Privatsphäre in Facebook & Co.

So schützen Sie Ihre Daten in den sozialen Medien

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Ziel sozialer Medien ist das Sammeln und Auswerten von Nutzerdaten.
  • Um Mitglied werden zu können, müssen Sie den Nutzungsbedingungen zustimmen. Diese enthalten oft problematische Klauseln, die Sie nicht einzeln ablehnen können.
  • Überlegen Sie gut, welche Informationen Sie von sich preisgeben, und schränken Sie den Zugriff auf Ihre Informationen ein.
  • Messenger-Apps, die die gesendeten Daten verschlüsseln, bieten eine Alternative.

So gehen Sie vor

  • Nicht jede Angabe Ihrer persönlichen Daten muss stimmen: Wie wäre es mit einem Pseudonym, einem falschen Geburtstag oder einer Adresse auf dem Mond?
  • Wenn Sie die GPS-Ortung in Ihrem Smartphone ausschalten oder die Standorterkennung in der App ausschalten, bleibt Ihr Aufenthaltsort verborgen.
  • Die Privatsphäre-Optionen sind oft freizügig voreingestellt. Überprüfen Sie, wer welche Informationen von Ihnen sehen kann, bevor Sie das Netzwerk nutzen.
  • Messenger-Apps, die die gesendeten Daten verschlüsseln, erlauben mehr Privatsphäre. Doch auch auf Ihre Kontakte sollten nur Sie selbst Zugriff haben.
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Nachdem Sie sich in einem sozialen Netzwerk registriert haben, sollen Sie Ihr Profil ausfüllen: Name, Alter, Hobbys, Vorlieben wollen die Betreiber von Ihnen wissen. Hinzu kommen ein ansprechendes Bild, der Wohnort und der Beziehungsstatus. Weitere persönliche Informationen sammelt das Portal mit Ihren Beiträgen: wie Sie sich gerade fühlen, was Sie gerne essen und in welchem Supermarkt Sie einkaufen. Und schon kann es eine umfassende Charakterbeschreibung von Ihnen erstellen.

Warum wollen soziale Netzwerke so viel von Ihnen wissen?

Soziale Netzwerke werden als kostenlos beworben. Aber sie sind es nicht: Als Nutzer „zahlen“ Sie für die Verwendung mit den Daten, die Sie eingegeben haben. Werbetreibende sind daran interessiert, ein möglichst umfassendes Bild ihrer Kunden zu bekommen. Sie direkt zu fragen, ist zeitaufwendig und teuer. An dieser Stelle kommen die Netzwerke ins Spiel: Sie sind so gestaltet, dass es den Mitgliedern leicht fällt, von sich und ihren Aktivitäten zu erzählen. Die gesammelten Daten werden an Unternehmen verkauft oder genutzt, um sie dazu zu bewegen, gezielt Werbung zu schalten. Dieses Konzept ist auch als Data Mining bekannt.

Wer über den Betreiber des Netzwerks hinaus noch alles Zugriff auf die Daten hat, können Nutzer nur sehr schwer nachvollziehen. So ist Facebook beispielsweise in Kritik geraten, weil ein Drittanbieter schon 2015 unentdeckt an die Informationen von mehr als 50 Millionen Nutzern gekommen sein soll.

Die Daten werden unter anderem verwendet, um

  • Ihnen personalisierte Werbung auszuspielen. An die Daten kommen die Betreiber, indem sie Ihre Aktivität im Netzwerk und auf externen Seiten im gleichen Browser überwachen.
  • Ihnen Empfehlungen auszusprechen, zum Beispiel für interessante Gruppen oder Seiten. Das soll bewirken, dass Sie weitere Informationen über sich preisgeben.
  • Ihren Freunden Empfehlungen auszusprechen, basierend auf Ihrem eigenen Verhalten.
  • Nutzerverhalten im großen Stil zu analysieren und Vorhersagen über Trends und Muster zu machen („Big Data“).

Worauf sollten Sie in den Nutzungsbedingungen achten?

