Beiträge von MoritzalsNachname

    Dr. Schlemann

    Vielen Dank für Ihre Ausführungen. Auch dass Sie derart deutlich Ihre Meinung äußern, obwohl Sie mir damit eine sehr schlechte Einschätzung ihrerseits mitteilen. Vielleicht nehmen wir uns in 2022 einmal mehr Zeit für dieses Thema, da in ihrer Auflistung in Post 32 mehrere Fehler enthalten sind. Sie stellen die Leistungen nämlich schlechter dar, als sie es gemäß den gültigen Versicherungbedingungen tatsächlich sind.

    Zu meinem konkreten Wechselgedanken: Ich habe nach erstem Lesen der Leitungskataloge den Eindruck, dass die HUK den Nachfolger-Tarif des Select, den aktuellen SelectPro, an mehreren Stellen "modernisiert" hat: Die Leistungsumfänge sind klarer formuliert und an mehreren Stellen wurde eine Maximierung des Eigenanteils eingeführt.
    Für mich neben der aktuellen Prämienersparnis ein zusätzlicher Anreiz, vielleicht doch den unumkehrbaren Schritt zu unisex zu gehen.

    Ich überlege innerhalb der HUK PKV von bisex (Tarif Select 600) zu unisex (Tarif SelectPro2) zu wechseln (beide haben einen SB von EUR 600 / Jahr). Ein Vergleich der Tarif-/Leistungsübersicht fällt neutral aus; ich habe keine wesentlichen Unterschiede feststellen können.
    Daher wundert es mich, dass die unisex-Prämie im SelectPro2- Tarif rund 66 EUR/Monat niedriger ausfällt (rund 17% geringere Prämie).

    • Habe ich beim Vergleich etwas übersehen?
    • Woher kommt der heutige Prämienunterschied (ggf unterschiedliche Beitragsanpassungen in den letzten Jahren bzw. eine höhere Anpassung im SelectPro2 noch ausstehend)?
    • Was gilt es grundsätzlich (außer dem Wegfall der Wechselmöglichkeit in den Standardtarif) noch zu beachten?

    Es ist nur halt assozial sich aus der Solidargemeinschaft auszuklinken und in einem so sensiblen Bereich wie der Gesundheit im Wartezimmer vorzudrängeln

    Durch die höheren Rechnungsbeträge der Privatpatienten werden die teilweise zu niedrigen oder gedeckelten Budgets der Kassenpatienten quersubventioniert. Ist natürlich totaler Quatsch- aber bis heute hat sich niemand getraut, das kranke System abzuschaffen.

    Die "Assozialität" geht also vom System aus und nicht von den Versicherungsnehmern.

    Ist bei der gesetzlichen Rentenversicherung ähnlich- nur dass hier keine Quersubventionierung stattfindet sondern die anderweitig Versicherten eben komplett in anderen Systemen sind. Auch hier totaler Quatsch- aber auch hier hat sich bis heute niemand getraut, das kranke System abzuschaffen.

    Solidarsysteme wie z.B. die GKV oder auch die gesetzliche Rente sind natürlich schlechter als sie sein könnten

    Das sehe ich genauso und befürworte entsprechende Reformen (Stichwort Kopfpauschale/Bürgerversicherung, Abschaffung der 50 GKVs, Pflichteinzahlung in die ges. RV für alle Einkommen (inkl. Kapitalerträge, Selbstständige, Beamte, ..).

    Wenn man sich weder von Wechselberatern beraten lassen möchte, noch von den Versicherungen selbst, dann wird es mit einem Wechsel wirklich eng. ;)

    Nein, denn es gibt noch unabhängige Honorarberater. Der von mir beauftragte hat mich seinerzeit am Ende ca 600 EUR gekostet aber hilft mir ungemein beim gut Schlafen.

    Falls das noch nicht klar geworden sein sollte: Tarifwechsel sind meist eine Einbahnstraße; d.h. von leistungsstarken ("Premium"-) Tarifen zu weniger leistungsstarken Tarifen. Einbahnstraße, da mit zunehmenden Alter mehr Vorerkrankungen auf dem Kerbholz sind, die einen Wechsel in einen leistungsstärkeren Tarif nahezu unmöglich machen (es drohen hohe Zuschläge oder unakzeptable Ausschlüsse). Und zu "leistungsstärker" zählt u.a. auch die Reduzierung eines Selbstbehaltes.
    Dies ist meiner Laienkenntnis nach der wichtigste Punkt, der bei Tarifwechseln zu beachten ist. Jeder VN hat de facto nur eine endliche Anzahl an Wechselmöglichkeiten bis zum Lebensende- und die gilt es gut einzuteilen.

