Privatsphäre in Facebook & Co.

So schützt Du Deine Daten in den sozialen Medien

Arne Düsterhöft
& Co-Autor
29. März 2018
Das Wichtigste in Kürze
  • Das Ziel sozialer Medien ist das Sammeln und Auswerten von Nutzerdaten.
  • Um Mitglied werden zu können, musst Du den Nutzungsbedingungen zustimmen. Diese enthalten oft problematische Klauseln, die Du nicht einzeln ablehnen kannst.
  • Überleg Dir gut, welche Informationen Du von Dir preisgibst, und schränk den Zugriff auf Deine Informationen ein.
  • Messenger-Apps, die die gesendeten Daten verschlüsseln, bieten eine Alternative.
So gehst Du vor
  • Nicht jede Angabe Deiner persönlichen Daten muss stimmen: Wie wäre es mit einem Pseudonym, einem falschen Geburtstag oder einer Adresse auf dem Mond?
  • Wenn Du die GPS-Ortung in Deinem Smartphone ausschaltest oder die Standorterkennung in der App ausschaltest, bleibt Dein Aufenthaltsort verborgen.
  • Die Privatsphäre-Optionen sind oft freizügig voreingestellt. Überprüf, wer welche Informationen von Dir sehen kann, bevor Du das Netzwerk nutzt.
  • Messenger-Apps, die die gesendeten Daten verschlüsseln, erlauben mehr Privatsphäre. Doch auch auf Deine Kontakte solltest nur Du selbst Zugriff haben.

Nachdem Du Dich in einem sozialen Netzwerk registriert hast, sollst Du Dein Profil ausfüllen: Name, Alter, Hobbys, Vorlieben wollen die Betreiber von Dir wissen. Hinzu kommen ein ansprechendes Bild, der Wohnort und der Beziehungsstatus. Weitere persönliche Informationen sammelt das Portal mit Deinen Beiträgen: wie Du Dich gerade fühlst, was Du gerne isst und in welchem Supermarkt Du einkaufst. Und schon kann es eine umfassende Charakterbeschreibung von Dir erstellen.

Warum wollen soziale Netzwerke so viel von Dir wissen?

Soziale Netzwerke werden als kostenlos beworben. Aber sie sind es nicht: Als Nutzer „zahlst“ Du für die Verwendung mit den Daten, die Du eingegeben hast. Werbetreibende sind daran interessiert, ein möglichst umfassendes Bild ihrer Kunden zu bekommen. Sie direkt zu fragen, ist zeitaufwendig und teuer. An dieser Stelle kommen die Netzwerke ins Spiel: Sie sind so gestaltet, dass es den Mitgliedern leicht fällt, von sich und ihren Aktivitäten zu erzählen. Die gesammelten Daten werden an Unternehmen verkauft oder genutzt, um sie dazu zu bewegen, gezielt Werbung zu schalten. Dieses Konzept ist auch als Data Mining bekannt.

Wer über den Betreiber des Netzwerks hinaus noch alles Zugriff auf die Daten hat, können Nutzer nur sehr schwer nachvollziehen. So ist Facebook beispielsweise in Kritik geraten, weil ein Drittanbieter schon 2015 unentdeckt an die Informationen von mehr als 50 Millionen Nutzern gekommen sein soll.

Die Daten werden unter anderem verwendet, um

  • Dir personalisierte Werbung auszuspielen. An die Daten kommen die Betreiber, indem sie Deine Aktivität im Netzwerk und auf externen Seiten im gleichen Browser überwachen.
  • Dir Empfehlungen auszusprechen, zum Beispiel für interessante Gruppen oder Seiten. Das soll bewirken, dass Du weitere Informationen über Dich preisgibst.
  • Deinen Freunden Empfehlungen auszusprechen, basierend auf Deinem eigenen Verhalten.
  • Nutzerverhalten im großen Stil zu analysieren und Vorhersagen über Trends und Muster zu machen („Big Data“).

Worauf solltest Du in den Nutzungsbedingungen achten?