Soziale Netzwerke verlangen von ihren Mitgliedern, dass diese die Nutzungsbedingungen bestätigen, bevor sie teilnehmen können. Die Bestimmungen umfassen ausführliche juristische Dokumente wie Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB), Datenschutzrichtlinien und Werbeleitfäden. Das macht die Texte schwer verständlich und undurchsichtig für Verbraucher. Dazu kommt, dass der Gerichtsstand meist außerhalb Deutschlands und der EU liegt, hauptsächlich in den USA. Infolgedessen sind manche Bestimmungen nur in Englisch verfügbar, und die vergleichsweise strengen deutschen Datenschutzbestimmungen finden keine konsequente Anwendung.

Einzelne Klauseln ablehnen können Sie nicht. Wenn möglich, machen Sie sich daher vor der Registrierung mit den Vertragsbedingungen vertraut. Sich die gesamten Bedingungen durchzulesen, ist sehr aufwendig. Wir empfehlen Ihnen, zumindest nach den folgenden Stichworten Ausschau zu halten:

Nutzungsrechte und Lizenzen - Welche Rechte hat das Netzwerk an Ihren Inhalten? Wie umfassend sind sie?

Pflichten - Welche Pflichten gehen Sie als Nutzer ein?

Daten und Datenschutz - Wie werden Daten von Ihnen erhoben? An welche Dienste werden sie weitergeleitet? Wie werden sie verwendet?

Beendigung der Mitgliedschaft - Können Sie Ihre Mitgliedschaft beenden? Wie können Sie kündigen?

Vertragspartner - Mit wem schließen Sie den Vertrag?

Besondere Bestimmungen - Gibt es besondere Bestimmungen für Sie, zum Beispiel als Mann bei einer Dating-Plattform oder als Einwohner eines bestimmten Landes?

Beim Datenschutz gibt es zwischen den USA und Deutschland große Unterschiede. Einige Klauseln sind nach dem deutschen Recht sogar rechtswidrig. Trotzdem werden sie weiter angewendet, weil deutsche oder europäische Gerichte darüber noch nicht endgültig entschieden haben. Ein gutes Merkmal für Vertrauenswürdigkeit ist der Sitz des Unternehmens in Deutschland, da hier die Vorgaben zum Datenschutz recht streng sind. Die Information über den Firmensitz finden Sie im Impressum oder auf der Kontaktseite.

Gehen Sie sparsam mit Ihren Daten um

Sie können den „Datenkraken“ in den sozialen Medien unüberlegt füttern – oder sich bewusst entscheiden, nur bestimmte Informationen preiszugeben. Stellen Sie sich vor, Sie stehen mit Ihren Arbeitskollegen in der Kaffeeküche und unterhalten sich. Was würden Sie in dieser Situation erzählen? Wahrscheinlich halten Sie sich ein bisschen bedeckt und verzichten auf allzu Privates. Das sollten Sie auch in der Netzwelt tun. Denn alles, was Sie im Internet äußern, ist für viele Menschen zugänglich und kann im Ernstfall zu Ihnen zurückverfolgt werden. Ein einfacher Screenshot genügt, um Inhalte Ihrem Profil zuzuordnen.

Einen allgemeingültigen Ratschlag zum richtigen Verhalten in den sozialen Medien gibt es nicht. Überlegen Sie sich stattdessen im Vorfeld, wie öffentlich Sie auftreten möchten. Der reale Name (Klarname), ein ansprechendes Profilfoto, Informationen zur Arbeitsstelle und die absolvierte Ausbildung – in einem Karriere-Netzwerk würden Sie all das angeben. Private Informationen wie Beziehungsstatus, Geburtsdatum, vergangene und gegenwärtige Adressen, E-Mail-Adressen, Lebensereignisse, Meinungen und unvorteilhafte Fotos bleiben am besten dem engen Freundeskreis vorbehalten.

Es kommt dabei immer auf den Kontext an: Wenn Ihre Informationen privat sein sollen, vermeiden Sie eine eindeutige Verbindung zu Ihrem Klarnamen und damit zu Ihnen als Person. Das geht zum Beispiel, indem Sie ein Pseudonym und eine anonyme E-Mail-Adresse verwenden.

