Beiträge von Klotz

    Hallo Saxum,

    Danke für Ihren Beitrag, schön, dass ich ihn gefunden habe. Ich teile aus eigener Erfahrung die aus Ihrem Beitrag ersichtlichen Fakten. Ich lese da Ihre Sachkenntnis heraus. Soweit erstmal die Blumen.

    Ich war 20 Jahre PKV-vollversichert. Bei Eintritt sehr günstig, weniger als die Hälfte von dem, was ich als freiwillig versicherter in der GKV hätte zahlen müssen. Ich war in die Selbständigkeit gegangen und benötigte jede damalige Mark für den Betrieb. Ich hatte

    einen Voll-Tarif mit SB gewählt. Ein hervorragendes Preis-Leistungsverhältnis. Die Alterssicherung für mich übernahm und übernimmt heute die GRV, in die ich vom 1.Tag meiner Lehrzeit bis 65. Geb. einzahlte. Ich glaube, dass diese Kobination mit PKV und GRV nicht sehr oft praktiziert wurde. Auch nicht bei gleichgelagerten Selbständigen, die dann evtl. im Alter Probleme bekamen. Es sei denn, sie hätten durch ihren Betrieb ein Vermögen aufbauen können. Das war war bei mir nicht der Fall, es ging alles 0 für 0 auf. Es blieben dennoch Ersparnisse, die aber lange nicht mit einer "Vermögensbasis" zu vergleichen sind. Jetzt werden Sie fragen, wo ist denn eigentlich bei Ihnen, Herr Klotz, das Problem, wenn alles so gut gelaufen ist. Ja, die Ernüchterung bzw. Enttäuschung kommt meistens zum Schluss: Im Laufe meiner Zeit im Volltarif ging natürlich die Beitragsschere GKV vs. PKV schon ganz schön nach oben in Richtung PKV. Ein Abspringen in den Standardtarif ging nicht, weil ich die nötige Vorversicherungszeit bei der Gesellschaft noch nicht erreicht hatte, die damals bei 10 Jahren lag, und noch nicht die gesetzliche Altersrente erhielt. In die GKV zurück ging auch nicht mehr. Auch hier hätte es durch Bedingungen Hürden gegeben, die ich nicht hätte nehmen können. Also noch durchhalten. Wie es dann soweit war, aber nichts wie in den Standardtarif. Ich liefere hier meinen Wissensstand über diesen Tarif. Bitte korrigieren, wenn ich was falsches sage: Der Standardtarif wird von der PKV unter der Bezeichnung: Brancheneinheitlicher Standardtarif verkauft an Altversicherte, die die o.a. Bedingungen erfüllt haben. Es ist ein Tarif, den aufgrund dieser Eigenschaften nicht jeder PKV-Versicherte bekommen kann. Die Tarifbeschreibung lautet vereinfacht: Dieser Tarif ist in etwa in Preis und Leistung der GKV vergleichbar und ist ein Sozialtarif der PKV. Das konnte ich anfangs voll bestätigen. Alle meine bisherigen Ärzte haben mich weiterbehandelt, auch wenn sie jetzt nur noch den 1,8 fachen Satz der GOÄ statt im Volltarif 2,3 in bestimmten Fällen sogar bis zum 3,5 Satz der GOÄ abrechnen durften. Beim Wechsel in den Standardtarif bin ich von ca. 650,- Volltarif auf wohltuende 280,- Standardtarif runtergerutscht, Altersrückstellungen schon mit verrechnet. Ich war froh nun eine bezahlbare Krankenversicherung für meine Rentnerzeit zu haben. Die Ernüchterung und Enttäuschung folgten schon fast auf den Fuss nach etwas über einem Jahr: Beitrags"anpassung" auf 330,- also satte 50,- und in etwa diesen Schritten ging es in den kommenden Jahren weiter, so dass ich heute nach 8 Jahren auf 550,- gelandet bin. Sehr viel Geld für einen Rentner, zu viel! Dass es für mich deshalb mal zuküntig bei solchen "Anpassungen" eng werden könnte, ist fast schon vorprogrammiert. Mir geht es aber jetzt

    erstmal um etwas anderes: nämlich das Preis/Leistungsverhältnis im Standardtarif. Wo sind

