Finanztip.de https://www.finanztip.de/ Finanztip ist die führende gemeinnützige Website in Deutschland für Verbraucherfinanzen. Wir helfen Verbrauchern, die richtige Wahl zu treffen und somit viel Geld zu sparen. de Finanztip.de https://www.finanztip.de/fileadmin/template/image.png https://www.finanztip.de/ 61 110 Finanztip ist die führende gemeinnützige Website in Deutschland für Verbraucherfinanzen. Wir helfen Verbrauchern, die richtige Wahl zu treffen und somit viel Geld zu sparen. http://blogs.law.harvard.edu/tech/rss 23.10.2018 15:45:45 +0000 23.10.2018 15:45:45 +0000 Billiger telefonieren ins Ausland : Billig telefonieren ins Ausland https://www.finanztip.de/billig-telefonieren/guenstig-ins-ausland-telefoniere/ https://www.finanztip.de/?id=1029So rufen Sie Freunde und Verwandte im Ausland günstig an

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Das Wichtigste in Kürze

  • Telefonate ins Ausland sind in den Standardtarifen der Festnetz- und Mobilfunkanbieter oft sehr teuer.
  • Billiger telefonieren Sie ins Ausland mit „Call-by-Call“ (Sparvorwahlen) oder „Callthrough“ (Durchstellen) sowie mit Auslandsoptionen Ihres Festnetz-, Mobilfunk- oder Internet-Telefonie-Anbieters.
  • Kostenlos können Sie über das Internet telefonieren mit Programmen wie Skype von Microsoft, Facetime von Apple oder Whatsapp von Facebook.
  • Call-by-Call können Sie nur nutzen, wenn Sie Ihren Festnetzanschluss bei der Deutschen Telekom haben. Die anderen Methoden, die wir in diesem Ratgeber vorstellen, stehen allen Kunden offen.
  • Ab Mai 2019 begrenzt die Europäische Union die Kosten für Auslandsgespräche innerhalb Europas auf 19 Cent die Minute und 6 Cent pro SMS.

Vom Festnetz-Telefon billiger ins Ausland telefonieren:

  • Als Festnetz-Kunde der Telekom können Sie eine Sparvorwahl nutzen (Call-by-Call). Die aktuell günstigsten Call-by-Call-Nummern finden Sie <a href="t3://page?uid=1029#11935">hier</a>.
  • Als Nicht-Telekom-Kunde rufen Sie eine Callthrough-Nummer an und lassen sich durchstellen. Achtung: Nutzen Sie diese Nummern nicht mit dem Handy – das kann teuer werden. Sie finden Callthrough-Nummern <a href="t3://page?uid=1029#11938">hier</a>.


Vom Computer, Tablet oder Handy günstig oder kostenlos ins Ausland telefonieren:

  • Kostenlos ins Ausland telefonieren können Sie über das Internet mit Programmen wie Skype, Facetime oder Whatsapp. Ihr Gesprächspartner muss dieselbe Software haben.
  • Alternativ buchen Sie eine Auslands-Flatrate oder ein Minutenpaket in Skype oder einer anderen Internet-Telefon-Software. Solche Optionen gibt es auch bei manchen Festnetz- und Mobilfunkanbietern. Damit können Sie preiswert normale Telefonnummern anrufen.
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Wer Freunde oder Familie im Ausland anrufen will, kann meist nicht die Flatrate oder die Inklusivminuten seines Telefontarifs nutzen. Denn Flatrates und Minutenpakete gelten in aller Regel nur für Gespräche innerhalb Deutschlands. Auch die verbraucherfreundliche Abschaffung der Roaming-Gebühren innerhalb der EU hilft nicht, wenn Sie billig ins Ausland telefonieren wollen. Denn das Roaming-Verbot greift nur bei Gesprächen vom Ausland nach Deutschland – aber nicht umgekehrt.

Wie kann ich Sparvorwahlen (Call-by-Call) nutzen?

Wenn Sie Ihren Festnetzanschluss bei der Deutschen Telekom haben, telefonieren Sie ganz einfach billiger ins Ausland: Wählen Sie dazu eine spezielle Vorwahl vor der eigentlichen Rufnummer. Das Telefonat läuft dann über einen Dienstleister und nicht über die Telekom. Der Fachbegriff für solche „Sparvorwahlen“ lautet Call-by-Call.

Call-by-Call gibt es in Deutschland, seitdem das Telefon-Monopol der Telekom im Jahr 1998 weggefallen ist. Seinerzeit wurde die Deutsche Telekom verpflichtet, mit den Sparvorwahlen anderen Anbietern über die Telekom-eigenen Leitungen Zugang zu den Kunden zu verschaffen.

Auch wenn die Bedeutung von Call-by-Call seit Jahren sinkt, halten sich die Sparvorwahlen wacker. Bis heute muss die Telekom als einziger Telefon-Anbieter Call-by-Call anbieten.

So viel billiger telefonieren Sie mit Call-by-Call

In unserer Stichprobe, die wir im Oktober 2018 erhoben haben, war der Standard-Telekom-Tarif bis zu 11-mal teurer als das Gespräch über Call-by-Call für ein Gespräch zu einem ausländischen Festnetzanschluss. Während die Telekom mittlerweile recht moderate Preise für Telefonate ins ausländische Festnetz verlangt, ist der Preisunterschied für Gespräche in ausländische Mobilfunknetze noch immer wesentlich höher.

<b> Land</b> <b> mit Call-by-Call</b> <b> ohne Call-by-Call¹</b>
Italien 0,44 Cent 2,9 Cent
Polen 0,49 Cent 2,9 Cent
Russland 0,99 Cent 9,9 Cent
Türkei 1,57 Cent 9,9 Cent
USA 0,25 Cent 2,9 Cent

¹ Telekom-Festnetzanschluss mit einem der folgenden Tarife: Magenta Zuhause, Call & Surf, Call Start, Call Basic  und  Call  Comfort

Quellen: Telekom, teltarif.de; Finanztip-Vergleich (Stand: 23. Oktober 2018)

<b> Land</b> <b> mit Call-by-Call</b> <b> ohne Call-by-Call¹</b>
Italien 0,69 Cent 31,9 Cent
Polen 0,99 Cent 31,9 Cent
Russland 2,59 Cent 38,9 Cent
Türkei 6,65 Cent 38,9 Cent
USA 0,25 Cent 2,9 Cent

Die beste Sparvorwahl finden

Die Anbieter von Sparvorwahlen ändern häufig ihre Preise. Damit Sie immer mit der billigsten Nummer telefonieren, sollten Sie unbedingt vorher im Internet auf eine Vergleichsseite schauen. Gut geeignet sind zum Beispiel die Tarifrechner von billiger-telefonieren.de oder Teltarif unter billiger-telefonieren.de/call-by-call-vergleich/ beziehungsweise teltarif.de/tarife/call-by-call/. Wählen Sie dort den günstigsten Anbieter, unabhängig davon, ob er im Minutentakt oder sekundengenau abrechnet.

Call-by-Call-Anbieter müssen den Preis ansagen, bevor das Gespräch losgeht. Hören Sie bei der Tarifansage genau hin. Falls die Ansage nicht mit dem Preis im Tarifrechner übereinstimmt, legen Sie sofort auf und suchen sich eine andere Nummer heraus.

Immer dieselbe Sparvorwahl zu nutzen, ist wegen der häufigen Preisänderungen der Call-by-Call-Anbieter riskant. Ebenfalls kaum ratsam ist das sogenannte Preselection (Betreibervorauswahl). Damit wird ein Anbieter einer Sparvorwahl fest bei der Telekom für Sie eingespeichert. Sie telefonieren dann immer über dieselbe Sparvorwahl, ohne sie selbst eingeben zu müssen. Für Auslandsgespräche lohnt sich das aber kaum, höchstens für innerdeutsche Verbindungen.

Ab Mai 2019 werden Gespräch innerhalb Europa günstiger

Ab dem 15. Mai 2019 dürfen Anrufe in die Europäische Union höchstens 19 Cent pro Minute kosten (22,61 Cent mit Mehrwersteuer) – SMS maximal 6 Cent. Darauf haben sich die EU-Mitgliedsstaaten und das EU-Parlament geeinigt. Damit werden Anrufe innerhalb Europas wesentlich günstiger. Dank der EU-Roaming-Verordnung sind Gespräche im EU-Ausland bereits jetzt sehr preiswert. Die Mitgliedsstaaten und das Parlament müssen den Gesetzesentwurf noch formell bestätigen.

Wie kann man Callthrough-Angebote nutzen?

Wer nicht bei der Telekom Kunde ist, kann zwar keine Sparvorwahlen mittels Call-by-Call nutzen. Es gibt aber als Alternative das sogenannte Callthrough, also Durchstellen, auch Calling Card genannt. Die Methode funktioniert von Anschlüssen aller Festnetzanbieter.

Und so geht’s: Sie wählen zunächst die Telefonnummer eines Dienstleisters, meist eine 0180er-Nummer oder eine normale Festnetznummer. Erst wenn Sie dazu aufgefordert werden, tippen Sie die Telefonnummer Ihres ausländischen Gesprächspartners ein. Sie werden dann vom Dienstleister durchgestellt. Callthrough-Telefonnummern finden Sie zum Beispiel auf billiger-telefonieren.de/callthrough-vergleich/ oder teltarif.de/tarife/callthrough/.

Das Durchstellen des Gesprächs über einen Callthrough-Dienstleister ist nicht so günstig wie eine Sparvorwahl im Telekom-Festnetz. So kostete eine Minute ins polnische Festnetz mittels Callthrough zum Zeitpunkt unserer Stichprobe rund 1 Cent, während wir mit der preiswertesten Call-by-Call-Vorwahl in unserem Vergleich lediglich 0,49 Cent je Minute bezahlt hätten.

In unserer Erhebung konnten wir mit Callthrough jedoch deutlich billiger telefonieren als mit den normalen Telefontarifen der Telekom-Konkurrenten. Im Vergleich zum Vodafone-Tarif Red Internet & Phone war die Callthrough-Methode bis zu 15-mal günstiger.

Für einen individuellen Vergleich prüfen Sie die Preise Ihres Vertrags auf der Website Ihrer Telefongesellschaft oder rufen Sie deren Hotline an.

<b> Land</b> <b> mit Callthrough</b> <b> ohne Callthrough¹</b>
Italien 0,81 Cent 9,9 Cent
Polen 0,99 Cent 9,9 Cent
Russland 2,5 Cent 29,9 Cent
Türkei 1,89 Cent 29,9 Cent
USA 1 Cent 9,9 Cent

¹ Vodafone-Festnetzanschluss mit einem Red Internet & Phone DSL-Tarif

Quellen: teltarif.de, Vodafone; Finanztip-Vergleich (Stand: 23. Oktober 2018)

<b> Land</b> <b> mit Callthrough</b> <b> ohne Calltrough¹</b>
Italien 1,99 Cent 29,8 Cent
Polen 1,8 Cent 29,8 Cent
Russland 5,95 Cent 49,8 Cent
Türkei 6,49 Cent 49,8 Cent
USA 1 Cent 29,8 Cent

So funktioniert die Bezahlung beim Callthrough

Die Gesprächskosten rechnen die Callthrough-Anbieter unterschiedlich ab – üblich sind drei Verfahren:

Viele Dienstleister berechnen die Gebühren einfach als Anruf zu einer Servicenummer über die normale Telefonrechnung. Die Callthrough-Vergleiche von billiger-telefonieren.de und Teltarif zeigen auf Wunsch nur Tarife ohne Anmeldung an.

Andere Callthrough-Anbieter hingegen müssen Sie im Voraus bezahlen, indem Sie eine Art Telefonkarte erwerben, auch Calling-Card genannt. Darauf ist eine Geheimzahl abgedruckt, mit der Sie das gekaufte Gesprächsguthaben freischalten. Vorsicht: Kaufen Sie keine Calling-Cards, die hohe Einwahlgebühren oder eine Abrechnung im Mehrminutentakt vorsehen.

Bei bestimmten weiteren Anbietern müssen Sie sich anmelden und erhalten dann monatlich eine gesonderte Rechnung, ähnlich wie bei einem Handyvertrag.

Achtung: Callthrough besser nicht vom Handy nutzen. Technisch gesehen können Sie Callthrough-Dienste auch mit dem Handy nutzen. Allerdings verursachen einige Nummern dann höhere Kosten. Unproblematisch sind nur 0800er-Nummern: Die verursachen vom Mobiltelefon keine Zusatzkosten. Andere Callthrough-Nummern rufen Sie besser nur vom Festnetz an.

Für wen lohnen sich Auslandsoptionen?

Auch ohne Call-by-Call oder Callthrough können Sie die Kosten für Telefonate ins Ausland drücken: mit speziellen Auslandsoptionen, die einige Festnetz- und Mobilfunkfirmen anbieten. Sie können solche Auslands-Optionen zu Ihrem bestehenden Telefontarif hinzubuchen und zahlen dafür monatlich einen festen Betrag. Je nach Option können Sie dann eine bestimmte Anzahl an Minuten oder unbegrenzt ins Ausland beziehungsweise in einzelne Länder telefonieren.

Ob Sie damit wirklich billiger telefonieren, hängt davon ab, wie lange Sie pro Monat in welches Land Telefonate führen wollen. Nach Polen zum Bespiel lohnte sich im Oktober 2018 die „Euro-Flat“ von Vodafone für knapp 5 Euro ab rund acht Stunden Festnetz-Gespräche im Monat. Damit telefonieren Sie günstiger als mit dem billigsten Callthrough-Anbieter. Im Vergleich zum Vodafone-Standardpreis lohnt sich die Euro-Flat bereits ab 50 Minuten.

Erkundigen Sie sich am besten direkt bei Ihren Festnetz- und Mobilfunkanbietern nach passenden Auslandsoptionen für Ihr Wunschland. Für Ziele außerhalb der Europäischen Union sind Auslandsoptionen jedoch rar gesät.

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Wie telefoniere ich kostenlos übers Internet?

Ohne zusätzliche Kosten telefonieren Sie ins Ausland mit Apps und Programmen wie Skype, Facetime oder Whatsapp. Solche Software für Internet-Telefonate wird auch Voice-over-IP (VoIP) genannt. Ihr Gesprächspartner muss auf seinem PC, Smartphone oder Tablet dieselbe App wie Sie installiert haben. Beide Gesprächsteilnehmer benötigen eine schnelle und stabile Internetverbindung.

Mit Skype und Co. billig ins ausländische Festnetz telefonieren

Mit einigen Apps und Programmen können Sie gegen eine Gebühr auch normale Telefonnummern außerhalb von Deutschland anrufen. Der Minutenpreis, den zum Beispiel der Internet-Telefon-Anbieter Skype für Gespräche ins Ausland verlangt, liegt meist unter den Preisen der Festnetz-Telefongesellschaften. Mit den Konditionen der Callthrough- und Call-by-Call-Anbieter kann Skype aber kaum mithalten.

<b> Land</b> <b> Skype¹</b> <b> Call-by-Call</b> <b> Callthrough</b> <b> Telekom²</b> <b> Vodafone³</b>
Italien 2,4 Cent 0,44 Cent 0,81 Cent 2,9 Cent 9,9 Cent
Polen 2,1Cent 0,49 Cent 0,99 Cent 2,9 Cent 9,9 Cent
Russland 2,1 Cent 0,99 Cent 2,5 Cent 9,9 Cent 29,9 Cent
Türkei 3,3 Cent 1,57 Cent 1,89 Cent 9,9 Cent 29,9 Cent
USA 2,4 Cent 0,25 Cent 1 Cent 2,9 Cent 9,9 Cent

¹ Zusätzlich bis zu 8 Cent pro Anruf
² Telekom-Festnetzanschluss mit einem der folgenden Tarife: Magenta Zuhause, Call & Surf, Call Start, Call Basic und Call Comfort
³ Vodafone-Festnetzanschluss mit einem Red Internet & Phone-Tarif

Quellen: Skype, teltarif.de, Telekom, Vodafone; Finanztip-Vergleich (Stand: 23. Oktober 2018)

Flatrate oder Minutenpakete ins Ausland auch mit Skype

Neben der Abrechnung je Minute können Sie bei Skype auch Flatrates und Minutenpakete wählen. Das kann sich schnell rechnen.

Allerdings kann es gut sein, dass Sie bei Ihrem Festnetz- oder Mobilfunkanbieter günstigere Tarifpakete finden. Prüfen Sie daher in jedem Fall die Auslandsoptionen bei Ihren Telefongesellschaften.

Quelle: Screenshot Skype (Stand: 23. Oktober 2018)

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redaktion@finanztip.de (Finanztip Verbraucherinformation gGmbH) 23.10.2018 16:16:00 +0000
Internetanbieter : Internetanbieter-Vergleich https://www.finanztip.de/internetanbieter/ https://www.finanztip.de/?id=5713Den besten Internetanschluss für Ihr Zuhause finden

Das Wichtigste in Kürze

  • Am häufigsten gibt es Internetanschlüsse per Telefondose (DSL) und per TV-Kabel.
  • Günstige Internetanbieter gibt es bereits für unter 30 Euro im Monat. Familien und Vielsurfer zahlen ein paar Euro mehr.
  • Entscheidend ist vor allem die Download-Geschwindigkeit. Sie bestimmt maßgeblich wie schnell Sie im Netz surfen.
  • Normalnutzer kommen in der Regel mit 16 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) im Download aus. Vielsurfer und Familien brauchen eher 50 Megabit pro Sekunde.
  • Beim Wechsel zu einem anderen Internetanbieter nimmt der neue einige Arbeit ab. Doch sollten Sie das Formular genau ausfüllen und auf die Kündigungsfrist achten.
  • Schnäppchenjäger können in der Regel alle zwei Jahre neue Rabatte einstreichen.
  • Einige DSL-Anbieter nehmen in bestimmten Gebieten einen „Regional-Zuschlag“ von 5 Euro. Ist Ihre Adresse betroffen, weichen Sie am besten auf eine Alternativ-Empfehlung von Finanztip aus.

Normalnutzer

  • <a target="_blank" href="https://www.finanztip.de/link/vodafone-internet-phone-dsl16/oben/">Red Internet &amp; Phone 16 DSL</a> von Vodafone für effektiv 29 Euro im Monat
  • Wo verfügbar: <a target="_blank" href="https://www.finanztip.de/link/vodafone-internet-phone-kabel32/oben/">Red Internet &amp; Phone 16 Cable</a> von Vodafone (Kabel Deutschland) für effektiv 26 Euro
  • Wo verfügbar: <a target="_blank" href="https://www.finanztip.de/link/eazy20-dsl/oben/">Eazy20</a> für effektiv 18 Euro (Kabelanschluss von Unitymedia)

Vielsurfer, Familien

  • <a target="_blank" href="https://www.finanztip.de/link/1u1-dsl50/oben/">DSL 50</a> von 1&amp;1 für effektiv 31 Euro im Monat
  • Wo verfügbar: <a target="_blank" href="https://www.finanztip.de/link/vodafone-internet-phone-kabel100/oben/">Internet &amp; Phone 100 Cable</a> von Vodafone (Kabel Deutschland) für effektiv 31 Euro
  • Wo verfügbar: <a target="_blank" href="https://www.finanztip.de/link/eazy50-dsl/oben/">Eazy50</a> für effektiv 26 Euro (Kabelanschluss von Unitymedia)
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Über das Internet kommen Informationen aus aller Welt in die eigenen vier Wände und neueste Blockbuster auf den Smart-TV. Kaum ein Haushalt mag heute noch auf einen Internetzugang verzichten. Doch bei der Suche nach dem richtigen Internetanbieter geht schnell mal der Überblick verloren.

Dabei ist am Ende recht eindeutig, welcher Internettarif der richtige für Sie ist, sobald Sie wissen, was bei der Auswahl wichtig ist. Wir zeigen Ihnen, worauf Sie achten müssen und welche die günstigsten Internetanbieter sind.

Welcher Internetanschluss ist der beste?

Am Anfang steht die Entscheidung, wie das Internet nach Hause kommen soll. Die meisten Haushalte in Deutschland besitzen eine DSL-fähige Telefonleitung. In jedem zweiten Haus ist außerdem ein TV-Kabel verlegt. Wer eine der beiden Möglichkeit hat, sollte diese auch nutzen. Darüber hinaus bleiben noch weitere Wege, das Internet in die eigenen vier Wände zu holen.

DSL und Kabel sind der Standard

Per Telefondose (DSL) oder TV-Kabel bekommen Sie zum günstigen Preis ausreichend Leistung. In mehr als 95 Prozent der Haushalte ist DSL verfügbar. Bei unseren Empfehlungen ist daher auch immer mindestens ein DSL-Tarif dabei. Das Telefonnetz gehört zum Großteil der Telekom, doch auch andere Internetanbieter nutzen das Netz mit und bieten oftmals günstigere Internetverträge an.

In etwa der Hälfte der Haushalte ist ein TV-Kabel verlegt, das auch als Internetanschluss dienen kann. Allerdings können Sie beim TV-Kabel immer nur einen Internetanbieter pro Gebäude wählen. Das heißt: Wenn Ihre Nachbarn beispielsweise alle bei dem Kabelanbieter Pÿur sind, können Sie in der Regel keinen Vertrag mit Unitymedia abschließen.

Die größten, überregionalen Kabelanbieter haben wir in unseren Internetvergleich aufgenommen. Falls der Kabelanschluss in Ihrem Haus von einem kleineren regionalen Anbieter betrieben wird, kann es sich lohnen, unsere Empfehlungen mit seinem Angebot zu vergleichen.

Glasfaser eignet sich für Hausbauer

Alternativ können Sie sich auch für Internet per Glasfaserleitung entscheiden. Glasfaser gilt als Zukunftstechnologie mit sehr hoher Leistung. Gerade für Eigenheimbauer empfiehlt es sich, eine Glasfaserleitung ins Haus zu legen. Allerdings sind die Tarife zurzeit noch verhältnismäßig teuer, und die hohe Geschwindigkeit ist für kaum einen Internetnutzer wirklich relevant.

Satellit und Hybrid sind nur Notlösungen

Gerade in ländlichen Regionen ist schnelles Internet noch zu oft Mangelware. Für diesen Fall bieten Telekom und Vodafone spezielle Router an, die zur Unterstützung der Telefonleitung auch auf mobiles Internet zurückgreifen (Hybrid-Lösung). Mehr dazu erfahren Sie in unserem LTE-Ratgeber. Internet per Satellit hingegen ist mit hohen Anschaffungskosten verbunden und hat einen sehr geringen Upload. Das schränkt beim täglichen Surfen stark ein und ist daher nicht zu empfehlen.

Worauf sollte ich bei der Wahl des Internetanbieters achten?

Wenn Sie die wichtigsten technischen Begriffe kennen, fällt Ihnen die Wahl des richtigen Telefon- und Internetanbieters leichter. Daher zunächst ein paar Grundlagen: Beim Internetvergleich geht es neben dem Preis vor allem um die Download-Geschwindigkeit (Downstream) und das Upload-Tempo (Upstream). Der Downstream bestimmt, wie schnell sich Webseiten aufbauen und wie schnell Sie große Datenmengen runterladen können. Außerdem beeinflusst er die Qualität der Filme auf dem Computer und Smart-TV, wenn Sie mit einer Streaming-Box fernschauen. Der Upstream kommt zum Einsatz, wenn Sie Ihre Dateien und Fotos per Cloud-Dienst speichern oder über das Internet einen Videochat nutzen, zum Beispiel Skype.

Internetanbieter werben gern mit hohen maximalen Download-Geschwindigkeiten. In vielen Städten gibt es mittlerweile DSL-Tarife mit bis zu 100 Megabit pro Sekunden (Mbit/s). Durch das Super-Vectoring-Verfahren steigt die Geschwindigkeit bei immer mehr DSL-Anschlüssen sogar auf 250 Mbit/s. Internetanbieter für Kabel bieten im Vergleich bereits 400 Mbit/s und mehr Tempo. Dafür ist beim TV-Kabel die Upload-Geschwindigkeit in der Regel langsamer.

Lassen Sie sich nicht von der Werbung zu einem überdimensionierten Internetvertrag verführen. Den besten Internettarif finden Sie, wenn Sie wissen, wie schnell Ihre Internetverbindung wirklich sein muss. Außerdem preisen die Internetanbieter bewusst das schnellste Tempo ihrer Tarife an. In den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) steht meist sehr versteckt, wie schnell Sie normalerweise unterwegs sind.

In unserem Blog-Artikel lesen Sie, wo genau Sie die Angaben finden und was Sie machen können, wenn der Vertrag nicht hält, was der Internetanbieter verspricht. Für unsere Empfehlungen haben wir die entsprechenden Produktblätter in den Tabellen weiter unten verlinkt.

Wie schnell das Internet sein sollte

Für unseren Vergleich der Internetanbieter unterscheiden wir grundsätzlich zwei Nutzertypen: die Normalnutzer und die Vielsurfer, die unterschiedlich schnelle Internetverbindungen benötigen.

Normalnutzer - Sie gehen regelmäßig ins Internet und verschicken E-Mails oder Messenger-Nachrichten? Sie hören gern nebenbei Musik aus dem Netz und spielen online? Auch Filme in HD-Auflösung von der Streaming-Box gehören für Sie dazu. Ab und an rufen Sie noch von Festnetz zu Festnetz an und wollen sich um die Anrufe nicht extra Gedanken machen müssen? Dann sind Sie ein Normalnutzer. Dafür reicht in der Regel ein Internetanschluss mit 16 Mbit/s Download-Geschwindigkeit.

Vielsurfer und Familien - Sie laden öfter größere Dateien herunter und sichern Ihre Daten bei Cloud-Diensten? Filme schauen Sie in Ultra-HD-Auflösung, während in der Küche das Internetradio läuft? Das Festnetztelefon ist nicht nur Dekoration, sondern Sie nutzen es auch noch zum Telefonieren? Dann passen Sie in unsere Kategorie Vielsurfer.

Neben den Vielsurfern gehören auch Familien mit Teenagern und Wohngemeinschaften zu diesem Nutzertyp. Da sollte der Internetvertrag schon 50 Mbit/s parat halten. Ein schnellerer Downstream ist zwar ein netter Bonus, fällt allerdings im Alltag nicht größer ins Gewicht.

Um den Vergleich übersichtlicher zu halten, gehen wir davon aus, dass Sie keinen eigenen Internetrouter besitzen und die Grundversion des Internetanbieters mieten, mit der Sie auch über W-Lan ins Internet gehen können.

<b> Mindest-Download</b> <b> Mindest-Upload</b> <b> Festnetz-Flat</b> <b> Drosselung</b>
Normalnutzer 16 Mbit/s 1 Mbit/s inkl. 300 GB Fair-Use¹
Vielsurfer, Familien 50 Mbit/s 2 Mbit/s inkl. nein

¹ Gedrosselt, sobald drei Monate nacheinander mehr als 300 Gigabyte versurft werden.

Wer nur selten ins Internet geht, aber nicht ganz darauf verzichten möchte, kann unter Umständen noch 2 Euro zusätzlich im Monat sparen. Mehr zu den Angeboten für solche Wenignutzer finden Sie weiter unten im Text.

Welcher Internetanbieter ist am günstigsten?

Für die beide Typen Normalnutzer und Vielsurfer/Familie hat Finanztip im Februar 2018 die zehn wichtigsten DSL- und Kabelanbieter untersucht. Im Oktober 2018 haben wir unsere Empfehlungen noch einmal überprüft und die Konditionen angepasst.

Dabei hat sich gezeigt, dass zahlreiche Internetanbieter die endgültigen Kosten hinter dauerhaften Rabattaktionen verstecken. Um den tatsächlichen Preis für den Verbraucher herauszustellen, haben wir sämtliche Kosten mit den Neukunden-Rabatten bei einem Anbieterwechsel verrechnet. Dieser Effektivpreis setzt sich zusammen aus Geräte-Miete, Einrichtungskosten, Neukunden-Rabatten, Festnetz-Flatrate und der monatlichen Grundgebühr über fünf Jahre.

Die günstigsten Internetanbieter für Normalnutzer im Detail

Vodafone schneidet sowohl bei DSL als auch bei Kabel sehr gut ab. Mit dem Tarif Red Internet & Phone 16 DSL  zahlen Internetnutzer effektiv knapp 29 Euro im Monat für 16 Megabit pro Sekunden (Mbit/s) Download-Tempo. Hochgeladen werden die Daten mit 1 Mbit/s. Etwa 40 Prozent der Haushalte müssen jedoch mit 5 Euro „Regional-Zuschlag“ rechnen. Das macht den Tarif zu teuer.

Mit dem Tarif Red Internet & Phone 16 Cable von Vodafone können Sie den Aufschlag umgehen. Für rund 26 Euro bietet der Internetvertrag eine Download-Geschwindigkeit von 16 Mbit/s und einem Upstream von 2 Mbit/s. Um den Tarif buchen zu können, muss Vodafone den Kabelanschluss im Haus allerdings auch betreiben. Außerhalb von Baden-Württemberg, Hessen und Nordrhein-Westfalen ist Vodafone Kabel weit verbreitet.

Die drei Bundesländern Baden-Württemberg, Hessen und NRW hingegen sind vor allem Ausbaugebiet des Internetanbieters Unitymedia. Der TV-Kabelanbieter kooperiert dort mit dem Tarifvermittler Eazy. Durch diese Zusammenarbeit kommen Sie mit dem Tarif Eazy20 konkurrenzlos günstig ins Internet. Für effektiv knapp 18 Euro im Monat bekommen Sie 20 Mbit/s im Download und 1 Mbit/s Upload.

Den eigentlichen Vertrag schließen die Kunden mit Unitymedia ab. In Fragen der Kundenbetreuung und des Entstörungsservice sind sie von daher nicht schlechter gestellt als reguläre Unitymedia-Kunden.

<b>Anbieter</b><b>Vodafone DSL</b><b>Vodafone Kabel</b><b>Eazy&nbsp;(Unitymedia)</b>
Tarifname<a href="http://finanztip.de/link/vodafone-internet-phone-dsl16/tabelle/">Internet & Phone&nbsp;16&nbsp;DSL</a><a href="http://finanztip.de/link/vodafone-internet-phone-kabel32/tabelle/">Red Internet & Phone&nbsp;16&nbsp;Cable</a><a href="http://finanztip.de/link/eazy20-dsl/tabelle/">Eazy20</a>
Tempo Download (maximal)16 Mbit/s16 Mbit/s20 Mbit/s
Tempo Upload (maximal)1 Mbit/s2 Mbit/s1 Mbit/s
übliches Tempo¹<a href="https://www.finanztip.de/fileadmin/images/Energie_und_Medien/Festnetz_Internet_Filme/DSL-Tarife/Produktinformationen/Vodafone_DSL_16.pdf">Vodafone 16 DSL</a><a href="https://www.finanztip.de/fileadmin/images/Energie_und_Medien/Festnetz_Internet_Filme/DSL-Tarife/Produktinformationen/Vodafone_16_Cable.pdf">Vodafone 16 Kabel</a><a href="https://www.finanztip.de/fileadmin/images/Energie_und_Medien/Festnetz_Internet_Filme/DSL-Tarife/Produktinformationen/eazy20.pdf">Eazy20 Kabel</a>
Handygespräche (je Minute)19,9 Cent19,9 Cent19,9 Cent
endgültiger Monatspreis inklusive&nbsp;Hardware32,98 €27,98 €16,98 €
<b>Effektivpreis/Monat²</b><b>28,62 €³</b><b>25,82 €</b><b>17,65 €</b>

¹ Verbindliche Minimalleistung; Produktinformationsblatt zum 22. Oktober 2018.
² Der Effektivpreis ergibt sich aus allen Kosten (inklusive Hardware-Miete) und Rabatten gerechnet auf fünf Jahre.
³ 31,82 Euro an Orten mit „Regional-Zuschlag“.
Quelle: Anbieter-Websites, Finanztip-Berechnung (Stand: 22. Oktober 2018)

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Die günstigsten Internetanbieter für Vielsurfer und Familien im Detail

Im Vergleich der DSL-Internetanbieter ist 1&1 für Vielsurfer der günstigste. Im Tarif DSL 50 zahlen Internetnutzer effektiv etwas mehr als 31 Euro im Monat für 50 Megabit pro Sekunden (Mbit/s) Download-Tempo. Vor allem mit dem schnellen Upload von 10 Mbit/s können die preiswerten Kabelanbieter nicht mithalten.

Wenn Ihnen ein schnelles Download-Tempo wichtiger ist, sollten Sie schauen, ob Sie einen Vodafone Kabelanschluss im Haus haben: Der Red Internet & Phone 100 Cable bringt für etwas unter 31 Euro im Monat 100 Mbit/s Download-Tempo in die eigenen vier Wände. Allerdings hat er nur einen Upstream von 6 Mbit/s und ist nicht in allen Haushalten verfügbar.

Vor allem in Baden-Württemberg, Hessen und Nordrhein-Westfalen hat eine Vielzahl der Häuser wahrscheinlicher einen Unitymedia-Kabelanschluss. Über den Tarifvermittler Eazy ist der Internetvertrag Eazy50 für effektiv knapp 26 Euro der günstigste Internetanbieter im Preisvergleich. Der Tarif hat einen Downstream von 50 Mbit/s und einen Upload von 2,5 Mbit/s.

<b>Anbieter</b><b>1&1</b><b>Vodafone</b><b>Eazy (Unitymedia)</b>
Tarifname<a href="http://finanztip.de/link/1u1-dsl50/tabelle/">DSL 50</a><a href="http://finanztip.de/link/vodafone-internet-phone-kabel100/tabelle/">Internet & Phone 100 Cable</a><a href="http://finanztip.de/link/eazy50-dsl/tabelle/">Eazy50</a>
Tempo Download (maximal)50 Mbit/s100 Mbit/s50 Mbit/s
Tempo Upload (maximal)10 Mbit/s6 Mbit/s2,5 Mbit/s
übliches Tempo¹<a href="https://www.finanztip.de/fileadmin/images/Energie_und_Medien/Festnetz_Internet_Filme/DSL-Tarife/Produktinformationen/1und1_DSL_DSL_50.pdf">1&1 DSL 50</a><a href="https://www.finanztip.de/fileadmin/images/Energie_und_Medien/Festnetz_Internet_Filme/DSL-Tarife/Produktinformationen/Vodafone_100_Cable.pdf">Vodafone 100 Cable</a><a href="https://www.finanztip.de/fileadmin/images/Energie_und_Medien/Festnetz_Internet_Filme/DSL-Tarife/Produktinformationen/eazy50.pdf">Eazy50 Cable</a>
Handygespräche (je Minute)19,9 Cent19,9 Cent19,9 Cent
endgültiger Monatspreis inklusive Hardware32,98 €34,99 €24,98 €
<b>Effektivpreis/Monat²</b><b>30,88 €</b><b>31,16 €</b><b>25,65 €</b>

¹ Verbindliche Minimalleistung; Produktinformationsblatt zum 22. Oktober 2018.
² Der Effektivpreis ergibt sich aus allen Kosten (inklusive Hardware-Miete) und Rabatten gerechnet auf fünf Jahre.
Quelle: Anbieter-Websites, Finanztip-Berechnung (Stand: 22. Oktober 2018)

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Die passenden Internetanbieter für spezielle Wünsche und Schnäppchenjäger

In einigen Sonderfällen kommt es auf mehr als die Download-Geschwindigkeit an. Zum Beispiel, wenn Sie oft Handynummern vom Festnetz aus anrufen, nicht wissen, wie lange Sie in Ihrer Wohnung wohnen bleiben oder regelmäßig Daten zwischen Homeoffice und Büro hin- und herschicken. Finanztip hat die wichtigsten Details zu kostenlosen Handygesprächen und kurzen Laufzeiten hier zusammengefasst. Je nachdem, worauf Sie neben der Download-Geschwindigkeit am meisten Wert legen, können Sie so die Internetanbieter aus dem Finanztip-Vergleich an Ihre Wünsche anpassen.

Falls Sie hingegen nur sehr selten vom Festnetztelefon anrufen oder das Internet nur für Gäste und gelegentliche E-Mails nutzen, können Sie im Monat noch ein paar Euro sparen. Sowohl 1&1 als auch O2 bieten günstigere Tarife mit abgespeckten Leistungen an. Bei einigen Internetanbietern zahlen Sie weniger, wenn Sie auf die Telefonflatrate verzichten (Eazy, Easybell, Pÿur, Congstar).

Sofern Sie bereit sind, alle zwei Jahre den Tarif zu wechseln, können Sie immer wieder aufs Neue auf Schnäppchenjagd gehen. Ist die Vertragslaufzeit abgelaufen, können Sie bei einem anderen Internetanbieter wieder den Neukunden-Rabatt einstreichen. Das sind gut und gern um die 100 Euro.

Oft muss es dabei gar nicht bis zu einer Kündigung kommen. Wenn Sie bei der Kundenhotline ankündigen, dass Sie den Anbieter wechseln möchten, bekommen Sie oft einen neuen Rabatt zugeschrieben. Wer dagegen nichts sagt und seinen Tarif einfach weiterlaufen lässt, zahlt häufig drauf.

Übrigens: Auch mit Neukunden-Rabatt und zwei Jahren Laufzeit bleiben die Finanztip-Empfehlung die günstigsten Angebote. Alle Tarife finden Sie in unserer Übersicht am Ende des Ratgebers.

Wie wechsle ich meinen Internetanbieter am besten?

Bei vielen Internetanbietern kommen Sie nur einmal im Jahr aus einem bestehenden Internetvertrag heraus (nach Abschluss sogar erst zwei Jahre später). Damit Sie nicht selbst den passenden Termin im Auge behalten müssen, können Sie bei einem neuen Anbieter in aller Regel einen Anbieterwechsel beantragen. Wenn Sie Ihre alten Vertragsdaten zur Hand haben, geht das am einfachsten per Online-Formular auf der Anbieter-Website. Haben Sie das Formular gewissenhaft und korrekt ausgefüllt, kümmert sich der neue Internetanbieter darum, dass der Vertrag erst anfängt, wenn der alte endet.

Gewissenhaft und korrekt deswegen, weil viele Internetanbieter sehr allergisch darauf reagieren, wenn kleinere Angaben nicht stimmen. Ein fehlender Bindestrich im Namen kann dazu führen, dass der ganze Anbieterwechsel scheitert. Wenn alles glatt läuft, sollten Sie nicht länger als einen Tag ohne Internet und Telefon sein.

Passen Sie auf, dass Sie keine Zusatzprodukte mitbestellen, etwa Sicherheitspakete oder Musikdienste. Diese sind oftmals überflüssig oder auf lange Sicht überteuert. Wie Sie die größten Fallstricke vermeiden und worauf Sie beim Wechsel von DSL auf Kabel beachten müssen, lesen Sie hier.

So haben wir getestet

Der Finanztip-Vergleich von Internetanbietern beruht auf den Angeboten überregionaler DSL- und Kabelanbieter. Bei zehn Unternehmen haben wir die drei geläufigsten Nutzertypen abgefragt. Wenn Sie genauer wissen wollen, wie wir vorgegangen sind, lesen Sie mehr dazu in unserem Ratgeber Kabel- und DSL-Vergleich.

<b> Mindest-Download</b> <b> Mindest-Upload</b> <b> Festnetz-Flat</b> <b> Drosselung</b>
Wenignutzer 2 Mbit/s 384 kbit/s inkl. 100 GB
Normalnutzer 16 Mbit/s 1 Mbit/s inkl. 300 GB Fair-Use¹
Vielsurfer, Familien 50 Mbit/s 2 Mbit/s inkl. nein

¹ Gedrosselt, sobald drei Monate nacheinander mehr als 300 Gigabyte versurft werden.

<b>Nutzer</b> <b>Anbieter</b> <b>Tarif</b> <b>Anschluss</b> <b>mtl. kündbar</b> <b>Download</b> <b>Upload</b> <b>Preis</b>
<b> Normal </b> Eazy Eazy20 Kabel nein 20 Mbit/s 1 Mbit/s <b> 18 €</b>
Vodafone DSL 16 DSL DSL nein 16 Mbit/s 1 Mbit/s <b> 27 €</b>
Vodafone Kabel¹ 32 Mbit/s Kabel nein 32 Mbit/s 2 Mbit/s <b> 29 €</b>
Unitymedia 2play Start 30 Kabel nein 30 Mbit/s 3 Mbit/s <b> 29 €</b>
Telefónica¹ O2 DSL S DSL Aufpreis 25 Mbit/s 5 Mbit/s <b> 30 €</b>
1&1 DSL 16 DSL Aufpreis 16 MBit/s 1 MBit/s <b> 30 €</b>
Easybell Komplett basic DSL ja 16 Mbit/s 1 Mbit/s <b> 30 €</b>
Congstar Komplett 2 DSL Aufpreis 16 Mbit/s 1 Mbit/s <b> 31 €</b>
Pÿur Pure Speed 200 Kabel nein 200 Mbit/s 8 Mbit/s <b> 35 €</b>
Telekom Magenta Zuhause S DSL nein 16 Mbit/s 2,4 Mbit/s <b> 39 €</b>
<b> </b>
<b> Viel </b> Eazy Eazy50 Kabel nein 50 Mbit/s 2,5 Mbit/s <b> 26 €</b>
1&1 DSL 50 DSL Aufpreis 50 MBit/s 10 MBit/s <b> 30 €</b>
Vodafone Kabel 100 Mbit/s Kabel nein 100 Mbit/s 6 Mbit/s <b> 32 €</b>
Vodafone DSL 50 DSL DSL nein 50 Mbit/s 10 Mbit/s <b> 32 €</b>
Telefónica O2 DSL M DSL Aufpreis 50 Mbit/s 10 Mbit/s <b> 33 €</b>
Unitymedia 2play JUMP 150 Kabel nein 150 Mbit/s 10 Mbit/s <b> 33 €</b>
Pÿur Pure Speed 200 Kabel nein 200 Mbit/s 8 Mbit/s <b> 35 €</b>
Congstar Komplett 2 VDSL DSL Aufpreis 50 Mbit/s 10 Mbits <b> 37 €</b>
Easybell Komplett easy DSL ja 50 Mbit/s 2,8 Mbit/s <b> 42 €</b>
Telekom Magenta Zuhause M DSL nein 50 Mbit/s 10 Mbit/s <b> 43 €</b>
<b> </b>
<b> Wenig </b> Eazy Eazy20 Kabel nein 20 Mbit/s 1 Mbit/s <b> 18 €</b>
1&1 DSL Basic DSL Aufpreis 16 Mbit/s 1 Mbit/s <b> 25 €</b>
Telefónica O2 DSL XS DSL Aufpreis 10 Mbit/s 2,4 Mbit/s <b> 25 €</b>
Vodafone DSL 16 DSL DSL nein 16 Mbit/s 1 Mbit/s <b> 27 €</b>
Vodafone Kabel 32 Mbit/s Kabel nein 32 Mbit/s 2 Mbit/s <b> 29 €</b>
Unitymedia 2play Start 30 Kabel nein 30 Mbit/s 3 Mbit/s <b> 29 €</b>
Easybell Komplett basic DSL ja 16 Mbit/s 1 Mbit/s <b> 30 €</b>
Congstar Komplett 2 DSL Aufpreis 16 Mbit/s 1 Mbit/s <b> 31 €</b>
Pÿur Pure Speed 200 Kabel nein 200 Mbit/s 8 Mbit/s <b> 35 €</b>
Telekom Magenta Zuhause S DSL nein 16 Mbit/s 2,4 Mbit/s <b> 39 €</b>

¹ Nicht mehr im Sortiment des Anbieters (Stand: 22. Oktober 2018)
Quelle: Anbieter-Websites, Finanztip-Berechnung (Stand: 12. Februar 2018 bzw. 22. Oktober 2018)

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redaktion@finanztip.de (Finanztip Verbraucherinformation gGmbH) 22.10.2018 14:36:00 +0000
Strompreis : Strompreise https://www.finanztip.de/stromvergleich/strompreis/ https://www.finanztip.de/?id=3194Warum Verbraucher wenig durch die Energiewende sparen

Das Wichtigste in Kürze

  • Seit dem Jahr 2000 haben sich die Strompreise für private Haushalte mehr als verdoppelt.
  • Das liegt vorrangig an steigenden Steuern, Abgaben und Umlagen. Sie machen heute mehr als die Hälfte des Preises für Haushaltsstrom aus.
  • Auch die Entgelte für den Transport elektrischer Energie über die Stromnetze steigen – aber nicht bundesweit einheitlich. So gibt es Regionen, in denen Strom deutlich mehr kostet als in anderen.
  • Der Einfluss der Versorger auf den Strompreis ist dagegen geschrumpft. Im Schnitt bestimmen sie noch zu einem Fünftel seine Höhe.
  • Um die Strompreise zu senken, diskutieren die im Bundestag vertretenen Parteien über eine Reform der staatlichen Preisbestandteile.

So gehen Sie vor

  • Auch wenn nur ein kleiner Teil des Strompreises an den Versorger fließt: Welche Kosten er für den Vertrieb berechnet, variiert je nach Anbieter stark.
  • In der Grundversorgung sind die Tarife für Haushaltsstrom an einem Ort am höchsten. Aber auch alternative Angebote können um mehrere Cent pro Kilowattstunde voneinander abweichen.
  • Deshalb sollten Sie Stromtarife vergleichen. Wir empfehlen dazu unseren <a href="https://stromvergleich.finanztip.de/">Vergleichsrechner</a>.
  • Sagt Ihnen ein Angebot zu, so wechseln Sie den <a href="t3://page?uid=234">Stromanbieter</a>.

Spartipps der Woche

  • <a href="http://www.finanztip.de/blog/kategorie/schnaeppchen/">Die neuesten Schnäppchen im Finanztip-Blog</a>

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ERROR: Kein Mapping gefunden

Bei der Stromversorgung kommt die Energiewende gut voran. Mehr als ein Drittel des Bedarfs stammt heute aus regenerativen Quellen. Davon sind die Wärmeversorgung und der Verkehrsbereich noch weit entfernt.

Dafür hat Strom heute einen stolzen Preis: 29,4 Cent kostet eine Kilowattstunde im Schnitt, wenn ein Haushalt 3.500 Kilowattstunden im Jahr bezieht. Im Jahr 2000 waren es noch rund 14 Cent. Seither führte der Gesetzgeber fünf Umlagen ein. Sie dienen allesamt dazu, die Energiewende voranzutreiben. Jeder Verbraucher finanziert sie über den Strompreis. Angestiegen sind auch die Entgelte für die Stromnetze. Je stärker die einzelnen Posten wachsen, desto mehr Mehrwertsteuer fällt am Ende an. Das ist schön für den Haushalt der Bundesrepublik, aber weniger schön für jeden Verbraucher.

Dafür sind die Strompreise an der Börse gesunken, Dank der erneuerbaren Energien. Von 2011 bis 2016 verringerten sich die Beschaffungskosten um insgesamt rund drei Cent pro Kilowattstunde. Diesen Vorteil haben aber die gestiegenen Umlagen und Steuern mehr als aufgefressen, beim Verbraucher kam davon wenig bis gar nichts an. Seit 2017 ziehen die Strompreise wieder leicht an.

Die Angaben gelten für einen Haushalt mit 3.500 Kilowattstunden Stromverbrauch im Jahr.

Grundsätzlich unterscheiden sich die Angaben zu den Strompreisen für Haushalte zwischen der Bundesnetzagentur und dem Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) leicht. Während der BDEW alle Angaben für einen Verbrauch von 3.500 Kilowattstunden im Jahr macht, mittelt die Bundesnetzagentur die Preise für Kunden mit einem Jahresbezug zwischen 2.500 und 5.000 Kilowattstunden.

Weiter unten wird stets auf die Daten der Bundesnetzagentur Bezug genommen.

 

Der größte Teil des Strompreises geht an Staat und Netzbetreiber

Was Sie über den Strompreis alles finanzieren, können Sie jedes Jahr Ihrer Abrechnung entnehmen. Allerdings erklärt kaum ein Versorger, was sich hinter Begriffen wie „§ 19 Strom-NEV-Umlage“ oder „KWKG-Umlage“ verbirgt.

Die Kosten lassen sich in drei Blöcke aufteilen: Der größte umfasst dabei die staatlich festgelegten Umlagen, Abgaben und Steuern. Dahinter folgen die Kosten für den Transport und die Messung von Strom. Der Stromversorger rechnet diese beiden Kostenblöcke zwar beim Verbraucher ab. Aber er reicht die Einnahmen weiter – an die Staatskasse, an die Netzbetreiber und die Messstellenbetreiber. Lediglich der Kostenanteil Preisanteil für die Beschaffung und Lieferung des Stroms bleibt beim Versorger. Dieser dritte Kostenblock ist heute der kleinste: Rund 22 Prozent des Preises einer Kilowattstunde nimmt der Stromversorger im Schnitt selbst ein.

Die Angaben gelten für Haushalte mit 2.500 bis 5.000 Kilowattstunden Stromverbrauch im Jahr. Sie sind gemittelt über alle Vertragskategorien hinweg, also umfassen sowohl Tarife in der Grundversorgung als auch außerhalb der Grundversorgung.

Stromkosten variieren deutlich – trotz starken staatlichen Einflusses

Ein Blick auf die drei Kostenblöcke macht deutlich, dass der Gesetzgeber den Strompreis stark beeinflusst. Die Umlagen, Abgaben und Steuern legt er konkret fest. Die Höhe der Entgelte für den Stromtransport genehmigt er jedem einzelnen Netzbetreiber. Wie sich der Strompreis weiterentwickelt, hängt damit entscheidend von der Politik ab.

Es gibt längst Vorschläge und Forderungen aus Wissenschaft und Wirtschaft zur Reform der staatlichen Belastungen des Strompreises. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) hat wiederholt vorgeschlagen, die Stromsteuer auf ein Minimum zu senken und die teilweise Befreiung der Industrie von der Zahlung der EEG-Umlage aus Steuermitteln zu finanzieren. Auf diese Weise könnten sich die Stromkosten um mehr als 4 Cent pro Kilowattstunde verringern.

Wer nicht auf dazu notwendige Gesetzesänderungen warten will, kann seine Ausgaben durch den Wechsel des Versorgers reduzieren. Auch wenn die Lieferanten den Strompreis im Schnitt nur zu einem Fünftel bestimmen – ob ein Versorger für die Beschaffung und Lieferung von Strom 5 oder 7 Cent (netto) pro Kilowattstunde verlangt, macht je nach Bezug einen deutlichen Unterschied: Bei 2.000 Verbrauchseinheiten für einen Haushalt mit zwei Personen beträgt die Ersparnis rund 50 Euro (brutto); bei 3.500 Kilowattstunden sind es rund 83 Euro (brutto).

Der Wettbewerb unter den Lieferanten ist überaus lebendig. Ein Vergleich von Stromtarifen lohnt sich jederzeit. Damit Sie gute Angebote finden, empfehlen wir unseren Finanztip-Stromrechner. Er ist nach unseren verbraucherfreundlichen Kriterien voreingestellt.

Strompreise im Detail: 1. Spielraum der Versorger bei wenigen Cent

Der Markt spielt beim Strompreis eine untergeordnete Rolle. Der Staat und die Netzbetreiber dominieren seine Höhe. Den Stromversorgern bleibt damit nur ein kleiner Spielraum, die Preise zu gestalten. Im Schnitt berechneten sie 2017 nach Angaben der Bundesnetzagentur 6,42 Cent pro Kilowattstunde (netto) für die Beschaffung und Lieferung von Strom. Enthalten ist in dem Betrag auch der Gewinn, den die Unternehmen erzielen. Der Anteil am durchschnittlichen Strompreis ist gering – rund 21,5 Prozent dessen, was Verbraucher über die Stromrechnung bezahlen, bleibt beim Versorger.

Dieser Betrag von 6,42 Cent pro Kilowattstunde dürfte für 2018 höher ausfallen. Die entsprechenden Zahlen legt die Bundesnetzagentur aber erst gegen Ende des Jahres vor. Die Handelspreise für Strom sind nach einem Tief im Jahr 2016 wieder leicht gestiegen. Im Schnitt kostete 2017 eine Kilowattstunde am Spotmarkt der Strombörse wieder mehr als 3 Cent. 2018 kletterten die Preise weiter nach oben.

Wie viel der Versorger für seine Dienste berechnet, entscheidet, wie günstig ein Stromtarif sein kann. Grundsätzlich verlangen Unternehmen in der Grundversorgung das meiste: Bundesnetzagentur und Bundeskartellamt haben in ihrem Monitoringbericht für das Jahr 2017 zwischen 7,32 und 10,42 Cent pro Kilowattstunde (netto) angegeben, abhängig vom Stromverbrauch des Haushalts. Je mehr jemand verbraucht, desto günstiger wird es pro Einheit. Deutlich weniger stellten Unternehmen in Rechnung, die nicht der Grundversorger in einer Region sind – nämlich zwischen 5,58 und 7,71 Cent pro Kilowattstunde.

Kosten, die Stromversorger im Schnitt berechnen - je nach Verbrauch

<b>Stromverbrauch im Jahr<b>Tarif in der Grundversorgung <b>anderer Tarif beim Grundversorger<b>Tarif bei anderem Versorger als Grundversorger
weniger als 1.000 kWh 45,58 Ct/kWh 40,75 Ct/kWh 37,87 Ct/kWh
1.000 bis 2.500 kWh 33,23 Ct/kWh 30,97 Ct/kWh 31,38 Ct/kWh
2.500 bis 5.000 kWh 30,94 Ct/kWh 29,61 Ct/kWh 29,12 Ct/kWh

Es handelt sich um mengengewichtete Angaben für das Jahr 2017.

Quelle: Bundesnetzagentur/Bundeskartellamt (Stand: November 2017)

Strompreise im Detail: 2. Steigende Umlagen, Abgaben, Steuern

Rund 54 Prozent der Stromkosten bestimmt der Staat. Für Umlagen, Abgaben und Steuern zahlen Sie heute rund 16 Cent pro Kilowattstunde (netto). Der Betrag hat sich seit dem Jahr 2000 etwa verdreifacht. Die Finanzierung des nationalen Großprojekts „Energiewende“ hat der Gesetzgeber mehrfach gelöst, indem er Kosten auf die Stromverbraucher umlegte.

Die EEG-Umlage

In der Diskussion ist seit einigen Jahren die EEG-Umlage, auch Ökostromumlage genannt. Sie dient dazu, die nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) gewährte Förderung von Ökostrom zu finanzieren. Ihre Höhe bestimmen die Übertragungsnetzbetreiber jedes Jahr neu. Sie ist seit ihrer Einführung im Jahr 2000 beinahe stetig angestiegen. 2018 beträgt sie 6,792 Cent pro Kilowattstunde. 2019 fällt sie - das zweite Jahr in Folge - auf 6,405 Cent pro Kilowattstunde.

Dass die Umlage seit ihrer Einführung stark gestiegen ist, liegt nicht allein daran, dass mehr und mehr Erneuerbare-Energien-Anlagen ans Netz gingen. Den eingespeisten Ökostrom nehmen die Netzbetreiber ab und verkaufen ihn an der Börse. Aus diesen Einnahmen und den Mitteln aus der EEG-Umlage bezahlen sie die Erzeuger.

Je weniger dabei der Strom an der Börse wert ist, desto mehr Geld muss über die Umlage fließen. Gerade aber Wind- und Sonnenstrom haben dafür gesorgt, dass die Börsenpreise von 2012 bis 2017 stark gesunken sind. Dass die EEG-Umlage zum Jahreswechsel 2019 fällt, beruht aber vor allem darauf, dass die Preise an der Strombörse 2018 wieder gestiegen sind - erzielt Ökostrom höhere Preise am Markt, müssen die Verbraucher weniger zubuttern, damit die gesetzlich garantierten Fördertarife an die Erzeuger fließen können.

Einen dritten Einflussfaktor stellen alle Stromverbraucher selbst dar. Bestimmte Unternehmen brauchen nur anteilig EEG-Umlage zahlen. 2017 nutzten rund 2.100 Firmen das Privileg und sparten so nach Berechnung des Leipziger Instituts für Energie mehr als 4 Milliarden Euro. 2018 profitieren mit rund 1.900 weniger Firmen von der Regelung. Gegen die Privilegierung der Industrie läuft eine Klage des Vereins Sonneninitiative e.V.

In den 20er Jahren soll die EEG-Umlage weiter abschmelzen, prognostiziert das Öko-Institut. Ab 2021 endet die Förderung für die ältesten Ökostrom-Kraftwerke. Mehr und mehr Anlagenbetreiber erhalten dann keine EEG-Vergütung für ihren Strom mehr.

Quelle: Übertragungsnetzbetreiber (Stand: 21. Dezember 2017)

Die KWKG-Umlage

Die KWKG-Umlage funktioniert ähnlich wie die EEG-Umlage. Sie basiert auf dem KWK-Gesetz und finanziert nicht den Strom aus Erneuerbare-Energien-Anlagen, sondern aus Kraft-Wärme-Kopplung (KWK). Das sind Anlagen wie Blockheizkraftwerke, die Strom und Wärme zugleich produzieren. Bedingung für eine Förderung ist, dass es sich um neue oder modernisierte Anlagen handelt, die effizient und umweltfreundlich arbeiten. Die Netzbetreiber schütten die Zuschläge an die Betreiber aus und holen die Mittel über die Umlage wieder herein. Diese liegt 2018 bei 0,345 Cent pro Kilowattstunde.

Mehrwertsteuer und Stromsteuer

Die Mehrwertsteuer ist der zweithöchste Posten unter den Umlagen, Abgaben und Steuern auf Strom. Ihre konkrete Höhe hängt vom Netto-Strompreis ab. Im Schnitt zahlt ein Verbraucher 4 bis 5 Cent pro Kilowattstunde an den Fiskus.

An dritter Stelle steht die Stromsteuer. Pro Kilowattstunde zahlen Sie 2,05 Cent. Die Steuer führte die Bundesrepublik 1999 ein. Ziel war es, Strom teurer zu machen und mit den Einnahmen die Sozialabgaben auf Löhne zu senken. 2017 betrugen die Einnahmen aus der Stromsteuer rund 6,6 Milliarden Euro. Überwiegend fließt das Geld in die Rentenkasse.

Die Konzessionsabgabe

Diese Abgabe fließt direkt den Kommunen zu. Die Konzessionsabgabe erhält eine Stadt oder Gemeinde dafür, dass Stromleitungen durch ihr Gebiet verlaufen. Die Netzbetreiber zahlen die Abgabe dafür, dass sie diese Wege nutzen dürfen.

Die Höhe der Abgabe legen Kommune und Netzbetreiber vertraglich fest. Sie ist aber nicht völlig frei wählbar: Es gibt gesetzlich festgelegte Obergrenzen. Diese unterscheiden sich danach, ob sich ein Haushalt in der Grundversorgung befindet oder einen alternativen Liefervertrag hat. Wer in der Grundversorgung ist, zahlt umso mehr, je mehr Einwohner seine Gemeinde zählt.

Gewöhnlich schöpfen die Städte und Gemeinden die Preisobergrenzen aus. Das bedeutet dann: In der Grundversorgung zahlen Sie 1,32 bis 2,39 Cent pro Kilowattstunde für das Wegenutzungsrecht. Mit jedem anderen Liefervertrag beträgt die Abgabe 0,11 Cent pro Kilowattstunde.

Dieser erhebliche Unterschied ist ein Grund dafür, dass die Tarife in der Grundversorgung teurer sind. Wenn Sie Ihren aktuellen Stromversorger nicht bewusst gewählt haben, sondern in Ihre Wohnung eingezogen sind und Strom genutzt haben, ohne zuvor einen Lieferanten zu beauftragen, befinden Sie sich in der Grundversorgung. Dann sollten Sie schnell den Liefervertrag wechseln.

Umlagen für die Netzbetreiber

Es gibt drei weitere Umlagen, die an die Netzbetreiber fließen. Die Mittel sollen ihnen helfen, bestimmte Mehrkosten auszugleichen. Ihre Höhe war bis 2018 vergleichsweise gering. Ab 2019 ändert sich das: Vermutlich erhöhen die drei Umlagen den Strompreis um rund einen Cent pro Kilowattstunde (brutto).

Durch die Offshore-Netzumlage (bis 2018 Offshore-Haftungsumlage genannt) kompensieren die Netzbetreiber die Entschädigungszahlung an die Betreiber von Windparks auf See. Einen Anspruch auf Entschädigung haben diese Betreiber, wenn ihre Anlagen noch nicht ans Stromnetz geschlossen sind und sie deswegen ihren Strom nicht einspeisen und sie deshalb die gesetzliche Vergütung nicht beziehen können. 2019 beträgt die Umlage 0,416 Cent pro Kilowattstunde - sie erhöht sich um Faktor elf.

Über die Umlage für abschaltbare Lasten bezahlen die Übertragungsnetzbetreiber vor allem Industriebetriebe, die ihnen gestatten, die Stromversorgung einzelner Maschinen zu unterbrechen. Das erlaubt den Netzbetreibern in Zeiten hoher Stromnachfrage, das Stromnetz auszubalancieren. 2018 steigt die Umlage auf 0,011 Cent pro Kilowattstunde.

Die §-19-Strom-NEV-Umlage trägt zur Finanzierung individueller Netzentgelte bei, die günstiger sind als die regulären Entgelte. Vor allem Unternehmen nehmen sie in Anspruch, die entweder einen konstant hohen Stromverbrauch haben oder dann viel Strom verbrauchen, wenn die Nachfrage gering ist. Auf diese Weise belasten sie das Stromnetz vergleichsweise wenig, und das belohnen die Netzbetreiber. Diese Vergünstigung bezahlen alle Haushalte 2018 mit 0,37 Cent pro Kilowattstunde.

Strompreise im Detail: 3. Kosten für Stromtransport und Messung

Mit rund einem Viertel Ihrer Stromkosten finanzieren Sie den Transport und die Messung des Stroms. Verantwortlich für den Einbau, den Betrieb und die Ablesung des Stromzählers ist der Messstellenbetreiber. Haben Sie kein Unternehmen explizit dafür beauftragt, erledigt das auch der Netzbetreiber für Sie. Die Entgelte für den Zähler sind vergleichsweise gering: Zwischen 8 und 19 Euro zahlen die meisten Haushalte heute im Jahr. Die Kosten dürften aber steigen: Bis 2032 müssen überall in Deutschland moderne Messgeräte installiert sein, die teurer sein können.

Die Entgelte für den Transport über das öffentliche Stromnetz erhebt der Netzbetreiber. Diesen können Sie nicht selbst wählen: Ihr Netzbetreiber ist das Unternehmen, an dessen Stromnetz Sie geschlossen sind. Von Ihrem Wohnort hängt damit entscheidend die Höhe des Strompreises ab.

Denn die Netzentgelte variieren in Deutschland stark, wie die nachfolgende Karte der Bundesnetzagentur zeigt. Am meisten zahlen Verbraucher in Teilen von Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein. Eher niedrig waren die Entgelte für Haushalte bislang in großen Städten sowie Teilen von Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. 

Grafik: Bundesnetzagentur (Stand: 1. Januar 2016)

Wie groß die Unterschiede aktuell zwischen den höchsten und niedrigsten Netzentgelten in Deutschland sein können, ist in der nachfolgenden Tabelle aufgeführt. 

<b>Region<b>Netzbetreiber<b>Grundpreis 2019 (Euro/Jahr)<b>Arbeitspreis 2019 (Ct/kWh)<b>Kosten bei 2.500 kWh Verbrauch<b>Mehr-/Minderkosten zu 2018
Düsseldorf<b>Düsseldorfer Netzgesellschaft14,285,766,33 Ct/kWh+ 0,8%
<b>
Stuttgart<b>Stuttgart Netze07,027,02 Ct/kWh+ 5,7%
<b>
Berlin<b>Stromnetz Berlin39,75,477,06 Ct/kWh-1,5%
<b>
Bremen<b>Wesernetz66,644,497,16 Ct/kWh+24%
<b>
Nürnberg u. Umgebung<b>Main-Donau-Netzgesellschaft47,65,287,18 Ct/kWh-0,4%
<b>
München u. Umgebung<b>SWM Infrastruktur50,195,54547,55 Ct/kWh-9,5%
<b>
Hannover u. Umgebung<b>enercity Netzgesellschaft32,136,938,22 Ct/kWh+8,6%
<b>
Rheinland-Pfalz<b>Energienetz Mittelrhein73,845,328,27 Ct/kWh-0,8%
<b>
Dortmund<b>Dortmunder Netz70,925,468,30 Ct/kWh+17%
<b>
Leipzig<b>Netz Leipzig59,55,948,32 Ct/kWh-2,7%
<b>
NRW, Rheinland-Pfalz u. Saarland<b>Westnetz69,55,668,44 Ct/kWh-2%
<b>
Köln u. Umgebung<b>Netzdienste Rhein-Main23,787,498,44 Ct/kWh-0,3
<b>
Saarland<b>Energienetz Saar73,846,319,26 Ct/kWh+4,7%
<b>
Augsburg u. Umgebung<b>LEW Netz73,846,329,27 Ct/kWh+0,9%
<b>
Niedersachsen<b>EWE Netz114,245,029,59 Ct/kWh-7,1%
<b>
Sachsen u. Sachsen-Anhalt<b>Mitnetz86,876,159,62 Ct/kWh-5,6%
<b>
Bayern<b>Bayernwerk78,186,559,68 Ct/kWh+1,8%
<b>
Niedersachsen u. Sachsen-Anhalt<b>Avacon73,846,769,71 Ct/kWh-3,6%
<b>
Hamburg<b>Energienetz Hamburg71,46,939,79 Ct/kWh+14,5%
<b>
Hessen, Niedersachsen, NRW, Thüringen u. Rheinland-Pfalz<b>Energienetz Mitte90,446,279,89 Ct/kWh+5,4%
<b>
Thüringen<b>Thüringer Energienetze83,36,599,92 Ct/kWh-0,3%
<b>
Kiel<b>Kiel Netz80,686,7810,0 Ct/kWh+8,3 %
<b>
Paderborn u. Umgebung<b>Westfalen Weser Netz91,216,6810,33 Ct/kWh+17,3 %
<b>
Mecklenburg-Vorpommern<b>Wemag Netz91,39811,66 Ct/kWh-14,3%
<b>
Brandenburg u. Mecklenburg-Vorpommern<b>Edis73,848,8911,84 Ct/kWh-0,4%

Quelle: Finanztip-Recherche (Stand: 16. Oktober 2018). Die Angaben sind aus den Preisblättern der Netzbetreiber entnommen, die Preise für 2019 sind noch vorläufig. Es handelt sich stets um Brutto-Preise. Die Liste ist nach der Höhe der Netzentgelte aufsteigend sortiert.

Die Entgelte können die Netzbetreiber nicht völlig frei bestimmen. Die Bundesnetzagentur prüft und genehmigt die Kosten der Unternehmen, die diese dann auf die Verbraucher an ihrem Stromnetz umlegen. Das bedeutet: Je dichter eine Region besiedelt ist, desto geringer können die Entgelte sein. Daher zahlen Haushalte in großen Städten im Schnitt weniger als jene in ländlichen Regionen.

Die Bundesnetzagentur kann diese regionalen Unterschiede nicht aufheben. Durch die Regulierung können sie aber sinken. So verringerten sich die Entgelte 2018 in weiten Teilen Deutschlands. 2019 steigen die Entgelte mehrheitlich in Deutschland wieder. Trotzdem gibt es Regionen, in denen die Netzentgelte zum Jahreswechsel 2019 stärker sinken. Die Veränderungen sind ebenfalls in der Tabelle aufgeführt.

Die höheren Kosten liegen an notwendigen Investitionen, um die Stromnetze intakt zu halten, aber auch am Umbau des Stromnetzes im Zuge der Energiewende. Sollte künftig Strom stärker zum Heizen und zum Antreiben von Fahrzeugen dienen, sind weitere Investitionen notwendig.

Deutsche Verbraucher zahlen höchste Strompreise in Europa

Vor allem aufgrund der wachsenden Umlagen, Abgaben und Steuern auf Strom zahlen Verbraucher in Deutschland heute die höchsten Strompreise in der Europäischen Union. Bis Ende 2016 lag Dänemark vorn.

Im Schnitt zahlen Verbraucher in den 28 Mitgliedsländern mindestens 10 Cent pro Kilowattstunde weniger als Haushalte in Deutschland. Ohne Steuern, Umlagen und Abgaben liegt Deutschland je nach Verbrauchsmenge auf Platz 6 oder 8 der EU-Länder mit den höchsten Preisen für Haushalte.

Durchschnittliche Strompreise für Haushalte

<b>Jahresverbrauch<b><b>in Deutschland<b><b>im Euroraum<b><b>in der EU<b>
<b>unter 1.000 kWh<b>47,42 ct/kWh39,03 ct/kWh34,75 ct/kWh
<b>1.000 bis 2.500 kWh<b>33,62 ct/kWh24,44 ct/kWh22,75 ct/kWh
<b>2.500 bis 5.000 kWh<b>30,48 ct/kWh21,96 ct/kWh20,41 ct/kWh
<b>5.000 bis 15.000 kWh<b>28,76 ct/kWh20,63 ct/kWh18,82 ct/kWh
Quelle: Eurostat (Stand: 23. Januar 2018)

Die Preise basieren auf Daten aus allen EU-Ländern aus dem ersten Halbjahr 2017.

Auch im Vergleich mit anderen Energiearten hebt sich der Preis für Strom ab: Eine Kilowattstunde Strom ist 2018 mehr als dreimal so teuer als eine Kilowattstunde Gas. Während 11,2 Cent pro Kilowattstunde (netto) für Umlagen, Abgaben und die Ökosteuer beim Strom anfallen, sind es beim Gas 0,63 Cent pro Kilowattstunde (netto). Beim Heizöl erhebt der Staat lediglich die Energiesteuer - und belastet den Brennstoff damit am geringsten. Die Mehrwertsteuer, die auf alle Energiearten gleichermaßen anfällt, verstärkt das Gefälle noch: Je höher die Kosten, desto teurer ist die Energie am Ende für den Verbraucher.

Das Ungleichgewicht kritisieren Verbraucherschützer wie auch die Energiewirtschaft selbst und fordern eine Reform der staatlichen Belastungen auf Strom.

Finanztip-Redaktion

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Das Wichtigste in Kürze

  • Wer Aktien oder günstige Aktien-Indexfonds (ETFs) kaufen und aufbewahren will, benötigt ein Wertpapierdepot.
  • Sparer sollten beim Depot darauf achten, dass der Kauf und Verkauf von Wertpapieren <b>möglichst günstig</b> ist. Auch die Depotführung sollte nichts kosten.
  • Die besten Depots gibt es bei <b>speziellen Wertpapierhändlern</b> (online Brokern), aber auch bei vielen <b>Onlinebanken</b>. In der Bankfiliale sind Wertpapiergeschäfte dagegen oft teuer.
  • Ein gutes Depot sollte auch günstig sein, wenn Anleger <b>in monatlichen Raten</b> mit ETFs ansparen wollen.
  • Wichtig bei Online-Bankgeschäften ist die Sicherheit des Computers oder Smartphones.