Besonders vorsichtig mit Ihren Angaben sollten Sie sein, wenn Sie damit sich oder Ihren Angehörigen schaden könnten. Süße Kinderbilder sind in den sozialen Medien äußerst beliebt. Aber werden Ihre Kinder das auch so sehen, wenn sie größer sind? Falls ein potenzieller Arbeitgeber online nach Ihnen sucht und die Partybilder vom vergangenen Wochenende findet, kann es schnell vorbei sein mit der Einladung zum Vorstellungsgespräch. Ebenfalls nicht zu unterschätzen: die Angabe Ihres Standorts. So kann jeder, der die Information sieht, in Echtzeit nachvollziehen, wo Sie sich gerade befinden und Ihnen folgen.

So erfahren Sie, welche Informationen Facebook und Google über Sie haben

Mit ein paar Klicks können Sie herausfinden, was das soziale Netzwerk Facebook über Sie gespeichert hat: Klicken Sie in den Einstellungen unten auf „Lade eine Kopie deiner Facebook-Daten herunter“ oder folgen Sie diesem Link. Nachdem Sie Ihr Passwort eingegeben haben, erhalten Sie einen Download-Link per E-Mail zugeschickt. Das ist Ihr persönlicher Datenschatz, den Facebook über Sie gesammelt hat.

Eine ähnliche Funktion hat übrigens auch Google. Im Google-Profil speichert das Unternehmen etwa sämtliche Suchanfragen und alle angeklickten Youtube-Videos. Aber auch die Standortsuche von Google Maps und die Termine des Google-Kalenders werden jahrelang aufgehoben.

Wie erhöhen Sie den Schutz Ihrer Daten?

Der systematischen Auswertung Ihrer Daten können Sie nicht entgehen, wenn Sie in sozialen Netzwerken angemeldet sind. Sie können das Sammeln Ihrer Angaben aber ein wenig einschränken, zum Beispiel mit der Chrome-Erweiterung Scriptsafe oder der Mozilla-Erweiterung Noscript. Eine Alternative ohne Einbindung in den Browser bietet Youronlinechoices.

Wenn Sie anonym bleiben möchten, verwenden Sie eine E-Mail-Adresse zur Anmeldung, die Sie extra für die sozialen Netzwerke einrichten. Lassen Sie Ihren E-Mail-Account niemals automatisch nach Kontakten durchsuchen („Synchronisation“). Mit diesem Verfahren durchforstet das Portal Ihr Adressbuch und versendet unerwünschte Einladungsmails an sämtliche Kontaktadressen im E-Mail-Speicher. Am 14. Januar 2016 urteilte der Bundesgerichtshof im Fall von Facebook, dass diese Werbenachrichten unzulässig waren.

Ein Symbolfoto als Profilbild, ein anderes Geburtsdatum und ein Pseudonym stellen sicher, dass Ihre Angaben nicht mit Ihnen als Person in Verbindung gebracht werden. Auch wenn es in jüngster Zeit immer wieder Meldungen dazu gab: Die Angabe eines Klarnamens wird nur bei Facebook verlangt – und das nur, wenn berechtigte Zweifel an der Inhaberschaft des Kontos bestehen.

Einige Netzwerke bieten darüber hinaus die Möglichkeit, Freunde in Listen oder Kreisen zu verwalten, zum Beispiel „öffentlich“, „Freunde“ oder „Arbeitskollegen“. Damit können Sie den Zugang zu jedem Beitrag individuell einstellen. Das ist besonders nützlich, wenn Sie ein Netzwerk sowohl privat als auch beruflich nutzen.

Haben Sie doch etwas Unbedachtes eingestellt, können Sie Ihren Beitrag in den meisten Fällen selbst löschen.

Bei vielen Netzwerken sind die Einstellungen so gesetzt, dass ein Teil Ihrer Angaben öffentlich ist. Die Möglichkeit, sie schon während des Registrierungsprozesses anzupassen, gibt es nur selten. Prüfen Sie daher am besten sofort nach dem ersten Login die Einstellungen zur Privatsphäre und zum Datenschutz.

So stellen Sie Facebook und Co. am besten ein

Im Folgenden zeigen wir Ihnen, wo Sie die Einstellungen bei den wichtigsten Netzwerken finden und auf welche Punkte Sie achten sollten. Sie müssen dazu in Ihrem Benutzerkonto angemeldet sein.

