereits rund 730 verbraucherfreundliche Entscheidungen gegen VW, Audi & Co. gezählt – mit unterschiedlichen Argumentationen. Eine einheitliche Linie in der Rechtsprechung gibt es aber nicht. Wir haben aus der Vielzahl einige interessante Entscheidungen ausgewählt.

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat sich erstmals am 22. Februar 2019 zum Abgasskandal geäußert (Az. VIII ZR 225/17). In einer Pressemitteilung erklärte das Gericht, dass seiner vorläufigen Rechtsauffassung nach Ansprüche von VW-Besitzern nach Kaufrecht berechtigt sein können. „Bei einem Fahrzeug, welches bei Übergabe an den Käufer mit einer unzulässigen Abschalteinrichtung ausgestattet ist, dürfte vom Vorliegen eines Sachmangels auszugehen sein“, heißt es in der Mitteilung. Nach dem Hinweisbeschluss des Gerichts haben sich Käufer und Verkäufer verglichen.

Schadensersatz gegen den Hersteller

Mittlerweile haben die überwiegende Anzahl der Oberlandesgerichte zugunsten der Betroffenen geurteilt. Die Gerichte stellten Betrug oder eine vorsätzliche sittenwidrige Schädigung fest und verurteilten die Volkswagen AG zu Schadensersatz.

 Urteile zum Schadensersatz zugunsten von Verbrauchern

Gericht      

Datum Aktenzeichen 

Anmerkung / Anwalt

OLG Hamm

 

10.09.2019

 

13 U 149/18

 

nicht rechtskräftig /
von Rüden

OLG Karlsruhe

 

18.07.2019

 

17 U 160/18

 

nicht rechtskräftig /
Stoll & Sauer

OLG Köln

 

17.07.2019

 

16 U 199/18

 

rechtskräftig /

von Rüden

OLG Koblenz

 

12.06.2019

 

5 U 1318/18

 

nicht rechtskräftig /

Myright

OLG Naumburg 27.09.2019 7 U 24/19 nicht rechtskräftig /
Hahn
OLG Oldenburg 02.10.2019 5 U 47/19 nicht rechtskräftig
OLG Stuttgart 24.09.2019 10 U 11/19 nicht rechtskräftig

Quelle: Finanztip-Recherche (Stand: 22. Oktober 2019)

Zudem gibt es eine Vielzahl von Landgerichten, die Volkswagen zu Schadensersatz verurteilt haben. Nach einer Auswertung des Jura-Professors Michael Heese aus Regensburg haben von den 115 Landgerichten in Deutschland bereits 98 Gerichte zugunsten der VW-Besitzer entschieden (Stand: 22. Oktober 2019).

Für Verbraucher gibt es aber nicht nur positive Urteile: Das Oberlandesgericht Braunschweig etwa hat zugunsten von Volkswagen entschieden. Der Kläger bekomme von Volkswagen als Herstellerin des Fahrzeugs mit Abschalteinrichtung keinen Schadensersatz, weil es an einer rechtlichen Grundlage dafür fehle (Urteil vom 19. Februar 2019, Az. 7 U 134/17). Der Bundesgerichtshof wird diese Frage klären, da die Kläger Revision eingelegt haben (Az. VIII ZR 61/19).

Anfechtung

Ein VW-Händler musste den Wagen zurücknehmen und den Kaufpreis erstatten abzüglich Nutzungsersatz, da der Halter bereits knapp 30.000 Kilometer mit dem Auto gefahren war. Er hatte den Kaufvertrag wegen Täuschung wirksam angefochten (LG München I, Urteil vom 14. April 2016, Az. 23 O 23033/15).

Rücktritt

Das Landgericht Krefeld hat in zwei Verfahren entschieden, dass die Händler jeweils die Autos zurücknehmen und den Kaufpreis erstatten mussten (Urteile vom 14. September 2016, Az. 2 O 72/16, 2 O 83/16).

Auch die Landgerichte Oldenburg, Lüneburg, Braunschweig, Hagen, München II, Heilbronn und Bremen urteilten zugunsten der Verbraucher, die vom Kaufvertrag zurücktreten konnten und den Kaufpreis zurückbekamen (LG Oldenburg, Urteil vom 1. September 2016, Az. 16 O 790/16; LG Lüneburg, Urteil vom 2. Juni 2016, Az. 4 O 3/16; LG Braunschweig, Urteil vom 12. Oktober 2016, Az. 4 O 202/16; LG Hagen, Urteil vom 18. Oktober 2016, Az. 3 O 66/16; LG München II, Urteil vom 15. November 2016, Az. 12 O 1482/16; LG Heilbronn, Urteil vom 15. August 2017, Az. 9 O 111/16; LG Bremen, Urteil vom 12. Dezember 2018, Az. 1 O 1632/17).