So gehen Sie vor

  • Überlegen Sie, welcher Anleger-Typ Sie sind.
  • Wollen Sie vor allem <b>sehr günstig handeln</b>, empfiehlt sich der Gang zu einem online Broker. Für diesen Fall empfehlen wir das Festpreis-Depot der <a href="http://finanztip.de/link/onvista-depot/oben/">Onvista Bank</a> oder <a href="http://finanztip.de/link/flatex-konto/oben/">Flatex</a>.
  • Suchen Sie dagegen ein günstiges Depot und möchten Sie gleichzeitig Ihre <b>Bankgeschäfte unter einem Dach</b> erledigen, finden Sie bei den Direktbanken <a href="http://finanztip.de/link/dkb-broker/oben/">DKB</a>, <a href="http://finanztip.de/link/comdirect-depot-fa/oben/">Comdirect</a>, <a href="http://finanztip.de/link/cortal-trader-fa/oben/">Consorsbank</a> und <a href="http://finanztip.de/link/ingdiba-depot/oben/">ING-Diba</a> das passende Angebot.
  • Haben Sie bisher Wertpapiere in der Bankfiliale gekauft, fragen Sie beim nächsten Besuch nach dem Online-Depot Ihrer Bank. Oft können Sie so bereits viel Geld sparen.
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Ein Wertpapierdepot ist heutzutage nichts anderes als eine Art Konto, in dem die Wertpapiere aufgeführt sind, die Ihnen gerade gehören. Jede Geschäftsbank bietet Wertpapierdepots an. Bei den Kosten und dem Service gibt es jedoch große Unterschiede. Erster Schritt zu einer gelungenen Geldanlage ist daher ein günstiges Wertpapierdepot.

Welches Depot passt zu Ihnen?

Um das richtige Depot zu finden, überlegen Sie am besten kurz vorab, was Ihnen persönlich wichtig ist. Wollen Sie möglichst wenig zahlen oder alles auf einen Blick haben?

Online Broker versus Onlinebank

Die mit Abstand günstigsten Preise für den Kauf und Verkauf von Aktien und Fonds bekommen Sie, wenn Sie Ihr Depot bei einem spezialisierten Wertpapierhändler eröffnen, einem sogenannten online Broker. Dort zahlen Sie immer den gleichen (niedrigen) Betrag, egal, wie viel Geld Sie anlegen wollen. Allerdings verwahren Sie in einem solchen Depot wirklich nur Ihre Wertpapiere – andere Bankgeschäfte sind nicht möglich.

Wenn Sie Ihre Finanzen dagegen lieber auf einen Blick sehen möchten, eignet sich eher ein Depot bei einer Direktbank. Vielleicht haben Sie ohnehin schon ein Konto, dann lässt sich das Depot meist recht schnell freischalten. Das ist praktisch – kostet aber etwas mehr. Bei den von uns empfohlenen Onlinebanken ist die Depotführung kostenlos, und die Ordergebühren sind immer noch in Ordnung. Sie steigen aber in der Regel deutlich an, wenn Sie größere Summen anlegen wollen.

Online Depot günstiger als Depot in der Filiale

Nicht jeder Verbraucher möchte zu einer reinen Onlinebank wechseln. Falls Sie Ihre Bankgeschäfte lieber in der Filiale regeln und Ihr Konto bei der ortsansässigen Sparkasse, Volksbank oder anderen großen Geschäftsbanken erstmal behalten wollen, sollten Sie dennoch nicht unter den oft sehr hohen Depotgebühren leiden.

Fragen Sie daher bei Ihrem Bankberater oder am Schalter nach dem günstigsten Depot-Modell. Fast immer bringt der Wechsel zum Online-Banking eine Ersparnis bei den Depotgebühren und den Orderkosten, und das Jahr für Jahr.

Wie viel ein Filialkunde beim Depot einsparen kann, sehen Sie in der Tabelle. Wir haben verglichen, was es kostet, bei einem günstigen Wertpapierhändler für 5.000 Euro Wertpapiere zu kaufen oder – beispielhaft – bei der Stadtsparkasse München.

<b>Kosten Stadtsparkasse München</b><b>Kosten Onlinebank</b>
Ankauf Wertpapier 5.000 €50 Euro plus Spesen6,50 Euro
Verwahrung Wertpapiere19,80 Euro pro Jahrentfällt
Kosten bei 10 Jahre Haltedauer248 Euro6,50 Euro

Quelle: Stadtsparkasse München, Onvista Bank (Stand: 9. März 2018)

Was zeichnet ein gutes Depot aus?

Ein verbraucherfreundliches Depot sollte möglichst günstig sein. Das heißt, die Bank sollte grundsätzlich auf Gebühren für die Depotführung verzichten. Außerdem sollten Sparer nur moderate Gebühren dafür zahlen, wenn sie eine größere Summe auf einmal in Fonds oder kostengünstige Aktien-Indexfonds (ETFs) anlegen. Das ist wichtig, weil Anleger jeden zusätzlichen Prozentpunkt Gebühren erst wieder mühsam mit der Wertpapieranlage verdienen müssen.

Doch nicht jeder hat direkt eine größere Summe auf der hohen Kante. Sparer sollten daher auch die Möglichkeit haben, in kleinen, monatlichen Raten in ETFs anzusparen. Diese Leistung sollte Kunden mit Blick auf die Gebühren nicht überdurchschnittlich belasten.

Außerdem sollte sich die Benutzeroberfläche des Depots an Privatanleger richten. Sie sollte leicht zugänglich sein, so dass Sparer gut zurechtkommen, die hin und wieder Fonds kaufen oder verkaufen oder regelmäßig Raten in den Sparplan stecken wollen.

Selber kaufen und verkaufen leichtgemacht

Mit einem bisschen Vorwissen ist es gar nicht schwer, die Benutzeroberfläche eines Online-Depots selbstständig zu bedienen, also zum Beispiel einfache Kauf- und Verkaufsanträge für ETF-Anteile zu stellen oder einen Sparplan einzurichten.

Wie Sie vorgehen können, um ETFs zu kaufen und zu verkaufen, beschreiben wir im Detail im Ratgeber Aktien kaufen. Dort haben wir auch für einige Direktbanken kurze Videos hochgeladen, in denen wir Schritt für Schritt zeigen, wie der ETF-Kauf funktioniert. Worauf Sie sonst noch achten müssen, erfahren Sie in unserem Ratgeber Geldanlage.

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Welche Depots empfiehlt Finanztip?

Im Februar und März 2018 haben wir uns 13 Wertpapierdepots genauer angeschaut. Bei allen ist die Depotführung ohne zusätzliche Bedingungen kostenlos, Sparer können zu moderaten Gebühren Wertpapiere kaufen und verkaufen, und auch die Kosten für einen ETF-Sparplan liegen im Rahmen.

Die nach Kosten günstigsten Depots

Die mit Abstand günstigsten Depots gibt es bei den online Brokern Onvista Bank (Festpreis-Depot) und Flatex. Egal, wie viel Geld Sie anlegen möchten, Sie zahlen einen festgelegten Preis. Inklusive aller Gebühren sind das bei der Onvista Bank 6,50 Euro pro Transaktion, bei Flatex 6,61 Euro.

Die Onvista Bank bietet darüber hinaus mehr als 80 ETFs für Sparpläne an, die dauerhaft nichts kosten sollen. Bei Flatex gibt es mehr als 700 ETFs, die für Sparpläne infrage kommen, der Großteil ist kostenlos. Die Gebühr von 1,50 Euro pro Sparplan-Rate liegt ansonsten im Durchschnitt.

Die Benutzeroberflächen der Depots von der Onvista Bank und Flatex sind leicht zugänglich. Wir empfehlen Ihnen, ETFs nicht über die Börse, sondern bei einem sogenannten Direkthändler zu kaufen. In dem Fall sehen Sie direkt den Preis, den der Händler stellt und können ihn in einem kleinen Zeitfenster annehmen – oder den Kauf verstreichen lassen. Wie dies genau funktioniert, lesen Sie im Ratgeber Aktien kaufen.

<b>Anlagesumme</b> <b>15.000 € Einmalanlage</b> <b>5.000 € Einmalanlage</b> <b>100 € monatlich</b> <b>Empfehlung</b> <b>Begründung</b>
<b>Onvista Bank²</b> 6,50 6,50 0,00 <b> ja</b>
<b> Flatex</b> 6,61 6,61 1,50 <b> ja</b>
Degiro 5,00 3,00 -- nein kein Sparplan
DKB 25,00 10,00 1,50 nein vergleichsweise höhere Ordergebühren
Merkur Bank 25 25 -- nein kein Sparplan
Wüstenrot direct² 29,90 12,50 -- nein kein Sparplan
Postbank 29,95 14,95 0,90 nein vergleichsweise höhere Ordergebühren
Targobank 34,90 12,50 2,50 nein vergleichsweise höhere Ordergebühren
Maxblue 37,50 12,50 2,90 nein teurer Sparplan, vergleichsweise höhere Ordergebühren

¹ Die Tabelle zeigt eine Auswahl der untersuchten Anbieter. Orderkosten lauten in Euro. Das Zeichen -- bedeutet, dass die Bank oder der Broker das Angebot nicht im Programm hat.
² Bei der Onvista Bank handelt es sich um das Festpreis-Depot, bei der Wüstenrot direct um das Wertpapierdepot, das Handel über die Börse ermöglicht. 
Quelle: Anbieter, Finanztip-Recherche (Stand Konditionen: 8. März 2018)

Beide online Broker – Onvista Bank und Flatex – dürften vielen Bankkunden nicht geläufig sein. Weitere Informationen zu diesen Brokern und zum niederländischen Anbieter Degiro finden Sie weiter unten im Ratgeber. Degiro hat von allen Depotanbietern die günstigsten Preise. Allerdings können Anleger dort keinen Sparplan abschließen.

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Die besten Kombinationsangebote: Depot, Girokonto, Kreditkarte

Wenn Sie Ihre Bankgeschäfte lieber unter einem Dach erledigen, sind Sie mit Blick aufs Depot bei einer von vier geläufigen Direktbanken richtig: DKB, ComdirectConsorsbank und ING-Diba.

Die Kosten für den Kauf von Wertpapieren liegen vergleichsweise niedrig. Zusätzlich gibt es ein Girokonto ohne Kontoführungsgebühr und eine Kreditkarte ohne Grundgebühr. Wir meinen: ein gutes Gesamtpaket.

<b>Anlagesumme</b> <b>15.000 € Einmalanlage</b> <b>5.000 € Einmalanlage</b> <b>100 Euro monatlich</b> <b>Empfehlung „gutes Kombiangebot“</b> <b>Begründung</b>
<b> DKB</b> 25,00 10,00 1,50 <b>ja</b>
<b> Comdirect</b> 42,40 17,40 1,50 <b> ja</b>
<b> Consorsbank</b> 42,45 17,45 1,50 <b> ja</b>
<b> ING-Diba²</b> 37,50² 12,50² 1,75 <b> ja</b>
Wüstenrot direct³ 29,90 12,50 -- nein kein Sparplan
Targobank 34,90 12,50 2,50 nein Girokonto nur kostenlos mit Gehaltseingang, vergleichsweise teurer Sparplan
Postbank 29,95 14,95 1,50 nein Girokonto nur kostenlos bei hohem monatlichen Gehaltseingang
1822direkt 42,40 17,40 2,95 nein Kreditkarte nur kostenlos mit Mindestumsatz, teurer Sparplan
Degussa Bank 60,00 20,00 -- nein keine kostenlose Kreditkarte, kein Sparplan
Merkur Bank 25,00 25,00 -- nein Girokonto und Kreditkarte nicht kostenlos, kein Sparplan

¹ Die Tabelle zeigt eine Auswahl der untersuchten Anbieter. Orderkosten lauten in Euro. Das Zeichen -- bedeutet, dass die Bank oder der Broker das Angebot nicht im Programm hat.
² Im Juni 2018 hat die ING-Diba ihre Orderkonditionen an die der Consorsbank und Comdirect angepasst. Sie bleibt aber Finanztip-Empfehlung im Bereich „gutes Kombiangebot“.
³ Bei der Wüstenrot direct handelt es sich um das Wertpapierdepot, das Handel über die Börse ermöglicht.
Quelle: Anbieter, Finanztip-Recherche (Stand Konditionen: 8. März 2018)

Die DKB hat eine sehr übersichtliche Kostenstruktur. Ein Kunde, der bis zu 10.000 Euro auf einmal anlegt, zahlt pauschal 10 Euro an Gebühren. Wer mehr als 10.000 Euro anlegt, zahlt pauschal 25 Euro. Wer monatlich in Raten anspart, zahlt regulär 1,50 Euro, unabhängig von der Höhe der Sparplanrate. Sparer, die höhere Sparraten wählen, profitieren dann von vergleichsweise geringen Kosten.

Bei den übrigen drei Banken – Comdirect, Consorsbank, ING-Diba – hängt die Ordergebühr von der Höhe der angelegten Summe ab. Alle drei Banken verlangen einen Grundbetrag von knapp fünf Euro. Die Kosten sind aber bei 59,90 Euro (Comdirect), 69 Euro (Consorsbank) und 69,90 Euro (ING-Diba) nach oben gedeckelt. Die ING-Diba hat im Juni 2018 ihre Konditionen im Vergleich zum Analysezeitpunkt im März 2018 angehoben.

Für 100 Euro monatliche Sparrate beim ETF-Sparplan bezahlen Kunden bei Comdirect und Consorsbank regulär 1,50 Euro. Die beiden Banken bieten aber zahlreiche ETFs auch kostenlos im Sparplan an. Die Consorsbank legt außerdem Dividenden von ausschüttenden Fonds wieder an. Bei der ING-Diba liegt der Sparplan mit 1,75 Euro bei 100 Euro Sparrate preislich gerade noch so im Rahmen.

Alle vier Direktbanken haben regelmäßig Aktionen im Programm, um Neukunden zu gewinnen. Die meisten Aktionen sind jedoch zeitlich befristet. In unserem Newsletter informieren wir Sie regelmäßig über gute Angebote.

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Was Sie zu den Brokern wissen sollten

Die günstigen online Broker sind Ihnen womöglich bisher nicht geläufig. Daher haben wir im Folgenden einige Informationen zu den Anbietern zusammengestellt.

Onvista Bank ist Tochter der Comdirect

Die Onvista Bank gibt es unter diesem Namen seit 2009; sie gehört seit 2017 zur Comdirect. Sie führt aber den eigenen Namen weiter und hat eigene Konditionen. Was die Depoteröffnung angeht, hatte diese Anfang des Jahres 2018 auch mal bis zu drei Wochen gedauert. Nach Angaben der Bank sollten Kunden das Depot mittlerweile aber nach maximal einer Woche nutzen können, sofern alle Unterlagen vollständig vorliegen.

Bei der Onvista Bank können Sie Sparpläne nicht wie bei anderen Anbietern einfach abändern, zum Beispiel die Höhe der Rate ändern. Es ist dann notwendig, den Sparplan zu löschen und einen neuen Sparplan anzulegen. Aber auch das ist kein großes Problem, da alles kostenlos passiert. Sie müssen lediglich ein paar Klicks mehr machen.

Schließlich fragt die Onvista Bank keine TANs ab, wenn Sie Wertpapiere kaufen oder verkaufen. Stattdessen ist ein einziges Girokonto hinterlegt, von dem das Geld für Käufe abgebucht und der Erlös aus Verkäufen gutgeschrieben wird. Dieses Konto lässt sich nur offline – also per schriftlichem Antrag – ändern. Wir halten dieses Depot daher für ebenso sicher wie solche von anderen Anbietern.

Flatex berechnet Negativzinsen für nicht investiertes Guthaben

Flatex ist ein Broker, der zur Fintech Group gehört. 2017 hat die Gesellschaft eine eigene Bank gegründet, die Fintech Group Bank AG. Mehr dazu lesen Sie im Detailartikel zu Flatex.

Ebenfalls 2017 hat Flatex beschlossen, die negativen Einlagenzinsen der Europäischen Zentralbank an die Kunden weiterzugeben. Wer Geld auf dem Verrechnungskonto liegen lässt, bezahlt darauf 0,4 Prozent Zinsen pro Jahr. Dies sollten Sie vermeiden und Geld stets schnell vom Verrechnungskonto nehmen, indem Sie es entweder investieren oder auf Ihr Girokonto weiterüberweisen.

Zudem kauft Flatex ETF-Anteile für den Sparplan nicht wie die meisten anderen Anbieter über die Börse, sondern direkt von der ETF-Gesellschaft. Der Kaufkurs ist daher kein Börsenkurs, sondern der von der ETF-Gesellschaft am Ende des Handelstags gestellter Kurs, der sogenannte Nettoinventarwert. Dazu kommen zusätzliche Abwicklungskosten (Additional Trading Costs, ATC), die dem Händler zugutekommen, der Flatex die Fondsanteile übermittelt.

Als Anleger brauchen Sie sich wegen der ATC nicht zu sorgen. Diese sind in dem Kaufpreis, den Flatex Ihnen anzeigt, bereits enthalten. Der Kaufpreis seinerseits liegt stets nah am Börsenpreis. Kostenlose Sparpläne sind so auch wirklich kostenlos. Mehr dazu lesen Sie auch im Finanztip-Blog, eine Diskussion zu den ATC finden Sie in einem zweiten Blogbeitrag (Frage des Lesers Markus vom 3. Dezember 2017).

Falls Sie ausländische Einzelaktien besitzen, verlangt Flatex eine Gebühr für das Einbuchen der Dividende. Sie liegt bei 5 Euro pro Vorgang. Falls die Gutschrift der Dividende weniger als 15 Euro beträgt, sinkt die Gebühr auf 1,50 Euro. Ein Beispiel: Sie besitzen 75 Aktien von Apple, die viermal pro Jahr eine Dividende von etwa 50 US-Cent pro Anteil einbringen. Nach Einbehalt der US-Quellensteuer steht Ihnen eine Dividende von 21 Euro zu. Für jede Einbuchung werden 5 Euro fällig. Von insgesamt 84 Euro Dividende bleiben also am Jahresende nur 64 Euro übrig.

Degiro ist günstig, ermöglicht aber kein Ratensparen

Wenn Sie nach dem absolut günstigsten Depot suchen und sicher sind, dass Sie keinen Sparplan eröffnen wollen, lohnt ein Blick auf den niederländischen Broker Degiro. Vor allem, wenn Sie kleinere Beträge anlegen möchten, kommen Sie bei Degiro nochmals deutlich günstiger davon als bei unseren Empfehlungen.

Allerdings sollten Sie wissen: Abgeltungssteuer kann Degiro wegen des Sitzes im Ausland nicht direkt an den deutschen Fiskus abführen. Sie müssen also Jahr für Jahr Einkünfte aus Kapitalerträgen von der Steuerbescheinigung in Ihre Steuererklärung übertragen.

Ein Verrechnungskonto gibt es bei Degiro nicht. Der Anbieter steckt Geld, das Sie nicht in Aktien oder Fonds halten, stattdessen in einen Geldmarktfonds mit europäischen Anleihen. Ein solcher Fonds kann theoretisch auch negative Renditen erzielen. Für Degiro-Sparer sind aber nach Aussage des Anbieters Verluste ausgeschlossen.

Wie eröffnen Sie ein Depot?

Haben Sie sich für einen Anbieter entschieden, müssen Sie das Depot eröffnen. Führen Sie bereits ein Girokonto bei einer Direktbank und wollen zusätzlich das Depot freischalten lassen, müssen Sie in der Regel nicht erneut Ihre Identität nachweisen. Als Neukunde kommen Sie allerdings um ein paar Angaben nicht herum.

Die Depotbank bittet Sie um persönliche Angaben, neben Anschrift und Kontoverbindung auch zum Gehalt. Die seit 2018 geltende EU-Richtlinie Mifid-II verlangt außerdem, dass jeder Neukunde seine bisherigen Erfahrungen mit Wertpapieren auf einer Skala abträgt. Sollten Sie später einmal Wertpapiere kaufen, die Ihren hinterlegten Kenntnisstand übersteigen, würde die Direktbank eine Warnung aussprechen.

Am Ende ist noch ein Identitätsnachweis nötig. Die meisten Banken bedienen sich nach wie vor des Post-Ident-Verfahrens. Sie bekommen einen Antrag zur Depoteröffnung, mit dem Sie zu einem Postschalter gehen und sich ausweisen müssen. Der Depotanbieter prüft die Unterlagen und schaltet erst dann das Depot frei. Bis Sie Ihr Depot nutzen können, kann es zwei Wochen oder länger dauern.

Wie wechseln Sie Ihr Depot?

Wenn Sie Ihren Depotanbieter wechseln wollen, geht dies relativ leicht von der Hand. Eröffnen Sie dazu zunächst ein neues Depot bei einer anderen Bank oder einem anderen Broker. Die meisten Banken bieten einen Umzugsservice (Depotwechselservice) an. Dazu füllen Sie ein Formular aus, das die neue Bank ermächtigt, die Wertpapiere Ihres alten Depots zu übertragen.

Sie können auch nur einzelne Wertpapiere oder Fonds für einen Übertrag auswählen. Wenn gewünscht, können Sie auch das alte Depot schließen lassen. Der Depotwechsel muss kostenlos erfolgen. Das hat der Bundesgerichtshof bestätigt (Urteil vom 30. November 2004, Az. XI ZR 200/03). Der Wechsel sollte nach etwa zwei Wochen vollzogen sein.

Bei immer mehr Banken lässt sich der Depotwechsel auch komplett online bewerkstelligen. Dazu geben Sie bei Ihrer neuen Bank den Namen Ihrer vorigen Bank und Ihre Depotnummer in ein Online-Formular ein. Wollen Sie einzelne Wertpapiere übertragen, müssen Sie die Identifikationsnummer ISIN bereithalten – oder sich über die neue Bank ins alte Depot einloggen und einzelne Wertpapiere auswählen. 

Den endgültigen Antrag können Sie dann mit Hilfe der Maus am PC oder mit dem Finger auf dem Touchscreen Ihres Smartphones oder Tablets unterschreiben.

So haben wir getestet

Vergleich Online-Depotbanken 2018

Um auf eine erste Grundgesamtheit zu kommen, haben wir im Februar 2018 auf Google nach den Keywords „Onlinebroker“ und „Wertpapierdepot“ gesucht. Jeweils die ersten zehn Google-Ergebnisseiten haben wir berücksichtigt. Dort fanden wir 36 Anbieter.

Aus diesen Anbietern suchten wir diejenigen heraus, die ein Depot mit kostenloser Depotführung ohne Zusatzbedingungen haben und gleichzeitig für Privatanleger geeignet sind. Depots mit einer Benutzeroberfläche für professionelle Vieltrader (zum Beispiel Lynxbroker, Interactive Brokers (IB), Captrader) ließen wir außen vor.

Von den 36 blieben 15 Depotanbieter übrig:

  • 1822direkt
  • Comdirect
  • Consorsbank
  • Degiro
  • Degussa Bank
  • DKB
  • Flatex
  • ING-Diba
  • Maxblue
  • Merkurbank
  • NIBC Direct
  • Onvista Bank
  • Postbank
  • Targobank
  • Wüstenrot Direct

Aus diesen Depots haben wir diejenigen herausgefiltert, die gemessen an den Orderkosten absolut am günstigsten sind. Dazu prüften wir die jeweils günstigste Möglichkeit, 1.000, 5.000 und 15.000 Euro in ETFs zu investieren. In der Regel waren das Käufe im sogenannten Direkthandel, nicht über die Börse. Außerdem haben wir die Depots ausgewählt, die Teil eines guten Gesamtpakets – bestehend aus Depot, Girokonto und Kreditkarte – sind. Für Girokonto und Kreditkarte sollten jeweils keine Grundgebühren anfallen.

Wichtiges Auswahlkriterium für eine Empfehlung war zudem, dass Sparer ETF-Sparpläne zu branchenüblichen Kosten anbieten (nicht mehr als 1,75 Prozent des Sparbeitrags).

Die Tabellen zeigen alle 15 untersuchten Depots und die Empfehlungen für die Kategorien „kostengünstig“ und „bestes Kombiangebot“. Geordnet sind die günstigsten Depotanbieter nach den Kosten für eine Anlage in Höhe von 15.000 Euro. Die Depots in der Kategorie „bestes Kombiangebot“ sind geordnet nach Umfang des angebotenen Service.

<b>Anlagesumme</b> <b>15.000&nbsp;€</b> <b>5.000&nbsp;€</b> <b>1.000&nbsp;€</b> <b>50 € Sparplan</b> <b>100 € Sparplan</b> <b>Empfehlung <b>Begründung</b>
<b><a href="http://finanztip.de/link/onvista-depot/tabelle/">Onvista Bank</a></b>² 6,50 6,50 6,50 0,00 0,00 <b>ja</b>
<b> <a href="http://finanztip.de/link/flatex-konto/tabelle/">Flatex</a></b> 6,61 6,61 6,61 1,50 1,50 <b>ja</b>
Degiro 5,00 3,00 2,20 -- -- nein kein Sparplan
DKB 25,00 10,00 10,00 1,50 1,50 nein vergleichsweise höhere Ordergebühren
Merkur Bank 25,00 25,00 25,00 -- -- nein kein Sparplan
Wüstenrot direct² 29,90 12,50 9,90 -- -- nein kein Sparplan, vergleichsweise höhere Ordergebühren
Postbank 29,95 14,95 7,95 0,90 0,90 nein vergleichsweise höhere Ordergebühren
ING-Diba 37,50 12,50 9,90 0,88 1,75 nein vergleichsweise höhere Ordergebühren
Targobank 34,90 12,50 8,90 1,50 2,50 nein vergleichsweise höhere Ordergebühren
Maxblue 37,50 12,50 8,90 2,70 2,90 nein teurer Sparplan, vergleichsweise höhere Ordergebühren
NIBC direct 42,40 17,40 9,90 -- -- nein kein Sparplan, vergleichsweise höhere Ordergebühren
Comdirect 42,40 17,40 9,90 0,75 1,50 nein vergleichsweise höhere Ordergebühren
Consorsbank 42,45 17,45 9,95 0,75 1,50 nein vergleichsweise höhere Ordergebühren
1822direkt 42,45 17,45 9,90 2,95 2,95 nein teurer Sparplan, vergleichsweise höhere Ordergebühren
Degussa Bank 60,00 20,00 15,00 -- -- nein kein Sparplan, vergleichsweise höhere Ordergebühren

¹ Orderkosten lauten in Euro. Das Zeichen -- bedeutet, dass die Bank oder der Broker das Angebot nicht im Programm hat.
² Bei der Onvista Bank handelt es sich um das Festpreis-Depot, bei der Wüstenrot direct um das Wertpapierdepot, das Handel über die Börse ermöglicht.
Quelle: Anbieter, Finanztip-Recherche (Stand Konditionen: 5. März 2018)

<b>Anlagesumme</b> <b>Girokonto und Kreditkarte ohne Grundgebühr</b> <b>15.000&nbsp;€</b> <b>5.000&nbsp;€</b> <b>50 € Sparplan</b> <b>100 € Sparplan</b> <b>Empfehlung „gutes Kombiangebot"</b> <b>Begründung</b>
<b> <a href="http://finanztip.de/link/dkb-broker/tabelle/">DKB</a></b> ja 25,00 10,00 1,50 1,50 <b> ja</b>
<b> <a href="http://finanztip.de/link/ingdiba-depot/tabelle/">ING-Diba</a></b> ja 37,50 12,50 0,88 1,75 <b> ja</b>
<b> <a href="http://finanztip.de/link/comdirect-depot-fa/tabelle/">Comdirect</a></b> ja 42,40 17,40 0,75 1,50 <b> ja</b>
<b> <a href="http://finanztip.de/link/cortal-trader-fa/tabelle/">Consorsbank</a></b> ja 42,45 17,45 0,75 1,50 <b> ja</b>
Wüstenrot direct² ja 29,90 12,50 -- -- nein kein Sparplan
Targobank ja 34,90 12,50 1,50 2,50 nein Girokonto nur kostenlos mit Gehaltseingang, vergleichsweise teurer Sparplan
Postbank nein 29,95 14,95 1,50 1,50 nein Girokonto nur kostenlos bei hohem monatlichen Gehaltseingang
1822direkt nein 42,40 17,40 2,95 2,95 nein Kreditkarte nur kostenlos mit Mindestumsatz, teurer Sparplan
Degussa Bank nein 60,00 20,00 -- -- nein keine kostenlose Kreditkarte, kein Sparplan
Merkur Bank nein 25,00 25,00 -- -- nein Girokonto und Kreditkarte nicht kostenlos, kein Sparplan
Onvista Bank² nein 6,50 6,50 0,00 0,00 nein keine Bankgeschäfte möglich
Flatex nein 6,61 6,61 1,50 1,50 nein keine Bankgeschäfte möglich
Maxblue nein 37,50 12,50 2,70 2,90 nein keine Bankgeschäfte möglich, teurer Sparplan
Degiro nein 5,00 3,00 -- -- nein keine Bankgeschäfte möglich, kein Sparplan
NIBC direct nein 42,40 17,40 -- -- nein kein Girokonto, keine Kreditkarte, kein Sparplan

¹ Orderkosten lauten in Euro. Das Zeichen -- bedeutet, dass die Bank oder der Broker das Angebot nicht im Programm hat. 
² Bei der Onvista Bank handelt es sich um das Festpreis-Depot, bei der Wüstenrot direct um das Wertpapierdepot, das Handel über die Börse ermöglicht.
Quelle: Anbieter, Finanztip-Recherche (Stand Konditionen: 5. März 2018)

Große Geschäftsbanken wie die Commerzbank tauchen in der Übersicht nicht auf. Deren Direktdepot ist für Kunden nur kostenlos, sofern sie einmal pro Quartal handeln. Andernfalls fallen je nach Depotvolumen hohe Gebühren an.

In der Untersuchung verblieben sind dagegen Anbieter, bei denen es nur kleine Einschränkungen für ein kostenloses Konto gibt und es deswegen bei normaler Nutzung ohne Weiteres möglich ist, das Depot kostenlos zu führen. Das gilt für 1822direkt, die Comdirect und die Targobank. Bei der 1822direkt muss das Depot lediglich einen Bestand aufweisen. Bei der Comdirect und Targobank genügt es, wenn Sparer zusätzlich ein kostenloses Girokonto eröffnen.

Empfehlungen aus dem Ratgeber

  • Die günstigsten Anbieter:
  • <a href="http://www.finanztip.de/link/onvista-depot/tabelle">Onvista Bank</a>
  • <a href="http://www.finanztip.de/link/flatex-konto/abbinder">Flatex</a>
  • Je Anbieter mit dem besten Angebot aus kostenlosem Girokonto, kostenloser Kreditkarte und kostenlosem Depot
  • <a href="http://www.finanztip.de/link/dkb-broker/abbinder/">DKB</a>
  • <a href="http://finanztip.de/link/ingdiba-depot/abbinder/">ING-Diba</a>
  • <a href="http://finanztip.de/link/comdirect-depot-fa/abbinder/">Comdirect</a>
  • <a href="http://finanztip.de/link/cortal-trader-fa/abbinder/">Consorsbank</a>

Noch mehr sparen mit Finanztip

  • Die wichtigste Bankverbindung:
  • <a href="t3://page?uid=640">So sichern Sie sich das günstigste Online-Girokonto</a>
  • Die passende Kreditkarte:
  • <a href="t3://page?uid=763">Wie Sie die passende Kreditkarte finden</a>
  • Geldanlage mit Tagesgeld:
  • <a href="t3://page?uid=308">Finden Sie die besten Konten für Tagesgeld</a>
  • Geldanlage mit Aktien:
  • <a href="t3://page?uid=2264">So legen Sie erfolgreich mit Aktien an</a>
  • Geldanlage mit Indexfonds:
  • <a href="t3://page?uid=2195">Einfach und günstig mit Indexfonds anlegen</a>
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redaktion@finanztip.de (Finanztip Verbraucherinformation gGmbH) 22.10.2018 10:42:00 +0000
Handytarife-Vergleich : Handytarife vergleichen https://www.finanztip.de/handytarife/ https://www.finanztip.de/?id=2366Mit unserem Vergleichsrechner günstige Handytarife finden

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Das Wichtigste in Kürze

  • Handyverträge mit Gerät lohnen sich nur selten. Meist ist es besser, das Smartphone im Handel zu kaufen und den Handytarif separat abzuschließen.
  • Es gibt im Wesentlichen drei Arten von Handytarifen: Allnet-Flat mit pauschaler Grundgebühr, Pakettarife mit Inklusiv-Einheiten und variable Tarife ohne feste Kosten (Prepaid).
  • Der Preis eines Handytarifs hängt von der Qualität des Handynetzes ab. Telekom und Vodafone sind tendenziell gut und teuer. Telefónica (O2-Netz) ist okay und billig.
  • Im Schnitt braucht ein Smartphone-Nutzer 850 Megabyte im Monat. Der Datenverbrauch kann allerdings stark schwanken. Rechnen Sie mit genügend Puffer. Nur wer das Internet sehr selten nutzt, sollte auf LTE verzichten.
  • Der Finanztip-Handyrechner filtert die Handytarife nach strengen Kriterien. Wir geben außerdem redaktionelle Hinweise.
  • Für den Rechner verwenden wir die Daten des Dienstleisters Tariffuxx.

So gehen Sie vor

  • Wer regelmäßig mehr als etwa drei Stunden im Monat mit dem Handy telefoniert, für den lohnt sich eine Allnet-Flat. Die besten Tarife finden Sie im <a href="t3://page?uid=199">Ratgeber Allnet-Flat</a> oder mit unserem <a href="t3://page?uid=5801">Handy-Tarifrechner</a>.
  • Telefonieren Sie regelmäßig weniger als 200 Minuten mobil, rechnet sich oft ein Tarif mit Inklusiv-Einheiten. Den passenden Tarif finden Sie mit unserem <a href="t3://page?uid=5801">Vergleichsrechner</a>.
  • Für Gelegenheitsnutzer sind variable Tarife ohne Grundgebühr oder Prepaid-Karten das Richtige. Empfehlenswerte Angebote finden Sie im <a href="t3://page?uid=901">Ratgeber Prepaid-Karte</a> und unter dem Stichwort <a href="t3://page?uid=3264">Billig telefonieren</a> oder ebenfalls mit unserem <a href="t3://page?uid=5801">Handyrechner</a>.

Wer einfach in einen Handyladen spaziert, um einen Mobilfunktarif abzuschließen, zahlt mehr als ein Online-Kunde. Denn ein guter Mobilfunk-Händler berät seinen Kunden, damit dieser unter Hunderten Handytarifen einen passenden für sich findet. Diese Beratung kostet natürlich Geld – meistens enthalten in etwas höheren Grundgebühren. 

Online sind Handytarife oft günstiger zu haben. Allerdings ist die Auswahl so groß, dass es schier unmöglich scheint, alle Tarife selbst zu vergleichen und den günstigsten zu finden. Außerdem sind die Tarifdetails oft kompliziert. 

Um den Durchblick zu behalten, gibt es Vergleichsrechner im Internet, die in wenigen Sekunden Tausende Mobiltarife durchstöbern. Besonders verbraucherfreundlich ist der Handy-Tarifrechner von Finanztip.

Was macht den Finanztip-Rechner besonders?

Wie wir aus mehreren Tests mit Nutzern wissen, können Vergleichsportale für Handytarife leicht überfordern. Wer mit einer Vielzahl an Einstellungsmöglichkeiten konfrontiert ist, trifft schnell die falsche Wahl. Deshalb hat Finanztip einen eigenen Vergleichsrechner für Handytarife entwickelt. Dabei haben wir konsequent darauf geachtet, dass Nutzer auch ohne Profiwissen zu einem guten Ergebnis gelangen.


Diese Daten nutzt Finanztip

Wir greifen auf die Daten des Dienstleisters Tariffuxx zurück, den wir zuvor auf Herz und Nieren geprüft haben. Beachten Sie, dass es noch weitere geeignete Vergleichsrechner für Handytarife im Internet gibt. Wenn Sie möglichst viele Mobilfunktarife vergleichen wollen, kann es sich lohnen, mehrere Vergleichsportale zu nutzen. Damit wird die Suche aber auch unübersichtlicher.


Worauf kommt es bei einem günstigen Handytarif an?

In vier einfachen Schritten kommen Sie mit dem Finanztip-Handyrechner zum passenden Mobilfunktarif.

Der Handyempfang hängt vom richtigen Netz ab

Leiden Sie unter chronisch schlechtem Empfang, müssen Sie wahrscheinlich Ihr Handynetz wechseln. Gerade auf dem Land sind die Netze der Telekom (D1) und von Vodafone (D2) besser als das von Telefònica (O2-Netz). Welches Netz vor Ort am besten ausgebaut ist, kann regional jedoch sehr unterschiedlich ausfallen.

Auch jeder Discounter und Drittanbieter in Deutschland nutzt eines der drei Handynetze. Ob Sie mit Congstar oder Telekom telefonieren, mit Aldi-Talk oder O2 surfen, mit Lidl-Connect oder Vodafone, macht nur in Ausnahmefällen einen merklichen Unterschied. Wenn Sie unsicher sind, welches Netz das richtige für Sie ist: Wir haben alle wichtigen Details in unserem Ratgeber über Netzqualität zusammengefasst.

Gutes Netz oder günstiges Netz
Wollen Sie alle Netzanbieter berücksichtigen oder bestimmte ausschließen?
Telekom
gut, teuer
Vodafone
ganz gut, relativ günstig
O2
E-Plus
ok, günstig

Mehr Freiheit mit flexibler Vertragslaufzeit

Am geläufigsten sind Mobilfunktarife mit Prepaid-Karten, mit einmonatiger Kündigungsfrist und Verträge mit bis zu 24 Monaten Laufzeit. Prepaid-Tarife sind so flexibel wie monatlich kündbare Handyverträge und ermöglichen darüber hinaus eine höhere Kontrolle über die Telefonkosten. Dadurch sind Prepaid-Tarife besonders für Kinder und Gelegenheitsnutzer geeignet. Wer mal einen Monat auf das Handy verzichtet, muss beim Prepaid auch nichts dafür zahlen.

Flexible Verträge eignen sich für Schnäppchenjäger und für Wechsler, die noch nicht sicher sind, ob sie mit dem neuen Anbieter zufrieden sein werden – sei es wegen Netzempfang oder Service. Auch wenn sich der Bedarf an Telefonminuten oder Datenvolumen ändert, können Handybesitzer bei flexiblen Verträgen leicht den Tarif wechseln. Kurze Laufzeiten gibt es in der Regel nur bei Handytarifen ohne Handy.

Wenn Sie genau wissen, wie oft Sie zum Handy greifen, können Sie auch einen Handytarif mit einer Laufzeit von bis zu 24 Monaten abschließen. Tarife mit Vertragsbindung können ein bisschen günstiger sein als flexible Angebote. Außerdem laufen die meisten Handytarife mit Handy über zwei Jahre.

Flexibel, günstig oder keine Vertragslaufzeit
Was ist Ihnen wichtiger?
flexibel
gute Kostenkontrolle
möglichst günstig

Was heißt „lange telefonieren“?

Wenn Sie sich auch mal am Handy festquatschen und eher länger als drei, vier Stunden im Monat telefonieren, dann lohnt sich eine Allnet-Flat. Auch SMS gehören in der Regel in die Allnet-Flat. Falls Sie noch regelmäßig diese Kurznachrichten schreiben, raten wir zur Flatrate. Damit wissen Sie im Vorfeld genau, welche Kosten auf Sie zukommen.

Allnet-Flats sind ganz klar auf dem Vormarsch. Doch wenn Sie weniger als 200 Minuten telefonieren, finden Sie ab und an auch noch Mobilfunktarife mit inklusiven Freiminuten. Lassen Sie das Handy hingegen so manchen Monat ganz liegen, empfehlen wir einen günstigen Handytarif, bei dem Sie pro Minute zahlen. Wenn Sie sich nicht sicher sind, schauen Sie sich einfach Ihre letzten Telefonrechnungen an. Dort sind Telefondauer und SMS-Anzahl aufgeführt.

Um einen eventuellen Bonus für die Rufnummernmitnahme zu berechnen, geht unser Rechner davon aus, dass Sie Ihre Handynummer behalten wollen und zum neuen Anbieter mitnehmen.

Mit voller Fahrt auf der Datenautobahn

Der durchschnittliche Datenverbrauch in Deutschland beträgt etwa 850 Megabyte (MB). Auch wenn Sie mal einen Monat etwas mehr im Internet surfen, reichen zwei Gigabyte (GB) normalerweise aus. Intensivnutzer mit Musik- und Videostreaming sollten mit drei GB aufwärts rechnen. Nur wer sehr selten ins mobile Internet geht, sollte dabei auf LTE verzichten. Denn LTE bietet eine schnellere Internetverbindung und eine bessere Netzabdeckung.

Der monatliche Verbrauch des Datenvolumen steht nicht auf allen Handyrechnungen. Es gibt aber Apps, die das Surfvolumen anzeigen. Und viele Mobil-Betriebssysteme bieten diese Funktion sogar ohne Zusatzsoftware: Unter Android 8 mit Samsung-Oberfläche finden Sie die Information beispielsweise unter Einstellungen → Verbindungen → Datennutzung; iPhones mit iOS 12 zeigen den Datenverbrauch eines längeren Zeitraums unter Einstellungen → mobiles Netz.


Sonderfall Datenautomatik

Manche Tarife besitzen eine Datenautomatik. Vor allem bei sehr günstigen Handytarifen bucht der Anbieter automatisch kostenpflichtiges Datenvolumen nach, sobald der Nutzer sein Kontingent verbraucht hat. Meistens werden bis zu dreimal 2 Euro fällig für je 200 MB. Das ist fast immer zu teuer. 

Handytarife mit Datenautomatik eignen sich daher nur, wenn Sie Ihr Surfverhalten gut abschätzen können. Oder wenn das enthaltene Datenvolumen so großzügig ist, dass Sie nicht Gefahr laufen, es zu überschreiten. Deshalb berücksichtigt unser Handy-Tarifrechner nur abschaltbare Datenautomatiken oder solche, deren Volumengrenze mindestens 1 Gigabyte über dem angegebenen Surfvolumen liegt.


Was sind die Finanztip-Kriterien für gute Handytarife?

Der Finanztip-Mobilfunkrechner bezieht seine Daten vom Dienstleister Tariffuxx. Dieser hat in unserem letzten Vergleich gut abgeschnitten und wurde zusammen mit Verivox und handytarife.de eine Finanztip-Empfehlung.

Die Tarifdaten filtert unser Rechner nach den Finanztip-Kriterien. So sortieren wir Handytarife mit überzogenen SMS-Preisen von mehr als 19 Cent aus. Außerdem ergänzen wir die Tarifdaten um redaktionelle Kommentare, um auf Besonderheiten hinzuweisen. Dazu zählt etwa eine ansteigende Grundgebühr, über die Sie sich im Klaren sein sollten.

Unser Handyrechner beschränkt sich derzeit auf Angebote ohne zusätzlich hinzubuchbare Optionen. Das heißt, Sie können einfach einen Handytarif abschließen, der Ihre Anforderungen erfüllt, ohne weitere Schritte unternehmen zu müssen.

Bei unübersichtlichen Angeboten kann es leicht passieren, dass Sie bei der Kombination verschiedener Optionen einen falschen Haken setzen und eine unerwünschte Zusatzoption abschließen. Achten Sie beim Ausfüllen der Formulare daher auf vermeintlich kostenlose Extras.

Einige Tarife zeigt der Rechner durch den Ausschluss von Optionen nicht an. Dazu zählen „Wie ich will“ von Congstar oder der Basis-Prepaid-Tarif von Aldi Talk mit Zusatzoptionen wie „Paket S“. Für die Zukunft denkbar ist ein Profi-Modus, der auch Tarife mit Zusatzoptionen anzeigt.

Neben der Grundgebühr sollten Sie auf den Anschlusspreis achten, der zu Beginn des Vertrags einmalig anfällt. In manchen Fällen können Sie einmalige Kosten zurückholen, zum Beispiel mit einer SMS mit einem bestimmten Text oder in der App des Mobilfunkanbieters.


Mehr Transparenz durch Telekommunikations-Verordnung

Seit dem 1. Juni 2017 müssen Telekommunikations-Anbieter ihren Kunden ein Formblatt aushändigen, auf dem alle wichtigen Vertragsdaten über einen neu abgeschlossenen Handy- oder Festnetztarif stehen. Im „Produktinformationsblatt“ finden Sie die wichtigsten Kosten und Leistungen im Überblick.


Welcher Handytarif passt zu mir?

Allnet-Flats sind momentan schwer angesagt. Zum Pauschalpreis von weniger als 10 Euro rufen Sie damit unbegrenzt in allen Handynetzen sowie auf dem Festnetz an und können je nach Tarif auch unendlich viele SMS verschicken. Doch nicht für jeden ist ein Pauschaltarif die billigste Tarifart. Für einige Nutzer sind variable Konditionen günstiger, für andere wiederum Tarife mit Inklusiv-Einheiten (Minuten, SMS und MB), auch Pakettarife genannt.

<b>Handytarif-Art</b> <b>Beschreibung</b> <b>lohnt sich für ...</b> <b>finden Sie hier:</b>
variabler Handytarif ohne Grundgebühr Abrechnung pro Minute und SMS, keine Grundgebühr, weder Inklusiv-Minuten noch Inklusiv-SMS Gelegenheitsnutzer, die das mobile Internet kaum benötigen <a href="t3://page?uid=3264">Billig telefonieren</a>, <a href="t3://page?uid=901">Prepaid-Tarife</a>, <a href="t3://page?uid=5801">Finanztip-Handy-Tarifrechner</a></Link>
Pakettarif enthält eine bestimmte Zahl an Minuten und SMS für eine relativ niedrige Grundgebühr; bei Überschreiten der Inklusiv-Einheiten fällt oft ein leicht erhöhter Preis je weiterer Einheit an Wenigtelefonierer, die das mobile Internet nutzen <a href="t3://page?uid=5636">Günstige Handyverträger</a>, <a href="t3://page?uid=5801">Finanztip-Handy-Tarifrechner</a>
Allnet-Flat etwas höhere Grundgebühr, Telefonate in alle Netze sind inklusive; je nach Tarif ist auch eine unbegrenzte Zahl an SMS enthalten Vieltelefonierer oder wer ein Rundum-sorglos-Paket wünscht <a href="t3://page?uid=199">Allnet-Flat</a>, <a href="t3://page?uid=2469">LTE fürs Handy</a>, <a href="t3://page?uid=5801">Finanztip-Handy-Tarifrechner</a>

Smartphone günstig anschaffen

Die meisten günstigen Handytarife gibt es ohne Handy. Sie enthalten also nur eine Sim-Karte, ein Smartphone müssen Sie selbst kaufen. Ein Handytarif mit Handy lohnt sich nur, wenn das alte Smartphone ausgedient hat. Und ist es in vielen Fällen günstiger, wenn Sie Handy und Tarif einzeln kaufen.

Arne Düsterhöft von Finanztip, Experte für Telekommunikation

Handy günstig kaufen

  • Gerät unabhängig vom Vertrag erwerben.
  • Spezial-Anbieter verkaufen gebrauchte Handys mit Rückgaberecht und Gewährleistung.
  • Für Neugerät Preisvergleich nutzen.

» Zum Test der Gebrauchthändler
» Wann sich ein Handyvertrag mit Gerät lohnt

  • <b>Gebrauchthändler:</b>
  • <a href="http://www.finanztip.de/link/buyzoxs/tabelle/">Buyzoxs</a>
  • <a href="http://www.finanztip.de/link/asgoodasnew/tabelle/">Asgoodasnew</a>
  • <a href="http://www.finanztip.de/link/clevertronic/tabelle/">Clevertronic</a>
  • <a href="http://www.finanztip.de/link/startseite-rebuy/tabelle/">Rebuy</a>
  • <b>Preisvergleich:</b>
  • <a href="http://finanztip.de/link/idealo/rvb/">Idealo</a>

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Flexibel, günstig oder keine Vertragslaufzeit
Was ist Ihnen wichtiger?
flexibel
gute Kostenkontrolle
möglichst günstig

Hinweis: Früher sperrten Vertragsanbieter ihre Handys für andere Netz oder sogar für andere Sim-Karten. Glücklicherweise setzen die meisten Unternehmen diesen sogenannten Simlock heute nur noch für einige Monate ein, falls es sich um ein sehr begehrtes, neues Smartphone handelt.

Wenn ein Handyvertrag mit Handy nichts für Sie ist

Geringe Auswahl: Unsere Studie hat gezeigt, dass es nicht alle Handymodelle mit Vertrag gibt. Haben Sie sich für ein spezielles Gerät entschieden, kann es sein, dass Ihr Traumhandy gar nicht auf den Vergleichsportalen auftaucht. Es ist außerdem möglich, dass der passende Tarif nur ohne Smartphone erhältlich ist. Viele günstige Mobilfunk-Discounter verkaufen gar keine Handys zu ihren Tarifen. Doch selbst die Netzbetreiber stellen nur eine Auswahl ihrer Tarife mit Handys zur Verfügung. Prepaid-Karten suchen Sie zum Beispiel bei Kombitarifen vergeblich. 

Lange Vertragslaufzeiten: Bei den allermeisten Handyverträgen mit Smartphone binden Sie sich 24 Monate an einen Anbieter. Wenn Sie lieber flexibel bleiben wollen, sollten Sie Handy und Tarif einzeln kaufen. Auf der anderen Seite kann es sein, dass Sie noch eine Weile an Ihren alten Tarif gebunden sind. Schließen Sie voreilig einen neuen Handyvertrag ab, müssen Sie doppelt zahlen.

Unübersichtliche Preisstruktur: Der Mixpreis aus Handy und Tarif verschleiert, ob Sie am Ende sparen oder draufzahlen. Sind Sie sich nicht sicher oder haben ein schlechtes Gefühl, kaufen Sie das Handy lieber einzeln und schließen den Tarif separat ab. So haben Sie die Kosten besser im Blick.

Für die Suche nach einem günstigsten Handy ohne Vertrag bieten sich die Preisvergleichsseiten billiger.de, Geizhals oder Idealo an.

Wann sollte ich meinen Vertrag wechseln?

Egal ob mit neuem Smartphone oder nur als Handytarif: Wer seinem Anbieter lange treu bleibt, zahlt in aller Regel drauf. Nach zwei Jahren, spätestens nach drei sollten Sie daher Ihren Handyvertrag prüfen und mit anderen Tarifen vergleichen.

Viele Handyverträge sind zu alt

Im Juni 2017 haben wir die Ergebnisse einer Umfrage unter 1.100 Verbrauchern veröffentlicht. Die Marktforscher von Innofact haben im Auftrag von Finanztip Menschen ab 18 Jahren gefragt, wie alt ihre Handyverträge sind und ob sie schon mal den Mobilfunkanbieter gewechselt haben.

Demnach sind rund 30 Prozent der Handyverträge älter als drei Jahre. Hochgerechnet auf alle Mobilfunkanschlüsse in Deutschland handelt es sich dabei um annähernd 40 Millionen Handyverträge, die Sparpotenzial bieten.

2014 kostete eine günstige Allnet-Flat mit 500 Megabyte Datenvolumen noch knapp 17 Euro – zweieinhalb Mal so viel wie heute. Damit zahlen Sie im Jahr rund 125 Euro mehr als Sie müssten. Selbst wenn Sie auf eine Allnet-Flat für Vielnutzer mit 3 Gigabyte aufstocken, kommen Sie noch immer mit 10 Euro aus, solange Sie nicht auf das D-Netz angewiesen sind.

Finanziell noch schlimmer dran ist jeder sechste Handynutzer, dessen Vertrag sogar älter als fünf Jahre ist. Im Jahr 2012 lagen die Preise vieler Handytarife noch höher, wie Musterberechnungen zeigen.

Handyverträge gibt es schon fast für einen Fünfer im Monat

Möglichst bald den Handyvertrag zu wechseln, spart monatlich Geld. In den Jahren vor 2017 sind die Preise im Mobilfunk durch sehr aggressive Anbieter wie E-Plus oder Drillisch immer weiter gesunken. Doch die Talsohle ist wohl erreicht. Weniger als 5 oder 6 Euro im Monat für einen Handyvertrag? Das bleibt eher unwahrscheinlich. Mittlerweile versuchen die Anbieter mit immer größeren Datenvolumina zu überzeugen.

Ein Drittel hat noch nie den Mobilfunkanbieter gewechselt

Laut der Finanztip-Marktforschung von 2017 haben 69 Prozent der Mobilfunk-Kunden den Anbieter schon mal gewechselt. Das ist deutlich mehr als beim Strom, obwohl es etwas einfacher ist, den Stromanbieter zu wechseln als den Handyvertrag.

Allerdings bedeutet das auch, dass fast ein Drittel der Befragten noch nie den Mobilfunkanbieter gewechselt hat – und damit auch noch nie Preise verglichen und den optimalen Handyvertrag herausgesucht hat.

Ältere Menschen ab 60 Jahre haben seltener ihren Handyvertrag gewechselt als jüngere (54 Prozent zu 68 Prozent). Möglicherweise setzen herkömmliche Vergleichsportale für Handytarife zu viel Fachwissen voraus und überfordern die ältere Zielgruppe. Finanztip hat daher einen eigenen Handy-Tarifrechner entwickelt, der durch eine besonders einfache Bedienung punktet. Der Rechner warnt außerdem durch redaktionelle Hinweise vor Fallstricken in den Angeboten.

Arne Düsterhöft von Finanztip, Experte für Telekommunikation

Den richtigen Handytarif finden

  • Handytarif mit Vergleichsrechner suchen oder Finanztip-Empfehlung wählen.
  • Günstigste Allnet-Flats nutzen das O2-Netz.
  • Allnet-Flats im D-Netz kosten doppelt so viel.

» Zum Ratgeber Handytarife

Vergleichsrechner:
Finanztip-Handy-Tarifrechner

Beste Allnet-Flats:
LTE All 3 GB von Winsim (O2-Netz)
Callya Allnet-Flat von Vodafone (D2-Netz)
Allnet Flat 2000 von Klarmobil (D1-Netz)

So haben wir untersucht

Studie über Handyverträge mit Smartphone 2018
Im Juni 2018 hat Finanztip Vergleichsportale nach Handyverträgen mit elf der meist verkauften Smartphone-Modelle abgefragt. Als Portale mit der größten Auswahl haben sich Check24, Verivox und Tariffuxx herausgestellt.

Die abgefragten Nutzerprofile mussten die strengen Finanztip-Kriterien erfüllen. Diese entwickeln wir regelmäßig weiter. So können wir die verbraucherfreundlichsten Tarife abbilden, die zu den Bedürfnissen der meisten Handynutzer passen. Die Studie haben wir mit einer Allnet-Flat durchgeführt, die 2 Gigabyte Datenvolumen mit LTE beinhaltet. 

Die günstigsten Treffer für unser Nutzerprofil haben wir sowohl im E-Netz (O2) als auch in den D-Netzen (Telekom und Vodafone) erfasst. Diese haben wir den Angeboten der Netzbetreiber gegenübergestellt. Zum Vergleich haben wir das jeweilige Handy ohne Vertrag zusammen mit der Finanztip-Empfehlung für den Allnet-Handytarif dagegen laufen lassen.

Um ein ausgewogenes Preisverhältnis zu gewährleisten, haben wir drei Oberklasse-Smartphones (mehr als 400 Euro) untersucht sowie vier Mittelklasse-Modelle (mehr als 250 Euro) und vier Einsteiger-Handys (bis 250 Euro). Für das Test-Smartphone Motorola Moto G6 hat keines der Vergleichsportale einen Handyvertrag gefunden.

Im September 2018 haben wir nach demselben Prinzip das neue iPhone Xs nachgetestet. Die Discounter im O2-Netz haben auch beim iPhone Xs am günstigsten abgeschnitten. Einzig bemerkenswerter Unterschied war, dass auch ein Vodafone-Vertrag (D-Netz) geringfügig günstiger ausfiel als der Einkauf im Apple-Store.

<b> Telefon</b> <b> Netz</b> <b> Netzbetreiber</b> <b> günstigster Vertrag</b> <b> Einzelkauf</b>
Apple iPhone X E-Netz 18 % 1 % 0 %
Apple iPhone 8 E-Netz 12 % 1 % 0 %
Apple iPhone SE E-Netz 56 % 0 % 10 %
Samsung Galaxy S9 E-Netz 17 % 0 % 15 %
Samsung Galaxy S7 E-Netz 41 % 0 % 1 %
Samsung Galaxy A5 E-Netz 65 % 0 % 4 %
Huawei P20 lite E-Netz 73 % 0 % 19 %
Huawei P10 lite E-Netz 59 % 0 % 2 %
Huawei P8 lite E-Netz 121 % 0 % 15 %
Sony Xperia XA2 E-Netz 90 % 0 % 8 %

Quelle: Finanztip-Studie (Stand: 29. Juni 2018)

<b> Telefon</b> <b> Netz</b> <b> Netzbetreiber</b> <b> günstigster Vertrag</b> <b> Einzelkauf</b>
Apple iPhone X D-Netz 5 % 5 % 0 %
Apple iPhone 8 D-Netz 0 % 0 % 1 %
Apple iPhone SE D-Netz 26 % 26 % 0 %
Samsung Galaxy S9 D-Netz 0 % 0 % 7 %
Samsung Galaxy S7 D-Netz 19 % 19 % 0 %
Samsung Galaxy A5 D-Netz 36 % 29 % 0 %
Huawei P20 lite D-Netz 23 % 23 % 0 %
Huawei P10 lite D-Netz 40 % 14 % 0 %
Huawei P8 lite D-Netz 61 % 61 % 0 %
Sony Xperia XA2 D-Netz 31 % 31 % 0 %

Quelle: Finanztip-Studie (Stand: 29. Juni 2018)

Weitere Informationen zu den Finanztip-Kriterien finden Sie auch in den Ratgebern Handykauf und Allnet-Flat-Handytarife.

Marktforschung Mobilfunkverträge 2017

Die Innofact AG befragte im Auftrag von Finanztip 1.100 Verbraucher ab 18 Jahren, die in einem eigenen Haushalt leben und für die Wahl des Mobilfunkanbieters verantwortlich oder zumindest mitverantwortlich sind. Die Online-Befragung lief vom 3. bis 7. März 2017.

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redaktion@finanztip.de (Finanztip Verbraucherinformation gGmbH) 17.10.2018 13:56:00 +0000
Telematik : Telematik bei Autoversicherungen https://www.finanztip.de/kfz-versicherung/telematik-tarif/ https://www.finanztip.de/?id=2588Ein umsichtiger Fahrstil spart Geld bei der Kfz-Versicherung

Das Wichtigste in Kürze

  • Telematik bedeutet: Mit technischen Mitteln erfasst eine Versicherung das Fahrverhalten des Autobesitzers. Wer umsichtig fährt, bekommt dafür Rabatte auf die Kfz-Versicherung.
  • Neben Bremsverhalten, Geschwindigkeit und Beschleunigung bestimmen häufig auch äußere Faktoren den persönlichen Rabatt, beispielsweise Uhrzeit und Ort.
  • Je nach Versicherer benötigen Autofahrer eine Smartphone-App oder zusätzlich eine Telematik-Box.
  • Nur wegen Telematik die Versicherung zu wechseln, empfiehlt sich normalerweise nicht. Autofahrer können im Vorfeld nur schwer einschätzen, wie viel sie damit sparen werden.
  • Bei weitem nicht jede Versicherung bietet Telematik-Tarife an. Darüber hinaus richten sich viele dieser Angebote ausschließlich an junge Fahrer.
  • Mit Telematik sammelt ein Versicherer zahlreiche Daten über die Fahrten seiner Kunden und wertet diese anonymisiert aus.

So gehen Sie vor

  • Als erstes sollten Sie überprüfen, ob Sie bereits eine <a href="t3://page?uid=183">günstige Kfz-Versicherung</a> haben.
  • Falls Ihre Autoversicherung dann auch noch Telematik anbietet, können Sie besonders als junger Fahrer mit Telematik bis zu 30 Prozent sparen.
  • Wir haben einen praktischen <a href="t3://page?uid=2588#76454">Überblick</a> für Sie, welche Versicherer Telematik-Tarife anbieten.
  • Achten Sie beim Preisvergleich darauf, dass die Versicherung grundsätzlich das maximale Sparpotenzial angibt – den vollen Rabatt erreichen in der Regel nur sehr wenige Fahrer.
  • Sind Sie sich nicht sicher, ob Sie wirklich einen sicheren Fahrstil haben, können Sie eine Telematik-App auch ohne Versicherung testen.
  • Sie sollten gründlich überlegen, ob Sie damit einverstanden sind, dass umfangreiche Fahrdaten von Ihnen erfasst und gespeichert werden – auch wenn diese anonymisiert sind.
ERROR: Kein Mapping gefunden

Kaum ein Autofahrer würde von sich selbst sagen, dass er einen unsicheren oder riskanten Fahrstil hat. Das gilt immer nur für die anderen. Per Telematik haben Sie es schwarz auf weiß, ob Sie wirklich umsichtig auf den Straßen unterwegs sind – und können gleichzeitig bei Ihrer Kfz-Versicherung sparen. Denn auch Ihrem Autoversicherer entstehen weniger Kosten, wenn Sie seltener einen Unfall bauen. Allerdings sollten Sie sich bewusst sein, dass Sie bei Telematik auch zahlreiche Daten preisgeben.

Wie beeinflusst das Fahrverhalten den Preis der Autoversicherung?

Telematik ist eine Wortschöpfung aus Telekommunikation und Informatik. Manchmal wird Telematik auch als pay as you drive (PAYD) bezeichnet, Englisch für „zahlen, wie Sie fahren“. Bei der Kfz-Versicherung bedeutet Telematik, dass der Versicherer die Fahrweise des Kunden überwacht, auswertet und umsichtiges Fahren mit Rabatten belohnt.

Dazu misst eine App im Smartphone, eine kleine Box im Fahrerraum oder ein Stick im Zigarettenanzünder, wie sich der Fahrer im Straßenverkehr verhält. Die Daten werden an den Versicherer übertragen, der daraus einen Punktestand ermittelt. Je besser dieser sogenannte Score, desto höher die Ersparnis.

In der Regel kann auch der Autofahrer selbst seine Fahrweise mit dem Smartphone überprüfen, um bei der nächsten Fahrt noch ein bisschen umsichtiger unterwegs zu sein. Die Anbieter von Telematik erhoffen sich dadurch, dass das zu einem sichereren Fahrverhalten führt und damit zu weniger Unfällen. Ob aber Autofahrer ihr Verhalten im Straßenverkehr wirklich auf Grund der Telematik-Auswertung verändern, lässt sich nicht so einfach belegen.

So beurteilt Telematik den Fahrstil

Was genau in die Bewertung der Fahrweise einfließt, ist von Versicherer zu Versicherer unterschiedlich. Auch wie viel Prozent der Gesamtpunktzahl die einzelnen Faktoren ausmachen, hängt vom Anbieter ab.

Neben dem Fahrverhalten fließen oft auch weitere Kriterien in die Berechnung mit ein, etwa die Uhrzeit und ob Sie auf einer Autobahn oder in einer Großstadt unterwegs sind. Diese Faktoren können sich negativ auf Ihren Punktestand auswirken, ohne dass Sie daran etwas ändern können.

Fahren Sie beispielsweise mit dem Auto zur Nachtschicht, bleibt Ihnen bei den meisten Versicherungen der beste Punktestand automatisch verwehrt. Nur Axa und Cosmosdirekt bewerten weder Tageszeit noch Fahrstrecke.

Im Folgenden finden Sie die häufigsten Kriterien, nach denen sich die Ersparnis eines Telematik-Tarifs berechnet:

Schnelles Beschleunigen - Wer oft und schnell beschleunigt, wird mit Punktabzug bestraft, weil er als aggressiver Fahrer gilt. Die Technik kann dabei normalerweise unterscheiden, ob es sich um eine sinnvolle Beschleunigung bei einem Überholmanöver auf der Autobahn handelt oder um ein halsbrecherisches Manöver, um noch bei kirschgelb über die Ampel zu rasen.

Hartes Bremsen - Wer plötzlich hart bremst, hat zuvor oft nicht richtig auf den Verkehr geachtet. Besonders häufig passiert dies vor Ampeln oder im Stop-and-go-Verkehr. Für Versicherungen wichtig: Auffahrunfälle sind dadurch wahrscheinlicher.

Geschwindigkeit - Überhöhte Geschwindigkeit führt zu mehr und schlimmeren Unfällen. Halten Sie sich an die Geschwindigkeitsbegrenzung, dann bewertet der Anbieter Ihre Fahrweise besser.

<b> Allianz</b>
<b> Bremsverhalten</b> 30 %
<b> Beschleunigung</b> 20 %
<b> Kurvenverhalten</b> 20 %
<b> Geschwindigkeit</b> 10 %
<b> Uhrzeit und Ort</b> 20 %

Quelle: Anbieter (Stand: Oktober 2018)

Kurvenverhalten - Beim rasanten Fahren in Kurven entstehen höhere Fliehkräfte im Fahrzeug. Im schlimmsten Fall trägt es das Auto aus der Kurve und in die Leitplanke. Eine gute Kurvenlage auch bei schlängelnden Straßen ist daher gut für Ihren Punktestand.

Leerlaufzeit - Das ist die Zeit, in der der Motor läuft, das Auto sich aber nicht bewegt. Um eine gute Bewertung zu bekommen, sollten Sie den Motor abschalten, wenn Sie zum Beispiel an einem Bahnübergang oder im Stau warten.

Nachtfahrten - Bei Dunkelheit ist die Sicht schlecht, wodurch das Unfallrisiko steigt.

Straßentyp - Innerorts krachen Autos besonders oft zusammen, außerorts seltener. Am besten für den Score ist es daher, wenn Sie auf Bundesstraßen und Autobahnen unterwegs sind.

Zum sicheren Fahren gehört mehr als der Telematik-Score

Was die Technik nicht erfassen kann, fließt auch nicht in die Bewertung ein: Dichtes Auffahren, Überfahren von roten Ampeln oder die Handynutzung am Steuer sind große Unfallrisiken, die mit Telematik normalerweise nicht gemessen werden.

Außerdem ermitteln die Versicherungen aufgrund der Gewichtung und der verwendeten Technik mitunter sehr unterschiedliche Ergebnisse für dieselbe Fahrweise. Ein sicherer Fahrstil bedeutet daher nicht automatisch einen hohen Telematik-Rabatt. Es kann sein, dass Sie dafür Ihre Fahrweise ein wenig an die Telematik-Auswertung anpassen müssen.

Für wen lohnt sich ein Telematik-Tarif?

Bei den meisten Versicherungen, die Telematik anbieten, können Sie sich entscheiden, Telematik zusätzlich zu Ihrer normalen Kfz-Versicherung zu wählen. Je nach Punktestand bekommen Sie dann bis zu 30 Prozent Rabatt. Einen Telematik-Tarif abzuschließen, lohnt sich jedoch nur, falls Sie bereits eine passende und preiswerte Autoversicherung haben. Ansonsten sollten Sie sich zuerst eine günstigere Kfz-Versicherung suchen. Denn die höchsten Rabatte sind nur bei wirklich herausragender Fahrweise zu erreichen.

Silke Kursawe von Finanztip, Expertin für Versicherungen

Mindestens zwei Internetportale nutzen

  • Vollkasko kann billiger als Teilkasko sein.
  • Versichern Sie grobe Fahrlässigkeit und Mallorca-Police.
  • Werkstattbindung ist sinnvoll und spart Geld.

» Zum Ratgeber

Empfohlene Vergleichsportale und Anbieter:

  • <a href="http://www.finanztip.de/link/check-kfz-v/ratgeber/">Check24</a>
  • <a href="http://www.finanztip.de/link/veri-kfz/ratgeber/">Verivox</a>
  • <a href="http://www.finanztip.de/link/huk24-pkw/ratgeber/">Huk24</a>

Falls Ihre Versicherung auch Telematik anbietet: Telematik-Tarife eignen sich am ehesten für junge Fahrer, die bereits sicher hinter dem Lenkrad sind. Viele Versicherer sehen den Telematik-Rabatt als Ausgleich für eine fehlende Schadenfreiheitsklasse und begrenzen die Tarife auf ein bestimmtes Alter (zum Beispiel jünger als 30 Jahre).

Durch die Einschränkung auf junge Fahrer ist bereits die mögliche Kundenzahl eher gering. So nutzen 2018 weniger als 1 Prozent der Kfz-Versicherten Telematik. Das lässt sich teilweise auch darauf zurückführen, dass Autohersteller und Versicherungen sich langwierig über die Daten des Autobesitzers streiten.

Wir haben eine Übersicht aller Versicherungen zusammengestellt, die Telematik anbieten (Stand Oktober 2018), und führen auf, unter welchen Vorrausetzungen.

<b> </b> <b>mögliche Ersparnisse</b> <b>Technik²</b> <b>Voraussetzung</b>
<b> Aachenmünchener (Generali)</b> 30 % App -
<b> Allianz</b> 30 %¹ App (optional Stecker) Versicherter unter 29 Jahre
<b> Axa</b> 15 % App Versicherter unter 30 Jahre
<b> Cosmosdirekt³</b> 30 %¹ App Versicherter unter 29 Jahre, mindestens Teilkasko
<b> Generali³</b> 20 % App mindestens Teilkasko
<b> HDI</b> Tanktaler, Gutscheine Box und App
<b> Sijox (Signal Iduna)</b> Gutscheine App Versicherter unter 31 Jahre
<b> VHV</b> 30 % Box (im Zigarettenanzünder, 12&nbsp;V) und App Schutzbrief / keine Werkstattbindung möglich
<b> Württembergische Versicherung AG</b> <a href="t3://page?uid=708">Anrechnung auf SF</a> App Versicherter unter 30 Jahre⁴

¹zzgl. 10 % Abschlussprämie
²Apps funktionieren rein über das Smartphone; Stecker werden in den Zigarettenanzünder gesteckt; eine Box wird per OBD- oder OBD-2-Anschluss an den Bordcomuter im Auto angeschlossen (serienmäßig seit 2004 eingebaut).
³Eigenständiger Telematik-Tarif: Bei schlechtem Fahrverhalten kann der Tarif teurer werden als eine Kfz-Versicherung ohne Telematik.
⁴zusätzlich zwei weitere Privatkunden-Verträge bei W&W notwendig
Quelle: Finanztip-Recherche mit Material der Anbieter (Stand: Oktober 2018)

Telematik ausprobieren

Wollen Sie Telematik vor allem nutzen, um Ihr Fahrverhalten zu überprüfen, können Sie eine Telematik-App auch ohne entsprechende Versicherung herunterladen (wie Betterdrive von Cosmosdirekt, Axa Drive oder Bonusdrive von Allianz).