Facebook

Privatsphäre - Bestimmen Sie hier, wer Ihre Inhalte sehen kann, wer Sie kontaktieren kann und wer auf Facebook nach Ihnen suchen kann. Nutzen Sie dafür die Listenfunktion, mit der Sie Ihre Freunde gruppieren und organisieren können.

Apps in Facebook - Über Umfragen und kleine Spielchen in Facebook kommen auch Drittanbieter an Ihre Facebook-Daten und die Informationen Ihrer Freunde. Über den Menüpunkt Apps können Sie einzelnen Anbietern diese Berechtigung entziehen oder die gesamte Funktion ausstellen. Dort können Sie auch unterbinden, dass Sie von den Apps Ihrer Freunde ausspioniert werden.

Sichtbarkeit der Beiträge - Sie können den Empfängerkreis zusätzlich bei jedem Beitrag neu festlegen (die Option finden Sie unter Freunde > Wer soll das sehen? > Bestimmte Freunde). Sie haben die Wahl zwischen einzelnen Personen oder Listen, die Sie individuell festlegen und verwalten können.

Markierungen - Auf Facebook hat jeder Freund die Möglichkeit, Sie auf einem Foto zu markieren. Alternativ können Sie festlegen, dass Sie alle Markierungen von Fotos auf Ihr Profil von Freunden zuerst überprüfen. So schützen Sie sich davor, dass Inhalte von Dritten ohne Erlaubnis auf Ihr Profil zurückverfolgt werden können.

Nutzer blockieren - Seiten, Apps und andere Nutzer können Sie im Ernstfall blockieren.

Einstellungen zu Anzeigen - Sie können festlegen, dass die Facebook-Betreiber Ihr Profil nicht für Weiterempfehlungen von Unternehmensseiten und Beiträgen an Freunde nutzen. Wählen Sie dazu die Option „niemand“.

Freunde finden - In diesem Reiter bietet Facebook Ihnen die Möglichkeit, Ihr Adressbuch (zum Beispiel E-Mail oder Skype) nach Kontakten zu durchsuchen. Wir raten Ihnen davon ab, die Funktion zu nutzen.

Facebook-App - Die Facebook-App fügt bei Beiträgen automatisch Ihren Standort hinzu. Um diese Einstellung anzupassen, schalten Sie in den App-Einstellungen die Messenger-Ortungsdienste ab. Im Facebook-Messenger entfernen Sie dazu das Häkchen bei „Aufenthaltsort“. Alle anderen Optionen finden Sie in den Kontoeinstellungen.

Löschen unbequemer Daten - Haben Sie einmal etwas in Facebook gepostet, bleiben die Informationen beim Konzern, auch wenn Sie den Beitrag wieder herunternehmen. Wie Sie die Daten endgültig löschen können, erklären wir in einem eigenen Ratgeber.

Google+ und Youtube

Mein Konto - Google bietet Nutzern seit Juni 2015 einen Gesamtüberblick der wichtigsten Einstellungen. Dort können Sie Ihre Logins und Geräte verwalten, Ihre Privatsphäre erhöhen und Ihre Kontoeinstellungen anpassen. Wer den Schnelldurchlauf bevorzugt, kann die von Google angebotenen Sicherheits- und Privatsphäre-Checks nutzen. Wir empfehlen aber, die Menüpunkte einzeln zu überprüfen, insbesondere die folgenden.

Einstellungen für Youtube - Die Datenschutz-Einstellungen bei Youtube sind sehr dürftig. Dort können Sie nur Ihre Bewertungen und Abos auf privat, das heißt nur für Sie sichtbar, stellen. Nutzen Sie zusätzlich die Einstellungen auf Google+.

Einstellungen für Google+ - Die Profil-Einstellungen lassen sich auf verschiedene Weisen anpassen. So können Sie zum Beispiel bestimmen, wer mit Ihnen interagieren kann, wer Ihre Inhalte sehen kann und was auf Ihrem Profil angezeigt wird.

