Klar, bei der abzusichernden BU Rente sollte man auch die PKV Beiträge einkalkulieren, sofern die BU nicht erst zur Arbeitslosigkeit und damit zur GKV-Pflicht führt. Aber auch eine (dann freiwillige) GKV bei Bezug einer privaten BU-Rente kostet Geld. Auch deshalb empfehlen wir i.d.R. das Nettoeinkommen mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung abzusichern.
Wenn die Beitragsentwicklung GKV vs. PKV in Zukunft nicht völlig anders verläuft, als in den letzten 50 Jahren (im Zweifel aufgrund Demografie sogar noch ungünstiger für die GKV), sehe ich auch im Alter keine Nachteile der PKV, sofern der PKV Versicherte in der GKV dann auch weiterhin den Höchstbeitrag zahlen würde. Das heißt er sollte ordentlich fürs Alter vorsorgen können und wollen. Und eine bisherige verzinste Ersparnis, angelegt in Beitragsentlastungstarif, Rentenversicherung oder Fondssparplan steht dann ja auch noch zur Verfügung. Auf alle diese Aspekte achten wir natürlich bei unseren Kunden.
Wir betreuen viele Ärzte als Kunden. Der Anteil von "dringend Geld benötigenden Marodeuren" ist soweit wir das wahrnehmen ausgesprochen gering. Im Gegenteil, darunter sind erstaunlich viele Idealisten, die GKV Patienten mit dem gleichen Engagement behandeln wir Privatpatienten, obwohl sie damit deutlich weniger Geld verdienen. Oder die sich dauerhaft im Krankenhaus schlecht bezahlt Nachtdienste um die Ohren schlagen, weil sie dort größere Probleme lösen. Nach unserer Erfahrung wählen die meisten Menschen den Arztberuf, weil sie ein "Helfer-Gen" haben und das "betriebswirtschaftliche Gen" unterentwickelt ist. Deshalb sind sie auch oft leichte Beute von zwielichtigen Finanzdienstleistern und Strukturvertrieben mit drei oder mehr Buchstaben.
Beim Fazit sind wir uns ja glaube ich einig: PKV ist nichts für jeden, der Schritt sollte - mit fachkundiger Beratung - sorgfältig überlegt werden. Ich kann jedenfalls mit gewissem Stolz sagen, dass soweit ich weiß keiner der von uns privat Krankenversicherten diesen Schritt bislang bereut hat.