    Geburten

    [Geburten]...Zum einen, weil alle Menschen einer Gesellschaft darauf angewiesen sind, dass es Kinder (und damit auch in 30 Jahren noch Beitragszahler) gibt. Zum anderen, weil zu fast jeder Geburt ein Mann als Mitverursacher gehört.

    Ich glaube da denken wir noch zu altmodisch.
    In spätestens 20 Jahren werden wir verstanden haben, dass die Begrenzung der Weltbevölkerung ein Schlüssel zum Überleben der Menschheit ist. Unter diesem Aspekt sehe ich Kinderindieweltsetzen zunehmend als Privatsache an. Und da viel unternommen wird, dass jeder Mensch jederzeit ein Baby bekommen kann, sehe ich die Eigenverantwortung der Eltern (oder wie immer sich die Gruppe Menschen Anzahl >=1 mit Kindern dann nennt) steigen. Insbesondere was die finanziellen Aspekte ihrer persönlichen Kinderindieweltsetzen-Aktivitäten anbetrifft.

    Vor dem Hintergrund der sich verändernden Gesellschaft und Lebensweisen der Menschen hatte ich hier und hier schon einmal erläutert, warum ich mich in der PKV derzeit gut aufgehoben fühle: Das GKV-Prinzip des "mitversichert"-Seins wird die GKV in wenigen Jahren vor riesige Probleme stellen. Dagegen halte ich steigende Kosten in der med. Versorgung und steigende Lebensalter für geringere Herausforderungen. Und spätestens wenn in der GKV die Beiträge für die immer geringere Anzahl an Einzahlern explodieren wird die PKV in völlig anderem Licht dastehen. Also gerne weiter PKV-Bashing allerorten... Wer zuletzt lacht..

    Das Konzept ist einfach: Ausgaben pro Patient verringern, Beiträge erhöhen.

    Verringerung Ausgaben:
    Bürokratieabbau, Automatisierung, höhere Zuzahlungen (ggf in Abhängigkeit von der Zahlungsfähigkeit des einzelnen), geringerer Versicherungsumfang (änlich Erstattung von Zahn- oder Kieferbehandlung).

    Beiträge erhöhen:
    Schrittweise die Beiträge-% erhöhen; Erhöhung der Beitragsbemessungsgrenze.
    Ggf. bestimmte Formen des "mitversichert sein" mit Beiträgen versehen.

    ...Die Frage ist, woher bei unserer Bevölkerungsstruktur künftig die jungen GKV-Beitragszahler kommen sollen, die im Rückwärts-Umlageverfahren der GKV die alten "durchfüttern"? Im Jahr 2050 wird ein Drittel unserer Bevölkerung 60 Jahre oder älter sein. Auf diesen demographischen Wandel ist die GKV in keiner Weise vorbereitet.

    Den demographischen Wandel meinte ich vorrangig gar nicht. Ich meinte die sich verändernden Werte und Lebensformen in unserer Gesellschaft: Sabatticals, zu-Hause-Bleiben-und-mit-weniger-auskommen, kürzere Erwerbszeiten im Lebenslauf, Trend zur dritter Ausbildung, Frugalisten, Großfamilien, zunehmende Anzahl von Minijobs/Aufstockern, ...
    Das alles führt in der GKV zu einer krassen Verschiebung von "Selbstversichert" zu "mitversichert". Die Konsequenzen sind dramatisch.

    Seriöse Finanzberater haben den Vorteil, dass sie mit wenigen Klicks in den von Beratern verwendeteten Datenbanken die ganze Tarifvielfalt darstellen können. Die 200-300 € für eine Anfangsberatung sollte man investieren- das spart viel Zeit und Nerven.
    Aber man sollte auch keine Wunder erwarten- die scheinbar riesengroße Zahl von Tarifen schrumpft schnell auf eine überschaubare Anzahl zusammen, wenn man halbwegs moderne Konditionen haben und nicht vorschnell in eine Sackgasse (kaum noch Wechseloptionen in der Zukunft) geraten möchte.
    Bei meinem Tarifwechsel ging es am Ende um 2-3 Varianten- mehr nicht.

    Abenteuerlich dass hier niemand sagen kann woher die Regelung "die Karte ist 1x pro Quartal vorzulegen" kommt.


    Unheimlich dass nahezu alle Patienten dies klaglos tun- obwohl sie teilweise Jahrzehnte persönlich bekannt sind und sich nichts, aber auch gar nichts an ihren Personaldaten ändert. Genau diese untransparenten, klaglos hingenommenen "das muss so sein- das machen wir schon immer so"- Vorgehensweisen waren ein Grund für mich, das GKV-Abrechnungskonzept nicht zu mögen.


    In den Arztpraxen erwarte ich keine Expertise zu diesen Fragen: Arzthelferinnen tun was sie gesagt bekommen und Ärzte sind eben Ärzte und weder Versicherungsexperten noch Kaufleute.