    denn die Versprechungen geblieben, die einmal in der Tarifbeschreibung (s.o.) gemacht wurden, und wieso greifen meine eingezahlten Altersrückstellungen so schlecht, die ja genau das verhindern sollen, nämlich dass die Beiträge im Alter stark ansteigen. Schriftliche Anfragen bei der Versicherung gingen leider für mich sehr unbefriedigend aus. Ich wollte

    von der Versicherung wissen, wieso sich bei gerade bei mir eine solche, ja unglaubliche Erhöhung nach kurzer Zeit ergibt. Der Tarifbeitrag wird individuell pro Person angepasst,

    heisst es und wird von einem unabhängigen Träuhänder abgesegnet. Man hat mir nicht

    auf meine Frage korrekt geantwortet, sondern mir ein Formschreiben zugeschickt, in dem

    ich mit Fachbegriffen wie Faktoren, techn.Berechnungsgrundlagen etc. zugeschüttet wurde, die nur einer verstehen kann, der Versicherungsmathematik studiert hat, unmöglich ein normaler Verbraucher. Ich habe in meiner Zeit als selbständiger Klein-Unternehmer ein

    feines Gespür dafür bekommen, in welchem Verhältnis der Preis und die Leistung eines Produktes stehen müssen. Selbst die Versicherungsbranche nennt ihre Tarife Produkte. Wäre da in meinem Fall nicht einmal eine Hinterfragung von offiziellen Seiten z.B. Verbraucher-Organisationen nötig. Die Preiserhöhung in meinem Falle sieht mir entweder nach einem Irrtum in der Berechnung und was ich nicht hoffen will nach Willkür aus, solange ich das nicht persönlich von der Gesellschaft bzw. Treuhänder plausibel vorgerechnet bekomme, wie sich solche Anpassungen von 90% in der Versicherungszeit im Standardtarif ergeben können. Und das, ich wiederhole nochmal, in einem Sozialtarif. Sollte trotz wiederholter Aufforderung nichts passieren, werde ich mir Rechtshilfe suchen. Ich möchte noch erwähnen, dass die beiden Tarife "Basistarif" und "Notlagentarif", die noch zur Verfügung stehen würden, für mich nicht in Frage kommen. Die sind für andere Personengruppen.

    Ich möchte unterm Strich nochmal zusammenfassen. Ich greife den Standardtarif meiner Gesellschaft an, nicht weil ich ihn nicht mehr bezahlen kann, sondern weil ich ihn in dieser

    Höhe nicht mehr bezahlen will. Ich würde mich freuen, wenn Sie mir in dieser Sache ihre

    fachliche Einschätzung mitteilen könnten.

    Besten Dank und freundlicher Gruss

    Hans Klotz

    Danke, für deine umfangreiche Kommentierung meiner "Hausaufgaben". Dass dieses

    Wort "schmunzelnd" von mir gemeint war, ist doch hoffentlich rübergekommen.

    Ich will jetzt bitte nicht mehr auf deine Rückfragen eingehen, sondern die Sache mit

    dem Standardtarif, um den es mir in meiner Kernfrage geht, neu einfädeln mit dem

    Schlagwort "Standardtarif in der PKV". Dieses Schlagwort fehlte in meiner Überschrift.

    Deshalb ist die Diskussion an diesem Thema etwas vorbeigelaufen und belehrte mich

    daher mehr darüber, was ich in der Vergangenheit "hätte tun sollen" oder "was haben Sie

    mit dem Geld gemacht" oder "versäumt" oder "PKV vs GKV". All das nutzt mich heute nichts mehr. Bei mir heisst die Frage jetzt "Leben bis zum Tod im Standardtarif?, Sinn und Zweck dieses Tarifes, Vorteile und Nachteile dieses Tarifs" Dass hier natürlich eine grosse Sachkenntnis im Dschungel der Tariflandschaften von PKV-Gesellschaften erforderlich ist, ist mir schon klar. Und es wäre natürlich sehr von Vorteil für mich, wenn ich dadurch auch die erreichen würde, die in gleicher Situation wie ich sind, wegen der "Augenhöhe".

    Nichtsdestotrotz bin ich erstaunt darüber, wie viele Forumsteilnehmer hier bei der Sache sind (es ist ja mein erster Thread hier und bestimmt nicht mein letzter). Heute erstmal Danke

    an alle.