Sichtbarkeit der Beiträge - In den Profil-Einstellungen legen Sie den Empfängerkreis für Ihre Beiträge fest. Zusätzlich haben Sie die Möglichkeit, den Empfängerkreis bei jedem neuen Beitrag individuell zu definieren. Das funktioniert sowohl bei Google+ als auch bei Youtube. Nutzen Sie dafür im Vorfeld die Option, Ihre Kontakte in Kreisen zu organisieren.

Nutzer blockieren - Die Möglichkeit, einen Nutzer zu blockieren, finden Sie auf dessen Profil rechts neben dem Hangout-Symbol. Durch Klick auf den Pfeil öffnet sich ein Menü, in dem diese Option aufgelistet ist.

Einstellungen zu Anzeigen - In den Anzeigeneinstellungen können Sie den Zugriff von Google auf Ihr Surfverhalten beschränken und interessensbezogene Anzeigen deaktivieren.

Whatsapp

Kontakte - Bei neueren Smartphones können Sie Whatsapp den Zugriff auf Ihr Adressbuch verweigern. Dadurch lässt sich die App allerdings nur noch eingeschränkt nutzen, weil Sie die Nummern altmodisch eintippen müssen. Ist das Adressbuch allerdings in Whatsapp übertragen, hat auch Facebook Zugang zu den Telefonnummern, E-Mailadressen und Adressen Ihrer Freunde und Bekannten.

Einstellungen zum Datenschutz - Die Optionen zum Datenschutz bei Whatsapp finden Sie unter den Einstellungen. Klicken Sie dazu auf Account und dann auf Datenschutz. Sie können in den Datenschutz-Einstellungen wählen, ob jeder, Ihre Kontakte oder niemand folgende Angaben sehen kann: Online-Status, Profilbild, Status, Standort.

Nutzer blockieren - In den Einstellungen zum Datenschutz können Sie unter Blockierte Kontakte festlegen, wer Sie überhaupt nicht mehr kontaktieren darf.

Instagram

Einstellungen zum Datenschutz - Ihre Beiträge auf Instagram können Sie schützen, indem Sie Ihr Profil in den Optionen in ein privates Konto umwandeln. So können nur von Ihnen bestätigte Follower Ihre Bilder sehen.

Nutzer blockieren - Einen anderen Nutzer können Sie blockieren, indem Sie auf dessen Profil gehen und diese Option im Menü auswählen.

Snapchat

Privatsphäre und Empfehlung zu Anzeigen - In den Einstellungen können Sie festlegen, ob Sie Filter und damit den Zugriff auf Ihren Standort zulassen möchten, wer Sie kontaktieren darf und ob die Werbung auf Ihr Profil zugeschnitten sein soll (Präferenzen). Zu den Einstellungen gelangen Sie, indem Sie einmal nach oben wischen und rechts oben auf das Zahnrad klicken.

Sichtbarkeit der Beiträge - Ebenfalls in den Einstellungen können Sie bestimmen, wer Ihre Stories anschauen darf.

Nutzer blockieren - Andere Nutzer können Sie direkt auf deren Profilen blockieren. Klicken Sie dazu auf das Zahnrad und wählen Sie die Option Blockieren.

Twitter

Einstellungen zum Datenschutz - Die Optionen zum Datenschutz finden Sie auf Twitter unter Einstellungen und Datenschutz. Dort können Sie festlegen: ob Ihre Tweets öffentlich oder nur für Ihre Follower sichtbar sind, wer Sie in Fotos markieren kann, ob Ihr Konto per E-Mail auffindbar ist, ob Sie maßgeschneiderte Anzeigen abonnieren.

Nutzer blockieren - Außerdem können Sie einen anderen Nutzer blockieren. Der Nutzer kann Sie dann nicht mehr kontaktieren oder ein Foto mit Ihrem Namen markieren. Er bekommt erst mit, dass Sie ihn stummgeschaltet haben, wenn er Ihr Profil sucht. Gehen Sie dazu auf dessen Profil und klicken Sie auf das Menü neben dem Folgen-Button.

Xing

Einstellungen zum Datenschutz - Xing legt sehr großen Wert auf den Datenschutz und hat dazu eine detaillierte Erklärung veröffentlicht. Ihre Präferenzen zum Datenschutz legen Sie unter Privatsphäre fest. Dort können Sie unter anderem bestimmen, wer Ihre Gruppenbeiträge, Ihre Aktivitäten und Ihr Profil sehen kann.