Was taugen die Telematik-Versicherungen im Preisvergleich?

<b> Versicherer</b> <b> Preis¹</b> <b> Unterschied</b>
Axa 356,21 € 0 %
HUK24 361,25 € -1 %
Allianz 379,05 € -6 %
Huk-Coburg 396,42 € -10 %
VHV 438,98 € -19 %
HDI 519,29 € -31 %
CosmosDirekt 537,60 € -34 %

¹Kfz-Haftpflicht mit Teilkasko für einen 22-jährigen Fahrer, Renault Twingo 1.2 16V 75 Quickshift, Prenzlau, SF 3, 7.000 km/Jahr Fahrstrecke
Quelle: Finanztip-Recherche mit Material der Anbieter (Stand: August 2018) 

Telematik ist in Deutschland eher eine Nische für junge, technikbegeisterte Autofahrer. Die Zahl der Versicherungen mit Telematik-Tarifen geht eher zurück. Waren es 2017 noch 14 Anbieter, sind es mittlerweile weniger.

2018 boten zunächst elf Versicherer einen Telematik-Tarif an: Allianz, Axa, Generali und deren Tochterunternehmen Aachenmünchener und Cosmosdirekt, HDI, Huk-Coburg, Huk24, Sijox, VHV sowie die Württembergische. Im Oktober 2018 haben Huk-Coburg und Huk24 den Vertrieb von Telematik-Tarifen allerdings eingestellt.

Über die Mercedes-Benz Bank können Besitzer einer Mercedes-E-Klasse bei der HDI einen eigenständigen Telematik-Tarif abschließen. 

Telematik-Tarife können eine gute Kfz-Versicherung günstiger machen

Wir haben im August 2018 die Angebote von sieben der elf Versicherer überprüft, bei denen Sie bis Oktober 2018 einen Telematik-Tarif wählen konnten. Für sieben Musterprofile haben wir die konkreten Tarifkonditionen abgefragt und mit den günstigsten Angeboten ohne Telematik verglichen. Weitere Details zu unserer Untersuchung lesen Sie am Ende des Artikels.

Bei fünf unserer sieben Profile waren unter den besten Ergebnissen auch Telematik-Tarife. Bei diesen Tarifen würden unsere Testprofile bereits mit einem geringen Rabatt Geld sparen. Dies gilt vor allem für unsere jüngeren Fahrerprofile.

Bei unserem Fahrerprofil eines 22-Jährigen für eine Kfz-Haftpflichtversicherung mit Teilkasko-Schutz schnitten sogar vier der sieben Tarife besser ab als die Konkurrenz ohne Telematik.

Nur bei unserem Vergleichsprofil eines 72-jährigen Rentners fielen die Telematik-Tarife durchweg teurer aus als die günstigste Autoversicherung.

Maximale Rabatte können Sie nur sehr schwer erreichen

Rechnen Sie nicht mit den höchstmöglichen Rabatten für Telematik. Bei fast allen Versicherern handelt es sich um Spitzenwerte, die Sie nur bei sehr Telematik-freundlichem Fahren erreichen können. Überlegen Sie auch, ob Sie von schwer beeinflussbaren Faktoren wie häufige Nachtfahrten oder Fahrten durch größere Städte betroffen sind. Oftmals können Sie den höchsten Rabatt dann von vornherein nicht erzielen.

Nach Angaben der Versicherung VHV beispielsweise sparen Fahrer durch einen Telematik-Tarif im Schnitt rund 21 Prozent von höchstens 30 Prozent (Stand 2016) Rabatt. Bei Cosmosdirekt kommen schlechte Autofahrer außerdem teurer weg als im Basistarif. Rutscht der Punktestand zu weit ab, zahlen solche Fahrer für die Telematik drauf.

Spartrick: Sie müssen nicht jede Fahrt auswerten lassen

Die meisten Versicherer wollen, dass Sie eine Mindestanzahl von Fahrten und eine Mindeststrecke aufzeichnen, zum Beispiel mindestens fünf Fahrten und mindestens 400 Kilometer im Jahr. Andere pochen zusätzlich darauf, dass die App bei jeder Fahrt angeschaltet ist. Doch niemand kann Ihnen einen Strick draus drehen, wenn Ihr Handy-Akku mal leer ist oder Sie den Telematik-Stick zu Hause vergessen haben. Ab und an kann daher auch mal eine ungünstige Nachtfahrt von der Messung ausgenommen sein.

Lassen Sie regelmäßig nur die besten Fahrten auswerten, kann das allerdings dazu führen, dass der Versicherer Ihnen den Rabatt streicht. Bei einer fest verbauten Box kommen Sie um eine Auswertung aller Fahrten nicht so einfach herum.

Wie kommt Telematik-Technik in das Auto?

Mit welcher Technik die Fahrdaten gemessen werden, entscheidet der Versicherer. Einige Anbieter verlassen sich auf die eingebauten Sensoren im Smartphone des Autobesitzers. Dies ist von technischer Seite betrachtet die einfachste Lösung. Allerdings müssen Sie als Autofahrer dabei auch am meisten selbst beachten. Außerdem bezweifeln einige Versicherer, dass ein Smartphone die notwendigen Daten auch exakt genug misst.

Die zweite Variante ist, dass der Versicherer Ihnen einen Stecker überlässt, den Sie in den Zigarettenanzünder Ihres Autos stecken. Dieser Stecker erfasst einen Großteil der benötigten Daten und verbindet sich daraufhin mit Ihrem Smartphone, um diese weiterzuleiten.

Als Drittes gibt es verschiedene Typen von Telematik-Boxen, die sich mit dem Bordcomputer im Auto verbinden. Der dazu benötigte OBD- oder OBD-2-Anschluss ist seit 2004 serienmäßig in Neuwagen eingebaut (OBD steht für On-Board-Diagnose). Wichtigster Unterschied zwischen den Boxen ist, ob sie fest in das Auto verbaut werden oder flexibel im Fahrerraum platziert werden können.

Zusatzfunktionen sind verzichtbar

Mit einer Telematik-App bekommen Sie oft auch einige zusätzliche technische Spielereien. Sei es eine Tankstellensuche, ein Parkuhr-Timer oder eine Unterstützung für das Fahrtenbuch – die meisten Zusatzfunktionen sind allerdings nicht wirklich wichtig oder lassen sich auch ohne Telematik-Tarif als App herunterladen.

Wie sicher sind meine Daten bei Telematik-Tarifen?

Damit die Versicherung das Fahrverhalten auswerten kann, braucht sie eine Menge Verkehrsdaten ihrer Kunden. Die Versicherer behalten sich außerdem vor, die gesammelten Daten für ihre Zwecke auszuwerten.

Allerdings haben sich die Versicherungen auf einen hohen Schutz der persönlichen Daten geeinigt. Die Fahrdaten werden ausschließlich anonymisiert weitergeleitet und ausgewertet. Sie müssen also nicht befürchten, dass die Allianz nachvollziehen kann, wo Sie Ihre Abende am liebsten verbringen.

Die Versicherung wertet die Daten nicht direkt aus, sondern arbeitet mit einem getrennten Unternehmen zusammen. Der Versicherer hat Ihren Namen und den endgültigen Score; das auswertende Unternehmen analysiert ausschließlich die Telematik-Faktoren und ordnet diesen eine Nummer zu, mit der Ihre Kundendaten anonymisiert worden sind.

Auch darf die Polizei nur bei sehr schwerwiegenden Straftaten auf die Daten zugreifen. Wegen Telematik einen Strafzettel für zu schnelles Fahren zu bekommen, ist ausgeschlossen.

In Zeiten von Facebook und Google schafft der Datenschutzkodex des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) einen hohen Standard für den Schutz von personenbezogenen Daten. Nichtsdestotrotz fallen bei Telematik eine Vielzahl anonymisierter Daten an.

Bei fast jedem Telematik-Anbieter ist es ein Muss, die GPS-Verbindung am Smartphone zu aktivieren. Nur die Sijox-Versicherung verzichtet vollkommen auf GPS.

Das eigene Smartphone gewinnt durch Telematik noch mehr an Bedeutung

Bereits Ihr eigenes Smartphone wertet per App die Telematik-Daten aus, wenn Sie sich für einen Telematik-Tarif entschieden haben. Ein gewisses technisches Grundverständnis sollten Sie daher mitbringen, um die Anwendung richtig zu bedienen. Wenn der Telematik-Tarif rein über das Smartphone funktioniert, könnte das Handy beispielsweise auch eine Fahrt als Beifahrer oder im Taxi zu Ihrem Punktestand hinzuzählen.

Damit Sie Ihr Fahrverhalten auch selbst auswerten können, ist Ihr spezifisches Bewegungsprofil oft auf dem Handy gespeichert. Hat jemand anders Zugang zu Ihrem Smartphone, kann er auch nachvollziehen, wann Sie wohin gefahren sind.

Außerdem beansprucht die App durchgehend den Akku Ihres Handys. Ebenso können einige Telematik-Tarife zusätzlich das Datenvolumen aufbrauchen. Gerade bei Fahrten außerhalb der Europäischen Union kann dies schnell teuer werden. Mehr dazu lesen Sie in unserem Artikel Daten-Roaming.

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So haben wir untersucht

Telematik-Vergleich 2018

Im August 2018 haben wir elf Versicherer herausgesucht, die einen Telematik-Tarif für die Autoversicherung anbieten. Die Details der Telematik-Tarife haben wir daraufhin von den Anbieter-Websites zusammengetragen und uns von den Pressestellen bestätigen lassen.

Um das Sparpotenzial der Telematik-Tarife zu ermitteln, haben wir sieben Musterprofile erstellt. Diese unterscheiden sich in wichtigen Merkmalen und sind quer über Deutschland verteilt. Dabei haben wir uns bewusst entschieden, fünf junge Autofahrer-Profile (jünger als 30 Jahre) und zwei Vergleichsprofile älterer Fahrer abzufragen, da sieben von elf Versicherern eine Altersbeschränkung für Telematik vorsehen.

Als Vergleichswert haben wir die Preise für diese sieben Musterprofile auf dem Vergleichsportal Nafi-Auto abgefragt. Zusätzlich haben wir eine Abfrage bei den Telematik-Anbietern vorgenommen. Bei sieben Versicherern lief diese Abfrage über das Online-Formular auf deren Internetseite. Bei den übrigen vier haben wir per E-Mail nach den konkreten Konditionen für unsere Musterprofile gefragt. Zwei davon waren nicht bereit, an unserer Untersuchung teilzunehmen. Die beiden anderen haben nicht auf unsere Anfrage reagiert.

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redaktion@finanztip.de (Finanztip Verbraucherinformation gGmbH) 17.10.2018 12:32:00 +0000
Strom- und Gasanbieter : Energieversorger https://www.finanztip.de/stromvergleich/energiemarkt/ https://www.finanztip.de/?id=2835So funktioniert der Strom- und Gasmarkt

Das Wichtigste in Kürze

  • Per Gesetz hat jeder Verbraucher ein Recht auf die Versorgung mit Strom und Gas, sofern eine öffentliche Leitung in der Nähe der Wohnung liegt.
  • Die Netzbetreiber gewährleisten, dass möglichst störungsfrei Strom und Gas aus den Leitungen kommen.
  • Energieversorger haben dagegen die Aufgabe, Energie einzukaufen, an die Kunden zu liefern und korrekt abzurechnen.
  • Seit 1998 können Verbraucher ihren Lieferanten frei wählen. Trotzdem dominieren immer noch wenige Unternehmen den Strommarkt und den Gasmarkt. Manche Versorger bieten Strom und Gas als Kombitarif.
  • Über das Strom- oder Gasnetz gelieferte Energie hat eine einheitliche Qualität. Strom- und Gasversorger unterscheiden sich vor allem beim Preis, Kundenservice und ökologischem Anspruch.
  • Der Einfluss der Energielieferanten auf den Strompreis ist klein. Beim Gaspreis ist der Spielraum der Unternehmen ein wenig größer.

So gehen Sie vor

  • Auch wenn der Einfluss der Versorger auf die Preise eher klein ist: Ein Vergleich von Tarifen kann sich lohnen. Nutzen Sie dazu unsere Vergleichsrechner für <a href="https://stromvergleich.finanztip.de/?change=once&amp;zipcode=&amp;annual=2500&amp;path=%252Fstromvergleich%252F&amp;k=Energie%2520%2526%2520Medien">Strom </a> und <a href="https://gasvergleich.finanztip.de/?utm_source=finanztip.de&amp;utm_medium=gasklickout">Gas </a>.
  • Wenn Sie umziehen und sich über höhere oder niedrigere Strom- und Gaspreise am neuen Wohnort wundern: Das liegt zumeist an den regionalen Netzentgelten, die Energielieferanten in der Regel direkt an die Kunden weitergeben.
  • Welche Pflichten Energieanbieter gegenüber Verbrauchern haben, ist gesetzlich detailliert geregelt. Hält Ihr Versorger die Regeln nicht ein, dann fordern Sie ihn dazu auf.
  • Reagiert er auf eine Beschwerde nicht, können Sie sich an die Schlichtungsstelle Energie wenden. Sie vermittelt zwischen Verbrauchern und Versorgern.
  • Die Bundesnetzagentur können Sie dagegen benachrichtigen, wenn Ihr Lieferant Sie nicht zuverlässig versorgt.

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In Deutschland hat jeder das Recht, Strom und Gas zu beziehen. Einzige Voraussetzung: eine Verbindung zum Stromnetz oder Gasnetz. Nur wenn der Netzbetreiber den Netzanschluss nicht herstellen kann oder er unverhältnismäßig teuer wäre – beispielsweise bei einer Hütte in den Bergen –, muss sich der Hauseigentümer eine eigene Lösung überlegen.

Verankert ist das Recht auf Versorgung im Energiewirtschaftsgesetz (EnWG). Sein Zweck ist, dass Sie über das öffentliche Strom- und Gasnetz Energie möglichst sicher, preisgünstig, verbraucherfreundlich, effizient und umweltverträglich beziehen können. Zudem regelt es, welche Pflichten Energielieferanten Ihnen gegenüber haben und wie sich die Energieunternehmen untereinander zu verhalten haben.

Wie sicher ist die Energieversorgung?

Es lässt sich darüber streiten, ob die Energieversorgung hierzulande preisgünstig und umweltverträglich ist. Schließlich zahlen Verbraucher in Deutschland die höchsten Strompreise in Europa; und der Anteil erneuerbarer Energien am Strom- und Wärmeverbrauch beträgt nur knapp 20 Prozent. Unstrittig ist aber, dass die Versorgung mit Strom und Gas über öffentliche Netze sehr sicher ist.

Im globalen Vergleich gehört Deutschland zu den Ländern mit dem geringsten Stromausfall. Rund 15 Minuten waren es 2017 nach Daten der Bundesnetzagentur. Davon entfielen auf das Niederspannungsnetz, an das Wohnhäuser angeschlossen sind, rund 143.000 Unterbrechungen – mit einer Dauer von insgesamt 2 Minuten und 22 Sekunden. Das heißt, die meisten Unterbrechungen sind so kurz, dass Sie sie vermutlich nicht einmal bemerken. Im Gasnetz ist der Ausfall noch geringer: Auf 58 Sekunden summierten sich die Unterbrechungen für Verbraucher am Niederdrucknetz im Jahr 2017 im Mittel.

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Wer für die Sicherheit zuständig ist

Für diese Sicherheit sind die Betreiber der Netze verantwortlich. Sie sorgen dafür, dass so viel Strom und Gas in ihre Netze fließen, wie Verbraucher entnehmen – 24 Stunden am Tag. Zur Not gleichen sie die Mengen auch aus, wenn zum Beispiel mehr Ökostrom ins Netz fließt als benötigt oder wenn ein Energieversorger nicht genügend Strom eingekauft hat, um seine Kunden zu beliefern.

Eine Besonderheit des deutschen Energiemarkts ist dabei, dass es sehr viele Netzbetreiber gibt, deren Leitungen alle zusammen einen Netzverbund bilden. 730 Unternehmen betreiben das öffentliche Gasnetz, rund 900 Unternehmen das öffentliche Stromnetz. Die Unternehmen haben daneben zumeist noch eine zweite Funktion: Sie betreiben auch die Strom- und Gaszähler, die bei Ihnen zu Hause installiert sind.

Es gibt zwischen den Funktionen aber einen entscheidenden Unterschied: Je nach Wohnort ist ein bestimmter Netzbetreiber zuständig – Sie können sich diesen nicht aussuchen. Den Betreiber Ihres Strom- oder Gaszählers, den sogenannten Messstellenbetreiber, können Sie dagegen frei wählen, es muss nicht Ihr Netzbetreiber sein.

Den Messstellenbetreiber zu wechseln, kann sich auszahlen. Sie können Ihre Wahl aber auch von technischen Aspekten abhängig machen: Ein anderer Betreiber kann Geräte bieten, die Ihren Verbrauch intelligent aufschlüsseln oder verständlicher anzeigen als der bisherige Zähler.

Wie viele Energieversorger gibt es in Deutschland?

Seit 1998 können Sie Ihren Strom -und Gasversorger selbst bestimmen. Rund 800 Stromversorger und rund 700 Gasversorger sind heute in Deutschland aktiv. In beiden Sparten bieten die Versorger jeweils mehr als 1.000 Tarife an. Nur die wenigsten Unternehmen sind aber nahezu bundesweit tätig: im Strommarkt rund 70, im Gasmarkt nur rund 40. Die meisten Energieanbieter beschränken ihr Versorgungsgebiet stärker.

Trotzdem können fast 90 Prozent aller Verbraucher zwischen mindestens 50 Stromlieferanten wählen. Es gibt aber immer noch mindestens ein Netzgebiet, in dem Verbraucher keine Chance haben, den Energielieferanten zu wechseln. Dort beliefert nur der Grundversorger das Stromnetz – genauso wie vor der Liberalisierung des Energiemarktes 1998.

Im Gasmarkt können rund 80 Prozent aller Haushaltskunden zwischen mehr als 50 Versorgern wählen. In einigen Regionen konkurrieren nur wenige Versorger um die Gaskunden.

Wie Sie günstige Strom- und Gasanbieter finden und wie Sie am besten einen neuen Liefervertrag abschließen, erfahren Sie in unseren Ratgebern zum Stromanbieterwechsel und Gasanbieterwechsel. Einen Überblick über Angebote in Ihrer Region bekommen Sie mit Vergleichsrechnern.

Finanztip bietet für den Vergleich einen eigenen Stromrechner: 

Wie oft wollen Sie den Tarif wechseln?
Ihre Postleitzahl
Anzahl Personen im Haushalt
oder kWh/Jahr:
Hinweis: Bei Auswahl der Option „Jedes Jahr“ empfehlen wir Ihnen auch Tarife mit Neukundenbonus, die im zweiten Vertragsjahr deutlich teurer werden können. Wechseln Sie rechtzeitig erneut den Anbieter, sonst ist Ihre Ersparnis wahrscheinlich dahin.

Die Vielfalt an Energieanbietern darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass immer noch eine überschaubare Zahl von Unternehmen den Strommarkt dominiert: Die 86 größten Stromversorger beliefern rund drei Viertel aller Haushalte und Gewerbebetriebe mit elektrischer Energie. Manche dieser Unternehmen gehören dabei zu einem Konzern, beispielsweise Eprimo, Süwag und Innogy zu RWE. Das restliche Viertel des Marktes teilen mehr als 1.000 Unternehmen unter sich auf. Das hat die Bundesnetzagentur in ihrem jährlichen Monitoringbericht festgestellt.

Im Gasmarkt sieht es ähnlich aus: Die 26 größten Unternehmen versorgen beinahe die Hälfte der Kunden. Um die andere Hälfte kümmern sich mehr als 900 Firmen.

Manche Versorger bieten auch Kombitarife für Strom und Gas an. Das heißt, wenn Sie sowohl Strom als auch Gas von einem Lieferanten beziehen, bedankt er sich mit einem Preisrabatt oder einer längeren Preisgarantie bei Ihnen. Ob Sie mit einem Kombitarif günstiger fahren, als mit zwei Verträgen bei unterschiedlichen Anbietern, sollten Sie vor einem Abschluss aber prüfen – trotz Rabatt können die Kosten höher sein als in zwei günstigen Einzelverträgen zusammen. Wie Kombitarife aussehen, erfahren Sie nur direkt beim jeweiligen Versorger. Vergleichsportale führen die Angebote nicht auf.

Wie wird ein Unternehmen ein Strom- oder Gasversorger?

Will ein Unternehmen Energieversorger werden, ist dazu nicht viel notwendig: Es braucht Software, um neue Verträge zu schließen und Abrechnungen zu erstellen. Mitarbeiter kaufen Strom und Gas an der Börse oder bei Erzeugern ein. Sie müssen darauf achten, dass die eingekaufte Menge den Öko- und Klimawünschen der Kunden entspricht und melden diese Daten den Netzbetreibern, an deren Netz die Kunden hängen. Schließlich sollten sich weitere Mitarbeiter noch um Kundenanfragen kümmern und Tarifangebote aktuell halten.

Dass die Versorgung sicher ist, stellen dabei die Netzbetreiber sicher. Die Herausforderung für einen Energieversorger ist damit vor allem administrativer und bilanzieller Natur. Mit etwas Startkapital kann jede Firma Energielieferant werden und Haushalte versorgen. Die einzige Pflicht besteht darin, sich bei der Bundesnetzagentur zu registrieren und dabei die Leistungsfähigkeit darzulegen (§ 5 EnWG). Die Behörde kann ein Unternehmen auch ausschließen, wenn die „personelle, technische oder wirtschaftliche Leistungsfähigkeit oder Zuverlässigkeit nicht gewährleistet ist“.

Wie unterscheiden sich Stromversorger voneinander?

In drei Punkten können sich Versorger voneinander unterscheiden: in der Service-Qualität, beim Stromeinkauf und in der Höhe der Preise, zu denen der Kunde die Energie abnimmt. 

Ob Sie Ihren Anbieter telefonisch gut erreichen, ob er schnell reagiert, wenn Sie eine Frage haben und ob er zuverlässig seine Vertragspflichten erfüllt – all das macht einen guten Service aus. An den Tarifdetails können Sie die Service-Qualität aber nicht ablesen. Einen Eindruck, wie umgänglich ein Unternehmen ist, vermitteln die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB): Gibt es dort beispielsweise viele Klauseln, die den Kunden von einer Leistung ausschließen, sind Konflikte absehbar.

Unser Tipp: Lesen Sie sich eher die negativen Bewertungen zur Firma auf Vergleichsportalen wie Verivox und Check24 durch und die Einträge auf der Beschwerdeseite reclabox.de. Wiederholen sich die Kritikpunkte, sollten Sie sie ernst nehmen und einen anderen Energielieferanten wählen. Neben konventionellem Strom bieten Versorger auch Ökostrom oder Regionalstrom an. Bei letzterem handelt es sich um Energie aus Kraftwerken in der Nähe des Verbrauchers. Physikalisch gibt es keinen Unterschied zwischen den unterschiedlichen Stromarten, ökologisch aber sehr wohl.

Wenn Sie die Stromerzeugung aus Windkraft oder Photovoltaik gutheißen, können Sie sich für Ökostrom entscheiden. Wenn Sie Stromerzeuger in Ihrer Region unterstützen möchten, können Sie einen Regionaltarif wählen. Der Finanztip-Stromrechner zeigt neben konventionellen Tarifen auch solche für Ökostrom und Regionalstrom. Ökostrom ist als solcher im Rechner gekennzeichnet, Regionalstrom bislang nicht.

Manche Versorger betreiben zusätzlich Umweltschutz- oder Sozialprojekte, die Sie als Kunde dann ebenfalls fördern können. Unter Umständen kostet ein solcher Tarif dann etwas mehr.

Welchen Einfluss haben Versorger auf die Strompreise?

Ein Stromversorger beeinflusst den Preis der Energie nur wenig, die er liefert: Rund 80 Prozent des Strompreises bestimmen Kosten, die der Versorger berechnen muss, ohne selbst etwas davon zu haben. Dazu gehören Steuern, Umlagen oder Netzentgelte, die das Unternehmen an den Staat oder die Netzbetreiber weiterreicht.

Trotzdem gehen die Strompreise bundesweit stark auseinander. Das liegt daran, dass Versorger unterschiedlich viel zahlen müssen, je nachdem welches Verteilernetz sie nutzen. So kommt es, dass beispielsweise Verbraucher in Brandenburg oder Schleswig-Holstein im Schnitt deutlich höhere Preise zahlen als Verbraucher in Köln oder Bremen. Das ist wichtig zu wissen, wenn Sie umziehen und sich am neuen Ort über deutlich andere Strompreise wundern sollten. Im Schnitt liegen die Netzentgelte in ländlichen Regionen über denen in Großstädten, im Osten und Norden der Republik sind sie höher als im Westen und Süden.

Es gibt wenige Unternehmen, die Verbrauchern einheitlich hohe Tarife berechnen und die Gesamtkosten für die Netznutzung aller Kunden mitteln. Zumeist berücksichtigen Versorger aber die regional unterschiedlichen Entgelte für Netznutzung und Messstellenbetrieb (also den Betrieb der Strom- und Gaszähler) in ihren Tarifen. Ein Energieanbieter kann also nur rund ein Fünftel des Strompreises selbst gestalten. Je nachdem, wie günstig er Strom einkauft, wie effizient er arbeitet und welche Marge er sich berechnet, kann ein Tarif höher oder niedriger ausfallen.

Die Konkurrenz beim Einkauf preislich abzuhängen, ist schwer. Es gibt einen zentralen Handelsplatz für Strom in Deutschland, die Strombörse EEX. An den Preisen dort orientieren sich auch die Kraftwerksbetreiber, die ihren Strom direkt an einen Versorger verkaufen. Im Gegensatz zu anderen EU-Ländern wie Dänemark oder Schweden gibt es an der Strombörse bislang auch nur eine Preiszone. Es macht damit keinen Unterschied, ob Strom im Norden oder Süden verbraucht wird. Die Preise selbst schwanken moderat: meist um rund 1 Cent pro Kilowattstunde innerhalb eines Jahres.

Will ein Anbieter Strom günstig anbieten, hat er den größten Spielraum deshalb bei den eigenen Kosten und seiner Gewinnspanne. 3 bis 4 Cent pro Kilowattstunde berechnet ein Versorger im Schnitt für seine eigene Arbeit, inklusive Gewinn. Ein Versorger kommt aber auch mit geringeren Beträgen aus, um rentabel zu arbeiten – wenn der Vertrieb effizient und stark automatisiert läuft.

Das Sparpotenzial für Verbraucher ist dennoch überschaubar: Berechnet der Anbieter 1 Cent pro Kilowattstunde netto weniger als ein Konkurrent, zahlen Sie bei einem Verbrauch von 3.000 Kilowattstunden im Jahr rund 36 Euro weniger. Rund 3.000 Kilowattstunden verbrauchen Haushalte in Deutschland im Schnitt im Jahr.

Wie unterscheiden sich Gasversorger voneinander?

Ebenso wie die Stromversorger kann sich ein Gasversorger in drei Punkten von seinen Konkurrenten abheben: durch guten Service, nachhaltiges Wirtschaften und durch günstige Preise.

Die Qualität des Service lässt sich vor Abschluss eines Liefervertrags bedingt einschätzen. Aufschluss können auch in diesem Fall die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) des Versorgers geben, wenn diese viele Klauseln beinhalten, die dem Verbraucher Leistungen absprechen. Auch ein Blick auf reclabox.de oder in die negativen Bewertungen auf den Vergleichsseiten von Check24 und Verivox kann sich lohnen, wenn Sie nicht an ein Unternehmen mit miesem Service geraten wollen.

Beim Gas gibt es ökologische Alternativen zu fossilem Erdgas: Biogas aus Biogasanlagen, Wasserstoff oder synthetisch erzeugtes Erdgas. Allerdings strömen über das öffentliche Netz weniger als zwei Prozent Ökogas – viel zu wenig, um einen Kunden nur mit grünem Gas zu versorgen. So besteht ein entsprechender Tarif zumeist nur zu einem Teil aus Ökogas und zum anderen aus konventionellem Erdgas. Der Finanztip-Gasrechner zeigt auch Öko-Tarife an.

Daneben verkaufen Anbieter auch sogenanntes Klimagas. Dabei liefern sie fossiles Erdgas, unterstützen aber im Gegenzug Klimaschutzprojekte wie das Aufforsten von Wäldern. Egal, ob Öko- oder Klimagas bei Ihnen ankommt – für beides zahlen Sie im Schnitt mehr als für konventionelles Erdgas.

Welchen Einfluss haben Energieversorger auf Gaspreise?

Bei der Preisgestaltung unterliegen die Gasversorger ähnlichen Regeln wie die Stromversorger – aber ihr Spielraum ist größer. Rund die Hälfte des Gaspreises bestimmen die Versorger. Denn auf den Gaspreis fallen „nur“ zwei Steuern und eine Abgabe an. Hinzukommen die Kosten für den Gaszähler und um das Netz zu nutzen – eine Umlage zur Umstellung des Gasnetzes auf Gas mit höherem Brennwert ist darin bereits enthalten.

Rund 3 Cent pro Kilowattstunde berechnete ein Versorger 2017 im Schnitt, um das Gas zu beschaffen und für seine Dienstleistung, inklusive Gewinnspanne. Für den Einkauf gab er vermutlich mindestens die Hälfte dieser 3 Cent pro Kilowattstunde aus. Aufgrund der hohen Abnahme von Gas genügt aber auch 1 Cent pro Kilowattstunde, damit ein Unternehmen gewinnbringend arbeiten kann. Im Schnitt beziehen Haushalte 20.000 Kilowattstunden pro Jahr.

Die Netzentgelte haben ein ähnliches Gewicht wie die Kosten, um das Gas zu beschaffen und es zu vertreiben. Auch der Gasmarkt unterscheidet sich regional: In Mecklenburg-Vorpommern sind die Kosten am höchsten – teilweise doppelt so teuer wie in Berlin, Hamburg oder Bremen.

Absolut geht es um Preisunterschiede von bis zu 3 Cent pro Kilowattstunde. Das bedeutet: In manchen Regionen kostet es mehr, den Brennstoff zu transportieren, als ihn einzukaufen. Dieses regionale Ungleichgewicht kann kein Versorger durch eine niedrigere Gewinnspanne oder geringere Lieferkosten ausgleichen.

Welche Pflichten haben Energieanbieter gegenüber Kunden?

Ein Energieversorger muss das Energierecht einhalten. Kaum ein anderer Markt ist in Deutschland so stark durch Gesetze bestimmt wie jener für Strom und Gas. Um Haushalte zu beliefern, gelten nochmals besondere Bestimmungen – Zweck des Gesetzes ist schließlich auch, dass die Versorgung mit Strom und Gas verbraucherfreundlich geschieht.

Die gesetzlichen Pflichten gegenüber Verbrauchern beginnen bei Vertragsschluss (§ 41 EnWG):

  • Der Versorger muss ihnen mehrere Bezahlmöglichkeiten für die gelieferte Energie anbieten.
  • Er darf keinen Abschlag kassieren, bevor er nicht geliefert hat.
  • Er muss eine Abschlagszahlung am bisherigen Verbrauch bemessen.

Spätestens nach zwölf Monaten ist der Energielieferant verpflichtet, eine Abrechnung zu erstellen und Ihnen binnen sechs Wochen nach Ende des Abrechnungszeitraums zuzustellen (§ 40 EnWG). Die Abrechnung soll einfach und verständlich sein. Sie muss neben den Kosten auch Informationen enthalten, wie viel Sie im Vergleich mit anderen Kunden verbrauchen.

Den Vertrag ändern kann der Anbieter nicht, ohne Sie zu informieren. Will er beispielsweise die Preise erhöhen, muss er das mitteilen und Sie auf Ihr Sonderkündigungsrecht hinweisen (§ 41 Abs. 3 EnWG). Sie dürfen dann den Anbieter wechseln. Hält ein Versorger diese Pflichten nicht ein, erfahren Sie in unseren Ratgebern zum Stromanbieterwechsel und zum Gasanbieterwechsel, was Sie tun können.

Neben dem Energierecht sind weitere Gesetze einzuhalten. Verstöße registrierte die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen 2017 mehrfach gegen das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb (UWG) wegen des Abschlusses von Versorgungsverträgen am Telefon. Bei zwei Klagen erhielten die Verbraucherschützer bereits Recht.

Das Landgericht München I stellte in beiden Verfahren fest, dass der Abschluss von Strom- und Gaslieferverträgen am Telefon nicht gültig ist, wenn der Kunde dem Werbeanruf vorher nicht ausdrücklich zugestimmt haben (Az. 37 O 5551/17 und Az. 33 O 5550/17). In einem der beiden Verfahren erfolgten nicht nur Werbeanrufe, sondern schlossen Verbraucher nach Darstellung des Versorgers PST Europe Sales auch Lieferverträge am Telefon ab.

In einem solchen Fall müssen Kunden trotzdem schriftlich genehmigen, dass der neue Versorger ihren bestehenden Liefervertrag kündigen darf, urteilten die Richter. Das Urteil gegen PST Europe Sales ist noch nicht rechtskräftig.

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Wer beaufsichtigt Versorger, dass sie Gesetze einhalten?

Die Bundesnetzagentur ist die Aufsichtsbehörde für Energieversorger, Messstellenbetreiber und Netzbetreiber. Das Augenmerk der Behörde liegt darauf, dass kein Netzbetreiber einen Verbraucher mutwillig von der Energieversorgung ausschließt und dass kein Netzbetreiber einen Strom- oder Gasversorger benachteiligt, sondern alle Lieferanten gleichbehandelt.

Bei den Energieversorgern achtet die Behörde darauf, dass sie zuverlässig arbeiten. Lässt ein Unternehmen Kunden beispielsweise in die sogenannte Ersatzversorgung fallen, behindert es den Wechsel seiner Kunden zu einem anderen Versorger.

Auch wenn ein Versorger einem Netzbetreiber nicht ordnungsgemäß Daten und Zahlungsbeträge übermittelt, kann die Behörde einschreiten. Möglich ist, dass dann ein Aufsichtsverfahren beginnt, an dessen Ende die Bundesnetzagentur dem Versorgungsunternehmen ein bestimmtes Verhalten verbietet. Solche Verfahren sind eher selten. Geführt hat die Behörde ein Aufsichtsverfahren zum Beispiel gegen die Care Energy AG, die Anfang 2017 Insolvenz anmeldete.

Die Schlichtungsstelle Energie

Ob ein Unternehmen den Liefervertrag mit Kunden einhält, indem es beispielsweise einen Bonus überweist oder ein Guthaben zurückzahlt, ist eine Frage für die Schlichtungsstelle Energie. Ehe Sie sich an diese wenden, müssen Sie aber Ihren Versorger mit Ihrer Kritik konfrontiert haben. Innerhalb von vier Wochen muss Ihr Energielieferant auf einen Beschwerdebrief reagieren. Bleibt das aus, sollten Sie sich an die Schlichtungsstelle wenden. Das Schlichtungsverfahren ist kostenfrei.

Ärgern Sie sich über das Verhalten eines Versorgers, aber sind sich unsicher, ob dem Unternehmen ein Vorwurf zu machen ist, können Sie auch Finanztip benachrichtigen oder sich an eine Verbraucherzentrale wenden.

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redaktion@finanztip.de (Finanztip Verbraucherinformation gGmbH) 15.10.2018 13:39:00 +0000
Ratgeber Photovoltaik : Photovoltaik https://www.finanztip.de/photovoltaik/ https://www.finanztip.de/?id=2533Mit der eigenen Photovoltaik-Anlage Geld sparen

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Das Wichtigste in Kürze

  • Solarstrom zu erzeugen und selbst zu verbrauchen ist heute die günstigste Art der Stromversorgung.
  • Bei kleinen Photovoltaik-Anlagen betragen die Kosten pro Kilowattstunde etwa 9 bis 12 Cent – für Elektrizität vom Stromversorger zahlen Kunden mindestens das Doppelte. Strom, der nicht selbst genutzt wird, kann ins Stromnetz gespeist und vergütet werden.
  • Verbraucher können mit einer Solaranlage etwa 25 Prozent ihres Bedarfs decken. Mit einem Batteriespeicher erhöht sich der Anteil auf mindestens 60 Prozent.
  • Der Kauf eines <a href="t3://page?uid=2541">Batteriespeichers</a> kann sich wirtschaftlich lohnen. Seit Mitte 2017 sind Geräte im Handel, deren Anschaffung sich rechnen kann.

So gehen Sie vor

  • Suchen Sie einen Experten für Solartechnik, zum Beispiel über die Website Solartechnikberater des Bundesverbands Solarwirtschaft.
  • Überlegen Sie mit der Fachkraft, wo sich am Wohnhaus eine Anlage befestigen lässt, und bestimmen Sie die Größe der Anlage entsprechend Ihres Stromverbrauchs. Prüfen Sie staatliche <a href="t3://page?uid=2549">Förderprogramme</a> zur Finanzierung der Anlage.
  • Registrieren Sie Ihre Anlage nach der Montage im Register der Bundesnetzagentur, sofern sie ans Stromnetz geschlossen ist.
  • Kümmern Sie sich darum, dass eine Firma den Betrieb der Anlage überwacht oder erledigen Sie dies selbst.
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Noch im Jahr 2012 galten Photovoltaik-Anlagen als eine Form der Geldanlage. Mit Strom vom Dach ließ sich einfach Geld verdienen. Die Einspeisevergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) lag für kleine Anlagen bei 24 Cent je Kilowattstunde, auf 20 Jahre garantiert. Wer vor 2011 in ein Solarstrom-System investierte, erhielt sogar noch mehr als 30 Cent pro Kilowattstunde für den eingespeisten Strom.

Diese Zeiten sind vergangen. Aber Photovoltaik-Anlagen lohnen sich weiterhin – nicht mehr als Geldanlage, sondern um die Stromkosten zu senken. Mit diesem Ziel nehmen Verbraucher jedes Jahr Tausende kleine Photovoltaik-Anlagen auf Wohnhäusern in Betrieb. Insgesamt sind in Deutschland nach Angaben des Bundesverbands Solarwirtschaft rund eine Million kleiner Solarkraftwerke auf Hausdächern installiert. Jeden Monat kommen rund 5.000 dazu.

Wer Solarstrom produziert und selbst verbraucht, kann viel Geld sparen. Der eigene Strom ist wesentlich günstiger als der, den ein Energieversorger liefert. Die Kosten für eine selbstverbrauchte Kilowattstunde Solarstrom betragen rund 10 Cent. Je nach Anlage und Anschaffungskosten können die Kosten ein wenig höher oder niedriger sein. Auf jeden Fall aber liegen sie deutlich unter dem Arbeitspreis von zumeist mindestens 24 Cent pro Kilowattstunde, den Haushalte für Strom aus dem öffentlichen Netz zahlen. Da eine Solaranlage mindestens 20 Jahre in Betrieb sein sollte, geht ein Eigenversorger auch jeder Strompreiserhöhung durch die Energieunternehmen aus dem Weg.

25 Prozent des Bedarfs decken, den Rest einspeisen

Natürlich kann eine Photovoltaik-Anlage niemals den kompletten Bedarf eines Haushalts decken. Schließlich scheint die Sonne nicht rund um die Uhr. Aber zu durchschnittlich 25 Prozent kann sich ein Haushalt mit eigenem Solarstrom versorgen. Dabei ist es nicht notwendig, irgendwelche Gewohnheiten zu ändern.

Den Rest seiner eigenen Energie kann der private Betreiber ins öffentliche Stromnetz einspeisen und dafür die weiterhin bestehende Einspeisevergütung nach EEG in Anspruch nehmen. Für kleine Anlagen bis zehn Kilowatt Leistung liegt diese bis Ende Oktober 2018 bei 11,83 Cent pro Kilowattstunde. Die Vergütung verringert sich Monat um Monat um ein Prozent.

Die gesetzliche Vergütung ist in jedem Fall deutlich geringer, als ein Betreiber durch den Verbrauch des eigenen Stroms einspart. Deswegen rechnet sich eine Photovoltaik-Anlage heute vor allem durch den Eigenverbrauch und weniger durch das Einspeisen der Energie ins Stromnetz. Dennoch ist die Vergütung des eingespeisten Stroms eine wichtige Einnahmequelle, um die Solaranlage zu refinanzieren.

Stromkosten hängen von Investitionshöhe und Ertrag ab

Zu welchen Kosten ein Betreiber Solarstrom produzieren kann, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Der erste ist der Preis für die Photovoltaik-Anlage. Dabei gilt: Je größer das System, desto geringer der Preis pro installiertem Kilowatt Leistung. Wenn Sie mit Ihrer Familie in den eigenen vier Wänden wohnen und Solarstrom nutzen wollen, genügt aber eine kleine Anlage mit maximal 10 Kilowatt Leistung. Günstige Preise für solche kleinen Systeme liegen bei rund 1.000 Euro (ohne Umsatzsteuer) pro Kilowatt. Für eine Anlage mit besonders effizienten Solarmodulen können die Preise leicht höher sein. Mehr als 1.400 Euro (ohne Umsatzsteuer) sollten Sie aber nicht zahlen.

Die Preise für Solaranlagen verringern sich stetig. Allein im ersten Halbjahr 2018 sanken die Preise für Solarmodule für den Handel um rund 15 Prozent. Solche Veränderungen schlagen häufig direkt auf die Anschaffungskosten für eine Photovoltaik-Anlage durch, denn die Module machen fast die Hälfte des Kaufpreises aus. Der Grund für die niedrigeren Preise liegt in effizienteren Produktionsprozessen. Das Ende der Kostensenkung ist nach Einschätzung von Experten dabei noch längst nicht erreicht. Bis 2020 erwarten sie, dass die Modulpreise im Schnitt noch einmal um 50 Prozent fallen.

Die Wirtschaftlichkeit einer Anlage bestimmt neben den Investitionskosten der Stromertrag, den die Anlage erwirtschaften kann. Ideal ist es, wenn eine Anlage nach Süden ausgerichtet ist und 35 Grad geneigt. Dann lassen sich im Schnitt in Deutschland rund 1.050 Kilowattstunden pro Kilowatt Leistung ernten. An Standorten mit der höchsten Sonnenstrahlung im Jahr können es auch bis zu 1.160 Kilowattstunden sein. Wo diese Regionen in Deutschland liegen, ist Karten des Deutschen Wetterdienstes zu entnehmen. 

Sind die Bedingungen für eine Photovoltaik-Anlage nicht ideal, also zeigt eine Dachfläche nach Osten oder Westen, ist sie weniger als 35 Grad geneigt oder befindet sich an einem Ort mit vergleichsweise schwacher Sonnenstrahlung, sollten Sie trotzdem noch 950 Kilowattstunden pro Kilowatt Leistung produzieren können. Wichtig ist bei der Kalkulation zudem, dass keine Bäume, Schornsteine oder Nachbargebäude die Anlage verschatten. Das senkt den Stromertrag.

Zu welchen Kosten Sie eigenen Strom erzeugen, ist in der nachfolgenden Tabelle dargestellt. Suchen Sie zunächst in der mittleren Spalte den Block mit dem zu erwartenden Stromertrag, der den Bedingungen bei Ihnen am nächsten kommt. Abhängig vom Anlagenpreis können Sie ablesen, was Sie die Produktion einer Kilowattstunde Solarstrom dann kostet.

Erzeugungskosten von Solarstrom

<b>Investitionskosten in Euro/kW<b>Stromproduktion in kWh/kW<b>Kosten pro Kilowattstunde</b>
8009508 Cent
10009509 Cent
120095011 Cent
1400 95013 Cent
80010507 Cent
100010508 Cent
1200 105010 Cent
1400 105012 Cent
80011507 Cent
1000 11508 Cent
1200 11509 Cent
1400 115011 Cent

Quelle: Finanztip-Berechnung auf Basis der Formel des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme zur Berechnung der Stromgestehungskosten. Das sind die Gesamtkosten eines Kraftwerks über seine gesamte Betriebsdauer einschließlich Rückbau und Entsorgung im Verhältnis zur erzeugten Strommenge. (Stand: 27. August 2018)

Die Zahlen in der Tabelle basieren auf der Annahme, dass eine Photovoltaik-Anlage 20 Jahre in Betrieb ist und ihre laufenden Kosten 2 Prozent der Investitionssumme pro Jahr betragen. Zu den laufenden Kosten zählen Versicherungen sowie die Wartung, Reparatur und Überwachung der Anlage. Für den über die Betriebsdauer angenommenen Zins auf das eingesetzte Kapital rechnen wir mit 3 Prozent. Der genannte Zins bezeichnet die erwartete Rendite auf das eingesetzte Kapital, sofern der Betreiber die Anlage komplett aus eigenen Mitteln finanziert.

So kommen Sie zur passenden Anlage

Wenn Sie sich für eine Solarstromanlage interessieren, finden Sie auf der Website Solartechnikberater des Bundesverbands Solarwirtschaft geeignete Handwerker in Ihrer Region. Holen Sie drei bis vier Angebote für die gesamte Anlage mit allen Nebenkosten ein. Ein Angebot für eine Photovoltaik-Anlage beinhaltet gewöhnlich auch eine Wirtschaftlichkeitsberechnung und damit eine Prognose zum Stromertrag und Eigenverbrauch. Wenn Sie mehrere Angebote einholen, können Sie die Kalkulationen miteinander vergleichen und jene aussortieren, die Ihnen wenig glaubhaft oder zu teuer erscheinen.

Gehen Sie bei der Entscheidung auch nach der Qualität der verbauten Komponenten. Bei etablierten Herstellern von Photovoltaik-Modulen und Wechselrichtern können Sie davon ausgehen, dass Sie Ihre Garantieansprüche auch in einigen Jahren noch geltend machen können. Die Hersteller von Photovoltaik-Modulen geben gewöhnlich Garantien auf die Leistung der Module von mindestens 20 Jahren.

Bei der Montage der Anlage sollten Sie auf die Ausfertigung eines Anlagenpasses bestehen. In dem Dokument hält der Installateur fest, wie die Anlage aufgebaut ist. Der Anlagenpass dient als Nachweis für die ordnungsgemäße Errichtung der Anlage. Zugleich ist er Grundlage bei jeder Reparatur und Wartung zu einem späteren Zeitpunkt.

Welche Pflichten hat der Anlagenbetreiber?

Ein frischgebackener Anlagenbetreiber unterliegt verschiedenen gesetzlichen Pflichten. Diese sind technischer, administrativer und auch steuerlicher Natur.

1. Anlage registrieren

Als Anlagenbetreiber müssen Sie Ihr System bei der Bundesnetzagentur melden, sofern es ans Stromnetz angeschlossen ist. Dazu gibt es das PV-Meldeportal. Sie müssen dort den Standort der Anlage und ihre Leistung angeben. Das Meldeportal geht voraussichtlich Ende 2018 im Marktstammdatenregister auf. Entbunden von der Meldepflicht ist und bleibt jeder, der eine Photovoltaik-Anlage als Inselsystem betreibt.

Darüber hinaus hat ein Anlagenbetreiber dem Netzbetreiber bis zum 28. Februar eines Jahres die im Vorjahr eingespeiste Strommenge mitzuteilen, wenn er eine Förderung in Anspruch nimmt. Dies legt Paragraf 71 EEG fest. Wenn ein Anlagenbetreiber bereits jeden Monat die eingespeisten Strommengen übermittelt, gilt die jährliche Meldepflicht als erfüllt.

Wer die Pflichten nicht erfüllt, erhält entweder weniger oder keine Einspeisevergütung, bis er den Pflichten nachkommt. Die vorgesehenen Sanktionen sind in Paragraf 52 EEG festgelegt. Auf Null sinkt beispielsweise die Einspeisevergütung, wenn ein Betreiber seine Anlage nicht der Bundesnetzagentur meldet oder nicht bis 28. Februar eines Jahres dem Netzbetreiber die eingespeiste Strommenge mitteilt. Um 20 Prozent sinkt die Vergütung, wenn ein Betreiber nicht alle geforderten Daten an das Meldeportal übermittelt hat.

Selbst wenn der Netzbetreiber einen Verstoß gegen eine Meldepflicht zunächst nicht bemerken sollte und Einspeisevergütung zahlt – er kann die gezahlten Beträge zurückfordern. Das hat der Bundesgerichtshof in einem Urteil klar gestellt (Az. VIII ZR 147/16 vom 5. Juli 2017).

2. Fernsteuerung oder Leistung begrenzen

Eine kleine Photovoltaik-Anlage mit bis zu 30 Kilowatt Leistung darf nicht mit unbegrenzt viel Solarstrom ins Netz speisen. Das ist in Paragraf 9 EEG geregelt. Der Solar-Monteur (auch Solarteur genannt) sollte dies bereits bei der Installation berücksichtigen. Entweder muss der Installateur die Einspeiseleistung auf 70 Prozent der Wirkleistung begrenzen, oder der Kunde muss die Anlage ferngesteuert regeln können.

Wer seinen Strom selbst nutzt, fährt in der Regel mit der Einspeise-Begrenzung auf 70 Prozent besser. Denn nur selten dürfte der Fall eintreten, dass die Anlage mehr Strom einspeisen könnte, als aufgrund der 70-prozentigen Begrenzung möglich ist. Erfüllt die Photovoltaik-Anlage nicht die technischen Vorgaben, zahlt der Netzbetreiber lediglich eine Vergütung, die dem Marktwert des Stroms entspricht.

3. Gewerbe anmelden und Einkünfte versteuern

Ein Anlagenbetreiber, der Strom ins Netz einspeist und damit verkauft, gilt als Unternehmer. Er muss sich dazu beim Finanzamt als Gewerbetreibender registrieren. Die Einnahmen, die er mit der Photovoltaik-Anlage erzielt, ist in der Steuererklärung anzugeben. Ob er Umsatzsteuer zahlen muss, kann er sich aussuchen, wenn seine Einkünfte 17.500 Euro nicht überschreiten. Wer keine Umsatzsteuer abzuführen hat, kann sich aber auch nicht die Mehrwertsteuer auf die Anschaffungskosten vom Finanzamt zurückholen und zahlt damit einen höheren Preis. Detaillierte Informationen gibt unser Ratgeber zur Besteuerung von Photovoltaik-Anlagen.

Wirtschaftlichkeit steigt bei höherem Eigenverbrauch

Die Einspeisevergütung ist mittlerweile so gering, dass Anlagenbetreiber mehr Geld sparen, wenn sie den Strom selbst nutzen, anstatt ihn ins Stromnetz zu speisen. Daher lohnt es sich, den Eigenverbrauch zu maximieren. Das geht mit sogenannten Energiemanagern. Das sind kleine Geräte, die den Stromverbrauch an die Erzeugung anpassen. Sie werden heute standardmäßig von Installateuren angeboten und erhöhen den Eigenverbrauch um mehrere Prozentpunkte – auf mehr als 30 Prozent. Wer noch mehr eigenen Solarstrom nutzen möchte, muss wieder investieren: in einen Speicher.

Mit einem Batteriespeicher lässt sich der Eigenverbrauch verdoppeln, wenn nicht sogar verdreifachen. Bis zu 70 Prozent seines Strombedarfs kann ein Betreiber dann über seine Solaranlage decken. Die Preise für Geräte der dominierenden Lithium-Ionen-Technologie sind dabei in den vergangenen Jahren kontinuierlich gefallen.

Für kleine Geräte mit einer Speicherkapazität von weniger als 10 Kilowattstunden lagen sie zum Jahresende 2016 noch mindestens bei 1.300 Euro (ohne Umsatzsteuer) pro Kilowattstunde. Seit Mitte 2017 gibt es erste kleine Batteriespeicher im Handel, deren Anschaffung sich für Haushalte rechnen kann. Das ist der Fall, wenn der Preis pro Kilowattstunde Speicherkapazität nicht mehr als 1.000 Euro beträgt (ohne Umsatzsteuer). Ein effizienter Batteriespeicher kann dann Solarstrom zu den Kosten speichern, die Ihnen auch für den Strombezug aus der Steckdose entstehen.

Zukunftsoption Batteriespeicher

Der Ersparnis beim Stromeinkauf steht die Investition in einen Speicher gegenüber. Damit sich eine Anschaffung rechnet, legte die Bundesregierung ein Programm zur Förderung von Batteriespeichern auf. Die staatliche KfW-Bankengruppe reicht die Zuschüsse aus. Das Programm läuft nur noch bis Ende 2018.

Der Zuschuss beträgt 200 Euro pro Kilowatt Leistung der Solaranlage, wenn Sie Speicher und Anlage zusammen neu anschaffen. Bei einem gängigen Modell für eine Anlage mit 5 Kilowatt Leistung wären das 1.000 Euro. Wer eine ältere Anlage nachrüstet, bekommt im ersten Halbjahr 2017 wegen des höheren Aufwands 220 Euro je Kilowatt Modulleistung. 

Bedingung für eine Förderung ist, dass die Solarstromanlage nur mit der Hälfte ihrer maximalen Leistung einspeist. Hat die Anlage 5 Kilowatt Leistung, darf sie das Stromnetz mit höchstens 2,5 Kilowatt belasten. Den anderen Teil muss der Betreiber selbst verwenden, direkt oder über den Speicher – oder aber der Strom bleibt ungenutzt.

Kredite und Förderprogramme für Photovoltaik-Anlagen

Nicht jeder kann eine mehrere Tausend Euro teure Photovoltaik-Anlage auf einen Schlag bezahlen. Banken wie SWK und ING-Diba oder die Bausparkassen LBS und Schwäbisch Hall bieten passende Finanzierungen an. Die Banken geben allerdings erst einen Kredit ab einer Höhe von 5.000 Euro. Die Laufzeit liegt bei mindestens zwei Jahren und der effektive Zinssatz bei mindestens 2,27 Prozent. Die KfW-Bank reicht ebenfalls Kredite aus, wenn Sie einen Antrag über die Hausbank stellen. Die Laufzeit beträgt auch hier mindestens zwei Jahre und der effektive Zinssatz liegt bei mindestens 1,26 Prozent. 

Darüber hinaus fördern Baden-Württemberg und Thüringen die Anschaffung von Photovoltaik-Anlagen und Stromspeichern. Auch Sachsen bezuschusst den Kauf von Batteriespeichern. Die einzelnen Programme können Verbraucher nur im jeweiligen Bundesland nutzen. Bundesweit gibt es zinsgünstige Kredite und Zuschüsse für Batteriespeicher von der KfW-Bankengruppe. Darüber hinaus bietet die KfW Kredite für die energetische Sanierung von Eigenheimen an.

Kontrollieren Sie Ihre Erträge und lassen Sie die Anlage warten

Ist das System finanziert, installiert und registriert, kann sich der Betreiber erst einmal zurücklehnen. Allerdings ist eine Photovoltaik-Anlage kein wartungsfreies Kraftwerk. Sie sollten Ihre Erträge überwachen. Entweder lesen Sie regelmäßig den Einspeisezähler ab und notieren die Werte. Bequemer ist es aber, die Daten der Stromproduktion in Online-Portalen einzusehen. So bemerken Sie Störungen und Ausfälle sofort und können sie schnell beheben lassen. Bedenken Sie: Eine Störung des Wechselrichters oder ein defektes Kabel schlägt sich in geringeren Erträgen nieder. Je länger die Störung anhält, desto mehr Strom entgeht Ihnen.

Es empfiehlt sich zudem, die Anlage alle ein bis zwei Jahre warten zu lassen. Dabei geht es beispielsweise darum zu prüfen, ob alle Stecker, Kabel und Schrauben noch einwandfrei fixiert sind und ob die Solarmodule noch mängelfrei sind. Installationsbetriebe bieten hierfür gewöhnlich ein Servicepaket an.

Es gibt auch eine Reihe Firmen, die sich nur auf die Überwachung und Wartung von Photovoltaik-Anlagen spezialisiert haben. Für diese Dienste müssen Verbraucher im Schnitt 1 Prozent der Investitionssumme über 20 Jahre einplanen.

Regeln für die Eigenversorgung

Rechtlich sind zwei Dinge für den Betrieb einer Photovoltaik-Anlage entscheidend, wenn Sie sich selbst mit Energie versorgen wollen: Wer Solarstrom ins Stromnetz leitet, verkauft die Energie an den Netzbetreiber. Damit wird der Anlagenbetreiber Unternehmer. Als Unternehmer kann er sich die beim Erwerb der Photovoltaik-Anlage gezahlte Umsatzsteuer vom Finanzamt zurückholen. Allerdings ist der Betreiber dann auch verpflichtet, auf seinen selbst genutzten Solarstrom Umsatzsteuer abzuführen.

Nutzt er dagegen die Kleinunternehmerregel, die für Einkünfte bis 17.500 Euro im Jahr gilt, muss er keine Umsatzsteuer auf den Eigenverbrauch zahlen. Dann erhöht sich sein Anschaffungspreis für die Anlage aber auch um die Mehrwertsteuer. Am besten lassen Sie sich bei diesem Thema von einem Steuerberater beraten.

Zum zweiten ist sehr streng definiert, wer überhaupt ein Eigenversorger ist. Als Eigenversorger gilt nur, wer als Nutzer des Solarstroms die Photovoltaik-Anlage auch betreibt. Sind Verbraucher und Betreiber nicht identisch – beispielsweise, weil eine Anlage dem Sohn eines Hauseigentümers gehört und dieser den Strom nutzt –, fällt die Nutzung des Stroms nicht unter Eigenverbrauch, sondern Letztverbrauch. Auf Letztverbrauch ist im Jahr 2018 die EEG-Umlage von 6,792 Cent pro Kilowattstunde zu entrichten. 2019 werden es 6,405 Cent pro Kilowattstunde sein.

Unter bestimmten Bedingungen ist auch auf selbst genutzten Solarstrom die EEG-Umlage zu zahlen. Und zwar, wenn die Photovoltaik-Anlage mehr als zehn Kilowatt Leistung hat oder ab dem Zeitpunkt, zu dem eine Photovoltaik-Anlage mehr als zehn Megawattstunden Strom pro Jahr erzeugt hat. Dann gilt aber ein ermäßigter Satz von 40 Prozent der EEG-Umlage – 2018 sind das 2,72 Cent pro Kilowattstunde. 2019 zahlen diese Eigenversorger 2,562 Cent pro Kilowattstunde.

Eine Lockerung dieser Regel ist aber in Sicht: Die Mitgliedsländer der Europäischen Union sollen kleinere Eigenverbraucher nicht mehr diskriminieren und behindern. Das legt eine Richtlinie fest, die wohl noch 2018 in Kraft treten wird. Deutschland hat daraufhin 18 Monate Zeit, sie umzusetzen und darf dann keine EEG-Umlage auf selbst verbrauchten Solarstrom mehr erheben – zumindest, wenn die Photovoltaik-Anlage nicht mehr als 30 Kilowatt Leistung hat.

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redaktion@finanztip.de (Finanztip Verbraucherinformation gGmbH) 15.10.2018 09:08:00 +0000
Mieterstrom : Mieterstrom https://www.finanztip.de/photovoltaik/mieterstrom/ https://www.finanztip.de/?id=3956Wie Mieter von günstigem Solarstrom profitieren

Das Wichtigste in Kürze

  • Auch Mieter können direkt von günstigem Solarstrom profitieren. Versorger errichten dazu auf Wohngebäuden Photovoltaik-Anlagen und liefern den Strom den Mietern im Haus (Mieterstrom).
  • Für direkt gelieferten Strom fallen <b>keine Netzentgelte und weniger Steuern und Umlagen</b> an. Dadurch kann Mieterstrom günstiger sein als die Energie aus dem Stromnetz.
  • Der Gesetzgeber fördert Anlagenbetreiber mit dem Mieterstromzuschlag. Dafür müssen diese den Strom <b>mindestens 10 Prozent günstiger</b> anbieten, als er in der Grundversorgung kostet.
  • Wer solchen geförderten Mieterstrom anbietet, muss Sie als Mieter <b>vollständig versorgen</b>. Der Stromliefervertrag darf zudem nicht an Ihren Mietvertrag gebunden sein.
  • Nimmt der Anbieter keinen Mieterstromzuschlag in Anspruch, muss er Sie nicht vollständig versorgen. Sie haben dann zwei Stromlieferanten – je einen für Mieterstrom und für Reststrom. Je nachdem, wie viel Mieterstrom Sie verbrauchen, verringert sich Ihr Bezug aus dem Stromnetz.

So gehen Sie vor

  • Bietet Ihnen ein Versorger Mieterstrom an, schauen Sie sich das Angebot genau an – Sie können damit möglicherweise Stromkosten sparen.
  • Ein Mieterstrom-Tarif kann so <b>niedrig</b> sein <b>wie die günstigsten Ökostrom-Tarife</b>. Prüfen Sie daher über den <a href="https://stromvergleich.finanztip.de/">Finanztip-Stromrechner</a>, wie der Mieterstrom-Tarif gegenüber alternativen Angeboten abschneidet.
  • Achten Sie auf verbraucherfreundliche Vertragsbedingungen: Wir empfehlen eine Vertragsverlängerung von nur einem Monat (nach der ersten Laufzeit) und eine Kündigungsfrist von längstens sechs Wochen.
  • Gefällt Ihnen ein Angebot zur vollständigen Versorgung, kümmert sich der Versorger um den Vertragswechsel zum nächstmöglichen Zeitpunkt. Ihre <b>Stromversorgung bleibt jederzeit sicher</b>.
  • Entscheiden Sie sich für die Nutzung von Solarstrom, ohne vom selben Anbieter Reststrom zu beziehen, brauchen Sie nichts weiter zu tun. Ihr bisheriger Liefervertrag bleibt bestehen.

Mieter in Wohnhäusern sind gegenüber Besitzern von Eigenheimen benachteiligt. Sie finanzieren zwar über den Strompreis die Förderung von Photovoltaik-Anlagen, indem sie die Umlage für erneuerbare Energien bezahlen. Aber es ist für Mieter schwieriger, Solarstrom direkt zu nutzen. Einfach ein Kraftwerk auf dem Mietshaus errichten – das können sie nicht. Es ist ja nicht ihr Dach. Sie müssten die Fläche pachten und viele Formalien erledigen.

Es gibt aber Konzepte, mit denen Mieter auf einfache Weise von günstigem Solarstrom profitieren. Überall in Deutschland entstehen auf großen Mietshäusern Photovoltaik-Anlagen, deren Strom an die Mieter fließt. Dazu kooperieren Hauseigentümer mit Planern und Energieversorgern. Mehr als 250 solcher Anlagen gibt es.

Rund 100 davon befinden sich allein in Berlin. In der Hauptstadt entwickeln verschiedene Wohnungsbaugenossenschaften als auch Stromversorger Projekte. Weitere rund 50 Anlagen sind in den vergangenen Jahren in Fürth entstanden. Die Stadt in Franken ist dabei, alle städtischen Wohnhäuser mit Solarstrom-Anlagen auszurüsten. Für Anlagenbetrieb und Stromlieferung ist der kommunale Versorger Infra Fürth verantwortlich.

Andere Städte treiben über eigene Gesellschaften ebenfalls Projekte voran. Hamburg Energie ist Mitglied der Solaroffensive Hamburg. Diese setzt sich dafür ein, auf 5.000 Dächern in der Hansestadt Photovoltaik-Anlagen zu errichten, deren Strom zu einem großen Teil Mieter versorgen soll. Die Berliner Stadtwerke planen bis 2023 rund 60 Millionen Euro in Mieterstrom-Projekte zu investieren – damit lassen sich etwa 500 Anlagen mit jeweils 100 Kilowatt Leistung installieren.

Warum kann sich Mieterstrom für Sie lohnen?

Jeder Betreiber einer Photovoltaik-Anlage kann seinen Solarstrom an Verbraucher liefern. Gehört dem Betreiber der Solaranlage das Wohnhaus nicht, kann er die Dachfläche vom Eigentümer pachten. Oder Betreiber und Eigentümer kooperieren. Wie auch immer die Konstellation aussieht: Liefert Ihnen jemand Solarstrom, ist er rein rechtlich Energieversorger und Ihr Vertragspartner.

Zum Vertragsschluss gehört aber natürlich, dass Sie erst einmal ein Angebot für Mieterstrom annehmen. Flattert Ihnen ein solches in die Wohnung, sehen Sie es sich an. Der Tarif sollte günstig sein. Schließlich fallen auf direkt gelieferten Strom, der nicht durch das öffentliche Stromnetz fließt, keine Netzentgelte an. Weitere Umlagen und Abgaben auf den Strompreis sowie die Stromsteuer gibt es ebenfalls nicht. Mit Mieterstrom sollten Sie also Geld sparen können. Einzelheiten dazu, warum das so ist, lesen Sie weiter unten im Text.

Wie viel solarer Mieterstrom in bisherigen Projekten kostet, zeigt folgende Tabelle:

Beispiele für Mieterstrom-Tarife

<b>Tarif oder Projektname <b><b> Stromversorger <b><b>Grundpreis in Euro pro Monat<b><b>Arbeitspreis in Cent pro Kilowattstunde<b>
Fürthstrom direkt Infra Fürth 7,52 25,52 / 27,05
Berlinstrom Sonne+ Berliner Stadtwerke 6 24,95
Strom Regio Solar N-Ergie in Nürnberg 9,08 24,98
Wagnis 4 Wagnis eG in München 2 26

Quelle: Finanztip-Recherche/Websites der Anbieter (Stand: 8. Mai 2018)

Die Daten in der Tabelle stammen von den Versorgern. Sie orientieren sich im Fall von Wagnis an einem Stromverbrauch von 1.500 Kilowattstunden im Jahr. Bei N-Ergie in Nürnberg gelten die Preise bei einem Stromverbrauch von mindestens 1.400 Kilowattstunden. Bei Infra Fürth, N-Ergie und den Berliner Stadtwerken gelten die Tarife einheitlich für alle Mietshäuser in Fürth, Nürnberg beziehungsweise Berlin. Bei Infra Fürth kostet der Solarstrom vom Dach 25,52 Cent pro Kilowattstunde und der über das Stromnetz gelieferte Reststrom 27,05 Cent pro Kilowattstunde. 

Im Gegensatz zu anderen Tarifen für Ökostrom wissen Sie beim Mieterstrom, woher ein großer Teil der Energie kommt – direkt vom Dach. Bei Abschluss eines Vertrags gehen Sie kein Risiko ein: Sie werden nicht ohne Strom dastehen, wenn beispielsweise die Sonne nicht scheint. Ihr Anschluss an das öffentliche Stromnetz bleibt bestehen. Fließt kein Sonnenstrom, beispielsweise nachts, können Sie aus dem Netz Strom beziehen.

Wie fördert der Staat solaren Mieterstrom?

Erste Solaranlagen zur Versorgung von Mietern im Haus gingen 2013 in Betrieb. Seit Sommer 2017 hat die Zahl der Projekte zugenommen. Das liegt an einer gesetzlichen Förderung: dem Mieterstromzuschlag. Über das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) können Betreiber von Photovoltaik-Anlagen auf Dächern eine Förderung vom Staat erhalten, wenn sie den Solarstrom an Kunden im selben oder im benachbarten Haus liefern. Der Gesetzgeber verspricht sich davon den Bau von rund 12.500 Mieterstrom-Anlagen in den kommenden Jahren. Nach den ersten zwölf Monaten seit Verabschiedung des Gesetzes zeigt sich jedoch, dass dieses Ziel noch in sehr weiter Ferne liegt.

Bis Mitte August 2018 haben 220 Projekte mit rund 5.000 Kilowatt Leistung einen Zuschlag erhalten. Sie befinden sich über alle Bundesländer verteilt, jeweils ein Fünftel davon in Bayern und Baden-Württemberg. Unter den Städten liegt Fürth mit 20 Mieterstromanlagen an der Spitze, gefolgt von Berlin mit 14. Die Höhe des Zuschlags variiert je nach Größe der Anlage und beträgt bis Ende Oktober 2018 zwischen 2,3 und 3,33 Cent pro Kilowattstunde. Jeden Monat verringert sich die Förderhöhe leicht. Die neuen Sätze gibt die Bundesnetzagentur am 31. Oktober bekannt. 

Das Extra-Geld vom Staat soll es den Anlagenbetreibern ermöglichen, den Strom günstig anzubieten. Die Bedingung ist dabei, dass der Tarif mindestens 10 Prozent günstiger sein muss als jener des Grundversorgers vor Ort (§ 42a Abs. 4 EnWG). Der Grundversorger ist derjenige Stromanbieter, der Sie beliefert, wenn Sie keinen Liefervertrag abgeschlossen haben und Strom aus dem Netz entnehmen.

Obwohl es die Förderung gibt, gehen auch weiterhin Mieterstrom-Anlagen ohne Zuschlag in Betrieb. Hat eine Anlage auf dem Dach eine Leistung von mehr als 100 Kilowatt, gibt es beispielsweise keine Förderung. Bei manchen Projekten wollen die Planer den Zuschlag nicht, weil das Geld vom Staat an zusätzliche Bedingungen geknüpft ist. Dies betrifft nicht nur die Tarifhöhe, sondern auch die Art, wie der Vertrag gestaltet ist.

Der Begriff „Mieterstrom“ umfasst jede Form elektrischer Energie, die nicht über das Stromnetz fließt. Auch elektrische Energie aus Windkraftanlagen oder Blockheizkraftwerken kann Mieterstrom sein – so lange sie direkt zum Verbraucher fließt. Ist das der Fall, entfallen bestimmte Kosten, die gewöhnlich im Strompreis stecken. Den Mieterstromzuschlag können aber nur Betreiber von Solarstrom-Anlagen beanspruchen. 

Wie sieht die Lieferung von gefördertem Mieterstrom aus?

Nimmt der Lieferant die gesetzliche Förderung in Anspruch, ist er verpflichtet, Sie vollständig mit elektrischer Energie zu versorgen (§ 42a Abs. 2 EnWG). Reicht die Solarstromproduktion nicht aus, um Ihren Stromverbrauch zu decken, muss der Versorger zusätzlichen Strom besorgen und liefern. Ob es sich dabei um Ökostrom oder konventionellen Strom handelt, sollte im Liefervertrag festgelegt sein. Auf Ihrer jährlichen Abrechnung sollte Ihr Mieterstrom-Anteil ausgewiesen sein, aber auch, woher die restliche Energie stammt.

Der Liefervertrag darf zudem nicht Bestandteil des Mietvertrags sein. Wenn Sie in eine Wohnung einziehen, deren Vormieter Solarstrom vom Dach genutzt hat, müssen Sie dies nicht auch tun. Sie können den Liefervertrag für Mieterstrom ausschlagen und sich einen alternativen Anbieter suchen. Oder Sie entscheiden sich für das Angebot – dann schließen Sie einen Vertrag über die Stromlieferung, der vom Mietvertrag unabhängig ist. Wenn Sie den Stromvertrag wieder kündigen, wirkt sich das nicht auf den Mietvertrag aus. Sobald Sie aber Ihren Mietvertrag kündigen oder er ausläuft, endet Ihr Stromliefervertrag automatisch zum selben Zeitpunkt.