Soziale Netzwerke verlangen von ihren Mitgliedern, dass diese die Nutzungsbedingungen bestätigen, bevor sie teilnehmen können. Die Bestimmungen umfassen ausführliche juristische Dokumente wie Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB), Datenschutzrichtlinien und Werbeleitfäden. Das macht die Texte schwer verständlich und undurchsichtig für Verbraucher. Dazu kommt, dass der Gerichtsstand meist außerhalb Deutschlands und der EU liegt, hauptsächlich in den USA. Infolgedessen sind manche Bestimmungen nur in Englisch verfügbar, und die vergleichsweise strengen deutschen Datenschutzbestimmungen finden keine konsequente Anwendung.

Einzelne Klauseln ablehnen kannst Du nicht. Wenn möglich, mach Dich daher vor der Registrierung mit den Vertragsbedingungen vertraut. Sich die gesamten Bedingungen durchzulesen, ist sehr aufwendig. Wir empfehlen Dir, zumindest nach den folgenden Stichworten Ausschau zu halten:

Nutzungsrechte und Lizenzen - Welche Rechte hat das Netzwerk an Deinen Inhalten? Wie umfassend sind sie?

Pflichten - Welche Pflichten gehst Du als Nutzer ein?

Daten und Datenschutz - Wie werden Daten von Dir erhoben? An welche Dienste werden sie weitergeleitet? Wie werden sie verwendet?

Beendigung der Mitgliedschaft - Kannst Du Deine Mitgliedschaft beenden? Wie kannst Du kündigen?

Vertragspartner - Mit wem schließt Du den Vertrag?

Besondere Bestimmungen - Gibt es besondere Bestimmungen für Dich, zum Beispiel als Mann bei einer Dating-Plattform oder als Einwohner eines bestimmten Landes?

Beim Datenschutz gibt es zwischen den USA und Deutschland große Unterschiede. Einige Klauseln sind nach dem deutschen Recht sogar rechtswidrig. Trotzdem werden sie weiter angewendet, weil deutsche oder europäische Gerichte darüber noch nicht endgültig entschieden haben. Ein gutes Merkmal für Vertrauenswürdigkeit ist der Sitz des Unternehmens in Deutschland, da hier die Vorgaben zum Datenschutz recht streng sind. Die Information über den Firmensitz findest Du im Impressum oder auf der Kontaktseite.

Geh sparsam mit Deinen Daten um

Du kannst den „Datenkraken“ in den sozialen Medien unüberlegt füttern – oder Dich bewusst entscheiden, nur bestimmte Informationen preiszugeben. Stell Dir vor, Du stehst mit Deinen Arbeitskollegen in der Kaffeeküche und unterhältst Dich. Was würdest Du in dieser Situation erzählen? Wahrscheinlich hältst Du Dich ein bisschen bedeckt und verzichtest auf allzu Privates. Das solltest Du auch in der Netzwelt tun. Denn alles, was Du im Internet äußerst, ist für viele Menschen zugänglich und kann im Ernstfall zu Dir zurückverfolgt werden. Ein einfacher Screenshot genügt, um Inhalte Deinem Profil zuzuordnen.

Einen allgemeingültigen Ratschlag zum richtigen Verhalten in den sozialen Medien gibt es nicht. Überleg Dir stattdessen im Vorfeld, wie öffentlich Du auftreten möchtest. Der reale Name (Klarname), ein ansprechendes Profilfoto, Informationen zur Arbeitsstelle und die absolvierte Ausbildung – in einem Karriere-Netzwerk würdest Du all das angeben. Private Informationen wie Beziehungsstatus, Geburtsdatum, vergangene und gegenwärtige Adressen, E-Mail-Adressen, Lebensereignisse, Meinungen und unvorteilhafte Fotos bleiben am besten dem engen Freundeskreis vorbehalten.

Es kommt dabei immer auf den Kontext an: Wenn Deine Informationen privat sein sollen, vermeide eine eindeutige Verbindung zu Deinem Klarnamen und damit zu Dir als Person. Das geht zum Beispiel, indem Du ein Pseudonym und eine anonyme E-Mail-Adresse verwendest.