Das Oberlandesgericht Köln hat in einem Hinweisbeschluss festgestellt, dass ein manipuliertes Auto einen Sachmangel hat, der zum Rücktritt vom Kaufvertrag berechtigt (20. Dezember 2017, Az. 18 U 112/17).

Die Anwaltskanzleien Rogert & Ulbrich sowie BMS Rechtsanwälte berichten, dass die Volkswagen AG in mittlerweile drei Verfahren keine Berufung eingelegt oder sie zurückgenommen habe. Diese Urteile sind rechtskräftig (LG Braunschweig, Urteil vom 2. Dezember 2016, Az. 6 O 735/16; LG Bayreuth, Urteil vom 12. Mai 2017, Az. 23 O 348/16; LG Wuppertal, Urteil vom 26. April 2017, Az. 3 O 156/16). In all diesen Verfahren muss Volkswagen den Kaufpreis erstatten und den Wagen zurücknehmen. Die Käufer mussten sich hingegen anrechnen lassen, dass sie das Auto bis zur Rückgabe genutzt haben. Eine Wende im Umgang mit Klagen kann man das noch nicht nennen, aber es lässt hoffen, dass Betroffene zumindest schneller zu ihrem Recht kommen.

Nacherfüllung

Sehr viele Oberlandesgerichte hatten zu Fahrzeugen mit Betrugssoftware bisher entschieden, dass die Händler keine neuen, mangelfreien Autos aus der aktuellen Fahrzeugserie liefern müssen. Grund: Die neuen Modelle seien mit den alten nicht vergleichbar, eine Nacherfüllung deshalb im rechtlichen Sinne unmöglich. Im Ergebnis bekamen viele Käufer deshalb keine neuen mangelfreien Fahrzeuge – trotz unzulässiger Abschalteinrichtung.

Nach Auffassung des BGH hat aber der Käufer, der ein Neufahrzeug gekauft hatte, auch nach einem Modellwechsel Anspruch auf Lieferung eines mangelfreien, fabrikneuen und typengleichen Ersatzfahrzeugs, auch wenn das stärker motorisiert und nicht sehr viel teurer ist (Hinweisbeschluss vom 8. Januar 2019, Az. VIII ZR 225/17).

Der oberste Gerichtshof hat sich damit klar gegen die Rechtsprechung vieler Oberlandesgerichte positioniert und sich den wenigen verbraucherfreundlichen Urteilen angeschlossen (LG Offenburg, Urteil vom 21. März 2017, Az. 3 O 77/16; LG Hamburg, Urteil vom 20. April 2018, Az. 313 O 31/17; 7. März 2018, Az. 329 O 105/17). Die Gerichte aller Instanzen werden in dieser Frage ihre Urteile an die Einschätzung des BGH anpassen.

Warum wir VW-Verhandlung und Myright bis Herbst 2018 empfohlen haben

Die beiden Anbieter vw-verhandlung.de und Myright waren die beiden einzigen, die VW-Kunden auch ohne Rechtsschutzversicherung für überschaubare Kosten halfen, ihre Rechte durchzusetzen. Wir hatten sie uns genauer angesehen und die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) überprüft. In einem umfangreichen Fragebogen haben uns die Anbieter Auskunft zu ihren Geschäftsmodellen und zu den Kosten gegeben. Wir konnten beide empfehlen.

Das Angebot unserer beiden Empfehlungen steht Betroffenen nicht mehr bzw. nicht mehr vollumfänglich zur Verfügung. Vw-verhandlung.de hat sein Angebot angepasst und bietet mittlerweile keine Prozessfinanzierung für individuelle Klagen mehr an. Die Anmeldefrist für die zweite Sammelklage von Myright ist bereits abgelaufen. Die Kanzleien Gansel und Baum Reiter & Collegen sind erneut eine Kooperation mit einen Prozessfinanzierer eingegangen. Betroffene können derzeit prüfen lassen, ob eine Prozessfinanzierung in Frage kommt. Auch Myright bietet derzeit die Finanzierung einer Individualklage an. Diese Angebote haben wir allerdings nicht mehr erneut geprüft.