Entscheiden Sie sich für Mieterstrom, darf der Stromliefervertrag höchstens ein Jahr laufen und sich dann um jeweils ein weiteres Jahr verlängern (§ 42a Abs. 3 EnWG). Die Kündigungsfrist beträgt längstens drei Monate. Mehr ist gesetzlich nicht erlaubt.

Ein Anbieter kann natürlich auch kürzere Laufzeiten und Fristen wählen. Finanztip empfiehlt grundsätzlich, dass Stromlieferverträge zunächst höchstens ein Jahr laufen und sich dann Monat um Monat verlängern. Die Kündigungsfrist sollte maximal sechs Wochen betragen.

Alle Regelungen zum Wechsel des Stromanbieters gelten auch bei Mieterstrom-Tarifen mit gesetzlicher Förderung. Der Anbieter kümmert sich um den Wechsel und meldet Sie beim bisherigen Versorger ab. Sollten sich die Preise erhöhen, muss Ihr Versorger Ihnen das mitteilen. Dann steht es Ihnen frei, das Sonderkündigungsrecht zu nutzen und einen anderen, günstigeren Versorger zu wählen. Für die Suche empfehlen wir unseren Finanztip-Stromrechner.

Wie hoch dürfen die Preise bei gefördertem Mieterstrom sein?

Der Mieterstromzuschlag soll dem Versorger helfen, günstige Tarife anzubieten und damit natürlich auch wettbewerbsfähig zu sein. Geförderter Mieterstrom muss deshalb mindestens 10 Prozent günstiger sein als die Grundversorgung vor Ort. Auf welche Strompreise dies im Schnitt je nach Stromverbrauch hinausläuft, können Sie der Tabelle entnehmen.

Durchschnittliche Höchstpreise für geförderten Mieterstrom

<b>Jahresverbrauch<b><b>Durchschnittspreis in der Grundversorgung<b> <b>Maximalpreis für Mieterstrom<b>
<b>unter 1.000 kWh<b> 45,58 Cent/kWh 41,02 Cent/kWh
<b>1.000 bis 2.500 kWh <b> 33,23 Cent/kWh 29,91 Cent/kWh
<b>2.500 bis 5.000 kWh<b> 30,94 Cent/kWh 27,85 Cent/kWh
<b>5.000 bis 10.000 kWh<b> 29,36 Cent/kWh 26,42 Cent/kWh

Quelle: eigene Berechnung, Bundesnetzagentur/Bundeskartellamt (Stand: 3. April 2018)

Die durchschnittlichen Preise in der Grundversorgung entstammen dem aktuellen Monitoringbericht von Bundesnetzagentur und Bundeskartellamt. Davon wurden die durchschnittlichen Höchstpreise für Mieterstrom je nach Verbrauch abgeleitet.

Da Kunden in der Grundversorgung bei geringem Verbrauch im Verhältnis mehr für eine Kilowattstunde zahlen, lohnt sich Mieterstrom für sparsame Haushalte stärker. Das 10-Prozent-Kritierium einzuhalten, schaffen Anbieter dabei auch ohne die Förderung. Mit dieser ergibt sich für Versorger aber ein größerer Spielraum. Um 1 Cent bis 1,5 Cent pro Kilowattstunde können sie den Strom mit Zuschlag günstiger anbieten.

Kosten für die Wartung oder Reparatur der Photovoltaik-Anlage sind über den Strompreis gedeckt. Für den Betrieb der Anlage dürfen Ihnen als Mieter keine Kosten über die Miete oder die Nebenkosten entstehen.

Wie sieht die Lieferung von Mieterstrom ohne Förderung aus?

Es ist auch möglich, dass Solarstrom vom Miethausdach direkt an Sie fließt, ohne dass der Anlagenbetreiber den Mieterstromzuschlag nutzt. Dann ist er auch nicht verpflichtet, sich darum zu kümmern, woher Sie den restlichen Strom bekommen, wenn die Sonne mal nicht scheint. In solch einem Fall behalten Sie Ihren Stromliefervertrag mit Ihrem bisherigen Versorger. Durch die Sonnenenergie verringert sich damit Ihr Strombezug aus dem Netz.

Für die Lieferung von Sonnenstrom muss der Anbieter mit Ihnen einen eigenen Versorgungsvertrag abschließen; Sie haben dann also zwei Verträge: einen für den restlichen Strom und einen für Mieterstrom. Dabei gelten die Bedingungen wie für jeden anderen Stromliefervertrag auch. Die Laufzeit beträgt höchstens 24 Monate und darf sich um zwölf Monate verlängern; die Kündigungsfrist liegt bei längstens drei Monaten. Mindestens alle zwölf Monate muss der Versorger eine Abrechnung erstellen. Den Liefervertrag für den Strombezug aus dem Netz können Sie entsprechend den Vertragsbedingungen und unabhängig vom Mieterstrom-Vertrag kündigen.

In der Praxis ist dieses Modell häufiger anzutreffen als das Modell mit Förderung: Denn alle Mieterstrom-Anlagen, die vor dem 25. Juli 2017 in Betrieb gingen, haben keinen Anspruch auf den Zuschlag. Zu den Betreibern gehören große Versorger, aber auch Hauseigentümer mit Photovoltaik-Anlage auf dem Dach, die Mieter im eigenen Haus beliefern.

Der Anbieter kann Ihnen natürlich auch anbieten, die Lieferung des Reststroms zu übernehmen. In diesem Fall sollte er sich um die Kündigung bei Ihrem bisherigen Versorger kümmern und einen Liefervertrag über die gesamte Stromversorgung mit Ihnen schließen. Dabei gelten wieder die oben genannten Bedingungen.

Warum ist Mieterstrom günstig?

Dass Mieterstrom günstig ist, liegt daran, dass er nicht über das öffentliche Stromnetz fließt, sondern am Ort seiner Erzeugung verbraucht wird. So fallen verschiedene Kosten weg, die gewöhnlich im Strompreis stecken: Netzentgelte, Konzessionsabgabe, Stromsteuer und vier Umlagen. Zu berücksichtigen sind bei Mieterstrom damit lediglich fünf Posten: die Kosten für Erzeugung, Vertrieb und Stromzähler, die EEG-Umlage und die Mehrwertsteuer.

Mit einer Anlage mit mehr als zehn Kilowatt Leistung lässt sich Solarstrom für 8 bis 11 Cent pro Kilowattstunde produzieren. Die EEG-Umlage in Höhe von 6,792 Cent pro Kilowattstunde im Jahr 2018 und die Mehrwertsteuer aufgeschlagen, ergibt sich ein Preis von 18 bis 22 Cent pro Kilowattstunde. Der Aufwand des Lieferanten und ein Entgelt für den Mieterstrom-Zähler sind dabei noch nicht berücksichtigt. Hier kommen noch einmal etwa 2 Cent pro Kilowattstunde (brutto) hinzu.

2019 sinkt die EEG-Umlage auf 6,405 Cent pro Kilowattstunde.  Die geringere Mehrwertsteuer berücksichtigt, können sich die Preise für Mieterstrom sogar um rund einem halb Cent pro Kilowattstunde verringern.

Wie günstig sich Solarstrom genau gewinnen lässt, hängt von der Sonneneinstrahlung in der Region und von der Neigung und Ausrichtung des Dachs ab. Die Höhe des Stromtarifs beeinflussen aber auch die Mieter selbst: Je mehr Parteien den Strom vom Dach nutzen, desto mehr der erzeugten Energie lässt sich im Haus verbrauchen und desto günstiger wird es für alle. Machen alle Mieter mit, kann der Sonnenstrom ihren Bedarf zu 30 bis 70 Prozent decken. Entscheidet sich nur die Hälfte der Mieter für ein Angebot, können sie ihren Verbrauch nur zu 20 bis 50 Prozent mit Solarstrom decken.

Dennoch ist es fast überall in Deutschland möglich, dass Mieterstrom günstiger als die komplett über das öffentliche Netz gelieferte Energie ist – in der Regel um 1 bis 2 Cent pro Kilowattstunde. Je höher die Netzentgelte in einer Region sind, desto stärker lohnt sich solarer Mieterstrom. In Regionen mit sehr niedrigen Netzentgelten (zum Beispiel Bremen) kann es dagegen sein, dass Mieterstrom nicht günstiger ist als gewöhnlicher Haushaltsstrom.

Liegt Ihnen ein Angebot für Mieterstrom vor, so vergleichen Sie die Preise mit Tarifen, in denen der gesamte Strom über das Netz fließt. Nutzen Sie dazu unseren Finanztip-Stromrechner: Er zeigt Ihnen nur Tarife, die unseren verbraucherfreundlichen Kriterien entsprechen.

Wie entwickeln sich die Preise für Mieterstrom?

Angebote für Mieterstrom ohne Förderung können 20 bis 24 Cent pro Kilowattstunde kosten, aber auch weniger. Das ist möglich, wenn der Anlagenbetreiber unter die Kleinunternehmerregel fällt und keine Mehrwertsteuer berechnen muss. Oder wenn die Anlage bereits refinanziert ist. Dies kann auf viele Kraftwerke zutreffen, deren Förderung über das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) Ende 2020 ausläuft und für deren Strom die Betreiber neue Abnehmer suchen – beispielsweise Mieter im eigenen Haus.

Darüber hinaus verringern sich die Produktionskosten für Solarstrom stetig. Auf der einen Seite arbeiten Forschung und Industrie an immer effizienteren Modulen. Andererseits senken sie die Kosten in der Herstellung. Forscher des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme gehen davon aus, dass sich bis 2025 Solarstrom aus kleineren Dachanlagen für 6 bis 9 Cent pro Kilowattstunde erzeugen lässt. Unter der Voraussetzung, dass Mehrwertsteuer und EEG-Umlage auf dem Niveau von 2018 bleiben, ergeben sich Kosten von 15 bis 19 Cent pro Kilowattstunde. Sinkt die EEG-Umlage, wie dies Experten ab 2023 erwarten, wird solarer Mieterstrom noch günstiger.

Was ist Bürgerstrom oder Nachbarschaftsstrom?

Die direkte Versorgung mit eigenem Solarstrom und auch die Lieferung an Mieter im Haus sind günstig. Anders sieht es aus, sobald Sonnenstrom durch das Stromnetz fließt, beispielsweise zu Ihrem Nachbarn auf der anderen Straßenseite oder dem Gewerbebetrieb zwei Häuser weiter. Auch wenn die Energie nur wenige Meter über das Stromnetz zurücklegt – es fallen dann Netzentgelte, Konzessionsabgabe und alle Steuern und Umlagen an, die es in Deutschland gibt. Wollen Sie von Ihrem Nachbarn Solarstrom beziehen, müssen Sie einen hohen Preis zahlen.

Dem Bündnis Bürgerenergie leuchtet nicht ein, warum es unterschiedliche Preise für dezentral erzeugten Ökostrom gibt. Es fordert daher eine Möglichkeit für Betreiber von Erneuerbaren-Energien-Anlagen, den Strom an Abnehmer im Umkreis zu verkaufen, ohne dass dabei EEG-Umlage anfällt. „Bürgerstromhandel“ heißt der Vorschlag für eine neue direkte Vertriebsform. Er läuft auf eine Gleichstellung von Nutzern dezentraler Ökoenergie hinaus – unabhängig davon, ob der Erzeuger oder ein Verbraucher in der Nähe den Strom nutzt.

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redaktion@finanztip.de (Finanztip Verbraucherinformation gGmbH) 15.10.2018 09:05:00 +0000
Fernwärme : Fernwärme https://www.finanztip.de/fernwaerme/ https://www.finanztip.de/?id=5790So können Sie auch bei dieser teuren Heizart sparen

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Das Wichtigste in Kürze

  • Fernwärme ist die drittbedeutendste Heizungsart in Deutschland. Rund sechs Millionen Haushalte erhalten ihre Wärme über ein Wärmenetz.
  • Fernwärme ist für einen Haushalt sauber und bequem zu nutzen, aber gegenüber der Versorgung mit Gas, Heizöl oder Holz teuer.
  • Im Markt herrschen noch Monopolstrukturen: Den Versorgern gehören auch die Wärmenetze. Wettbewerb zwischen den Anbietern existiert nicht.
  • Kartellbehörden befassen sich immer wieder mit dem Verdacht von überhöhten Preisen für Fernwärme.

So gehen Sie vor

  • Sind Sie Vertragspartner des Versorgers – als Hauseigentümer oder Mieter – können Sie den Vertrag von einer Verbraucherzentrale prüfen lassen.
  • Zudem empfiehlt sich eine Prüfung der Anschlussleistung ans Wärmenetz: Oft ist diese überdimensioniert. Durch eine Korrektur können Sie mehrere Hundert Euro im Jahr sparen.
  • Besteht kein Anschlusszwang ans Fernwärmenetz, können Sie überlegen, Ihren Vertrag zu kündigen und Ihre Versorgung selbst in die Hand zu nehmen – zu günstigeren Preisen.
  • Leben Sie zur Miete in einem Haus mit Fernwärmeanschluss und der Versorgungsvertrag läuft auf Ihren Vermieter, können Sie diesen auffordern, die Anschlussleistung zu überprüfen. Nach erfolgter Korrektur sparen Mieter in der Regel 50 bis 100 Euro im Jahr.
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Sich aus der Ferne mit Wärme versorgen zu lassen, ist bequem und sauber. Kein Schornsteinfeger muss die Heizung prüfen, Sie müssen keinen Brennstoff einkaufen und lagern, keinen Heizkessel anfeuern und pflegen. Obendrein müssen Sie sich auch keine Gedanken machen, zu welcher Tageszeit Sie heizen – das macht finanziell für Sie keinen Unterschied, im Gegensatz zu Nutzern von Nachtspeicherheizungen oder Wärmepumpen.

Fernwärme bedeutet, dass es in einem Wohnhaus keine eigene Heizanlage gibt. Stattdessen erzeugt ein mehr oder weniger weit entfernt liegendes Kraftwerk Wärme, die über Leitungen zu den Nutzern strömt. Zumeist fließt heißes Wasser von teilweise mehr als 100 Grad Celsius durch die Wärmenetze in Deutschland, in geringem Umfang auch heißer Dampf.

Fernwärme hat aber einen entscheidenden Nachteil: Sie ist teuer. Nur das Heizen mit Strom kostet Sie noch mehr. Dem deutschen Heizspiegel zufolge zahlten Mieter in einer 70-Quadratmeter-Wohnung im Jahr 2017 im Schnitt 895 Euro für ihre Fernwärmeheizung – rund 20 Prozent mehr als Mieter mit zentraler Ölheizung, rund 13 Prozent mehr als Mieter mit zentraler Gasheizung.

Wie ist der Markt für Fernwärme in Deutschland?

Fernwärme ist die drittbedeutendste Art, in Deutschland zu heizen – nach Gas und Öl. In mehr als 370.000 Wohnhäusern nutzen rund sechs Millionen Haushalte Fernwärme. Die meisten davon befinden sich in Nordrhein-Westfalen, Berlin, Baden-Württemberg und Bayern.

Der Markt für Fernwärme ist nicht reguliert. Schätzungsweise 100 Versorger gibt es. Zumeist handelt es sich um Stadtwerke. Sie liefern dabei nicht nur Energie, sondern betreiben auch die Kraftwerke und die Wärmenetze – alle drei Funktionen vereint auf ein Unternehmen.

Denn im Gegensatz zum Strom- und Gasmarkt, in dem die Energie ebenfalls über Netze zum Verbraucher fließt, unterliegt der Fernwärmemarkt nicht den Entflechtungsregeln, die das Energiewirtschaftsrecht festlegt. Das bedeutet auch, dass jeder Fernwärmeversorger ein Monopol auf sein Wärmenetz besitzt. Er muss sein Netz keinem anderen Anbieter zugänglich machen, damit dieser in Wettbewerb zu ihm treten kann, wie das im Strom- und Gasmarkt möglich ist.

So kommt es, dass es im Fernwärmemarkt keinen Wettbewerb einzelner Anbieter untereinander gibt. Wenn Sie Fernwärme beziehen, können Sie nicht zwischen unterschiedlichen Versorgern wählen – egal, ob Sie im eigenen Haus wohnen oder zur Miete. Es gibt nur ein Unternehmen, das Sie beliefern kann. Seine Preise müssen Sie hinnehmen. Welche Entgelte die Versorger verlangen, prüfen höchstens die Kartellbehörden.

Wie sind die Preise für Fernwärme?

Versorger rechnen Fernwärme nach zwei Preisen ab: Es gibt einen Grundpreis und einen Arbeitspreis. Der Grundpreis (oder auch Leistungspreis) hängt entscheidend von der Anschlussleistung des Wohnhauses ab – je höher die Leistung ist, desto mehr Wärme kann das Wärmenetz bereitstellen. Der Arbeitspreis bezieht sich auf die Wärme, die Sie dem Netz tatsächlich entnommen haben. Manche Versorger berechnen zusätzlich noch einen Messpreis oder Verrechnungspreis, der unabhängig von Verbrauch und Anschlussleistung einmal im Jahr zu entrichten ist. 

Die Höhe des Arbeitspreises hängt entscheidend davon ab, wie wirtschaftlich der Versorger seine Kraftwerke betreibt. Aber: Es ist bislang unklar, zu welchen Kosten die Versorger Fernwärme produzieren und welche Marge in den Preisen steckt. Das Gleiche gilt für den Grundpreis: Wie die Versorger kalkulieren, legen sie nicht offen. Sie müssen den Grundpreis dabei auf jeden Fall zahlen, selbst wenn Sie die Heizung kaum aufdrehen.

Grundsätzlich gilt: Je mehr Kunden an einem Wärmenetz hängen, desto günstiger kann der Anbieter seinen Grundpreis gestalten. Der Grundpreis kann für Ihren Hausanschluss aber auch dann vergleichsweise hoch sein, wenn der Versorger mehr Leistung bereitstellt als benötigt wird.

Die unterschiedlichen Faktoren führen dazu, dass sich die Fernwärmepreise bundesweit stark unterscheiden. Im Schnitt lag der Preis 2016 bundesweit bei 10,5 Cent pro Kilowattstunde, heißt es im Heizspiegel. Bei optimal gewählter Anschlussleistung kostet eine Kilowattstunde zwischen 7 und 12 Cent, hat eine Preisabfrage von Finanztip im Oktober 2018 bei 16 Stadtwerken ergeben. Der Anteil des Grundpreises kann dabei zwischen rund 10 und 40 Prozent variieren. Ist die Anschlussleistung Ihres Wohnhauses sogar noch größer als notwendig, kann auch die Hälfte Ihrer Heizkosten auf dem fixen Jahrespreis beruhen. Sie können dann weniger profitieren, wenn Sie Energie einsparen.

Ob hohe Preise berechtigt sind, beschäftigt Verbraucherzentralen und Kartellbehörden immer wieder. Das Bundeskartellamt hat 2011 eine Sektoruntersuchung zur Fernwärme vorgenommen und anschließend bei sieben Versorgern überhöhte Preise festgestellt. Daraufhin leisteten diese Rückzahlungen an ihre Kunden.

Wie wehren sich Hauseigentümer gegen überhöhte Preise?

Gegen hohe Arbeitspreise können Sie sich kaum wehren. Erst wenn ein Kartellamt überhöhte Preise feststellt, profitieren Sie davon. Beim Grundpreis können Sie hingegen eines überprüfen lassen: Die Anschlussleistung für Ihr Haus. Denn häufig ist diese viel höher, als es zur Versorgung des Gebäudes sein müsste, weiß die Verbraucherzentrale (Bundesverband) aus ihrer Beratungstätigkeit. Der Preis hängt aber von der Höhe der Leistung ab.

Ob Ihre Anschlussleistung überdimensioniert ist, können Sie selbst mit einer Faustformel abschätzen: Nehmen Sie Ihre letzte Abrechnung zur Hand und teilen Sie die verbrauchte Wärmemenge in Kilowattstunden durch die Anschlussleistung in Kilowatt. Sie erhalten die Nutzungsdauer. Dieser Wert sollte 1.800 Stunden betragen – dann passt die Leistung optimal zu Ihrem Wärmeverbrauch. Entnehmen Sie dem Netz an weniger als 1.800 Stunden im Jahr Wärme, ist Ihre Anschlussleistung vermutlich zu hoch gewählt. 

Endgültig können Sie das im Rahmen eines Heiz-Checks bei der Verbraucherzentrale klären lassen. Der Check kostet 40 Euro und beinhaltet auch die Prüfung Ihres Fernwärmevertrags. Mitsamt der Berechnung Ihrer Heizlast können Sie anschließend Ihren Versorger auffordern, die Anschlussleistung zu reduzieren. Dieser ist aber nicht verpflichtet, das auch zu machen.

Alternativ können Sie die Fernwärmeleistungskorrektur durch eine kostenlose Vorab-Prüfung der Firma Senercon einleiten. So erfahren Sie, ob Sie jedes Jahr zu viel für Fernwärme zahlen. In einem zweiten Schritt kann Ihnen Senercon ein ausführliches Gutachten und einen Antrag zur Leistungskorrektur für Ihren Anbieter erstellen. Das kostet Sie 280 Euro (netto). Korrigiert der Versorger daraufhin die Anschlussleistung, sinken die Kosten für ein Einfamilienhaus um 200 bis 400 Euro pro Jahr.

Die Berechnung und die Korrektur der Leistung können Sie auch vornehmen lassen, wenn Sie ein Haus zur Miete bewohnen. Voraussetzung ist aber, dass der Fernwärmevertrag auf Sie läuft. Besteht bei Ihnen kein Anschlusszwang an das Fernwärmenetz an Ihrem Wohnort, so können Sie natürlich auch den Fernwärmevertrag kündigen. Da es keinen anderen Anbieter gibt, der Sie über das Fernwärmenetz versorgt, müssen Sie dann natürlich eine eigene Heizanlage in Ihrem Haus installieren lassen.

Was können Sie als Mieter tun, um weniger zu zahlen?

Leben Sie in einem mit Fernwärme versorgten Haus zur Miete, haben Sie in der Regel wenig Handhabe: Denn der Vertragspartner für den Fernwärmeversorger sind zumeist nicht Sie sondern Ihr Vermieter. Aber Sie können Ihren Vermieter für eine mögliche Korrektur der Anschlussleistung erwärmen.

Auch für Mehrfamilienhäuser bietet Senercon eine Vorab-Prüfung der Fernwärmeanschlussleistung umsonst an. Stellt sich heraus, dass die Leistung zu hoch gewählt ist, erstellt Senercon ein fachliches Gutachten und einen Antrag auf Änderung der Anschlussleistung an den Versorger. Passt dieser die Leistung an, verlangt Senercon die Hälfte der Kosteneinsparungen aus dem ersten Jahr. Reagiert der Versorger nicht, geht Senercon leer aus - Sie oder Ihr Vermieter aber zahlen nichts. In den meisten Fällen folgen die Unternehmen der Aufforderung zur Leistungskorrektur, heißt es von Senercon. Damit einher gehen Einsparungen von im Schnitt 1.500 bis 2.500 Euro pro Jahr. Für die Mieter bedeutet das 50 bis 100 Euro geringere Heizkosten pro Jahr.

Darüber hinaus ist es ratsam, wenn Sie Ihre jährliche Heizkostenabrechnung gründlich prüfen. Verbraucherzentralen stellen immer wieder fest, dass viele Abrechnungen Fehler aufweisen.

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Wie kündigen Sie einen Fernwärmevertrag?

Gehört Ihnen das Haus, das ans Fernwärmenetz angeschlossen ist, können Sie den Versorgungsvertrag auch kündigen. Die erste Laufzeit des Vertrags darf maximal zehn Jahre betragen (§ 32 AVBFernwärmeV). Anschließend verlängert sich der Vertrag maximal um fünf Jahre. Prüfen Sie Ihren Vertrag, ob dort kürzere Fristen vereinbart sind oder ob eine ordentliche Kündigung sogar ausgeschlossen ist. Denn in manchen Kommunen besteht ein Anschlusszwang für Hauseigentümer an ein Fernwärmenetz. Können Sie den Vertrag kündigen, so müssen Sie dies schriftlich tun.

Leben Sie in einem Ein- oder Zweifamilienhaus zur Miete, können Sie auch Vertragspartner des Fernwärmeversorgers sein. Dann können Sie den Vertrag mit einer Frist von zwei Monaten kündigen, wenn Sie ausziehen wollen (§ 32 Abs. 2 AVBFernwärmeV).

Warum gilt Fernwärme als umweltfreundlich?

Als Energieträger in den Fernwärme-Kraftwerken kommt nach Angaben des Energieeffizienzverbands für Wärme, Kälte und KWK (Kraft-Wärme-Kopplung) vorwiegend Gas zum Einsatz, gefolgt von Steinkohle und Braunkohle. Diese fossilen Kraftwerke dienen aber nicht einzig der Wärmeerzeugung – in erster Linie produzieren sie Strom. Die Wärme fällt dabei als Nebenprodukt mit an und wird aus dem Kraftwerk ausgekoppelt. Deshalb nennt sich das Kraft-Wärme-Kopplung und gilt als umweltfreundlich. Schließlich nutzen KWK-Anlagen den eingesetzten Brennstoff effizienter aus. Daneben gibt es reine Heizkraftwerke, die nur zur Wärmegewinnung dienen.

Fernwärme lässt sich auch aus erneuerbaren Quellen bereitstellen, beispielsweise mit solarthermischen Anlagen oder Biomasse-Kraftwerken. Deren Anteil an der Fernwärmeversorgung ist allerdings noch klein.

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redaktion@finanztip.de (Finanztip Verbraucherinformation gGmbH) 15.10.2018 08:40:00 +0000
Gesetzliche Rentenversicherung : Gesetzliche Rentenversicherung https://www.finanztip.de/gesetzliche-rentenversicherung/ https://www.finanztip.de/?id=3187Der wichtigste Baustein für die Altersvorsorge

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Das Wichtigste in Kürze

  • Die gesetzliche Rente ist für die meisten Menschen der wichtigste Baustein ihrer Altersvorsorge. Aus der Rente kommen im Schnitt <b>63 Prozent</b> des Alterseinkommens.
  • Wie hoch Ihre künftige Rente einmal ausfällt, hängt davon ab, wie viel Sie über Ihr Erwerbsleben hinweg verdienen. Sie sammeln jedes Jahr sogenannte <b>Entgeltpunkte</b>.
  • Einen Entgeltpunkt bekommen Sie, wenn Sie in einem Jahr so viel verdienen wie der Durchschnitt in Deutschland: 45 Punkte sind 2017 knapp <b>1.250 Euro Rente vor Steuern</b> wert.
  • Mit Ihren Beiträgen zur Rentenversicherung finanzieren Sie die aktuellen Renten. Ihre künftige Rente finanzieren die dann Erwerbstätigen. Das nennt sich <b>Umlageverfahren</b>.
  • Das Alter für den regulären Renteneintritt steigt derzeit schrittweise von 65 auf 67 Jahre. Gehen Sie früher in den Ruhestand, bekommen Sie weniger Rente.

So gehen Sie vor

  • Die Bundesregierung will das Rentenniveau mittelfristig stabilisieren. Langfristig wird es <b>sinken</b>. Kümmern Sie sich daher unbedingt um <a href="t3://page?uid=3916">private Altersvorsorge</a>.
  • Schauen Sie regelmäßig auf Ihre <b>Renteninformation</b>, um Ihren zusätzlichen finanziellen Bedarf im Alter abzuschätzen.
  • Mit <b>freiwilligen Beiträgen</b> können Sie Ihre zukünftige Rente erhöhen oder überhaupt einen Anspruch auf Rente aufbauen.
  • Besonders <b>Mütter</b>, die automatisch mindestens zwölf Monate Rentenanspruch pro Kind erhalten, sollten über freiwillige Beiträge nachdenken.
  • Nutzen Sie auch die <b>Flexi-Rente</b>, um den Beginn Ihrer Rente flexibler zu gestalten.
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Fast 38 Millionen Deutsche zahlen Monat für Monat in die gesetzlichen Rentenversicherung ein. Und für die meisten ist die gesetzliche Rente der wichtigste Baustein zur Sicherung eines Einkommens im Ruhestand: Rund 63 Prozent des Einkommens im Alter machte die gesetzliche Rente 2015 aus, meldet das Arbeitsministerium. Doch der Anteil wird perspektivisch weniger – und private Vorsorge immer wichtiger.

Wie funktioniert die gesetzliche Rente?

Das System der gesetzlichen Rentenversicherung in Deutschland beruht auf einem Umlageverfahren. Das bedeutet, dass die aktuelle Generation der Beitragszahler die Rente der aktuellen Rentnergeneration finanziert. Das eingezahlte Geld wird direkt umgelegt und ausgezahlt. Wer heute arbeitet, bekommt seine Rente später entsprechend durch die folgende Generation der Kinder und Enkelkinder finanziert. Man spricht auch von einem Generationenvertrag.

Durch das Umlageverfahren ist die Entwicklung der Rente an die Entwicklung der Löhne gekoppelt. Steigt der durchschnittliche Lohn pro Kopf der jetzigen Arbeitnehmer, steigt auch die Rente der jetzigen Rentner. Stichtag für eine Anpassung ist immer der 1. Juli eines Jahres. Auch 2018 gab es eine Rentenanpassung: In den westdeutschen Bundesländern erhöhte sich die Rente um 3,22 Prozent, im Osten um 3,37 Prozent.

Renten steigen weniger stark als Löhne

Allerdings steigen Löhne und Renten nicht im Gleichschritt. In der Rentenformel, mit deren Hilfe die Höhe der Rente berechnet wird, findet sich ein Nachhaltigkeitsfaktor. Dieser trägt dem demografischen Wandel Rechnung: Weil der Anteil der jüngeren Bundesbürger abnimmt, gibt es immer weniger Beitragszahler, die einen Rentner finanzieren. Um die Beitragszahler zu entlasten, fallen Rentenerhöhungen durch den Nachhaltigkeitsfaktor niedriger aus als die Lohnentwicklung.

Rentenniveau nicht unter 48 Prozent

Weil Renten weniger stark steigen als Löhne, sinkt mit den Jahren das sogenannte Rentenniveau. Es sagt aus, wie viel ein Sparer, der 45 Jahre lang in die Rentenkasse einbezahlt hat, an Rente (vor Steuern) bekommt – prozentual am Durchschnittseinkommen (vor Steuern).

2018 hat sich die Große Koalition darauf verständigt, das derzeitige Rentenniveau von 48 Prozent bis 2025 zu stabilisieren. Das bedeutet, dass eine Standardrente nach 45 Beitragsjahren nicht unter 48 Prozent des dann gültigen Durchschnittsverdienstes sinken sollte. Unter anderem könnten dafür die Beiträge steigen. Mehr dazu lesen Sie im letzten Abschnitt des Textes.

So hoch ist der Beitrag zur Rentenversicherung

Sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmer zahlen einen Teil ihres Einkommens in die Rentenversicherung ein. Der Pflichtbeitrag für die Rentenversicherung liegt seit Anfang 2018 bei 18,6 Prozent. Er wird jeweils zur Hälfte von Arbeitnehmer und Arbeitgeber getragen.

Die große Koalition hat sich in ihrem Rentenpaket darauf geeinigt, diesen Beitragssatz auf maximal 20 Prozent anzuheben. Die Deutsche Rentenversicherung geht auf Grundlage dieser Einigung davon aus, dass der Beitragssatz spätestens im Jahr 2023 angehoben wird, voraussichtlich auf bis zu 19,3 Prozent. Im Rentenversicherungsbericht 2017 hatte die Bundesregierung noch einen erforderlichen Anstieg auf über 20 Prozentpunkte prognostiziert.

Es werden nur Einkommen bis zur Beitragsbemessungsgrenze herangezogen. Diese liegt im Jahr 2018 im Westen bei 6.500 Euro monatlich, im Osten bei 5.800 Euro (78.000 Euro beziehungsweise 69.600 Euro pro Jahr). Wer mehr verdient, muss auf das Einkommen über der Grenze keinen Beitrag zahlen. Ab 2019 wird die Beitragsbemessungsgrenze (Ost) schrittweise auf den Westwert angehoben, bis sie diesen im Jahr 2025 erreicht.

Wie viel Rente können Sie erwarten?

Im Umlageverfahren werden eingezahlte Beiträge gleich wieder an die aktuellen Rentner ausgezahlt. Eigene Ansprüche sammelt ein Beitragszahler in Form von Entgeltpunkten, umgangssprachlich Rentenpunkten. Sie bemessen sich nach der Höhe des Arbeitseinkommens. Und zwar so:

Einen Entgeltpunkt sammelt, wer im jeweiligen Jahr genau so viel verdient, wie die Deutschen im Durchschnitt. Im Jahr 2017 betrug dieses Durchschnittseinkommen brutto 37.103 Euro. 2018 ist es auf 37.873 Euro gestiegen.

Wer zum Beispiel nur die Hälfte verdient, bekommt für dieses Jahr einen halben Entgeltpunkt gutgeschrieben, wer das Doppelte verdient, erhält zwei Punkte. Einem Entgeltpunkt ist ein Geldwert zugeordnet (Rentenwert). Im Westen bringt seit Juli 2018 ein Punkt eine Rente von 32,03 Euro, im Osten 30,69 Euro.

Rente berechnen mit einer Formel

Die Rentenversicherung rechnet dann zum Renteneintritt die Entgeltpunkte mit einer Formel in eine Rente um: monatliche Rentenhöhe = Entgeltpunkte x Zugangsfaktor x aktueller Rentenwert x Rentenartfaktor.

Mit dem Zugangsfaktor werden Auf- oder Abschläge berücksichtigt, die zum Beispiel durch einen verfrühten Start in den Ruhestand entstehen können. Der Rentenartfaktor bezieht sich auf verschiedene Höhen der Rentenarten. Zum Beispiel beträgt eine Zahlung bei teilweiser Erwerbsminderung nur die Hälfte einer vollen Rente.

So viel bekommt ein Eckrentner

Oft wird als Modell für Rechnungen zur Rentenhöhe der sogenannte Eckrenter herangezogen. Das ist ein Verbraucher, der 45 Jahre lang immer im deutschen Durchschnitt verdient hat. Ein solcher Rentner konnte 2017 mit einer Bruttorente von knapp 1.400 Euro rechnen. Nach Abgaben an die Kranken- und Pflegeversicherung und vor Steuern hatte der Rentner noch knapp 1.250 Euro.

Private Vorsorge stärken

Diese Rente wird den wenigsten im Alter reichen, um den Lebensstandard zu halten. Umso wichtiger ist es, sich früh mit der möglichen Finanzierungslücke im Alter zu beschäftigen und zusätzlich privat vorzusorgen. Im Ratgeber Private Altersvorsorge erklären wir, wie Sie Ihre Rentenlücke abschätzen können. Im Ratgeber Altersvorsorge finden Sie in mehreren Entscheidungsbäumen mögliche Ergänzungen zur gesetzlichen Rente – etwa Riester-Verträge, betriebliche Altersvorsorge oder flexibles Sparen mit günstigen Aktien-Indexfonds (ETFs).

Sara Zinnecker von Finanztip, Expertin für Geldanlage

So können Sie fürs Alter vorsorgen

  • Zur Basisversorgung zählen die gesetzliche Rentenversicherung und Rürup-Verträge.
  • Gefördert sind Riester-Verträge oder betriebliche Altersvorsorge.
  • Die Lebensversicherung zählt zur ungeförderten Vorsorge.

» Zum Ratgeber

Weitere Ratgeber:

  • <a href="t3://page?uid=2186">Riester-Rente</a>
  • <a href="t3://page?uid=3911">Betriebliche Altersversorgung</a>
  • <a href="t3://page?uid=3870">Rürup-Rente</a>
  • <a href="t3://page?uid=5740">Auszahlplan</a>

Wann beginnt die Rente?

Es gibt verschiedene Regelungen, die es ermöglichen, früher oder später das Berufsleben zu beenden. Das Grundmodell ist die Regelaltersrente. Anspruch auf die Regelaltersrente haben alle, die mindestens fünf Jahre in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt haben. Das nennt sich Mindestversicherungszeit oder Wartezeit.

Seit einigen Jahren steigt die Altersgrenze für den Renteneintritt schrittweise von 65 Jahren auf 67 Jahre. Wer im Jahr 1964 oder später geboren wurde, wird erst mit 67 Jahren in den Ruhestand gehen können, ohne dass seine Rente gekürzt wird.

Im Jahr 2018 dürfen Neurentner der Jahrgänge 1952 und 1953 im Alter von 65 Jahren und sechs Monaten bzw. sieben Monaten ihre Rente beantragen. Der Jahrgang 1954 geht 2019 in Regelaltersrente und muss wiederum einen Monat länger arbeiten.

<b>Geburtsjahr <b>Anhebung um Monate <b>auf Jahr <b>und Monat</b>
<b>1952</b> 6 65 6
<b>1953</b> 7 65 7
<b>1954</b> 8 65 8
<b>1955</b> 9 65 9
<b>1956</b> 10 65 10
<b>1957</b> 11 65 11
<b>1958</b> 12 66 0
<b>1959</b> 14 66 2
<b>1960</b> 16 66 4
<b>1961</b> 18 66 6
<b>1962</b> 20 66 8
<b>1963</b> 22 66 10
<b>1964</b> 24 67 0

Quelle: Deutsche Rentenversicherung (Stand: Juli 2017)

Für schwerbehinderte Menschen liegt die Regelaltersgrenze im Jahr 2018 bei 63 Jahren und acht Monaten (Jahrgang 1954) beziehungsweise 63 Jahren und neun Monaten (1955). Sie wird schrittweise bis zum Jahr 2029 auf 65 Jahre steigen.

Sonderfall: Besonders langjährig Versicherte

Wer 45 Jahre lang rentenversichert war, darf mit frühestens 63 Jahren vorzeitig in den Ruhestand gehen, ohne dass die Rente gekürzt wird. Das nennt sich Altersrente für besonders langjährig Versicherte. Auch dabei gibt es eine Übergangsregelung zur Anhebung der Altersgrenze. Für Jahrgänge ab 1964 ist die vorzeitige Rente erst mit 65 Jahren möglich.

Abschläge bei vorzeitigem Renteneintritt

Immer weniger Versicherte werden 45 Jahre Versicherungszeit erfüllen. Wer dennoch vor seiner Regelzeit Rente beantragen möchte, muss Abschläge auf die Auszahlungen hinnehmen. Jeder Monat vorzeitiger Ruhestand kostet 0,3 Prozent der monatlichen Rentenzahlung. Voraussetzung dafür sind 35 Jahre Wartezeit in der Rentenversicherung (Altersrente für langjährig Versicherte).

Ein Beispiel: Ein Mann, 1960 geboren, müsste laut Gesetz bis zum Alter von 66 Jahren und vier Monaten arbeiten, um abschlagsfrei in die Regelaltersrente zu gehen. Kommt er nicht auf 45 Beitragsjahre und möchte trotzdem mit 63 Jahren in Rente gehen, sinkt seine Rente, und zwar um 0,3 Prozent mal 40 (= 12 Prozent). Denn für eine abschlagsfreie Rente hätte er noch 40 Monate mehr arbeiten müssen.

Wie viel können Sie zur Rente hinzuverdienen?

Nicht alle Menschen möchten vorzeitig in den Ruhestand, andere sind dagegen froh, früher den Arbeitsplatz zu verlassen und nur nebenbei etwas hinzuzuverdienen.

Um diesen verschiedenen Bedürfnissen gerecht zu werden, gilt seit Anfang 2017 das Flexi-Rentengesetz. Es soll einen flexibleren Eintritt in die Rente erleichtern: entweder früher oder später als die Regelaltersgrenze, jeweils mit leichteren Möglichkeiten, weiterhin Geld zu verdienen.

Wer regulär in Rente geht, durfte bereits früher unbegrenzt hinzuverdienen; der Rentenanspruch hat sich dadurch aber nicht erhöht. Durch die Flexi-Rente gilt aber, dass der Arbeitnehmer weiterhin Beiträge in die Rentenversicherung einzahlen kann. Dadurch steigt der Rentenanspruch einmal pro Jahr.

Wer vorzeitig in Rente geht, darf nur begrenzt zusätzlich verdienen. Die genaue Berechnung von Höhe und Kürzungen der Rente änderte sich im Juli 2017 durch Inkrafttreten des zweiten Teils des Flexi-Rentengesetzes.

Wie bisher ist es weiterhin möglich, den Renteneintritt zu verschieben. Jeder Monat nach Eintritt der Regelaltersgrenze, in dem Sie nicht die Rente beantragen, steigert die Auszahlung um einen Zuschlag von 0,5 Prozent. Arbeiten Sie weiter, erhöhen Sie Ihre Rente zusätzlich, weil Sie weiterhin in die Rentenkasse einzahlen.

Abschläge ausgleichen

Abschläge durch einen vorzeitigen Ruhestand können Sie mit zusätzlichen Beitragszahlungen ausgleichen. Nach dem Flexi-Rentengesetz dürfen bereits 50-Jährige Sonderzahlungen in die gesetzliche Rentenversicherung leisten, um Abschläge auszugleichen.

Die Deutsche Rentenversicherung hilft bei der Berechnung dieser Zahlungen. Sie bietet einen Rechner an, mit dem jeder Bürger verschiedene Varianten zum persönlichen Renteneintritt durchspielen kann.

Mehr Rente durch Pflege

Wer Angehörige pflegt, erhält unter bestimmten Voraussetzungen zusätzliche Entgeltpunkte gutgeschrieben – und kann dadurch seine Rente aufbessern. Seit Inkrafttreten der Flexi-Rente können auch Rentner, die zum Beispiel den Ehepartner pflegen, dadurch zusätzliche Rentenpunkte erwerben. Bis zu 30 Euro monatlich können pflegende Rentner dazuverdienen. 

Voraussetzung ist, dass der Pflegefall mindestens den Pflegegrad zwei oder höher hat, Sie mindestens zwei Tage und mindestens zehn Stunden die Woche pflegen und das für mindestens zwei Monate im Jahr.

Beziehen Sie bereits Rente, müssen Sie mit der Rentenkasse Kontakt aufnehmen. Um das Modell zu nutzen, müssen Sie sich als Teilrentner einstufen lassen und auf ein Prozent Ihrer gesetzlichen Rente verzichten. In Summe lohnt sich das aber fast immer. Die Rentenversicherung rechnet das für Sie durch.

Wer ist alles pflichtversichert?

Nicht nur sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, sondern auch Selbstständige, vor allem Handwerker oder Hebammen, können Pflichtmitglieder in der Rentenversicherung sein. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, als Selbstständiger freiwillig Beiträge zu zahlen. Selbstständige müssen ihren Beitrag komplett alleine tragen, außer sie sind Mitglied in der Künstlersozialversicherung. Denn diese übernimmt den Arbeitgeberanteil.

Für wen es sonst noch Rente gibt

Durch einige Sonderregelungen zählen auch Zeiten ohne eigene oder mit reduzierten Beiträgen zur Mindestversicherungszeit für die Rente dazu. Pflichtversichert sind

  • Mütter oder Väter während der Kindererziehungszeit. Für Kinder, die ab dem 1. Januar 1992 geboren wurden, wird einem Elternteil drei Jahre lang jeweils etwa ein Entgeltpunkt zugeschrieben. Für Kinder vor 1992 gibt es zwei Jahre Kindererziehungszeit (Mütterrente). Den zusätzlichen Rentenanspruch gibt es auch, wenn der Elternteil nebenbei arbeitet. Allerdings wird der Anspruch nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze angerechnet.
  • pflegende Angehörige. Die Pflegekasse zahlt für sie Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung. Die Höhe ist abhängig vom Pflegeaufwand und wird individuell berechnet.
  • Menschen mit Behinderung.
  • Wehrdienstleistende oder Menschen im Bundesfreiwilligendienst.
  • Empfänger von <a href="t3://page?uid=1111">Krankengeld</a>, Arbeitslosengeld I oder anderen Unterhaltsersatzleistungen.
  • teilweise auch Studenten mit Nebenjob.

Für einen Minijob fallen außerdem Beiträge in Höhe von 15 Prozent an, die der Arbeitgeber bezahlt. Minijobber können diesen Beitrag selbst noch um 3,7 Prozent aufstocken. Bei einem sogenannten Midijob zahlt der Arbeitgeber einen Anteil von 9,35 Prozent, während für den Arbeitnehmer ein reduzierter Beitrag anfällt, der sich je nach Höhe des Einkommens berechnet. Auch Midijobber können auf den vollen Beitrag aufstocken und so höhere Rentenansprüche erwerben.

Wer kann freiwillig Beiträge einzahlen?

Mit freiwilligen Beiträgen lässt sich entweder die zukünftige Rente erhöhen oder überhaupt ein Anspruch auf Rente aufbauen.

Grundsätzlich kann jeder Bürger freiwillig Beiträge in die Deutsche Rentenversicherung einzahlen. Es ist nur eine Anmeldung beim zuständigen Rentenversicherungsträger erforderlich, mit der Angabe, ab wann Beiträge in welcher Höhe gezahlt werden sollen. Die Rentenversicherung berät beim Antrag. Besonders lohnt das, wenn sich durch wenige zusätzliche Zahlungen die Wartezeit erfüllen lässt.

Ein Beispiel: Eine Mutter, die vor 1992 zwei Kinder zur Welt gebracht hat, hat insgesamt 24 Monate Beitragszeit erworben. Für die Mindestversicherungszeit zur Regelaltersgrenze fehlen ihr weitere 12 Monate. Zahlt sie diese freiwillig nach, erwirbt sie einen Anspruch auf eine gesetzliche Rente, ohne jemals sozialversicherungspflichtig beschäftigt gewesen zu sein. Für Kinder, die nach 1992 geboren wurden, gibt es automatisch drei Jahre Kindererziehungszeit. In dem von der Bundesregierung auf den Weg gebrachten Rentenpaket ist verankert, dass Mütter und Väter mit vor 1992 geborenen Kindern einen halben Rentenpunkt zusätzlich erhalten sollen.

Wenn Sie sich freiwillig rentenversichern, können Sie die Höhe und die Zahl der Beiträge selbst bestimmen. 2018 müssen die Beiträge mindestens 83,70 Euro und dürfen höchstens 1.078,80 Euro im Osten und 1.209 Euro im Westen pro Monat betragen. In den meisten Fällen können Sie die Beiträge für ein Jahr noch bis zum 31. März des Folgejahres nachzahlen. In wenigen Ausnahmen, etwa wie im obigen Beispiel der Mutter, sind freiwillige Beiträge aber auch noch viele Jahre später möglich.

Welche Infos finden Sie in der jährlichen Renteninformation?

Versicherte, die mindestens 27 Jahre alt sind und die Mindestversicherungszeit erfüllt haben, erhalten jedes Jahr eine Renteninformation. Darin berechnet die Deutsche Rentenversicherung für verschiedene Szenarien die Höhe der Rentenzahlung.

Zum einen finden Sie dort die Höhe Ihrer vollen Erwerbsminderungsrente und die Höhe Ihrer Regelaltersrente, die Sie mit Ihren bisher gesammelten Ansprüchen erreichen würden. Zusätzlich zeigt die Renteninformation, wie sich Ihr Rentenanspruch entwickelt, sofern Sie den Durchschnittsverdienst der vergangenen fünf Jahre beibehalten.

Eine Hochrechnung zur Rentenhöhe zeigt exemplarisch, wie die Rente ausfällt, sollte das Rentenniveau jährlich um 1 oder 2 Prozent angepasst werden. Falls Sie die Rechnung nicht erhalten, können Sie sie unkompliziert auf der Website der Versicherung anfordern. 

Besonders in den ersten Jahren nach dem Berufseinstieg sind die Berechnungen der Rentenversicherung zur Altersrente kaum aussagekräftig. Denn die Rechnung stützt sich auf die vergangenen fünf Jahre. Dort fließen dann möglicherweise noch Beitragszahlungen aus dem Studentenjob in die Berechnung ein. Die prognostizierte Altersrente nach fünf vollen Berufsjahren sollte aber deutlich höher ausfallen.

Wie hoch sind Steuern und Krankenkassenbeiträge?

Auf Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung zahlen Sie den persönlichen Einkommenssteuersatz – jedoch erst ab 2040 nicht unbedingt auf die volle Rente. Vorab wird der zu versteuernde Anteil der Rente schrittweise angehoben. Erhalten Sie erstmals 2018 eine Altersrente, gilt dauerhaft ein Besteuerungsanteil von 76 Prozent. Das heißt, 24 Prozent Ihrer Renten sind steuerfrei. Dieser Anteil sinkt für jüngere Rentnerjahrgänge, sodass bei einem Rentenbeginn beispielsweise 2019 nur noch 22 Prozent steuerfrei sind. 

Da die Renten jedes Jahr ein wenig steigen, kann es sein, dass Sie plötzlich zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet sind. Details dazu finden Sie auch in unserem Ratgeber zur Anlage R in der Steuererklärung.

Auf die gesetzliche Rente müssen Sie Beiträge zur Krankenversicherung der Rentner zahlen oder sich freiwillig gesetzlich krankenversichern. Der Beitragssatz beträgt in beiden Fällen 7,3 Prozent plus den gesamten Zusatzbeitrag (2018) beziehungsweise den halben Zusatzbeitrag (ab 2019).

Rentner haben in der privaten Krankenversicherung ein Recht auf Beihilfe. Auch für die Pflegeversicherung fallen weiterhin Beiträge an.

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Wo steht die politische Rentendebatte?

Es ist eine Herausforderung: die gesetzliche Rente soll während des Arbeitslebens bezahlbar bleiben und zugleich im Alter ein Auskommen sichern. 2018 hat die große Koalition daher ein Rentenpaket geschnürt. Es sieht unter anderem vor, das Rentenniveau bei rund 48 Prozent des Durchschnittsverdienstes zu halten. Zwar wird dieses Versprechen zunächst nur bis zum Jahr 2025 gegeben – für eine Sicherung bis 2040 sollen jedoch die Weichen gestellt werden.

Teil des Rentenpakets ist außerdem eine Ausweitung der „Mütterrente“: Alle Eltern mit Erziehungszeit, deren Kinder vor 1992 geboren wurden, sollen zusätzlich einen halben Rentenpunkt gutgeschrieben bekommen. Darüber hinaus sind Verbesserungen für Erwerbsminderungsrentner vorgesehen.

Kritik erntet das Rentenpaket vor allem von Seiten der Wirtschaft und der FDP. Statt der versprochenen Entlastung lege es die Grundlage für zusätzliche Belastungen der jüngeren Generationen. Sozialverbände und Linke hingegen erklären, die Sicherung des Rentenniveaus bei 48 Prozent bis zum Jahr 2025 sei zu gering und nicht lang genug.

Einige Forderungen der vergangenen Jahre hat der Gesetzgeber Anfang Juni 2017 mit dem sogenannten Betriebsrentenstärkungsgesetz verabschiedet: So werden Riester-Rente und betriebliche Altersvorsoge nicht mehr komplett auf die Grundsicherung angerechnet. Wer im Laufe des Lebens für sein Alter vorgesorgt hat, soll so auch im Fall der Grundsicherung davon profitieren und etwas mehr übrighaben.

Auch beschlossen ist die Angleichung der Renten in Ost und West. Bisher unterscheidet sich der Rentenwert, also der Betrag, den ein Rentenpunkt in der Auszahlung wert ist. Bis 2025 soll dieser einheitlich werden. Für bisherige und baldige Ost-Rentner ist das positiv, ihre Renten werden höher ausfallen.

Für Arbeitnehmer im Osten bedeutet diese Angleichung aber möglicherweise eine Einbuße. Denn viele verdienen im Osten weniger als im Westen. Daher werden die Gehälter fiktiv hochgerechnet, wenn es um den fälligen Beitrag zur Rentenversicherung geht. Für weniger Gehalt bekommen Beschäftigte im Osten derzeit also noch mehr Anspruch auf Rentenpunkte. Doch diese Höherwertung entfällt künftig.

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redaktion@finanztip.de (Finanztip Verbraucherinformation gGmbH) 12.10.2018 16:29:00 +0000
Schönheitsreparaturen im Mietrecht : Schönheitsreparaturen https://www.finanztip.de/mietvertrag-schoenheitsreparatur/ https://www.finanztip.de/?id=1357Diese Klauseln sind unwirksam – so wehren Sie sich dagegen

Das Wichtigste in Kürze

  • In fast jedem Mietvertrag steht, dass der Mieter Schönheitsreparaturen vornehmen muss.
  • Viele dieser Klauseln haben Gerichte aber für unwirksam erklärt.
  • Enthält Ihr Vertrag eine unwirksame Regelung, muss der Vermieter die gesamte Renovierung auf seine Kosten übernehmen. Sie sind dafür nicht mehr verantwortlich.
  • Nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) sind Mieter nicht zu Schönheitsreparaturen verpflichtet, falls sie die Wohnung unrenoviert übernommen haben (Az. VIII ZR 185/14).
  • Mieter, die renoviert haben, obwohl sie gar nicht mussten, können vom Vermieter die Auslagen zurückfordern. Dafür ist höchstens sechs Monate nach Auszug Zeit.

So gehen Sie vor

  • Prüfen Sie mithilfe unserer <a href="http://www.finanztip.de/mietvertrag-schoenheitsreparatur/#c22105">Checkliste</a>, ob die Schönheitsreparatur-Klausel in Ihrem Mietvertrag wirksam ist.
  • <b>Schönheitsreparaturen bereits erfolgt</b>: Sie haben einen Erstattungsanspruch gegen den Vermieter, falls die Regelung im Vertrag unwirksam ist.
  • Wenden Sie sich dazu an einen Mieterverein, wenn Sie bereits Mitglied sind, oder an einen Anwalt, sofern Sie eine Rechtsschutzversicherung ohne Selbstbeteiligung haben.
  • Sie können auch den Anbieter <a href="http://finanztip.de/link/mietright-nach-auszug/oben/">wenigermiete.de</a> beauftragen. Er fordert für Sie die Renovierungskosten vom Vermieter zurück.
  • <b>Schönheitsreparaturen noch nicht erfolgt</b>: Sie können Ihren Mietvertrag von <a href="http://finanztip.de/link/mietright-vor-auszug/oben/">wenigermiete.de</a> prüfen lassen. Sollte die Klausel unwirksam sein, können Sie den Anbieter beauftragen, sich mit Ihrem Vermieter in Verbindung zu setzen, um den unberechtigten Anspruch des Vermieters abzuwehren.
  • Bei Erfolg berechnet wenigermiete.de einen fairen Preis von 249 Euro inklusive Mehrwertsteuer.

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Die Kartons sind verladen, die Wohnung ist geputzt. Jetzt fehlt nur noch die Schlüsselübergabe, und die alte Bleibe ist passé. Doch plötzlich verlangt der Vermieter von Ihnen, dass das Parkett abgeschliffen und die Wände weiß gestrichen werden, obwohl sie noch tadellos aussehen. Sein Argument: Das steht so im Mietvertrag! Spätestens jetzt sollten Sie hellhörig werden, denn nicht immer sind solche Regelungen rechtens. Mehr noch: Ist die entsprechende Klausel in Ihrem Vertrag unwirksam, muss der Vermieter die gesamten sogenannten Schönheitsreparaturen übernehmen.

Gesetzgebung und Alltag klaffen auseinander

Eigentlich ist es laut Gesetz Sache des Vermieters, eine Wohnung in einem ordentlichen Zustand zu erhalten sowie Renovierungen zu veranlassen und zu bezahlen (§ 535 Abs. 1 Satz 2 BGB). Dafür bekommt er im Gegenzug vom Mieter schließlich Miete. Jedoch ist es in der Realität oft genau anders herum: Der Mietvertrag verpflichtet den Mieter, bestimmte Renovierungsmaßnahmen vorzunehmen. Das ist nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (BGH) grundsätzlich auch zulässig (BGH, Urteil vom 14. Juli 2014, Az. VIII ZR 339/03).

Anders hat es das Landgericht Berlin gesehen: Das Gericht entschied am 9. März 2017, dass eine Klausel unwirksam ist, mit der der Vermieter den Mieter uneingeschränkt zur Übernahme der Kosten für Schönheitsreparaturen verpflichtet (LG Berlin, Az. 67 S 7/17). Obwohl das Gericht die Revision zum BGH ausdrücklich zugelassen hat, ist der Vermieter nicht in die nächste Instanz gegangen. Das Urteil ist damit rechtskräftig.

Auch wenn es nach der Rechtsprechung des BGH zulässig ist, den Mieter zu Schönheitsreparaturen zu verpflichten, gibt es Grenzen, die Mieter kennen sollten.

Was zählt zu den Schönheitsreparaturen?

Was genau unter Schönheitsreparaturen zu verstehen ist, ist im Bürgerlichen Gesetzbuch nicht definiert. Die Rechtsprechung orientiert sich allerdings an Paragraf 28 Absatz 4 Satz 3 II. BV (Verordnung über wohnungswirtschaftliche Berechnungen nach dem Zweiten Wohnungsbaugesetz).

Das sind typische Schönheitsreparaturen:

  • Tapezieren,
  • Anstreichen oder Kalken der Wände und Decken,
  • Streichen von Holz-Fußböden,Streichen der Heizkörper und Heizungsrohre,
  • Streichen der Innentüren, (Holz-)Fenster und Außentüren von innen.

Alles, was hier nicht aufgelistet ist, müssen Sie beim Auszug auch nicht renovieren. Aber um Wände ordnungsgemäß zu streichen, ist es oft nötig, vorhandene Bohrlöcher zu verschließen. Das fällt auch unter die typischen Schönheitsreparaturen.

Das sind keine Schönheitsreparaturen:

  • das Abschleifen oder Versiegeln von Parkettböden (BGH, Urteil vom 13. Januar 2010, <a href="http://juris.bundesgerichtshof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bgh&amp;Art=en&amp;nr=50778&amp;pos=0&amp;anz=1">Az. VIII ZR 48/09</a>),
  • das Erneuern eines zerschlissenen Teppichbodens,
  • das Streichen von Sockel- oder Fußleisten,
  • das Beseitigen von Rissen in der Decke (LG Berlin, Beschluss vom 7. Februar 2017, <a href="http://files.vogel.de/infodienste/smfiledata/1/0/5/6/9/6/192574.pdf">Az. 67 S 20/17</a>).

Auch wenn im Mietvertrag nicht vereinbart wurde, wie oft Sie die Zimmer Ihrer Wohnung streichen müssen, gelten nach der Rechtsprechung diese Fristen:

Fristen bei den Schönheitsreparaturen

Streichen von Küchen, Bädern und Duschenalle 3 Jahre
Streichen von Wohn- und Schlafräume, Flure, Dielen und Toilettenalle 5 Jahre
Streichen von anderen Nebenräumealle 7 Jahre

Wenn Mieter die Wohnung nicht renoviert übernehmen

Haben Sie Ihre Wohnung unrenoviert übernommen, kann der Vermieter von Ihnen nicht mehr ohne Weiteres die Rückgabe der Wohnung in renoviertem Zustand verlangen. Das hat der BGH 2015 entschieden und damit seine bisherige Rechtsprechung aufgegeben (Urteil vom 18. März 2015, Az. VIII ZR 185/14). Die Pflicht zu Schönheitsreparaturen darf in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen nicht ohne Ausgleich auf den Mieter abgewälzt werden, falls die Wohnung beim Einzug renovierungsbedürftig war.

In einem weiteren Fall urteilte der BGH im August 2018, dass Sie eine unrenoviert übernommene Wohnung beim Auszug selbst dann nicht renovieren müssen, wenn Sie dies mit Ihrem Vormieter vereinbart haben. Eine solche Vereinbarung wirke sich nicht auf die Verpflichtungen von Mieter und Vermieter im Mietvertrag aus, erklärten die Richter; vor allem dann nicht, wenn der Mieter die Wohnung in einem besseren Zustand hinterlassen müsste, als er sie selbst beim Einzug vorgefunden hat (Urteil vom 22. August 2018, Az. VIII ZR 277/16). Der Vermieter darf sich also nicht auf Ihre Absprache mit Ihrem Vormieter berufen.

Damit wird das Übergabeprotokoll besonders wichtig: Fordern Sie vom Vermieter beim Einzug ein ausführliches schriftliches Protokoll des Wohnungszustandes, das Sie gemeinsam unterschreiben. Das ist später entscheidend für die Frage, ob Sie beim Auszug renovieren müssen oder nicht. Sie können dazu unser Muster-Protokoll zur Wohnungsübernahme verwenden.

Wenn Sie bald ausziehen wollen

Steht bei Ihnen ein Umzug an, sollten Sie Ihren Mietvertrag zur Hand nehmen und nachlesen, was dort zu den Schönheitsreparaturen steht. Versuchen Sie anhand unserer Checkliste die Klausel zu überprüfen. Kommen Sie zu dem Ergebnis, die Klausel ist unwirksam, müssen Sie weder streichen noch tapezieren.

Hat Ihre Prüfung ergeben, dass die Klausel zu den Schönheitsreparaturen unwirksam ist, sollten Sie im Fall der Kündigung schreiben, dass Sie die Wohnung nicht renovieren werden. Begründen Sie das mit der unwirksamen Regelung im Vertrag. Es ist nicht gut, einfach auszuziehen und die Wohnung unrenoviert zu übergeben. Das bringt den Vermieter gegen Sie auf und zieht möglicherweise gerichtlichen Ärger nach sich.

Verlangt der Vermieter von Ihnen dennoch, den Vertrag zu erfüllen, können Sie sich an einen Mieterverein wenden, sofern Sie Mitglied sind. Sie können auch einen Rechtsanwalt beauftragen – am besten einen Fachanwalt für Mietrecht. Sind Sie nicht rechtsschutzversichert, müssen Sie mit Kosten rechnen. Rechtsschutzversicherte sollten auch immer an die Selbstbeteiligung denken und überlegen, ob es sich lohnt, für die Abwehr von Schönheitsreparaturen die Versicherung in Anspruch zu nehmen.

Sie können sich auch an wenigermiete.de wenden. Das ist ein junges Unternehmen, das auch die Rechte von Mietern bei der Mietpreisbremse oder einer Mieterhöhung durchsetzt. Wir haben das Angebot untersucht und uns die Vorgehensweise sowie die Kosten näher erläutern lassen. Wir finden das Modell transparent und halten den Preis für fair. Zahlen müssen Sie nur, wenn der Anbieter erfolgreich verhindert hat, dass Sie renovieren müssen. Er verlangt dafür 249 Euro inklusive Mehrwertsteuer.

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Wenn Sie die Schönheitsreparaturen schon gemacht haben

Was ist, wenn Sie die Wohnung bei Auszug renoviert haben und danach feststellen, dass Ihre Schönheitsreparatur-Klausel unwirksam war? Dann können Sie sich die entstandenen Kosten erstatten lassen. Reichen Sie Handwerkerrechnungen an Ihren Vermieter weiter. Haben Sie die Arbeiten in Eigenregie ausgeführt, können Sie die Materialkosten, aber auch einen finanziellen Ausgleich für Ihre geopferte Freizeit verlangen. Gleiches gilt für Freunde und Bekannte, die Ihnen geholfen haben. (BGH, Urteil vom 27. Mai 2009, Az. VIII ZR 302/07).

Wer sich nicht selbst mit seinem ehemaligen Vermieter herumärgern will, kann sich entweder an einen Mieterverein wenden, muss dazu aber Mitglied sein. Oder er übergibt die Angelegenheit einem Rechtsanwalt. Ohne Rechtsschutzversicherung besteht allerdings das Risiko, auf Anwalts- und Gerichtskosten sitzen zu bleiben. Auch wer eine Rechtsschutzversicherung hat, sollte an die eventuell vereinbarte Selbstbeteiligung denken.

Sie können sich auch in dieser Situation an wenigermiete.de wenden. Der Anbieter prüft Ihren Mietvertrag und fordert dann die Kosten vom Vermieter zurück. Gerade für Mieter ohne Rechtsschutzversicherung ist das eine gute Möglichkeit, sich gegen den Vermieter zu wehren.

Kurze Verjährung

Haben Sie an Ihren Vermieter bei Auszug etwas gezahlt, zum Beispiel weil Sie laut Fristenplan zwar mit der Renovierung noch nicht an der Reihe waren, sich aber kostenmäßig beteiligen sollten, können Sie das Geld zurückfordern. Voraussetzung: Die vom Vermieter verwendete Regelung muss dazu unwirksam sein. Sie müssen aber innerhalb der Verjährungsfrist von sechs Monaten nach Beendigung des Mietvertrags aktiv werden und die Zahlung zurückfordern. Es gilt die kurze Verjährungsfrist nach Paragraf 548 Absatz 2 BGB (BGH, Urteil vom 20. Juni 2012, Az. VIII ZR 12/12).

Dürfen Renovierungskosten mit der Kaution verrechnet werden?

Ja und nein – hier kommt es auf Ihren Vertrag an. Waren Sie rechtlich in der Pflicht zu renovieren und haben es vor dem Auszug trotzdem nicht getan, darf Ihr Vermieter Ihnen dafür die Kosten von der Mietkaution abziehen. Sollte er allerdings auf die Idee kommen, die Wohnung beispielsweise streichen zu lassen, obwohl Sie das gar nicht gemusst hätten, darf er deswegen nicht die Kaution kürzen. In einem solchen Fall sollten Sie Ihren Vermieter schriftlich auffordern, die Kaution in voller Höhe auszuzahlen und ihm dazu eine Frist von etwa zwei Wochen setzen.

Typische Klauseln zu Schönheitsreparaturen

Für Gerichte sind Schönheitsreparaturen ein Dauerthema. Leider gibt es bisher kein klares eindeutiges Urteil des Bundesgerichtshofs, mit dem alle Fälle geklärt wären – auch wenn die Legal Tribune Online das in einem Aprilscherz 2014 so behauptet hat.

Das sind einige typische Klauseln zu Schönheitsreparaturen im Mietvertrag, die Gerichte für unwirksam erklärt haben:

Beispiel 1 - Umfang der Renovierung: „Die Schönheitsreparaturen sind fachgerecht und wie folgt auszuführen: Tapezieren, Anstreichen der Wände und Decken, das Streichen der Fußböden, Reinigen und Abziehen und Wiederherstellung der Versiegelung von Parkett, Reinigung von Teppichböden, das Streichen der Heizkörper einschließlich der Heizrohre sowie der Türen und Fenster.“

Diese Regelung ist unwirksam, da der Mieter dadurch sowohl zur Versiegelung vom Parkett als auch ganz allgemein zum Streichen von Türen und Fenstern verpflichtet wird, was den Außenanstrich umfasst. Das geht über die Pflichten in Paragraf 28 Absatz 4 Satz 3 II. BV hinaus und ist damit unwirksam. Folge: Der Mieter muss überhaupt nicht renovieren.

Beispiel 2 - Farbwahlklausel: „Bei der Ausführung von Schönheitsreparaturen sind die Türblätter, Türrahmen, Fensterflügel und Fensterrahmen (ausgenommen Kunststoff-, Aluminium- und Dachfenster, sowie fertig beschichtete Türblätter) nur weiß zu lackieren.“

Die Klausel ist unzulässig. Denn diese Farbvorgabe gilt auch für die Zeit, während der Sie in der Wohnung leben. Und das schränkt Sie als Mieter zu sehr ein. Folge: Die gesamte Regelung zu den Schönheitsreparaturen ist unwirksam (BGH, Urteil vom 20. Januar 2010, Az. VIII ZR 50/09 und Urteil vom 18. Februar 2009, Az. VIII ZR 166/08).

Beispiel 3 - Endrenovierungsklausel: „Der Mieter übernimmt die Wohnung in folgendem Zustand: In allen Räumen Tapeten/Wände neu gestrichen, alle Heizkörper, Innentüren, Türrahmen neu lackiert. Der Mieter verpflichtet sich, bei seinem Auszug die Wohnung in dem beschriebenen Zustand zurückzugeben.“

Hierbei handelt es sich um eine sogenannte Endrenovierungsklausel. Sie besagt, dass der Mieter die Wohnung in einem Tipptopp-Zustand zurückgeben muss – egal, ob sie überhaupt renovierungsbedürftig ist oder nicht. Auch so eine Klausel ist unwirksam (BGH, Urteil vom 18. Februar 2009, Az. VIII ZR 166/08).

Beispiel 4 - starrer Fristenplan: „Der Mieter hat während der Mietzeit die Schönheitsreparaturen auf seine Kosten sach- und fachgerecht auszuführen, und zwar: in Küche, Bad, WC alle drei Jahre, in den übrigen Räumen alle fünf Jahre.“

Der Mieter kann zwar auch während der Mietzeit zu regelmäßigen Renovierungen verpflichtet sein, allerdings nicht nach einem starren Zeitplan. Abweichungen müssen zugelassen werden, wenn zum Beispiel die Wände noch keine Gebrauchsspuren aufweisen (BGH, Urteil vom 5. April 2006, Az. VIII ZR 178/05). Lässt der Fristenplan keine Ausnahmen zu, ist die Klausel unwirksam.

Beispiel 5 - Abgeltungsklausel: „Zieht der Mieter vor Ablauf der für die Schönheitsreparaturen vorgesehenen Fristen aus, so muss er seiner Verpflichtung zur Durchführung von Schönheitsreparaturen durch Zahlung des unten ausgewiesenen Prozentsatzes der Kosten der Schönheitsreparaturen nachkommen.“

So können die Prozentsätze zum Beispiel aussehen

<b>Raum<b>Nutzungsdauer von mehr als...<b>Anteil vom Kostenvoranschlag</b>
Küche12 Monaten33 %
24 Monaten66 %
Wohnzimmer12 Monaten20 %
24 Monaten40 %

Fristenpläne werden manchmal mit solchen Abgeltungs- oder Quotenklauseln kombiniert. Wenn nach dem Fristenplan die Küche alle drei Jahre gestrichen werden muss, der Mieter aber bereits nach zwei Jahren auszieht, muss er zwar nicht renovieren, aber seinen Anteil an den zukünftigen Renovierungskosten entsprechend der Mietdauer zahlen.

Eine solche Klausel ist unzulässig, wenn der tatsächliche Zustand der Wohnung dabei nicht berücksichtigt wird (BGH, Urteil vom 18. Oktober 2006, Az. VIII ZR 52/06). Grund: Der Mieter müsste auch dann zahlen, wenn die Wohnung in einem perfekten Zustand ist. Der Mieter muss dann bei Auszug nichts an den Vermieter zahlen.

Der BGH hat in einem Urteil vom 18. März 2015 der „Quotenabgeltungsklausel“ eine grundsätzliche Absage erteilt, auch wenn der tatsächliche Zustand der Wohnung beim Auszug berücksichtigt wird (Az.VIII ZR 242/13). Der Mieter werde durch eine solche Klausel benachteiligt. Er könne nämlich seinen Kostenanteil nicht verlässlich ermitteln.