Besonders vorsichtig mit Deinen Angaben solltest Du sein, wenn Du damit Dir oder Deinen Angehörigen schaden könntest. Süße Kinderbilder sind in den sozialen Medien äußerst beliebt. Aber werden Deine Kinder das auch so sehen, wenn sie größer sind? Falls ein potenzieller Arbeitgeber online nach Dir sucht und die Partybilder vom vergangenen Wochenende findet, kann es schnell vorbei sein mit der Einladung zum Vorstellungsgespräch. Ebenfalls nicht zu unterschätzen: die Angabe Deines Standorts. So kann jeder, der die Information sieht, in Echtzeit nachvollziehen, wo Du Dich gerade befindest und Dir folgen.

So erfährst Du, was Facebook und Google über Dich wissen

Mit ein paar Klicks kannst Du herausfinden, was das soziale Netzwerk Facebook über Dich gespeichert hat: Klick in den Einstellungen unten auf „Lade eine Kopie deiner Facebook-Daten herunter“ oder folge diesem Link. Nachdem Du Dein Passwort eingegeben hast, erhältst Du einen Download-Link per E-Mail zugeschickt. Das ist Dein persönlicher Datenschatz, den Facebook über Dich gesammelt hat.

Eine ähnliche Funktion hat übrigens auch Google. Im Google-Profil speichert das Unternehmen etwa sämtliche Suchanfragen und alle angeklickten Youtube-Videos. Aber auch die Standortsuche von Google Maps und die Termine des Google-Kalenders werden jahrelang aufgehoben.

Wie erhöhst Du den Schutz Deiner Daten?

Der systematischen Auswertung Deiner Daten kannst Du nicht entgehen, wenn Du in sozialen Netzwerken angemeldet bist. Du kannst das Sammeln Deiner Angaben aber ein wenig einschränken, zum Beispiel mit der Chrome-Erweiterung Scriptsafe oder der Mozilla-Erweiterung Noscript. Eine Alternative ohne Einbindung in den Browser bietet Youronlinechoices.

Wenn Du anonym bleiben möchtest, verwende eine E-Mail-Adresse zur Anmeldung, die Du extra für die sozialen Netzwerke einrichtest. Lass Deinen E-Mail-Account niemals automatisch nach Kontakten durchsuchen („Synchronisation“). Mit diesem Verfahren durchforstet das Portal Dein Adressbuch und versendet unerwünschte Einladungsmails an sämtliche Kontaktadressen im E-Mail-Speicher. Am 14. Januar 2016 urteilte der Bundesgerichtshof im Fall von Facebook, dass diese Werbenachrichten unzulässig waren.

Ein Symbolfoto als Profilbild, ein anderes Geburtsdatum und ein Pseudonym stellen sicher, dass Deine Angaben nicht mit Dir als Person in Verbindung gebracht werden. Auch wenn es in jüngster Zeit immer wieder Meldungen dazu gab: Die Angabe eines Klarnamens wird nur bei Facebook verlangt – und das nur, wenn berechtigte Zweifel an der Inhaberschaft des Kontos bestehen.

Einige Netzwerke bieten darüber hinaus die Möglichkeit, Freunde in Listen oder Kreisen zu verwalten, zum Beispiel „öffentlich“, „Freunde“ oder „Arbeitskollegen“. Damit kannst Du den Zugang zu jedem Beitrag individuell einstellen. Das ist besonders nützlich, wenn Du ein Netzwerk sowohl privat als auch beruflich nutzt.

Hast Du doch etwas Unbedachtes eingestellt, kannst Du Deinen Beitrag in den meisten Fällen selbst löschen.

Bei vielen Netzwerken sind die Einstellungen so gesetzt, dass ein Teil Deiner Angaben öffentlich ist. Die Möglichkeit, sie schon während des Registrierungsprozesses anzupassen, gibt es nur selten. Prüf daher am besten sofort nach dem ersten Login die Einstellungen zur Privatsphäre und zum Datenschutz.

So stellst Du Facebook und Co. am besten ein

Im Folgenden zeigen wir Dir, wo Du die Einstellungen bei den wichtigsten Netzwerken findest und auf welche Punkte Du achten solltest. Du musst dazu in Deinem Benutzerkonto angemeldet sein.