Wer hinter vw-verhandlung.de stand

Die beiden Anwaltskanzleien Gansel Rechtsanwälte (Berlin) und Baum Reiter & Collegen (Düsseldorf) bündelten ihre Kompetenz unter dem Dach von vw-verhandlung.de. Sie kooperierten mit einem Prozessfinanzierer. International arbeiteten die Kanzleien mit der Stiftung Stichting Volkswagen Car Claim zusammen, einer gemeinnützigen Stiftung, die ihren Sitz in den Niederlanden hat. Ihre Zusammenarbeit haben die Kanzleien Ende 2018 beendet.

Die beiden Kanzleien betreuten gemeinsam etwa 12.000 Mandanten. Sie reichten Einzelklagen bei verschiedenen Gerichten ein. Bei den Klagen nutzten sie die gesamte Palette des Rechts und machten alle Ansprüche geltend, die in Betracht kommen: kaufrechtliche Ansprüche gegen die Verkäufer, Schadensersatzansprüche gegen den Hersteller sowie Ansprüche gegen Banken wegen fehlerhafter Widerrufsinformation.

Der Prozessfinanzierer hatte die Übernahme der gesamten Kosten angeboten. Bei Erfolg sollte er 29 Prozent erhalten, allerdings nicht mehr als 2.900 Euro. Wir hatten das Angebot für gut und fair befunden. Mittlerweile übernimmt der Finanzierer nur noch die außergerichtlichen Anwaltskosten, aber auch die Kosten für die Registrierung im Rahmen der Musterfeststellungsklage.

Wer hinter Myright steckt

Das Unternehmen Financialright GmbH ist ein Rechtsdienstleister, der unter der Marke Myright betroffenen Kunden des VW-Konzerns die Möglichkeit geboten hat, sich einer Art Sammelklage anzuschließen. Dazu konnten VW-Geschädigte auch ohne Rechtsschutzversicherung ihre Schadensersatzansprüche an den Rechtsdienstleister abtreten. Myright forderte dann für die Kunden als Schadensersatz die Rückzahlung des jeweiligen Kaufpreises und ist der Ansicht, dass VW keine Nutzungsentschädigung abziehen darf.

Myright geht anders als vw-verhandlung.de ausdrücklich nicht gegen die Händler vor, sondern nur gegen den VW-Konzern. Kaufrechtliche Ansprüche auf Rückabwicklung oder Minderung macht Myright nicht geltend.

Der Rechtsdienstleister arbeitet mit der international tätigen Anwaltskanzlei Hausfeld zusammen. Derzeit führt der Anbieter drei einzelne Musterklagen in Berlin, Braunschweig und München. Das Landgericht Braunschweig hat eine dieser Klagen als unbegründet abgewiesen (Urteil vom 31. August 2017, Az. 3 O 21/17).  Das Oberlandesgericht hat das Urteil bestätigt. Dem Kläger stehe gegen Volkswagen kein Schadensersatzanspruch zu, da es an einer rechtlichen Grundlage dafür fehle (Urteil vom 19. Februar 2019, Az. 7 U 134/17). Die Myright-Anwälte haben angekündigt, das Urteil vom Bundesgerichtshof überprüfen zu lassen.

Die erste „Sammelklage“ von mehr als 15.000 Betroffenen haben die Rechtsanwälte am 6. November 2017 beim Landgericht Braunschweig eingereicht. Gerichte in Deutschland tun sich mit solchen Klagen bislang eher schwer, so dass wir mit einem länger dauernden Verfahren rechnen.

Im Erfolgsfall verlangt Myright 35 Prozent Provision von der erstrittenen Summe (Zahlung durch VW abzüglich des Werts nach der DAT-Schwacke-Liste). Wir hielten das für eine bequeme und gute Alternative für VW-Betroffene ohne Rechtsschutzversicherung.

Für eine zweite Sammelklage konnten sich Betroffene bis zum 16. September 2018 anmelden.