Sollte Ihr Vermieter nach dem Auszug Geld als Abgeltung für nicht erfolgte Reparaturen verlangen, können Sie sich unter Berufung auf diese Rechtsprechung dagegen wehren.

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Checkliste zur Prüfung Ihres Vertrages

Wenn Sie wissen möchten, ob die Schönheitsreparatur-Klausel in Ihrem Mietvertrag wirksam ist, dann prüfen Sie die Regelung genau. Als Anhaltspunkt dient Ihnen die folgende Checkliste, in der die wichtigsten Fehler aufgeführt sind:

1. Umfang der Schönheitsreparaturen - Sind in Ihrem Vertrag Schönheitsreparaturen aufgelistet, die nicht in Paragraf 28 Absatz 4 Satz 3 II. BV enthalten sind, verlangt der Vermieter zu viel von Ihnen. Eine solche Klausel ist in aller Regel unwirksam.

2. Ausführung der Reparaturen durch Fachfirma - Ist im Mietvertrag festgelegt, dass die Renovierung durch Fachleute (Maler, Schreiner und so weiter) erfolgen muss, ist die Klausel unwirksam. Der Mieter muss auch die Möglichkeit haben, die Arbeiten selbst zu erledigen (BGH, Urteil vom 09. Juni 2010, Az. VIII 294/09).

3. Farbvorgabe während der Mietzeit - Steht in Ihrem Mietvertrag, dass Sie Türen oder Decken nur weiß streichen dürfen, ist das unwirksam. Eine Farbvorgabe beim Auszug ist aber möglich.

4. Fristenregelung - Enthält die Regelung in Ihrem Mietvertrag starre Fristen für die Renovierung während der Mietzeit? Falls ja, dann ist die Klausel in der Regel unwirksam. Achtung: Enthält der Vertrag dagegen Abschwächungen, wonach Schönheitsreparaturen „im Allgemeinen“ oder „in der Regel“ alle drei Jahre vorgenommen werden müssen, kann die Fristenregelung wirksam sein. Sind die Fristen zu kurz bemessen (zum Beispiel Streichen der Küche alle zwei Jahre), ist die Regelung ebenfalls wahrscheinlich unwirksam.

5. Verpflichtende Endrenovierung - Sind Sie laut Vertrag verpflichtet, Ihre Wohnung bei Auszug in renoviertem Zustand zurückzugeben, ohne dass zwischenzeitlich erfolgte Renovierungen berücksichtigt werden, ist die Klausel unwirksam. Aber: Sie kann zulässig sein, wenn beim Auszug auch berücksichtigt wird, wie der tatsächliche Zustand der Wohnung ist und ob der Mieter während der Mietzeit Schönheitsreparaturen vorgenommen hat.

Haben Sie die Wohnung unrenoviert übernommen, kann der Vermieter von Ihnen keine vollständig renovierte Wohnung beim Auszug verlangen. Hat der Vermieter bei Ihrem Einzug ein Übergabeprotokoll erstellt, in dem vermerkt ist, dass die Wohnung nicht renoviert überlassen wurde, sind Sie auf der sicheren Seite: Sie können ausziehen, ohne zu renovieren.

6. Quotenabgeltungsklausel - Enthält Ihr Vertrag eine sogenannte Quotenabgeltungsklausel? Das ist eine Regelung, die für jedes volle abgelaufene Jahr den Mieter mit einer Quote von bis zu X Prozent an den entstehenden Renovierungskosten beteiligt. Eine solche Klausel ist nach neuer Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs unzulässig, da Sie als Mieter beim Einzug nicht klar erkennen können, mit welchen Belastungen Sie beim Auszug rechnen müssen. Ihr Vermieter kann keine Zahlung verlangen.

7. Kostenvoranschlag zur Berechnung der Abgeltung durch Fachfirma - Enthält Ihr Mietvertrag eine Abgeltungsklausel und soll Ihr Anteil nach dem Kostenvoranschlag eines Fachbetriebs berechnet werden, der allein vom Vermieter ausgewählt wird, ist das unwirksam (BGH, Urteil vom 29. Mai 2013, Az. VIII 285/12). Das brauchen Sie nicht akzeptieren. Sie müssen die Möglichkeit haben, einen weiteren Kostenvoranschlag vorzulegen.

Julia Rieder von Finanztip, Expertin für Versicherungen

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redaktion@finanztip.de (Finanztip Verbraucherinformation gGmbH) 12.10.2018 11:07:00 +0000
VW-Abgas-Skandal - Ihre Rechte als Käufer : Schadensersatzanspruch nach VW-Skandal https://www.finanztip.de/vw-abgasskandal/ https://www.finanztip.de/?id=2738Diese Rechte haben Diesel-Besitzer

Das Wichtigste in Kürze

  • VW-Fahrer mit einem Dieselmotor vom Typ EA 189 haben verschiedene Ansprüche gegen den Auto-Verkäufer sowie Ansprüche gegen den Hersteller Volkswagen.
  • Einige kaufrechtliche Ansprüche sind bereits verjährt. Es gibt aber Sonderfälle, in denen Betroffene auch heute noch gegen den Verkäufer vorgehen können.
  • Gegen den Hersteller haben betroffene Diesel-Fahrer Anspruch auf Schadensersatz aus dem sogenannten Deliktsrecht. Das haben ebenfalls verschiedene Gerichte so bestätigt. Diese Schadensersatzansprüche verjähren am <b>31. Dezember 2018</b>.
  • Der <b>VZBV und der ADAC</b> haben angekündigt, am 1. November 2018 gemeinsam eine <b>Musterfeststellungsklage</b> gegen VW anzumelden, um für Verbraucher Ansprüche auf Schadensersatz gerichtlich klären zu lassen.

So gehen Sie vor

  • Wenn Sie Ihre Rechte im VW-Abgasskandal geltend machen wollen, kümmern Sie sich zügig darum, denn Ihr Anwalt hat nur bis Jahresende Zeit, bevor Ihre Ansprüche verjähren.
  • Wer noch nichts unternommen hat, kann eventuell vom Musterverfahren des VZBV und ADAC profitieren. Eine Anmeldung zum Klageregister wird voraussichtlich Mitte November möglich sein.
  • Haben Sie Ihr Fahrzeug finanziert, sollten Sie den Widerrufsjoker prüfen lassen. Mehr dazu im Ratgeber <a href="t3://page?uid=5628">Widerruf des Autokredits</a>.
  • Wer seinen Mercedes-Diesel zurückgeben will, dem droht noch keine Verjährung. Mehr dazu im Ratgeber <a href="t3://page?uid=5627">Mercedes-Abgasskandal</a>.

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Haben auch Sie einen VW-Diesel mit Betrugs-Software? Der Volkswagen-Konzern hat Dieselfahrzeuge mit einer Abgas-Software manipuliert, damit sie die gesetzlichen Abgasnormen erfüllen. Weltweit und über alle Konzern-Marken hinweg sind rund elf Millionen Fahrzeuge betroffen, die mit einem Dieselmotor vom Typ EA 189 ausgestattet sind. Darunter sind fünf Millionen VWs. Betroffen sind außerdem Fahrzeuge der Marken Skoda, Seat und Audi.

VW will nur Kunden in den USA entschädigen

Betroffene VW-Kunden in Amerika haben klare Rechte, ohne dass sie klagen müssten: Sie können entweder ihren Wagen zurückgeben oder ihn umrüsten lassen. Zudem erhalten die geschädigten Verbraucher eine Einmalzahlung von bis zu 10.000 Dollar. Darauf haben sich der Autobauer, US-Behörden und Kläger in einem gerichtlichen Vergleich geeinigt. Dieser soll VW rund 15 Milliarden US-Dollar kosten.

Die Einigung mit den US-Behörden und den Klägern könnte eine Vorlage für VW-Kunden in Deutschland sein. Der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands (VZBV), Klaus Müller, ist der Ansicht, die Einigung in den USA „wäre ein gutes Angebot und eine kulante Lösung, die dem VW-Image guttun würde“.

Der VW-Vorstand lehnt es aber bislang ab, deutsche Kunden ähnlich zu entschädigen, da die Rechtslage anders sei. Betroffene müssen daher notfalls klagen – und zwar bis zum 31. Dezember 2018 –, ansonsten droht Verjährung.

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) hat angekündigt, gemeinsam mit dem ADAC am 1. November 2018 eine Musterfeststellungsklage gegen VW einzureichen. Finanztip wird rechtzeitig hier und im Newsletter über die erste Klage nach dem neuen Gesetz berichten und Hinweise geben, wie Sie davon profitieren können.

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Was bietet VW Kunden in Deutschland bislang an?

Volkswagen spielt bei betroffenen Fahrzeugen ein Software-Update ein, das die Betrugs-Software entfernt und die Abgasreinigung verbessern soll. Die Reparaturen haben Anfang Februar 2016 begonnen. Bis September 2018 hat VW nach Angaben der Bundesregierung rund 3,2 Millionen Autos umgerüstet. Die Arbeiten ziehen sich noch hin. Eine Nachrüstung der Hardware lehnt VW ab.

Nach Messungen des ADAC senkt das Software-Update tatsächlich den Ausstoß giftiger Stickoxide deutlich. Beim Fahrverhalten konnten die Tester keine Nachteile feststellen. Allerdings steigen CO2-Ausstoß und Verbrauch um etwa 2,5 bis 5 Prozent. „Das Update kann empfohlen werden“, lautet das Fazit des Autoklubs.

Es gibt keine vertragliche Pflicht der betroffenen Autobesitzer, das Software-Update aufspielen zu lassen. Da VW keine Garantie dafür übernimmt, dass der Motor nach der Umrüstung auf Dauer einwandfrei läuft, empfehlen einige Anwälte, das Fahrzeug nicht umrüsten zu lassen. Die sogenannte vertrauensbildende Maßnahme, die Volkswagen anbietet, ist rechtlich keine Garantie. Wer bereits in der Werkstatt war, hat dadurch seine Rechte aber nicht verloren. Das haben bereits mehrere Gerichte so entschieden (OLG Köln, Beschluss vom 27. März 2018, Az. 13 U 134/17; LG Darmstadt, Urteil vom 18. Mai 2018, Az. 28 O 250/17).

Wer das Software-Update verweigert, riskiert Ärger. Die Behörden können den Betrieb von Fahrzeugen untersagen, die an der Rückrufaktion nicht teilgenommen haben. Einige Verwaltungsgerichte stützen die Entscheidung der Behörden, auch wenn die Halter aus Beweisgründen das Update nicht machen lassen wollten (VG Köln, Beschluss vom 29. Mai 2018, Az. 18 L 854/18; VG Stuttgart, Beschluss vom 27. April 2018, Az. 8 K 1962/18; VG Potsdam, Beschluss vom 21. Juni 2018, Az. 10 L 303/18).

Welche Rechte haben betroffene VW-Besitzer?

Als VW-Käufer können Sie sowohl gegen die Verkäufer als auch direkt gegen den Hersteller vorgehen.

Für Betroffene hat sich die Situation übrigens verschärft, seitdem das Bundesverwaltungsgericht den Weg für Diesel-Fahrverbote freigemacht hat (BVerwG, Urteile vom 27. Februar 2018, Az. 7 C 26.16, 7 C 30.17). Sie dürfen mit ihrem Diesel womöglich bald nur noch in wenige Innenstädte fahren und besitzen dadurch ein nutzlos gewordenes Fahrzeug, dessen Wiederverkaufswert sinkt.

Schadensersatzansprüche gegen den Hersteller

Wenn Sie vom Diesel-Skandal betroffen sind, stehen sogenannte deliktische Schadensersatzansprüche gegen den Hersteller im Raum (§§ 823, 826 BGB). Die Voraussetzungen dafür sind streng, und Sie müssen den Schaden nachweisen. Ein Schaden liegt sicher vor, wenn das Fahrzeug seine Betriebszulassung oder seine Umweltplakette verliert.

Sollte nach der Nachbesserung der Spritverbrauch steigen oder die Fahrleistung sinken, wären das auch Schäden. Sie können den Kaufpreis auch als Schaden geltend machen – denn bei Kenntnis der Manipulation hätten Sie den Vertrag wohl nie geschlossen. Das Gericht wird Ihnen für die Zeit, die Sie das Auto fahren konnten, wahrscheinlich eine sogenannte Nutzungsentschädigung in Rechnung stellen.

Achtung: Ansprüche gegen den Hersteller verjähren am 31. Dezember 2018. Sie müssen sich daher sputen. Ansonsten besteht die Gefahr, dass Ihr Anwalt nicht mehr ausreichend Zeit hat, Ihre Ansprüche zu prüfen und Klage einzureichen.

Verschiedene Ansprüche gegen den Verkäufer

Sie können auch gegen den Verkäufer aus dem Kaufvertrag vorgehen, da der Ihnen ein mangelhaftes Fahrzeug verkauft hat. Diese Ansprüche sind mittlerweile fast alle verjährt.

Recht auf Nachbesserung - Halter von Fahrzeugen mit dem betroffenen Dieselmotor vom Typ EA 189 haben gegen den Verkäufer – also in der Regel ein VW-Autohaus – einen Anspruch auf Nachbesserung, da das Fahrzeug mangelhaft ist.

Recht auf Rücktritt vom Kaufvertrag - Wenn Sie den Verkäufer schriftlich zur Nachbesserung aufgefordert und lange darauf gewartet haben, bis VW die manipulierte Abgassoftware austauscht, können Sie vom Kaufvertrag zurücktreten (§§ 434 Abs. 1 Satz 1, 437, 440, 323 BGB). Das bedeutet vereinfacht: Sie geben das Auto zurück, und der Händler zahlt Ihnen den Kaufpreis zurück.

VW kann sich nicht damit herausreden, dass der Mangel unerheblich war, da das Aufspielen der Software nicht viel Zeit in Anspruch nimmt. Unerheblich ist der Mangel schon deshalb nicht, da vorab eine Behörde, das Kraftfahrt-Bundesamt, die Umrüstung prüfen und genehmigen musste (LG München I, Urteil vom 14. April 2016, Az. 23 O 23033/15).

Wichtig: Käufer mussten schriftlich eine Frist zur Nachbesserung setzen – auch wenn das auf den ersten Blick etwas sonderbar erscheint, da der Händler selbst gar nicht nachbessern kann. Und diese Frist durfte nicht unangemessen kurz sein. Weil die behördliche Freigabe des von VW vorgesehenen Updates noch fehlte, konnte eine Frist von weniger als zwei Monaten schon zu kurz sein (OLG Nürnberg, Urteil vom 24. April 2018, Az. 6 U 409/17). Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Minderung des Kaufpreises wegen Sachmangel - Gelingt die Nachbesserung nicht, können Sie den Kaufpreis mindern und bekommen deshalb Geld zurück (§ 441 BGB). Ergibt sich nach dem Umbau, dass der Wagen einen anderen Mangel aufweist, dürfen Sie den Preis deshalb mindern. Das könnte der Fall sein, wenn sich die Leistung des Motors verschlechtert oder das Fahrzeug infolge der Nachrüstung mehr Kraftstoff verbraucht. Die Höhe der Wertminderung ist schwer zu bestimmen, das Gericht kann sie allerdings schätzen.

Verjährung der Gewährleistungsrechte - Alle Gewährleistungsrechte aus dem Kaufvertrag verjähren grundsätzlich nach zwei Jahren (§ 438 Abs. 1 Nr. 3 BGB). Bei einem Gebrauchtwagen verjähren sie in der Regel schon nach einem Jahr.

Rückgabe des Autos wegen arglistiger Täuschung - VW-Käufer können den Vertrag eventuell auch anfechten mit dem Ziel, ihr Fahrzeug zurückzugeben und dafür den Kaufpreis erstattet zu bekommen. Sofern Volkswagen oder der Händler bewusst unrichtige Angaben gemacht haben über die tatsächlichen Abgaswerte, stehen die Chancen gut.

Kaufvertrag ist nichtig - Käufer können sich auch darauf berufen, dass der Kaufvertrag gegen gesetzliche Vorgaben verstößt und damit nichtig ist (§ 134 BGB). Die gesetzlichen Vorgaben finden sich in der europäischen Fahrzeuggenehmigungsverordnung. Danach dürfen Händler nur solche Fahrzeuge anbieten, die über eine gültige Übereinstimmungserklärung verfügen. Gültig ist eine solche Bescheinigung nur, wenn das Fahrzeug, für das sie ausgestellt wurde, auch dem genehmigten Typ entspricht. Das ist bei den Dieseln mit Abschalteinrichtung aber gerade nicht der Fall. Der Kaufvertrag wird rückabgewickelt.

Immer mehr Gerichte urteilen zugunsten der Verbraucher

Viele Gerichte haben mittlerweile gegen die Hersteller und Verkäufer entschieden. Test.de hat bereits rund 450 verbraucherfreundliche Entscheidungen gegen VW, Audi & Co. gezählt – mit unterschiedlichen Argumentationen (Stand: Juli 2018).

Anfechtung

Ein VW-Händler musste den Wagen zurücknehmen und den Kaufpreis erstatten abzüglich Nutzungsersatz, da der Halter bereits knapp 30.000 Kilometer mit dem Auto gefahren war. Er hatte den Kaufvertrag wegen Täuschung wirksam angefochten (LG München I, Urteil vom 14. April 2016, Az. 23 O 23033/15).

Rücktritt

Das Landgericht Krefeld hat in zwei Verfahren entschieden, dass die Händler jeweils die Autos zurücknehmen und den Kaufpreis erstatten mussten (Urteile vom 14. September 2016, Az. 2 O 72/16, 2 O 83/16).

Auch die Landgerichte Oldenburg, Lüneburg, Braunschweig, Hagen, München II und Heilbronn urteilten zugunsten der Verbraucher, die vom Kaufvertrag zurücktreten konnten und den Kaufpreis zurückbekamen (LG Oldenburg, Urteil vom 1. September 2016, Az. 16 O 790/16; LG Lüneburg, Urteil vom 2. Juni 2016, Az. 4 O 3/16; LG Braunschweig, Urteil vom 12. Oktober 2016, Az. 4 O 202/16; LG Hagen, Urteil vom 18. Oktober 2016, Az. 3 O 66/16; LG München II, Urteil vom 15. November 2016, Az. 12 O 1482/16; LG Heilbronn, Urteil vom 15. August 2017, Az. 9 O 111/16).

Das Oberlandesgericht Köln hat in einem Hinweisbeschluss festgestellt, dass ein manipuliertes Auto einen Sachmangel hat, der zum Rücktritt vom Kaufvertrag berechtigt (20. Dezember 2017, Az. 18 U 112/17).

Die Anwaltskanzleien Rogert & Ulbrich sowie BMS Rechtsanwälte berichten, dass die Volkswagen AG in mittlerweile drei Verfahren keine Berufung eingelegt oder sie zurückgenommen habe. Diese Urteile sind rechtskräftig (LG Braunschweig, Urteil vom 2. Dezember 2016, Az. 6 O 735/16; LG Bayreuth, Urteil vom 12. Mai 2017, Az. 23 O 348/16; LG Wuppertal, Urteil vom 26. April 2017, Az. 3 O 156/16). In all diesen Verfahren muss Volkswagen den Kaufpreis erstatten und den Wagen zurücknehmen. Die Käufer mussten sich hingegen anrechnen lassen, dass sie das Auto bis zur Rückgabe genutzt haben. Eine Wende im Umgang mit Klagen kann man das noch nicht nennen, aber es lässt hoffen, dass Betroffene zumindest schneller zu ihrem Recht kommen.

Nacherfüllung

In einem anderen Fall konnte ein VW-Tiguan-Käufer sein Fahrzeug zurückgeben und hat stattdessen einen neuen, mangelfreien Tiguan aus der aktuellen Serie bekommen. Das Gericht hat nicht angerechnet, dass der Verbraucher mit dem Wagen drei Jahre gefahren ist (LG Offenburg, Urteil vom 21. März 2017, Az. 3 O 77/16).

Auch das Landgericht Hamburg hat mittlerweile in zwei Verfahren entschieden, dass die Kläger Anspruch auf Nachlieferung eines mangelfreien Sharan bzw. Tiguan II haben – jeweils aus der neuen Serie. Im Gegenzug können sie die abgasmanipulierten Autos zurückgeben, ohne dass sie Nutzungsersatz zahlen müssten (Urteil vom 20. April 2018, Az. 313 O 31/17; 7. März 2018, Az. 329 O 105/17). Die Urteile sind nicht rechtskräftig.

Schadensersatz gegen den Hersteller

Mittlerweile haben einige Landgerichte gegen die Volkswagen AG als Hersteller Urteile gefällt. Die Gerichte stellten Betrug oder eine vorsätzliche sittenwidrige Schädigung fest und verurteilten das Unternehmen zu Schadensersatz.

So entschied beispielsweise das Landgericht Hildesheim, dass die Manipulation der Motorsteuerung dem Kunden in einer gegen die guten Sitten verstoßenden Art und Weise einen Schaden zugefügt habe (17. Januar 2017, Az. 3 O 139/16). Die Richter sprachen sehr deutlich von verwerflicher, vorsätzlicher „Verbrauchertäuschung“ und verpflichteten Volkswagen, den Kaufpreis zurück zu zahlen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Auch nach einem Urteil des Landgerichts Berlin muss Volkswagen für einen VW Sharan Schadensersatz in Höhe von mehr als 30.000 Euro zahlen (19. April 2018, Az. 13 O 108/17). Im Gegenzug kann der Käufer den Wagen zurückgeben. Das Urteil ist ebenfalls noch nicht rechtskräftig.

Für das Landgericht Tübingen war das Recht ebenfalls ganz klar auf der Seite des geschädigten Autofahrers: Im Ergebnis muss VW einem Touran-Fahrer rund 23.000 Euro plus Zinsen zahlen (24. Juli 2018, Az. 5 O 55/18 – nicht rechtskräftig).

Bereits rechtskräftig ist ein Urteil des Landgerichts Gießen. Die Volkswagen AG muss den Kaufpreis für ein Fahrzeug der Marke Skoda zurückzahlen. Das Gericht erkannte in dem Handeln eine vorsätzliche sittenwidrige Schädigung (6. März 2018, Az. 2 O 448/17).

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Wie setze ich meine Rechte durch?

Sie sollten sich zuerst überlegen: Wollen Sie Ihren VW-Diesel behalten? Dann können Sie für eine Entschädigung kämpfen, da der Wiederverkaufswert betroffener Wagen wahrscheinlich sinkt – spätestens dann, wenn die ersten Städte Einfahrtsverbote für Diesel-Pkw verhängen.

Die Richter am Bundesverwaltungsgericht haben den Weg für Fahrverbote freigemacht (Urteile vom 27. Februar 2018, Az. 7 C 26.16, 7 C 30.17). Europäisches Recht und Bundesrecht verpflichten dazu, durch geeignete Maßnahmen den Zeitraum einer Überschreitung der seit 1. Januar 2010 geltenden Grenzwerte für Stickstoffmonoxid so kurz wie möglich zu halten – und Diesel-Fahrverbote können solche Maßnahmen sein, so die Richter.

Oder wollen Sie das Auto zurückgeben und den Kaufpreis erstattet bekommen? Dafür stehen die Chancen gut – sogar für Besitzer anderer Autos, die nicht direkt vom Abgasskandal betroffen sind. Wir sehen vier Möglichkeiten:

1. Anwalt beauftragen und klagen
Viele Gerichte haben mittlerweile zugunsten der betroffenen VW-Diesel-Käufer entschieden. Zahlreiche VW-Händler und auch VW selbst mussten Autos mit Manipulationssoftware zurücknehmen und den Kaufpreis erstatten. Wer eine Rechtsschutzversicherung hat, kann sich einen spezialisierten Anwalt suchen, um VW und seinen VW-Händler ohne Kostenrisiko zu verklagen. Die Chancen stehen mittlerweile gut. Handeln Sie schnell, denn Ihre Ansprüche drohen Ende 2018 zu verjähren.

2. Musterfeststellungsklage anschließen
Der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) will zusammen mit dem ADAC eine Musterfeststellungsklage gegen Volkswagen einreichen. Damit wollen die Verbraucherschützer feststellen lassen, „dass Volkswagen betroffenen Käufern Schadensersatz schuldet“. Die Klage werde Anfang November eingereicht, sobald das neue Musterklage-Gesetz in Kraft tritt. Anschließen können sich alle Besitzer eines VW, Audi, Skoda oder Seat mit EA189-Dieselmotor. Wie das genau geht, werden wir rechtzeitig berichten, bevor das Gesetz zur Einführung einer Musterfeststellungsklage in Kraft tritt. 

3. Autokredit widerrufen
Eine weitere Möglichkeit, den unliebsamen VW-Diesel loszuwerden, haben jene Volkswagen-Fahrer, die ihr Auto über die hauseigenen Banken des VW-Konzerns mit einem Autokredit finanziert haben. Spezialisierte Anwälte halten die Widerrufsbelehrungen in den Kreditverträgen für fehlerhaft. Das eröffnet der Stiftung Warentest zufolge eine lukrative Chance für finanzierte Fahrzeuge. Diese Einschätzung bezieht sich auf Kreditverträge ab dem 11. Juni 2010.

Bestätigt sich diese Auffassung, könnten betroffene Kunden ihre Finanzierungen bei der VW-Bank und ihren Zweigstellen für Audi, Seat und Skoda widerrufen und ihr Auto zurückgeben. Bei Verträgen ab dem 13. Juni 2014 dürfte der Konzern dann noch nicht einmal einen Geldbetrag für die Nutzung des Autos einbehalten.

Weitere Informationen sowie Empfehlungen für spezialisierte Rechtsanwälte haben wir in unserem Ratgeber Autokredit widerrufen zusammengestellt.

Britta Schön von Finanztip, Expertin für Recht

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4. Falsche Angaben zu CO2-Werten reklamieren
Ebenfalls noch nicht gelöst ist ein anderes Problem: Anfang November 2015 hatte Volkswagen zugegeben, Autos auch mit falschen Verbrauchsangaben bei der Typzulassung angemeldet zu haben. Dabei geht es um einen neuen Tatbestand: Die Motorenabteilung hatte Verbrauchswerte und damit den Ausstoß an Kohlendioxid (CO₂) zu niedrig angegeben.

Das könnte zur Folge haben, dass die Kfz-Steuer zu niedrig angesetzt wurde. Diese Steuer richtet sich bei Erstzulassung des Autos ab 1. Juli 2009 auch nach dem CO₂-Ausstoß. VW hat zugesichert, Mehrkosten bei den Steuern zu übernehmen. Betroffen von diesem zweiten Skandal sind maximal 36.000 Autos.

Mehr CO₂ bedeutet auch mehr Sprit. Beim Spritverbrauch sind die Kunden es schon länger gewohnt, dass Autos in der Praxis nicht die guten Werte erreichen, mit denen die Hersteller werben. Das ist aber eher ein Problem des wirklichkeitsfremden Testzyklus, den die Behörden vorgeben. Trotzdem kommt es immer wieder vor, dass einzelne Neuwagen einer Serie sogar im Testzyklus schlechter abschneiden als im Werbeprospekt angegeben.

Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) hat nach Bekanntwerden des VW-Skandals die CO₂-Werte zahlreicher Autotypen überprüft. Die Berliner Tageszeitung „Taz“ hat Ende April 2017 Ergebnisse der Nachmessungen veröffentlicht, nachdem dem Blatt die KBA-Daten zugespielt wurden. Auch Finanztip liegt die Liste inzwischen vor.

Diese Ergebnisse besagen, dass zahlreiche Fahrzeuge auch auf dem Rollenprüfstand mehr als 10 Prozent zu viel CO₂ ausstoßen, darunter Modelle von VW, Audi, Mercedes, Opel, Renault, Volvo, Fiat und Peugeot. Da der Spritverbrauch direkt mit dem CO₂-Ausstoß zusammenhängt, schlucken die Wagen also deutlich mehr Diesel als im Prospekt angegeben – wohlgemerkt unter Laborbedingungen. Kunden können solche Fahrzeuge reklamieren.

Warum Finanztip vw-verhandlung.de und Myright bis Oktober 2018 empfohlen hat

Die beiden Anbieter vw-verhandlung.de und Myright waren bislang die beiden einzigen, die VW-Kunden auch ohne Rechtsschutzversicherung für überschaubare Kosten halfen, ihre Rechte durchzusetzen. Wir hatten sie uns genauer angesehen und die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) überprüft. In einem umfangreichen Fragebogen haben uns die Anbieter Auskunft zu ihren Geschäftsmodellen und zu den Kosten gegeben. Wir konnten beide empfehlen.

Das Angebot unserer beiden Empfehlungen steht Betroffenen nicht mehr bzw. nicht mehr vollumfänglich zur Verfügung. Vw-verhandlung.de hat sein Angebot angepasst und bietet mittlerweile keine Prozessfinanzierung für individuelle Klagen mehr an. Die Anmeldefrist für die zweite Sammelklage von Myright ist bereits abgelaufen.

Wer hinter vw-verhandlung.de steht

Die beiden Anwaltskanzleien Gansel Rechtsanwälte (Berlin) und Baum Reiter & Collegen (Düsseldorf) bündeln ihre Kompetenz unter dem Dach von vw-verhandlung.de. Sie kooperieren mit einem Prozessfinanzierer. International arbeiten die Kanzleien mit der Stiftung Stichting Volkswagen Car Claim zusammen, einer gemeinnützigen Stiftung, die ihren Sitz in den Niederlanden hat.

Das Ziel der Juristen ist, Volkswagen an den Verhandlungstisch zu bringen und eine Lösung für alle Betroffenen auszuhandeln – ähnlich der Lösung in den Vereinigten Staaten. Da Volkswagen bisher alle Verhandlungslösungen für europäische Verbraucher ablehnt, hat sich der Anbieter entschlossen, in Deutschland gerichtlich gegen den Konzern vorzugehen.

Die beiden Kanzleien betreuen derzeit etwa 12.000 Mandanten. Sie reichen Einzelklagen bei verschiedenen Gerichten ein. Bei den Klagen nutzen sie die gesamte Palette des Rechts und machen alle Ansprüche geltend, die in Betracht kommen: kaufrechtliche Ansprüche gegen die Verkäufer, Schadensersatzansprüche gegen den Hersteller sowie Ansprüche gegen Banken wegen fehlerhafter Widerrufsinformation.

Alle Betroffenen mit Fahrzeugen des VW-Konzerns haben zwei Optionen:
1. Auto zurückgeben gegen Erstattung des Kaufpreises oder gegen ein Neufahrzeug oder
2. Auto behalten und Schadensersatz bis zu einer Höhe von 10.000 Euro fordern.

Je nachdem, für welche Variante sich die Mandanten entscheiden, versuchen die Anwälte diese durchzusetzen. Der Prozessfinanzierer hatte die Übernahme der gesamten Kosten angeboten. Bei Erfolg erhält er 29 Prozent, allerdings nicht mehr als 2.900 Euro. Wir hatten das Angebot für gut und fair befunden. Mittlerweile übernimmt der Finanzierer nur noch die außergerichtlichen Anwaltskosten, aber auch die Kosten für die Registrierung im Rahmen der Musterfeststellungsklage.

Wer hinter Myright steckt

Das Unternehmen Financialright GmbH ist ein Rechtsdienstleister, der unter der Marke Myright betroffenen Kunden des VW-Konzerns die Möglichkeit geboten hat, sich einer Art Sammelklage anzuschließen. Dazu konnten VW-Geschädigte auch ohne Rechtsschutzversicherung ihre Schadensersatzansprüche an den Rechtsdienstleister abtreten. Myright forderte dann für die Kunden als Schadensersatz die Rückzahlung des jeweiligen Kaufpreises und ist der Ansicht, dass VW keine Nutzungsentschädigung abziehen darf.

Myright geht anders als vw-verhandlung.de ausdrücklich nicht gegen die Händler vor, sondern nur gegen den VW-Konzern. Kaufrechtliche Ansprüche auf Rückabwicklung oder Minderung macht Myright nicht geltend.

Der Rechtsdienstleister arbeitet mit der international tätigen Anwaltskanzlei Hausfeld zusammen. Derzeit führt der Anbieter drei einzelne Musterklagen in Berlin, Braunschweig und München. Das Landgericht Braunschweig hat eine dieser Klagen als unbegründet abgewiesen (Urteil vom 31. August 2017, Az. 3 O 21/17).  Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Die Myright-Anwälte haben Berufung beim Oberlandesgericht Braunschweig eingelegt.

Die erste „Sammelklage“ von mehr als 15.000 Betroffenen haben die Rechtsanwälte am 6. November 2017 beim Landgericht Braunschweig eingereicht. Gerichte in Deutschland tun sich mit solchen Klagen bislang eher schwer, so dass wir mit einem länger dauernden Verfahren rechnen.

Im Erfolgsfall verlangt Myright 35 Prozent Provision von der erstrittenen Summe (Zahlung durch VW abzüglich des Werts nach der DAT-Schwacke-Liste). Wir hielten das für eine bequeme und gute Alternative für VW-Betroffene ohne Rechtsschutzversicherung.

Für eine zweite Sammelklage konnten sich Betroffene bis zum 16. September 2018 anmelden.

Julia Rieder von Finanztip, Expertin für Versicherungen

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redaktion@finanztip.de (Finanztip Verbraucherinformation gGmbH) 12.10.2018 11:01:00 +0000
Gaspreis Zusammensetzung : Gaspreise https://www.finanztip.de/gaspreisvergleich/gaspreis-gaskosten/ https://www.finanztip.de/?id=3968Auf welchen Teil vom Gaspreis Sie Einfluss nehmen können

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Das Wichtigste in Kürze

  • Der Gaspreis setzt sich aus drei Bestandteilen zusammen: den Beschaffungs- und Vertriebskosten des Anbieters, den Netzentgelten des Gasnetzbetreibers sowie Steuern und Abgaben.
  • Einfluss auf einen Teil des Gaspreises können Verbraucher durch einen <a href="t3://page?uid=733">Gasanbieter-Wechsel</a> nehmen: indem sie zu einem Lieferanten mit geringeren Liefer- und Vertriebskosten und womöglich kleinerer Gewinnspanne gehen.
  • Auf die andere Hälfte des Gaspreises haben weder Versorger noch Verbraucher Einfluss: Er enthält die Kosten für den Gas-Transport und die staatlichen Steuern und Abgaben.
  • Die Preise für Erdgas sind von 2013 bis Anfang 2018 stetig gesunken – je nach Verbrauch im Schnitt um acht bis zwölf Prozent.
  • Rund 85 Prozent des Erdgases benötigen Haushalte zum Heizen von Räumen. Die Verbrauchsmengen zum Kochen und Erwärmen von Wasser sind deutlich geringer.

So gehen Sie vor

  • Die Versorger geben sinkende Preise im Einkauf nicht zeitgleich an ihre Kunden weiter. Es lohnt sich daher, Gastarife regelmäßig zu vergleichen, wenn Sie selbst Vertragspartner eines Versorgers sind.
  • Haben Sie nicht bewusst Ihren aktuellen Lieferanten gewählt, stecken Sie vermutlich in der teuren Grundversorgung. Dort zahlen Sie deutlich mehr als nötig.
  • Bei der Suche nach einem <a href="t3://page?uid=3927">passenden Tarif</a> empfehlen wir Ihnen, mit unserem <a target="_blank" href="https://gasvergleich.finanztip.de/">Finanztip-Gasrechner</a> Preise zu vergleichen und gegebenenfalls den <a href="t3://page?uid=733">Gasanbieter zu wechseln</a>.
  • Als Hauskäufer und beim <a href="t3://page?uid=2394">Modernisieren der Heizungsanlage</a> sollten Sie die Kosten der möglichen Energieträger im Blick haben. Neben Erdgas kommen <a href="t3://page?uid=5790">Fernwärme</a>, <a href="t3://page?uid=3925">Elektro-Wärmepumpen</a>, <a href="t3://page?uid=800">Heizöl</a>, Holzpellets oder <a href="t3://page?uid=4027">solarthermische Anlagen</a> infrage.
  • Wohnen Sie in einem Haus mit Gaszentralheizung, können Sie nicht selbst den Lieferanten bestimmen. Dann sollten Sie aber Ihre jährliche Heizkostenabrechnung prüfen.

Erdgas ist beim Heizen der vorherrschende Brennstoff: Mehr als jeder zweite Haushalt in Deutschland wärmt damit seine vier Wände auf. Rund 85 Prozent seines Gasverbrauchs benötigt ein Haushalt für die Heizung. Nur etwa 14 Prozent werden für Warmwasser gebraucht und lediglich 1 Prozent zum Kochen.

Wie viel Sie das Gas kostet, hängt davon ab, wie viel Sie verbrauchen. Aber auch die Region, in der Sie leben, spielt eine Rolle und ob Sie selbst einen Vertrag mit einem Versorger schließen können oder dies Ihrem Vermieter zufällt. Wohnen Sie im Ein- oder Zweifamilienhaus oder verfügen Sie über eine Gasetagenheizung, ist wiederum entscheidend, welche Art Vertrag Sie schließen - ob Sie grundversorgt sind oder einen Sondervertrag haben.

Wenn Sie noch nie Ihren Gasanbieter gewechselt haben, dann lohnt es sich sehr wahrscheinlich einmal, die Preise verschiedener Unternehmen zu vergleichen. Haben Sie nicht bewusst Ihren aktuellen Tarif abgeschlossen, werden Sie automatischen vom teuren Grundversorger beliefert. Schon beim Wechsel Ihres Gasanbieters in einen Sondervertrag beim Grundversorger lässt sich daher fast immer Geld sparen. Noch mehr ist oft drin, wenn Sie zu einem anderen Anbieter gehen. Um die Preise zu vergleichen, empfehlen wir unseren Finanztip-Gasrechner.

Der Gaspreis in seinen Bestandteilen

Grundsätzlich setzt sich der Gaspreis aus drei Bestandteilen zusammen: den Beschaffungs- und Vertriebskosten des Anbieters, den Netzentgelten des Netzbetreibers sowie Steuern und Abgaben an den Staat.

Beschaffung und Vertrieb - Rund die Hälfte Ihrer Gaskosten geht an Ihren Gasanbieter. Dieser kauft das Gas auf dem Großmarkt ein, lagert es in Gasspeichern und gibt es an die Haushalte weiter. In der Regel arbeitet Ihr Gasanbieter mit anderen Unternehmen für Lieferung und Speicherung zusammen. Diese rund 50 Prozent bestimmen die Gewinnspanne der einzelner Anbieter. Es ist dieser Bestandteil des Gaspreises, bei dem Sie durch einen Anbieterwechsel sparen können.

Netzentgelt - Etwa ein Viertel der Gasrechnung gibt Ihr Anbieter an den Gasnetzbetreiber weiter. Im Prinzip handelt es sich um eine Gebühr, damit das Gas über das öffentliche Netz zu Ihnen strömen kann. Über das Netzentgelt zahlen Sie für den Transport des Erdgases.

Je Einzugsgebiet gibt es jeweils nur einen einzigen Netzbetreiber. Da er somit ein Monopol im regionalen Gasnetz besitzt, bestimmen die Regulierungsbehörden der Länder das Netzentgelt alle fünf Jahre neu. Es beinhaltet auch Kosten für Messung, Messstellenbetrieb und Abrechnung. Da die Wartung, der Ausbau und der Betrieb des Gasnetzes je nach Gebiet unterschiedlich viel kostet, zahlen Sie als Verbraucher je nach Region unterschiedlich viel für die Netznutzung.

Steuern und Abgaben - Das verbleibende Viertel des Gaspreises geht an den Staat. Einerseits werden 19 Prozent Mehrwertsteuer auf den Nettopreis aufgerechnet. Andererseits zahlen Sie bei jeder verbrauchten Kilowattstunde 0,55 Cent Erdgassteuer, ähnlich wie bei Kohle oder Heizöl. Diese Energiesteuer dient analog zur Stromsteuer dazu, umweltschonendes Verhalten zu fördern. Darüber hinaus bekommen die Kommunen eine Konzessionsabgabe, damit der Netzbetreiber den Boden der Gemeinden für das Gasnetz nutzen darf.

Quelle: Bundesnetzagentur/Bundeskartellamt (Stand: 10. November 2017)

Dargestellt sind die durchschnittlichen Kosten für Haushaltskunden bei einem Verbrauch zwischen 5.556 und 55.556 Kilowattstunden im Jahr.

So viel kostet das Erdgas

Laut Bundesnetzagentur (BNetzA), die auch für das Gasnetz verantwortlich ist, verbraucht ein durchschnittlicher Haushalt in Deutschland rund 20.000 Kilowattstunden Erdgas im Jahr. Bei dem Grundversorger werden dafür nach BNetzA im Durchschnitt etwa 112 Euro im Monat fällig. Nach einem Anbieterwechsel kostet die gleiche Menge mit 96 Euro monatlich 16 Euro weniger.

Die Schere zwischen den Preisen in der Grundversorgung und jenen in Lieferverträgen mit anderen Anbietern geht dabei immer weiter auseinander. Im Schnitt zahlen grundversorgte Kunden 6,73 Cent pro Kilowattstunde; in Sonderverträgen kostet die Kilowattstunde Gas dagegen fast einen Cent weniger. Alle Haushalte mit einem Verbrauch zwischen 5.556 und 55.556 Kilowattstunden im Jahr zahlen nach Angaben von Eurostat im ersten Halbjahr 2018 rund 6,08 Cent pro Kilowattstunde. Wer weniger verbraucht, zahlt dagegen im Schnitt 10,19 Cent pro Kilowattstunde.

Die Höhe des Gaspreises auf dem Großmarkt ist seit 2013 stetig gefallen. Die kontinuierliche Preisentwicklung liegt auch daran, dass sich der Preis für Erdgas seit 2010 immer weniger an den Kosten für Heizöl orientiert – die sogenannte Ölpreisbindung gibt es nicht mehr. Die sinkenden Preise gaben die Energieunternehmen jedoch nur mit größerer Zeitverzögerung an die Kunden weiter. Erst 2016 sank auch für Verbraucher der durchschnittliche Gaspreis pro Kilowattstunde, wie die folgende Grafik zeigt.

Kostenverteilung nach Vertragsart

<b> Grundversorger</b> <b> Sondervertrag</b>
<b> Beschaffung, Vertrieb</b> 49,9 % 46,7 %
<b> Netzentgelte</b> 22,3 % 27,3 %
<b> Steuern, Abgaben</b> 27,8 % 26 %

Quelle: BNetzA (Stand: November 2017)

Die Zahlen entsprechen den durchschnittlichen Preisen bei einem Verbrauch zwischen 5.556 und 55.556 Kilowattstunden im Jahr für Tarife in der Grundversorgung und in Sonderverträgen von einem Anbieter, der nicht der Grundversorger ist. 

So entwickelt sich der Gaspreis

Wie es mit dem Gaspreis weitergeht, liegt stark an den einzelnen Anbietern und daran, wie sich der Großmarkt für Erdgas weiterentwickelt. Werden neue Fördertechnologien wie das umstrittene Fracking weiter vorangetrieben, prognostiziert beispielsweise die Weltbank, dass Höchststände wie 2013 in den nächsten zehn Jahren nicht wieder erreicht werden. Abgesehen von den Preisen auf dem Weltmarkt für Erdgas können sich aber natürlich auch Steuern und Abgaben oder die Netzentgelte in einer Region verändern, die genauso beeinflussen, ob Sie mehr oder weniger für den Brennstoff ausgeben.

Entwicklung bei Netzentgelten und Steuern
Die Netzentgelte werden alle fünf Jahre nach den bestehenden Kosten für das regionale Gasnetz berechnet. Da es im Gasnetz keine großen Veränderungen gab, blieb dieser Bestandteil über die Jahre relativ stabil. Je nachdem, welche Rolle dem Gas in der Energiewende noch zukommt, kann das Netz in den nächsten Jahren jedoch auch an Bedeutung gewinnen und der Netzausbau vorangetrieben werden.

Die Erdgassteuer ist seit 2003 unverändert. Die Mehrwertsteuer stieg zuletzt 2007 auf 19 Prozent. Doch das bedeutet nicht, dass sich bei den Steuern nichts ändern könnte. Es ist zum Beispiel denkbar, dass die sogenannte EEG-Umlage, die Verbraucher als zusätzliche Abgabe auf den Strompreis zahlen, ähnlich auch auf den Gaspreis angewendet wird. 

Entwicklung bei Beschaffung und Vertrieb
Mehr als die Hälfte des Gaspreises bestimmen die einzelnen Anbieter. Die Liefer-, Speicher- und Verwaltungskosten sowie die Gewinnspannen der einzelnen Anbieter gehören zum Betriebsgeheimnis. Allerdings ermittelt das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) regelmäßig, wie viel das Erdgas an der deutschen Grenze kostet – also den durchschnittlichen Importpreis. Dieser ist seit Mitte 2016 mehr oder wenig stetig gestiegen und hat im Sommer 2018 wieder das Niveau von 2015 erreicht. 

Ines Rutschmann von Finanztip, Expertin für Energie

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Machen Sie richtige Angaben

Bei Versicherungen gilt grundsätzlich: Sagen Sie die Wahrheit. Falsche Angaben in Versicherungsfragen sind kein Kavaliersdelikt, sondern können Betrug sein. Die Verletzung der sogenannten vorvertraglichen Anzeigepflicht kann eine empfindliche Geldstrafe nach sich ziehen. Außerdem verlangen viele Versicherungen als Entschädigung einen vollen Jahresbeitrag. Falsche Angaben können Sie obendrein Ihren aktuellen Versicherungsschutz kosten. Wird die Police deswegen gekündigt oder werden Sie gar wegen Versicherungsbetrugs verurteilt, haben Sie schlechte Chancen, bei anderen Anbietern noch eine Autoversicherung zu bekommen.

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  • Die alte Autoversicherung kündigen Sie anschließend bis spätestens 30. November.
  • Danach können Sie nur noch kündigen, wenn Ihre Kfz-Versicherung teurer geworden ist.

Jedes Jahr vor dem 30. November kämpfen Kfz-Versicherungen mit günstigen Angeboten um neue Kunden. Gerade wer in den Vorjahren seine Autoversicherung nicht gewechselt hat, kann mitunter Hunderte Euro sparen.

Wichtig ist die „Autoversicherungs-Saison“ auch für alle Käufer, die in den vergangenen Monaten die Wechselprämien der Hersteller genutzt und ihren alten Diesel gegen ein neues Fahrzeug eingetauscht haben. Sie haben häufig ein verkürztes erstes Versicherungsjahr und können zum 1. Januar 2019 wechseln.

Finanztip untersucht jährlich vor und während der Wechselsaison, wie sich die Preise der Kfz-Versicherungen entwickeln. Unsere aktuelle Untersuchung vom September 2018 gibt bereits wichtige Hinweise, wie Sie beim Kfz-Versicherungsvergleich 2018 am besten vorgehen.

Wo es die beste Kfz-Versicherung 2019 gibt, ermitteln wir bei einer weiteren Untersuchung im Oktober und November. Schon jetzt erklärt Finanztip in sieben Schritten, wie Sie beim Kfz-Versicherungsvergleich am besten vorgehen.

Schritt 1: Welche Kfz-Versicherung benötigen Sie?

Jeder Fahrzeughalter in Deutschland muss eine Kfz-Haftpflichtversicherung haben – sonst wird das Auto nicht zugelassen. Laut Gesetz müssen Personenschäden bis mindestens 7,5 Millionen Euro gedeckt sein, Sachschäden bis 1,12 Millionen Euro und Vermögensschäden bis 50.000 Euro.

Die meisten Versicherer bieten bereits in ihrem Grundtarif eine deutlich höhere Schadenssumme von pauschal 50 oder 100 Millionen Euro an. Bei anderen zahlen Versicherte für die Police mit solchen höheren Deckungssummen einen geringen Aufschlag.

Der eigene Wagen ist durch die Kfz-Haftpflichtversicherung jedoch nicht geschützt. Darum empfiehlt es sich bei vielen Autos, außerdem eine freiwillige Kaskoversicherung abzuschließen. Zur Wahl stehen Teilkasko- und Vollkaskotarife.

Für diese Schäden zahlt die Teilkasko:

  • Diebstahl,
  • Brand und Explosion,
  • Sturm, Blitzschlag, Hagel und Überschwemmung,
  • Zusammenstöße mit Haarwild (zum Beispiel Reh oder Wildschwein),
  • Marderbiss an Kabeln, Schläuchen und Leitungen,
  • Glasbruch,
  • Kabelschaden durch Kurzschluss.

Der einfache Schutz der Teilkasko lässt sich erweitern auf Schäden durch Tiere aller Art (etwa durch den Zusammenstoß mit einem Hund) oder die Folgeschäden durch Marderbiss. Beim Vergleich auf einem Online-Portal können Sie die passenden Einstellungen auswählen.

Die Vollkaskoversicherung bietet den Schutz einer Teilkasko und deckt darüber hinaus einen Schaden am eigenen Fahrzeug durch selbst verschuldete Unfälle sowie durch Vandalismus ab. Dadurch ist die Vollkasko-Police in der Regel der teuerste Schutz.

Ob und welche Kaskoversicherung sinnvoll ist, muss jeder Fahrer abwägen. Bei der Erstattung der Unfallkosten setzt eine Kaskoversicherung den aktuellen Wert des Wagens an. Ist das Auto schon sehr alt und hat nur noch wenige Hundert Euro Restwert, lohnt sich die Teilkaskoversicherung nicht, die Haftpflicht-Police reicht dann in der Regel aus.

Vor allem bei Neuwagen empfiehlt es sich, eine Vollkaskoversicherung abzuschließen. Je nach Vertrag ist das bei einigen Leasing-Vereinbarungen sogar Pflicht. Für Fahrer, die bereits drei oder mehr Jahre schadensfrei sind und in einer günstigen Region wohnen, kann ein Vollkaskotarif sogar preiswerter sein als Teilkasko. Denn anders als in der Teilkasko gewährt die Versicherung bei einer Vollkasko einen Schadenfreiheitsrabatt für unfallfreie Fahrer. 

Haben Sie eine Kaskoversicherung abgeschlossen, sollten Sie regelmäßig prüfen, ob der Schutz noch zum Auto passt. Nach einigen Jahren ist es meist sinnvoll, von der Vollkasko- zu einer Teilkaskoversicherung überzugehen. Vergleichen Sie dafür Preise für beide Varianten und rechnen Sie die Differenz gegen den Wert des Autos.

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Schritt 2: Was sollte in der Autoversicherung drin sein?

Die folgenden Tarifmerkmale sollten Sie auf einem Kfz-Versicherungsrechner auswählen, um sie in jedem Fall in Ihre Kfz-Versicherung einzuschließen:

Erhöhte Deckungssummen - Damit schließen Sie nur Tarife ab, die 50 oder 100 Millionen Euro als Versicherungssumme haben. Mit solchen Deckungssummen sind Sie gegen die finanziellen Folgen auch schwerer Unfälle abgesichert. Eine Finanztip-Studie zeigt, dass die meisten Tarife dieses Merkmal bereits ohne Aufpreis anbieten. Sogar wer explizit nach einem Tarif mit der niedrigeren gesetzlichen Deckungssumme sucht, findet nur wenige Basis-Tarife. Es lohnt sich daher nicht, auf erhöhte Deckungssummen zu verzichten, zumal die günstigsten Tarife in unserer Studie diese immer anbieten.

Mallorca-Police - Diese Option erhöht die Versicherungssumme für Mietwagen im europäischen Ausland auf deutsches Niveau. Damit sind Sie im Urlaub gut haftpflichtversichert. Die Mallorca-Police kostet laut unserer Studie heute oft keinen Aufschlag mehr. Nur wenige Basis-Tarife verzichten auf die Absicherung. Diese Tarife zählten in der Studie dennoch nicht zu den günstigsten Angeboten.

In der Kaskoversicherung

Grobe Fahrlässigkeit - Verzichtet der Versicherer auf die Einrede der groben Fahrlässigkeit, kann er seine Leistung nicht kürzen, falls Sie beispielsweise nach dem Überfahren einer roten Ampel einen Unfall verursachen. Nicht versichert ist das Auto allerdings, wenn Sie unter Alkohol- oder Rauschmitteleinfluss fahren oder den Diebstahl des Wagens grob fahrlässig ermöglichen. Tarife, die noch Weiteres ausschließen, sollten Sie nicht wählen.

Die Finanztip-Studie zeigt: Der Zusatzschutz kostet bei den meisten Tarifen keinen Aufschlag. Auch die günstigsten Tarife hatten die grobe Fahrlässigkeit fast immer eingeschlossen. Bei den wenigen Tarifen im Test, die Varianten mit und ohne diese Klausel boten, lag der Preisunterschied nur bei 2 Prozent.

Marderschäden mit Folgeschäden - Ein Schlauchschaden durch einen Marderbiss kann unangenehm teuer werden, vor allem wenn in der Folge der Motor Schaden nimmt. Marder sind auch in Städten aktiv. Oft ist die Erstattung für Folgeschäden aber auf 3.000 Euro begrenzt. Auch dieses Merkmal schließen die meisten Tarife kostenlos in den Schutz mit ein. Die wenigen Anbieter, die Tarife mit und ohne Schutz vor Folgeschäden anbieten, verlangen laut Studie im Durchschnitt einen Aufpreis von nur 2,9 Prozent.

Schritt 3: Was ist bei der Kfz-Versicherung weniger wichtig?

Die folgenden Tarifmerkmale können je nach der individuellen Situation eine sinnvolle Ergänzung sein, kosten unter Umständen aber einen deutlichen Aufpreis:

Rabattschutz - Um die Schadenfreiheitsklasse (SF-Klasse) zu halten, zahlt es sich manchmal aus, einen Rabattschutz zu vereinbaren. Allerdings erschwert die Klausel den Wechsel zu einem anderen Anbieter. Für den neuen Anbieter gilt der Rabattschutz nicht, bei der Einstufung der SF-Klasse zählt bei ihm auch ein Unfall in der Vergangenheit.

Erweiterte Wildschäden - Standardmäßig zahlt die Teilkasko nur bei Unfällen mit Haarwild, also vor allem mit Rehen und Wildschweinen. Gerade in ländlichen Gegenden lohnt sich die Option „erweiterte Wildschäden“, die dann beispielsweise auch Zusammenstöße mit Kühen oder Pferden abdeckt. Die Option „Tiere aller Art“ zahlt bei Unfällen mit allen Tieren. Die Klausel ist bereits Standard. Die wenigen Versicherungen, die dafür einen Aufschlag verlangen, nehmen im Schnitt 2,2 Prozent Aufpreis für den Zusatzschutz.

Autoschutzbrief - Mit einem Autoschutzbrief bekommen Sie Hilfe nach einer Autopanne. Dabei übernimmt der Anbieter etwa die Abschlepp- und Übernachtungskosten, wenn Sie das Auto nach einem Unfall nicht nutzen können. Einige Schutzbriefe bezahlen auch einen Mietwagen und bieten personenbezogene Leistungen wie Krankenrücktransport, Medikamentenversorgung im Ausland und im Todesfall die Übernahme der Bestattungs- oder Überführungskosten.

Pannendienst oder Abschlepphilfe können Sie notfalls auch selbst bezahlen. Wer sich dennoch dagegen absichern möchte, muss sich zwischen Kfz-Schutzbrief und Automobilklub entscheiden. Der Schutzbrief kostet laut Finanztip-Studie im Durchschnitt etwa 13 Euro im Jahr – dafür sind die Erstattungsgrenzen oft recht niedrig. Automobilklubs bieten mehr Leistung gegen einen höheren Preis.

Bei Neuwagen können Sie auf einen Schutzbrief oder den Automobilklub verzichten, denn dann greift meist die Mobilitätsgarantie des Herstellers.

Fahrerschutzversicherung - Für Versicherte, die keine Berufsunfähigkeits- oder Unfallversicherung haben und Vielfahrer sind, kommt eine Fahrerschutzversicherung infrage. Sie begleicht den Verdienstausfall und zahlt Schmerzensgeld bei einem selbst- oder mitverschuldeten Unfall. Günstige Policen sind für etwa 25 Euro im Jahr zu haben. Sie ist nicht zu verwechseln mit der Fahrer-Unfallversicherung, von der wir abraten.

Darauf können Sie bei der Kfz-Versicherung verzichten

Insassen-Unfallversicherung - Die Insassen-Unfallversicherung übernimmt die Kosten, wenn einer Ihrer Mitfahrer verletzt oder getötet wird. Doch solche Schäden sind ohnehin entweder durch die Kfz-Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers oder durch die Ihre eigene Kfz-Haftpflichtversicherung abgedeckt, falls Sie den Unfall bauen. Die Insassen-Unfallversicherung springt praktisch nur dann ein, wenn nach einem Unfall die Versicherung des Unfallverursachers den Schaden wegen Fahrerflucht nicht deckt. In solchen Fällen hilft aber auch die Verkehrsopferhilfe.

Fahrer-Unfallversicherung - Sie umfasst ähnliche Leistungen wie eine Fahrerschutzversicherung. Wie viel Geld Sie nach einem Unfall erhalten, hängt aber von der gewählten Deckungssumme und dem Grad einer möglichen Invalidität ab – und nicht vom tatsächlichen Schaden. Wer sichergehen will, dass er bei einem Autounfall in vollem Umfang abgesichert ist, sollte daher die Fahrerschutzversicherung vorziehen. Gegen Unfälle nicht nur im Auto schützt eine private Unfallversicherung besser. Doch auch diese eignet sich nicht für jeden.

Freie Werkstattwahl - Es zahlt sich aus, wenn die Versicherung die Werkstatt bestimmen darf – der Versicherungsbeitrag ist dann niedriger. Besitzer von Fahrzeugen mit noch gültiger Herstellergarantie oder mit Leasing sollten aber auf jeden Fall die freie Werkstattwahl wählen.

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Schritt 4: Wie funktioniert der Kfz-Versicherungsvergleich?

Ohne Vergleichsportal ähnelt die Suche nach einer günstigen Kfz-Versicherung der Suche nach einer Nadel im Heuhaufen. Wer bei mehreren Versicherern Preise abfragt, bekommt von jedem einen anderen Betrag genannt. Diese können beträchtlich voneinander abweichen.

Abhilfe versprechen die Kfz-Versicherungsrechner der Vergleichsportale: Weil jeder Versicherer das Risiko eines Fahrers anders bewertet, bieten sie mit nur einer Eingabe aller relevanten Daten eine nützliche Übersicht über die Preise vieler Anbieter – aber nicht aller Anbieter.

Denn kein Portal listet die Preise aller Versicherungen: Einige Anbieter haben nur mit einem der vielen Portale einen Vertrag, andere erscheinen auf gar keinem Vergleichsportal. Wer sich auf ein Vergleichsportal allein verlässt, findet daher nur selten den wirklich günstigsten Tarif. Das wird in unserer Untersuchung deutlich: Das beste Portal lieferte nicht einmal bei jeder zweiten Abfrage den niedrigsten Preis.

Die besten Portale

Wir haben uns im September 2018 vor der Kfz-Wechselsaison etwa 40 Vergleichsseiten angeschaut. Bei vier Vergleichsrechnern haben wir dann Beiträge anhand von 32 Musterprofilen erhoben. Im Vergleich lieferten die Portale Check24 und Verivox die besten Ergebnisse. Einzelheiten zur Vorauswahl der Portale und zu unserer Auswertung erfahren Sie am Ende des Textes.

Um die Portale bewerten zu können, wählten wir folgendes Vorgehen: Für jedes Profil schauten wir uns das beste Angebot des Portals und das insgesamt günstigste gefundene Angebot an. Je weniger die Kfz-Vergleichsrechner über dem Bestpreis lagen, desto besser. Zusätzlich zum durchschnittlichen Preisaufschlag betrachteten wir in unserer Untersuchung auch die maximale Abweichung vom günstigsten Preis. Denn für den Versicherungskunden ist es besonders ungünstig, das eine Angebot zu erwischen, das beispielsweise ein Viertel teurer ist als der günstigste Tarif.

Sonderfall Huk24
Zusätzlich haben wir Daten bei dem Direktversicherer Huk24* erhoben. Die Huk24 ist eine der größten Kfz-Versicherungen, sie ist allerdings auf den Portalen nicht vertreten. Daher ist es sinnvoll, auch diesen oft sehr günstigen Direktversicherer in den Preisvergleich miteinzubeziehen.

In unserer Erhebung schlägt sich der Anbieter recht gut. Die Huk24 ist durchschnittlich 10,3 Prozent teurer als der insgesamt gefundene günstigste Tarif. Für einen einzelnen Anbieter ist das ein ordentlicher Wert. Bei der maximalen Abweichung liegt die Huk24 mit 51 Prozent deutlich über den Vergleichsportalen. Schließlich gleicht die Schwäche eines einzelnen Anbieters nicht die Stärken eines anderen aus, wie es auf einem Portal der Fall ist.

Dennoch: Wer Direktversicherer in seinen Vergleich nicht einbezieht, verpasst möglicherweise etwas. Denn die Huk24 lieferte elfmal das günstigste Angebot.

Check24, Verivox und die Huk24 im Vergleich

<b>Check24<b>Verivox<b>Huk24</b>
durchschnittliche Abweichung vom besten Preis3,5 %5,4 %10,3 %
höchste Abweichung vom besten Preis13 %24 %51 %
Anzahl günstigster Tarif im Vergleich (von 32 Abfragen)12911

Auszug aus den Test-Ergebnissen
Quelle: Finanztip-Recherche (Stand: 25. September 2018)

In der Tabelle oben sehen Sie die Daten der empfohlenen Anbieter. Alle Ergebnisse des Vergleichs finden Sie in unserem Testartikel.

Am besten doppelt vergleichen

Zwei Vergleiche erhöhen somit die Chance auf eine gute und zugleich günstige Kfz-Versicherung. Kombinieren Sie entweder die beiden Vergleichsportale oder nehmen Sie eines der starken Portale und vergleichen Sie dessen Ergebnisse mit dem Direktversicherer.

Unsere Erfahrung zeigt: Mit den Kombinationen erhalten Sie in der Regel eine günstige Kfz-Versicherung. Zugleich senken Sie in vielen Fällen die Wahrscheinlichkeit, deutlich mehr zu zahlen als nötig. So sank in unserer Erhebung im September 2018 die mittlere Abweichung von 3,5 Prozent auf unter 1 Prozent und die maximale Abweichung von 13 Prozent auf 9 Prozent, wenn wir Preise sowohl bei Check24 als auch Huk24 abgefragt haben.

Eines sollten Sie aber nie machen: nur bei einem einzelnen Anbieter schauen. Die Gefahr, hohe Ausreißer nicht abzufedern, war in unserem Test sehr hoch.

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Schritt 5: Wie gehen Sie beim Kfz-Versicherungsvergleich vor?

Öffnen Sie auf Ihrem Computer zwei Browserfenster und platzieren Sie sie nebeneinander auf Ihrem Bildschirm. In den gleichzeitig geöffneten Fenstern lassen sich die Ergebnisse am besten vergleichen. Orientieren Sie sich bei den Eingaben an unseren obigen Empfehlungen und den folgenden Anleitungen für Check24, Verivox und Huk24.

Beachten Sie, dass auf einem Portal der Vergleich erst komplett ist, wenn Sie auch neben der ersten Ergebnisübersicht weitere Merkmale ausgewählt haben. An dieser Stelle fragen viele Portale erst nach Zusatzschutz wie „Marderschäden mit Folgeschäden“ oder „erhöhte Deckungssummen“. Überprüfen Sie auch, ob die Tarifdetails, die wir im Schritt 6 dieses Textes beschreiben, für Sie infrage kommen.

Günstigster Tarif steht nicht immer oben

Beim Vergleich auf Check24 erscheinen ganz oben in der Ergebnisliste ein oder zwei blau hervorgehobene Tarife. Das Portal teilte uns mit, dies seien Angebote, die „Top-Leistung“ oder „Top-Preis/Leistung“ für die eingestellten Kriterien böten. Check24 beschreibt, warum es diese Tarife für die jeweilige Suche hervorhebt. Das Portal nennt sie „Makler-Empfehlung“.

Makler-Empfehlung bei Check24

Quelle: Screenshots Check24 (Stand: 5. September 2018)

In einer Finanztip-Stichprobe im September 2018 war diese Makler-Empfehlung regelmäßig teurer als das günstigste von uns gefundene Ergebnis. Dabei erfüllt auch der günstigste Tarif unsere Anforderungen an eine gute Kfz-Versicherung, da alle eingegebenen Tarifmerkmale berücksichtigt sind.

Anzeige bei Verivox

Quelle: Screenshot Verivox (Stand: 5. September 2018)

Auch Verivox zeigt ganz oben in der Ergebnisliste einen Tarif an, der ganz schön ins Geld gehen kann. Er ist als Anzeige gekennzeichnet. In vielen Fällen ist der dort präsentierte Tarif teurer als der günstigste in der Ergebnisliste, obwohl dieser die von uns eingegebenen Kriterien erfüllt.

Schritt 6: Auf welche Tarifmerkmale sollten Sie achten?

In den Portalen befindet sich oberhalb der Ergebnislisten ein Link „Tarife vergleichen“. Dort finden Sie detaillierte Leistungsbeschreibungen. Achten Sie dort auf folgende Merkmale, sofern diese Sie besonders betreffen:

Sonderausstattung - Wenn das Fahrzeug über umfangreiche Extras verfügt, sollte der Tarif Sonderausstattungen im erforderlichen Umfang abdecken. Was genau als Sonderausstattung definiert ist, legt die Versicherung in den Bedingungen fest. In der Finanztip-Studie zeigte sich, dass die meisten Anbieter Sonderausstattungen bis 5.000 oder 10.000 Euro ohne Aufschlag mitversichern.

Verzicht auf Abzug neu für alt - Vor allem bei älteren Autos ist es ärgerlich, wenn die Versicherung im Schadensfall die Kosten für neue Verschleißteile wie Reifen nicht übernimmt. Verzichtet sie auf den Abzug, schließt der Versicherungsschutz die Kosten für alle Ersatzteile ein. Oft gilt der Verzicht aber gerade nicht für ältere Autos.

Erweiterte Elementarschäden - Wer in einer Bergregion oder an einem Hang wohnt, schützt mit dieser Option sein Auto vor einem Schaden durch Lawinen und Muren. Wie sehr sich die Kasko-Versicherung durch diese Klausel verteuert, ist abhängig vom Wohnort. In gefährdeten Regionen schlagen Versicherungen bei den Beiträgen deutlich höher auf als in anderen Regionen. Im Durchschnitt kosteten Tarife mit erweiterter Elementarschadenabdeckung in unserer Studie gut 28 Prozent mehr. Die Spanne lag bei den von uns getesteten Profilen allerdings zwischen 0 und 45 Prozent. Auffällig ist außerdem, dass nur wenige Anbieter diesen Zusatzschutz überhaupt anbieten. Wer nach einer Versicherung sucht, hat dann nur wenig Auswahl.

Neuwert-Entschädigung - Wer ein Neufahrzeug versichert, sollte darauf achten, dass der Anbieter bei einem Totalschaden möglichst lange den Neuwert des Fahrzeugs zahlt. Sehr gut ist es, wenn die Versicherung bis 24 Monate nach Erstzulassung dafür aufkommt. Ansonsten erhalten Sie nur den Zeitwert, der besonders bei Neufahrzeugen sehr schnell sinkt.

In der Finanztip-Erhebung kosteten Tarife mit einer Neupreis-Entschädigung durchschnittlich 10 Prozent mehr als Tarife ohne Neupreis-Entschädigung. Schaut man sich nur die jeweils günstigsten Tarife für unsere Musterprofile an, ergibt sich ein anderes Bild: Dort lag der Aufschlag im Schnitt nur noch bei 1,6 Prozent. In den meisten Fällen versichern gute und trotzdem günstige Vollkasko-Tarife eine Neupreis-Entschädigung für mindestens zwölf Monate kostenfrei mit. Wer Wert darauf legt, den Neupreis möglichst lange ersetzt zu bekommen, sollte gezielt vergleichen.

Schritt 7: Wie können Sie bei der Autoversicherung sparen?

Wie viel die Autoversicherung kostet, hängt davon ab, wie die Anbieter Ihr individuelles Schadensrisiko einschätzen. Die Versicherungen erstellen ein Risikoprofil anhand zahlreicher Informationen, die jeder Kunde angeben muss, wenn er einen Antrag stellt. Bei vielen dieser Angaben können Sie mit der richtigen Einstellung sparen.

Falsche Angaben sollten Sie aber nicht machen. Bei Vorsatz drohen Vertragsstrafen. Melden Sie Ihrer Versicherung außerdem, sobald sich ein Merkmal ändert. Dann berechnet diese den Beitrag neu.

Selbstbeteiligung: Eigenanteil drückt die Prämie

Durch die Selbstbeteiligung (SB) tragen Sie als Versicherter einen kleineren Schaden am Auto selbst. Für die Versicherungsgesellschaft fallen dadurch Verwaltungskosten weg, was sie an ihre Kunden als kleinen Beitragsrabatt weitergibt. 

Für die Teilkasko empfehlen wir 150 Euro Selbstbehalt, da sich das im Durchschnitt für die meisten Autofahrer lohnt, wie unsere Rechnung zeigt. 

Für die Vollkasko wählen die meisten Autofahrer 300 Euro Selbstbehalt. Damit machen sie grundsätzlich nichts falsch. Finanztip hat aber ausgerechnet, dass es sich auch lohnen kann, eine höhere Selbstbeteiligung in der Vollkasko zu vereinbaren.

Halten Sie den Fahrerkreis so klein wie möglich

Der Ehe- oder Lebenspartner ist laut einer Finanztip-Studie mitversichert, ohne dass der Beitrag mehr kostet. Darüber hinaus gilt: Je größer der Fahrerkreis in der Kfz-Haftpflicht- und Vollkasko-Police ist, desto teurer wird es. In wenigen Fällen lohnt es sich allerdings, den Fahrerkreis möglichst ungenau anzugeben. 

Jährliche Fahrleistung realistisch schätzen

Je länger die gefahrenen Strecken sind, desto größer ist die Gefahr, dass ein Unfall passiert.

bis 3.000
3.001 - 6.000
6.001 - 9.000
9.001 - 12.000
12.001 - 15.000
15.001 - 20.000
20.001 - 25.000
25.001 - 30.000
ab 30.000

Quelle: Finanztip-Recherche, Stand: 25. September 2018

Im Vergleich zu einer jährlichen Fahrleistung von 10.000 Kilometern zahlt ein Fahrer mit 15.000 Kilometern für seine Kfz-Versicherung im Durchschnitt etwa 7 Prozent mehr, bei 25.000 Kilometern beträgt der Beitragsaufschlag im Vergleich zu 10.000 gefahrenen Kilometern im Durchschnitt rund 33 Prozent. Das ergab unsere Merkmalsstudie vom Juli 2018.

Beim Antrag sollten Sie Ihre Fahrleistung deshalb nicht zu hoch, sondern eher vorsichtig schätzen. Viele Versicherer legen die nebenstehende Tabelle für die Kalkulation der Beiträge zugrunde.