    Grüsse vom Hans Klotz

    Zitat von Alexis:

    1) zu spät zur PKV gewechselt

    2) einen Anbieter unter 'ferner liefen' erwischt

    3) bei den Gesundheitsfragen geschlabbert und dabei aufgefallen

    4) das Arbeitseinkommen überhaupt nicht oder zu sparsam abgesichert (AU und BU)

    5) resultierende anfängliche Beitragsvorteile nicht zurückgelegt, sondern anderweitig verwendet

    6) Anbieterhoppserei betrieben, 1x, 2x, 3x ...


    Hallo Alexis,

    ich habe die Hausaufgaben gemacht, gehen wir sie mal durch:

    Punkt 1: Kein Treffer, war ganz früh in der PKV, ab dem 1. Tag meiner Selbständigkeit.

    Punkt 2: Kein Treffer, meine PKV-Vers. findet man unter den ersten drei grössten Anbietern.

    Punkt 3: Kein Treffer, es gab damals

    nix zum schummeln, war vor Eintrit in die PKV mmer ziemlich gesund.

    Punkt 4: Kein Treffer, Arbeitsunfähigkeit und Berufsunfähigkeit waren abgesichert. Das war für einen Einzelkämpfer wie mich das wichstigste neben der KV.

    Punkt 5: Treffer! Hier habe ich geschludert, und habe ja auch deshalb hier im Forum dafür meine

    Prügel bekommen. Mein Fehler war, dass ich mich in das hiesige Filialbüro meiner recht namhaften Krankenversicherung begab und mich dort vom Mitarbeiter nach "Beratung" in den Kreis der PKV-ler aufnehmen liess. Wir ihr wisst: ein fataler Fehler. Ich hätte natürlich, wie man es heute machen würde. einen unabhängigen Versicherungsmakler aufsuchen sollen. Wir hätten uns dann etwas massgeschneidertes in Preis und Leistung aus seinem Portfolio raussuchen können. Aber trotzdem habe ich mich nicht zu den kostspieligen Wahlleistungen überreden lassen. Z. Bsp. "Chefarztbehandlung". Der kommt

    mal an deinem Bett vorbei, stellt sich

    vor, gibt dir die Hand und dann siehst du ihn unter Umständen nie

    mehr, weil er zu deinen Behandlungen vielleicht gerade keine Zeit hat und dir dann einen seiner Vertretungsärzte schickt. Das darf er nach dem Chefarztvertrag machen, den du unten im Krankenhaus bei der Anmeldung unterschrieben hast. Du bezahlt den "Schmidt" aber es kommt nur das "Schmidtchen" . Du merkst dann, du bist auf eine Mogelpackungackung reingefallen. Diesen "Chefarzt" habe ich nicht in den Vetrag nehmen lassen, genauso wenig wie das "Einzelzimmer" . Ein Zweibett-Zimmer tut's auch, wenn es dir nichts ausmacht, dass evtl. auch ein "Gesetzlicher" neben dir liegen kann. (siehe auch den Beitrag von Nordlicht vom 06.11.2024). Zweibett ist doch nicht schlecht, haste bisschen Unterhaltung. Die medizinischen Krankenhausleistungen von 100%, sind sowie dieselben von PKV (Standardtarif) und GKV. Beides dieselben Leistungen. Es kann nichts mehr als 100% sein. Die Versicherten, die bewusst extra Wahlleistungen mit abgeschlossen

    hatten, wurden da schon böse enttäuscht, habe ich selbst miterlebt. Statt dessen lieber drauf achten, dass du eine ausgezeichnete Zahnversorgung mit drin hast und Brillen, Hilfsmittel, Hörgeräte etc. ebenfalls gut mitversichert sind. Kinkerlitzchen braucht kein Mensch, kosten aber viel Beitrag.

    Jetzt nochmal zurück zu deinem Punkt 5. Von den 3 Säulen der Altersabsicherung habe ich nur

    eine hingekriegt, die gesetzliche Rente, die aber voll vom ersten bis zum letzten Arbeitstag. Die Säule 2

    (Rürup, Riester etc) ging bei mir

    nicht, ich hatte ja keinen Arbeitgeber

    mehr. Säule 3 habe ich in den Betrieb stecken müssen, das wisst ihr. Ich wehre mich deshalb vehement gegen die Unterstellungen, die hier z. Tl. gekommen sind, ich hätte das Geld verprasst. Sachlich und rechnerich auf dem Papier haben die Finanzexperten vollkommen recht, aber eben nur auf dem Papier. Meine Realität sah anders aus. Deshalb braucht aber niemand

    in Tränen auszubrechen.