    Kernproblem bei "Tarifoptimierern" ist, dass ihre Provision zumeist an der "Ersparnis" direkt nach dem Tarifwechsel berechnet wird. Somit hat der Tarifoptimierer leider ein sehr starkes Interesse an einer kurzfristigen Senkung des monatliches Zahlbetrages.
    Ich fürchte, Langzeit-Betrachtungen (Stichwort Beitragsstabilität) und Leistungsumfang der jeweiligen Tarife werden also nur zweitrangig betrachtet- aber genau das sind meiner Meinung nach die relevanten Größen.

    Ich persönlich kann nur dringend empfehlen, sich an einen unabhängigen Finanzberater zu wenden. Der kostet zwar Geld ("Honorar") ist dafür jedoch ohne oben genannten Interessenskonflikt.

    Persönliche Meinung:
    In der PKV sollte sich nur derjenige vollkostenversichern, der sicherstellen kann im Alter

    - mietfrei zu wohnen
    - dazu mindestens zwei Immobilien vermietet hat und
    - nennenswerte Kapitalanlagen hat.

    Na ja... um die oben wie ich finde sehr realistisch abgeschätzten Mehrkosten von 400 EUR/Monat (Mehrkosten PKV zu GKV) abzudecken brauche ich nicht zig Reichtümer, sondern eben genau die 400 EUR/Monat mehr als mein gesetzlich versichterter Nebenmann.

    Zu den Beträgen im Alter:

    Um hier realistisch vergleichen zu können, rechne ich für mich nicht nur die monatliche Prämie, sondern auch den monatlichen SB voll mit ein.

    Ich hatte die Frage nach den PKV-Beiträgen im Alter in der Vergangenheit mehrfach gestellt- da will niemand so recht antworten, da eben die Randbedingungen so unterschiedlich sind, dass von 300 EUR/Monat bis 1500 EUR/Monat alle Werte möglich sind. Vereinzelt findet man im Netz mal hier oder dort eine Einzelangabe bzw. jemand nennt seinen Beitrag plus seinen SB im Alter. Wobei man ja immer noch die individuellen vertraglichen Leistungen sehen muss- ab jetzt wird klar, dass jeder Vergleich hinkt.

    Nun, die Beispiele die ich gefunden hatte, reichten von 400 EUR/Monat bis 800 EUR/monat (jeweils SB bereits eingerechnet).
    Im Mittel (ich hatte 6 Beispiele gefunden) lagen die Beträge hochgerechnet auf das Jahr 2020 (ich rechne mit einer jährlichen Steigerung von 5%) bei etwa 770 EUR/Monat.

    Viel Geld- aber gerade im Alter werde ich vom Privatpatient-Status richtig profitieren, vermute ich.

    Möchten Sie damit ausdrücken, dass nur ein Wechsel in die neue UnisexWelt interessant ist?

    Nein; da habe ich mich zu restriktiv ausgedrückt.
    Und wie Lange Oog richtig sagt, muss eine Empfehlung immer Resultat einer fachkundigen Beratung sein. Und ich bin weder Fachmann noch kenne ich Ihre Rahmenbedingungen.

    Ich wollte nur darauf hinweisen, dass meiner Laien-Meinung nach die anfangs scheinbar vielfältigen Tarifwechselmöglichkeiten sich schnell auf wenige Möglichkeiten reduzieren, sobald man sich tiefer mit den Leistungskatalogen befasst.
    Aber auch das ist eine Laien-Aussage und Ausnahmen sind möglich.

    Zur Beratung durch einen Profi: habe ich gemacht. Seine Empfehlung: die Selbstbeteilung auf einen enorm hohen Betrag hochsetzen (hätte natürlich auch die höchste Provision für den Berater bedeutet).

    Sie haben es schön in einem Satz zusammengefasst: Der "Berater" hat Ihnen das "empfohlen", woran er am meisten verdient. Ein echter Profi halt.
    Inwieweit dieser Mensch die Bezeichnung "Berater" oder gar "Profi" verdient, haben Sie damit schon selbst gesagt.

    Diese Empfehlung wird auf allen mir bekannten Webseiten ganz klar abgelehnt.

    Freut mich, dass Sie tiefer in die Materie eingestiegen sind und die "Empfehlung" des "Beraters" geprüft haben.

    Von dieser hohen SB, da stimme ich Ihnen voll zu, wäre ich nie mehr weggekommen.

    Das ist eine der vielen Einbahnstraßen, die ich meine.

    Sie finden viele Antworten auf Ihre Fragen in dieser Diskussion ab Post Nr. 20.

    Eine Anmerkung noch (von mir als Laien): Viele Berater werben damit, dass sie über Datenbanken (MORGEN & MORGEN/ Kvpro, KV-fux, ..) hunderte von Tarifen der Versicherer einsehen und bewerten können. Am Ende sind es jedoch eher wenige duzend Tarife; die beworbenen "Hundertschaften" kommen durch Kombinatorik von unterschiedlichen Teiltarifen und SB zustande.