Achtung: Falls sich später herausstellt, dass Sie doch mehr als die angegebenen Kilometer fahren, müssen Sie dies Ihrem Versicherer auf jeden Fall melden, sonst drohen möglicherweise Vertragsstrafen.

Beitrag jährlich zahlen

Die jährliche Zahlweise ist mit Abstand günstiger als eine halb- oder vierteljährliche Zahlung. Laut Finanztip-Studie kostet eine monatliche Zahlweise 8,6 Prozent und eine vierteljährliche 7,2 Prozent extra. 3,6 Prozent Aufschlag sind es bei halbjährlicher Zahlung. Einzelne Anbieter schlagen noch mehr drauf. In einem Fall in unserer Studie kostete eine vierteljährliche Überweisung sogar über 18 Prozent mehr.

Es gibt einige Versicherungen, die ihre Tarife nicht mit monatlicher Zahlweise anbieten. Wer dennoch jeden Monat zahlen will, hat weniger Auswahl – einige günstige Angebote tauchen dann nicht in den Vergleichsergebnissen auf. So kosteten die jeweils günstigsten abschließbaren Tarife bei monatlicher Zahlweise in unserer Studie knapp 15 Prozent mehr als die günstigsten Tarife mit jährlicher Zahlweise.

Nutzen Sie Sonderkonditionen für Mitarbeiter bestimmter Firmen

Einige Versicherer bieten Mitarbeitern bestimmter Firmen Sonderkonditionen an. Wenn im Vergleichsportal Ihr Arbeitgeber in der entsprechenden Auswahlliste angezeigt wird, sollten Sie ihn angeben.

Als Fahranfänger über die Eltern versichern

Fahranfänger werden in die ungünstigste Schadenfreiheitsklasse SF 0 eingestuft und zahlen deshalb vergleichsweise hohe Beiträge. Es kann sich daher lohnen, das eigene Auto als Zweitwagen der Eltern anzumelden. Später können Sie die Schadenfreiheitsklasse übertragen lassen.

Telematik kann sich für junge Fahrer lohnen

Bei Telematik-Tarifen beeinflusst das Fahrverhalten, wie viel ein Kunde für die Autoversicherung zahlt. Je umsichtiger er unterwegs ist, desto günstiger ist die Versicherung – einige Anbieter locken mit bis zu 30 Prozent Nachlass. Doch die maximalen Rabatte sind auch beim besten Fahrstil kaum zu erreichen. Denn neben hartem Bremsen, überhöhter Geschwindigkeit und schneller Beschleunigung rechnen Versicherungen häufig auch Faktoren mit ein, die der Autofahrer kaum beeinflussen kann, etwa Nachtfahrten.

Für junge Fahrer kann sich der Telematik-Rabatt trotzdem lohnen: Sind Sie sicher hinter dem Lenkrad, wird ein günstiger Tarif so noch etwas preiswerter. Sie sollten sich aber darüber im Klaren sein, dass Sie zahlreiche Fahrdaten von sich preisgeben – auch wenn diese anonymisiert ausgewertet werden. Nur wegen Telematik die Versicherung zu wechseln, lohnt sich aber in den seltensten Fällen.

Akzeptieren Sie eine Werkstattbindung

Eine Werkstattbindung bringt bei einer Kaskoversicherung im Durchschnitt fast 10 Prozent Rabatt auf den Beitrag. In der Finanztip-Studie war bei einzelnen Tarifen bis zu 20 Prozent Nachlass möglich. Im Gegenzug verpflichten Sie sich als Versicherungskunde, Ihr Fahrzeug nach einem Kaskoschaden in einer vom Versicherer vorgeschriebenen Werkstatt reparieren zu lassen. Prüfen Sie vor Abschluss der Werkstattbindung, wo die nächste Partnerwerkstatt Ihrer Versicherung ist.

Vorsicht bei Neufahrzeugen: Verwendet die Werkstatt bei der Reparatur keine Original-Ersatzteile, kann die Herstellergarantie verloren gehen. Daher sollten Sie bei Neuwagen gegebenenfalls auf die Werkstattbindung verzichten. Falls das Fahrzeug geleast oder fremdfinanziert ist, zum Beispiel durch eine Autobank, scheidet eine Werkstattbindung meist aus. Leasing- oder Finanzierungsverträge legen normalerweise fest, dass Reparaturen nur in Werkstätten erfolgen dürfen, die der Hersteller autorisiert hat.

Den Schadenfreiheitsrabatt reaktivieren

Wer nach langer Pause wieder ein Auto versichert, kann oft seinen alten Schadenfreiheitsrabatt reaktivieren. Die Frist für die Wiederbelebung fällt bei den Versicherungen unterschiedlich lang aus.

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Bei Versicherungen gilt grundsätzlich: Sagen Sie die Wahrheit. Falsche Angaben in Versicherungsfragen sind kein Kavaliersdelikt, sondern können Betrug sein. Wer die sogenannten vorvertraglichen Anzeigepflichten verletzt, muss mit einer empfindlichen Geldstrafe rechnen. Außerdem verlangen viele Versicherungen als Entschädigung einen vollen Jahresbeitrag.

Falsche Angaben können Sie obendrein Ihren aktuellen Versicherungsschutz kosten. Kündigt der Anbieter deswegen die Police oder werden Sie gar wegen Versicherungsbetrugs verurteilt, haben Sie schlechte Chancen, bei anderen Anbietern noch eine Autoversicherung zu bekommen.

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Was tun, wenn Sie gar keine Kfz-Versicherung bekommen?

Fahrer, bei denen Versicherungen mit hohen Kosten beziehungsweise häufigen Schäden rechnen, bekommen über Vergleichsportale und Direktversicherer auch gegen einen hohen Beitrag mitunter keinen Kaskoschutz. Das kann ebenfalls passieren, wenn ein besonders teures Autos versichert werden soll.

Schwer zu versichern sind vor allem Fahrzeugtypen, die häufig Schäden haben, etwa Sportwagen. Problematisch kann es auch werden, wenn die Versicherung ihrem Kunden wegen häufiger Schäden oder unrichtiger Angaben gekündigt hat. Manchmal entdeckt in solchen Fällen ein Versicherungsmakler einen Anbieter, der das Risiko dennoch übernimmt – oft allerdings nur gegen einen sehr hohen Beitrag. Der Verband Deutscher Versicherungsmakler (VDVM) kann helfen, so einen Vermittler zu finden.

So haben wir getestet

Kfz-Versicherungsvergleich 2018
Für unseren Kfz-Versicherungsvergleich 2018 haben wir in der Zeit vom 5. bis 19. September 2018 jeweils vier Vergleichsportale und die Angebote der Huk24 anhand von 32 Musterprofilen untersucht.

Ausschlaggebend für die Vorauswahl der Portale unter insgesamt etwa 40 bei Google gefundenen Vergleichsseiten waren folgende Punkte:

  • die Möglichkeit, dort direkt eine Versicherung abzuschließen,
  • keine Eingabe von persönlichen Daten erforderlich,
  • Relevanz (auf Google unter den einschlägigen Suchbegriffen zu finden),
  • Versicherung wird vom Portal selbst vermittelt,
  • unsere Mindestkriterien für Kfz-Tarife mussten auf den Portalen einstellbar sein oder von diesen für alle Tarife garantiert werden.

Ausschlaggebend für die Vorauswahl des Direktanbieters war:

  • sie sind nicht auf den getesteten Vergleichsportalen gelistet,
  • sie sind online abschließbar,
  • sie sind deutschlandweit abschließbar,
  • sie lieferten für mindestens ein Musterprofil bei dem Makler-Portal Nafi-Auto den günstigsten Preis beziehungsweise sind dort nicht gelistet.

Die 32 Musterprofile orientieren sich an Beispielprofilen der Deutschen Aktuarvereinigung (DAV), dem Verband der Versicherungsmathematiker. Außerdem berücksichtigen die Profile

  • eine deutschlandweite Verteilung und damit Abdeckung aller Regionalklassen,
  • die Verteilung des Fahrzeugalters, der zehn wichtigsten Hersteller, Autoklassen und Alter der Fahrzeughalter nach Statistiken des Kraftfahrtbundesamtes.

Folgende in den Vergleichsportalen anwählbare Mindestkriterien für die Kfz-Tarife haben wir angesetzt:

  • erhöhte Deckungssummen,
  • Verzicht auf Einrede der groben Fahrlässigkeit,
  • Abdeckung von Marderbissen und deren Folgeschäden,
  • auf alle Tiere erweiterte Wildschadendeckung,
  • Mallorca-Police inklusive.

Mit diesen Mindestanforderungen ließen sich eine Reihe von nicht empfehlenswerten Billigtarifen ausschließen. Wenn sich der beste Tarif auf zwei Portalen um weniger als 50 Cent unterschied, haben wir beiden Portalen den ersten Platz zugerechnet. Um besser beurteilen zu können, welches der jeweils beste Preis am Markt ist, haben wir auch das Maklerportal Nafi-Auto für den Preisvergleich herangezogen. Weitere Details zu den Untersuchungskriterien lesen Sie in unserem Testartikel Kfz-Versicherung.

Empfehlungen aus dem Ratgeber

  • <a href="http://www.finanztip.de/link/veri-kfz/abbinder">Verivox</a>, <a href="http://www.finanztip.de/link/check-kfz-v/abbinder">Check24</a>
  • <a href="http://www.finanztip.de/link/huk24-pkw/abbinder">Huk24</a>

Noch mehr sparen mit Finanztip

  • <a href="t3://page?uid=783">So sparen Sie als Fahranfänger</a>
  • <a href="t3://page?uid=1247">So können Sie Ihre Schadenfreiheitsklasse übertragen</a>
  • <a href="t3://page?uid=2204">Für wen sich die Teilkaskoversicherung lohnt</a>
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Was bedeutet LTE genau?

Die Abkürzung LTE steht für den etwas skurrilen englischen Begriff Long Term Evolution, zu Deutsch: langfristige Entwicklung. Dabei handelt es sich um den vierten Handynetz-Standard (4G) – nach A/B/C-Netz (1G), GSM (2G) und UMTS (3G). Während günstige UMTS-Tarife derzeit meist mit einem Tempo von 7,2 oder 14,4 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) angeboten werden, erreicht LTE in den schnellsten Discount-Tarifen jetzt schon bis zu 50 Mbit/s.

Doch selbst wenn die theoretische Geschwindigkeit eines Tarifs mit und ohne LTE gleich ist, bieten Angebote mit LTE deutliche Vorteile. So ist das 4G-Netz noch nicht so stark ausgelastet wie das UMTS-Netz. Wenn sich Kunden das Netz mit weniger Nutzern teilen müssen, kann jeder Einzelne schneller surfen. Außerdem haben LTE-Nutzer eine bessere Netzabdeckung als Kunden ohne LTE – durch neue Antennen mit besserer Reichweite, die die Netzbetreiber extra für den 4G-Ausbau aufgestellt haben.

Was brauche ich, um LTE nutzen zu können?

Zunächst benötigen Sie ein LTE-fähiges Handy. Dazu zählen das iPhone ab 5S (das iPhone 5 ist nur mit Einschränkungen LTE-fähig), das Samsung Galaxy ab S4 (oder die spezielle LTE-Version des S3) oder Lumia-Smartphones von Nokia/Microsoft mit der Modellnummer 625 und höher. Viele Geräte von anderen Herstellern wie Huawei oder Sony (Xperia) funktionieren ebenfalls im LTE-Netz.

Aktuell verkaufte Smartphones beherrschen fast alle 4G, unabhängig davon, ob sie mit iOS, Android oder Windows laufen. Auch Dual-Sim, also die Möglichkeit, zwei SIM-Karten einzulegen, ist kein Hindernis für den 4G-Empfang.

Möglicherweise müssen Sie LTE zunächst in den Einstellungen Ihres Smartphones aktivieren. Sobald sich das Handy eingebucht hat, steht im Normalfall oben im Display LTE, L oder 4G.

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Welche Fallstricke gibt es bei LTE-Tarifen von Drillisch?

Neben einem 4G-fähigen Gerät benötigen Sie einen Smartphone-Tarif mit LTE, am besten mit einer Laufzeit von höchstens einem Monat, um flexibel zu bleiben. Bislang bietet nur ein Discounter als echter LTE-Anbieter Tarife mit kurzer Vertragsbindung an: die hessische Firma Drillisch, die unter einer Vielzahl von Markennamen auftritt. Handytarif-Vergleichsrechner zeigen auf den obersten Plätzen fast ausschließlich günstige LTE-Angebote mit kurzer Laufzeit von Drillisch.

Auffällig ist, dass Drillisch immer wieder zeitlich begrenzte Sonderangebote und Rabatte ausweist. Einen Tarif zum scheinbaren Normalpreis sollten Sie nicht abschließen. Denn die Rabatte kommen immer wieder, zum Teil wandern Sonderangebote von Marke zu Marke.

Stolperfallen bei Drillisch

Die Angebote von Drillisch sind günstig, allerdings enthalten viele von ihnen Stolperfallen. Bevor Sie Ihren Wunschtarif abschließen, prüfen Sie unbedingt den Preis für Minuten und SMS nach Verbrauch der Inklusiv-Einheiten. Dafür sollten nicht mehr als 9 Cent fällig werden. Außerdem ist wichtig, was passiert, sobald Sie das enthaltene Datenvolumen verbraucht haben.

Viele Drillisch-Tarife enthalten eine sogenannte Datenautomatik, die Volumen kostenpflichtig nachbestellt. So kosten 100 Megabyte Extra-Volumen am Stichtag 2 Euro. Die Menge ist mit einer LTE-Verbindung schnell verbraucht. Maximal dreimal werden 100 Megabyte Zusatzvolumen kostenpflichtig gebucht, bevor die Nutzer mit gedrosseltem Tempo kostenlos weitersurfen können. Das Drossel-Tempo vieler Tarife ist sehr niedrig: Es beträgt oft nur 16 Kilobit pro Sekunde. Üblich bei anderen Anbietern sind 64 Kbit/s.

Noch problematischer ist die Abrechnung je Megabyte, die es bei Simply gab. Die Drillisch-Marke berechnete in ihren LTE-Mini-Tarifen am Stichtag 5 Cent je Megabyte nach Verbrauch des Inklusiv-Volumens. Das sind 5 Euro für 100 Megabyte – deutlich zu teuer. Von dieser Abrechnung scheint Drillisch größtenteils abgerückt zu sein.

Datenautomatik abschalten

In manchen Fällen lässt sich die Datenautomatik abschalten. Bei bestimmten Drillisch-Marken wie Smartmobil ist dies beispielsweise auf schriftlichen oder telefonischen Antrag (06181/708 30 30) möglich. Oder Sie schalten die Automatik im Online-Kundenbereich selbst aus. Wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen, wählen Sie von vornherein einen Tarif, der nach Verbrauch des Datenvolumens ganz klassisch das Surftempo drosselt und keine weiteren Gebühren in Rechnung stellt.

Netzabdeckung prüfen

Die LTE-Angebote von Drillisch nutzen das Netz von O2 (Telefónica). Laut dem Fachmagazin „Connect“ hat Telefónica den LTE-Ausbau kräftig vorangetrieben; die deutschen Großstädte seien mittlerweile versorgt. Beachten Sie jedoch, dass die Netzabdeckung von O2 nicht an diejenige der Deutschen Telekom oder an die von Vodafone herankommt. Überprüfen Sie also vor einem Abschluss die Netzverfügbarkeit für Ihren Wohnort. Der Ratgeber zum Thema Netzabdeckung verrät Ihnen, wie Sie den Empfang am schnellsten herausfinden.

Altkunden von E-Plus nutzen LTE bis 21,6 Mbit/s

Nachdem Telefónica (O2) seinen Konkurrenten E-Plus aufgekauft hat, beendete das Unternehmen die E-Plus-Sonderaktion „Highspeed für jedermann“ zum 30. Juni 2016. Wegen der Aktion konnten alle E-Plus-Kunden das LTE-Netz mit einem Tempo von bis zu 50 Mbit/s nutzen, auch wenn ihr Vertrag ein niedrigeres Tempo oder gar keinen LTE-Zugang vorsah. Der Zugang LTE blieb bis heute erhalten.

Durch den Zusammenschluss von O2 und E-Plus können die E-Plus-Altkunden also das besser ausgebaute LTE-Netz von O2 nutzen, nicht nur das mäßige LTE von E-Plus. Das kann ein großer Vorteil für den Empfang sein und den Nachteil der vertraglichen Grenze beim Internet-Tempo übertreffen. Allerdings kann es sein, dass das LTE-Netz von O2 durch die vielen neuen Nutzer phasenweise überlastet ist.

So haben wir ausgewählt

Unsere LTE-Empfehlungen sind zumindest optional monatlich kündbar oder im Voraus bezahlte Tarife ohne feste Laufzeit (Prepaid) und liegen preislich deutlich unter den LTE-Vertragstarifen der Netzbetreiber.

Unter diesen Vorgaben haben wir Abfragen mit mehreren Tarifrechnern am Tag der Aktualisierung dieses Artikels vorgenommen. Außerdem durchsuchten wir Newsletter, Pressemitteilungen und Unternehmensauftritte in den sozialen Medien nach guten Angeboten. Die gefundenen Tarife haben wir redaktionell geprüft. Unsere Tarifempfehlungen können daher von den Ergebnissen im Finanztip-Tarifrechner abweichen. Wir beschreiben genau, für wen sie geeignet sind.

Alle Empfehlungen erfüllen die strengen Finanztip-Mobilfunk-Kriterien:

  • Die Kosten eines empfohlenen Tarifs für einen Musterkunden müssen unter denen vergleichbarer Angebote liegen.
  • Die Grundgebühr darf sich nicht nach einer bestimmten Zeit erhöhen, es sei denn, die endgültige Grundgebühr wäre günstiger als die der Konkurrenzangebote.
  • Das enthaltene Datenvolumen beträgt mindestens 2 GB (Allnet-Flat) beziehungsweise 1 GB (sonstige Tarife für bestimmte Zielgruppen).
  • Eine eventuell vorhandene „Datenautomatik“, die zusätzliches kostenpflichtiges Datenvolumen hinzubucht, müssen Kunden jederzeit abschalten können, sofern das enthaltene Surfvolumen weniger als 4 Gigabyte umfasst.
  • Das LTE-Netz ermöglicht schnelles Internet unterwegs und wird von den Netzbetreibern am stärksten ausgebaut. Der Tarif muss daher einen LTE-Zugang haben oder dieser muss zubuchbar sein.
  • Falls der Tarif keine SMS-Flat enthält, darf der Preis für eine Kurzmitteilung nicht mehr als 9 Cent betragen. Tarife mit SMS-Flat bevorzugen wir.
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redaktion@finanztip.de (Finanztip Verbraucherinformation gGmbH) 10.10.2018 11:18:00 +0000
Prepaid-Tarife : Prepaid-Tarife https://www.finanztip.de/handytarife/prepaidtarife/ https://www.finanztip.de/?id=901Für wen sich eine Prepaid-Karte fürs Handy lohnt

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Das Wichtigste in Kürze

  • Man unterscheidet Prepaid- und Postpaid-Handytarife. Eine Prepaid-Karte laden Sie im Voraus mit einem Geldbetrag auf (prepaid = vorher bezahlt).
  • Prepaid-Tarife sind flexibel kündbar und ermöglichen eine bessere Kostenkontrolle als ein Postpaid-Vertrag, was vor allem für Kinder und kostenbewusste Nutzer wichtig ist.
  • Bestmöglichen Empfang bieten Prepaid-Tarife mit LTE in einem der D-Netze von der Telekom und von Vodafone.
  • Die im Vergleich günstigsten Prepaid-Tarife gibt es im Telefónica-Netz. Allerdings ist der Netzempfang dort nicht so gut.
  • Ein möglicher Nachteil bei Prepaid-Karten: Mit Prepaid können Sie Ihr Handy in einigen Ländern nicht benutzen (Roaming). Beliebte Urlaubsziele sind aber meist abgedeckt.

So gehen Sie vor

  • Falls Sie schnell eine passende Karte kaufen wollen, sind die folgenden Finanztip-Empfehlungen eine solide Entscheidung.
  • Ist Ihnen vor allem guter Empfang im D-Netz wichtig, nehmen Sie diese Prepaid-Handytarife von Telekom und Vodafone:

Magenta Mobil Prepaid M von der Telekom für 9,95 Euro pro vier Wochen;

Callya Smartphone Special von Vodafone für 9,99 Euro pro vier Wochen.

  • Wollen Sie nur erreichbar sein und möglichst wenig zahlen, können Sie auch den kostenlosen Tarif Callya Talk & SMS von Vodafone bestellen. Die günstige Prepaid-Sim-Karte rechnet jede SMS und Gesprächsminute mit 9 Cent ab.
  • Wenn Sie selbst einen Tarif suchen wollen: Individuell passende Prepaid-Tarife finden Sie mit dem <a href="t3://page?uid=5801">Handy-Tarifrechner</a> von Finanztip, der die gezielte Suche nach Prepaid-Karten ermöglicht.
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In den 1990er- und 2000er-Jahren ist die Prepaid-Karte fürs Handy zum Synonym für günstige Mobilfunktarife ohne Grundgebühr geworden. Die eigentliche Bedeutung des englischen Wortes „prepaid“, also vorausbezahlt, ist in den Hintergrund getreten. Dabei gibt es durchaus Unterschiede zwischen echten Vorkasse-Tarifen und klassischen Handyverträgen. Prepaid eignet sich im Vergleich zum Handyvertrag für bestimmte Kunden besonders.

Für wen lohnt sich eine Prepaid-Sim-Karte?

Ein Prepaid-Tarif, bei dem Sie nur den Geldbetrag abtelefonieren oder versurfen können, den Sie oder jemand anderes zuvor aufgeladen haben, ist unserer Ansicht nach nur dann nötig, wenn Ihnen die Kontrolle über die Telefonkosten besonders wichtig ist. Aber selbst dieser klassische Vorteil der Prepaid-Sim-Karte hat etwas an Bedeutung verloren, da es günstige Allnet-Flats gibt, die mit einer relativ geringen Gebühr fast alles abdecken: Telefonieren, surfen und SMS schicken. Sonderrufnummern oder Telefonnummern im Ausland anzurufen, ist jedoch nicht in der Flatrate enthalten und kann dementsprechend teuer werden.

Wenn Sie Ihr Handy aber nur sehr selten nutzen und die mobile Nummer eigentlich nur brauchen, um unterwegs erreichbar zu sein, haben Sie am wenigsten Kosten, wenn Sie eine Prepaid-Karte kaufen.

Auch Eltern, die verhindern wollen, dass ihre Sprösslinge die Handyrechnung nahezu unbegrenzt in die Höhe treiben können, sollten eine Prepaid-Karte für die Kinder besorgen. Aufladen können Sie die Karte jedes Mal selbst oder Sie hinterlegen einen bestimmten monatlichen Betrag, der automatisch zur Verfügung steht. Außerdem sollten Sie den Gebrauch von kostenpflichtigen Sonderrufnummern ausschließen und eine Drittanbietersperre einrichten. Das geht in der Regel über die Servicehotline des Providers.

Grundsätzlich: Wenn Sie als Erwachsener einen Tarif suchen, spielt es unserer Einschätzung nach kaum eine Rolle, ob Sie eine Prepaid-Karte aufladen oder einen Handyvertrag wählen. Wichtiger ist, dass der Tarif zu Ihnen passt. Bei gleich guten Konditionen raten wir eher zum Vertrag. Denn am Ende des Monats per Bankeinzug zu zahlen ist komfortabler, als im Voraus Guthaben aufzuladen, und auch minimal einfacher, als eine automatische Aufladung der Prepaid-Karte einzurichten.

Außerdem gibt es bei Postpaid-Verträgen kein Risiko, dass Sie Ihr aufgeladenes Guthaben verlieren, wenn der Mobilfunkanbieter pleitegeht – obwohl dieser Fall unwahrscheinlich ist. Und anders als bei einem Prepaid-Tarif müssen Sie sich nach der Kündigung auch nicht um die Auszahlung eines etwaigen Rest-Guthabens kümmern.

Welche Vorteile und welche Nachteile hat ein Prepaid-Tarif?

Ein Vorteil von Prepaid ist, dass Sie weder an den Tarif noch an den Anbieter gebunden sind. Wenn der Tarif nicht mehr passt, müssen Sie ihn nicht einmal kündigen, sondern können einfach aufhören, die Karte zu nutzen. Etwas schwieriger wird es, sofern Sie die Rufnummer zu einem anderen Anbieter mitnehmen wollen. In dem Fall müssen Sie den Prepaid-Tarif kündigen, was normalerweise jederzeit möglich ist.

Die Nachteile von Prepaid-Karten im Vergleich zu Mobilfunkverträgen halten sich in Grenzen: Manchmal ist die Nutzung außerhalb Deutschlands (Roaming) nur in wenigen Ländern der Welt möglich. Außerdem erhalten Sie keine klassische Rechnung.

Im Normalfall wird das Gespräch abgebrochen, sobald Sie das Guthaben auf der Prepaid-Karte verbraucht haben. Bei der Nutzung von besonderen Leistungen wie Roaming kann es jedoch vorkommen, dass das Guthaben verzögert abgerechnet wird und Sie mehr Geld vertelefonieren, als Sie vorher aufgeladen haben.

Oft sind die Übergänge zu einem normalen Vertrag aber fließend. Es gibt zum Beispiel bei vielen Prepaid-Tarifen die Möglichkeit, die Karte automatisch aufzuladen, sobald das Guthaben verbraucht ist. Einige Anbieter sehen vor, dass sich der Prepaid-Vertrag online einfach per Mausklick in einen normalen Laufzeitvertrag umwandeln lässt. Schließlich haben die Unternehmen ein Interesse, die Prepaid-Kunden enger an sich zu binden.

Wenn Sie selbst nach einem passenden Prepaid-Tarif suchen wollen, können Sie unseren Rechner nutzen. Von uns vorausgewählte Angebote finden Sie im folgenden Abschnitt.

Flexibel, günstig oder keine Vertragslaufzeit
Was ist Ihnen wichtiger?
flexibel
gute Kostenkontrolle
möglichst günstig

Prepaid-Vergleich: Gute Tarife von der Telekom und von Vodafone

Empfehlenswerte Prepaid-Tarife für Gelegenheitsnutzer, die viele Kontakte im Telekom- oder Vodafone-Mobilfunknetz haben, sind Magenta Mobil Start M von der Telekom beziehungsweise Smartphone Special von Vodafone. Die kostenlose Prepaid-Karte Callya von Vodafone empfiehlt sich für jene, die das Handy nur brauchen, um erreichbar zu sein. Wie wir diese Angebote ausgewählt haben, lesen Sie weiter unten.

Diese Handytarife funken in den Mobilfunknetzen der Deutschen Telekom (D1) und von Vodafone (D2), die beide dem Handynetz von Telefónica (O2) deutlich überlegen sind. Das kann Eltern ein beruhigendes Gefühl geben, weil sie ihr Kind möglichst sicher erreichbar wissen.

<b>Telekom Magenta Mobil Prepaid&nbsp;M <b>Vodafone Callya Smartphone Special <b>Callya Talk&SMS
Preis pro Monat 10,82 € 10,86 € 0 €
Tempo 300 Mbit/s 500 Mbit/s -
Datenvolumen 1,5 GB 2 GB -
Flatrate(s) Telekom-Handynetz Vodafone-Handynetz -
Minuten und SMS außerhalb der Flatrate 100 Freimiunten danach 9 Cent 200 Einheiten inklusive, danach 9 Cent 9 Cent

Quelle: Anbieterangaben (Stand: 10. Oktober 2018)

Prepaid-Karten mit Internet und Flatrate ins eigene Netz

Magenta Mobil Prepaid M von der Telekom oder Smartphone Special von Vodafone sind sinnvoll, wenn Familie und Freunde ebenfalls einen Tarif im Telekom- beziehungsweise Vodafone-Netz haben. Denn Gespräche und SMS ins eigene Netz sind mit diesen Prepaid-Karten inklusive.

Telekom Magenta Mobil Prepaid M

Im Telekom-Tarif kann hat der Nutzer außerdem 100 Freiminuten in alle anderen Netze. Zum Surfen im mobilen Internet enthält der Tarif 1,5 Gigabyte (GB) Datenvolumen. Mit diesem Prepaid-Internet-Zugang bietet Magenta Mobil Start M für 9,95 Euro für vier Wochen ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Wenn Sie merken, dass Sie das Datenvolumen nicht brauchen, können Sie jeder Zeit in einen kleineren Tarif wechseln.

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Vodafone Smartphone Special

Der Vodafone-Tarif bietet neben einer Flatrate für Gespräche und SMS mit anderen Vodafone-Kunden zusätzlich 200 Minuten oder SMS in alle deutschen Netze. Das gibt es bei den Telekom-Tarifen nicht. Das enthaltene Surfvolumen beträgt 2 GB bei einem theoretischen Höchsttempo von rasanten 500 Megabit pro Sekunde (Mbit/s). Der Preis von Smartphone Special ist mit 9,99 Euro für vier Wochen nahezu identisch zum Gegenstück der Telekom.

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Kostenlose Prepaid-Karte, um erreichbar zu sein

Mit dem Callya Talk&SMS von Vodafone entstehen keine monatlichen Kosten für die Prepaid-Sim-Karte. Dafür werden alle Gespräche mit 9 Cent pro Minute abgerechnet, genauso wie jede SMS. Nutzer können ganz normal angerufen werden. Das ist ideal für diejenigen, die ihr Handy selten gebrauchen, und für Kinder als Notfall-Handykarte. Bei Bedarf lässt sich eine kostenpflichtige Internet-Option dazubuchen.

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Prepaid-Tarife nach Ihren Wünschen herausfiltern

Der Finanztip-Handy-Tarifrechner bietet sinnvolle Filter, die nur die für Sie passenden Tarife durchlassen. So können Sie zum Beispiel angeben, wie viele Minuten Sie oder Ihr Kind im Monat telefonieren und wie viele SMS verschickt werden. Falls Sie eine Flatrate wünschen, lässt sich das ebenfalls einstellen. Außerdem können Sie folgende Punkte regeln, wenn Sie sich selbst einen passenden Handytarif heraussuchen wollen:

Tarifart - Vieltelefonierer wählen einen Pauschaltarif – eine sogenannte Allnet-Flat. Wer jedoch weniger als rund drei Stunden im Monat mobil telefoniert, für den ist fast immer ein flexibler Tarif oder ein Minuten- und SMS-Paket die bessere Wahl.

Mobilfunknetz - In welchem Netz der Tarif funken soll, können Sie im Finanztip-Handy-Tarifrechner vorgeben. Wenn Sie das aktuell beste Netz wünschen und bereit sind, dafür einen Aufpreis zu zahlen, wählen Sie einen Tarif im Telekom-Netz. Das Mobilfunknetz von Vodafone folgt auf dem zweiten Platz bei der Leistungsfähigkeit. Etwas schwächer ist das Netz von Telefónica, zu der die Marken O2 und E-Plus gehören. Dort gibt es jedoch die meisten günstigen Tarife. Wie die Handynetze in den Tests verschiedener Fachmedien genau abgeschnitten haben, erfahren Sie im Ratgeber Netzqualität und Netzabdeckung.

Umfang der Internet-Flat - Ein mobiler Internet-Zugang ist mittlerweile für die meisten Menschen unverzichtbar, auch für Kinder und Jugendliche. In unserem Vergleichsrechner können Sie angeben, wie viele Megabyte (MB) Datenvolumen Sie oder Ihr Kind benötigen und ob Sie das besonders schnelle mobile Internet mit dem Netzstandard LTE/4G wünschen.

Arne Düsterhöft von Finanztip, Experte für Telekommunikation

Den richtigen Handytarif finden

  • Handytarif mit Vergleichsrechner suchen oder Finanztip-Empfehlung wählen.
  • Günstigste Allnet-Flats nutzen das O2-Netz.
  • Allnet-Flats im D-Netz kosten doppelt so viel.

» Zum Ratgeber Handytarife

Vergleichsrechner:
Finanztip-Handy-Tarifrechner

Beste Allnet-Flats:
LTE All 3 GB von Winsim (O2-Netz)
Callya Allnet-Flat von Vodafone (D2-Netz)
Allnet Flat 2000 von Klarmobil (D1-Netz)

Alten Vertrag kündigen

Haben Sie einen günstigen Prepaid-Tarif gefunden, müssen Sie vielleicht noch Ihren bisherigen Handyvertrag kündigen. Ihre gewohnte Rufnummer können Sie auf jeden Fall behalten.

So haben wir ausgewählt

Unsere Prepaid-Empfehlungen basieren auf unseren Ratgebern LTE und Allnet-Flat. Für Prepaid-Tarife berücksichtigen wir ausschließlich echte Prepaid-Karten, bei denen das Guthaben per Vorkasse aufgeladen wird. Ist das Guthaben verbraucht, ist keine weitere Nutzung möglich. Das erlaubt Eltern und unbedarften Nutzern eine bessere Kontrolle über ihre Telefonkosten oder über die Kosten ihrer Kinder.

Unsere Prepaid-Empfehlungen ermöglichen bestmöglichen Empfang, weil sie die besonders gut ausgebauten Netze der Telekom und von Vodafone nutzen. Bei Prepaid-Tarifen ist das besonders wichtig, da die Karten häufig von Kindern genutzt werden, deren Eltern sie bestmöglich erreichbar wissen wollen. Aber auch wer mit seinem Prepaid-Handy nur selten selbst jemanden anruft, ist in diesen Netzen am besten erreichbar.

Unsere Handytarif-Empfehlungen ermitteln wir mit mehreren Handy-Tarifrechnern. Außerdem durchsuchen wir Newsletter, Pressemitteilungen und Unternehmensauftritte in den sozialen Medien nach guten Angeboten. Die gefundenen Tarife haben wir redaktionell geprüft. Unsere Tarifempfehlungen können daher von den Ergebnissen im Finanztip-Tarifrechner abweichen. Außerdem erfüllen die Prepaid-Tarif-Empfehlungen die strengen Finanztip-Mobilfunk-Kriterien:

  • Die Kosten eines empfohlenen Tarifs für einen Musterkunden müssen unter denen vergleichbarer Angebote liegen.
  • Die Grundgebühr darf sich nicht nach einer bestimmten Zeit erhöhen, es sei denn, die endgültige Grundgebühr wäre günstiger als die der Konkurrenzangebote.
  • Das enthaltene Datenvolumen beträgt mindestens 2 GB (Allnet-Flat) beziehungsweise 1 GB (sonstige Tarife für bestimmte Zielgruppen).
  • Eine eventuell vorhandene „Datenautomatik“, die zusätzliches kostenpflichtiges Datenvolumen hinzubucht, müssen Kunden jederzeit abschalten können, sofern das enthaltene Surfvolumen weniger als 4 Gigabyte umfasst.
  • Das LTE-Netz ermöglicht schnelles Internet unterwegs und wird von den Netzbetreibern am stärksten ausgebaut. Der Tarif muss daher einen LTE-Zugang haben oder dieser muss zubuchbar sein.
  • Falls der Tarif keine SMS-Flat enthält, darf der Preis für eine Kurzmitteilung nicht mehr als 9 Cent betragen. Tarife mit SMS-Flat bevorzugen wir.
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redaktion@finanztip.de (Finanztip Verbraucherinformation gGmbH) 10.10.2018 11:15:00 +0000
Schadenfreiheitsrabatt übertragen : Schadenfreiheitsrabatt übertragen https://www.finanztip.de/kfz-versicherung/schadenfreiheitsrabatt-uebertragen/ https://www.finanztip.de/?id=1247So bleibt die Schadenfreiheitsklasse in der Familie

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Das Wichtigste in Kürze

  • Familienmitglieder können sich Schadenfreiheitsklassen (SF-Klassen) meist problemlos gegenseitig übertragen.
  • Der Empfänger einer SF-Klasse erhält immer nur so viele Jahre Rabatt, wie er auch bereits einen Führerschein hat.
  • Die SF-Klasse lässt sich auch bei einem Wechsel des Versicherers übertragen.
  • Der Abgebende verliert den Schadenfreiheitsrabatt endgültig.
  • Wer zwei Autos besitzt, kann den Rabatt für ein Auto abgeben und den Rabatt auf das andere Auto behalten.
  • Wer mehrere Jahre einen Dienstwagen gefahren hat, kann unter gewissen Voraussetzungen diesen Schadenfreiheitsrabatt anschließend für sein Privatauto nutzen.

So gehen Sie vor

  • Fragen Sie bei Ihrem Versicherer nach, an wen Sie Ihre SF-Klassen übertragen können. Bei Kindern und Ehepartnern geht das meist problemlos.
  • Prüfen Sie bei dieser Gelegenheit auch gleich, ob sich ein Wechsel der Kfz-Versicherung lohnt.
  • Jüngere Fahrer sollten sich den Schadenfreiheitsrabatt erst übertragen lassen, wenn sie bereits einige Jahre Fahrpraxis haben.
  • Sparen Sie mit dem doppelten Vergleich: Machen Sie Ihre Angaben bei einem günstigen Anbieter und überprüfen Sie das Ergebnis bei einem zweiten. Wir empfehlen <a href="http://finanztip.de/link/check-kfz-v/oben/">Check24</a>, <a href="http://finanztip.de/link/veri-kfz/oben/">Verivox</a> und die <a href="http://www.finanztip.de/link/huk24-pkw/oben/">Huk24</a>.
  • Fordern Sie beim Antrag auch die Unterlagen für die Rabattübertragung beim Versicherer an.
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Wer eine hohe Schadenfreiheitsklasse (SF-Klasse) hat, spart in der Kfz-Versicherung viel Geld.

Die meisten Fahranfänger versichern ihr Auto daher erstmal über ihre Eltern, weil sie sonst in die niedrigste SF-Klasse eingestuft würden. Hat der Nachwuchs jedoch einige Jahre Fahrpraxis gesammelt, bietet es sich an, die SF-Klassen des Vertrags auf den nun erfahrenen Fahrer zu übertragen.

Wann ist es sinnvoll, den Schadenfreiheitsrabatt zu übertragen?

Wenn Sie den Schadenfreiheitsrabatt für ein Auto abgeben, verlieren Sie diesen Rabatt unwiderruflich. Daher ist das nur sinnvoll, wenn Sie selbst wirklich darauf verzichten können. Das ist insbesondere der Fall, wenn Ihr Nachwuchs nicht den Erstwagen, sondern Ihr Zweitauto fährt. Geben Sie Ihrem Kind nach einiger Zeit Auto und SF-Klasse, verlieren Sie nur die SF-Klasse für dieses Fahrzeug. Der Versicherungsvertrag für den anderen Wagen bleibt davon unberührt.

Häufig geben Eltern oder Großeltern ihren Schadenfreiheitsrabatt auch aus Altersgründen auf, wenn sie selbst nicht mehr Auto fahren möchten. Dieser freie Rabatt kann meistens noch innerhalb von zwölf Monaten auf einen nahestehenden Menschen übertragen werden, nachdem der Vertrag mit der Versicherung gekündigt wurde. Das ist auch dann möglich, wenn der bisherige Versicherungsnehmer verstorben ist und die Kinder beispielsweise das Auto erben.

Die Rabattübertragung kommt nur für die Kfz-Haftpflichtversicherung und für die Vollkaskoversicherung in Betracht. In der Teilkaskoversicherung gibt es keine SF-Klassen.

Wer kann die SF-Klasse übernehmen?

Das Übertragen von SF-Klassen ist an Voraussetzungen geknüpft. Fast immer möglich ist es, die SF-Klasse auf die eigenen Kinder, den Ehepartner oder auf die Eltern zu übertragen. Viele Versicherer lassen aber auch den Lebensgefährten, nicht-leibliche Kinder oder Enkel zu.

Weitere Bedingung für einen Rabattübertrag ist häufig – aber nicht immer –, dass der Empfänger regelmäßig mit dem Auto gefahren ist, dessen Schadenfreiheitsrabatt übertragen werden soll. Einige Anbieter verlangen zusätzlich, dass der Empfänger als Hauptfahrer gemeldet war. Planen Sie, später die SF-Klassen zu übertragen, sollten Sie vor einem Abschluss bei Ihrem Anbieter einfach nachfragen, wie er das handhabt.

Der Empfänger des Rabatts kann nur so viele SF-Klassen übernehmen, wie er selbst hätte erreichen können, seit er seinen Führerschein besitzt. Hat ein Fahrer zum Beispiel erst seit drei Jahren eine Fahrerlaubnis, kann er höchstens einen Schadenfreiheitsrabatt für drei Jahre übernehmen. Daher lohnt es sich nicht, einem Anfänger Rabatte zu übertragen. Die überschüssigen SF-Klassen verfallen. Stattdessen sollte der Empfänger am besten bereits einige Jahre den Führerschein besitzen.

Sonderfall Carsharing

Wenn Sie als junger Fahrer Ihre Fahrpraxis ausschließlich mit Carsharing erlangt haben, können Sie diese Jahre für sich nutzen, wenn Sie nun doch ein eigenes Auto haben müssen. Lassen Sie sich vom Carsharing-Anbieter die Nutzungszeiten bestätigen, dann können Sie bei Ihrem eigenen Vertrag deutlich besser einsteigen als mit der üblichen SF-Klasse 1/2 über die Führerscheinregelung. Das ist oftmals die einzige Möglichkeit, wenn Fahranfänger nicht auf den Zweitwagen der Eltern zurückgreifen können oder aus der Familie einen Schadenfreiheitsrabatt erhalten können.

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Ist auch ein Versicherungswechsel mit fremden Rabatten möglich?

Nicht nur die bisherige Versicherung erkennt übertragene SF-Klassen an. Auch wer seinen Anbieter wechselt, kann dort fremde Schadenfreiheitsrabatte geltend machen. Daher sollten Sie auf einem Vergleichsportal prüfen, ob Sie durch einen Wechsel der Versicherung Geld sparen können. Sehen Sie dazu in den Detailinformationen auf der jeweiligen Website nach, ob es möglich ist, die SF-Klasse auf den gewünschten Empfänger zu übertragen.

Beachten Sie, dass viele Vergleichsportale nicht die aktuelle SF-Klasse abfragen, sondern die zum Start der Laufzeit des neuen Vertrags. Geben Sie an dieser Stelle die SF-Klasse an, die Sie übertragen möchten. Lassen Sie sich im Zweifel die Möglichkeit der Übertragung und den neuen Beitrag nochmal von der Versicherung bestätigen. Worauf Sie sonst bei der Auswahl einer Autoversicherung achten sollten, erfahren Sie in unserem Ratgeber Kfz-Versicherung.

Nach der Tarifauswahl fordern Sie bei der alten Versicherung den Antrag zur Rabattübertragung an. Manche Anbieter stellen das Formular auch zum Download bereit. Nun fragt der neue Versicherer die SF-Klasse vom Vorversicherer ab und überträgt diese auf den neuen Vertrag.

Denken Sie aber daran: Übertragen wird immer nur die Schadenfreiheitsklasse (zum Beispiel SF 12), nicht aber der Rabatt (zum Beispiel 30 Prozent), der von der Höhe der SF-Klasse abhängt und bei jeder Versicherung anders ausfällt. Auch Sonderrabatte beim Vorversicherer können so verloren gehen.

Silke Kursawe von Finanztip, Expertin für Versicherungen

Mindestens zwei Internetportale nutzen

  • Vollkasko kann billiger als Teilkasko sein.
  • Versichern Sie grobe Fahrlässigkeit und Mallorca-Police.
  • Werkstattbindung ist sinnvoll und spart Geld.

» Zum Ratgeber

Empfohlene Vergleichsportale und Anbieter:

  • <a href="http://www.finanztip.de/link/check-kfz-v/ratgeber/">Check24</a>
  • <a href="http://www.finanztip.de/link/veri-kfz/ratgeber/">Verivox</a>
  • <a href="http://www.finanztip.de/link/huk24-pkw/ratgeber/">Huk24</a>

So übertragen Sie die SF-Klasse Ihres Firmenwagens

Wer sich nicht nur von seinem Arbeitgeber, sondern auch von seinem Dienstwagen verabschiedet, steht mitunter danach ohne Auto da. Wollen Sie dann ein neues Auto versichern, ist der Beitrag oft recht hoch. Denn obwohl Dienstwagen-Fahrer jahrelang Fahrpraxis sammeln und möglicherweise in der Zeit nicht einen Unfall gebaut haben, bringt ihnen das für den Privatwagen erstmal nichts. Dort müssen sie mit den SF-Klassen wieder von vorne anfangen.

Allerdings lässt sich das umgehen, wenn Sie mit dem Chef von vornherein eine Vereinbarung treffen, dass Sie die SF-Klassen Ihres Dienstwagens später mitnehmen dürfen. Dem muss auch die Versicherung des Firmenwagens zustimmen, weil sie dann Ihre individuellen Daten pflegen muss.

Manchmal ist es sogar möglich, als Angestellter die privaten Schadenfreiheitsrabatte zuerst auf den Dienstwagen zu übertragen und später dann wieder für das eigene Auto zu nutzen. Doch Vorsicht: Dann wird Ihr Schadenfreiheitsrabatt natürlich auch herabgestuft, sobald Sie einen Unfall verursachen. Vielleicht ist es dann günstiger, Sie lassen Ihren Schadenfreiheitsrabatt ruhen und reaktivieren ihn erst dann, wenn Sie keinen Dienstwagen mehr fahren.

Sollte bei Ihnen keine dieser Varianten möglich sein, finden Sie im Ratgeber Schadenfreiheitsklassen noch Alternativen.

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redaktion@finanztip.de (Finanztip Verbraucherinformation gGmbH) 10.10.2018 10:57:00 +0000
Smartphone-Tarife : Smartphone-Tarife Vergleich https://www.finanztip.de/handytarife/smartphone-tarife/ https://www.finanztip.de/?id=3752Mobiles Internet für iPhone, Galaxy und andere Smartphones

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Das Wichtigste in Kürze

  • Wer von einem klassischen Mobiltelefon auf ein Smartphone umsteigt, benötigt eine neue Sim-Karte von seinem bisherigen Mobilfunkanbieter.
  • Zumindest sollten Sie eine Option für mobiles Internet hinzubuchen.
  • Oft ist es aber besser, gleich einen Smartphone-Tarif mit LTE abzuschließen.
  • Vieltelefonierern empfehlen wir eine Allnet-Flatrate im O2-Netz (bester Preis) oder im D-Netz (höherer Preis, bessere Leistung).

So gehen Sie vor

  • Vieltelefonierern, denen es vor allem auf den Preis ankommt, empfehlen wir eine Allnet-Flatrate im O2-Netz:

LTE All 3 GB von Winsim (9,99 Euro/Monat).

  • Bessere Netzqualität bietet die Callya Allnet-Flat von Vodafone für rund 24 Euro im Monat.
  • Ohne Flatrate in alle Netze, aber für bestimmte Nutzer dennoch empfehlenswert sind Magenta Mobil Start von der Telekom und Callya Smartphone Special von Vodafone.
  • Einen individuell passenden und günstigen Smartphone-Tarif finden Sie mit unserem <a href="http://www.finanztip.de/handy-tarifrechner/">Handy-Tarifrechner</a>.
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Wer sein altes Mobiltelefon einmottet oder verkauft und auf ein Smartphone mit Android oder iOS umsteigt, sollte auch seinen Handytarif überprüfen. In vielen Fällen können Smartphone-Käufer ihre Verträge nicht einfach weiternutzen, sondern steigen besser auf einen der zahlreichen Smartphone-Tarife um. Denn ohne mobiles Internet sind Apple iPhone, Samsung Galaxy und Co. sinnlos.

Brauche ich eine neue Sim-Karte?

Damit das Handy weiß, welchen Anbieter und Mobilfunktarif es nutzen soll, muss der Besitzer eine Plastikkarte mit einem Chip (Sim-Karte) einsetzen, auf dem die nötigen Informationen gespeichert sind. Herkömmliche Handys haben in der Regel einen Schacht, in den eine Sim-Karte im Mini-Format passt. Diese Größe wird auch Standard-Format genannt (was nicht ganz korrekt ist, denn das ursprüngliche Standard-Format war so groß wie eine Scheckkarte).

Sim-Karten-Größen

Smartphones hingegen haben oft einen Einschub für eine Sim-Karte im Micro- oder Nano-Format. Diese sind beide kleiner als das altgediente Mini-Sim-Format. Daher müssen Kunden nach dem Umstieg auf ein Smartphone eine neue Sim-Karte bei ihrem Mobilfunkanbieter bestellen.

Alternativ ist es möglich, die alte Sim-Karte auf das kleinere Format zuzuschneiden. Dazu finden Sie Schablonen und zahlreiche Anleitungen im Internet. Außerdem bieten verschiedene Elektronikhändler das Zuschneiden mit einer Stanzmaschine an. Dieser Zuschnitt ist genauer, als wenn Sie selbst Hand anlegen. Allerdings besteht auch dabei das Risiko, die Sim-Karte zu zerstören. Das ist nicht so dramatisch, denn Sie können eine neue Karte beim Mobilfunkanbieter bestellen.

Schlimmer wäre es, mit einer nicht ganz passenden Karte den Einschub des Smartphones zu verklemmen und das nagelneue Gerät damit zu beschädigen. Seien Sie entsprechend vorsichtig, falls Sie sich dazu entscheiden, eine alte Sim-Karte selbst zuzuschneiden oder zuschneiden zu lassen.

Kann ich meinen alten Handytarif weiternutzen?

Frischgebackene Smartphone-Besitzer können sich eine neue Sim-Karte beschaffen und im bisherigen Vertrag bleiben. Dann sollten sie eine Option für das mobile Internet dazubuchen.

Auch wenn solche Internet-Optionen von den Mobilfunkanbietern Internet-Flatrate genannt werden, handelt es sich nicht um eine echte Flatrate. Denn nach Verbrauch des gebuchten Datenvolumens sinkt das Tempo meist so drastisch, dass die Internetnutzung fast unmöglich wird. Während Chat-Programme wie Whatsapp und rudimentäres Surfen noch funktionieren, brechen größere Downloads meist nach einigen Minuten ab.

Manche Handytarife drosseln das Tempo nicht sofort. Stattdessen wird automatisch kostenpflichtiges Datenvolumen nachgebucht (sogenannte Datenautomatik). Die Datenautomatik können Sie in einigen Tarifen abschalten, in anderen nicht.

Wie viel Datenvolumen Sie benötigen, können Sie anhand der folgenden Übersicht grob einschätzen.

<b>Nutzer</b> <b>Datenvolumen</b> <b>Profil</b>
Einsteiger bis 500&nbsp;MB Surfen, E-Mail, Whatsapp, Facebook
Normalnutzer 500–2.000&nbsp;MB Viel Surfen, intensive E-Mail-Nutzung, gelegentliches Musikstreaming, kleinere Downloads, Spiele
Vielnutzer 2&nbsp;GB und mehr Viel Surfen, E-Mails mit großen Anhängen, Musikstreaming, gelegentlich Videoclips, Videotelefonieren, größere Downloads

Quelle: Einschätzung von Finanztip (Stand: Januar 2018)

Eine Internet-Option zu einem älteren Handytarif hinzuzubuchen, macht wenig Arbeit – der Tarif ist aber wahrscheinlich nicht optimal. Es ist in vielen Fällen besser, gleich in einen modernen Smartphone-Tarif mit der Mobilfunk-Technik LTE zu wechseln. LTE – auch 4G genannt – ermöglicht das Surfen und Herunterladen von Daten im mobilen Internet mit bis zu 375 Megabit pro Sekunde (Mbit/s). Ohne schnelle LTE-Verbindung erreichen Smartphones wie das iPhone von Apple oder die Galaxy-Handys von Samsung nur 42 Mbit/s. Das ist nicht wenig, allerdings sind Tempo-Angaben für das Internet immer als theoretische Maximal-Geschwindigkeit zu verstehen („bis zu“). Nehmen Sie daher lieber etwas mehr.

Die meisten Smartphones ab etwa 2013 oder 2014 beherrschen die LTE-Technik. Nur ältere oder sehr günstige Einsteigermodelle könnten ungeeignet sein. Sie funktionieren trotzdem mit einem Smartphone-Tarif, der 4G enthält – das Surfen im Internet ist mit der Vorgängertechnik UMTS (3G) aber entsprechend langsamer.

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Das sind die besten Smartphone-Tarife

Der Tarif LTE All 3 GB von Winsim bietet 3 Gigabyte (GB) Datenvolumen für knapp 10 Euro im Monat, samt Telefon- und SMS-Flatrate in alle Netze. Nehmen Sie Ihre alte Rufnummer mit, gibt es 10 Euro Bonus. Anschlussgebühren müssen Sie keine zahlen. Der LTE-Zugang ermöglicht eine schnelle Internetverbindung im O2-Netz mit 50 Mbit/s. Der Empfang ist vor allem in ländlichen Regionen allerdings schlechter als im Netz von Vodafone oder der Telekom. Der Tarif ist ohne Aufpreis auch mit einer flexiblen Vertragslaufzeit von einem Monat erhältlich (Stand aller Tarifmerkmale: 9. Oktober 2018).

Datenautomatik abschalten
Der Tarif enthält eine sogenannte Datenautomatik. Diese ist aber abschaltbar. Sobald das Inklusiv-Volumen erschöpft ist, werden bis zu dreimal 200 Megabyte (MB) für 2 Euro nachgebucht. Sie zahlen also maximal 6 Euro extra. Den Antrag, die Datenautomatik auszuschalten, können Sie schriftlich oder telefonisch (06181 7074 092) stellen. Oder Sie erledigen das im Online-Kundenbereich selbst.

Drillisch sperrt die Auslandsnutzung bis zu acht Wochen
Der Tarif kommt vom Mobilfunk-Discounter Drillisch. Um Missbrauch vorzubeugen, sperrt der Anbieter die Nutzung im Ausland (Roaming) für einige Wochen nach Vertragsabschluss. Mit einem Anruf bei der Hotline oder im Online-Kundenbereich können Sie die Auslandsnutzung bereits früher freischalten.

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Bessere Netzqualität im D-Netz

Die billigsten Smartphone-Tarife nutzen alle das akzeptable Mobilfunknetz von O2. Kunden, die Wert auf beste Netzqualität legen, müssen für eine vergleichbare Allnet-Flat in den D-Netzen tiefer in die Tasche greifen. Am günstigsten ist noch die Callya Smartphone Allnet-Flat von Vodafone für rund 24 Euro im Monat (22,50 Euro für vier Wochen).

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Wer viele Kontakte in einem der beiden D-Netze hat, kann sparen: Magenta Mobil Start von der Telekom und Callya Smartphone Special von Vodafone enthalten eine Flatrate ins jeweilige eigene Netz und kosten beide nur rund 10 Euro monatlich.

Eine genauere Beschreibung der obengenannten 10-Euro-Tarife und der passenden Nutzerprofile finden Sie im Ratgeber LTE fürs Smartphone. Wenn Sie lieber selbst einen passenden Smartphone-Tarif heraussuchen wollen, empfehlen wir, unseren Vergleichsrechner zu benutzen.

Gutes Netz oder günstiges Netz
Wollen Sie alle Netzanbieter berücksichtigen oder bestimmte ausschließen?
Telekom
gut, teuer
Vodafone
ganz gut, relativ günstig
O2
E-Plus
ok, günstig

Lohnt sich ein Handyvertrag mit Smartphone?

Mobilfunkanbieter werben mit Handyverträgen inklusive Smartphone, das zunächst deutlich weniger kostet als der reguläre Verkaufspreis. Das wirkt günstig – ist es aber selten, wie Finanztip in einer Studie herausgefunden hat.

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Auf die typische Vertragslaufzeit von 24 Monate gerechnet war es in unserer Untersuchung vom Oktober 2015 durchschnittlich 19 bis 38 Prozent günstiger, ein Handy selbst zu kaufen und dazu einen Smartphone-Tarif abzuschließen als die Handyverträge mit Gerät von den Netzbetreibern.

Es gibt aber eine interessante Ausnahme: Handyverträge mit Gerät können sich lohnen, sofern Sie einen Tarif im Netz der Telekom oder von Vodafone und ein teures Handy wie das iPhone oder Samsung Galaxy S wünschen. Das gilt aber ausschließlich für Angebote von Drittanbietern, nicht von der Telekom und Vodafone  selbst.

So kommen wir zu unseren Empfehlungen

Die hier vorgestellten Tarif-Empfehlungen stammen aus Untersuchungen für die Ratgeber Allnet-Flat und LTE fürs Smartphone

  • Die Kosten eines empfohlenen Tarifs für einen Musterkunden müssen unter denen vergleichbarer Angebote liegen.
  • Die Grundgebühr darf sich nicht nach einer bestimmten Zeit erhöhen, es sei denn, die endgültige Grundgebühr wäre günstiger als die der Konkurrenzangebote.
  • Das enthaltene Datenvolumen beträgt mindestens 2 GB (Allnet-Flat) beziehungsweise 1 GB (sonstige Tarife für bestimmte Zielgruppen).
  • Eine eventuell vorhandene „Datenautomatik“, die zusätzliches kostenpflichtiges Datenvolumen hinzubucht, müssen Kunden jederzeit abschalten können, sofern das enthaltene Surfvolumen weniger als 4 Gigabyte umfasst.
  • Das LTE-Netz ermöglicht schnelles Internet unterwegs und wird von den Netzbetreibern am stärksten ausgebaut. Der Tarif muss daher einen LTE-Zugang haben oder dieser muss zubuchbar sein.
  • Falls der Tarif keine SMS-Flat enthält, darf der Preis für eine Kurzmitteilung nicht mehr als 9 Cent betragen. Tarife mit SMS-Flat bevorzugen wir.

Arne Düsterhöft von Finanztip, Experte für Telekommunikation

Den richtigen Handytarif finden

  • Handytarif mit Vergleichsrechner suchen oder Finanztip-Empfehlung wählen.
  • Günstigste Allnet-Flats nutzen das O2-Netz.
  • Allnet-Flats im D-Netz kosten doppelt so viel.

» Zum Ratgeber Handytarife

Vergleichsrechner:
Finanztip-Handy-Tarifrechner

Beste Allnet-Flats:
LTE All 3 GB von Winsim (O2-Netz)
Callya Allnet-Flat von Vodafone (D2-Netz)
Allnet Flat 2000 von Klarmobil (D1-Netz)

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redaktion@finanztip.de (Finanztip Verbraucherinformation gGmbH) 10.10.2018 08:27:00 +0000
Handy-Flatrates : Handy-Flatrate Vergleich https://www.finanztip.de/handytarife/handy-flatrates/ https://www.finanztip.de/?id=886Diese Handy-Flatrates gibt es

Das Wichtigste in Kürze

  • Der aus dem Englischen kommende Begriff Flatrate bedeutet Pauschaltarif (wortwörtlich übersetzt „flacher Tarif“).
  • Allnet-Flatrates ermöglicht unbegrenzte Gespräche in alle Mobilfunknetze und ins Festnetz zu einem festen Monatspreis.
  • Mit einer SMS-Flat können Sie massig Kurzmitteilungen zum Festpreis verschicken.
  • Flatrates ins selbe Netz und Anbieter-Flatrates umfassen nur ein bestimmtes Handynetz beziehungsweise nur einen bestimmen Anbieter.
  • Vieltelefonierern, denen es vor allem auf den Preis ankommt, empfehlen wir eine Allnet-Flatrate im O2-Netz:

LTE All 3 GB von Winsim (9,99 Euro/Monat).

  • Bessere Netzqualität bietet die Callya Allnet-Flat von Vodafone für rund 24 Euro im Monat.
  • Keine Flatrate in alle Netze, aber eine Flatrate ins eigene Netz bieten Magenta Mobil Start von der Telekom und Callya Smartphone Special von Vodafone.
  • Einen individuell passenden und günstigen Mobilfunktarif finden Sie mit unserem <a href="http://www.finanztip.de/handy-tarifrechner/">Handy-Tarifrechner</a>.
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Im April 2012 begann der Boom der Flatrates im Mobilfunk. In dem Monat brachte der Mobilfunkanbieter E-Plus unter der Marke Yourfone den ersten Pauschaltarif für alle Netze für unter 20 Euro auf den Markt. Seitdem haben zahlreiche andere Telekomfirmen mit vergleichbaren Angeboten nachgezogen. Finanztip erklärt, was eine Allnet-Flat auszeichnet und welche weiteren Arten von Flatrates es gibt.

Allnet-Flatrate – Pauschaltarif für alle Netze

Eine Allnet-Flatrate, Allnet-Flat oder Alle-Netze-Flat ermöglicht unbegrenzte Gespräche in alle Mobilfunknetze und ins Festnetz zu einem festen Monatspreis. Die meisten Allnet-Flats enthalten darüber hinaus einen Zugang ins mobile Internet. Damit surfen Sie eine Weile mit hoher Geschwindigkeit – sobald das enthaltene Datenvolumen verbraucht ist, wird das Tempo jedoch stark gedrosselt. Ein wichtiges Merkmal einer Allnet-Flat ist daher, wie viele Megabyte (MB) Datenvolumen sie enthält. Wie hoch Ihr Bedarf ist, können Sie anhand der nachfolgenden Tabelle abschätzen. Sie zeigt den ungefähren Verbrauch verschiedener Nutzertypen.

<b>Nutzer</b> <b>Datenvolumen</b> <b>Profil</b>
Einsteiger bis 500&nbsp;MB Surfen, E-Mail, Whatsapp, Facebook
Normalnutzer 500–2.000&nbsp;MB Viel Surfen, intensive E-Mail-Nutzung, gelegentliches Musikstreaming, kleinere Downloads, Spiele
Vielnutzer 2&nbsp;GB und mehr Viel Surfen, E-Mails mit großen Anhängen, Musikstreaming, gelegentlich Videoclips, Videotelefonieren, größere Downloads

Quelle: Einschätzung von Finanztip (Stand: Januar 2018)

Der Preis von Allnet-Flats liegt zwischen rund 10 und 50 Euro. Faustregel: Eine Allnet-Flatrate lohnt sich ab rund drei Stunden Gesprächszeit im Monat.

Die besten Allnet-Flats

Wie Sie die beste Allnet-Flatrate für sich finden, erfahren Sie in unserem Ratgeber.

Ein häufiges Missverständnis ist, dass im Preis einer Allnet-Flatrate immer auch unbegrenzte SMS enthalten sind. Das ist jedoch nicht bei allen Tarifen der Fall. Im Allnet-Flat-Tarif von Yourfone zum Beispiel kostete 2014 jede SMS 9 Cent – zumindest dann, wenn Sie die Tarifvariante ohne Mindestlaufzeit wählten. Ebenso verhielt es sich seinerzeit bei der Allnet-Flat von Blau.de, bei der auch 9 Cent je Mitteilung berechnet wurden. Solche Allnet-Flats ohne SMS-Flat sind seltener geworden; es gibt sie aber 2018 immer noch, vor allem im extremen Niedrigpreis-Bereich. Falls Sie viele Kurznachrichten verschicken, sollten Sie eine Option für unbegrenzte SMS hinzubuchen oder gleich einen höherwertigen Tarif mit SMS-Flat wählen.

SMS-Flatrate

In vielen Tarifen, die SMS einzeln berechnen, können Sie eine SMS-Flat hinzubuchen. Der Preis beträgt meist rund 5 Euro, selten werden bis zu 10 Euro fällig. Für den Preis können Sie SMS in unbegrenzter Menge verschicken, teilweise auch bis zu 3.000 Stück und damit bei normalem Gebrauch in so gut wie unbegrenzter Menge. Bei dem üblichen Preis für Kurznachrichten von 9 Cent lohnt sich eine SMS-Flat ab 56 verschickten Mitteilungen im Monat. Wenn Sie regelmäßig mehr simsen, buchen Sie die Option. Falls Sie größtenteils Whatsapp, Facebook oder ähnliche Programme verwenden und kaum SMS schreiben, können Sie auf eine SMS-Flat verzichten.

Wann lohnt sich eine SMS-Flatrate

Flatrate ins gleiche Netz

Flatrates ins selbe Mobilfunknetz sind bei den Netzbetreibern seit Längerem beliebt, da sie so ihre Kunden dazu bringen können, Freunde und Verwandte ebenfalls als Kunden zu gewinnen („Dann können wir kostenlos miteinander telefonieren“). Außerdem spart sich der Mobilfunkanbieter die Gebühren für die Nutzung des Konkurrenznetzes.

Durch den Boom der Allnet-Flats hat diese Tarifoption etwas an Bedeutung verloren, sie ist allerdings immer noch verbreitet, vor allem bei Prepaid-Tarifen wie Magenta Mobil Start von der Telekom oder Callya Smartphone Special von Vodafone (Stand: Januar 2018).

Ein Beispiel: Wenn Sie als Kunde der Deutschen Telekom den Tarif Magenta Mobil Start haben, rufen Sie andere Teilnehmer im Telekom-Netz ohne Aufpreis an. Dabei spielt es keine Rolle, ob Ihr Gesprächspartner auch direkt bei der Telekom ist oder beispielsweise bei der Discounttochter Congstar.

Gutes Netz oder günstiges Netz
Wollen Sie alle Netzanbieter berücksichtigen oder bestimmte ausschließen?
Telekom
gut, teuer
Vodafone
ganz gut, relativ günstig
O2
E-Plus
ok, günstig

Anbieter-Flatrate, Community-Flat

Eine Community-Flat gilt hingegen nur für Gespräche und teilweise auch SMS unter Nutzern desselben Anbieters. So können zum Beispiel Kunden von Aldi Talk andere Aldi-Talk-Kunden kostenlos anrufen – nicht jedoch andere Teilnehmer im E-Plus-Netz wie zum Beispiel Nutzer von Base oder Yourfone, obwohl auch Aldi Talk das Netz von E-Plus nutzt. Community-Flats können Sie eher selten gegen Aufpreis hinzubuchen. Sie sind in einigen Tarifen kostenlos enthalten.

Sehr beliebt sind Community-Flats unter Schülern. Ganze Schulklassen sind manchmal beim selben Anbieter, um die günstigen Konditionen zu nutzen. Ebenso gut eignet sich ein solcher Tarif mit Anbieter-Flatrate für Vereine, Organisationen und kleinere Unternehmen.

Arne Düsterhöft von Finanztip, Experte für Telekommunikation

Den richtigen Handytarif finden

  • Handytarif mit Vergleichsrechner suchen oder Finanztip-Empfehlung wählen.
  • Günstigste Allnet-Flats nutzen das O2-Netz.
  • Allnet-Flats im D-Netz kosten doppelt so viel.

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Vergleichsrechner:
Finanztip-Handy-Tarifrechner

Beste Allnet-Flats:
LTE All 3 GB von Winsim (O2-Netz)
Callya Allnet-Flat von Vodafone (D2-Netz)
Allnet Flat 2000 von Klarmobil (D1-Netz)

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redaktion@finanztip.de (Finanztip Verbraucherinformation gGmbH) 08.10.2018 15:44:00 +0000
Mobiles Internet : Mobiles Internet https://www.finanztip.de/mobiles-internet/ https://www.finanztip.de/?id=3945So surfen Sie unterwegs im Internet

Inhaltsverzeichnis

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Das Wichtigste in Kürze

  • „Mobiles Internet“ bezeichnet das Surfen mit Handy, Tablet oder Surfstick unterwegs im Mobilfunknetz.
  • Enthält Ihr <a href="t3://page?uid=2366">Handytarif</a> eine Datenflatrate, dann können Sie ein bestimmtes Inklusivvolumen pro Monat ohne weitere Kosten versurfen. Danach wird entweder die Geschwindigkeit gedrosselt oder per Datenautomatik kostenpflichtig zusätzliches Volumen freigeschaltet.
  • Alternativ gibt es vor allem in <a href="t3://page?uid=901">Prepaid-Tarifen</a> eine volumenbasierte Abrechnung. Das lohnt sich aber nur, wenn Sie das mobile Internet nur sehr selten nutzen.
  • Wie schnell die Internetverbindung ist, liegt an der <a href="t3://page?uid=2365">Netzabdeckung</a> des Mobilfunkanbieters und dem technischen Mobilfunk-Standard: GSM/GPRS, UMTS oder LTE.
  • Andererseits müssen auch Handy und Tarif den technischen Standard unterstützen. Auf eine schnelle <a href="t3://page?uid=3111">LTE-Verbindung</a> müssen Handynutzer mit älteren Smartphones und Kunden in einigen günstigeren Handytarifen verzichten.
  • Mit <a href="t3://page?uid=3937">Daten-Roaming</a> können Handynutzer auch im Ausland unterwegs ins Internet. Außerhalb der EU kann dies allerdings schnell teuer werden.

So gehen Sie vor

  • Schätzen Sie ein, wie viel Datenvolumen Sie benötigen und wählen Sie eine passende Datenflatrate, die nicht überdimensioniert und damit zu teuer ist. Unseren <a href="t3://page?uid=5801">Handy-Tarifrechner</a> können Sie entsprechend einstellen.
  • Falls Ihr Smartphone kein LTE beherrscht, können Sie womöglich Geld sparen, indem Sie sich für einen Handytarif ohne LTE entscheiden.
  • Haben Sie dauerhaft schlechten Empfang, liegt das wahrscheinlich an der Netzabdeckung Ihres Anbieters. Wechseln Sie dann zu einem anderen Netzbetreiber. Der <a href="http://www.finanztip.de/handy-tarifrechner/">Finanztip-Tarifrechner</a> kann Handytarife auch nach dem Mobilfunknetz filtern.
  • Für den durchschnittlichen Internetgebrauch reichen etwa 2 Gigabyte im Monat aus. Wollen Sie sich die Suche nach einem exakt passenden Handytarif sparen, bietet sich eine Allnet-Flatrate an:
  • Eine empfehlenswerte Allnet-Flatrate im O2-Netz:

LTE All 3 GB von Winsim (9,99 Euro/Monat).

  • Im besseren D-Netz empfehlen wir folgende Allnet-Flat

LTE-Tarif Callya Smartphone Allnet-Flat (Vodafone) für monatlich rund 24,50 Euro;

Auf dem Sprung noch spontan per Messenger zum Essen verabreden, das beste Restaurant in der Nähe ausgesucht und mit ein paar Klicks den schnellsten Weg berechnen lassen – für viele gehört das Smartphone zum Alltag, und damit das mobile Internet. Umso ärgerlicher ist es da, wenn Mitte des Monats die Verbindung quälend langsam wird oder ausgerechnet im Lieblingsrestaurant der Empfang schlecht ist.

Mit welchem Tarif surfe ich am besten?

Wenn Handynutzer unterwegs ins Internet gehen, nutzen sie dafür das Mobilfunknetz ihres Anbieters. Viele Handyverträge beinhalten eine Datenflatrate, mit der ein monatliches Datenvolumen im Preis inbegriffen ist. Auch bei Prepaid-Tarifen können Verbraucher in der Regel eine Datenoption hinzubuchen, um ein bestimmtes Surfvolumen zum Fixpreis nutzen zu können. Ohne Datenflat bezahlen Handynutzer je Megabyte – was teuer werden kann.