    Punkt 6: Kein Treffer, habe bis heute

    nur ein und denselben Anbieter.

    Nach deiner Rätselauflösung müsste

    es mir jetzt im Alter eher gut gehen. Tut es aber nicht, jedenfalls nicht so wie ich es mir mal vorgestellt hatte. Man darf von der gesetzlichen Rente nicht zuviel erwarten. Dinge, wie ein überteuerter Standardtarif dürfen dann nicht noch dazukommen. Dann kann's bei mir in absehbarer Zeit "eng" werden.

    Und wir müssen immer wieder unsere junge Generation, die heute

    dynamisch im Berufsleben steht, sehr gut verdienen und in der für sie jetzt günstigen PKV sind, dass sie

    heute in dieser Zeit absolut gut an ihr Alter denken (besser wie ich), denn auf die gesetzliche Rente würde ich für unsere junge Generation jetzt überhaupt nicht mehr setzen.

    So, das reicht mal für heute.

    Tschüssi sagt der

    Hans Klotz

    Zitat von itschytoo:

    Mit geht es mit meiner Kritik/meinen Überlegungen zudem gar nicht so sehr um Dich konkret. Ich würde in Deiner Situation auch versuchen das Beste draus zu machen.

    Danke itschytoo,

    damit kann ich gut leben, denn jeder normale Mensch weiss um seine Verantwortung für sich und seine nächsten, und dass uns das Leben immer wieder Entscheidungen abfordert für Dinge, die

    nunmal nicht planbar sind.

    Sorry, dass ich das "y" in deinem Namen zum "i" gemacht habe. Soll

    nicht wieder vorkommen.

    Gruss

    Hans Klotz

    Hallo Alexis,

    Danke für deinen Hinweis. Ich hab mir deinen Beitrag mit dem "Weinenden Rentner"

    nochmal angesehen und möchte da gerne mal auf deinen letzten Satz abheben.

    Was meinst du mit "zweitbestem Schachzug"? Ich nehme mal an, du sprichst die diversen Tricks an, die da kursieren. z.B.: Ich gebe meinen Betrieb an meine Frau ab, und fange bei

    ihr als Beschäftigter an, und schon bin ich wieder versicherungspflichtig in der GKV.

    Oder den Betrieb vor 65 verkaufen und nochmal eine Beschäftigung anfangen. Auch da

    bin ich wieder drin, in der GKV. Aber das wisst ihr ja, dass ich das nicht gemacht habe.

    Ich habe meinen Betrieb noch 2 Jahre über die 65 hinaus gemacht. Und warum? Schlicht

    und ergreifend, weil er mir Spass gemacht hat. Und da glaubt doch tatsächlich Itschitoo unter #49 ich wäre ein neidischer Loser gewesen. Mein Job war der schönste Beruf, den ich in meinem Leben hatte. Ich bereue an diesem Schritt gar nichts. Da waren die Neider woanders. Ja, so kann man mit vorschnellen Gedanken ein wenig schiefliegen. Aber ich bin Itschitoo nicht böse, sie beteiligt sich sehr fleissig in diesem Forum an vielen Themen. Kompliment für eine solch breit aufgestellte Sachkenntnis.

    Zurück zu meiner obigen Frage an dich, Alexis. Schreib mir doch mal, ob du das so meintest

    mit dem "zweitbesten Schachzug"?

    Danke und schöne Grüsse

    Hans Klotz

    Eine Glanznummer in dieser Hinsicht gab der damit berühmt gewordene "Weinende Rentner" in den damals von Sabine Christiansen moderierten ARD-Tagesthemen. Von seinen 1.300 DM Rente müsse er 1.100 DM an seine private Krankenversicherung zahlen.

    Von seinen weiteren ca. 6.000 DM Einkünften in dem Beitrag natürlich keinen Ton. Das alles - und auch um welchen privaten Krankenversicherer es ging (es hätte auch jeder andere sein können) kam erst später ans Licht.