Sichtbarkeit der Beiträge - Beiträge, die Sie auf der Startseite einstellen, können alle Ihre Kontakte sehen. Den Empfängerkreis können Sie nicht weiter beschränken.

Linkedin

Einstellungen zum Datenschutz und zu Anzeigen - Die Voreinstellungen erlauben dem Karriere-Netzwerk einen umfassenden Zugriff auf Ihre Daten. Zum Beispiel werden Ihnen Kontakte angezeigt, die Linkedin über Ihre Registrierungsadresse ermittelt hat. Zusätzlich können Sie das Portal mit anderen Konten unter Kontakte synchronisieren. Wir raten Ihnen von dieser Funktion ab.

In Datenschutz & Einstellungen finden Sie eine ausführliche Übersicht. Die wichtigen Details sind allerdings schwer zu finden. Achten Sie daher auf die folgenden Punkte und passen Sie diese an Ihre Präferenzen an.

Im Reiter Profil

Privatsphäre-Steuerelemente: alle Punkte anpassen.

Im Reiter Kommunikation

Mitgliederkommunikation: alle Punkte anpassen.
Linkedin Kommunikationen: alle Punkte anpassen.

Im Reiter Gruppen, Unternehmen und Anwendungen

Gruppen: Gruppeneinladungen aktivieren/deaktivieren und Benachrichtigungen über Gruppenbeitritte aktivieren beziehungsweise deaktivieren.
Privatsphäre-Steuerelemente: Die Freigabe von Daten an externe Anwendungen aktivieren beziehungsweise deaktivieren.

Im Reiter Konto

Privatsphäre-Steuerelemente: Einstellungen zur Werbung verwalten.
Einstellungen: Profilfoto und Sichtbarkeit ändern.

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Diskussionsforen

Der Datenschutz in Foren und Communitys variiert stark. Sie müssen sich aber darüber im Klaren sein, dass die von Ihnen eingestellten Inhalte grundsätzlich öffentlich sind. In einigen Foren können Sie zumindest Nicht-Mitgliedern den Zugriff auf Ihr Profil verweigern. Halten Sie dazu im Menü Ausschau nach Einstellungen, Optionen, Präferenzen oder Verwaltung.

Die Alternative: Apps mit Datenverschlüsselung

Wenn die Sicherheit Ihrer Daten für Sie das A und O ist, können Sie auf Messenger-Apps ausweichen, die Nachrichten in verschlüsselter Form senden. Besonders sicher ist die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Die Unterhaltung wird dabei auf Ihrem Handy verschlüsselt und erst beim Empfänger wieder entschlüsselt. Damit ist eine Auswertung Ihrer Informationen ausgeschlossen.

Seit April 2016 verschlüsselt zwar auch Whatsapp die gesendeten Nachrichten. Sobald Sie allerdings die Kontakte aus Ihrem Smartphone übernehmen, landen die Daten beim Mutterkonzern Facebook. Alternativ können Sie die Whatsapp-Kontakte selbst anlegen. Alternativen zu Whatsapp sind zum Beispiel Signal, Threema, Surespot und Myenigma.

Weitere Messenger-Dienste für das Smartphone sind Telegram (Android, iPhone und Windows Phone) und BBM (Android, iPhone, Windows Phone und Amazon). Allerdings hat Telegram den Nachteil, dass die App automatisch auf das Adressbuch zugreift. Bei BBM ist bisher unklar, ob wirklich alle Nachrichten mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung versendet werden.

Neue Netzwerke wie Vero versprechen zwar, werbefrei zu bleiben, werten die Daten ihrer Nutzer aber auch aus.

Wie sichern Sie Ihre Konten vor externem Zugriff?

Schützen Sie Ihre Konten auch vor Zugriffen von Dritten. Verwenden Sie immer ein sicheres Passwort und loggen Sie sich an jedem Computer aus, den nicht ausschließlich Sie allein benutzen.