Zusätzlich können Verbraucher für Tablets und Surfsticks auch reine Datentarife ohne Telefonie oder SMS abschließen. Mit speziellen LTE-Tarifen für zu Hause können Sie auch in den eigenen vier Wänden auf das mobile Internet zurückgreifen, falls an Ihrem Wohnort keine schnelle Internetverbindung per DSL oder Kabel möglich ist.

Arne Düsterhöft von Finanztip, Experte für Telekommunikation

Den richtigen Handytarif finden

  • Handytarif mit Vergleichsrechner suchen oder Finanztip-Empfehlung wählen.
  • Günstigste Allnet-Flats nutzen das O2-Netz.
  • Allnet-Flats im D-Netz kosten doppelt so viel.

» Zum Ratgeber Handytarife

Vergleichsrechner:
Finanztip-Handy-Tarifrechner

Beste Allnet-Flats:
LTE All 3 GB von Winsim (O2-Netz)
Callya Allnet-Flat von Vodafone (D2-Netz)
Allnet Flat 2000 von Klarmobil (D1-Netz)

Datendrossel oder Datenautomatik
Hat der Handynutzer sein Freivolumen aufgebraucht, wird bei vielen Mobilfunkanbietern die Geschwindigkeit der Internetverbindung gedrosselt, auf 64, 32 oder sogar nur 16 Kilobit pro Sekunde (kbit/s). Das sind 0,016 Mbit/s. Zum Vergleich: Das ungedrosselte Surftempo beträgt in vielen Handytarifen bis zu 42 Mbit/s oder rund 42.000 kbit/s und mehr. Der Kunde kann gedrosselt zwar noch mobil ins Internet gehen, allerdings reicht die Geschwindigkeit dann nur noch für sehr datensparsame Anwendungen wie Whatsapp. Surfspaß ist unmöglich.

Die sogenannte Datenautomatik ist eine weitere Methode mancher Mobilfunkanbieter, mit dem Datenlimit umzugehen. Im Gegensatz zur Datendrossel wird dem Handynutzer dabei gegen Aufpreis weiteres Volumen automatisch hinzugebucht, sobald die Datengrenze erreicht ist. Die zusätzlichen Kosten für das Extravolumen per Datenautomatik sind jedoch im Vergleich zur Grundgebühr meist völlig überteuert. In einem Tarif der Drillisch-Marke Winsim, der 2.000 Megabyte (MB) Datenvolumen enthält und monatlich 6,99 Euro kostet, schlägt das Extra-Datenvolumen beispielsweise mit 2 Euro je 100 MB zu Buche (Stand: Juli 2017).

Enthält ein Handytarif eine Datenautomatik, dann ist sie meist voreingestellt. Der Anbieter schaltet sie nur ab, wenn der Kunde das ausdrücklich wünscht, was wir grundsätzlich empfehlen. Doch das geht nicht immer: In manchen Tarifen ist die Datenautomatik fester Bestandteil. Nehmen Sie einen solchen Tarif nur, wenn er deutlich mehr Surfvolumen enthält, als Sie eigentlich benötigen. So vermeiden Sie auf längere Sicht Zusatzkosten.

Wie viel Datenvolumen brauche ich?

1 Gigabyte reicht für...

Google-Suche 5.000&nbsp;mal
E-Mails empfangen 20.000&nbsp;Stück
Messenger Anruf 1.000&nbsp;Minuten
Messenger Bild 12.500&nbsp;Stück
Messenger Text 100.000&nbsp;Stück
Musikstreaming (normale Qualität) 22&nbsp;Stunden
Musikstreaming (hohe Qualität) 14&nbsp;Stunden
Videostreaming (niedrige Qualität) 180&nbsp;Minuten
Videostreaming (in HD) 20&nbsp;Minuten

Quelle: Finanztip-Recherche (Stand: Juli 2017)

Um nicht in die Kostenfalle der Datenautomatik zu geraten, oder regelmäßig mit der Datendrossel im Schneckentempo zu surfen, sollten Sie herausfinden, wie viel Datenmengen Sie durchschnittlich benötigen und Ihren Tarif dementsprechend anpassen.

Für Smartphone und Tablet gibt es spezielle Apps, mit denen Sie Ihren aktuellen Datenverbrauch im mobilen Internet nachverfolgen können: Für Android beispielsweise die kostenlose Anwendung My Data Manager – Datennutzung, für iPhone das Download Meter.

Der durchschnittliche Datenverbrauch liegt in Deutschland bei etwa 850 MB. Für das klassische Surfen im Internet reichen 2 Gigabyte (GB) auch in geschäftigen Monaten daher in der Regel aus. Eine Google-Suche benötigt zum Beispiel im Schnitt 200 Kilobyte (KB). Ähnlich sieht es mit einer mobilen Anfrage auf der Website der Deutschen Bahn aus oder bei einem Update des Facebook-Verlaufs. Auch E-Mails (etwa 50 KB pro E-Mail) und Nachrichten über einen Messenger-Dienst wie Whatsapp (rund 10 KB pro Textnachricht) sind kein Problem. Anrufe übers Internet, beispielsweise mit Skype, beanspruchen mehr Daten (etwa 1 MB pro Minute).

Vorsichtig sollten Sie mit Musik- und Videostreaming sein. Einige Anwendungen spielen automatisch eine hohe Qualität aus oder passen die Qualität der Netzverbindung an. Surfen Sie im schnellen LTE-Netz, sinkt Ihr Freivolumen besonders schnell. Um trotzdem unterwegs online Musik hören zu können oder Filme zu schauen, nimmt beispielsweise die Deutsche Telekom bestimmte Streaming-Dienste vom Datenverbrauch aus („StreamOn“).

Den Datentarif nach oben korrigieren

Bei Handyverträgen mit langer Laufzeit ist es in der Regel einfacher, mehr Datenvolumen hinzuzubuchen, als die Datenflatrate zu verkleinern. Sind Sie unsicher, wie viel Surfvolumen Sie benötigen, fangen Sie lieber niedrig an und wechseln bei Bedarf in eine größere Datenflatrate.

Warum ist das mobile Internet manchmal langsam?

Mobilfunk-Standards

<b> Generation</b> <b> max.&nbsp;Geschwindigkeit</b>
2G (GSM, GPRS, Edge) 300 kbit/s
3G (UMTS, HSDPA) 42 Mbit/s
4G (LTE) 500 Mbit/s

Quelle: Finanztip (Stand: 27. Juli 2017)

Wie schnell Sie mit dem Smartphone im Internet unterwegs sind, hängt maßgeblich von der technischen Übertragungsform ab. Es gibt vier grundlegende Mobilfunk-Standards, mit denen Ihr Smartphone eine Verbindung zum Handynetz aufbauen kann: die sogenannten vier Generationen (G).

Die erste und zweite Generation – GSM und UMTS – werden heutzutage hauptsächlich fürs Telefonieren benutzt. Zum schnellen Surfen dient die vierte Generation, LTE. Bei schlechtem Empfang kann es aber vorkommen, dass ein Smartphone die älteren Standards für die mobile Internetverbindung verwendet. Wenn Sie beispielsweise im langsamen GSM-Netz surfen, steht auf dem Handydisplay meist „E“ oder „2G“.

Am schnellsten sind Handynutzer mit LTE im Internet unterwegs, auch 4G genannt. Mit maximalen Geschwindigkeiten von 500 Megabyte pro Sekunde (Mbit/s) ist die Verbindung theoretisch sogar schneller als bei gut ausgebauten Internet-Anschlüssen fürs Festnetz. Allerdings ist LTE noch nicht in jedem Netz flächendeckend ausgebaut. Auch bei zu stark beanspruchten Orten wie öffentlichen Plätzen und bei Großveranstaltungen verschlechtert sich der Empfang je nach Netz. Außerdem können Gebäude und Häuserschluchten den Empfang behindern.

Trotz dieser Einschränkungen ist LTE die beste Technik, um mit dem Smartphone ins mobile Internet zu gehen. Dies wird auch mindestens bis 2020 so bleiben, bis der neue Mobilfunk-Standard 5G Schritt für Schritt LTE ablösen soll. Dann sind Übertragungsraten von 5 Gigabyte pro Sekunde denkbar.

Doch noch immer eignen sich nicht alle Handytarife für LTE. Ob Sie LTE nutzen können, lesen Sie in Ihren Vertragsunterlagen oder erfragen Sie bei Ihrem Mobilfunkanbieter. Ein Handytarif ohne LTE ist am ehesten noch im Vodafone-Netz (D2) akzeptabel, da Vodafone ein starkes UMTS-Netz betreibt.

Gutes Netz oder günstiges Netz
Wollen Sie alle Netzanbieter berücksichtigen oder bestimmte ausschließen?
Telekom
gut, teuer
Vodafone
ganz gut, relativ günstig
O2
E-Plus
ok, günstig

Ältere Handys können kein LTE nutzen
So gut wie alle neueren Smartphones unterstützen LTE-Verbindungen. Haben Sie Ihre Smartphone nach 2013 gekauft, stehen die Chancen gut, dass Ihr Handy LTE-fähig ist. Bei früheren Modellen sollten Sie einen Blick in die Produktinformationen werfen, bevor Sie sich einen LTE-Tarif besorgen. Wenn Ihr Handy ohnehin nicht LTE beherrscht, können Sie mit einem Handytarif ohne LTE etwas Geld sparen. Der Handy-Tarifrechner von Finanztip kann entsprechende Tarife heraussuchen.

Das Netz beeinflusst die Qualität
Neben dem Preis für das angebotene Datenvolumen sollten Verbraucher auch auf die Netzabdeckung der Mobilfunkbetreiber achten. Gerade bei dem Ausbau der Sendeantennen für das mobile Internet gibt es markante Unterschiede zwischen den Anbietern, die regional stark variieren. Prüfen Sie daher die Netzqualität an Orten, an denen Sie sich häufig aufhalten.  

In welchem Netz Sie surfen

Egal ob Sie bei einem der großen Netzbetreiber sind oder bei einem kleinen Mobilfunk-Discounter: Sie benutzen eines von drei Handynetzen in Deutschland für das mobile Internet. Das Telekom-Netz (D1), das Vodafone-Netz (D2) und das Telefónica-Netz (O2) unterscheiden sich in ihrer Qualität. Mit dem Finanztip-Handyrechner können Sie die Ergebnisse auf Ihre Wunsch-Netze beschränken.

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redaktion@finanztip.de (Finanztip Verbraucherinformation gGmbH) 08.10.2018 15:44:00 +0000
Umzugskosten : Umzugskosten https://www.finanztip.de/umzugskosten/ https://www.finanztip.de/?id=981So setzen Sie Ihre Kosten für den beruflichen Umzug ab

Das Wichtigste in Kürze

  • Wechseln Sie aus beruflichen Gründen den Wohnort, können Sie die Ausgaben für den Umzug als Werbungskosten geltend machen. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn Sie durch einen neuen Arbeitsweg insgesamt mindestens eine Stunde Fahrzeit einsparen.
  • Kosten für einen Umzug aus privaten Gründen können Sie als haushaltsnahe Dienstleistungen geltend machen. Das kann im Jahr eine maximale Steuerermäßigung von 4.000 Euro bringen.

So gehen Sie vor

  • Die Umzugskosten machen Sie in Ihrer Steuererklärung geltend: bei Werbungskosten in der Anlage N, bei haushaltsnahen Dienstleistungen im Mantelbogen.
  • Müssen Sie aus gesundheitlichen Gründen umziehen, können Sie die Kosten als außergewöhnliche Belastungen absetzen.
  • Die meisten Umzugskosten müssen Sie belegen können. Für bestimmte Kosten können Sie eine Umzugskostenpauschale ansetzen.

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Ob neuer Job, Familiennachwuchs oder der Wunsch nach Veränderung: Es gibt viele Gründe für einen Wohnortwechsel – und meistens geht der Umzug ins Geld. Gut, dass das Finanzamt Teile der Kosten übernimmt. Sie können die Ausgaben als Werbungskosten in der Einkommensteuererklärung ansetzen. Gesetzliche Grundlage hierfür ist das Bundesumzugskostengesetz.

Welche Voraussetzungen muss der Umzug erfüllen?

Wenn Sie aus beruflichen Gründen den Wohnort wechseln, können Sie die anfallenden Kosten in der Steuererklärung als Werbungskosten geltend machen. Das gilt in folgenden Fällen:

Verkürzter Arbeitsweg - Nach dem Umzug benötigen Sie für die Wege zur Arbeit und zurück jeweils mindestens eine halbe Stunde weniger. Es kommt nicht auf die Länge des Weges an, sondern auf die Zeitersparnis. Für den Nachweis einer Zeitersparnis beim Pendeln zum Job ist es nicht nötig, den Wohnort zu wechseln – auch innerhalb einer Stadt oder Gemeinde gilt der verkürzte Arbeitsweg. Dies betrifft vor allem Umzüge innerhalb von Großstädten wie beispielsweise Hamburg oder Berlin. Als Fahrzeit geben Sie einen durchschnittlichen Wert an, den zum Beispiel ein Routenplaner im Internet ermittelt.

Ehepartner, die beide berufstätig sind, betrachten jeweils einzeln ihre Arbeitswege. Gibt es einen gemeinsamen Arbeitsweg, ist es nicht möglich, die jeweils eingesparte Zeit zusammenzurechnen, um so auf einen Wert von insgesamt einer Stunde zu kommen.

Wechsel des Arbeitsplatzes - Beruflich veranlasst ist Ihr Umzug auch dann, wenn Sie Ihre erste Stelle in einer anderen Stadt antreten oder für Ihren Job den Wohnort wechseln, weil beispielsweise die Firma umzieht.

Verbesserung der Arbeitsbedingungen - In Einzelfällen erkennt das Finanzamt verbesserte Arbeitsbedingungen als berufsbedingten Grund für einen Umzug an. So gab der Bundesfinanzhof beispielsweise einem Krankenhausarzt recht, der aus freien Stücken in die Nähe des Krankenhauses zog, um stationär aufgenommene Patienten leichter betreuen zu können.

Rückkehr aus dem Ausland - Wenn Sie im Ausland gelebt haben und für eine neue Stelle zurück nach Deutschland ziehen, können Sie die anfallenden Umzugskosten ebenfalls steuerlich geltend machen.

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Welche Kosten können Sie absetzen?

Die meisten Posten Ihrer Umzugsrechnung müssen Sie belegen. Weitere Kosten werden von einer Pauschale erfasst, die Sie von Ihrem zu versteuernden Einkommen abziehen dürfen. Grundsätzlich können Sie geltend machen:

  • 30 Cent pro Kilometer für Fahrten zu Wohnungsbesichtigungen,
  • Maklergebühren für Mietimmobilien, aber nicht für Eigentum – diese Kosten zählen wie beispielsweise die Grunderwerbsteuer zu den Anschaffungskosten und müssen über die gewöhnliche Nutzungsdauer abgeschrieben werden,
  • doppelte Mietzahlungen für bis zu sechs Monate, falls Sie Ihre alte Wohnung nicht sofort kündigen können oder wollen,
  • maximal drei Monatsmieten für die neue Wohnung, die noch nicht genutzt werden kann,
  • Kosten für den Transport des Hausrats,
  • Kosten für einen Kochherd bis zu 230 Euro sowie für Öfen bis zu 164 Euro und
  • Reparaturen von Transportschäden.

Möbel sind nicht absetzbar

Die Einrichtung Ihres neuen Heims gilt als Privatsache. Sie können daher nicht bei den Umzugskosten steuerlich abgesetzt werden. Sind Renovierungsmaßnahmen erforderlich, können Sie unter Umständen 20 Prozent der Lohnaufwendungen und der Fahrtkosten als Handwerkerkosten in Form einer Steuererstattung zurückholen.

Müssen Sie zwischenzeitlich Ihre Möbel einlagern und dafür Miete zahlen, können Sie diese Kosten steuerlich nicht geltend machen.

Belege von privaten Helfern

Sie müssen für Ihren Umzug nicht zwingend eine Spedition beauftragen, um die Kosten steuerlich absetzen zu können. Dies geht auch, wenn Sie Ihren Umzug mit privaten Helfern organisieren und die Zahlungen nachweisen – idealerweise durch Überweisungen und eventuell auch Rechnungen.

Verpflegungspauschale

Im Rahmen der doppelten Haushaltsführung können Sie für Ihren Umzug auch die Pauschale für Verpflegungsmehraufwendungen ansetzen. Das sind 24 Euro pro Tag, die Sie für maximal drei Monate abrechnen können.

Müssen alle Umzugskosten nachweisbar sein?

Für sonstige Umzugskosten können Sie zusätzlich einen Pauschalbetrag ansetzen, ohne Einzelnachweise erbringen zu müssen. Die Umzugskostenpauschalen erhöht das Bundesfinanzministerium (BMF) regelmäßig (zuletzt per BMF-Schreiben vom 21. September 2018, Az. IV C 5-S 2353/16/10005). Zu den sonstigen Umzugskosten zählen:

  • Renovierung der alten Wohnung,
  • Trinkgelder und Verpflegung für Umzugshelfer,
  • Ändern von Vorhängen,
  • fachgerechtes Anbringen von Lampen,
  • Einbau von Küche und anderen elektrischen Geräten,
  • Umschreiben des Personalausweises,
  • Schönheitsreparaturen in der alten Wohnung,
  • Ummelden des Pkw und die
  • Änderung des Telefonanschlusses.

Höhere Pauschale

Haben Sie innerhalb von fünf Jahren bereits ihren zweiten beruflich veranlassten Umzug hinter sich gebracht, erhöht sich die Umzugspauschale für sonstige Umzugsauslagen um 50 Prozent. Dies gilt immer dann, wenn Sie vorher und nachher eine eigene Wohnung hatten beziehungsweise haben.

Falls Sie höhere Aufwendungen als die Pauschale für sonstige Umzugsauslagen hatten, können Sie auf die Pauschale verzichten und stattdessen Ihre höheren Kosten mit entsprechenden Quittungen belegen. Einen Einzelnachweis verlangt das Finanzamt üblicherweise bei

  • einem Umzug, durch den eine <a href="t3://page?uid=1055">doppelte Haushaltsführung</a> anfängt, endet oder gewechselt wird oder
  • wenn ein Arbeitnehmer seine doppelte Haushaltsführung beendet, indem er ins Ausland zieht, wo er zuvor schon einmal gelebt hat.

Für den Umzug können Sie allerdings nur die Kosten angeben, die Sie tatsächlich tragen. Bezahlt Ihr Arbeitgeber zum Beispiel das Umzugsunternehmen, können Sie diese Ausgaben nicht absetzen.

Tipp: Wechseln Sie wegen eines neuen Jobs Ihren Wohnort, sollten Sie bei den Vertragsverhandlungen bei Ihrem Arbeitgeber nachfragen, ob er die Umzugskosten übernimmt; denn er kann die gesamten steuerlich absetzbaren Kosten lohnsteuer- und sozialversicherungsfrei erstatten. Für die Firma sind das Betriebsausgaben. Wenn Sie keine Aufwendungen zu tragen haben, entstehen für Sie natürlich keine Werbungskosten.

<b>Ende des Umzugs</b> <b>Verheiratete oder Alleinerziehende</b> <b>Ledige</b> <b>Zuschlag für jede weitere Person im Haushalt</b>
<b>bis 28. Februar 2014</b> 1.390 € 695 € 306 €
<b>ab 1. März 2014</b> 1.429 € 715 € 315 €
<b>ab 1. März 2015</b> 1.460 € 730 € 322 €
<b>ab 1. März 2016</b> 1.493 € 746 € 329 €
<b>ab 1. Februar 2017</b> 1.528 € 764 € 337 €
<b>ab 1. März 2018</b> 1.573 € 787 € 347 €
<b>ab 1. April 2019</b> 1.622 € 811 € 357 €
<b>ab 1. März 2020</b> 1.639 € 820 € 361 €

Quelle: BMF-Schreiben vom 21. September 2018

Kosten für Nachhilfeunterricht zusätzlich absetzbar

Oftmals müssen Kinder, die in eine andere Stadt oder ein anderes Bundesland umziehen, Unterrichtsstoff nachholen. An den Kosten für die Nachhilfe beteiligt sich das Finanzamt, wenn die Behörde den Umzug als berufsbedingt anerkennt.

Als Nachweis gelten beispielsweise der Arbeitsvertrag oder eine Bestätigung Ihres Arbeitgebers. Wenn Sie die Rechnungen für den Unterricht einreichen, können Sie die Kosten bis zu den folgenden Höchstbeträgen geltend machen:

<b>Ende des Umzugs</b><b>Unterrichtskosten</b>
<b>bis 28. Februar 2014</b>1.752 €
<b>ab 1. März 2014</b>1.802 €
<b>ab 1. März 2015</b>1.841 €
<b>ab 1. März 2016</b>1.882 €
<b>ab 1. Februar 2017</b>1.926 €
<b>ab 1. März 2018</b>1.984 €
<b>ab 1. April 2019</b>2.045 €
<b>ab 1. März 2020</b>2.066 €

Quelle: BMF-Schreiben vom 21. September 2018

Erstattungsfähig ist die Hälfte des in der Tabelle genannten Höchstbetrags der umzugsbedingten zusätzlichen Unterrichtskosten für ein Kind. Falls die Unterrichtskosten diesen erstattungsfähigen Betrag übersteigen, sind bis zu 75 Prozent des Höchstbetrags steuerlich absetzbar.

<b>Beispiel Umzug zwischen Februar 2017 und Februar 2018:
Nachhilfekosten:3.000 €
Davon abzugsfähig bis 50 %
von 1.926 € (Höchstbetrag):963 €963&nbsp;€
Restbetrag:2.037 €
Davon abzugsfähig bis 75 %1.527,75 €1.527,75&nbsp;€
Höchstens jedoch bis zu 1.926 € (Höchstbetrag):
Abzugsfähige Unterrichtskosten: 1.527,75&nbsp;€

Was gilt bei einem Umzug aus privaten Gründen?

Selbst wenn Sie aus rein privaten Gründen umziehen, können Sie die Arbeits- und Fahrtkosten dafür steuerlich geltend machen. Im Rahmen der haushaltsnahen Dienstleistungen können Sie pro Jahr höchstens 20.000 Euro geltend machen. 20 Prozent der abzugsfähigen Ausgaben, maximal 4.000 Euro, erhalten Sie dann als Steuerermäßigung. Ihre Aufwendungen tragen Sie im Mantelbogen der Steuererklärung ein.

Ziehen Sie aus gesundheitlichen Gründen um, zum Beispiel nach einem Unfall oder wegen einer Behinderung, erkennt das Finanzamt die Kosten als außergewöhnliche Belastungen an, soweit sie einen zumutbaren Eigenanteil übersteigen. In diesem Fall brauchen Sie als Nachweis für das Finanzamt ein ärztliches Attest.

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redaktion@finanztip.de (Finanztip Verbraucherinformation gGmbH) 04.10.2018 13:27:00 +0000
Wechsel Messstellenbetreiber : Messstellenbetreiber wechseln https://www.finanztip.de/wechsel-messstellenbetreiber/ https://www.finanztip.de/?id=5776So mindern Sie die Kosten für moderne Stromzähler

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Das Wichtigste in Kürze

  • Wenn Sie Strom ins öffentliche Netz speisen oder aus diesem entnehmen, besitzen Sie auch einen Stromzähler. Für diesen haben Sie einen Messstellenvertrag abgeschlossen.
  • Haben Sie den Betreiber des Zählers nicht eigens gewählt, ist der sogenannte grundzuständige Messstellenbetreiber Ihr Vertragspartner. Das ist in der Regel Ihr Netzbetreiber.
  • Sie können einen anderen Zählerbetreiber wählen – weil er günstigere Preise oder einen Zähler mit mehr Funktionen anbietet.
  • Aus finanziellen Gründen lohnt sich ein Wechsel nicht, wenn Sie nicht mit Strom heizen, keinen Strom einspeisen oder höchstens 6.000 Kilowattstunden im Jahr verbrauchen.
  • Andere Verbrauchergruppen bekommen in den kommenden Jahren ein intelligentes Messsystem eingebaut. Das sind digitale Stromzähler, deren Einbau gesetzlich festgeschrieben ist. Die Branche erwartet, dass der Einbau Anfang 2019 beginnen kann.

So gehen Sie vor

  • Wenn Sie eine steuerbare Wärmepumpe oder Nachtspeicherheizung besitzen, eine Photovoltaik-Anlage mit mehr als sieben Kilowatt Leistung betreiben oder mehr als 6.000 Kilowattstunden Strom im Jahr verbrauchen, erhalten Sie in absehbarer Zeit ein <a href="t3://page?uid=2829">intelligentes Messsystem</a>.
  • Der Betreiber darf dafür 100 Euro oder mehr im Jahr berechnen. Ist Ihnen das zu viel, lohnt sich der Wechsel des Messstellenbetreibers.
  • Sie können den Messstellenbetreiber auch sofort wechseln. Nutzen Sie diese Gelegenheit, um den Einbau des intelligenten Geräts hinauszuschieben. Ein neu installierter Zähler genießt bis zu acht Jahre Bestandsschutz.
  • Es gibt eine Handvoll wettbewerblicher Messstellenbetreiber, zu denen Sie wechseln können. Dem bisherigen Anbieter kündigen Sie schriftlich oder der neue Betreiber übernimmt das für Sie.
  • Ihre Kündigungsfrist können Sie Ihrem Stromliefervertrag oder Ihrem Netznutzungsvertrag entnehmen.
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Er hängt in jedem Gebäude und zählt die Kilowattstunden, die aus dem Stromnetz ins Haus oder auch vom Haus ins Stromnetz fließen. Wem der Stromzähler gehört, was er kostet und wer für ihn zahlt, wissen viele Nutzer aber nicht.

Es ist höchste Zeit, dass sich das ändert. Denn Stromzähler können heute mehr als Kilowattstunden zählen. Welches Gerät bei Ihnen installiert ist, können Sie selbst bestimmen – und damit auch, was Sie für den Zähler zahlen.

Beschäftigen Sie sich dagegen nicht mit dem Thema, kann es passieren, dass der Netzbetreiber einen neuen digitalen Zähler für Sie auswählt und bei Ihnen einbaut. Die Kosten dafür tragen Sie.

Was ist ein Messstellenbetreiber?

Der Stromzähler gehört stets dem sogenannten Messstellenbetreiber. Das ist das Unternehmen, das den Zähler eingebaut hat und ihn betreibt. Dazu zählt das Ablesen des Zählers und die Übermittlung der Daten an Stromversorger und Netzbetreiber. In manchen Fällen schätzen die Messstellenbetreiber den Zählerstand auch nur. Daher ist es immer besser, wenn Sie selbst Ihren Stromzähler ablesen und den Wert dem Unternehmen melden.

Seit Ende 2008 ist es möglich, dass Sie Ihren Messstellenbetreiber selbst wählen. Zuvor erledigte automatisch der Netzbetreiber die Aufgaben, die mit dem Stromzähler-Betrieb verbunden sind. Haben Sie kein anderes Unternehmen mit dem Betrieb beauftragt, kümmert sich weiterhin Ihr Netzbetreiber um den Stromzähler. Denn die Netzbetreiber übernehmen bislang die Funktion der grundzuständigen Messstellenbetreiber: Diesen fällt die Aufgabe des Betriebs aller Stromzähler in einem bestimmten Netzgebiet in Deutschland zu.

Was Sie für den Zähler jedes Jahr zahlen, ist in Ihrer Stromrechnung aufgeführt. Je nach Netzbetreiber belaufen sich die Kosten für einen einfachen analogen Zähler zumeist auf 8 bis 17 Euro im Jahr, unabhängig vom Verbrauch. Für einen Zweitarifzähler, also ein Gerät mit zwei Zählscheiben, wie das für den Bezug von Heizstrom für Wärmepumpe oder Nachtspeicherheizung üblich ist, können Sie auch locker mehr als 20 Euro im Jahr zahlen.

Über das Entgelt finanziert der Messstellenbetreiber die Anschaffungskosten für den Zähler, dessen Installation und Betrieb. Der Ausbau des alten Geräts zum Ende der Eichfrist oder weil Sie den Betreiber wechseln, wird über das Messstellenentgelt für das neue Gerät abgegolten.

Welche Stromzähler gibt es und wie unterscheiden sie sich?

Rund 51 Millionen Stromzähler sind nach Angaben der Bundesnetzagentur in Deutschland in Haushalten und Gewerbetrieben installiert. Bei den meisten davon – nämlich 43 Millionen – handelt es sich um sogenannte Ferraris-Zähler. Die Zählscheibe in diesen dreht sich, wenn Strom aus dem Netz fließt. Wie viel Strom Sie an einem Tag verbraucht haben, erfahren Sie nur, wenn Sie den Zähler zwei Tage infolge ablesen. Wollen Sie wissen, wie sich ein bestimmtes Elektrogerät auf Ihren Verbrauch auswirkt, müssten Sie den Zähler beobachten, wenn dieses Gerät läuft.

Das geht auch einfacher: mit digitalen Zählern. Sie zählen nicht einfach fortlaufend den Stromverbrauch, sondern zeichnen ihn über den Tag auf. Die Informationen lassen sich auch noch Wochen später abrufen – für jeden Tag einzeln. Sie können daran ablesen, an welchen Tagen und Wochen Sie besonders viel oder auch wenig Strom verbrauchen und auf die entsprechenden Stromfresser in Ihrem Haushalt schließen.

Zeichnet der Zähler den Verbrauch für jede Viertelstunde eines Tages auf und lässt sich aus der Ferne auslesen, handelt es sich um einen intelligenten Zähler. Bei Finanztip ist ein solcher Smart Meter im August 2017 eingezogen.

Seit rund zehn Jahren bieten Hersteller digitale und intelligente Stromzähler an. In rund acht Millionen Haushalten und Gewerbetrieben gibt es sie bislang. Entweder haben sich die Nutzer – wie Finanztip – freiwillig für sie entschieden. Oder es gab eine Einbaupflicht für ein modernes Gerät.

Intelligente Geräte schlüsseln nicht nur den Verbrauch genau auf. Sie öffnen auch das Tor zu variablen Tarifen. Das sind solche, bei denen sich der Strompreis innerhalb eines Tages ändern kann. Er kann beispielsweise fallen, wenn gerade geringe Stromnachfrage herrscht und bei hoher Nachfrage steigen. Oder der Strompreis ist in einem variablen Tarif in bestimmten Stunden niedriger als während des Rest des Tages. Befristet hatten Unternehmen wie Yello schon variable Stromtarife für Haushalte angeboten. Neukunden können in diese aber nicht mehr einsteigen.

Wie kommt ein Messstellenvertrag zustande und was enthält er?

Stromnutzer besitzen nicht nur einen Vertrag mit ihrem Stromversorger, sondern auch mit Ihrem Netzbetreiber. Auch wenn es Ihnen nicht bewusst ist: Als Sie in Ihrer Wohnung erstmals Strom aus dem öffentlichen Netz entnommen haben, kam ein Netznutzungsvertrag zustande. Dieser regelt auch den Messstellenbetrieb, wenn ein konventioneller analoger Stromzähler bei Ihnen installiert ist. Den Vertrag für Netznutzung und Messstellenbetrieb hat dann zumeist Ihr Stromversorger mit Ihrem Netzbetreiber geschlossen. Der Netzbetreiber ist zugleich Ihr grundzuständiger Messstellenbetreiber.

Besitzen Sie bereit einen digitalen Stromzähler – egal ob einen einfachen elektronischen oder einen intelligenten –, sind Sie einen separaten Messstellenvertrag eingegangen. Dieser ist zustande gekommen, als Sie den neuen Stromzähler eingebaut bekamen oder als Sie in Ihrer Wohnung erstmals Strom nutzten. Ihr Messstellenbetreiber ist das Unternehmen, das den Zähler eingebaut hat. Haben Sie dieses nicht selbst gewählt, ist es der grundzuständige Messstellenbetreiber und damit der Netzbetreiber.

Was der Messstellenbetreiber für den Zähler in Rechnung stellt, können Sie auf Ihrer Stromrechnung von Ihrem Stromversorger nachlesen oder auf der Internetseite des Netzbetreibers. Die Entgelte für analoge Zähler führen die Unternehmen bei den Netznutzungsentgelten auf. Jene für die gesetzlich vorgeschriebenen digitalen Zähler finden sich in separaten Dokumenten, zumeist unter den Begriffen „Preisblatt mMe und iMS“.

Wo steht die Kündigungsfrist?

Ihre Kündigungsfrist richtet sich danach, wie der Messstellenbetrieb vertraglich geregelt ist.

Bei konventionellen Zählern kann die Kündigungsfrist im Vertrag mit Ihrem Stromversorger stehen. Wenn dort nichts geregelt sein sollte, lassen Sie sich nicht verunsichern: Am einfachsten ist es dann, die Kündigung beim alten Betreiber dem neuen Anbieter zu überlassen.

Haben Sie selbst einen Vertrag zur Netznutzung mit dem Netzbetreiber geschlossen, ist dort auch der Betrieb konventioneller Stromzähler geregelt. Die Kündigungsfrist beträgt dann in der Regel einen Monat. Das hat die Bundesnetzagentur über einen Rahmenliefervertrag festgelegt.

Hat Ihnen Ihr grundzuständiger Messstellenbetreiber bereits einen modernen Zähler eingebaut, ist die Kündigungsfrist im Messstellenvertrag festgelegt. Sollte Ihnen dieser nicht vorliegen, finden Sie den Rahmenvertrag auch im Internet: Diesen muss jeder grundzuständige Messstellenbetreiber auf seiner Seite veröffentlichen und Verträge nach den dort aufgeführten Bedingungen abschließen.

Grundsätzlich muss jeder Messstellenvertrag die Laufzeit, die Kündigungsfristen und die Entgelte enthalten. Dabei darf die Laufzeit für einen Vertrag höchstens zwei Jahre betragen und die Kündigungsfrist höchstens drei Monate. Vor Vertragsschluss müssen Sie die Möglichkeit haben, zwischen verschiedenen Zahlungsmöglichkeiten zu wählen. Aber: Diese Fristen gelten nicht, wenn Sie sich als Unternehmer an einen Messstellenbetreiber wenden und sich beispielsweise einen neuen Einspeisezähler für Ihre Photovoltaik-Anlage setzen lassen.

Es gibt eine dritte Möglichkeit, wie die Details des Betriebs eines modernen Zählers bei Ihnen geregelt sind: War der Einbau eines intelligenten Zählers mit dem Abschluss eines bestimmten Stromtarifs verknüpft, kann auch der Stromliefervertrag die Details zum Messstellenbetrieb regeln.

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Was kosten neue Stromzähler und wer baut sie ein?

Seit 2010 muss in Neubauten oder nach größeren Renovierungen ein elektronischer Zähler eingebaut werden. Diese Pflicht hat der Gesetzgeber 2017 ausgedehnt – bis 2032 sollen fast überall in Deutschland nur noch elektronische Zähler installiert sein. Das ist im Messstellenbetriebsgesetz (MsbG) festgelegt. Es regelt auch, wer für den Austausch der alten Stromzähler verantwortlich ist und was das kosten darf.

<b>Kundengruppe<b>Jährliche Preisobergrenze
Stromverbrauch ≤ 6.000 kWh/Jahr20 Euro
Stromverbrauch > 6.000 ≤ 10.000 kWh/Jahr100 Euro
Stromverbrauch > 10.000 ≤ 20.000 kWh/Jahr130 Euro
Betreiber einer Erzeugungsanlage ≤ 7 kW20 Euro
Betreiber einer Erzeugungsanlage > 7 ≤ 15 kW100 Euro
Betreiber einer Erzeugungsanlage > 15 ≤ 30 kW130 Euro
Betreiber einer steuerbaren Wärmepumpe/Nachtspeicherheizung100 Euro

Es gibt weitere Kundengruppen, die hier nicht aufgeführt sind. Darüber hinaus gibt es Preisobergrenzen für neue Messgeräte, deren Einbau dem grundzuständigen Messstellenbetreiber freigestellt ist. Eine Übersicht zu den Preisen bei der optionalen Ausstattung gibt es hier.

Quelle: §31 und §32 MsbG

Notwendig ist der Austausch der Stromzähler im Zuge der Energiewende, begründet der Gesetzgeber die Vorschriften: Wenn die Stromversorgung immer stärker auf Sonnen- und Windstrom aufbaut, muss das gesamte Versorgungssystem flexibler und müssen die tatsächlichen Stromverbräuche von allen Stromnutzern bekannt sein.

Den aktuellen Verbrauch kennen Netzbetreiber nur von größeren Unternehmen, die entweder viel Strom über das Netz beziehen oder viel Strom ins Netz abgeben. Für Haushalte und Gewerbebetriebe nutzen sie dagegen Standardwerte, um Ein- und Ausspeisung von Strom im Lot zu halten.

Erst für die Stromabrechnung ermittelt der Netzbetreiber, was Sie genau verbraucht haben. Betreiben Sie eine kleine Photovoltaik-Anlage oder ein Blockheizkraftwerk und speisen Strom ins Netz, sieht es genauso aus: Einmal im Jahr verlangt der Netzbetreiber nach dem Wert, den Ihr Einspeisezähler anzeigt, um die Vergütung nach Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) oder Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetz (KWKG) berechnen zu können.

Mit einem elektronischen Zähler, der jede Viertelstunde den Strombezug aber auch die Stromeinspeisung anzeigt, können die Netzbetreiber schneller Engpässe oder Überkapazitäten vorhersehen und darauf reagieren.

Was bedeuten die digitalen Zähler für Sie?

Zwei Typen von Stromzählern sieht das MsbG als Ersatz für die analogen Zähler vor: moderne Messeinrichtungen (mMe) und intelligente Messsysteme (iMS). Moderne Messeinrichtungen installieren die Betreiber seit 2017. Intelligente Messsysteme gibt es noch nicht am Markt. Anfang 2019 rechnet die Energiebranche mit den ersten zertifizierten Geräten.

Gemeinsam haben beide Zählertypen, dass sie den Stromverbrauch digital erfassen, mindestens für jeden Tag einzeln aufschlüsseln und die Daten mindestens zwei Jahre lang speichern. Das intelligente Messsystem zeichnet den Stromverbrauch sogar für jede einzelne Viertelstunde eines Tages auf und lässt sich aus der Ferne auslesen. Es muss in eine sogenannte Kommunikationsstruktur eingebunden sein: Sie können dann über den Zähler mit Ihrem Netzbetreiber, dem Versorger oder einem anderen Energieunternehmen kommunizieren. Auch die Steuerung einzelner Anlagen in Ihrem Haus ist über das intelligente Messsystem möglich – beispielsweise Wärmepumpen, Nachtspeicherheizungen oder Photovoltaik-Anlagen.

Darüber hinaus unterscheiden sich beide Zählertypen im Preis, den Messstellenbetreiber bei einem Pflichteinbau eines Geräts erheben dürfen: Eine moderne Messeinrichtung darf 20 Euro im Jahr kosten (§ 32 MsbG). Für das intelligente Messsystem darf der Betreiber unterschiedlich hohe Entgelte berechnen – von 23 bis zu 200 Euro pro Jahr (§ 31 MsbG). Der grundzuständige Messstellenbetreiber darf dabei in vielen Fällen auch selbst festlegen, dass Sie ein intelligentes Messsystem erhalten, obwohl es das Gesetz nicht vorschreibt.

In der Regel bedeutet der Pflichteinbau der neuen Geräte, dass Ihre Kosten für den Messstellenbetrieb steigen. Wie stark, das hängt von Ihrem Stromverbrauch ab, ob Sie eine steuerbare Wärmepumpe oder Nachtspeicherheizung betreiben oder wie viel Leistung Ihre Photovoltaik-Anlage hat. Prüfen Sie über unseren Ratgeber Stromzähler, welcher Zählertyp bei Ihnen einzubauen ist oder eingebaut werden darf und welcher Höchstpreis entsprechend für Sie gilt. Denn davon hängt wiederum ab, ob sich der Wechsel zu einem anderen Messstellenbetreiber lohnt.

Wann kann sich ein Betreiberwechsel auszahlen und wann nicht?

Was Sie für den Messstellenbetrieb zahlen, können Sie Ihrer Stromrechnung entnehmen. Dort muss der Posten „Messstellenbetrieb“ oder „Messung/Betrieb“ aufgeführt sein. Es handelt sich um einen verbrauchsunabhängigen Wert, den Sie jährlich zahlen. Die Kosten für die vorwiegend installierten analogen Zähler unterscheiden sich bundesweit nicht stark. Das kann sich ändern, wenn die digitalen Geräte Einzug halten.

Die Pflicht zum Einbau der neuen Zähler liegt bei den sogenannten grundzuständigen Messstellenbetreibern. Das sind bislang ausschließlich die Stromnetzbetreiber in Deutschland. Auf ihren Internetseiten veröffentlichen sie die Preise, die sie für moderne Messeinrichtungen und intelligente Messsystem nehmen. In der Regel halten sie sich dabei an die gesetzlichen Preisobergrenzen, wie sie weiter oben in der Tabelle zu finden sind. Finden Sie einen Messstellenbetreiber, der weniger verlangt, kann sich ein Wechsel zu diesem lohnen.

Für eine moderne Messeinrichtung ist es im Jahr 2018 allerdings schwierig, einen Anbieter zu finden, der weniger als 20 Euro im Jahr berechnet. Damit sich die Kosten für das Gerät und seinen Einbau amortisieren, sollte der Zähler mindestens sechs Jahre installiert sein. Die Eichfrist läuft dabei für elektronische Zähler bereits nach acht Jahren ab (Anlage 7 MessEV) – dann fallen beim Gerätetausch wieder Handwerkerkosten für den Messstellenbetreiber an.

Das bedeutet: Viel verdienen kann kein Messstellenbetreiber mit der einfachen Variante der neuen Stromzähler bislang. Deshalb halten sich die Unternehmen mit Angeboten für moderne Messeinrichtungen zurück.

Optionaler Einbau eines intelligenten Messsystems

Es gibt weitere Situationen, in denen Sie ein intelligentes Messsystem erhalten können: etwa wenn Sie mehr als 4.000 bis maximal 6.000 Kilowattstunden Strom im Jahr beziehen oder eine Erzeugungsanlage mit einer Leistung von mehr als einem bis sieben Kilowatt betreiben. Dann kann der grundzuständige Messstellenbetreiber entscheiden, dass Sie ein intelligentes Messsystem bekommen und nicht einfach nur eine moderne Messeinrichtung. Für die genannten Verbrauchergruppen darf er 60 Euro im Jahr berechnen.

Auch in einem solchen Fall kann sich der Wechsel des Messstellenbetreibers lohnen. Dazu müssen Sie aber wissen, was Ihr zuständiger Messstellenbetreiber plant. Mindestens drei Monate vor Einbau des neuen Zählers muss er Ihnen mitteilen, welche Kosten auf Sie zukommen und auch darauf hinweisen, dass Sie einen anderen Messstellenbetreiber wählen können. Erhalten Sie ein solches Schreiben, sollten Sie sofort prüfen, ob Sie einen günstigeren Anbieter finden.

Wie finden Sie einen neuen Messstellenbetreiber?

Um Unternehmen als Kunden werben Messstellenbetreiber eifrig. Aber es gibt nur wenige Anbieter, die sich auch um Haushalte kümmern. Wir haben daher eine Übersicht mit Unternehmen erstellt, an die Sie sich wenden können, wenn Sie zu einem neuen Messstellenbetreiber wechseln wollen.

Einen analogen Stromzähler installiert Ihnen dabei keines der Unternehmen mehr. Auch eine einfache moderne Messeinrichtung haben die Anbieter nicht im Portfolio. Sie bieten intelligente Zähler und intelligente Messsysteme an.

Da letztere noch nicht am Markt verfügbar sind, können Sie sich noch einen intelligenten Zähler einbauen lassen, auch wenn das Gesetz bei Ihnen ein intelligentes Messsystem vorsieht. Der Vorteil: Der intelligente Zähler ist deutlich günstiger als ein intelligentes Messsystem und genießt bis zu acht Jahre Bestandsschutz.

<b>Anbieter<b>Entgelt pro Jahr<b>einmalige Kosten Installation<b>Kundengruppe
Commetering&sup1;60 Euro für den ersten Zähler, 35 Euro für den zweiten Zähler69 Euro für den ersten, 40 Euro für den zweiten ZählerBetreiber von Stromerzeugungsanlagen und von steuerbaren Wärmepumpen und Nachtspeicherheizungen
Discovergy60 Euro69 Euro&sup2;alle Stromverbraucher und Betreiber von Erzeugungsanlagen bis 100 kW
Fresh Energy&sup3;etwa 8 bis 17 Euro (Entgelt konventioneller Zähler je nach grundzuständigem Messstellenbetreiber)inklusiveprivate Stromverbraucher
Solandeonach VereinbarunginklusiveBetreiber von Stromerzeugungsanlagen&sup4;

¹ Bei Commetering handelt es sich nicht um einen Messstellenbetreiber, sondern die Firma organisiert den Messstellenbetrieb für Betreiber von Photovoltaik-Anlagen. Der Messstellenbetreiber ist dann die Firma Discovergy. Mit steigender Zahl gewonnener Kunden, können sich die Preise verringern.

² Die Einbaukosten verringern sich auf Null, wenn der Kunde am Programm "Einsparzähler" teilnimmt, welches vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert wird.

³ Der Einbau des intelligenten Zählers ist an den Abschluss eines Stromliefervertrags mit Fresh Energy gekoppelt. Fresh Energy selbst ist nicht der Messstellenbetreiber, sondern die Firma Discovergy. Der Stromtarif ist für alle Kunden gleich, unabhängig davon, ob Haushaltsstrom oder Heizstrom bezogen wird.

⁴ Solandeo bedient Betreiber von Photovoltaik-Anlagen, wenn sie sich als Unternehmer an die Firma wenden.

Quelle: Finanztip-Erhebung (Stand: 19. Juli 2018). Die Firmen sind alphabetisch geordnet.

Wie läuft der Wechsel ab?

Der Wechsel des Messstellenbetreibers ist ähnlich dem Wechsel des Stromanbieters oder dem Wechsel des Gasanbieters. Es steht Ihnen frei, einen anderen Vertragspartner zu wählen (§ 5 MsbG). Der bisherige Messstellenbetreiber darf das nicht blockieren, sondern muss dem neuen Anbieter erforderliche Daten zur Verfügung stellen. Der Wechselprozess darf Sie nichts kosten.

Achtung: Das Recht, einen Messstellenbetreiber selbst zu wählen, steht Mietern nur bis Ende 2020 uneingeschränkt zu. Ab 2021 dürfen auch die Hauseigentümer einen Dienstleister bestimmen. In diesem Fall rüstet das Unternehmen alle Messstellen der Liegenschaft mit intelligenten Messsystemen aus. Ein Mieter darf dann nur noch ein Unternehmen selbst beauftragen, wenn der Hauseigentümer zustimmt.

Haben Sie einen anderen Anbieter gefunden, müssen Sie zunächst Ihren bisherigen Vertrag beenden. Diesen lösen Sie wieder, indem Sie dem Netzbetreiber Ihren beabsichtigten Wechsel schriftlich mitteilen. Dazu müssen Sie Ihre Anschrift, Ihre Zählernummer und den neuen Anbieter nennen sowie zu welchem Zeitpunkt der Wechsel erfolgen soll (§ 14 MsbG). Gängig ist bereits, dass Ihr gewählter Messstellenbetreiber diese Formalie für Sie erledigt – so wie das in der Strom- und Gasbranche üblich ist.

Ist der Wechsel vereinbart, teilt Ihnen der neue Messstellenbetreiber den Tag der Installation des neuen Zählers mit. Das ist zugleich auch der Tag, an dem der neue Messstellenvertrag anläuft. Zum vereinbarten Termin kommt ein Elektriker, baut den alten Zähler aus und den neuen Zähler ein. Das dauert zwischen 10 und 15 Minuten. Für diese Zeit muss der Elektriker die Stromversorgung unterbrechen. Den alten Zähler nimmt der Handwerker mit und übergibt ihn Ihrem alten Messstellenbetreiber.

Üblich ist im Vorfeld des Zählertauschs, dass der neue Messstellenbetreiber Sie nach einem Foto des Zählerschranks fragt. Dann erkennt er, wie er einen Zähler befestigen kann und wählt ein entsprechendes Modell aus. Entspricht Ihr Zählerschrank nicht dem Stand der Technik, kann der Installateur ihn auch umrüsten. Das geht aber mit zusätzlichen Kosten einher, die der Hauseigentümer zu zahlen hat – nicht der Stromnutzer. Wohnen Sie zur Miete und haben keinen Zugang zu Ihrem Stromzähler, sollten Sie im Vorfeld eines Wechsels klären, wer Ihnen den Zugang verschafft.

Was bedeutet ein neuer Zähler für Ihren Stromliefervertrag?

Ein moderner Stromzähler kostet in der Regel mehr als ein alter Ferraris-Zähler. Das schlägt sich auf Ihrer Stromrechnung nieder: Denn zumeist zahlen Sie das Messstellenentgelt über den Strompreis an Ihren Stromversorger, der dieses dann an den Messstellenbetreiber weiterreicht. Es ist auch möglich, dass der Messstellenbetreiber Ihnen sein Entgelt direkt in Rechnung stellt. Dies ist dann entsprechend im Vertrag festgeschrieben.

Wollen Sie nach dem Einbau eines neuen Zählers den Stromanbieter wechseln, müssen Sie Folgendes bedenken: In die Strompreise für Neukunden ist das höhere Entgelt für jedweden digitalen Zähler bislang noch nicht eingerechnet – weder, wenn Sie einen Tarif beim Versorger selbst abfragen noch in den Vergleichsportalen. Dass Sie selbst angeben können, welcher Zählertyp bei Ihnen hängt, ist bislang in keinem Vergleichsportal möglich. Auch im Vergleichsrechner von Finanztip sind nur die Messentgelte inbegriffen, die zu einem analogen Zähler mit einer Zählscheibe gehören.

Für digitale Stromzähler gilt eine kürzere Eichfrist als für analoge Geräte: Statt 16 Jahre darf ein modernes Gerät nur bis zu acht Jahre bei Ihnen hängen. Dann ersetzt es der Messstellenbetreiber durch ein frisch geeichtes. Wenn es so weit ist, schreibt er Sie an und nennt Ihnen einen Termin zum Austausch. Das kostet Sie nichts, aber Sie müssen natürlich zu Hause sein und den Elektriker hereinlassen.

Welche Rechte haben Sie bei Vertragsänderungen?

Sie haben gegenüber Ihrem Messstellenbetreiber dieselben Rechte, und das Unternehmen unterliegt denselben Pflichten wie dies zwischen Stromkunden und Stromversorgern der Fall ist. So muss Ihnen der Messstellenbetreiber eine Preiserhöhung vor Ablauf des Rechnungsjahres mitteilen und Sie auf Ihr Sonderkündigungsrecht hinweisen (§ 10 Abs. 1 MsbG i. V. m. § 41 Abs. 3 EnWG). Wollen Sie die Preiserhöhung oder eine andere Vertragsänderung nicht mittragen, können Sie den Vertrag kündigen, ohne die Kündigungsfrist einhalten zu müssen.

Bei grundzuständigen Messstellenbetreibern ist derzeit allerdings sehr unwahrscheinlich, dass sie die Preise für moderne Messeinrichtungen oder intelligente Messsysteme erhöhen – in der Regel verlangen die Unternehmen ohnehin die gesetzlich festgelegten Höchstpreise.

Wettbewerbliche Anbieter, die weniger nehmen, können dagegen die Preise erhöhen. Das ist aber ebenfalls wenig wahrscheinlich, da kein Unternehmen Kunden vor Ablauf der Eichfrist verlieren will. Denn die höchsten Kosten entstehen beim Messstellenbetrieb durch die Installation des Zählers.

Finanztip-Redaktion

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Unsere Empfehlung:

  • <a href="t3://page?uid=771">Finanztip-Stromrechner</a>
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redaktion@finanztip.de (Finanztip Verbraucherinformation gGmbH) 04.10.2018 13:11:00 +0000
Stromzähler : Stromzähler https://www.finanztip.de/stromzaehler/ https://www.finanztip.de/?id=2899Fast alle Haushalte erhalten neue Messgeräte für Strom

Das Wichtigste in Kürze

  • In fast allen deutschen Haushalten müssen bis 2032 digitale Stromzähler installiert sein. Das legt das Messstellenbetriebsgesetz fest. Die heute stark verbreiteten Ferraris-Zähler müssen damit weichen.
  • Auf die meisten Verbraucher kommen höhere Kosten für den Betrieb des Zählers zu. Es können bis zu 100 Euro pro Jahr sein.
  • Verbraucherschützer kritisieren die Einbaupflicht wegen absehbarer Mehrkosten. Der Staat verweist darauf, dass die Energiewende mittelfristig einer modernen Infrastruktur bedürfe.
  • Auch viele Betreiber von Solarstromanlagen oder von Wärmepumpen erhalten neue Geräte. Diese erfassen die Energiemengen, die die Anlagen ins Stromnetz abgeben oder aus diesem beziehen und sollen die Anlagen zugleich dabei steuern können.

So gehen Sie vor

  • Wann ein neuer Stromzähler kommt, bestimmt der „grundzuständige Messstellenbetreiber“. Bislang nehmen die Netzbetreiber diese Funktion wahr.
  • Ihr grundzuständiger Messstellenbetreiber informiert Sie mindestens drei Monate vor dem geplanten Einbau des neuen Zählers. Abwenden können Sie die Installation nicht.
  • Passt Ihnen der Termin nicht, dann teilen Sie das dem Unternehmen mit und vereinbaren Sie einen anderen.
  • Sie können auch den <a href="t3://page?uid=5776">Messstellenbetreiber </a> wechseln und dadurch die Kosten – insbesondere für intelligente Messsysteme – drücken.
  • Bis intelligente Messsysteme am Mark verfügbar sind, können Sie sich auch noch einen einfachen digitalen Zähler einbauen lassen. Dieser hat bis zu acht Jahre Bestandsschutz.
  • Unabhängig davon lohnt es sich oft, zu einem anderen, günstigeren <a href="t3://page?uid=234"> Stromanbieter zu wechseln</a>.

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Jeder hat sofort ein Bild vor Augen, wenn das Wort „Stromzähler“ fällt: Ein schwarzes Gehäuse mit einer durchsichtigen Frontscheibe schirmt das Innere des Messgeräts ab. Fließt Strom, dreht sich langsam eine waagerecht montierte Aluminiumscheibe um die eigene Achse. Das Zählwerk klappert und schiebt andere Ziffern ins Sichtfenster. Mehr als 40 Millionen solcher elektromechanischen Stromzähler sind heute in deutschen Wohnungen installiert. Bis 2032 sollen nahezu alle dieser Ferraris-Zähler verschwinden.

Besiegelt ist das im Messstellenbetriebsgesetz (MsbG). Seit Januar 2017 ist es in Kraft. Es schreibt vor, dass flächendeckend in Deutschland moderne Messgeräte für Strom installiert werden. Seit Jahresbeginn dürfen Unternehmen unter Verweis auf das Gesetz elektronische Stromzähler in Haushalten einbauen. Verbraucher können sich dagegen nicht wehren. Sie haben aber das Recht, den Messstellenbetreiber zu wechseln, also selbst ein Unternehmen zu wählen, das den Zähler einbaut und betreibt.

Was können die neuen Stromzähler?

Das Gesetz sieht zwei unterschiedliche Typen von Messgeräten für Stromverbraucher vor: moderne Messeinrichtungen und intelligente Messsysteme. Wer welchen bekommt, hängt davon ab, wie viel Strom ein Kunde verbraucht.

Der kostengünstigere Typ ist die moderne Messeinrichtung. Das ist ein digitaler Stromzähler, der Ihnen Ihren Stromverbrauch über die Zeit aufschlüsselt – für jeden Tag, für jede Woche, für jeden Monat oder ein ganzes Jahr. Bis zu zwei Jahre lassen sich die Daten rückwirkend abrufen. Sie können dann Ihren Verbrauch an unterschiedlichen Tagen über zwei Jahren hinweg miteinander vergleichen.

Leisten können diesen Dienst elektronische Geräte. Sobald sie den Stromverbrauch für jede Viertelstunde eines Tages anzeigen und diese Daten auch übermitteln, handelt es sich um intelligente Stromzähler oder Smart Meter. Mit diesen können Sie Ihre Verbrauchsdaten aus der Ferne abrufen, beispielsweise über ein Internetportal oder eine App. Sollen Sie laut Gesetz eine moderne Messeinrichtung eingebaut bekommen, können Sie sich auch für einen intelligenten Zähler entscheiden. Dieser kostet in der Regel etwas mehr. Finanztip besitzt seit August 2017 einen intelligenten Zähler. Über unsere Erfahrungen mit dem Gerät berichten wir in unserem Blog.

In manchen Fällen reicht ein intelligenter Zähler aber nicht aus, um dem Messstellenbetriebsgesetz zu entsprechen – dann erhalten Sie ein sogenanntes intelligentes Messsystem. Zu diesem System gehört ein intelligenter Zähler, der zusätzlich in ein Kommunikationsnetz eingebunden ist. Über dieses können verschiedene Personen auf die Zählerdaten zugreifen – Sie selbst, der Betreiber des Messsystems, der Netzbetreiber oder auch der Energieversorger. Die Schnittstelle zwischen Zähler und Kommunikationsnetz heißt Smart Meter Gateway (SMG). Beide Komponenten des intelligenten Messsystems, Zähler und Gateway, baut Ihnen Ihr Messstellenbetreiber ein.

Insgesamt sind in Deutschland rund 51 Millionen Stromzähler installiert – in Haushalten, Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen. Mindestens 6,5 Millionen dieser Zähler sollen einem intelligenten Messsystem Platz machen. An die Stelle der anderen sollen moderne Messeinrichtungen rücken. Diese müssen laut Gesetz heute noch nicht in ein Kommunikationsnetz eingebunden werden. Perspektivisch soll dies aber möglich sein.

Was bedeuten die neuen Zähler für Sie?

Die neuen Stromzähler gehen für die meisten Verbraucher mit höheren Kosten einher. Wie hoch die Entgelte sein dürfen, hat der Gesetzgeber festgelegt: Einfache Geräte dürfen 20 Euro im Jahr kosten, komplexere Zähler 100 Euro oder sogar mehr. Im Gegenzug sollen die digitalen Zähler Ihnen helfen, Sparpotenziale zu erschließen – durch das Erkennen von Stromfressern im Haushalt oder durch variable Tarife. Das sind Stromtarife, bei denen die Stromkosten innerhalb eines Tages variieren. Kein Stromversorger bietet solche derzeit an. Das könnte sich mit dem Einbau intelligenter Zähler ändern. Denn Geräte, die den Verbrauch für jede Viertelstunde eines Tages anzeigen können, sind die Voraussetzung für variable Tarife.

Viele Unternehmen der Energiebranche bereiten sich darauf vor, Verbrauchern neue Dienste anzubieten, sobald die intelligente Messtechnik im Haushalt vorhanden ist. Besitzen Sie einen Smart Meter, können Sie zudem Ihre Stromversorgung in ein Smart Home integrieren. Das Ablesen von Stromzählern einmal im Jahr wird bei intelligenten Geräten dagegen überflüssig – der Stromverbrauch lässt sich aus der Ferne abrufen.

Intelligente Messsysteme zur Fernsteuerung von Anlagen

Die Pflicht zum Zählertausch besteht auch bei Anlagen zur Stromerzeugung – aber nicht nur, um den Stromfluss ins Netz viertelstundengenau anzuzeigen. Photovoltaik-Anlagen oder Blockheizkraftwerke größer 7 Kilowatt Leistung bekommen intelligente Messsysteme, damit sie ein Netzbetreiber im Notfall regeln kann, wenn mehr Strom ins Netz fließt, als für dieses gut ist.

Erzeugungsanlagen größer 30 Kilowatt Leistung sind längst regelbar. Das neue Gesetz weitet die Vorschrift auf noch kleinere Anlagen aus. Und sorgt dafür, dass die bislang installierte Steuertechnik perspektivisch wohl ersetzt wird – wohl auf Kosten des Anlagenbetreibers. Da es bisher noch keine technischen Vorschriften des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) für die Steuerbox in einem intelligenten Messsystem gibt, bleibt die installierte Steuertechnik aber vorerst aktiv. Bei einigen Erzeugungsanlagen sind dagegen schon Zähler installiert, der viertelstundengenau den eingespeisten Strom anzeigen. Dies ist der Fall, wenn Sie Ihren Strom von einem Direktvermarkter verkaufen lassen. Künftig soll dieser dann über das intelligente Messsystem auf die Zählerdaten zugreifen.

Auch viele Stromzähler für Wärmepumpen und Stromspeicherheizungen sollen intelligenten Messsystemen Platz machen. Der Hintergedanke hier: Die Geräte beziehen viel Strom, aber ihr Strombezug lässt sich auch unterbrechen, ohne dass deswegen die Wohnung gleich auskühlt. Bislang unterbrechen Netzbetreiber die Stromversorgung der Anlagen zu bestimmten Zeiten, wenn Sie das gestatten. Dafür zahlen Sie dann geringere Netzentgelte. Über ein intelligentes Messsystem kann der Netzbetreiber dann die Anlagen in ihrem Verbrauch so steuern, wie es die Situation im Stromnetz gerade erfordert – wiederum ohne, dass Sie frieren müssen.

In dieses sogenannte Lastmanagement lassen sich auch andere große Verbrauchsgeräte aufnehmen wie beispielsweise Elektroautos oder Batteriespeicher. Was noch fehlt, ist eine gesetzliche Verordnung, in welcher Höhe Verbraucher finanziell profitieren, wenn sie die Steuerung ihrer Geräte erlauben und wie dies vertraglich geregelt werden kann (§ 14a EnWG).

Wer erhält einen einfachen digitalen Stromzähler?

Liegt Ihr Stromverbrauch maximal bei 6.000 Kilowattstunden im Jahr, erhalten Sie einen einfachen digitalen Stromzähler. Dafür darf Ihnen der Messstellenbetreiber bis zu 20 Euro im Jahr als Messstellenentgelt berechnen. Dieser Wert ist als Preisobergrenze im Gesetz definiert. Heute zahlen die meisten Haushalte zwischen 8 und 17 Euro im Jahr.

Darüber hinaus erhalten Sie auch solch einen einfachen digitalen Zähler, wenn Sie ein kleines Stromkraftwerk betreiben und zwar bis zu einer Leistung von 7 Kilowatt. Vor allem kleine Photovoltaik-Anlagen auf Eigenheimen fallen unter diese Grenze.

Wann die Geräte in Wohnhäusern Einzug halten, entscheidet der „grundzuständige Messstellenbetreiber“ (gMSB). Das ist in der Regel der Netzbetreiber, an dessen Stromnetz Sie geschlossen sind. Um die Aufgabe des grundzuständigen Messstellenbetriebs können sich andere Unternehmen bewerben, auch solche, die kein Stromnetz betreiben. Die Bundesnetzagentur entscheidet dann, wem die Aufgabe zufällt. Bis August 2018 gab es noch kein Verfahren, die Grundzuständigkeit zu übertragen.

Wie läuft der Austausch Ihres Zählers?

Der grundzuständige Messstellenbetreiber ist verantwortlich für den Einbau moderner Stromzähler in seinem Gebiet. Wie er das organisiert, bleibt ihm überlassen. Bis spätestens Mitte 2020 hat er der Bundesnetzagentur nachzuweisen, dass 10 Prozent der Zähler in seinem Gebiet getauscht sind. Erfüllt ein Unternehmen das Ziel nicht, droht es, seine Grundzuständigkeit zu verlieren.

2017 hat der Rollout begonnen, wie das flächendeckende Ausbringen moderner Zähler heißt. Plant Ihr grundzuständiger Messstellenbetreiber, Ihren Stromzähler auszutauschen, muss er einen bestimmten Ablauf einhalten: Sie erhalten zunächst ein Schreiben, in dem sich der zuständige Messstellenbetreiber vorstellt. Mindestens drei Monate vor dem geplanten Einbau gibt es eine zweite Mitteilung. Dann klärt das Unternehmen, wann es den neuen Zähler einbauen will und klärt über die damit verbundenen Kosten auf.

Abwenden können Sie den Einbau nicht. Aber Sie können ein anderes Unternehmen wählen, Ihnen einen neuen Zähler einzubauen (§ 5 MsbG). Ein Grund für einen Wechsel des Messstellenbetreibers können günstigere Konditionen bei einem Wettbewerber sein. Oder Sie wünschen sich einen anderen Zähler als den, den Ihr grundzuständiger Messstellenbetreiber einbauen will – etwa einen intelligenten Zähler statt eines einfachen digitalen.

Ist der Tag des Zählertauschs gekommen, sollten Sie zu Hause sein und den Elektriker hereinlassen. Er baut den alten Zähler aus und setzt den neuen Zähler ein. Den alten Zähler nimmt der Elektriker auch mit. Wenn Sie am Tag des Zählertauschs nicht zu Hause sein sollten, dann teilen Sie das dem Messstellenbetreiber frühzeitig mit und vereinbaren Sie einen anderen Termin.

Wer erhält ein intelligentes Messsystem und was kostet es?

Ein intelligentes Messsystem erhalten Sie auf jeden Fall, wenn Sie zu einer von drei Gruppen von Verbrauchern gehören:

  • Sie beziehen mehr als 6.000 Kilowattstunden Strom im Jahr
  • Sie produzieren selbst Strom, speisen ihn ins Stromnetz ein und Ihre Anlage hat dabei mehr als 7 Kilowatt Leistung
  • Sie betreiben eine Nachtspeicherheizung oder eine Wärmepumpe, die der Netzbetreiber in ihrer Stromversorgung unterbrechen darf

Der Start der Einbaupflicht ist dabei unterschiedlich: Frühestens 2020 erhalten ein intelligentes Messsystem Betreiber von Erzeugungsanlagen mit mehr als 100 Kilowatt Leistung und Verbraucher, die zwischen 6.000 und 10.000 Kilowattstunden Strom pro Jahr aus dem Netz entnehmen. Bei allen anderen fällt der Startschuss, sobald mindestens drei Geräte am Markt verfügbar sind, vermutlich Anfang 2019.

Welche Kosten für die Geräte entstehen dürfen, ist ebenfalls definiert. Das Messstellenbetriebsgesetz gibt maximal zulässige Entgelte an. Diese beinhalten die Kosten des Geräts selbst, seinen Einbau, seine Wartung und seinen Betrieb. Diese Preisobergrenzen haben bis 2026 in ihrer aktuellen Höhe Bestand. Die folgende Tabelle zeigt die Kosten pro Jahr:

<b>Nutzergruppe</b> <b>Preisobergrenze</b>
Stromverbrauch von mehr als 6.000 bis 10.000 Kilowattstunden im Jahr100 Euro
Betreiber einer unterbrechbaren Verbrauchseinrichtung (Wärmepumpe/Stromspeicherheizung)100 Euro
Betreiber einer EEG-Anlage/KWKG-Anlage&sup1; mit mehr als 7 bis 15 Kilowatt Leistung100 Euro
Betreiber einer EEG-Anlage/KWKG-Anlage&sup1; mit mehr als 15 bis 30 Kilowatt Leistung130 Euro
Betreiber einer EEG-Anlage/KWKG-Anlage&sup1; mit mehr als 30 bis 100 Kilowatt Leistung200 Euro

¹ Anlagen, die nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) oder dem Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetz (KWKG) gefördert werden.

Quelle: § 31 Abs. 1 und Abs. 2 MsbG

Wann kommen intelligente Messsysteme?

Intelligente Messsysteme gibt es noch nicht am Markt. Ehe die Hersteller solche Geräte verkaufen dürfen, muss das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) sie zertifiziert haben. Intelligente Zähler gibt es zwar längst, aber keine zum Messsystem gehörenden Smart Meter Gateways (SMG). Diese müssen Schutzprofilen entsprechen, die das BSI definiert hat. Diese Schutzprofile sollen insbesondere den Datenschutz und die Datensicherheit gewährleisten. Geräte, die den Anforderungen entsprechen, erhalten ein Zertifikat. Den Prüfprozess durchlaufen bislang neun Geräte unterschiedlicher Hersteller.

Sind drei Smart Meter Gateways von drei unterschiedlichen Herstellern zertifiziert, darf der verpflichtende Einbau intelligenter Messsysteme beginnen. Wann es so weit sein wird, teilt die Behörde nicht mit. Die Hersteller im Zertifizierungsprozess rechnen nicht mehr damit, dass ihr Gateway noch 2018 zugelassen wird. Sie erwarten, dass Anfang 2019 mindestens drei Geräte zertifiziert sind.

Bei Stromerzeugungsanlagen müssen bis 2024 intelligente Messsysteme installiert sein. Für Stromverbraucher sieht das Gesetz die Installation zwischen 2020 und 2028 vor. Die grundzuständigen Messstellenbetreiber müssen dabei bereits bis Mitte 2020 nachweisen, dass zehn Prozent der vorgesehenen Messstellen mit intelligenten Systemen ausgerüstet sind. Andernfalls beginnt ein Verfahren zur Übertragung der Grundzuständigkeit an ein anderes Unternehmen (§ 45 Abs. 2 MsbG).

Wie können Sie Kosten in die Zukunft schieben?

Verbraucher haben derzeit noch die Möglichkeit, den Einbau eines intelligenten Messsystems in die Zukunft zu schieben. Denn so lange es noch nicht mindestens drei Geräte am Markt gibt, die den gesetzlichen Vorgaben entsprechen, können sie sich noch einen einfachen digitalen Stromzähler einbauen lassen. Dieser hat bis zu acht Jahre Bestandsschutz (§ 19 Abs. 5 MsbG). 

Durch ein solches Manöver lassen sich einerseits die Kosten für ein intelligentes Messsystem um ein paar Jahre aufschieben. Zudem erwartet die Energiebranche, dass im Zuge der Massenfertigung der Geräte die Produktionskosten fallen. Die Messstellenbetreiber könnten dann ihr Entgelt für den Messstellenbetrieb senken. Wie Sie den Messstellenbetreiber wechseln, um Kosten zu sparen, erfahren Sie in unserem Ratgeber.

Intelligente Messsysteme für weitere Stromverbraucher möglich

Bei einem Stromverbrauch von mehr als 6.000 Kilowattstunden im Jahr müssen grundzuständige Messstellenbetreiber ein intelligentes Messsystem einbauen. Sie können Ihnen ein solches Gerät aber ab 2020 auch vorschreiben, wenn Sie weniger Strom verbrauchen. Ob sie dies machen, entscheiden die Unternehmen.

Auch bei Betreibern von Stromerzeugungsanlagen mit mehr als 1 bis zu 7 Kilowatt Leistung können die Unternehmen optional ein intelligentes Messsystem statt einer modernen Messeinrichtung vorsehen. Dies betrifft aber nur Anlagen, die seit 2018 in Betrieb gegangen sind oder noch gehen.