    Nicht zuletzt deshalb, weil der betreffende Versicherer es damals von sich aus - ja, auch 1922/1993 gab es schon so eine Art Datenschutz :) - nicht zurechtrücken konnte, etwa im Hinblick auf die möglichen Tarifwechsel, die man dem guten Mann (nebenbei ein Schwabe) angeboten habe, wenn er doch so aufs Geld achten müsse.

    Klar, den Standardtarif gab es damals noch nicht, aber den hatte der Weinende Rentner auch nicht nötig. Und so gesehen, auch keinen anderen Tarifwechsel.

    Aber natürlich liegt Oldie in diesem Punkt schon nicht falsch: Manche Wechsel in die PKV wären besser unterblieben. Entweder gleich von vorneherein - oder später, als die Betreffenden noch den ein oder anderen maximal zweitbesten Schachzug eingestreut hatten.

    Hallo Hornie,

    bei Punkt 1 bin ich völlig bei dir. Unser Rechtstaat ist gesetzlich flächendeckend, es gibt keinen rechtsfreien Raum, ausser illegalem

    im Darknet etc. Und das ist auch gut

    so.

    Zu Punkt 2 folgendes: Die Säule 1,

    gesetzliche Rentenversicherung, die hab ich. Säule 2 ging bei mir nicht, ich hatte ja keinen Arbeitgeber (betriebl. Altersversorgung, Riester etc.), Die Säule 3, die ganz private

    Altersvorsorge, hätte ich mir gerne

    aufgestellt, leider hat mir hierzu, wegen meines Betriebes, das Geld gefehlt. Nun bin ich, wie jeder der gearbeitet hat, Rentner mit einer Rente, die meinen lebenslangen (Arbeitsleben) Einzahlungen entspricht. Grosse Sprünge kann man nicht mit machen. Aber unser Staat gibt uns diese Rente, damit wir zumindest versuchen, damit über die Runden zu kommen. Er gibt uns

    diese Rente nicht, damit wir sie überteuerten Krankenkassen in den Rachen werfen. Und das ist im PKV Standarttarif der Fall, der ja eigentlich als "Sozialtarif" auch für uns Rentner mal in den 90er Jahren eingeführt wurde (hast du ja korrekt auch so erwähnt). Die Handhabung in der Beitragspolitik der PKV sieht allerdings inzwischen anders aus. In unserer Gesellschaft sieht ein Privat-Versicherter immer nach Geld aus.

    Warum eigentlich? Ich komme mir bei Gesprächen oft vor, als hätte ich ein Stigma. Hier muss ich einfach mal nach dem Sozialstaat rufen. Du hattest, was die Beitragserhöhungen

    von Prozenten gesprochen, die ich in meinem Fall nicht nachvollziehen kann. Ich habe 2016, als ich in den Standarttarif gegangen bin, mit moderaten 290 Euro (da sind die Altersrückstellungen schon runtergerechnet) angefangen. Heute bin ich, wie schon gesagt, bei 550 Euro. Das ist eine Steigerung von

    ca. 90 % in 8 Jahren. Die Erhöhungen kamen in dieser Zeit 8 mal!! ins Haus geflattert. Selbst wenn man die drastischen Kostensteigerungen im Gesundheitswesen berücksichtigt, kommt man bei weitem nicht auf solche Verteuerungen, schon gar nicht, wenn man diese mit der GKV

    vergleicht. Die PKV-Gesellschaften berufen sich auf ihre Berechnungen, die ein Verbraucher nur verstehen

    kann, wenn er Versicherungsmathematik studiert hat. Unser Staat rühmt sich, den Verbraucherschutz sehr ernst zu nehmen. Ist denn überhaupt einmal

    juristisch hinterfragt worden, ob das

    Preis-Leistungsverhältnis dem Verbraucher (nichtvermögender Rentner) zuzumuten ist? Vielleicht muss da mal was gemacht werden.

    Die Personengruppe ist bestimmt vorhanden, die mir da Recht gibt,

    aber solange sich da keine Lobby bildet, werden wir in absehbarer Zeit zum Sozialamt gehen müssen, weil

    wir diese überteuerte PKV nicht mehr bezahlen können, und dafür um staatliche Zuschüsse zu betteln. Ein Forumsteilnehmer hat's auf den Punkt gebracht: "Absurder geht's nicht mehr"

    Grüsse vom Hans Klotz


    Und dass ein ehemaliger Selbständiger nach dem Nanny- Staat ruft, ist auch bemerkenswert.

