Herzlichen Dank für die teils ausführlichen und insgesamt sehr hilfreichen Rückmeldungen––Damit hatte ich in der Form nicht gerechnet – und möchte deshalb nun doch etwas detaillierte Infos geben.
Zunächst vorab: es geht mir finanziell und von der Lebenssituation gut! - Ich wollte auch keinen anderen Eindruck vermitteln. Es geht mir darum, dass ich mit 55 an einem Punkt bin, wo ich mir Gedanken mache, ob meine bisherigen Altersvorsorgemaßnahmen so erfolgreich waren wie ich mir das vorgestellt hatte (waren sie nicht) – und was ich nun in den noch verbleibenden Jahren besser machen kann – oder auch nicht.
Ich arbeite sehr gern (künstlerisch) – mit insgesamt gutem aber stark schwankendem Einkommen - allerdings will ich nicht auf ewig darauf zwingend angewiesen sein, Geld zu verdienen – selbst wenn ich wahrscheinlich immer mal wieder Projekte mache.
Meine Familienverhältnisse (verheiratet) will ich bei der Betrachtung hier mal außen vor lassen – sie spielen hier für meine aktuellen Überlegungen erst einmal keine entscheidende Rolle bzw. würden alles noch komplizierter machen.
Die Eckdaten:
Rente
1500,- gesetzliche (über Künstlersozialkasse, 50% vom Staat gefördert)
1000,- Rürup (750) und Riester (ich weiß nicht, wieviel Steuer da anfällt)
Anmerkung: für 750,- Euro Rente muss man bei Rürup ca. 250.000 Euro einzahlen – man kann sich das Geld nicht auszahlen lassen, aber hat lebenslange Rente und Steuerersparnis beim Ansparen (bei mir Höchstsatz). – Wenn man einen ETF in dieser Zeit bespart hätte, wäre das wahrscheinlich lukrativer gewesen. Inflationsausgleich in der Auszahlungsphase hat man in beiden Fällen nicht (Danke FinanztipUser und Koryphäe für den Hinweis), weshalb freiwillige Einzahlungen in die gesetzliche durchaus eine Überlegung wert sind (Danke Referat Janders).
Krankenkasse
gesetzlich – ich weiß nicht, wie der Beitrag mit Renteneintritt sein wird.
Ersparnisse/Anlage in etwa
Tagesgeld 100.000
Festgeld 100.00 (bis 2026)
ETF: 100.000
ETF: Sparplan 500,- pro Monat
Rentenbedarf: ich denke, dass ich im Alter ca 2500,- Euro/Monat benötige.
Wertgegenstände:
Haus ist abbezahlt,
sonst keine Wertgegenstände (zwei Mittelklasse-Autos mit hohem Wertverlust).
Die Fragen, die ich mir stelle:
- am Jahresende zahle ich aktuell ca. 20 TE in die Rürup-Versicherung hinzu, macht das weiterhin Sinn? Oder lieber in ETFs?
- das Tagesgeld und weitere Einkünfte zur Hälfte in ETFs oder in Festgeld? Oder Tagesgeld und Festgeld je zur Hälfte in ETFs?
- Generell: wieviel „Risiko“ jetzt noch eingehen, lieber Vermögenserhalt? (Festgeld mit 4%?) oder mehr Risiko (wie Sovereign sagt) oder 50% ETFs, 50% sicher – so wie Huliocomix das vorschlägt?
Die Anmerkung von Sovereign hat mich schon zum Nachdenken gebracht: mit der möglichen Lebenserwartung von 85 im Blick habe ich mit 55 noch 30 Jahre Zeit – also warum nicht mehr Risiko eingehen – bei einem solche langen Zeitraum ist das mit den Schwankungen überschaubar. –
Und selbst wenn es schlecht läuft, habe ich ja noch die „Rente“ – nach Steuern und Inflation ist das allerdings nicht so viel.
Zu dem Punkt „Altersvorsorge sollte man als Selbstständiger auch selbstständig angehen“: ich dachte zum einen, dass ich das getan hätte (hatte auch mal einen aktiv gemanagten Aktienfonds) – auf ETFs bin ich erst vor fünf Jahren gestoßen. Davor war das Thema ja auch relativ unbekannt.
Zum anderen habe ich mich (zu) sehr auf meinen (befreundeten) Steuerberater verlassen: er ist Rürup-Fan – klar: er sieht die Steuerersparnis.
Das Gute: Noch ist es nicht zu spät – aber nun will ich es nun beim „Nachjustieren“ auch wirklich „besser“ machen (wenn möglich) –... Deshalb freue ich mich weiterhin über differenzierte, konstruktive Rückmeldungen! - Vielen Dank.