Bildungsurlaub beantragen

Mustervorlage für Ihren Antrag

Dr. Britta Beate Schön Stand: 17. Mai 2019

Kostenlose Vorlage

von Finanztip

Stellen Sie frühzeitig einen Antrag auf Bildungsurlaub, mindestens zwei Monate vor Beginn der Veranstaltung. Für das Schreiben können Sie unseren Musterantrag nutzen.

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Wer hat Anspruch auf Bildungsurlaub?

Das Thema Bildungsurlaub ist in Deutschland Ländersache. Es gibt deshalb kein einheitliches Bundesgesetz, sondern unterschiedliche Regelungen in den Ländern. Wenn Sie in Bayern oder Sachsen arbeiten, haben Sie Pech. In den Freistaaten gibt es zwar mehr Feiertage als in anderen Ländern, aber weder Bildungsurlaub noch Bildungszeit und auch keine Bildungsfreistellung.

In allen anderen Bundesländern haben Sie als Arbeitnehmer Anspruch auf Bildungsurlaub. Das bedeutet, dass Ihr Arbeitgeber Sie für eine Weiterbildungsveranstaltung von der Arbeit freistellen und das Gehalt weiterzahlen muss. Studenten, Rentner oder Menschen, die selbstständig arbeiten, können sich auch weiterbilden, müssen dazu aber keinen Urlaub nehmen und haben deshalb auch keinen Anspruch auf Bildungsurlaub.

Auch Auszubildende dürfen Bildungsurlaub nehmen – es gibt allerdings in einigen Ländern dazu besondere Regelungen. Darin ist zum Beispiel festgelegt, dass Auszubildende Sonderurlaub nur für Veranstaltungen zur politischen Bildung nehmen können. In Baden-Württemberg, Mecklenburg-Vorpommern und Nordrhein-Westfalen haben Auszubildende nur Anspruch auf fünf Tage während der gesamten Ausbildung, in Rheinland-Pfalz stehen ihnen nur drei Tage zu.

Beamte können in einigen Bundesländern keinen Bildungsurlaub nehmen, in anderen hingegen schon. Was gilt, findet sich in dem entsprechenden Landesgesetz.

Welches Gesetz für Arbeitnehmer, Auszubildende und Beamte gilt, hängt davon ab, in welchem Bundesland sich der Arbeitsplatz befindet. Es kommt also nicht darauf an, wo Sie wohnen.

Oft erwerben Arbeitnehmer den Anspruch auf Bildungszeit erstmals nach zwölf Monaten oder sechs Monaten Tätigkeit bei dem Arbeitgeber.

Wie viele Urlaubstage für Weiterbildung stehen mir zu?

Es hängt von Ihrem Bundesland ab, wie viele Tage Bildungsurlaub Ihnen zustehen. In den meisten Bundesländern können Arbeitnehmer fünf Tage pro Jahr nehmen, wenn sie auch an fünf Tagen in der Woche arbeiten.

Viele Bundesländer bieten an, die Urlaubstage von zwei Jahren zusammenzufassen. Dann können Sie zehn Tage Bildungsurlaub nehmen. Im Saarland sind sechs Tage pro Jahr möglich, allerdings muss der Arbeitnehmer ab dem dritten Tag die Hälfte als Eigenanteil zahlen.

