Vermögenswirksame Leistungen

So lohnt sich VL-Sparen richtig

Dirk Eilinghoff 17. Juli 2018
Das Wichtigste in Kürze
  • Vermögenswirksame Leistungen sind zusätzliches Geld vom Arbeitgeber, das Du zum Vermögensaufbau nutzen solltest.
  • Der Höchstbetrag, den Dein Chef für vermögenswirksame Leistungen (VL) bezahlt, beträgt 40 Euro im Monat. Die genaue Höhe ist meist im Arbeits- oder Tarifvertrag geregelt.
  • Bei der Anlage des Geldes hast Du die Wahl zwischen verschiedenen Anlageformen. Die wichtigsten sind Banksparpläne, Bausparverträge, Fondssparpläne und die Tilgung Deiner Baufinanzierung.
  • Innerhalb bestimmter Einkommensgrenzen bekommst Du zusätzlich Geld vom Staat in Form der Arbeitnehmersparzulage. Bei einem Bausparvertrag kannst Du zusätzlich die Wohnungsbauprämie beantragen.
  • Zahlt der Arbeitgeber weniger als 40 Euro, lohnt es sich, den Sparbeitrag privat aufzustocken, um die Förderung zu erhalten.
  • Der Sparbetrag wird frühestens nach sieben Jahren ausgezahlt. Auch staatliche Prämien erhältst Du erst am Ende der Laufzeit.
So gehst Du vor
  • Erkundige Dich bei Deinem Arbeitgeber, ob Dir vermögenswirksame Leistungen laut Arbeits- oder Tarifvertrag zustehen.
  • Prüfe dann, ob Dein Einkommen innerhalb der Grenzen für die Arbeitnehmersparzulage und Wohnungsbauprämie liegt.
  • Wähle die passende Anlageform: Tilgung eines Teils der privaten Baufinanzierung, Bausparvertrag, Fondssparplan oder Banksparplan.
  • Empfehlenswerte Banksparpläne: VL-Banksparplan Degussa Bank (Basiszins 0,05 Prozent, erwartete Rendite: 2,75 Prozent im Jahr), VL-Banksparplan ING-Diba (1 Prozent Zinsen im Jahr)
  • Empfehlenswerte VL-Depots: Finvesto VL-Depot (auch für Neukunden), Comdirect: Ebase (nur für Bestandskunden der Comdirect)
  • Empfehlenswert VL-Aktienfonds: ETFs auf Weltaktienindex von iShares (A0RPWH) und Xtrackers (DBX1MW)

Vermögenswirksame Leistungen, auch bekannt als VL oder VwL, sollen Arbeitnehmern dabei helfen, Vermögen aufzubauen. Dazu können Arbeitnehmer, Auszubildende, Beamte, Richter oder Soldaten vom Arbeitgeber bis zu 40 Euro im Monat erhalten. Die vermögenswirksamen Leistungen sind freiwillige Leistungen des Arbeitgebers, die aber für viele Berufe im Tarifvertrag garantiert werden.

Video: Vermögenswirksame Leistungen richtig anlegen

Wie funktioniert das Sparen mit vermögenswirksamen Leistungen?

Vermögenswirksame Leistungen kannst Du in eine Vielzahl von neuen oder bereits bestehenden Verträgen einzahlen: von der laufenden Baufinanzierung über einen Bausparvertrag oder Banksparplan bis zu einem Aktienfondssparplan. Bei den beiden Sparplänen ist darauf zu achten, dass diese auch für VL-Sparen geeignet sind.

Grundsätzlich schließt der Arbeitnehmer einen VL-Vertrag ab und legt seinem Arbeitgeber eine Bestätigung über diesen Vertrag vor. Der Arbeitgeber zahlt dann den zugesagten Betrag in den Vertrag ein.

Verträge für vermögenswirksame Leistungen laufen in der Regel sieben Jahre – sechs davon sind Jahre mit Einzahlungen, das siebte ist ein Ruhejahr. Nach dem sechsten Jahr kannst Du bereits den nächsten Vertrag beginnen.

Der Anbieter informiert Dich in der Regel automatisch über den nahenden Ablauf und bietet einen neuen Vertrag an. Nach Ablauf des Vertrags steht das Guthaben entweder für Deine persönlichen Wünsche oder für Deine Altersvorsorge zur Verfügung. Bei der Bausparvariante ist es etwas anders: In diese Verträge müssen sieben Jahre lang Beiträge fließen.

