Beiträge von aartemis

    Interessante Annahme. Was ist das denn genau für ein Beruf? :)

    Zum Verständnis: Berufsunfähigkeit heißt nicht 100% unfähig. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung leistet ab 50% Einschränkung, also wenn man für den Job z.B. doppelt so lange braucht. Mit den geschilderten Diagnosen dürfte das i.d.R. erfüllt sein.

    Über eine Schwere Krankheiten Vorsorge kann man durchaus nachdenken. Vorteil ist die klarere Definition der Leistungsauslöser, wobei sich die Gesellschaften da auch diverse Schlupflöcher offen halten. Die maximale Leistung ist jedoch deutlich geringer als bei einer BU und wichtige Themen wie Psyche fehlen völlig.

    Ich bin seit 3 Jahrzehnten Finanz- und Versicherungsmakler und habe zahlreiche Mandanten bei der Antragstellung eine BU begleitet - teilweise unter Zuhilfenahme eines Rechtsbeistandes.
    Die Handwerker kommen einfacher an die BU-Rente, die Kreativen und Schreibtischtäter eher schwieriger. 30% der BU-Rentner bekamen nach wenigen Jahren auf Grund einer strengen Nachprüfung die Rente gestrichen. Genau genommen ist auch hier eine Risikostreuung angeraten - eine kleine BU und eine kleine DD und wenn es ganz dick kommt, zahlen beide.

    Kann ich noch etwas beitragen ?
    Eine Fondspolice mit ETF-Auswahl und ohne klassische Abschlussprovisionsabzüge finde ich am besten. (Ein kleiner monatlicher Ausgabeaufschlag ist besser als ein 1 oder 2000 € Honorar oder Abschlussprovision).
    Wenn das Geld einmal größer wird und man Gewinne mitnehmen muss, fallen erst einmal keine Steuern an (im Gegensatz zum Depot).
    Ganz am Ende (Rentenphase) wird dann nur noch nach dem Halbeinkünfteverfahren versteuert.
    Bei großem Geld, einigen Umschicht-Aktionen zu Rentenbeginn und erhofften 25 Jahren "Verzehrphase" reden wir von nicht unerheblichen Summen.
    Die Erfahrung zeigt: Gut laufen solche Verträge insbesondere, wenn man zwischendrin handelt - z.B. antizyklisch umschichtet. Bei meinem eigenen Vertrag musste ich jetzt die gesamten Rohstoff-Fonds tauschen (gekauft als niemand Rohstoffe wollte), weil die durch den Ukrainekrieg durch die Decke gegangen sind.

    Zur BU: Als Kopfarbeiter und ohne Rücken wäre evtl. eine "Schwere-Krankheiten-Police" vorteilhaft. Ich bin Kopfarbeiter und mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit gibt´s nichts aus der BU.
    Ich kann auch im Rollstuhl sitzend, auf einem Ohr taub, einem Auge blind und mit Krebsdiagnose noch an den Schreibtisch rollen und meinen Job machen.

    Naja, Schmarren würde ich nicht sagen ... ich bin halt ein Fan von Beweisen.
    Ich habe seit 25 Jahren mit Themen rund ums Altersvermögen zu tun und wenn ich Leute frage, ob sie einen älteren Vertrag mit guter Entwicklung auf den Tisch legen können, dann happert es ganz gewaltig.

    Von den Versprechen der Produktanbiert bleibt am Ende des Tages leider nichts übrig.
    Teilwahrheiten helfen beim Verkauf und täuschen den Sparer.
    Die Gesellschaft mit 4% Garantie macht auch viele Jahre Miese, wenn z.B. nur 70% des Geldes Im Topf ankommen - ein gerne kleingeredeter Effekt. 100 € bezahlt - davon kommen 70 € im Spartopf an und mit 4% Garantiezins sind das am Ende des Jahres schon satte 72,80 € ... Wahnsinn.