    Hallo Hans Klotz,

    Ihre persönliche Situation weckt schon mein Mitgefühl. Aber Sie sollten sich und der Öffentlichkeit eingestehen, dass Sie an der Situation ganz überwiegend selber schuld sind.

    Hallo Pumphut

    Also, wenn das kein Vorwurf sein soll, dann kann ich wohl nicht mehr

    richtig lesen. Anschliesend kommt Ihre Belehrung, die mich heute auch

    nichts mehr nutzt, die hätte ich damals 1995 gerne gebraucht. Kein Versicherungsvertreter dieser Welt hätte einem was von den Fallstricken im Alter erzählt. Was den Zuschuss der GRV anbetrifft, den bekommen PKV-ler ebenso wie GKV-ler, können somit hier auch nicht in die Diskussion geworfen werden. Wenn Sie 570 Euro in der KVdR zahlen, von der Sie sprechen, sind Sie sicher auch Rentner wie ich, nur mit dem Unterschied, dass Sie nach Ihren Einkommensverhältnissen veranschlagt werden. Das ist ja bei der PKV, wie Sie wissen, nicht

    der Fall. Hier wird überhaupt nicht nach Einkkommen gefragt. Das heisst, ein Millionär zahlt keinen Cent mehr als ich als normaler Rentner.

    Warum soll ein ehemaliger Selbsständiger, als Rentner von unserem Sozialstaat ausgeschlossen werden? Er hat mit seinen 2 Steuerveranlagungen mehr als seinen Obulus an den Staat abgeliefert. Ein ehemaliger Selbständiger wird immer noch in unserer Gesellschaft als einer gesehen, der viel Geld hat. Wieso eigentlich? Dass er seinen Betrieb vielleicht auch durch stürmische Zeiten gebracht hat, ist bei vielen noch nicht so angekommen. Ich weiss, dass meine Thematik hier

    nicht in 5 Minuten gebührend besprochen werden kann. Aber ich danke Ihnen gerne für Ihr Feedback.

    Beste Grüsse vom Hans Klotz

    Pumphut

    1995 bin ich in die Selbständigkeit gegangen. Bis ich startklar war, haben die Vorbereitungen mein ganzes Erspartes aufgefressen, bevor ich die erste müde Mark verdiente. Ich habe dennoch ununterbrochen in meine gesetzliche Altersrente eingezahlt, vom 1.Lehrtag bis zum 65.Geb. Das hat mir eine Altersrente gebracht, mit der ich einigermassen leben kannh . Also überhaupt nichts für mein Alter getan zu haben, lasse ich mir nicht vorwerfen, auch habe ich noch 2 Arbeitsjährchen hinten dran gehängt. Es wird gern verschwiegen, dass es auch die Selbsständigen sind, die in unserem Land den Staat entlasten. Erstens zahlen wir dem Staat 2 mal Steuern, die Gewinne des Betriebs (Ust.) und wie jeder die EkSt. Wir tragen alleine alle Risiken unseres Unternehmens. Ebenso wird der Sozialstaat entlastet, wenn schwere Gesundheitseinschläge kommen, wie 4 mal bei mir. Diese horrenden Summen hatte die “Gesetzliche” schon mal bei mir gespart. Nun zum meinem Wesentlichen:

    Nach dem Arbeitsleben wechselte

    ich in den.“Brancheneinheitlichen Standarttat, den alle PKV-”Gesellschften anbietren müssen. Der Tarif wird von der PKV verkauft als “Sozialtarif “, der in Preis und Leistung etwa der GKV entspricht? Wer das so glaubt, fällt

    auf ein Ammenmärchen herein. Ich habe da andere Erfahrungen gemacht. Allein schon, dass da von der PKV der Audruck “Sozialtarif” benutzt wird. ist für mich fragwürdig. Jeder weiss, Private Krankenversicherungen sind grosse

    Wirtschaftsunternehmen, die Gewinne machen müssen und sind keine Sozialvereine. Ich war vom Volltarif in meiner PKV in diesen Standarttarif gewechselt, in der Hoffnung mich für mein Alter bezahlbar in der PKV weiterversichern zu können (Es blieb mir ja auch gar nichts anderes übrig!)