Staatliche Förderung macht VL noch attraktiver

Zusätzlich zum Arbeitgeber beteiligt sich auch der Staat an der Vermögensbildung. Wer bestimmte Einkommensgrenzen nicht überschreitet (siehe Tabelle unten), erhält im ersten Schritt die Arbeitnehmersparzulage. Ausschlaggebend dafür ist nicht das Bruttoeinkommen, sondern das zu versteuernde Einkommen.

Gerade bei Familien mit Kindern ist das zu versteuernde Einkommen aufgrund der steuerlichen Freibeträge deutlich niedriger als das Bruttoeinkommen. Auch wer beim Bruttogehalt über den Einkommensgrenzen liegt, sollte also auf jeden Fall prüfen, ob er die Förderung erhalten kann.

Die genaue Höhe des zu versteuernden Einkommens kannst Du Deinem Steuerbescheid entnehmen. Der Staat zahlt, wenn Du das Geld in einen VL-Fondssparplan oder Bausparvertrag anlegst. Auch die Tilgung einer Baufinanzierung fördert der Staat.

Die genauen Bedingungen regelt das Fünfte Vermögensbildungsgesetz (5. VermBG). Als Bausparer kannst Du zusätzlich die Wohnungsbauprämie erhalten. Weitere Informationen zur staatlichen Förderung der Vermögensbildung findest Du im Ratgeber Arbeitnehmersparzulage

Förderbeträge und Einkommensgrenzen

Anlageformstaatliche Förderungmaximales zu
versteuerndes
Einkommen
(Single / Ehepaar)
Höhe der
Förderung
im Jahr
je Arbeitnehmer
Banksparplankeine  
BausparvertragArbeitnehmersparzulage17.900 € / 35.800 €9 % auf maximal 470 €, höchstens 43 €
 Wohnungsbauprämie25.600 € / 51.200 €8,8 % auf maximal 512 €, höchstens 45 €, VL werden nicht angerechnet
Tilgung eines BaukreditsArbeitnehmersparzulage17.900 € / 35.800 €9 % von maximal 470 €, höchstens 43 €
Sparplan für AktienfondsArbeitnehmersparzulage20.000 € / 40.000 €

20 % auf maximal 400 €, maximal 80 €

Quelle: 5. Vermögensbildungsgesetz § 1, Wohnungsbauprämiengesetz § 2a (Stand: 30. Juli 2018)

Du kannst die VL aus eigener Tasche aufstocken

Erkundige Dich zunächst bei Deinem Arbeitgeber oder Betriebsrat, ob Du Anspruch auf vermögenswirksame Leistungen hast. Dieser Anspruch kann sich aus dem für Deine Branche gültigen Tarifvertrag, einer Betriebsvereinbarung oder aus Deinem Arbeitsvertrag ergeben. Der maximale Betrag, den Du als VL-Sparer erhältst, beträgt derzeit 40 Euro im Monat, also 480 Euro im Jahr. Idealerweise übernimmt Dein Chef den kompletten Betrag.

Beispielrechnung

Angenommen, Du schließt einen Banksparplan ab und bekommst pro Monat 40 Euro von Deinem Chef. Nach sechs Jahren Einzahlung und einem Jahr Ruhezeit kannst Du Dich bei einer Verzinsung von 2 Prozent im Jahr über etwa 3.085 Euro freuen, über die Du frei verfügen kannst.

Falls du von Deinem Arbeitgeber nur geringe oder gar keine vermögenswirksamen Leistungen erhältst, kannst Du die Beiträge aus der eigenen Tasche bezahlen. Das lohnt sich, wenn Du Anspruch auf staatliche Förderung hast oder es bestimmte Mindestsparbeträge bei dem gewünschten VL-Produkt gibt. Abhängig vom jeweiligen Angebot kannst Du entweder die vermögenswirksamen Leistungen auf 40 Euro aufstocken oder selbst Sparraten in beliebiger Höhe einzahlen.

Steuern und Sozialabgaben

Vermögenswirksame Leistungen, die Du von Deinem Arbeitgeber bekommst, sind steuer- und sozialabgabenpflichtig. Denn sie steigern praktisch Dein Bruttogehalt um die Höhe der VL. Dein Arbeitgeber überweist den vollen VL-Betrag auf das Sparkonto, Du bezahlst im Gegenzug über die Lohnabrechnung Steuern und Abgaben. Im Vergleich zum Zustand ohne vermögenswirksame Leistungen verringert sich also Dein Nettogehalt geringfügig.