    Meine Erfahrungen:

    Bad News: Die angeblich mannigfachen Wechselmöglichkeiten sind nur Augenwischerei. Die älteren Tarife (alte Welt, alte Leistungskataloge, alte Versicherungsnehmer) sind durchweg uninteressant.

    Good News: De facto verdichten sich die sinnvollen Wechseloptionen schnell auf 3, 4 Tarife. Wenn man dann noch die "hohe Selbstbehaltfalle" und das gut einzuteilende Downgrading innerhalb eines Versicherungsnehmerlebenslaufes dazunimmt ist man fast am Ziel.

    Ich habe seinerzeit noch einen unabhängigen Berater auf Honorarbasis hinzugezogen, der meine Recherchen und Thesen geprüft und eingeordnet hat. So konnte ich dann eine Entscheidung treffen und habe diese bis heute nicht bereut (bin jetzt seit 2,5 Jahren in einem anderen Tarif).

    Ich bin Laie.
    Ich vermute, als Kunde hat man kein Recht auf vollumfängliche Tarifinformationen seines Versicherers. Gezieltes Nachfragen führt vermutlich zu detaillierten Antworten- nur laufen Sie damit Gefahr, bei Ihrem Versicherer irgendwann auf Granit zu beißen und dann lehnt Ihr Versicherer weitere Kommunikation/Auskünfte ab. Und selbst wenn Ihr Versicherer alle Ihre Fragen beantwortet so wissen Sie nie, ob es nicht noch weitere Details gibt, die zu wissen für Sie vorteilhaft wären. Nur haben Sie vielleicht aufgrund Ihrer Fragestellung gerade dieses Detail nicht abgefragt.

    Womit ich bei meinem Hauptpunkt bin: Sie gehen davon aus, dass der aktuell geringste Monatsbeitrag für Sie die beste Option darstellt. Das ist definitiv nicht so (und das weiß ich auch als Laie sicher). Jeder Tarifwechsel stellt gewissermaßen ein Downgrade dar bzw. ist Teil einer Einbahnstraße- Wege zurück gibt es wenige. Selten können Sie mit einem Wechsel bessere Leistungen zu einem günstigeren Monatsbeitrag bekommen. Somit will ein Wechsel in Hinblick auf eine "Lebensplanung" (und Sie werden sich bis zu Ihrem Lebensende versichern wollen) durchdacht sein.

    Beide von mir genannten Punkte führen zum gleichen Ergebnis: Beschäftigen Sie sich tiefer mit der Thematik oder lasen Sie einen Profi ran. Aktuell laufen Sie Gefahr, einen ggf. irreversiblen oder zumindest teuren Fehler zu machen.

    "Profitieren sollen davon untere Gehaltsgruppen, kinderreiche, teilzeitbeschäftigte und kranke Beamte"

    Aha. Die teuren VN sollen in die GKV abgeschoben werden. Bekommen die Lobbyisten/Politiker mehr Bestechungsgeld von der Beihilfe (die weniger Kinder und untere Gehaltsgruppen versorgen muss) oder von den PKV (die die kostenintensiven ergo unrentablen VN los ist)?

    Was ist los in diesem Land? Gewinne privatisieren - Verluste sozialisieren auf dem Rücken der VN in der GKV?
    Warum gibt es keine massiven Proteste gerade von der SPD/ den Linken?

    Der Artikel in der Ausgburger Allgemeinen bringt es auf den Punkt:

    "Zudem würde das Modell grundsätzlich das deutsche System aus gesetzlicher und privater Krankenversicherung sowie das Berufsbeamtentum infrage stellen"

    "..im Interesse unserer Bevölkerung wollen wir das Berufsbeamtentum und einem starken Staat"

    Heißt im Klartext: Wir wissen, dass die PKV eine bessere Versorgung bietet und wollen für unsere privilegierten Staatsdiener diese besseren Leistungen. Die Bevölkerung (gemeint sind die Plebejer) sollen mit den 2. Klasse - Leistungen zufrieden sein.

    Deutlicher kann man die Missstände kaum benennen.

    Sie sind "Makler", oder ?

    Selbst mein Zahnarzt denkt darüber nach, seine Frau wieder in die gesetzliche zu bringen....

    Nein, ich bin kein Makler.

    Vorsicht: Gerade Ärzte habe ich als wenig kompetent in Versicherungsfragen erlebt. Oder um es frech zu sagen: Wenn Ärzte rechnen könnten, wären sie ja nicht Ärzte geworden (ein Lieblingszitat einer Freundin von mir, die sowohl für Krankenhäuser als auch für Krankenkassenvereinigungen der GKV gearbeitet hat).