    Bereits nach einem Jahr in diesem

    Tarif, flatterte die erste sogenannte “Beitragsanpassung” in Höhe von 50,- Euro mtl. ins Haus. Die Begleitschreiben waren sehr dürftig abgefasst, enthielten die üblichen Texte, dass halt alles teurer wird, die Anpassungen immer indviduell vorgenommen werden und im übrigen alle vom “unabhängigen Treuhänder” abgesegnet worden sind. Auf die schriftliche Anfrage bei meiner Vers,-Gesellschaft, wie sich

    denn eine Erhöhung von sage und schreibe vkn 50,- mtl. bei mir persönlich errechne, bekam ich ein mehrseitiges, vorgefertigtes Schreiben, das ein Verbraucher nur verstehen kann, wenn er

    Versicherungsmathematik studiert hat. Keinerlei Antwort auf meine Frage nach meiner persönlichen Beitragsermitlung. Die ist die Versicherung mir bis heute schuldig geblieben. Der beim Einstieg in den

    Standarttarif seinerzeit (2016) noch einigermassen moderate Beitrag ist inzwischen durch weitere ähnlich hohe Anpassungsschritte inzwischen auf 550.- angewachsen, und das in einem angeblichen”Sozialtarif”. Bei solchen Beträgen wurde doch jedes erträgliche Mass überschritten! Und es ist niemand da, der hier Einhalt gebietet. Ich habe Einspruch beim Versicherungsobmann in Berlin erhoben, ohne Erfolg. Die Verbraucherzentrale gab mir den Tipp, bei meiner Gesellschaft nach anderen, günstigeren Tarifen nachzufragen. Ohne Erfolg. Es gibt nämlich keine!

    Es ist vorproprammiert, dass meine Rente, und die meiner Leidensgenossen, die uns der Staat gibt, bald nicht mehr ausreichen wird, eine derart überteuerte Krankenkasse zu bezahlen.

    Die Altersfalle wird zuschappen, zumal wir in die GKV nicht mehr rein und aus der PKV nicht mehr raus können. Jetzt kommt doch noch mein Ruf zu unserem Sozialstaat: Bitte schaut den Versicherungsoberen ganz genau auf die Finger, hier liegt einiges im argen. Überall steht der normale Rentner im Schutz des Sozialstaates, nur unsere Gruppe ist anscheinend vergessen worden.

    Ich bin neu in diesem Forum und möchte mein Problem, mit dem ich sicher nicht alleine dastehe, zur Diskussion stellen. Ein Feedback von euch würde mich sehr freuen.

    Ich bin Rentner in der PKV. Seit ich ab1995 nicht mehr versicherungspflichtig wurde, entschied ich mich für einen Wechsel in