Die erwirtschafteten Kapitalerträge sind wie andere Geldanlagen auch steuerpflichtig. Wir empfehlen Dir, einen Freistellungsauftrag beim Anbieter Deines VL-Sparplans einzurichten für das Jahr, in dem der Vertrag ausläuft. Achte darauf, dass all Deine Freistellungsaufträge zusammen die erlaubte Höchstsumme nicht überschreiten.

Sonderfall in einigen Branchen: Altersvorsorgewirksame Leistungen

In einigen Branchen wie der Metall- und Elektroindustrie werden die vermögenswirksamen Leistungen in Form von sogenannten altersvorsorgewirksamen Leistungen (AVWL) gezahlt. Im Gegensatz zu den sonst üblichen vermögenswirksamen Leistungen kannst Du nicht selbst bestimmen, wie das Geld angelegt wird. Seit November 2013 beträgt der geförderte Betrag für Arbeitnehmer dieser Branchen 26,59 Euro pro Monat (Auszubildende: 13,29 Euro).

Das Geld muss für die betriebliche oder private Altersvorsorge aufgewendet werden. Mögliche Anlagearten sind ein Riester-Vertrag, eine arbeitnehmerfinanzierte betriebliche Altersvorsorge (Entgeltumwandlung) oder eine arbeitgeberfinanzierte Betriebsrente. Je nach Anlageart sparst Du Steuern und Abgaben, die Du andernfalls für die VL bezahlen müsstest. So fallen etwa bei Entgeltumwandlung keine Steuern und Sozialabgaben auf die gezahlten Beiträge an.

Der Nachteil ist jedoch, dass Du unabhängig von Deinem Gehalt keinen Anspruch auf die Arbeitnehmersparzulage hast. Zudem bekommst Du Dein Geld erst im Rentenalter und musst es dann versteuern. Dann allerdings wird Dein Steuersatz voraussichtlich niedriger sein als heute.

Auch die Umwandlung in eine betriebliche Altersvorsorge ist möglich

Steuern und Sozialabgaben auf die vermögenswirksamen Leistungen vermindern das Nettoeinkommen. Wer dies vermeiden möchte, kann mit seinem Arbeitgeber vereinbaren, den Betrag in eine betriebliche Altersvorsorge einfließen zu lassen. Die Beiträge sind dann innerhalb der geltenden Grenzen frei von Steuer- und Sozialabgaben.

Allerdings werden sie dann bei der Auszahlung im Alter fällig – bei den Beiträgen für die Kranken- und Pfle­ge­ver­si­che­rung sogar mit dem vollen Beitragssatz. Auch die staatliche Förderung über die Arbeitnehmersparzulage und die Wohnungsbauprämie entfällt bei diesem Weg. Und schließlich: Wie immer bei der Altersvorsorge mit Versicherungen fallen hohe Abschluss-, Vertriebs- und Verwaltungskosten an. Wir beschränken uns daher auf die Beschreibung der vier traditionellen VL-Verträge.

VL-Sparen: Vier Varianten zur Auswahl

Die für Dich beste Anlageform hängt von Deiner Wohnsituation, Deinem zu versteuernden Einkommen und Deiner Risikobereitschaft ab. Es gibt vier mögliche Varianten. Die Tilgung einer laufenden Baufinanzierung, ein Banksparplan und ein Bausparvertrag bieten sichere Erträge. Beim Fondssparplan kann der Wert des angesparten Kapitals dagegen schwanken. Bei der staatlichen Förderung punktet der Bausparvertrag mit der Wohnungsbauprämie. Der VL-Banksparplan wird dagegen nicht gefördert.

Variante 1: Den Baukredit abzahlen

Wer einen Baukredit hat, kann seine vermögenswirksamen Leistungen einfach auf das Darlehenskonto überweisen lassen. Da die Zinsen, die Du für Dein Darlehen zahlst, meist höher sind als die zu erzielenden Renditen anderer VL-Angebote, ist die Tilgung eine einfache und gut verzinste Form der Anlage. Allerdings ist es nicht bei jeder Bank möglich, vermögenswirksame Leistungen zur Tilgung zu nutzen.

