Steuererklärung-Tipps

Die sieben besten Tipps für Deine Steuererklärung

Udo Reuß 17. April 2019

Die Frist rückt immer näher: Bis zum 31. Juli 2019 müssen viele Steuerpflichtige ihre Steuererklärung 2018 abgeben. Sehr oft sind mehrere Hundert Euro Rückzahlung und mehr drin – auch ohne Hilfe vom Steuerberater. Wir haben sieben wichtige Möglichkeiten für den Abzug aufgelistet und zeigen Dir, in welchen Formularen Deiner Steuererklärung Du die Aufwendungen eintragen musst. Einen umfassenden Überblick findest Du im Hauptratgeber Steuererklärung und Details in weiteren speziellen Ratgebern.

So bekommst Du mehr Geld zurück

1. Entfernungspauschale - Von Deinem zu versteuernden Einkommen wird bei Arbeitnehmern immer die Werbungskostenpauschale abgezogen, mit der Du Dich aber nicht zufriedengeben solltest. Viele Arbeitnehmer erreichen einen höheren Wert allein dadurch, dass sie die Entfernungspauschale für ihren Arbeitsweg geltend machen. Dazu berechnest Du die einfache Strecke, die Du zurücklegst – Hin- und Rückweg zählt nicht doppelt. Die Kilometerzahl multiplizierst Du mit 30 Cent und trägst den Euro-Betrag in der Steuererklärung ein. [Hierhin in der Steuererklärung: Anlage N, Seite 2]

2. Handwerkerkosten - Hast Du einen Handwerker in Deiner Wohnung oder Deinem Eigenheim für Dich arbeiten lassen, kannst Du seinen Arbeitslohn zu 20 Prozent direkt von Deiner Steuerschuld abziehen – bis zu einer Summe von 1.200 Euro. Begünstigt sind Tätigkeiten, die der Reparatur oder Wartung dienen, nicht aber die Herstellung von etwas Neuem. Selbst wenn Du zur Miete wohnst, kannst Du diesen Steuervorteil nutzen: Was Dein Vermieter an Handwerkerleistungen im Mietshaus auf Deine Nebenkostenrechnung gesetzt hat, ist ebenfalls abzugsfähig. [Hierhin in der Steuererklärung: Mantelbogen, Seite 3]

3. Haushaltsnahe Dienstleistungen - Ebenfalls einen direkten Steuerabzug bietet Dir die Beschäftigung haushaltsnaher Dienstleister in der eigenen Wohnung oder im eigenen Heim – zum Beispiel der Lohn für die Putzfrau. Was in der Nebenkostenabrechnung für Deine Mietwohnung zum Beispiel für einen Hausmeister anfällt, kannst Du ebenfalls geltend machen. Abzugsfähig sind 20 Prozent der Arbeitskosten, höchstens aber 4.000 Euro. Wichtig für beide Möglichkeiten: Du brauchst eine Rechnung und die Summe musst Du überwiesen haben – bar auf die Hand erkennt das Finanzamt nicht an. [Hierhin in der Steuererklärung: Mantelbogen, Seite 3]

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4. Altersvorsorge - Was Du für das Alter zurücklegst, kannst Du von der Steuer abziehen. Das solltest Du auch tun, denn im Alter wirst Du Deine Einkünfte in zunehmendem Maße versteuern müssen. Nutz also den Vorteil und setz diesen Posten als Sonderausgaben an. Das geht etwa für einen Riester-Vertrag mit bis zu 2.100 Euro im Jahr. Auch Ausgaben für die Krankenversicherung und einige weitere Vorsorgeaufwendungen verringern Dein zu versteuerndes Einkommen. [Hierhin in der Steuererklärung: Anlage Vorsorgeaufwand, Anlage AV]

5. Kinderbetreuung - Die lieben Kleinen kosten Geld – nicht nur neue Schuhe und Hosen, sondern auch die Betreuung. Die Aufwendungen dafür sind abzugsfähig und mindern die Summe, die Du versteuern musst. Das gilt für zwei Drittel der Aufwendungen von 6.000 Euro, so dass Du für jedes Kind bis zu 4.000 Euro als Sonderausgaben absetzen kannst. Ansetzen kannst Du zum Beispiel die Kosten für den Hort oder die Kita, aber auch für eine Tagesmutter oder für eine Aufsichtsperson während der Schularbeiten zuhause. [Hierhin in der Steuererklärung: Anlage Kind, Seite 3]

6. Ehrenamt/Übungsleiter - Bist Du zum Beispiel als Trainer einer Amateurfußballmannschaft oder als Leiter eines Kirchenchors tätig, profitierst Du von der Übungsleiterpauschale von bis zu 2.400 Euro, die Du dabei steuerfrei verdienen darfst. Für ein Ehrenamt in einer gemeinnützigen Organisation kannst Du bis zu 720 Euro annehmen, ohne darauf Steuern zahlen zu müssen. Beide Möglichkeiten sind kombinierbar, solange Du sie nicht für dieselbe Tätigkeit beanspruchst, und Du kannst sie auch als Hausfrau/-mann oder Arbeitsloser in Anspruch nehmen. Willst Du kein Geld nehmen, solltest Du Dir das auch bestätigen lassen: Ist Deine Organisation entsprechend anerkannt, kannst Du den Betrag, auf den Du verzichtest, als Spende absetzen. [Hierhin in der Steuererklärung: Anlage S, Seite 2; Mantelbogen, Seite 2 (Spenden)]

7. Umzugskosten - Kosten für einen beruflich veranlassten Umzug kannst Du nicht nur dann geltend machen, wenn Du den Job wechselst. Das Finanzamt erkennt Deine Ausgaben auch dann als Werbungskosten an, wenn Du näher an Deinen Arbeitsplatz heranziehst. Dein Arbeitsweg muss sich dazu aber um insgesamt eine Stunde für Hin- und Rückweg vermindern – die Entfernung spielt keine Rolle. Dann profitierst Du auch von den Umzugspauschalen. Selbst wenn Du aus rein privaten Gründen umziehst, solltest Du daran denken, dass einige Posten abzugsfähig sind – etwa die haushaltsnahe Dienstleistung der Umzugshelfer, die Dir einen direkten Steuerabzug bescheren kann. [Hierhin in der Steuererklärung: Anlage N, Seite 2; Mantelbogen, Seite 3 (haushaltsnahe Dienstleistung)]

Du weißt nicht genau, in welche Zeile Du Deine Ausgaben eintragen musst? Nicht nur hierfür ist ein Steuerprogramm für die meisten das richtige Werkzeug, um effizient und günstig eine Steuererklärung zu erstellen. Im Ratgeber Steuersoftware erfährst Du, welche Programme wir für den jeweiligen Zweck empfehlen.

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Autor
Udo Reuß

17. April 2019


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