Facebook

Privatsphäre - Bestimm hier, wer Deine Inhalte sehen kann, wer Dich kontaktieren kann und wer auf Facebook nach Dir suchen kann. Nutz dafür die Listenfunktion, mit der Du Deine Freunde gruppieren und organisieren kannst.

Apps in Facebook - Über Umfragen und kleine Spielchen in Facebook kommen auch Drittanbieter an Deine Facebook-Daten und die Informationen Deiner Freunde. Über den Menüpunkt Apps kannst Du einzelnen Anbietern diese Berechtigung entziehen oder die gesamte Funktion ausstellen. Dort kannst Du auch unterbinden, dass Du von den Apps Deiner Freunde ausspioniert wirst.

Sichtbarkeit der Beiträge - Du kannst den Empfängerkreis zusätzlich bei jedem Beitrag neu festlegen (die Option findest Du unter Freunde > Wer soll das sehen? > Bestimmte Freunde). Du hast die Wahl zwischen einzelnen Personen oder Listen, die Du individuell festlegen und verwalten kannst.

Markierungen - Auf Facebook hat jeder Freund die Möglichkeit, Dich auf einem Foto zu markieren. Alternativ kannst Du festlegen, dass Du alle Markierungen von Fotos auf Dein Profil von Freunden zuerst überprüfst. So schützt Du Dich davor, dass Inhalte von Dritten ohne Erlaubnis auf Dein Profil zurückverfolgt werden können.

Nutzer blockieren - Seiten, Apps und andere Nutzer kannst Du im Ernstfall blockieren.

Einstellungen zu Anzeigen - Du kannst festlegen, dass die Facebook-Betreiber Dein Profil nicht für Weiterempfehlungen von Unternehmensseiten und Beiträgen an Freunde nutzen. Wähl dazu die Option „niemand“.

Freunde finden - In diesem Reiter bietet Facebook Dir die Möglichkeit, Dein Adressbuch (zum Beispiel E-Mail oder Skype) nach Kontakten zu durchsuchen. Wir raten Dir davon ab, die Funktion zu nutzen.

Facebook-App - Die Facebook-App fügt bei Beiträgen automatisch Deinen Standort hinzu. Um diese Einstellung anzupassen, schalt in den App-Einstellungen die Messenger-Ortungsdienste ab. Im Facebook-Messenger entfernst Du dazu das Häkchen bei „Aufenthaltsort“. Alle anderen Optionen findest Du in den Kontoeinstellungen.

Löschen unbequemer Daten - Hast Du einmal etwas in Facebook gepostet, bleiben die Informationen beim Konzern, auch wenn Du den Beitrag wieder herunternimmst. Wie Du die Daten endgültig löschen kannst, erklären wir in einem eigenen Ratgeber.

Google+ und Youtube

Mein Konto - Google bietet Nutzern seit Juni 2015 einen Gesamtüberblick der wichtigsten Einstellungen. Dort kannst Du Deine Logins und Geräte verwalten, Deine Privatsphäre erhöhen und Deine Kontoeinstellungen anpassen. Wer den Schnelldurchlauf bevorzugt, kann die von Google angebotenen Sicherheits- und Privatsphäre-Checks nutzen. Wir empfehlen aber, die Menüpunkte einzeln zu überprüfen, insbesondere die folgenden.

Einstellungen für Youtube - Die Datenschutz-Einstellungen bei Youtube sind sehr dürftig. Dort kannst Du nur Deine Bewertungen und Abos auf privat, das heißt nur für Dich sichtbar, stellen. Nutz zusätzlich die Einstellungen auf Google+.

Einstellungen für Google+ - Die Profil-Einstellungen lassen sich auf verschiedene Weisen anpassen. So kannst Du zum Beispiel bestimmen, wer mit Dir interagieren kann, wer Deine Inhalte sehen kann und was auf Deinem Profil angezeigt wird.

Sichtbarkeit der Beiträge - In den Profil-Einstellungen legst Du den Empfängerkreis für Deine Beiträge fest. Zusätzlich hast Du die Möglichkeit, den Empfängerkreis bei jedem neuen Beitrag individuell zu definieren. Das funktioniert sowohl bei Google+ als auch bei Youtube. Nutz dafür im Vorfeld die Option, Deine Kontakte in Kreisen zu organisieren.