Bei einer selbst genutzten Immobilie kannst Du zusätzlich die Arbeitnehmersparzulage beantragen.

Variante 2: Der Bausparvertrag

Ein Bausparvertrag ist immer eine Kombination aus einem Sparplan und einem Kredit zur Immobilienfinanzierung. Wenn Du kein Darlehen benötigst, kannst Du den Bausparvertrag aber auch als reinen Sparplan zum Kapitalaufbau abschließen. Häufig erhältst Du für den Verzicht auf das Darlehen einen Bonus in Form von höheren Zinsen. Ein Bauspardarlehen lohnt sich dagegen dann besonders, wenn die Zinsen seit dem Beginn des Vertrags gestiegen sind oder die Darlehenssumme anderweitig nur schwer zu beschaffen wäre.

Ein Bausparvertrag ist also erste Wahl, falls Du

  • bereits eine Immobilie hast und ein Guthaben für spätere Renovierungen oder Modernisierungen ansparen möchtest oder
  • in absehbarer Zeit eine Immobilie kaufen oder bauen willst.

Geht es Dir allein um die Verzinsung des Guthabens, so lohnt sich der Vergleich mit einem VL-Banksparplan.

Ein weiteres wichtiges Argument für den VL-Bausparvertrag ist die zusätzliche staatliche Förderung. Während der Staat mit der Arbeitnehmersparzulage die Vermögensbildung fördert, unterstützt er beim Bausparvertrag außerdem den Haus- oder Wohnungskauf: Für Bausparverträge zahlt er – innerhalb der Einkommensgrenzen für diese Förderung – zusätzlich die Wohnungsbauprämie. Die zweite staatliche Förderung gibt es aber nur für Sparbeiträge, die nicht bereits für die Arbeitnehmersparzulage verwendet wurden.

Wer also Anspruch auf die Wohnungsbauprämie hat, fährt mit dem Bausparvertrag deutlich besser als mit einem VL-Banksparplan. Allerdings musst Du dann auch eigenes Geld einzahlen, denn die vermögenswirksamen Leistungen des Arbeitgebers sind bereits durch die Arbeitnehmersparzulage belegt. Ausnahme: Dein Einkommen liegt genau zwischen den Grenzen für die beiden Förderungen.

Bist Du jünger als 25 Jahre?

Wenn Du bei Abschluss des Bausparvertrags jünger als 25 Jahre bist, erhältst Du auch dann die Wohnungsbauprämie für die sieben Jahre Vertragslaufzeit, wenn Du das Geld nicht wohnungswirtschaftlich verwendest. Allerdings ist das nur ein einziges Mal möglich.

Für den Bausparvertrag gilt eine Mindestlaufzeit von sieben Jahren, sofern Du staatliche Förderung bekommst. Du musst also keine Ruhezeit beachten. Frühestens sieben Jahre nach Abschluss des Vertrags kannst Du das Darlehen in Anspruch nehmen oder Dir das Guthaben auszahlen lassen.

Falls Du den Vertrag über einen Online-Rechner einer Bausparkasse berechnen möchten, solltest Du ein paar Eckdaten beachten: Die Laufzeit für das Darlehen ist entscheidend. Wenn Du staatliche Förderungen beantragen willst, wähle eine Laufzeit von mindestens sieben Jahren. Dann empfehlen wir die Kombination aus vermögenswirksamen Leistungen (40 Euro) und eigenem Sparanteil. Bei einem Single mit Anspruch auf Arbeitnehmersparzulage und Wohnungsbauprämie liegt dieser Eigenbeitrag dann bei 43 Euro, die Bausparsumme bei etwa 15.000 Euro.

Variante 3: Der VL-Fondssparplan

Wer mehr Rendite sucht und sich der Kursschwankungen der Aktienmärkte bewusst ist, sollte sich für einen Fondssparplan entscheiden. Wegen der Veränderungen am Aktienmarkt steht der Auszahlbetrag dabei nicht von Anfang an fest. Nach Finanztip-Berechnungen hätte allerdings ein Sparplan über 100 Euro mit Indexfonds auf den Weltaktienindex MSCI World in den vergangenen 15 Jahren eine durchschnittliche Rendite von 5,5 Prozent erzielt.