Mehr dazu im Ratgeber Rechtsschutzversicherung

Zum Ratgeber

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redaktion@finanztip.de (Finanztip Verbraucherinformation gGmbH) 21.02.2019 12:47:00 +0000
So viel Geld bekommen Sie vor und nach der Geburt Ihres Kindes : Mutterschaftsgeld https://www.finanztip.de/krankenversicherung/mutterschaftsgeld/ https://www.finanztip.de/?id=1235So viel Geld bekommen Sie vor und nach der Geburt Ihres Kindes
Das Wichtigste in Kürze
  • Arbeitnehmerinnen, die gesetzlich krankenversichert sind, bekommen sechs Wochen vor der Geburt und acht Wochen danach Mutterschaftsgeld von der Krankenkasse, pro Tag höchstens 13 Euro.
  • Der Arbeitgeber zahlt die Differenz zum Nettogehalt als Arbeitgeberzuschuss, sodass Mitarbeiterinnen auch während des Mutterschutzes insgesamt ihr bisheriges Nettogehalt bekommen.
  • Arbeitnehmerinnen, die geringfügig beschäftigt oder privat krankenversichert sind, erhalten vom Bundesversicherungsamt ein reduziertes Mutterschaftsgeld von einmalig höchstens 210 Euro.
So gehen Sie vor
  • Lassen Sie sich von Ihrem Arzt eine Bescheinigung über den voraussichtlichen Entbindungstermin geben.
  • Die Ausfertigung für die Krankenkasse ergänzen Sie mit Ihren persönlichen Angaben, Ihrer Kontoverbindung, Angaben zu Ihrem Beschäftigungsverhältnis und Ihrem Arbeitgeber. Unterschreiben Sie das Dokument.
  • Reichen Sie dieses Dokument bei Ihrer gesetzlichen Krankenkasse ein.
  • Stellen Sie einen Antrag auf Arbeitsgeberzuschuss, indem Sie Ihrem Arbeitgeber das Zeugnis über den mutmaßlichen Tag der Entbindung vorlegen.
  • Wer nur das Mutterschaftsgeld vom Bundesversicherungsamt bekommt, muss diesen Antrag ausfüllen und einreichen. Das können Sie online machen oder in Papierform.

Wenn Sie ein Kind erwarten und während der Schwangerschaft angestellt waren, sind Sie finanziell erst einmal abgesichert. Sechs Wochen vor der Geburt und acht Wochen danach befinden Sie sich im Mutterschutz und müssen nicht arbeiten. In dieser Zeit erhalten gesetzlich krankenversicherte Arbeitnehmerinnen Mutterschaftsgeld von ihrer Krankenkasse sowie einen Zuschuss vom Arbeitgeber. Die Zahlungen entsprechen insgesamt dem durchschnittlichen Nettogehalt der letzten drei Monate. Dazu müssen Sie bei Ihrer Krankenkasse und Ihrem Arbeitgeber einen Antrag stellen. Dabei gibt es einiges zu beachten.

Wer hat Anspruch auf Mutterschaftsgeld?

Nicht alle Mütter erhalten Mutterschaftsgeld. Da es sich um eine Leistung handelt, die anstelle des Lohns gezahlt wird, ist zum einen wichtig, ob Sie zu Beginn des Mutterschutzes in einem Arbeitsverhältnis standen. Zum anderen hängt es davon ab, wie Sie krankenversichert sind (§ 19 MuSchG).

Arbeitnehmerinnen in der GKV - Wenn Sie sechs Wochen vor der errechneten Entbindung in einem Arbeitsverhältnis stehen und in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) pflichtversichert sind, haben Sie während der Schutzfrist Anspruch auf Mutterschaftsgeld in Höhe von bis zu 13 Euro am Tag. Auch für freiwillig gesetzlich Versicherte gilt der Anspruch auf Mutterschaftsgeld (§ 24 i SGB V). Sie müssen das Geld bei Ihrer Krankenkasse beantragen. Ihr Arbeitgeber stockt den Betrag dann auf Ihr bisheriges Nettogehalt auf.

Arbeitnehmerinnen in der PKV - Falls Sie privat krankenversichert sind, erhalten Sie kein Mutterschaftsgeld von Ihrer privaten Krankenversicherung (PKV). Sie bekommen stattdessen einmalig bis zu 210 Euro vom Bundesversicherungsamt. Ihr Arbeitgeber berechnet seinen Zuschuss aber so, als wären Sie gesetzlich versichert und bekämen den üblichen Kassensatz. Vom Arbeitgeber erhalten privat versicherte Frauen im Mutterschutz daher ihr Nettogehalt minus 13 Euro pro Arbeitstag. Das ist der Betrag, den die gesetzlichen Kassen als Mutterschaftsgeld zahlen.

Geringfügig beschäftigte Mütter - Sind Sie familienversichert und üben eine geringfügige Beschäftigung aus, bekommen Sie auf Antrag Mutterschaftsgeld vom Bundesversicherungsamt. Sie erhalten höchstens 210 Euro als Einmalzahlung. Den Arbeitgeberzuschuss erhalten Sie auch, aber nur, sofern Sie im Monat mehr als 390 Euro netto verdient haben. Der Arbeitgeber zahlt dann pro Tag Ihren Nettolohn abzüglich 13 Euro. Frauen, die selbst Mitglied in einer Krankenkasse sind, haben bei geringfügiger Beschäftigung auch Anspruch auf Mutterschaftsgeld gegenüber der Kasse.