Gesetzliche Grundlagen für Bildungsurlaub in den Bundesländern

Bundesland

gesetzliche Vorschrift

Dauer

Baden-Württemberg

Bildungszeitgesetz Baden-Württemberg

5 Tage pro Jahr

Bayern

keine Regelung

kein Bildungsurlaub

Berlin

Berliner Bildungsurlaubsgesetz

10 Tage innerhalb
von 2 Jahren

Brandenburg

Brandenburgisches Weiterbildungsgesetz

10 Tage innerhalb
von 2 Jahren

Bremen

Bremisches Bildungszeitgesetz

10 Tage innerhalb
von 2 Jahren

Hamburg

Hamburgisches Bildungsurlaubsgesetz

10 Tage innerhalb
von 2 Jahren

Hessen

Hessisches Bildungsurlaubsgesetz

5 Tage pro Jahr

Mecklenburg-Vorpommern

Bildungsfreistellungsgesetz M-V

5 Tage pro Jahr

Niedersachsen

Niedersächsisches Bildungsurlaubsgesetz

5 Tage pro Jahr

Nordrhein-Westfalen

Arbeitnehmerweiterbildungsgesetz NRW

5 Tage

Rheinland-Pfalz

Bildungsfreistellungsgesetz

10 Tage in 2 Jahren

Saarland

Saarländisches Bildungsfreistellungsgesetz

6 Tage pro Jahr (ab dem 3. Tag die Hälfte Eigenanteil)

Sachsen

keine gesetzliche Regelung

kein Bildungsurlaub

Sachsen-Anhalt

Bildungsfreistellungs-Gesetz

5 Tage pro Jahr

Schleswig-Holstein

Weiterbildungsgesetz Schleswig-Holstein

5 Tage pro Jahr

Thüringen

Thüringer Bildungsfreistellungsgesetz

5 Tage pro Jahr

Quelle: Finanztip-Recherche (Stand: Mai 2019)

Wie beantrage ich Bildungsurlaub?

Damit es auch klappt mit Ihrem Bildungsurlaub, müssen Sie ihn richtig beantragen. Oft müssen Sie den Bildungsurlaub mit allen Unterlagen so früh wie möglich einreichen. In den Ländergesetzen finden sich unterschiedliche Fristen, bis wann Sie spätestens Ihren Antrag abgeben müssen. Üblich sind Fristen von sechs Wochen vor der Veranstaltung, in Baden-Württemberg acht Wochen vor Kursbeginn.

Legen Sie Ihrem Arbeitgeber die Anmeldebestätigung des Veranstalters vor und schicken Sie auch den groben Ablaufplan der Weiterbildungsmaßnahme mit. Zudem reichen Sie die Bestätigung ein, dass die Veranstaltung grundsätzlich als Bildungsurlaub nach den gesetzlichen Vorgaben anerkannt ist.

Eine bestimmte Form ist nicht vorgeschlagen. Sie können den Antrag auch mit einer E-Mail an die Personalabteilung oder Ihren Vorgesetzten schicken. Für Ihr Schreiben können Sie unseren Musterantrag Bildungsurlaub verwenden.

Hier können Sie sich unser Musterschreiben für den Antrag auf Bildungsurlaub herunterladen:

Zum Musterantrag

Übertragen von Bildungsurlaub

Haben Sie in einem Jahr keinen Bildungsurlaub genommen, können Sie in vielen Bundesländern Ihre Urlaubstage in das neue Jahr übertragen lassen. Dazu schreiben Sie bis zum 31. Dezember Ihrem Arbeitgeber, dass Sie Ihre Bildungsurlaubstage auf das kommende Jahre übertragen möchten. Einen solchen Antrag kann Ihr Chef nicht ablehnen, wenn in Ihrem Bundesland eine Übertragung möglich ist. Sie können unser Muster verwenden, um Ihre Bildungsurlaubstage zu übertragen.

Hier können Sie sich unser Musterschreiben für die Übertragung von Bildungsurlaubstagen herunterladen:

Zum Download

Sie können auch Resttage in das neue Jahr übertragen, falls Sie zum Beispiel nur drei der fünf Tage genutzt haben. So können Sie dann im nächsten Jahr eine Veranstaltung von sieben Tagen nutzen. Aber Sie können in der Regel Ihre Bildungszeit immer nur einmal übertragen lassen, so dass Sie keinen Bildungsurlaub über mehrere Jahre ansammeln können.

In Baden-Württemberg können Beschäftigte den verbleibenden Anspruch nicht auf das folgende Kalenderjahr übertragen (§ 3 Abs. 5 BzG BW).

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Autor
Dr. Britta Beate Schön

Stand: 17. Mai 2019