    Und die Kapitalrückvergütung beim Riester gibt´s möglicherweise auch nur für den eigenen eingesetzten Beitrag.
    100 € Eigenanteil + 200 € Förderungen = 300 € auf dem Kontoauszug ... Rückvergütung an die nächste Generation 100 von 300 € ... super Geschäft. Ich kann mir vorstellen, dass die 100 € sogar noch voll versteuert werden müssen.
    Klar, mit einer separaten Risiko-LV kann ich das Problem beheben ... kostet aber zusätzlich und schmälert die ohnehin magere Rendite.

    Mein Tochter ist übrigens erwachsen ... förderunschädlich geht der Riester dann höchstens an meine Frau, wenn sie noch lebt einen eigenen Vertrag hat. An meine Tochter geht der Rest höchstens "förderschädlich" ... wenn überhaupt.

    Ihre konstruktive Kritik genügt leider noch nicht, um mich für einen Riestervertrag zu begeistern.
    Nebenbei funktioniert bei mir die "Macht-über´s-eigene-Vermögen-Strategie" sehr gut ... bin ohne Förderungen über 20 Jahre mit über 8% Nettorendite (bedeutet Rendite NACH Kosten) super im Rennen.

    Riestern stehe ich ziemlich skeptisch gegenüber, denn man bekommt suggeriert, das man etwas geschenk bekommt ... wo bitte gibt´s heute noch etwas geschenkt ?

    Klar, viele Kinder und kleines Einkommen gibt tolle Förderungen, aber am Ende fallen Abgaben an, die man beim Abschluss gerne verheimlicht.

    Relativ hohe Kosten, gepaart mit relativ kleiner Rendite, Regulierung, Abgaben auf die Rente am Ende, keine Vererbung in die nächste Generation u.s.w. lassen mich Abstand nehmen von diesem tollen AV-Produkt.
    Ich bin wohl auch eher ein Schicht-3-Typ (ungefördert aus dem Netto sparen), weil ich als Überschrift habe:
    ICH MÖCHTE DIE MACHT ÜBER MEIN VERMÖGEN BEHALTEN!
    ... immer wenn der Statt die Finger drin hat, ist nichts mehr mit Macht über´s eigene Vermögen ...

    Man muss und sollte ohnehin immer extrem skeptisch und vorsichtig werden, wenn man etwas als Geschenk verpackt angeboten bekommt.
    Wo ist der Haken, sollte die Frage sein, die es zu beantworten gilt, bevor man sich etwas schenken lässt.
    Ob beim Riester, Rürup oder Autohändler (2000 € geschenkt, wer den neuen XY bei uns kauft) - alle nutzen das Grundbedürfnis des Schnäppchenjägers aus und verdienen gut damit.

    Noch ein letzter Tipp: Vielleicht kann der Steuerberater sagen, ob es wirklich lohnt oder nicht, denn der verdient nichts, wenn die Unterschrift auf den Antrag kommt. Bankenberater und Versicherungsvertreter haben hingegen immer ein wirtschaftliches Interesse, einige Fakten zu verschweigen.

    TIPP: Je besser sich etwas anhört, umso vorsichtiger sollte man werden!

    Sportlicher Gruß
    Thomas

    BU lohnt nicht? ... eine typische Fragestellung von Kopfarbeitern und Kreativmenschen

    Hallo,
    ich kann eigentlich auch nicht berufsunfähgig werden (ausser Psyche), weil ich am Schreibtisch sitze und den PC und das Telefon bediene. Das geht dann zur Not auch noch im Rollstuhl, auf einem Auge bling und auf einem Ohr taub ... und dann vielleicht noch Nierenkrebs ... also BU-Renteist bei mir so gut wie unmöglich.

    Klar, für mich kostet diese BU-Absicherung auch erheblich weniger, als für jeden Handwerker.

    Aus der Kapitalanlage habe ich für meine Arbeitskraftrisiko eine Risikostreuung abgeleitet, denn bei Kapitalanlagen sollte man nicht alles auf ein Pferd setzen - warum also bei der genannten Arbeitskraftabsicherung.