Familienversicherte Mütter - Wenn Sie über Ihren Ehemann familienversichert sind und nicht nebenbei arbeiten, erhalten Sie von der Krankenkasse kein Mutterschaftsgeld, da Sie nicht selbst Mitglied der Krankenkasse sind.

Arbeitnehmerinnen in Elternzeit - Befinden Sie sich zu Beginn des Mutterschutzes noch in Elternzeit, haben Sie als Mitglied einer Krankenkasse Anspruch auf das Mutterschaftsgeld in Höhe von 13 Euro täglich. Da Sie während der Elternzeit allerdings nicht arbeiten, zahlt Ihnen Ihr Arbeitgeber auch keinen Zuschuss.

Werden Sie während der Elternzeit erneut schwanger, sollten Sie gegenüber Ihrem Arbeitgeber schriftlich erklären, dass Sie zum Beginn der Mutterschutzfrist Ihre Elternzeit vorzeitig beenden (§ 16 Abs. 3 Satz 3 BEEG). Alternativ können Sie die Elternzeit auch unterbrechen und mit Zustimmung des Arbeitgebers dann den Rest an die erneute Elternzeit anhängen. In beiden Fällen erhalten Sie den Arbeitgeberzuschuss zum Mutterschaftsgeld.

Die Höhe des Zuschusses orientiert sich nicht an den letzten drei Monaten vor Beginn der erneuten Mutterschutzfrist, in denen Sie wegen der Elternzeit keinen Lohn bekommen haben. Entscheidend sind die letzten drei abgerechneten Monate vor dem Beginn der ersten Mutterschutzfrist (BAG, Urteil vom 22. August 2012, Az. 5 AZR 652/11). So bekommen Sie also wieder das volle Nettogehalt. Der Arbeitgeber muss bei der Berechnung allerdings die aktuelle Lohnsteuerklasse berücksichtigen. Der Zuschuss kann also geringer ausfallen, sofern Sie in eine schlechtere Lohnsteuerklasse gewechselt sind.

Selbstständige Mütter - Sind Sie selbstständig und privat krankenversichert, erhalten Sie kein Mutterschaftsgeld. Sie haben allerdings die Möglichkeit, bei Ihrer PKV eine Krankentagegeldversicherung abzuschließen. Seit Februar 2017 haben selbstständige Frauen mit einem solchen Vertrag auch im Mutterschutz Anspruch auf Krankentagegeld.

Wenn Sie selbstständig und freiwillig gesetzlich versichert sind, kommt es darauf an, ob Sie eine Versicherung mit Anspruch auf Krankengeld abgeschlossen haben. Zahlen Sie nur den ermäßigten Beitragssatz in der gesetzlichen Krankenversicherung (2019: 14 Prozent), steht Ihnen kein Krankengeld und somit auch kein Mutterschaftsgeld zu. Haben Sie dagegen einen Anspruch auf Krankengeld mit Ihrer Kasse vereinbart, haben Sie auch Anrecht auf Mutterschaftsgeld.

Für freiwillig gesetzlich versicherte Selbstständige gibt es seit Januar 2019 eine positive Neuerung: Auf Mutterschaftsgeld und Krankengeld müssen sie keine Mindestbeiträge zur Krankenversicherung mehr zahlen, wenn sie in dieser Zeit kein Arbeitseinkommen haben. Das regelt das GKV-Versichertenentlastungsgesetz.

Arbeitslose Mütter - Sind Sie bei Beginn des Mutterschutzes arbeitslos und haben Anspruch auf Arbeitslosengeld (ALG I) oder sind Sie bei einer beruflichen Weiterbildung gesetzlich krankenversichert, erhalten Sie Mutterschaftsgeld durch die Krankenkasse. Sie bekommen dann die gleiche Summe wie bisher, nur eben von Ihrer Kasse.

Wieviel Mutterschaftsgeld gibt es?

Sechs Wochen vor der Geburt und acht Wochen danach erhalten Sie Mutterschaftsgeld von der Krankenkasse sowie den Arbeitgeberzuschuss. Beide Zahlungen zusammen entsprechen Ihrem monatlichen Nettogehalt.