Nutzer blockieren - Die Möglichkeit, einen Nutzer zu blockieren, findest Du auf dessen Profil rechts neben dem Hangout-Symbol. Durch Klick auf den Pfeil öffnet sich ein Menü, in dem diese Option aufgelistet ist.

Einstellungen zu Anzeigen - In den Anzeigeneinstellungen kannst Du den Zugriff von Google auf Dein Surfverhalten beschränken und interessensbezogene Anzeigen deaktivieren.

Whatsapp

Kontakte - Bei neueren Smartphones kannst Du Whatsapp den Zugriff auf Dein Adressbuch verweigern. Dadurch lässt sich die App allerdings nur noch eingeschränkt nutzen, weil Du die Nummern altmodisch eintippen musst. Ist das Adressbuch allerdings in Whatsapp übertragen, hat auch Facebook Zugang zu den Telefonnummern, E-Mailadressen und Adressen Deiner Freunde und Bekannten.

Einstellungen zum Datenschutz - Die Optionen zum Datenschutz bei Whatsapp findest Du unter den Einstellungen. Klick dazu auf Account und dann auf Datenschutz. Du kannst in den Datenschutz-Einstellungen wählen, ob jeder, Deine Kontakte oder niemand folgende Angaben sehen kann: Online-Status, Profilbild, Status, Standort.

Nutzer blockieren - In den Einstellungen zum Datenschutz kannst Du unter Blockierte Kontakte festlegen, wer Dich überhaupt nicht mehr kontaktieren darf.

Instagram

Einstellungen zum Datenschutz - Deine Beiträge auf Instagram kannst Du schützen, indem Du Dein Profil in den Optionen in ein privates Konto umwandelst. So können nur von Dir bestätigte Follower Deine Bilder sehen.

Nutzer blockieren - Einen anderen Nutzer kannst Du blockieren, indem Du auf dessen Profil gehst und diese Option im Menü auswählst.

Snapchat

Privatsphäre und Empfehlung zu Anzeigen - In den Einstellungen kannst Du festlegen, ob Du Filter und damit den Zugriff auf Deinen Standort zulassen möchtest, wer Dich kontaktieren darf und ob die Werbung auf Dein Profil zugeschnitten sein soll (Präferenzen). Zu den Einstellungen gelangst Du, indem Du einmal nach oben wischest und rechts oben auf das Zahnrad klickst.

Sichtbarkeit der Beiträge - Ebenfalls in den Einstellungen kannst Du bestimmen, wer Deine Stories anschauen darf.

Nutzer blockieren - Andere Nutzer kannst Du direkt auf deren Profilen blockieren. Klick dazu auf das Zahnrad und wähl die Option Blockieren.

Twitter

Einstellungen zum Datenschutz - Die Optionen zum Datenschutz findest Du auf Twitter unter Einstellungen und Datenschutz. Dort kannst Du festlegen: ob Deine Tweets öffentlich oder nur für Deine Follower sichtbar sind, wer Dich in Fotos markieren kann, ob Dein Konto per E-Mail auffindbar ist, ob Du maßgeschneiderte Anzeigen abonnierst.

Nutzer blockieren - Außerdem kannst Du einen anderen Nutzer blockieren. Der Nutzer kann Dich dann nicht mehr kontaktieren oder ein Foto mit Deinem Namen markieren. Er bekommt erst mit, dass Du ihn stummgeschaltet hast, wenn er Dein Profil sucht. Geh dazu auf dessen Profil und klick auf das Menü neben dem Folgen-Button.

Xing

Einstellungen zum Datenschutz - Xing legt sehr großen Wert auf den Datenschutz und hat dazu eine detaillierte Erklärung veröffentlicht. Deine Präferenzen zum Datenschutz legst Du unter Privatsphäre fest. Dort kannst Du unter anderem bestimmen, wer Deine Gruppenbeiträge, Deine Aktivitäten und Dein Profil sehen kann.