    Zu einer Grundrente in Falle einer BU (1000 €) habe ich zusätzlich eine Dread-Disease-Poilce, die eine Kapitalabfindung zahlt, sofern eine versicherte schwere Krankheit diagnostiziert wird.
    Obwohl ich z.B. bei einem Schlaganfall nicht zwangsläufig BU werde, würde meine DDP eine Kapitalleistung bringen (z.B. 100.000 €)), damit ich mich im Job etwas zurück nehmen kann ... mit Schlaganfall wäre ein 100%-Job die sichere Voraussetzung für einen Folgeschlaganfall und danach geht dann garnichts mehr.

    Meine Arbeitskraftabsicherung-Budget sehe ich als Wettbeitrag gegen die Versicherung:
    Ich wette mit der Versicherung, dass ich BU oder schwer Krank werde - zahle 250 € pro Monat dafür und wenn ich gewinne, bekomme ich 1000 € Rente und 100.000 € Kapital.
    Gewinnt die Versicherung, ist mein Geld futsch ... aber hey, dann bin ich topfit bis ins Rentenalter durchgekommen - wie geil ist das denn :)

    Ich als Kopfarbeiter kenne mich mit dem Thema Kopfarbeiter recht gut aus (finde ich).
    Anstatt mit BU und Schwere-Krankheiten, kann man auch noch mit "Grundfähigkeit" und "Unfall" oder "Erwerbsunfähigkeitsrenten" eine Absicherung realisieren.
    Am Ende ist es IMMER ein Kompromis - 100% optimal absichern ist einfach zu teuer und nicht empfohlen!

    Eins noch: Wer genug Kohle auf der hohen Kante hat, kann auf Versicherungen ganz oder teilweise verzichten, daher den Fokus auf eigenes Vermögen und weniger auf unnütze Absicherungen legen.

    Gruß an die Community
    Thomas

    Hallo Altersvermögensfreunde,
    ich möchte auch noch ein/zwei Punkte anführen:
    1) Die Berechnungen von Versicherungen berücksichtigen meistens Renditen, die sehr lange nicht erzielt wurden oder die zumindest bei den Standard-Portfolios (ich bin Fondspolicen-Fan) nie erzielt werden können.
    Es geht also bei der Suche nicht nach den besten Versprechen von Versicherungen sonden nachgewiesenen Erfolgen bei der Handhabung. Wer mit Versicherunger-Hochrechnungen arbeitet erleidet in der Regel Schiffbruch.
    2) Ich bin eine Freund von "Schicht 3" - ungefördert ansammeln - und zahle aus dem Nettoeinkommen in mein Altersvermögen. Alles was der Staat fördert ist mit enormen Nachteilen oder Einschränkungen versehen und die Steuer am Ende eliminiert die Steuerersparnis am Anfang. Mein Leitmotiv: Ich möchte die Macht über ein Geld behalten und es nach Bedarf verschenken, verzocken, vererben oder ins Ausland mitnehmen können.
    Riester und Rürup nur auf ausdrückliche Empfehlung eines Steuerberaters einkaufen (schönrechnen kann jeder Versicherungsprofi, aber war bleibt unter´m Strich, nach Abzug der Steuern nach Rentenbeginn mit 65/67?)
    3) STEUERN - mit 12,5% auf die Gewinne habe ich eine einfache Steuerformel - wegen dem Halbeinkünfteverfahren.
    Der tolle Nebeneffekt dabei: Ich kann - solange ich nicht an die Wertpapier ran muss - shiften und switchen ohne schon vor der Verzehrphase Steuern zahlen zu müssen. Das ist ausgesprochen wichtig, weil ich immer wieder Gewinne in sichere Wertpapier umtauschen muss. Ohne Versicherungsmantel wären jedes Mal 25% der Gewinne weg.
    FAZIT: Wenn ich jemanden kopiere, der nachgewiesen Altersvermögen kann und mich nicht von "Förderungen" locken lasse, dann sehe ich für mich persönlich entspannt in Richtung Renteneintritt :)