Die Höhe des Mutterschaftsgeldes richtet sich nach dem durchschnittlichen Nettogehalt der letzten drei vollständig abgerechneten Kalendermonate. Einmalige Zahlungen, zum Beispiel Weihnachts- oder Urlaubsgeld, werden nicht berücksichtigt. Es ist die Lohnsteuer zu berücksichtigen, wie sie vom Arbeitgeber in dem maßgebenden Berechnungszeitraum zu berechnen und einzubehalten war. Ein Wechsel der Steuerklasse in der Mutterschutzfrist hat grundsätzlich keinen Einfluss darauf, wie sich der Zuschuss des Arbeitgebers zum Mutterschaftsgeld berechnet (ArbG Aachen, Urteil vom 12. Juli 1984, Az. 5 Ca 853/84).

Das Mutterschaftsgeld, das die Kasse zahlt, beträgt höchstens 13 Euro pro Kalendertag. Verdienen Sie durchschnittlich mehr als 13 Euro netto am Tag, also mehr als 390 Euro im Monat, ist Ihr Arbeitgeber verpflichtet, die Differenz als Zuschuss zum Mutterschaftsgeld zu zahlen (§ 20 MuSchG). Im Regelfall ist das der größere Anteil. Falls Sie netto weniger als 390 Euro im Monat verdienen, fällt auch das Mutterschaftsgeld der Krankenkasse entsprechend niedriger aus.

Beispiel: Eine Arbeitnehmerin verdiente in den letzten drei Monaten vor der Mutterschutzfrist 2.750 Euro brutto. Sie erhält nach Abzügen 1.776 Euro ausgezahlt.

Der monatliche Nettolohn der letzten drei Monate wird auf den Kalendertag umgerechnet und beläuft sich auf 59,20 Euro: (1.776 Euro x 3) / 90 = 59,20 Euro. Während der Schutzfristen erhält die Arbeitnehmerin also pro Tag 59,20 Euro, und zwar 13 Euro von der Krankenkasse als Mutterschaftsgeld und 46,20 Euro vom Arbeitgeber als Zuschuss.

Nicht gesetzlich krankenversicherte Arbeitnehmerinnen erhalten einmalig ein reduziertes Mutterschaftsgeld in Höhe von höchstens 210 Euro vom Bundesversicherungsamt (§ 19 Abs. 2 MuSchG). Welche Mutter in welcher Höhe Anspruch auf Mutterschaftsgeld hat, haben wir in einer Übersicht für Sie zusammengestellt:

Überblick zu den Anspruchsberechtigten

Wer hat Anspruch? In welcher Höhe? Wohin wenden?
Arbeitnehmerinnen in der GKV bis zu 13 Euro täglich und Arbeitgeberzuschuss Krankenkasse und Arbeitgeber
Arbeitnehmerinnen in der PKV bis zu 210 Euro einmalig und Arbeitgeberzuschuss Bundesversicherungsamt und Arbeitgeber
Familienversicherte mit geringfügiger Beschäftigung bis zu 210 Euro einmalig und Arbeitgeberzuschuss Bundesversicherungsamt und Arbeitgeber
Selbstständige in der PKV kein Mutterschaftsgeld, aber Krankentagegeld-Anspruch Privater Krankenversicherer
Selbstständige in der GKV, freiwillig versichert ohne Krankengeldanspruch kein Mutterschaftsgeld  
Selbstständige in der GKV, freiwillig versichert mit Krankengeldanspruch Mutterschaftsgeld Krankenkasse
Familienversicherte ohne Beschäftigung kein Mutterschaftsgeld  
Arbeitslose, die ALG I beziehen in Höhe des Arbeitslosengeldes Krankenkasse und Agentur für Arbeit
Arbeitslose, die ALG II beziehen ALG II wird weiter gezahlt und Mehrbedarf ab der 13. Schwangerschaftswoche zuständiges Jobcenter

Quelle: Finanztip-Recherche (Stand: 23. Januar 2018)

Wie beantragen Sie Ihr Mutterschaftsgeld?

Mutterschaftsgeld erhalten Sie nicht automatisch, Sie müssen es beantragen. Am besten machen Sie sich schon vor dem Beginn Ihres Mutterschutzes mit den Formalitäten vertraut. Sie müssen Ihren Anspruch entweder bei Ihrer gesetzlichen Krankenkasse stellen oder aber beim Bundesversicherungsamt.

Gesetzliche Krankenkasse - Bitten Sie Ihren Arzt oder Ihre Hebamme darum, ein sogenanntes Zeugnis über den mutmaßlichen Tag der Entbindung auszustellen. Sie erhalten es kostenfrei. Dabei gibt es eine Ausfertigung für die Krankenkasse und eine weitere, die Sie Ihrem Arbeitgeber vorlegen können. Ihr Arzt verwendet dazu dieses Muster.  