Die Einkommensgrenzen für die Arbeitnehmersparzulage sind bei dieser Anlageform etwas höher: 20.000 Euro bei Alleinstehenden, 40.000 Euro bei Ehepaaren. Die Förderung ist ebenfalls höher: 20 Prozent des einbezahlten Betrags, maximal jedoch 80 Euro im Jahr. Dieser Betrag ist bei einer Anlage von 400 Euro im Jahr oder etwa 33 Euro im Monat erreicht. Für Eheleute gelten die doppelten Summen.

Einen VL-Fondssparplan kannst Du direkt in einer Bankfiliale anlegen lassen. Allerdings bezahlst Du diesen Service meist mit vergleichsweise hohen Kosten. Günstigere Angebote machen Direktbanken und Fondsvermittler. Für den Sparbeitrag werden Anteile an Investmentfonds gekauft, die dann in einem Depot bei einer Fondsbank – oder eben der vermittelnden Bank – verwahrt werden.

Du kannst den VL-Fondssparplan früher kündigen

Falls Du keine Arbeitnehmersparzulage bekommst, bist Du nicht an die Laufzeit von sechs Jahren plus ein Jahr Ruhezeit gebunden, sondern kannst Dein VL-Depot ohne Nachteile auch vorzeitig kündigen. Eine Anlage für mehr als sieben Jahre ist immer möglich.

Du musst Dir den Sparplan am Laufzeitende auch nicht in bar auszahlen lassen. Wir empfehlen Dir, nach Ablauf der Vertragslaufzeit den Sparplan im Depot zu belassen, falls die Börsenkurse in den letzten ein bis zwei Jahren vor Vertragsende stark gefallen sind. Die Kursverläufe der Vergangenheit zeigen, dass sich die Börsenkurse meist wieder erholen.

So findest Du den richtigen VL-Fondsparplan

Wer seine vermögenswirksamen Leistungen in Fonds anlegen möchte, muss zunächst den passenden Fonds finden. Nicht alle in Deutschland erhältlichen Aktienfonds sind auch für die VL-Anlage zugelassen. Anbieter von VL-Aktienfonds bewerben meist aktiv gemanagte Fonds. Und sie verlangen dafür eine Verwaltungsgebühr von 2 bis 3 Prozent pro Jahr auf den Wert der Anteile – unabhängig davon, ob der Wert gestiegen oder gesunken ist.

Das geht deutlich günstiger. Statt teurer aktiver Fonds empfehlen wir nicht nur für die langfristige Geldanlage, sondern auch für die VL-Anlage kostengünstige Indexfonds (ETFs), die den breit gestreuten Aktienindex MSCI World abbilden.

Die von uns empfohlenen ETFs kosten nur 0,2 beziehungsweise 0,45 Prozent an Managementgebühr pro Jahr und bilden den Original-Aktienindex gut nach. Du sparst also bei den Kosten und bekommst eine einfache, aber überzeugende Anlagestrategie: Der Fondsmanager eines ETF auf den MSCI World kauft einfach die Aktien mit dem Anteil, wie sie auch im Index enthaltenen sind. Im Fall des MSCI World sind das etwa 1.600 einzelne Aktien aus 23 Ländern. Der Wert der Fondsanteile entwickelt sich dann mittel- und langfristig so wie der Index.

Zwei Indexfonds auf den Weltindex MSCI World, die wir empfehlen, kommen für das VL-Sparen infrage: einerseits der MSCI World Swap UCITS ETF 1C von Xtrackers, andererseits der Core MSCI World UCITS ETF von iShares.

Hier die dazugehörigen Kennnummern:

Das sind die richtigen VL-Fonds

Fondsname

Fonds-

gesellschaft

Wertpapier-
kennnummer
ISINNachbildung /
Ertragsverwendung
MSCI World Index Swap UCITS ETF 1CXtrackersDBX1MWLU0274208692synthetisch-thesaurierend
Core MSCI World UCITS ETFiSharesA0RPWHIE00B4L5Y983physisch-thesaurierend

 

Diese beiden Indexfonds auf den Index MSCI World legen die jährlich ausgeschütteten Dividenden gleich wieder an, so dass diese Erträge beim Fondsvermögen verbleiben. Fachleute sprechen davon, dass sie thesaurieren. Beide ETFs sind außerdem VL-zulagenberechtigt.

Wenn Du weißt, mit welchem VL-Fonds Du sparen willst, fehlt nur noch das passende Wertpapierdepot. In der Regel kannst Du ein vorhandenes Wertpapierdepot für die VL-Anlage nicht verwenden. Damit die Depotbank ihre Meldepflichten einhalten und die Fristen überwachen kann, muss ein VL-Depot bestimmte Eigenschaften haben.