    die PKV in einen Volltarif mit SB, was damals logisch für mich war, weil der Beitrag sehr viel niedriger war, als der Beitrag in der GKV als freiwillig Versicherter. Auch die Leistungen in meinem Tarif, den ich abgeschlossen hatte, waren um ein Vielfaches besser als in der GKV. Was ich damals nicht gewusst hatte -es hatte mir auch niemand gesagt- dass es eine Entscheidung fürs Leben sein würde. Eine fatale Fehleinschätzung durch Unwissenheit von mir. Nach den damals geltenden Regeln, wäre mir heute ein Wechsel durchaus möglich. Aber die Modalitäten zu einem Wechsel von der PKV zur GKV, wurden in der Zwischenzeit seit damals oft geändert. Man hat immer wieder am Soz.Ges.Buch rumgebastelt um eine Rückkehr in die GKV immer schwieriger zu machen und heute, wie in meinem Falle ist ein Wechsel gänzlich unmöglich geworden. Die Hürde, die es zu überspringen gilt, liegt in der Vorversicherungszeit in der GKV begründet und zwar als kompliziertes Rechenexempel: Nur wer in der Hälfte seines gesamten Arbeitslebens weniger als 10% in der PKV war, kann wieder zurück. Eine unrealistische Forderung! Seit ein paar Jahren hat man eine winzige Erleichterung eingebracht, man rechnet dem, der wechseln will oder muss, grosszügig ein paar Monate gut , je nachdem wieviel Kinder er hat. Dies ist nichts weiter als eine Alibifunktion, nämlich dem Wechsler sagen zu können, wir haben ja jetzt Erleichterungen eingebracht. Schlichtweg eine Farce. Es blieb mir also nichts anderes übrig, als mich als Rentner, der nicht vermögend ist und als Einkommen nur die gesetzliche Rente hat -die besseren Jahre als Selbsständiger sind nunmal vorbei- bei meiner PKV in den Standarttarif versetzen zu lassen. Ich habe mich vor dem Wechsel ausreichend bei meiner Versicherung nach in Frage kommenden Tarifen erkundigt. Es blieb für meine Situation nur der sogenannte "Brancheneinheitliche Standarttarif" übrig. Der wird komischerweise sogar von der PKV als "Sozialtarif" verkauft. Ein privates Versicherungsunternehmen spricht von einem "Sozialtarif", ein Unternehmen, das wie jeder Geschäftsmann in erster Linie Gewinne machen muss - ich sag das, weil für mich damals als kleinen Einmann-Betrieb (bezeichne mich mal als David) - absolut die gleichen Spielregeln von Einnahmen und Ausgaben galten wie auch heute noch bei einer grossen Gesellschaft (Goliath). Ob grosse Firma oder Kleine, das wichtigste ist beim Verkaufen der Kunde, er ist für einen Geschäftsmann das grösste Kapital, das gepflegt werden muss. Den Wechsel in den Standarttarif habe ich nach kurzer Zeit schon sehr schmerzhaft empfunden. Nicht nur, dass sich der Ton in den Versicherungsbedingungen geändert hat - ab jetzt las ich fast nur noch von Obliegenheiten, die ich zu erfüllen habe - auch mein Beitrag wurde schon nach einem Jahr um 50 EUR. "angepasst". In solchen Schritten ging es bis heute weiter. Ich bin mittlerweile bei einem Krankenkassenbeitrag von 550EUR. und das bei einem durchschnittlichen Renteneinkommen. Das liegt auch an den unterschiedlichen Systemen, nach denen unsere zwei deutschen Krankenversicherungen aufgebaut sind, man kann sie auch in keinster Weise miteinander vergleichen. Aber unser Gesetzgeber hätte die Verpflichtung, bei einer so wichtigen Sache, wie es die Krankenkasse ist, vor allem in einem sozialen Rechtsstaat, hier seine Aufsichtspflicht -wie er es auch im Verbraucherrecht macht- auszuüben. Wir Rentner, die wir zu dieser von mir geschilderten Gruppe gehören, sind zu wenige, um sich dagegen wehren können, dass sie, wenn das so weiter läuft, in die Altersarmut fallen. Mein Beitrag zu meiner PKV-Versicherung ist inzwischen der zweithöchste Ausgabenbetrag in meinem Haushalt neben meiner Miete. Es ist abzusehen, wann ich, wenn sich hier nichts ändert, zum Sozialamt gehen muss und denen sagen muss, dass ich wegen meiner überteuerten Krankenversicherung in finanzielle Not gekommen bin.

    Prüft denn der unabhängige Treuhänder, den die PKV immer in ihren Schreiben gern erwähnt, ausser den Interessen der PKV auch mal die Gegenseite, z.Bsp. ob allen Personengruppen die "Anpassungen" zuzumuten sind. Wen haben wir denn

    auf unserer Seite. Meine Nachfragen nach dieser Problematik bei der Verbraucherzentrale und dem Versicherungsobmann waren für mich ergebnislos. Es gäbe jetzt nur noch den Rechtsweg, aber der ist sehr wahrscheinlich nicht von Erfolg gekrönt. Es müsste der Versicherung nachgewiesen werden, dass sie die Beitragserhöhung dem Versicherten nur unzureichend und nicht plausibel genug mitgeteilt hat. Das ist meines Wissens einer Anwaltskanzlei gelungen, diesen Nachweis zu erbringen. Die Versicherung wurde verklagt, dem Versicherungsnehmer zu viel gezahlte Beiträge zurückzuzahlen. Vielleicht gibt diese

    Sache doch nochmal ein Thema. Leider haben wir keine Lobby, wir sind zahlenmässig zu wenige.

    Schreibt mir mal, wie ihr diese Sache seht. Vielleicht gibt es doch eine Lobby, die sich da gebildet hat und wir wissen es nur nicht?

    Hans Klotz