Die Ausfertigung für die Krankenkasse ergänzen Sie dann mit Ihren persönlichen Angaben, Ihrer Kontoverbindung, den Angaben zu Ihrem Beschäftigungsverhältnis und Ihrem Arbeitgeber. Vergessen Sie nicht zu unterschreiben. Dann reichen Sie das Dokument bei der Krankenkasse ein. Die Kasse setzt sich mit Ihrem Arbeitgeber in Verbindung und fordert eine Bescheinigung über Ihr Gehalt an. Sobald diese der Krankenkasse vorliegt, zahlt sie regelmäßig einen Vorschuss aus.

Wenn Sie alle Unterlagen und Formulare bereit haben, klappt der Übergang vom Gehalt zum Mutterschaftsgeld am besten und ohne Zeitverlust. Die Krankenkasse schickt Ihnen eine Erklärung für die Zahlung von Mutterschaftsgeld zu, die Sie dann nach der Geburt zusammen mit der Geburtsurkunde wieder bei Ihrer Kasse einreichen müssen. Dann überweist sie auch noch ausstehendes Mutterschaftsgeld auf Ihr Konto.

Bundesversicherungsamt - Haben Sie Anspruch auf das reduzierte Mutterschaftsgeld, können Sie einen Antrag beim Bundesversicherungsamt in Berlin stellen. Sie finden den Antrag hier.

Arbeitgeber - Den Arbeitgeberzuschuss beantragen Sie, indem Sie ihm das Zeugnis über den mutmaßlichen Tag der Entbindung vorlegen. Sie erhalten den Zuschuss von Ihrem Arbeitgeber üblicherweise zum gleichen Zeitpunkt wie zuvor das monatliche Gehalt.

Wie lange wird das Mutterschaftsgeld gezahlt?

Mutterschaftsgeld zahlen die gesetzlichen Krankenkassen während der Schutzfristen vor und nach der Entbindung sowie für den Entbindungstag. Vor der Entbindung dürfen Arbeitnehmerinnen sechs Wochen nicht beschäftigt werden (§ 3 Abs. 1 MuSchG) und nach der Entbindung acht Wochen nicht (§ 3 Abs. 2 MuSchG).

Wenn Sie Zwillinge erwarten, Ihr Kind zu früh auf die Welt kommt oder Ihr Kind eine Behinderung aufweist, verlängert sich die Schutzfrist nach der Entbindung auf zwölf Wochen, in denen Sie Mutterschaftsgeld bekommen. Bei einer Frühgeburt erhalten Sie auch für die Tage Mutterschaftsgeld, die Ihr Kind vor der üblichen Schutzfrist von sechs Wochen zur Welt kommt (§ 24i Abs. 3 SGB V).

Arbeiten Sie trotz Mutterschutzfrist weiter, erhalten Sie kein Mutterschaftsgeld, sondern Ihr reguläres Gehalt (§ 24i Abs. 4 SGB V). Arbeiten Sie in dieser Zeit anteilig oder stundenweise weiter, ruht Ihr Anspruch auf Mutterschaftsgeld in dieser Höhe. Finanziell gesehen hat es also keinen Sinn, während der Mutterschutzfristen weiterzuarbeiten.

Wird Mutterschaftsgeld auf das Elterngeld angerechnet?

Das Mutterschaftsgeld wird auf das Elterngeld vollständig angerechnet (§ 3 Abs. 1 BEEG). So wird für die Tage, an denen Sie Mutterschaftsgeld bekommen, kein Elterngeld gezahlt. Die Anrechnung können Sie auch dadurch nicht verhindern, dass Sie Elterngeld erst nach Ablauf der Mutterschutzfrist beantragen.

Das verringerte Mutterschaftsgeld in Höhe von maximal 210 Euro, welches die Mutterschaftsstelle des Bundesversicherungsamts zahlt, wird dagegen nicht auf das Elterngeld angerechnet. Deshalb darf die Elterngeldstelle die Auszahlung auch nicht davon abhängig machen, ob bereits über den Antrag auf Mutterschaftsgeld entschieden wurde.

Rechtzeitig Elternzeit und Elterngeld beantragen

Wer nach der Mutterschutzfrist nicht sofort wieder arbeiten möchte, kann in Elternzeit gehen. Wie Sie finanziell abgesichert sind, finden Sie im Ratgeber Elterngeld.

Wird das Mutterschaftsgeld besteuert?