So findest Du das richtige VL-Depot

Die einzige Depotbank, die nach unseren Recherchen zurzeit Indexfonds für vermögenswirksame Leistungen anbietet, ist die European Bank for Financial Services (Ebase). Angesichts des vergleichsweise geringen Anlagebetrags sind die Depotkosten und die Transaktionsentgelte leider nicht unbeträchtlich: 15 Euro pro Jahr für die Depotführung, 10 Euro als VL-Vertragsentgelt sowie 0,2 Prozent des Anlagebetrags pro Transaktion werden fällig (Stand: März 2020). Ebase gehört seit 2019 zur FNZ Group mit Sitz in London.

Ebase arbeitet allerdings nur mit Vermittlern zusammen. Für Privatanleger hat die Depotbank dagegen eine eigene Marke (Finvesto) geschaffen, bei der Du direkt über die Website ein Depot eröffnen kannst. Eine besonders einfache Möglichkeit, ein VL-Depot bei Ebase zu eröffnen, haben Kunden der Comdirect: Sie können über das Online-Banking das Depot direkt eröffnen.

Insgesamt führen also drei Wege zum VL-Depot mit ETFs: der einfachste Weg vom heimischen Sofa aus. Du beantragst das VL-Depot direkt online bei Finvesto. Wie bei jeder Depoteröffnung musst Du dann noch Deine Identität nachweisen, entweder über das Postident-Verfahren in der Postfiliale oder direkt von zuhause mit dem Videoident-Verfahren.

Finvesto VL-Depot
Online als Neukunde zum Ebase-VL-Depot
  • einfache Eröffnung des VL-Depots
  • Depotführung und VL-Entgelt: 10 Euro pro Jahr
  • Transaktionskosten von 0,2 Prozent
  • ideales Depot für VL-Sparplan mit Indexfonds (ETFs)
Nur beim Anbieter abschließbar

Zweite Möglichkeit: Wenn Du bei der Comdirect Bank bereits ein Tagesgeldkonto, Girokonto oder Wertpapierdepot hast, kannst Du das VL-Depot direkt in Deinem Online-Banking-Bereich eröffnen. Du musst Dich dann nicht erneut legitimieren.

VL-Depot über Comdirect
Kurzer Weg zum VL-Depot für Comdirekt-Kunden
  • einfache Eröffnung des VL-Depots
  • Depotführung und VL-Entgelt: für Comdirect-Kunden kostenlos
  • Transaktionskosten von 0,2 Prozent
  • ideales Depot für VL-Sparplan mit Indexfonds (ETFs)
Nur beim Anbieter abschließbar

Und schließlich: Wenn Du bereits einen Finanzberater hast, der auch Wertpapiere vermittelt, kannst Du ihn beauftragen, das Depot bei Ebase für Dich zu eröffnen und den ETF-Sparplan anzulegen. Allerdings kann es sein, dass der Finanzberater versucht, Dich von den günstigen Indexfonds abzubringen.

Die von uns empfohlenen Aktien-ETFs:

iShares Core MSCI World UCITS ETF
ISIN IE00B4L5Y983 / WKN A0RPWH
  • ETF auf den MSCI World
  • physische Nachbildung des Index
  • Dividenden werden wiederangelegt (thesauriert)
Nur beim Anbieter abschließbar
Xtrackers MSCI World Swap UCITS ETF
ISIN LU0274208692 / WKN DBX1MW
  • ETF auf den MSCI World
  • synthetische Nachbildung des Index
  • Dividenden werden wiederangelegt (thesauriert)

Variante 4: Der Banksparplan

Ein Banksparplan lohnt sich, wenn

  • Du keinen Anspruch auf staatliche Förderungen hast und
  • Du Deine vermögenswirksamen Leistungen möglichst sicher anlegen willst.

Um einen Banksparplan abzuschließen, solltest Du bei der Bank Deiner Wahl ein gesondertes Konto eröffnen. Da es für Banksparer keine staatliche Förderung gibt, bist Du nicht an die Mindestlaufzeit von sieben Jahren gebunden. Banken bieten trotzdem oft Verträge mit einer siebenjährigen Laufzeit an. Du bekommst bei den meisten Angeboten nur eine relativ geringe Grundverzinsung auf Deine vermögenswirksamen Leistungen. Dafür erhältst Du am Ende der Laufzeit einen satten Bonus von bis zu 14 Prozent der angesparten Beträge. Die Bank will so vermeiden, dass Du den VL-Sparvertrag vorzeitig kündigst.