Für den optionalen Einbau gelten andere Preisobergrenzen für die jährlichen Entgelte:

<b>Nutzergruppe</b> <b>Preisobergrenze</b>
Stromverbrauch von mehr als 4.000 bis 6.000 Kilowattstunden im Jahr 60 Euro
Stromverbrauch von mehr als 3.000 bis 4.000 Kilowattstunden im Jahr 40 Euro
Stromverbrauch von mehr als 2.000 bis 3.000 Kilowattstunden im Jahr 30 Euro
Stromverbrauch von bis zu 2.000 Kilowattstunden im Jahr 23 Euro
Betreiber einer EEG-Anlage/KWKG-Anlage&sup1; mit mehr als 1 bis 7 Kilowatt Leistung 60 Euro

¹ Anlagen, die nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) oder dem Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetz (KWKG) gefördert werden.

Quelle: § 31 Abs. 3 MsbG

Warum soll die intelligente Messtechnik kommen?

Keine Frage: Die Umsetzung des Messstellenbetriebsgesetzes ist ein Mammutprojekt. Mehr als 40 Millionen Haushalte, Millionen Unternehmen und Betreiber von kleinen Stromerzeugungsanlagen bekommen bis 2032 neue Stromzähler eingebaut. Da stellt sich die Frage: Warum überhaupt?

Die Bundesregierung hält eine Vielzahl von kommunikationsfähigen Stromzählern für notwendig, um die Energiewende ab etwa 2030 weiter voranzutreiben. Experten sind sich relativ einig, dass es ab einem Anteil von mehr als 70 Prozent erneuerbarer Energie am Strommix intelligente Technik am Stromnetz braucht, um Stromerzeugung und Stromverbrauch sicher im Gleichgewicht zu halten.

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Welche Bedenken gibt es gegen die neuen Messgeräte?

Als die Politiker noch das Gesetz erarbeiteten, kritisierten die Verbraucherzentralen und Datenschützer bereits stark die jeweiligen Entwürfe. Sie sehen das Risiko für Hackerangriffe und Manipulation. Dem hält die Bundesregierung entgegen: Das Gesetz lege hohe Anforderungen an die Sicherheit der Systeme fest. Entsprechend hat das BSI Schutzprofile für das Smart Meter Gateway und die angeschlossenen Komponenten entwickelt. Dass die Messsysteme diese einhalten, prüft die Behörde. „Alles Theorie“, sagen Kritiker dennoch. Hacker könnten trotzdem eine Lücke finden.

Entwarnung nach Test über falsch messende Stromzähler

Eine wissenschaftliche Studie sorgte in den ersten Märztagen 2017 für Aufregung: Forscher der Universität Twente Enschede in den Niederlanden hatten im Labor elektronische Zähler getestet und für einige Geräte Abweichungen von mehr als 500 Prozent bei der Messung des Stromverbrauchs festgestellt. Sofort fragten sich Verbraucherschützer in Deutschland, inwieweit Stromnutzer hierzulande von ungenau messenden Zählern betroffen sind oder im Zuge der flächendeckenden Installation moderner Geräte betroffen sein werden. Am 13. März 2017 gab die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) Entwarnung: Die für den Rollout in Deutschland vorgesehenen Geräte unterliegen strengeren Kriterien bei der Zulassung.

Die in den Niederlanden getesteten Geräte stammen aus den Jahren 2004 bis 2014. Dass elektronische Stromzähler für Störungen anfällig sein können, ist lange bekannt. Bereits 2010 erließen die zuständigen Gremien strengere Vorschriften für Zähler. Geräte, die diese Regeln nicht berücksichtigen, sollten nicht mehr zugelassen worden sein.

Am 15. März 2017 ergänzte das Forum Netzbetrieb/Netztechnik (FNN) im Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (VDE), dass für die für den Rollout entwickelten Geräte bislang keine Fehlmessungen bekannt seien. Das FNN hat für alle Hersteller einen Basiszähler definiert, wie er in modernen Messeinrichtungen und intelligenten Messsystemen zu verwenden ist. Darüber hinaus hat das Gremium 2011 Methoden für einen Nachweis beschrieben, dass Zähler auch in kritischen Zuständen korrekt messen.

Finanztip-Redaktion

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redaktion@finanztip.de (Finanztip Verbraucherinformation gGmbH) 04.10.2018 12:54:00 +0000
Wichtiges zu Studentenjobs : Studentenjobs https://www.finanztip.de/studentenjobs/ https://www.finanztip.de/?id=2718Worauf es bei Studentenjobs ankommt

Das Wichtigste in Kürze

  • Mit einem Minijob dürfen Studenten 450 Euro im Monat verdienen, ohne Sozialversicherungs-abgaben zahlen zu müssen.
  • Bis zu einem Verdienst von 450 Euro im Monat können sich Studenten kostenlos bei den Eltern über die Familienversicherung der gesetzlichen Krankenkasse versichern.
  • Wer regelmäßig mehr als 450 Euro verdient, kann als Werkstudent angestellt werden. In der Vorlesungszeit dürfen sie 20 Stunden pro Woche arbeiten, aber mehr als 450 Euro im Monat verdienen.
  • Bafög-Empfänger dürfen nur 450 Euro im Monat anrechnungsfrei verdienen. Liegen die Einkünfte im Schnitt darüber, wird die Förderung gekürzt.

So gehen Sie vor

  • Suchen Sie sich einen Job, der etwas mit Ihrem Studienfach zu tun hat. So bauen Sie Ihr berufliches Netzwerk auf.
  • Verlangen Sie einen schriftlichen Arbeitsvertrag.
  • Wenn Sie Bafög bekommen, müssen Sie darauf achten, dass Sie nicht zu viel verdienen, um keine Kürzung der Förderung zu riskieren.
  • Als Werkstudent oder Ferienjobber sollten Sie eine Einkommensteuererklärung abgeben und sich so die vom Arbeitgeber abgeführte Lohnsteuer im Folgejahr zurückholen.
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Wenn Sie als Student neben dem Studium arbeiten wollen oder müssen, kommen für Sie unterschiedliche Arbeitsmodelle infrage. Sie können einen Minijob auf 450-Euro-Basis annehmen oder sich als Werkstudent anstellen lassen, falls Sie mehr verdienen müssen. Ein Vorteil für Studenten und Arbeitgeber: Für beide Beschäftigungsformen fallen nur reduzierte Abgaben an die Sozialversicherung an.

Ob als Minijobber, Werkstudent oder Teilzeit-Mitarbeiter: Im Fall einer abhängigen Beschäftigung hat ein Student dieselben Arbeitnehmerrechte wie seine Vollzeit-Kollegen. Dazu zählen der Anspruch auf Urlaub, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und – bei größeren Betrieben und entsprechenden Verträgen – auch ein Kündigungsschutz. Außerdem bietet die Arbeit während des Studiums die Chance, sich beizeiten ein Netzwerk mit Kontakten für die spätere Berufstätigkeit aufzubauen.

Was müssen Studenten bei einem Minijob beachten?

Wer eine studentische Aushilfe sucht, wird diese in der Regel als Minijobber beschäftigen. Dabei vereinbaren beide Seiten ein monatliches Gehalt von höchstens 450 Euro oder einen entsprechenden Stundenlohn. Dann meldet der Arbeitgeber seinen studentischen Mitarbeiter bei der Minijob-Zentrale an. Bei einem Minijob fallen für den Arbeitnehmer keine Beiträge für die Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung an. Auf Antrag kann sich der Minijobber auch von der Rentenversicherungspflicht befreien lassen.

Eine Beschäftigung in einem Minijob ist immer dann möglich, wenn der monatliche Verdienst 450 Euro nicht überschreitet. Diese Grenze ist allerdings nicht in Stein gemeißelt: Wenn Sie im Durchschnitt unter den 450 Euro bleiben, dürfen Sie in drei Monaten pro Jahr auch mehr verdienen, wenn dies für den Betrieb aus unvorhersehbaren Gründen erforderlich ist. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn eine Vollzeitkraft unvermittelt ausfällt und Sie als Minijobber einspringen. Ausschlaggebend ist dann die jährliche Verdienstobergrenze von 5.400 Euro.

Die geringfügige Beschäftigung hat für Studenten noch einen weiteren großen Vorteil: Wer auf 450-Euro-Basis arbeitet, der kann ohne Probleme weiterhin in der kostenlosen Familienversicherung der gesetzlichen Krankenkasse bleiben. Denn auch dafür hat der Gesetzgeber eine Grenze für den Zuverdienst von 450 Euro festgelegt. Jobbende Studenten, die jünger als 25 Jahre sind, müssen sich also um ihren Krankenversicherungsschutz keine Sorgen machen.

Zu Problemen kann es kommen, wenn Sie als Minijobber mehr als 450 Euro pro Monat verdienen. Denn Achtung: Weihnachts- und Urlaubsgeld erhöhen den durchschnittlichen Verdienst. Dann ist der Arbeitgeber verpflichtet, seinen Mitarbeiter bei der regulären Sozialversicherung anzumelden. Die Beiträge muss er für das laufende Jahr auch im Nachhinein entrichten.

Auch wenn mehrere Minijobs in der Summe zu einem höheren Verdienst führen, tritt die Sozialversicherungspflicht in Kraft. Als Minijobber dürfen Sie Ihrem Arbeitgeber andere Beschäftigungen deshalb nicht verschweigen.

Was müssen Werkstudenten beachten?

Wenn Sie als Student regelmäßig mehr als 450 Euro im Monat verdienen, sollten Sie sich als Werkstudent anstellen lassen. Das Arbeitsmodell ist für beide Seiten attraktiv: Einerseits zahlen sowohl der Arbeitgeber als auch Sie Beiträge in die Rentenkasse ein, was sich positiv auf Ihre spätere Rente auswirkt. Andererseits spart der Arbeitgeber Sozialabgaben, weil die Beiträge zur Arbeitslosenversicherung ebenso entfallen wie die zur Kranken- und Pflegeversicherung.

Bleibt der Verdienst unter 518,33 Euro im Monat, können Werkstudenten unter 25 Jahren kostenlos familienversichert bleiben, sofern keine weiteren Einkünfte vorhanden sind. Denn die Einkommensgrenze für die Familienversicherung von 435 Euro erhöht sich bei Werkstudenten um die Werbungskostenpauschale von monatlich 83,33 Euro auf insgesamt 518,33 Euro (Stand: 2018). Verdienen Hochschüler mehr, müssen sie eigene Beiträge – im Regelfall den reduzierten Studententarif in der gesetzlichen Krankenversicherung – zahlen. Das sind 91 Euro für Studenten ohne eigene Kinder.

Anders als Minijobber müssen Werkstudenten allerdings Einkommensteuer zahlen, sofern ihre Einkünfte oberhalb der steuerlichen Freibeträge liegen.

Außerdem gibt es noch eine sozialversicherungsrechtliche Besonderheit, die sogenannte Werkstudentenregel: Während des Semesters darf ein Werkstudent höchstens 20 Stunden in der Woche neben dem Studium arbeiten. In den Semesterferien gilt diese Obergrenze nicht. Dann darf ein Werkstudent mehr verdienen. Ausnahmen sind auch möglich, wenn die Arbeit nachts oder am Wochenende erfolgt und das Studium nicht behindert.

Welche weiteren Arbeitsmodelle gibt es für Studenten?

Neben einem Minijob und einem Vertrag als Werkstudent können Sie als Student auch mit anderen Modellen Geld verdienen. Wichtig in jedem Fall: Egal, um welche Beschäftigungsform es sich handelt, verlangen Sie einen schriftlichen Arbeitsvertrag – dann sind alle Arbeitsbedingungen und auch das Gehalt klar festgelegt.

Kurzfristige Beschäftigung in den Semesterferien

Diese Beschäftigungsform eignet sich für Studenten, die nur in den Semesterferien arbeiten. Von kurzfristiger Beschäftigung ist die Rede, wenn Sie bei einem Arbeitgeber übers Jahr nicht mehr als 70 Tage arbeiten oder wenn der Job auf drei Monate befristet ist.

Das Einkommen ist sozialversicherungsfrei. Auch der Arbeitgeber zahlt keine Beiträge. Außerdem gibt es keine Lohnobergrenzen und keine Begrenzung der wöchentlichen Arbeitsstunden. Aber auch diese Jobs sind steuerpflichtig: Der Arbeitgeber führt entweder die normale Lohnsteuer oder eine Pauschale von 25 Prozent an das Finanzamt ab.

Midijobs

Eine Zwischenstufe zwischen regulärer und geringfügiger Beschäftigung bilden die Midijobs mit einem Einkommen von 451 bis 850 Euro. In diesem Bereich steigen die Sozialabgaben linear auf den vollen Arbeitnehmeranteil von rund 20 Prozent. Diese Übergangsregelung gilt auch, wenn Sie mit mehreren Jobs insgesamt nicht mehr als 850 Euro im Monat verdienen. Der Arbeitgeber zahlt dagegen den vollen Beitragsanteil. Eine kostenlose Familienversicherung ist nicht möglich.

Selbstständig auf Honorarbasis arbeiten

Eine weitere Verdienstmöglichkeit besteht darin, neben dem Studium selbstständig auf Honorarbasis zu arbeiten. Für Ihre Arbeitsleistung schreiben Sie eine Rechnung, bekommen den Lohn brutto ausgezahlt und kümmern sich selbst um die Versteuerung Ihrer Einkünfte. Dafür müssen Sie beim Finanzamt eine Steuernummer beantragen. Liegt der Jahresgewinn über 9.000 Euro, wird Einkommensteuer fällig. Sie müssen eine Einkommensteuerklärung elektronisch abgeben, darunter auch die Anlage EÜR (steht für Einnahmenüberschussrechnung).

Umsatzsteuer müssen Sie in der Regel nicht berechnen, da Sie wahrscheinlich weniger als 17.500 Euro im Jahr einnehmen. Dann sind Sie Kleinunternehmer. Ihre Rechnungen dürfen dann keine Umsatzsteuer ausweisen. Sie können jedoch freiwillig zur Umsatzsteuer optieren.

Die selbstständige Tätigkeit hat Vorteile: Die Arbeit lässt sich flexibel erledigen, und es besteht keine Verpflichtung, Folgeaufträge zu übernehmen. Doch es gibt auch Nachteile: Arbeitnehmerrechte wie Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, Urlaub oder Kündigungsfristen gibt es dann nicht.

Welche Verdienstgrenzen gelten für Bafög-Empfänger?

Wenn Sie während des Studiums Bafög-Leistungen erhalten, müssen Sie noch weitere Einkommensgrenzen beachten. So dürfen Bafög-Empfänger in dem zwölfmonatigen Bewilligungszeitraum nur 5.416 Euro brutto dazuverdienen, das sind 450 Euro im Monat (Stand: 2018). Wenn Sie mehr verdienen, laufen Sie Gefahr, dass Ihre Förderung gekürzt oder ganz gestrichen wird.

Ist der Bewilligungszeitraum kürzer als zwölf Monate, wird das zulässige Einkommen anteilig berechnet. Wer als Student schon Kinder hat, darf auch mehr hinzuverdienen und kann sich über höhere Freibeträge freuen.

Anders als die Bafög-Leistungen wird das Kindergeld, das Eltern für ihren studierenden Nachwuchs bekommen, nicht durch Einkünfte aus Studentenjobs gefährdet. Seit 2012 gibt es in dieser Hinsicht keine Einschränkungen mehr. Mit einer Ausnahme: Wer bereits eine Berufsausbildung oder ein Studium abgeschlossen hat, gefährdet den Bezug von Kindergeld nur dann nicht, wenn es sich um eine geringfügige Beschäftigung (Minijob) handelt oder die wöchentliche Arbeitszeit 20 Stunden nicht überschreitet (Werkstudentenregel).

Haben Studenten Anspruch auf Mindestlohn?

Wie anderen Arbeitnehmern auch steht Studenten der gesetzliche Mindestlohn von 8,84 Euro pro Stunde zu (Stand: 2018). Dabei ist es egal, ob sie als Minijobber, Werkstudent oder in einem Ferienjob arbeiten. Entscheidend ist, dass es sich um eine abhängige Beschäftigung handelt. Keinen Anspruch auf Mindestlohn hat, wer für eine selbstständige Tätigkeit ein Honorar erhält.

Ausnahmen gelten ebenso für Studenten, die das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Auch wenn die Tätigkeit ein Teil der Ausbildung ist, beispielsweise der Praxisteil eines dualen Studiums oder ein von der Studienordnung vorgeschriebenes Pflichtpraktikum, muss kein Mindestlohn gezahlt werden.

Pflichtpraktika sind zudem grundsätzlich sozialversicherungsfrei, auch dann, wenn es eine Vergütung dafür gibt. Auch freiwillige Praktika während des Studiums müssen nicht vergütet werden, sofern sie der Berufsorientierung dienen. Hat der Praktikant dagegen bereits ein Studium oder eine Berufsausbildung abgeschlossen, muss der Mindestlohn beziehungsweise ein branchenüblicher Vergleichslohn gezahlt werden.

In einem Minijob begrenzt der Mindestlohn die durchschnittliche Arbeitszeit pro Monat auf weniger als 53 Stunden, da sonst die Verdienstgrenze von 450 Euro überschritten wird. Abhilfe schafft in diesen Fällen ein Arbeitszeitkonto: Dabei bleibt der Monatsverdienst gleich, auch wenn der Minijobber mal einige Stunden mehr oder weniger arbeitet.

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Lohnt sich eine Steuererklärung für Studenten?

Arbeiten Sie in einem Minijob, dann können Sie Ihr Gehalt bis zu 450 Euro monatlich steuerfrei einnehmen. Der Arbeitgeber versteuert den Lohn pauschal mit 2 Prozent und damit ist steuerlich alles erledigt. Werbungskosten können Sie keine absetzen.

Anders ist die Situation, wenn Sie mehr verdient haben – in einer Beschäftigungsform wie dem Midijob oder der kurzfristigen Beschäftigung. Meistens hat der Arbeitgeber Lohnsteuer einbehalten, möglicherweise auch Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer. Haben Sie in den Ferienmonaten viel verdient, dann hatten Sie in diesen Monaten hohe Steuerabzüge. Mit einer Steuererklärung im Folgejahr können Sie sich die Steuern möglicherweise komplett zurückholen.

Denn steuerfrei bleibt der Grundfreibetrag in Höhe von 9.000 Euro (2018) und 1.000 Euro Arbeitnehmer-Pauschbetrag, insgesamt also mindestens 10.000 Euro als Jahreseinkommen. Liegt das Einkommen darunter, erstattet das Finanzamt die Lohnsteuer in voller Höhe.

Und selbst bei höheren Einnahmen können Sie sich einen erklecklichen Teil zurückholen. Dies gilt vor allem dann, wenn Sie für Ihren Studentenjob berufliche Ausgaben von mehr als 1.000 Euro hatten. Hatten Sie durch die Fahrten zur Arbeit und weitere Werbungskosten höhere Ausgaben, können Sie diese statt der Werbungskostenpauschale geltend machen. Es können noch weitere Abzugspositionen hinzukommen: Die Beiträge für Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung sind Vorsorgeaufwendungen; diese können Sie als Sonderausgaben absetzen. Krankheitskosten gehören zu den außergewöhnlichen Belastungen.

Als Student sollten Sie auf jeden Fall eine Steuererklärung machen. Leichter geht dies mit einem Steuerprogramm. Im Ratgeber Steuersoftware geben wir einen Überblick und empfehlen geeignete Programme. Einige Anbieter stellen Studenten sogar kostenlose Versionen zur Verfügung: Wolters Kluwer mit der Steuersparerklärung für Studenten etwa oder unter bestimmten Voraussetzungen auch Haufe-Lexware mit Smartsteuer.

Achtung: Im Normalfall berechnet der Arbeitgeber die monatliche Lohnsteuer nach Ihren individuellen Besteuerungsmerkmalen (elektronische Lohnsteuerabzugsmerkmale) und dem Steuertarif. 

Bei einer kurzfristigen Beschäftigung hat er jedoch stattdessen die Möglichkeit, 25 Prozent vom Bruttolohn als pauschale Lohnsteuer einzubehalten. Das wäre für Sie nachteilig, weil Sie diese Pauschalsteuer nicht über eine Steuererklärung zurückbekommen. Bestehen Sie daher auf einer individuellen Besteuerung und holen sich im Jahr darauf die zu viel bezahlten Steuern mit einer Steuererklärung zurück.

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redaktion@finanztip.de (Finanztip Verbraucherinformation gGmbH) 02.10.2018 17:11:00 +0000
Kfz Generali : Generali Kfz-Versicherung https://www.finanztip.de/kfz-versicherung/generali-kfz-versicherung/ https://www.finanztip.de/?id=3026Unklare Preispolitik beim großen Anbieter

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Das Wichtigste in Kürze

  • Die Preise für die <a href="t3://page?uid=183">Kfz-Versicherung</a> der Generali sind nicht transparent.
  • Mit dem Rabattschutz können Sie im Jahr bis zu drei Schäden einreichen, ohne Ihre <a href="t3://page?uid=708">Schadenfreiheitsklasse</a> zu verlieren.
  • Die Beschwerdequote der Kfz-Versicherung liegt unter dem Marktschnitt.
  • Die Generali und ihre Tochterunternehmen Aachenmünchener und Cosmosdirekt bieten einen <a href="t3://page?uid=2588">Telematik-Tarif</a> an.
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Das Unternehmen Generali Versicherungen hat 2014 etwa 2,4 Millionen Fahrzeuge versichert und gehört damit zu den größeren Kfz-Versicherungen in Deutschland.

Preise: Nicht feststellbar

An dieser Stelle hätten wir gerne über die Preise der Generali in der Kfz-Versicherung informiert. Allerdings können potenzielle Kunden auf der Website des Unternehmens keine Kfz-Tarife berechnen. Unsere Preisanfrage wies die Presse-Abteilung mit der Begründung zurück, dass das Unternehmen nicht an unserer Beispielberechnung teilnehmen möchte. Somit können wir keinen Vergleich anstellen.

Zusatzoptionen: Schadenfreiheitsklasse sichern

Rabattschutz - Sie können als Zusatzoption einen sogenannten Rabattschutz wählen. Dadurch dürfen Sie bis zu 3 Schäden in der Vertragslaufzeit melden, ohne Ihre Schadenfreiheitsklasse zu verlieren. Statistisch gesehen lohnt sich diese Option nur, wenn sie deutlich weniger als 100 Euro in der Haftpflicht kostet und deutlich weniger als 200 Euro in der Vollkasko.

Verkehrsrechtsschutz - Sie können zusätzlich zum gewählten Tarif eine Verkehrsrechtsschutz-Versicherung abschließen. Ob sich eine solche Police lohnt, hängt von Ihrer persönlichen Risikoeinschätzung und Ihrer Neigung zu Klagen ab.

Telematik-Tarif der Generali

Hinter den Namen „Generali Mobility“ verbirgt sich der Telematik-Tarif der Generali. Mit einem solchen Tarif sollen Kunden Geld sparen, falls sie in den Augen des Unternehmens vorsichtig fahren. Je vorsichtiger die Fahrweise, desto niedriger sind die Beiträge. Versicherungen erhoffen sich davon weniger Schäden. Bis zu 20 Prozent können umsichtige Fahrer damit sparen.

Das Tochterunternehmen der Generali, die Aachenmünchener, bietet ebenfalls einen Telematik-Tarif an. Fahren Kunden sehr gut, sind bis zu 30 Prozent Ersparnis möglich.

Auch die Cosmosdirekt, eine weitere Generali-Tochter, bietet einen Telematik-Tarif an. Fahrer unter 28 Jahren können so bis zu 30 Prozent sparen. Allerdings kann sich bei der Cosmosdirekt der Beitrag erhöhen, falls Kunden schlecht fahren. Außerdem müssen Kunden mindestens eine Teilkasko-Versicherung abschließen.

Um Telematik zu nutzen, brauchen Kunden die jeweilige kostenlose App der Versicherung, die den Fahrstil unterwegs misst. Die Versicherer analysieren auf dieser Grundlage das Fahrverhalten anhand folgender Kriterien:

Hartes Bremsen - Wer hart bremst, hat den Verkehr um sich herum oft nicht im Blick. Dies kann zum Beispiel vor Ampeln oder im Stop-and-go-Verkehr passieren.

Geschwindigkeit - Überhöhte Geschwindigkeit führt zu mehr Unfällen und schwereren Unfallfolgen. Halten Sie sich an die Geschwindigkeitsbegrenzung, dann steigt die Bewertung Ihrer Fahrweise.

Schnelles Beschleunigen - Wer oft und schnell beschleunigt, wird mit Punktabzug bestraft, weil er als aggressiver Fahrer gilt.

Kurvenfahren - Flottes Kurvenfahren bewertet die Generali als schlechten Fahrstil. Die anderen beiden Tochterunternehmen gehen auf diesen Faktor nicht ein.

Ihr Weg zur günstigsten Autoversicherung

Um die günstigste Autoversicherung zu finden, sollten Sie sich nicht auf einen Anbieter allein verlassen. Unser großer Portaltest hat ergeben, dass Sie am besten mehrere Vergleiche kombinieren. Denn nicht alle Vergleichsportale listen alle Versicherungen. 

Sparen Sie mit dem doppelten Vergleich: Machen Sie Ihre Angaben bei einem günstigen Anbieter und überprüfen Sie das Ergebnis bei einem zweiten. Wir empfehlen Check24, Verivox und die Huk24. Damit erhalten Sie in allen Fällen ein sehr gutes Ergebnis und können auch direkt eine Police abschließen. Wie Sie die Vergleichsportale richtig einstellen, erklären wir in unserem Ratgeber zum Wechsel der Kfz-Versicherung.

Silke Kursawe von Finanztip, Expertin für Versicherungen

Mindestens zwei Internetportale nutzen

  • Vollkasko kann billiger als Teilkasko sein.
  • Versichern Sie grobe Fahrlässigkeit und Mallorca-Police.
  • Werkstattbindung ist sinnvoll und spart Geld.

» Zum Ratgeber

Empfohlene Vergleichsportale und Anbieter:

  • <a href="http://www.finanztip.de/link/check-kfz-v/ratgeber/">Check24</a>
  • <a href="http://www.finanztip.de/link/veri-kfz/ratgeber/">Verivox</a>
  • <a href="http://www.finanztip.de/link/huk24-pkw/ratgeber/">Huk24</a>
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Generali im Porträt: Kfz-Versicherung nicht profitabel

Die Generali betreute 2014 etwas mehr als 2,4 Millionen Fahrzeuge, die mindestens ein Jahr beim Unternehmen versichert waren, und nahm damit rund 630 Millionen Euro ein. Die Schaden-Kosten-Quote in der Kfz-Sparte lag bei 101 Prozent. Die Versicherung gilt damit knapp als nicht profitabel. Die Quote sagt aus, in welchem Verhältnis die Aufwendungen für versicherte Leistungen zu den eingenommenen Prämien stehen.

Die Beschwerdequote der Generali-Kfz-Versicherung lag 2014 laut einer Statistik der Bundesfinanzaufsicht (Bafin) bei 1,21 je 100.000 Verträge und damit unter dem Marktschnitt von 1,66.

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redaktion@finanztip.de (Finanztip Verbraucherinformation gGmbH) 02.10.2018 13:57:00 +0000
Allianz-Kfz : Allianz Kfz-Versicherung https://www.finanztip.de/kfz-versicherung/allianz-kfz-versicherung/ https://www.finanztip.de/?id=2699Wenig Beschwerden, aber teuer

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  • Die Kfz-Versicherung der Allianz ist erheblich teurer als der billigste Anbieter auf einem Vergleichsportal.
  • Durch eine Werkstattbindung können Sie Beiträge in der Kaskoversicherung sparen.
  • Die Beschwerdequote liegt mit 1 Beschwerde je 100.000 Verträgen deutlich unter dem Marktschnitt.
  • Die Versicherung bietet einen <a href="t3://page?uid=2588">Telematik-Tarif</a> an.
  • Die Allianz ist einer der größten Anbieter von <a href="t3://page?uid=183">Kfz-Versicherungen</a>.
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Die Allianz führt 8,2 Millionen Verträge in der Kfz-Versicherung in Deutschland. Damit ist sie die zweitgrößte Kfz-Versicherung in Deutschland. Nur die Huk-Coburg mit ihrer Tochtergesellschaft Huk24 versichert mehr Fahrzeuge.

Preise: Erheblich teurer als die Konkurrenz

Die Preise bei der Kfz-Versicherung der Allianz sind recht hoch. In einer Finanztip-Stichprobe mit vier verschiedenen Versicherungsnehmern, Städten, Autos und Berufen waren die Tarife der Allianz 25 Prozent teurer als der billigste Anbieter, den wir über die Vergleichsportale Nafi-Auto und Check24 gefunden haben.

<b>Durchschnitts- preis<b>Ersparnis im Schnitt in €<b>Ersparnis im Schnitt in %<b>teuerster Tarif im Vergleich&nbsp;zum&nbsp;billigsten
<b>Allianz</b>72418325,25150 %
<b>Huk-Coburg</b>598569,4352 %
<b>günstigster Tarif auf Vergleichsportal</b>54100

Preise gerundet.
Quelle: Finanztip-Berechnungen auf allianz.de, huk.de, check24.de und nafi-auto.de (Stand: 24. August 2015)

Zusatzoptionen: Top-Paket wählen

Für unsere Berechnungen haben wir den Tarif Top-Paket herangezogen, da nur darin wichtige Optionen wie Tierbisse mit Folgeschäden und Unfälle mit Tieren aller Art versichert sind.

Tierbisse - Schäden durch Tierbisse inklusive Folgeschäden sind im Top-Paket automatisch bis 3.000 Euro mitversichert. Andere Versicherer übernehmen die Kosten in unbegrenzter Höhe.

Tierunfälle - Unfälle mit Tieren aller Art sind im Top-Paket kostenfrei mitversichert.

Auslandsschadenschutz - Aktivieren Sie diese Option vor Vertragsabschluss, erhalten Sie Unterstützung nach deutschem Recht, auch wenn der Unfall im Ausland passiert ist. Dieser Schutz ist empfehlenswert, falls Sie oft mit dem Auto im Ausland unterwegs sind.

Werkstattbindung - Im Schadensfall gibt die Allianz die Werkstatt vor, in der Sie Ihr Auto reparieren lassen müssen. Wir empfehlen, diese Option zu wählen und so Kaskobeiträge zu sparen – es sei denn, es handelt sich um ein Leasing- oder fremdfinanziertes Fahrzeug. Das Gleiche gilt, wenn das Auto noch Herstellergarantie hat. Wie viel Sie sparen können, ist von Fall zu Fall unterschiedlich.

Telematik-Tarif: Start im zweiten Quartal 2016

Seit dem 28. April 2016 bietet die Allianz einen Telematik-Tarif für junge Fahrer an, die jünger als 29 Jahre sind. Damit sollen Kunden Versicherungsprämien sparen, wenn sie vorsichtig fahren. Je sicherer die Fahrer in den Augen der Versicherung unterwegs sind, desto mehr können sie sparen. Anbieter von Telematik-Tarifen erhoffen sich davon, weniger Schäden regulieren zu müssen.

Kunden benötigen die „Bonusdrive“-App der Allianz auf ihrem Smartphone. Diese verbindet sich mit dem Bluetooth-Autoradio und misst, wie die Kunden fahren. Bei Autos ohne ein solches Radio funktioniert auch ein Bluetooth-Stecker, den die Allianz kostenlos bereitstellt. Diesen müssen die Fahrer nur in den Zigarettenanzünder stecken.

Zusätzlich zum möglichen Nachlass durch guten Fahrstil bekommen Versicherungsnehmer nach 100 gefahrenen Kilometern im ersten Jahr eine Gutschrift von 10 Prozent der Prämie, egal wie sie fahren. Danach entscheidet nur die Fahrweise über den Rabatt. Die Allianz bewertet den Fahrstil nach folgenden Kriterien, wobei nicht jedes Kriterium gleich stark in die Wertung einfließt:

Hartes Bremsen -  Wer hart bremst, hat den Verkehr um sich herum oft nicht im Blick. Dies kann zum Beispiel vor Ampeln oder im Stop-and-Go-Verkehr passieren. Mögliche Folge ist ein Auffahrunfall. Einfluss: 30 Prozent.

Schnelles Beschleunigen - Wer oft und schnell beschleunigt, wird mit Punktabzug bestraft, weil er als aggressiver Fahrer gilt. Einfluss: 20 Prozent.

Kurvengeschwindigkeit - Neben der allgemeinen Geschwindigkeitsprüfung misst die Allianz die Kurvengeschwindigkeit. Wer Kurven zu schnell nimmt, baut statistisch gesehen öfter einen Unfall. Einfluss: 20 Prozent.

Tag, Zeit, Straßenart - Innerorts und im Berufsverkehr knallt es statistisch gesehen häufiger als bei einer Überlandfahrt am Sonntagnachmittag. Ersteres wird also eher schlecht bewertet. Einfluss: 20 Prozent.

Geschwindigkeit - Überhöhte Geschwindigkeit führt oft zu Unfällen mit schwerwiegenden Folgen. Halten Sie sich an die Geschwindigkeitsbegrenzung, dann steigt die Bewertung Ihrer Fahrweise. Einfluss: 10 Prozent.

Aus den verschiedenen Kategorien entwickelt sich ein Gesamtwert, den die Allianz in Medaillen ausdrückt. Pro Monat sammelt der Kunde eine Medaille. Eine Goldmedaille zählt drei Punkte, eine in Silber zwei Punkte und eine in Bronze ein Punkt. Im Jahr kann man so auf 36 Punkte kommen.

Abhängig von der Gesamtpunkzahl bekommen Kunden dann 30, 20 oder 10 Prozent Ermäßigung auf ihre Jahresprämie. Ab wie vielen Punkten die Allianz welche Ermäßigung gewährt, ist allerdings nicht bekannt. Zusätzlich zu den 10 Prozent, die jeder Teilnehmer beim Telematik-Tarif im ersten Jahr bekommt, ist für jeden Kunden so eine Ersparnis von 40 Prozent im ersten Jahr möglich. Im zweiten Jahr sind es dann noch 30 Prozent.

Ihr Weg zur günstigsten Autoversicherung

Um die günstigste Autoversicherung zu finden, sollten Sie sich nicht auf einen Anbieter allein verlassen. Unser großer Portaltest hat ergeben, dass Sie am besten mehrere Vergleiche kombinieren. Denn nicht alle Vergleichsportale listen alle Versicherungen. 

Sparen Sie mit dem doppelten Vergleich: Machen Sie Ihre Angaben bei einem günstigen Anbieter und überprüfen Sie das Ergebnis bei einem zweiten. Wir empfehlen Check24, Verivox und die Huk24. Damit erhalten Sie in allen Fällen ein sehr gutes Ergebnis und können auch direkt eine Police abschließen. Wie Sie die Vergleichsportale richtig einstellen, erklären wir in unserem Ratgeber zum Wechsel der Kfz-Versicherung.

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Allianz im Porträt: Deutschlands zweitgrößte Kfz-Versicherung

Die Kfz-Versicherung der Allianz war 2014 mit 8,2 Millionen versicherten Fahrzeugen und Beitragseinnahmen von 3,4 Milliarden Euro der zweitgrößte Kfz-Versicherer. Die Schaden-Kosten-Quote veröffentlicht die Versicherung nicht. Die Quote sagt aus, in welchem Verhältnis die Aufwendungen für versicherte Leistungen zu den eingenommenen Prämien stehen.

Die Beschwerdequote der Allianz-Kfz-Versicherung lag 2014 laut einer Statistik der Bundesfinanzaufsicht (Bafin) bei 1 je 100.000 Verträge. Das ist deutlich unter dem Marktdurchschnitt von 1,66.

Silke Kursawe von Finanztip, Expertin für Versicherungen

Mindestens zwei Internetportale nutzen

  • Vollkasko kann billiger als Teilkasko sein.
  • Versichern Sie grobe Fahrlässigkeit und Mallorca-Police.
  • Werkstattbindung ist sinnvoll und spart Geld.

» Zum Ratgeber

Empfohlene Vergleichsportale und Anbieter:

  • <a href="http://www.finanztip.de/link/check-kfz-v/ratgeber/">Check24</a>
  • <a href="http://www.finanztip.de/link/veri-kfz/ratgeber/">Verivox</a>
  • <a href="http://www.finanztip.de/link/huk24-pkw/ratgeber/">Huk24</a>
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redaktion@finanztip.de (Finanztip Verbraucherinformation gGmbH) 02.10.2018 13:53:00 +0000
Fristlose Kündigung Mietvertrag : Fristlose Kündigung der Wohnung https://www.finanztip.de/fristlose-kuendigung-mietvertrag/ https://www.finanztip.de/?id=1011Wenn Ihr Mietvertrag fristlos gekündigt wird

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Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Vermieter kann nur dann fristlos kündigen, wenn er einen wichtigen Grund dazu hat.
  • Der häufigste Kündigungsgrund ist, dass der Mieter mit seinen Zahlungen erheblich in Rückstand geraten ist.
  • Innerhalb einer Schonfrist kann der Mieter seine Schulden begleichen, auch wenn er schon die Kündigung bekommen hat. Sie wird dadurch unwirksam.
  • Bei anderen Pflichtverletzungen muss der Vermieter zunächst abmahnen.
  • Kein Vermieter kann seinen Mieter eigenmächtig auf die Straße setzen. Er muss dazu Räumungsklage einreichen.

So gehen Sie vor

  • Geraten Sie nicht in Panik, wenn Sie eine fristlose Kündigung Ihrer Wohnung erhalten haben: Nicht jede Kündigung ist wirksam.
  • Lassen Sie die Kündigung überprüfen. Wenden Sie sich dazu entweder an einen Mieterverein oder an einen Fachanwalt für Mietrecht.
  • Sind Sie gekündigt worden, weil Sie mit der Miete im Rückstand sind, sollten Sie Ihre Schulden rasch vollständig zahlen. Bei Bedarf kann das Sozialamt oder das Jobcenter helfen.
  • Haben Sie weniger gezahlt, weil Sie die Miete gemindert haben, sollten Sie sich umgehend mietrechtlich beraten lassen.
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Wer wünscht sich das nicht: ein faires und harmonisches Miteinander zwischen Mieter und Vermieter. Doch manchmal gibt es Situationen, in denen der Mieter sofort ausziehen will – oder der Vermieter will den Mieter am liebsten sofort vor die Tür setzen. Doch so einfach ist es nicht.

Mieter genießen Kündigungsschutz. Nur in gesetzlich klar umrissenen Fällen darf Ihr Vermieter kündigen. Eine Räumung der Wohnung gegen Ihren Willen ist nur möglich, wenn die Kündigung von einem Gericht geprüft und als wirksam bestätigt wurde. Geraten Sie daher nicht in Panik, wenn Ihr Vermieter Sie auffordert, aus der Wohnung kurzfristig auszuziehen.

Nur in Ausnahmefällen kann Ihr Vermieter den Mietvertrag beenden, ohne eine Frist einzuhalten – zum Beispiel, wenn Sie derart schwerwiegende Vertragsverletzungen begangen haben, die der Vermieter nicht hinnehmen muss oder falls Sie Ihre Miete nicht gezahlt haben (§ 543 BGB).

Ein Gericht wägt immer die Interessen von Vermieter und Mieter gegeneinander ab. Und es kommt auf die Umstände des Einzelfalls an. Sprechen schwerwiegende persönliche Gründe gegen eine Kündigung wie Pflegebedürftigkeit oder Krankheit, muss der Vermieter diese auch bei einer fristlosen Kündigung berücksichtigen (BGH, Urteil vom 9. November 2016, Az. VIII ZR 73/16).

Mietrückstand: Wann darf der Vermieter fristlos kündigen?

Wenn Sie mit Ihrer Miete in Verzug sind, riskieren Sie eine fristlose Kündigung. Dazu muss der Mietrückstand aber erheblich sein (§ 543 Abs. 2 Satz 1 Nr. 3 BGB, § 569 Abs. 3 Nr. 1 BGB). Die fristlose Kündigung wegen Mietrückstands ist möglich, wenn

  • Sie in zwei aufeinanderfolgenden Monaten überhaupt keine Miete bezahlt haben,
  • Sie in zwei aufeinanderfolgenden Monaten die Miete nur teilweise bezahlt haben und die zwei rückständigen Beträge in der Summe eine Monatsmiete überschreiten,
  • Sie über mehr als zwei Monate hinweg, die nicht zusammenhängend sein müssen, die Miete teilweise nicht gezahlt haben und ein Mietrückstand von zwei Monatsmieten entstanden ist.

Ihr Vermieter muss den Mietrückstand nicht anmahnen, er kann sofort kündigen. Zur Miete zählen auch die Nebenkostenvorauszahlungen. Wegen Nachforderungen aus der Nebenkostenabrechnung kann Ihr Vermieter den Mietvertrag aber nicht fristlos kündigen.

Haben Sie die Miete wegen bestehender Wohnungsmängel zu Recht gemindert, dann darf Ihr Vermieter nicht kündigen. Vorsicht: Wer zu Unrecht oder zu viel mindert, riskiert die Kündigung. Sind Sie unsicher, sollten Sie sich an einen Mieterverein oder an einen Fachanwalt für Mietrecht wenden.

Aber eine fristlose Kündigung bedeutet nicht, dass Sie sofort ausziehen müssen. Ihren Auszug kann der Vermieter erst durchsetzen, nachdem er erfolgreich die Räumung der Wohnung eingeklagt hat.

Wie wirkt sich eine Zahlung der Mietschulden aus?

Wenn Sie spätestens innerhalb von zwei Monaten nach Zustellung der Räumungsklage den Rückstand voll bezahlen (§ 569 Abs. 3 Nr. 2 BGB), müssen Sie nicht ausziehen. Denn die fristlose Kündigung wird durch die Zahlung innerhalb der Schonfrist unwirksam. Teilzahlungen genügen selbst bei einem nur geringen Restbetrag nicht. Ebenso wenig reicht es, wenn Sie Ratenzahlungen anbieten.

Sie können Ihren Mietrückstand auch mit eventuellen Forderungen gegenüber Ihrem Vermieter verrechnen. Eine solche Aufrechnung ist zum Beispiel möglich, wenn Sie einen Anspruch auf die Rückerstattung von Nebenkosten haben.

Wenn Sie das Geld nicht selbst aufbringen können, sollten Sie sich an das Sozialamt Ihres Bezirks wenden: Sie können bei der Abteilung Soziale Wohnhilfe einen Antrag auf Übernahme der Mietschulden stellen. Erkundigen Sie sich zugleich, ob Sie Anspruch auf Wohngeld haben.

Falls Sie arbeitslos sind, Arbeitslosengeld II erhalten und die Mietrückstände nicht alleine aufbringen können, sollten Sie beim Jobcenter einen Antrag auf Übernahme Ihrer Mietschulden stellen und so den drohenden Verlust der Wohnung abwenden. Wichtig ist, dass Sie schnell handeln.

Fristlose Kündigung mit hilfsweise erklärter ordentlicher Kündigung

Neben der außerordentlichen fristlosen Kündigung sprechen Vermieter häufig gleichzeitig hilfsweise die ordentliche Kündigung wegen Zahlungsverzugs aus. Das ist nach Auffassung des Bundesgerichtshofs zulässig (Urteile vom 19. September 2018, Az. VIII ZR 231/17 und VIII ZR 261/17).

Vermieter hoffen darauf, dass vor Gericht wenigstens die ordentliche Kündigung Bestand hat, selbst wenn die außerordentliche Kündigung für unwirksam erklärt wird oder nachträglich unwirksam wird.

Wird nämlich die fristlose Kündigung unwirksam, weil der Mieter seine Schulden innerhalb der Schonfrist gezahlt hat, kann die ordentliche weiter Bestand haben (BGH, Beschluss vom 20. Juli 2016, Az. VIII ZR 238/15; Urteil vom 19. September 2018, Az. VIII ZR 231/17 und VIII ZR 261/17 ). In diesem Fall müssten Sie nach Ablauf der regulären Kündigungsfrist ausziehen – auch wenn Sie Ihre Schulden beglichen haben.

Mehrfacher Mietrückstand

Wenn Sie innerhalb der letzten zwei Jahre schon einmal eine fristlose Kündigung wegen Mietrückstands erhalten haben und jetzt erneut in Rückstand geraten, können Sie die zweite Kündigung auch durch eine Nachzahlung nicht mehr aus der Welt schaffen.

Enttäuschtes Vertrauen

Ihr Vermieter darf auch dann fristlos kündigen, wenn er nicht mehr darauf vertrauen kann, dass Sie pünktlich zahlen. Zahlen Sie kurz nach einer Abmahnung wegen Unpünktlichkeit schon wieder zu spät, dann darf er auch fristlos kündigen (BGH, Urteil vom 4. Februar 2009, Az. VIII ZR 66/08).

Aus welchen Gründen darf der Vermieter fristlos kündigen?

Neben Zahlungsrückstand gibt es weitere wichtige Gründe und Pflichtverletzungen, die eine fristlose Kündigung rechtfertigen können. Wir haben die wichtigsten für Sie zusammengestellt.

Erhebliche Belästigung der Hausbewohner - Wer seine Mitbewohner belästigt, riskiert eine fristlose Kündigung, wenn er dadurch nachhaltig den Hausfrieden stört (AG Berlin-Wedding, Urteil vom 25. Juni 2013, Az. 7 C 148/12). Auch wenn der Mieter mehrfach täglich Tauben füttert, kann das eine außerordentliche Kündigung rechtfertigen (AG Nürnberg, Urteil vom 8. April 2016, Az. 14 C 7772/15).

Andauernde Lärmbelästigung - Normale Wohngeräusche und Lärm von Kindern berechtigen nicht zur fristlosen Kündigung (AG Frankfurt am Main, Urteil vom 9. September 2005, Az. 33 C 3943/04). Andauernder Lärm kann allerdings den Hausfrieden nachhaltig stören und zur fristlosen Kündigung berechtigen (LG Berlin, Urteil vom 11. Februar 2010, Az. 67 S 382/09).

Unerlaubte Untervermietung - Hat der Mieter einen vertraglichen oder gesetzlichen Anspruch auf Erlaubnis der Untervermietung, diese aber nicht eingeholt, kann der Vermieter zwar kündigen. Sie können sich aber gegen die Kündigung mit dem Einwand der unzulässigen Rechtsausübung wehren (dazu auch BGH, Urteil vom 4. Dezember 2013, Az. VIII ZR 5/13).

Ständig unpünktliche Mietzahlung - Wichtig ist, dass bei einer solchen Kündigung eine Abmahnung erforderlich ist, da es sich nicht um einen vom Bürgerlichen Gesetzbuch erfassten Fall des Zahlungsverzugs handelt (BGH, Urteil vom 1. Juni 2011, Az. VIII ZR 91/10).

Vertragswidrige Nutzung - Wenn Sie die Wohnung vertragswidrig nutzen, also beispielsweise in einer Wohnimmobilie ohne Wissen des Vermieters ein Gewerbe betreiben oder ihrer beruflichen Tätigkeit mit Publikumsverkehr nachgehen, kann das nach Abmahnung zur fristlosen Kündigung führen (BGH, Urteil vom 10. April 2013, Az. VIII ZR 213/12).

Erhebliche Gefährdung der Mietsache - Gefährdende Pflichtverletzungen können sein: kein regelmäßiges Lüften der Mieträume (AG Hannover, Urteil vom 31. August 2005, Az. 565 C 15388/04); Nichterfüllung der vertraglich übernommenen Instandhaltungspflicht; Herbeiführung einer Brandgefahr; übermäßige Tierhaltung (LG Karlsruhe, Urteil vom 12. Januar 2001, Az. 9 S 360/00); unterlassenes Heizen trotz Frostgefahr (LG Hagen, Urteil vom 19. Dezember 2007, Az. 10 S 163/07).

Kaution nicht gezahlt - Wenn Sie Ihre Kaution noch nicht gezahlt haben und der noch nicht gezahlte Betrag einer zweifachen Monatskaltmiete entspricht, darf der Vermieter fristlos kündigen. Eine Schonfrist, in der Sie nachzahlen können, gibt es dann nicht. Eine Abmahnung ist nicht erforderlich (§ 569 Abs. 2a BGB).

Vorvermieterbescheinigung gefälscht - Wer eine Vorvermieterbescheinigung fälscht, kann fristlos gekündigt werden (BGH, Urteil vom 9. April 2014, Az. VIII ZR 107/13).

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Vermieter muss vorher in der Regel abmahnen

Beachten Sie, dass der Vermieter Sie vor der Kündigung wegen einer Pflichtverletzung immer abmahnen und auffordern muss, das vertragswidrige Verhalten zu beenden (§ 543 Abs. 3 BGB).

Zugleich muss er Ihnen die fristlose Kündigung androhen. Erst wenn Sie die Abmahnung nicht beachten, kann er Ihnen fristlos kündigen. Haben Sie also keine Abmahnung erhalten, ist die Kündigung in aller Regel unwirksam.

Achtung: Ihr Vermieter muss Sie nicht erst abmahnen, wenn er Ihnen wegen Mietschulden kündigt. Das gilt auch, falls Sie die Kaution nicht gezahlt haben.

Was muss in der fristlosen Kündigung stehen?

Im Kündigungsschreiben muss der Vermieter angeben, warum er gekündigt hat (§ 569 Abs. 4 BGB). Es reicht nicht, wenn er zum Beispiel ganz allgemein wegen erheblicher Lärmbelästigung kündigt, ohne sie konkret zu benennen (LG Stuttgart, Beschluss vom 7. Juni 2006, Az. 19 T 33/06). Er kann auch nicht einfach den Grund nachliefern, sondern muss Ihnen erneut eine Kündigung schicken, aus der Sie den Grund entnehmen können.

Wann muss der Mieter nach fristloser Kündigung ausziehen?

Ziehen Sie trotz der außerordentlichen fristlosen Kündigung nicht aus, kann der Vermieter Sie nicht einfach auf die Straße setzen: Er muss beim zuständigen Amtsgericht auf Räumung klagen. Das Gericht prüft dann, ob die außerordentliche fristlose Kündigung zulässig und begründet war.

Selbst wenn vor Gericht ein Räumungsurteil ergangen ist, kann der Eigentümer nicht einfach eigenmächtig gegen Sie vorgehen, wenn Sie die Wohnung nicht räumen: Er muss in jedem Fall einen Gerichtsvollzieher mit der Vollstreckung des Urteils beauftragen. Nur dieser darf die Zwangsräumung vornehmen und Ihnen den weiteren Zutritt verweigern, indem er die Wohnung versiegelt. Die Kosten dafür müssen Sie tragen.

Damit es jedoch nicht so weit kommt: Schützen und wehren Sie sich rechtzeitig! Lassen Sie sich von einem Mieterverein oder einem Fachanwalt für Mietrecht beraten! Wie Sie einen guten Rechtsanwalt für Mietrecht finden, lesen Sie in unserem Ratgeber Anwaltssuche und Anwaltskosten.

Wann können Mieter fristlos kündigen?

Auch als Mieter können Sie außerordentlich fristlos kündigen, wenn Sie die Mietwohnung ganz oder teilweise nicht rechtzeitig oder gar nicht mehr nutzen können. Dass von der Wohnung möglicherweise erhebliche Gefahren für Ihre Gesundheit ausgehen, ist ein weiterer Grund.

Dieses Kündigungsrecht ist besonders wichtig, wenn Sie Ihr Mietverhältnis gar nicht ordentlich kündigen können, weil Sie einen befristeten Mietvertrag unterschrieben haben. Auch in einem ordentlich kündbaren Mietverhältnis bietet es Ihnen die Möglichkeit, aus dem Mietvertrag herauszukommen, ohne dass Sie sich an die Kündigungsfrist halten müssen.

Nichtgewährung des vertragsgemäßen Gebrauchs

  • Der Vermieter hat den Schlüssel nicht übergeben oder die Wohnung ist noch anderweitig vermietet.
  • Wegen Bauarbeiten kann die Wohnung zeitweise nicht genutzt werden.
  • Die tatsächliche Wohnfläche unterschreitet die im Mietvertrag angegebene um mehr als 10 Prozent (BGH, Urteil vom 29. April 2009, <a href="http://juris.bundesgerichtshof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bgh&amp;Art=en&amp;nr=48015&amp;pos=0&amp;anz=1">Az. VIII ZR 142/08</a>).
  • Der Vermieter behält die Schlüssel ein und betritt die Mietwohnung unberechtigterweise (OLG Celle, Beschluss vom 5. Oktober 2006, <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=OLG%20Celle&amp;Datum=05.10.2006&amp;Aktenzeichen=13%20U%20182/06">Az. 13 U 182/06</a>).
  • Während der Heizperiode fällt die Heizung aus (KG Berlin-Brandenburg, Urteil vom 28. April 2008, <a href="http://www.gerichtsentscheidungen.berlin-brandenburg.de/jportal/portal/t/279b/bs/10/page/sammlung.psml?pid=Dokumentanzeige&amp;showdoccase=1&amp;js_peid=Trefferliste&amp;documentnumber=1&amp;numberofresults=1&amp;fromdoctodoc=yes&amp;doc.id=KORE421462008&amp;doc.part=L&amp;doc.price=0.0#focuspoint">Az. 8 U 209/07</a>).

Erhebliche Gesundheitsgefährdung

Ohne die Kündigungsfrist abzuwarten können Sie fristlos kündigen, wenn Ihre Gesundheit in Gefahr ist. Dazu einige Beispiele aus der Rechtsprechung.

  • <b>Schimmelpilz in Mieträumen:</b> Ob Schimmelpilz in Mieträumen die Gesundheit der Bewohner gefährdet, lässt sich allerdings nicht allgemein beantworten und kann in vielen Fällen nur durch ein medizinisches Sachverständigengutachten geklärt werden (BGH, Urteil vom 18. April 2007, <a href="http://juris.bundesgerichtshof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bgh&amp;Art=en&amp;nr=39916&amp;pos=0&amp;anz=1">Az. VIII ZR 182/06</a>).
  • <b>Sicherheitsmängel:</b> Nicht verkehrssichere, bauliche Beschaffenheit von Treppen, Fußböden oder Galerien (OLG Brandenburg: Urteil vom 2. Juli 2008, <a href="http://www.olg.brandenburg.de/sixcms/media.php/4250/3%20U%20156-07.pdf">Az. 3 U 156/07</a>).
  • <b>Hochwasserschäden:</b> Ist die Wohnung auf absehbare Zeit nicht bewohnbar und sind Gesundheitsgefährdungen wegen Schlamm in der Wohnung zu befürchten, können Sie ebenfalls fristlos kündigen.

Zuerst abmahnen

Denken Sie daran, den Vermieter abzumahnen oder ihm eine Frist zur Abhilfe zu setzen, bevor Sie die fristlose Kündigung aussprechen. Schreiben Sie genau, was nicht in Ordnung ist und fordern Sie ihn auf, diesen Missstand innerhalb einer angemessenen Zeit zu beheben. Die Frist, die Sie Ihrem Vermieter lassen, hängt davon ab, was er machen muss. Wir empfehlen zwei Wochen.

Keine fristlose Kündigung bei Jobwechsel oder -verlust

Sie können Ihren Mietvertrag nicht aus wichtigem Grund außerordentlich kündigen, wenn Sie Ihren Job wechseln oder verlieren. Sind Sie am Verlust Ihrer Stelle oder am Arbeitsplatzwechsel nicht selbst schuld, können Sie von Ihrem Vermieter aber verlangen, den Mietvertrag vorzeitig aufzuheben – häufig wenn Sie einen Nachmieter stellen.

Julia Rieder von Finanztip, Expertin für Versicherungen

Ein Rechtsstreit kann teuer werden

  • Rechtsschutz ist sinnvoll, aber kein Muss.
  • Viele Fälle, etwa rund um Hausbau oder Scheidung, sind nicht versichert.
  • Wir zeigen gute Tarife zu einem fairen Preis.

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Von uns empfohlene Tarife:

  • <a href="http://finanztip.de/link/arag-rechtsschutz/rvb/">Arag Aktiv Komfort</a>
  • <a href="http://finanztip.de/link/auxilia/rvb/">Auxilia Jurprivat</a>
  • <a href="http://finanztip.de/link/huk24-rechtsschutz/rvb/">Huk24 PBV Plus</a>
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Photovoltaik-Förderung : Photovoltaik-Förderung https://www.finanztip.de/photovoltaik/pv-foerderung/ https://www.finanztip.de/?id=2549Solaranlage und Batteriespeicher günstig finanzieren

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Das Wichtigste in Kürze

  • Verschiedene Programme fördern die Anschaffung von Photovoltaik-Anlagen und Batteriespeichern. Diese können bundesweit gelten oder auf ein einzelnes Bundesland beschränkt sein.
  • Bei der Förderung kann es sich um ein zinsgünstiges Darlehen mit Tilgungszuschuss handeln, nur um einen zinsgünstigen Kredit oder um einen Investitionszuschuss.
  • Die Programme sind meist an Bedingungen geknüpft, beispielsweise hinsichtlich der Betriebsdauer oder des Installationsorts.
  • Den Antrag auf Förderung müssen Sie in der Regel schon stellen, bevor Sie eine Anlage kaufen.

So gehen Sie vor

  • Wenn Sie eine Photovoltaik-Anlage, einen Batteriespeicher oder beides zusammen anschaffen wollen, informieren Sie sich vor dem Kauf über Förderprogramme, beispielsweise in diesem Ratgeber.
  • Alternativ bietet sich ein Fördermittel-Check beim gemeinnützigen Onlineportal CO2-online an: Nach Angabe Ihrer Postleitzahl und Ihres Investitionswunsches bekommen Sie alle infrage kommenden Programme angezeigt.
  • Prüfen Sie, welche Förderprogramme Sie für die geplante Größe Ihrer Anlage überhaupt nutzen können und welches Programm das meiste bringt.
  • Lesen Sie die Bedingungen aufmerksam durch und entscheiden Sie dann, ob Sie einen Förderantrag stellen.
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Wollen Sie sich selbst mit Solarstrom versorgen, müssen Sie mehrere Tausend Euro in eine Photovoltaik-Anlage investieren. Für einen Batteriespeicher ist ebenfalls ein vierstelliger Betrag einzuplanen. Der Staat hilft aber bei der Finanzierung: Er gibt zinsgünstige Kredite und Tilgungszuschüsse.

Wie senkt eine Photovoltaik-Anlage die Stromkosten?

Anders als noch vor einigen Jahren erzielen Betreiber einer Photovoltaik-Anlage mit dem Einspeisen vom Solarstrom keine großen Renditen mehr. Trotzdem rechnet sich ein kleines Solarkraftwerk auf dem Hausdach stark: Denn die selbst erzeugte Kilowattstunde kostet Sie aus einer neuen Anlage im Regelfall nur 10 bis 12 Cent und damit nur knapp ein Drittel des Stroms, den Sie aus der Steckdose beziehen.

Bei richtiger Auslegung können Sie etwa 30 Prozent des Stroms aus einer kleinen Photovoltaik-Anlage direkt verbrauchen. Den Rest können Sie auch weiterhin ins Stromnetz speisen. Dafür erhalten Sie vom Netzbetreiber 11,83 Cent pro Kilowattstunde, wenn die Anlage bis Ende Oktober 2018 in Betrieb geht und maximal 10 Kilowatt Leistung hat.

Die Einnahmen aus der Einspeisung können sich bei einer 4 Kilowatt großen Anlage auf jährlich rund 340 Euro belaufen – über eine Dauer von 20 Jahren. Der wirtschaftliche Vorteil aus dem Verbrauch des eigenen Stroms ist aber ein bisschen größer: Angenommen, Sie haben einen Stromverbrauch von 3.500 Kilowattstunden, so können Sie Ihren Bezug um 1.200 Kilowattstunden senken. Damit sparen Sie rund 360 Euro pro Jahr. Steigt der Strompreis in den nächsten Jahren, erhöht sich Ihre Ersparnis.

Um von eigenem Solarstrom zu profitieren, müssen Sie aber zuerst investieren: 1.000 bis 1.400 Euro pro Kilowatt Leistung (netto) sind für eine Photovoltaik-Anlage einzuplanen. Bei 4 Kilowatt Leistung sollten Sie daher mit bis zu 5.600 Euro rechnen. Staatliche Förderprogramme helfen, eine solche Investition zu schultern.

Unser Ratgeber informiert Sie sowohl über bundesweite Programme als auch auf einzelne Bundesländer beschränkte. Über den Fördermittel-Check des gemeinnützigen Onlineportals CO2-online erfahren Sie auch, wenn Unternehmen die Errichtung von Photovoltaik-Anlagen und Batteriespeichern anreizen. Geben Sie dazu in die Suchmaske ein, in welchem Haus Sie wohnen und welche Investition Ihnen vorschwebt. Der Fördermittel-Check weist Sie auch auf Zuschüsse hin, die Sie bei der Modernisierung Ihrer Heizung oder bei einer energetischen Sanierung Ihres Hauses in Anspruch nehmen können.

Wie fördert die Bundesregierung den Kauf von Solaranlagen?

Die staatliche KfW-Bankengruppe hat zur Förderung von Photovoltaik-Anlagen das Programm „Erneuerbare Energien 270“ aufgelegt. Es ermöglicht, Solaranlagen zinsgünstig zu finanzieren, egal wo Sie wohnen – das Programm gilt bundesweit.

Wenn Sie ein solches Darlehen in Anspruch nehmen möchten, müssen Sie die Photovoltaik-Anlage länger als zwölf Monate am Stromnetz betreiben. Gefördert werden neben den reinen Anschaffungskosten die Kosten für Planung, Projektierung und Installation der Anlage. Auch für gebrauchte Anlagen gibt es Kredite, wenn die Anlage entweder noch kein volles Jahr am Netz ist oder wenn Sie die Anlage anschließend so modernisieren, dass sich ihre Leistung erhöht.

Die Förderkredite haben Laufzeiten von fünf, zehn oder zwanzig Jahren. Der effektive Jahreszins beträgt im günstigsten Fall 1,26 Prozent, ist aber abhängig von der Bonität des Antragstellers. Diese ermittelt die Hausbank, über die auch der Kreditvertrag abgeschlossen wird. Auf der Website der KfW finden Sie die aktuellen Konditionen der KfW-Kredite und die Details der Abwicklung.

Wollen Sie das Programm nutzen, wenden Sie sich vor Kauf der Anlage an Ihre Hausbank. Sie reicht Ihren Antrag bei der KfW ein und schließt nach der Bewilligung den Kreditvertrag mit Ihnen.

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Wann bezuschusst der Bund die Investition in Batteriespeicher?

Wenn Sie mehr eigenen Solarstrom nutzen wollen, brauchen Sie einen Batteriespeicher. Mit solch einem Gerät im eigenen Haus können Sie sich locker zur Hälfte mit selbst erzeugtem Strom versorgen. Die Preise für die Speicher sind in den vergangenen Jahren zwar stark gefallen. Dennoch kosten die gängigen Geräte für den Hausgebrauch noch immer happige 3.000 bis 10.000 Euro (netto). Auch hier kann ein Förderprogramm bei der Finanzierung helfen.

Die KfW-Bankengruppe bietet das Förderprogramm 275, um die Kosten der Anschaffung und Installation zu bestreiten. Es gilt für Batteriesysteme, die den Strom aus Photovoltaik-Anlagen mit bis zu 30 Kilowatt Leistung speichern, sich in Deutschland befinden und mindestens fünf Jahre in Betrieb sein müssen. Auch hier gilt: Wer die Förderung nutzen möchte, muss die Anlage über einen Kredit der KfW finanzieren. Einen Kreditantrag können Sie auch für einen Speicher und eine Photovoltaik-Anlage zusammenstellen. Die Bank bietet Kredite ab 1,1 Prozent effektivem Jahreszins. Nur für den Speicher gibt es zusätzlich einen Tilgungszuschuss. Verbraucher haben 2017 im Schnitt rund 2.100 Euro dazubekommen.

Um die Förderung zu nutzen, müssen Sie ein Angebot für einen Speicher oder auch für Speicher und Solaranlage zusammen einholen und sich damit an Ihre Bank wenden. Diese beantragt den Kredit bei der KfW. Ist der Antrag bewilligt, können Sie den Kreditantrag mit Ihrer Hausbank schließen, das gesamte System kaufen und installieren lassen. Im Anschluss fordern Sie den Zuschuss für den Speicher ein.

Eine Bedingung müssen Sie aber in Kauf nehmen: Maximal dürfen Sie nur 50 Prozent Ihrer maximalen Solarstromleistung ins Stromnetz einspeisen. Verfügt Ihre Photovoltaik-Anlage zum Beispiel über 4 Kilowatt, dürfen Sie das Netz mit höchstens 2 Kilowatt belasten. Der örtliche Netzbetreiber kümmert sich um die Einhaltung – er kann die Solarstromanlage über eine Schnittstelle aus der Ferne abregeln. In der Regel sollte Ihnen dadurch aber kaum wirtschaftlicher Schaden stehen – zumindest, wenn die Größe des Speichers gut auf die Größe der Solaranlage und auf Ihren Strombedarf abgestimmt ist. Sie legen sich durch diese Regel aber natürlich stark fest, was Sie mit Ihrem Solarstrom machen.

Wie hoch ist die KfW-Förderung für Batteriespeicher?

Wer 2018 einen Antrag einreicht, erhält einen Zuschuss in Höhe von 10 Prozent der Kosten für den Kauf und die Installation des Speichers. Geben Sie 4.000 Euro aus, können Sie mit 400 Euro rechnen. Planen Sie eine teurere Investition in Höhe von 8.000 Euro, kann der Staat 800 Euro dazugeben.

Allerdings gibt es eine Grenze: Übersteigt das Verhältnis von Speicherkosten zur Leistung der installierten Photovoltaik-Anlage 2.000 Euro, beträgt der Zuschuss maximal 200 Euro pro Kilowatt Solarstromleistung, sofern beide Anlagen zusammen angeschafft werden. Rüsten Sie den Speicher zu einer bestehenden Solaranlage nach, liegt der Höchstsatz bei 220 Euro pro Kilowatt Leistung.

Um im Beispiel zu bleiben: Wollen Sie einen Speicher für 4.000 Euro anschaffen, erhalten Sie 400 Euro Zuschuss, wenn die ebenfalls neu installierte Photovoltaik-Anlage mindestens 2 Kilowatt Leistung aufweist. Falls Sie den Speicher nachrüsten, sollte die Photovoltaik-Anlage mindestens 1,82 Kilowatt Leistung haben, um den höchstmöglichen Zuschuss zu beanspruchen. Ist der Solargenerator jeweils kleiner, fällt die Förderung geringer aus.

Zum Jahresende 2018 läuft das Förderprogramm aus. Der Eingangsstempel entscheidet, ob die KfW einen Antrag noch bearbeitet. Seit Mai 2013 unterstützt die Bundesregierung – mit einer Pause von drei Monaten im Jahr 2016 – die Investition in Batteriespeicher. In der ersten Jahreshälfte 2018 gingen rund 1.000 Geräte mit staatlichem Zuschuss in Betrieb.

Welche Bundesländer fördern Solaranlagen und Speicher?

Den Bundesländern steht es frei, eigene Förderprogramme aufzulegen. 2018 unterstützen Thüringen und Baden-Württemberg den Kauf von Photovoltaik-Anlagen und Batteriesystemen, um den erzeugten Strom zu speichern. In Sachsen und Brandenburg gibt es jeweils ein Programm nur für Batteriespeicher. Bedingung ist dabei jeweils, dass die Anlagen im eigenen Bundesland installiert sind. Das bedeutet: Nur wer in Thüringen, Sachsen, Brandenburg oder Baden-Württemberg eigenen Solarstrom verwenden kann, kann sich für die Programme bewerben.

In Thüringen kann der Zuschuss zu einer Photovoltaik-Anlage als auch für einen Batteriespeicher bis zu 20 Prozent der Investition betragen. Egal ist dabei, ob Sie den Speicher zu einer bestehenden Photovoltaik-Anlage hinzufügen oder ob Sie die Photovoltaik-Anlage zusammen mit dem Speicher installieren lassen. Bedingung ist in jedem Fall, dass Sie einen Teil des Strom selbst nutzen. Beanspruchen Sie die Speicherförderung, muss Ihr Eigenverbrauch bei mindestens 60 Prozent liegen. Darüber hinaus ist für das Speichergerät eine Garantie für mindestens acht Jahre vorzulegen. Ihren Förderantrag für das Programm Solar Invest nimmt die Thüringer Aufbaubank entgegen. Auf ihrer Website hat sie entsprechende Formulare eingestellt. Seit Start des Programms im November 2016 bewilligte die Bank rund 600 Anträge. Die meisten davon umfassten den gemeinsamen Kauf von Photovoltaik-Anlage und Batteriespeicher. 

Seit März 2018 können Sie als Erzeuger von Solarstrom in Baden-Württemberg einen Antrag auf einen Investitionszuschuss für „Netzdienliche Photovoltaik-Batteriespeicher“ stellen. Bis Anfang August gingen bereits mehr als 1.300 Anträge ein. Aufgrund der großen Nachfrage stockte die Landesregierung daher die Fördermittel auf. Um eine Förderung zu erhalten, muss der angeschaffte Speicher mindestens fünf Jahre lang Strom aus einer Photovoltaik-Anlage speichern und dafür sorgen, dass Sie mindestens 40 Prozent des Solarstroms selbst nutzen. Der Zuschuss beträgt 2018 für Speicher mit bis zu 30 Kilowatt Leistung 300 Euro pro Kilowattstunde Speicherkapazität. Maximal gibt es 7.500 Euro. Für leistungsstärkere Geräte beträgt der Zuschuss 400 Euro pro Kilowattstunde Speicherkapazität. Die maximale Förderhöhe liegt hier bei 60.000 Euro. 2019 sinken die Zuschüsse um 100 Euro und zum Jahresende 2019 läuft das Programm aus. Ihren Antrag nimmt die Landeskreditbank Baden-Württemberg entgegen.

Der Freistaat Sachsen fördert über das Programm "Richtlinie Speicher" seit Januar 2018 die Anschaffung von Batteriespeichern zur Speicherung von eigenem Solarstrom. Dafür muss Ihr Gerät mindestens zwei Kilowattstunden Speicherkapazität haben, dauerhaft mit dem Stromnetz verbunden sein und dafür sorgen, dass die Photovoltaik-Anlage nur noch mit höchstens 50 Prozent ihrer Leistung Energie ins Stromnetz einspeist. Wenn Sie einen Speicher mit Blei- oder Lithium-Ionen-Technologie kaufen, können Sie pro Kilowattstunde Speicherkapazität einen Zuschuss von 200 Euro erhalten. Einen zusätzlichen Betrag von 1.000 Euro gibt es, wenn der Speicher zusammen mit der Photovoltaik-Anlage gekauft wird. Wer mit dem Speicher eine Ladestation für ein Elektro