Sichtbarkeit der Beiträge - Beiträge, die Du auf der Startseite einstellst, können alle Deine Kontakte sehen. Den Empfängerkreis kannst Du nicht weiter beschränken.

Linkedin

Einstellungen zum Datenschutz und zu Anzeigen - Die Voreinstellungen erlauben dem Karriere-Netzwerk einen umfassenden Zugriff auf Deine Daten. Zum Beispiel werden Dir Kontakte angezeigt, die Linkedin über Deine Registrierungsadresse ermittelt hat. Zusätzlich kannst Du das Portal mit anderen Konten unter Kontakte synchronisieren. Wir raten Dir von dieser Funktion ab.

In Datenschutz & Einstellungen findest Du eine ausführliche Übersicht. Die wichtigen Details sind allerdings schwer zu finden. Achte daher auf die folgenden Punkte und pass diese an Deine Präferenzen an.

Im Reiter Profil - Privatsphäre-Steuerelemente: alle Punkte anpassen.

Im Reiter Kommunikation - Mitgliederkommunikation: alle Punkte anpassen.
Linkedin Kommunikationen: alle Punkte anpassen.

Im Reiter Gruppen, Unternehmen und Anwendungen - Gruppen: Gruppeneinladungen aktivieren/deaktivieren und Benachrichtigungen über Gruppenbeitritte aktivieren beziehungsweise deaktivieren.
Privatsphäre-Steuerelemente: Die Freigabe von Daten an externe Anwendungen aktivieren beziehungsweise deaktivieren.

Im Reiter Konto - Privatsphäre-Steuerelemente: Einstellungen zur Werbung verwalten.
Einstellungen: Profilfoto und Sichtbarkeit ändern.

Diskussionsforen

Der Datenschutz in Foren und Communitys variiert stark. Du musst Dir aber darüber im Klaren sein, dass die von Dir eingestellten Inhalte grundsätzlich öffentlich sind. In einigen Foren kannst Du zumindest Nicht-Mitgliedern den Zugriff auf Dein Profil verweigern. Halte dazu im Menü Ausschau nach Einstellungen, Optionen, Präferenzen oder Verwaltung.

Die Alternative: Apps mit Datenverschlüsselung

Wenn die Sicherheit Deiner Daten für Dich das A und O ist, kannst Du auf Messenger-Apps ausweichen, die Nachrichten in verschlüsselter Form senden. Besonders sicher ist die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Die Unterhaltung wird dabei auf Deinem Handy verschlüsselt und erst beim Empfänger wieder entschlüsselt. Damit ist eine Auswertung Deiner Informationen ausgeschlossen.

Seit April 2016 verschlüsselt zwar auch Whatsapp die gesendeten Nachrichten. Sobald Du allerdings die Kontakte aus Deinem Smartphone übernimmst, landen die Daten beim Mutterkonzern Facebook. Alternativ kannst Du die Whatsapp-Kontakte selbst anlegen. Alternativen zu Whatsapp sind zum Beispiel Signal, Threema, Surespot und Myenigma.

Weitere Messenger-Dienste für das Smartphone sind Telegram (Android, iPhone und Windows Phone) und BBM (Android, iPhone, Windows Phone und Amazon). Allerdings hat Telegram den Nachteil, dass die App automatisch auf das Adressbuch zugreift. Bei BBM ist bisher unklar, ob wirklich alle Nachrichten mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung versendet werden.

Neue Netzwerke wie Vero versprechen zwar, werbefrei zu bleiben, werten die Daten ihrer Nutzer aber auch aus.

Wie sicherst Du Deine Konten vor externem Zugriff?

Schütze Deine Konten auch vor Zugriffen von Dritten. Verwende immer ein sicheres Passwort und logg Dich an jedem Computer aus, den nicht ausschließlich Du allein benutzt.

Wer es ganz besonders sicher mag, kann bei vielen Anbietern eine Zwei-Faktor-Authentifizierung vornehmen lassen. Dabei kommt zum ersten Faktor – dem Passwort – ein weiterer Faktor hinzu, zum Beispiel die Identifizierung durch das Handy oder eine zusätzliche Sicherheitsfrage.