Wer es ganz besonders sicher mag, kann bei vielen Anbietern eine Zwei-Faktor-Authentifizierung vornehmen lassen. Dabei kommt zum ersten Faktor – dem Passwort – ein weiterer Faktor hinzu, zum Beispiel die Identifizierung durch das Handy oder eine zusätzliche Sicherheitsfrage.

Von der Authentifizierung durch das Handy raten wir aber ab, da der Anbieter so weitere Daten über Sie sammeln kann. Bei Handys ist das Verlust- und Diebstahlrisiko groß. Um Ihr Gerät und die darauf befindlichen Apps zu schützen, sollten Sie es per PIN vor unbefugten Zugriffen schützen und Ihr Handy sperren, wenn Sie es verloren haben oder es gestohlen wurde.

Gerichtshof: Personenbezogene Daten in den USA nicht sicher

Seit Jahren senden Betreiber sozialer Netzwerke Daten an die Mutterkonzerne in den USA. Facebook zum Beispiel hat für alle europäischen Kunden zwar einen Sitz in Irland. Die Server, auf denen die Daten verarbeitet werden, stehen aber in den Vereinigten Staaten. Diese Übermittlung war bisher in einer Übereinkunft mit dem Namen „Safe Harbor“ geregelt. Sie legte fest, dass personenbezogene Daten nur dann übertragen werden dürfen, wenn das Zielland angemessenen Schutz der Daten bietet. Das bedeutete unter anderem, dass Behörden die Daten nur bei konkretem Verdacht auf kriminelle oder terroristische Aktivitäten einsehen dürfen.

Die EU-Kommission hatte im Zuge der Safe-Harbor-Übereinkunft die Datenschutzrichtlinien der USA für ausreichend erklärt. Nach dem Bekanntwerden des Überwachungsskandals der NSA im Jahr 2013 wurde deutlich: Die Daten sind bei Facebook nicht vor flächendeckendem Zugriff geschützt. Der Österreicher Max Schrems hatte gegen diese Regelung geklagt und Recht bekommen. Am 6. Oktober 2015 entschied der Europäische Gerichtshof (EuGH), dass die USA kein vertrauenswürdiger Empfänger von personenbezogenen Daten sind.

Der Datenaustausch wird daher seither mit dem Datenschutzabkommen „EU-US Privacy Shield“ geregelt. Es sieht vor, dass sich Unternehmen, die Kundendaten in die Vereinigten Staaten übermitteln, verpflichten, die rechtlichen Vorgaben einzuhalten. Außerdem verspricht das Abkommen eine bessere staatliche Kontrolle sowie eine neue Schiedsstelle und eine Ombudsfrau aus dem amerikanischen Außenministerium, die in Streitfällen vermitteln.

Kritiker argumentieren, das neue Abkommen biete kaum Verbesserungen gegenüber „Safe Harbor“. Eine massenhafte Datenerfassung ist nämlich in sechs Fällen weiterhin erlaubt. Die gesammelten Daten dürfen US-Behörden dann in der Regel fünf Jahre lang speichern. Ob „Privacy Shield“ den Anforderungen des Europäischen Gerichtshofs entspricht und welche praktischen Folgen die neue Abmachung für deutsche Nutzer von Facebook und anderen Netzwerken haben wird, bleibt deshalb abzuwarten.

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Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Franziska Hauck

ehemalige Finanztip-Expertin für Social Media (bis Oktober 2016)

Franziska Hauck war bei Finanztip für die Social Media-Kanäle und die Community verantwortlich. Erfahrung im Community Management sammelte sie bei Unternehmen der Holtzbrinck Gruppe, wo sie ihren Schwerpunkt auf den Aus- und Aufbau von Communities legte. Nach ihrem Studium in Deutschland und Großbritannien absolvierte sie eine Ausbildung an der Social Media Akademie.

Arne Düsterhöft

Finanztip-Volontär

Arne Düsterhöft ist Volontär in der Redaktion von Finanztip und unterstützt die unterschiedlichen Experten-Teams. Zuvor berichtete er über digitale Technologien und Telekommunikation in der Online-Redaktion von teltarif.de. Nach Auslandssemestern in Dublin und New York hat Arne Düsterhöft seinen Masterabschluss in Theaterwissenschaft an der Freien Universität Berlin gemacht.