Das Mutterschaftsgeld und die Leistungen des Arbeitgebers sind nicht zu versteuern. Sie werden aber beim sogenannten Progressionsvorbehalt zur Berechnung des Steuersatzes bei der Einkommensteuer mit einbezogen. Dies bedeutet, Mutterschaftsgeld und Arbeitgeberzuschuss erhöhen zwar nicht das zu versteuernde Einkommen. Der Steuersatz, der auf das gesamte Einkommen anzuwenden ist, steigt dadurch aber geringfügig.

Bezieherinnen von Mutterschaftsgeld bleiben beitragsfrei in der gesetzlichen Rentenversicherung sowie der Kranken- und Arbeitslosenversicherung, sofern sie keine sonstigen beitragspflichtigen Einkünfte haben.

Wann gibt es Mutterschaftslohn?

Wenn Sie vor Beginn des Mutterschutzes aus medizinischen Gründen nicht mehr arbeiten dürfen und einem sogenannten Beschäftigungsverbot unterliegen, erhalten Sie von Ihrem Arbeitgeber Ihr Gehalt weiter (§ 18 MuSchG). Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn eine schwangere Frau als Erzieherin im Kindergarten arbeitet und gegen Masern, Mumps und Windpocken nicht immun ist.

Das fortgezahlte Gehalt ist Arbeitsentgelt trotz fehlender Arbeitsleistung. Darauf müssen Sie Lohnsteuer und Sozialversicherungsabgaben zahlen.

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redaktion@finanztip.de (Finanztip Verbraucherinformation gGmbH) 21.02.2019 12:25:00 +0000
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Das Wichtigste in Kürze
  • Seit fast 20 Jahren gibt es Vergleichsportale für Heizölpreise im Internet. Die Händler haben meist direkten Zugriff auf die Portale und passen ihre Preise an die Marktlage an.
  • In unserem Test 2018 fanden wir die besten Heizölpreise auf Heizoel24 und Esyoil. Ein Kurztest Anfang 2019 hat das bestätigt.
  • Im Zuge der Energiewende sollen Ölheizungen aus vielen Wohnhäusern verschwinden. Ein Gesetzentwurf erlaubt die Installation neuer Ölkessel ab 2026 nur noch unter bestimmten Voraussetzungen.
  • Ab 2021 gibt es einen CO2-Preis auf Heizöl, der den Brennstoff vermutlich verteuert.
So gehen Sie vor
  • Ist Heizöl günstig oder benötigen Sie bald eine Lieferung, dann vergleichen Sie die Preise auf den Portalen Esyoil oder Heizoel24. Sie können dort direkt bestellen.
  • Warten Sie mit der Bestellung nicht, bis Ihr Tank fast leer ist. Für eine kurzfristige Lieferung zahlen Sie im Schnitt 48 Euro extra.
  • Bestellen Sie keine kleinen Mengen von 1.000 Litern oder weniger allein – der Preis pro Liter ist niedriger, je mehr Sie bestellen.
  • Wenn Sie Ihre Ölheizung durch eine emissionsärmere Heizung ersetzen, erhalten Sie voraussichtlich ab 2020 hohe Zuschüsse. Die Kosten für die neue Heizung sollen Sie außerdem von der Steuer absetzen können. 

Der Preisunterschied für 3.000 Liter Heizöl kann bis zu 400 Euro betragen, je nachdem, in welchem Monat Sie bestellen. Um die Entwicklung des Heizölpreises im Auge zu behalten, raten wir Ihnen deshalb, regelmäßig Angebote zu vergleichen. Das geht am bequemsten über Portale im Internet. Diese stellen die Entwicklung des Heizölpreises in eigenen Diagrammen dar. Das ist aber nicht der einzige Vorteil der Portale: Die Seiten zeigen Ihnen auch die günstigsten Heizölhändler in Ihrer Region.

So funktionieren die Portale

Bis zum Jahr 2002 gab es nur einen Weg, ein Angebot für Heizöl zu erhalten: direkt beim Händler. Wer Preise vergleichen wollte, musste mehrere Unternehmen ansprechen oder deren Internetseite aufsuchen. Mit mehreren Angeboten in der Hinterhand konnte ein Kunde vielleicht noch einen Preisnachlass heraushandeln. Heute können Sie mit einer Abfrage im Internet Angebote von mehreren Heizöllieferanten vergleichen. Diesen Service bieten Portale für Heizölpreise, die sich seit 2002 entwickelt haben.

Die beiden größten Vergleichsportale für günstiges Heizöl sind Esyoil und Heizoel24, gemesse