Von der Authentifizierung durch das Handy raten wir aber ab, da der Anbieter so weitere Daten über Dich sammeln kann. Bei Handys ist das Verlust- und Diebstahlrisiko groß. Um Dein Gerät und die darauf befindlichen Apps zu schützen, solltest Du es per PIN vor unbefugten Zugriffen schützen und Dein Handy sperren, wenn Du es verloren hast oder es gestohlen wurde.

Gerichtshof: Personenbezogene Daten in den USA nicht sicher

Seit Jahren senden Betreiber sozialer Netzwerke Daten an die Mutterkonzerne in den USA. Facebook zum Beispiel hat für alle europäischen Kunden zwar einen Sitz in Irland. Die Server, auf denen die Daten verarbeitet werden, stehen aber in den Vereinigten Staaten. Diese Übermittlung war bisher in einer Übereinkunft mit dem Namen „Safe Harbor“ geregelt. Sie legte fest, dass personenbezogene Daten nur dann übertragen werden dürfen, wenn das Zielland angemessenen Schutz der Daten bietet. Das bedeutete unter anderem, dass Behörden die Daten nur bei konkretem Verdacht auf kriminelle oder terroristische Aktivitäten einsehen dürfen.

Die EU-Kommission hatte im Zuge der Safe-Harbor-Übereinkunft die Datenschutzrichtlinien der USA für ausreichend erklärt. Nach dem Bekanntwerden des Überwachungsskandals der NSA im Jahr 2013 wurde deutlich: Die Daten sind bei Facebook nicht vor flächendeckendem Zugriff geschützt. Der Österreicher Max Schrems hatte gegen diese Regelung geklagt und Recht bekommen. Am 6. Oktober 2015 entschied der Europäische Gerichtshof (EuGH), dass die USA kein vertrauenswürdiger Empfänger von personenbezogenen Daten sind.

Der Datenaustausch wird daher seither mit dem Datenschutzabkommen „EU-US Privacy Shield“ geregelt. Es sieht vor, dass sich Unternehmen, die Kundendaten in die Vereinigten Staaten übermitteln, verpflichten, die rechtlichen Vorgaben einzuhalten. Außerdem verspricht das Abkommen eine bessere staatliche Kontrolle sowie eine neue Schiedsstelle und eine Ombudsfrau aus dem amerikanischen Außenministerium, die in Streitfällen vermitteln.

Kritiker argumentieren, das neue Abkommen biete kaum Verbesserungen gegenüber „Safe Harbor“. Eine massenhafte Datenerfassung istnämlich in sechs Fällen weiterhin erlaubt. Die gesammelten Daten dürfen US-Behörden dann in der Regel fünf Jahre lang speichern. Ob „Privacy Shield“ den Anforderungen des Europäischen Gerichtshofs entspricht und welche praktischen Folgen die neue Abmachung für deutsche Nutzer von Facebook und anderen Netzwerken haben wird, bleibt deshalb abzuwarten.

Autor
Arne Düsterhöft
& Co-Autor
Franziska Hauck

29. März 2018


* Was der Stern bedeutet:

Wir wollen mit unseren Empfehlungen möglichst vielen Menschen helfen, ihre Finanzen selber zu machen. Daher sind unsere Inhalte kostenlos im Netz verfügbar. Wir finanzieren unsere aufwändige Arbeit mit sogenannten Affiliate Links. Diese Links kennzeichnen wir mit einem Sternchen (*).

Bei Finanztip handhaben wir Affiliate Links aber anders als andere Websites. Wir verlinken ausschließlich auf Produkte, die vorher von unserer unabhängigen Experten-Redaktion empfohlen wurden. Nur dann kann der entsprechende Anbieter einen Link zu diesem Angebot setzen lassen. Geld bekommen wir, wenn Du auf einen solchen Link klickst oder beim Anbieter einen Vertrag abschließt.

Ob und in welcher Höhe uns ein Anbieter vergütet, hat keinerlei Einfluss auf unsere Empfehlungen. Was Dir unsere Experten empfehlen, hängt allein davon ab, ob ein Angebot gut für Verbraucher ist.

Mehr Informationen über unsere Arbeitsweise findest Du auf unserer Über-uns-Seite.