Die Rendite, die Du beim VL-Sparen erzielen kannst, ist meist besser als für vergleichbare Anlageformen wie Festgeld. Da die Bonuszahlung am Ende der Laufzeit oft einen großen Anteil an der gesamten Rendite hat, solltest Du den Vertrag möglichst nicht vorzeitig kündigen.

Es gibt nur relativ wenige bundesweit agierende Banken, die Sparpläne für vermögenswirksame Leistungen anbieten. Einige regionale Banken, beispielsweise die PSD-Banken, bieten auch Angebote zum VL-Sparen mit guten Konditionen an. Ein Vergleich mit unseren Empfehlungen kann sich also lohnen. Wir haben die im gesamten Bundesgebiet verfügbaren Angebote geprüft; es empfehlen sich nur die beiden folgenden Banken:

Degussa Bank
Das Guthaben wird beim VL-Sparen der Degussa Bank während der Ansparzeit mit einem variablen Zinssatz von derzeit 0,05 Prozent im Jahr verzinst. Am Ende der Laufzeit des Sparvertrags erhalten Kunden eine Bonuszahlung in Höhe von 11,5 Prozent des einbezahlten Guthabens. Das sind bei einer Sparrate von 40 Euro rund 331 Euro.

Die Ansparzeit beträgt immer sechs Jahre. Den Bonus zahlt die Degussa Bank einmalig am Ende der Laufzeit am 1. Januar aus. Bleibt die Grundverzinsung bei 0,05 Prozent, so ergibt sich bis zum Ende der Laufzeit aus den eingezahlten 2.880 Euro ein Guthaben von 3.217 Euro. Die effektive Rendite liegt dann bei 2,75 Prozent pro Jahr.

Du kannst den VL-Sparplan der Degussa Bank in einem der sogenannten Bank-Shops des Unternehmens oder direkt online beantragen. Für die Legitimation des neuen Kunden bietet die Bank neben dem Postident-Verfahren inzwischen auch die Video-Legitimation (WebID) an. Auch die Unterschrift können neue Kunden über ihr Smartphone oder ihr Tablet leisten. Du kannst also auch komplett papierlos zu Deinem VL-Konto kommen.

Die Degussa Bank hat eine Bilanzsumme von etwa 5,5 Milliarden Euro (Stand: Ende 2017) und gehört damit nicht zu den 100 größten Banken in Deutschland. Die großen Ratingagenturen bewerten die Finanzstärke der Bank nicht. Die Einlagen des Geldinstituts sind über die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken (EdB) bis 100.000 Euro gesetzlich abgesichert.

Degussa Bank
VL-Sparen
  • Grundverzinsung von 0,02 Prozent
  • Zinsbonus von 10 Prozent auf Endguthaben
  • Einzahlungen bis zu 100 Euro monatlich möglich
  • kostenlose Kontoführung
Nur beim Anbieter abschließbar

ING-Diba
Auch die ING-Diba bietet einen Sparplan zur Anlage vermögenswirksamer Leistungen an. Die Konditionen sind transparent. Kunden erhalten bei der Bank eine Verzinsung von 1 Prozent auf ihr Guthaben bis zum Laufzeitende und müssen mit keinerlei Kosten rechnen. Du sparst sechs Jahre Beiträge an und bekommst Dein Geld nach der Ruhezeit, die bis zum Ende des Kalenderjahrs im Jahr der letzten Einzahlung läuft. Es ist jedoch auch möglich, den VL-Sparplan während der Laufzeit ohne negative Auswirkungen jederzeit zu kündigen.

ING
VL-Sparen
  • Festzins von 0,1 Prozent pro Jahr
  • Zinsgutschrift am Jahresende
  • Einzahlungen bis zu 40 Euro monatlich möglich
  • kostenlose Kontoführung
Nur beim Anbieter abschließbar

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Ob und in welcher Höhe uns ein Anbieter vergütet, hat keinerlei Einfluss auf unsere Empfehlungen. Was Dir unsere Experten empfehlen, hängt allein davon ab, ob ein Angebot gut für Verbraucher ist.

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