Ich mach das deswegen jetzt mit Einmalorder. Das ist klare Kante. Wenn ex ante höhere Produktkosten angesetzt sind, dann werde ich das nicht ignorieren. Hab versucht, das über Support zu klären. Da kamen Nebelwolken. Das interpretiere ich so, dass damit Einnahmen generiert werden. Es hat sich ja wegen der EU-Vorgaben Wesentliches für Broker verändert.
Hast du mal probiert dir das über KI erklären zu lassen?
Es gibt eine klare rechtliche Vorgabe, aber die Broker nutzen darin enthaltene Spielräume unterschiedlich aus.
Die Pflicht zur Erstellung des x-ante-Kostenausweises basiert auf der europäischen MiFID II-Richtlinie (in Deutschland im Wertpapierhandelsgesetz verankert). Die Finanzaufsicht (BaFin) prüft streng, dass die Kosten ausgewiesen werden. Da das Gesetz jedoch keine exakte mathematische Formel für jede denkbare Anlagesituation vorschreibt, kommt es zu Unterschieden in der Praxis. [1, 2]
Die wesentlichen Gründe, warum Kostenausweise von Broker zu Broker unterschiedlich aussehen, sind:
1. Unterschiedliche Modell-Annahmen beim Sparplan
Weil niemand weiß, wie lange du deinen Sparplan tatsächlich laufen lässt, müssen Broker mit einem fiktiven Modell-Szenario rechnen. Hier kocht jeder Broker sein eigenes Süppchen:
- Der 5-Jahre-Standard: Viele Broker rechnen standardmäßig mit einer Laufzeit von 5 Jahren (60 Ausführungen) bei deiner gewählten Sparrate.
- Der 1-Jahr-Standard: Einige Broker weisen die Kosten pauschal nur für das erste Jahr oder für ein einziges Kalenderjahr aus.
- Der Pauschalbetrag-Ansatz: Manche Institute zeigen gar nicht deine echte Sparrate, sondern nutzen ein Standardbeispiel (z. B. „Kostenbasis: 150 € monatlich über 5 Jahre“) als Referenzwert. [1]
2. Berechnung der laufenden Produktkosten (TER)
Bei einem Einmalkauf ist die Sache klar: 10.000 € Kaufsumme mal 0,20 % TER ergeben im ersten Jahr 20 € Produktkosten. Beim Sparplan wird es uneinheitlich:
- Die korrekte zeitliche Gewichtung: Mathematisch korrekte Broker berücksichtigen, dass im Januar erst eine Tranche investiert ist und im Dezember zwölf. Die TER wird anteilig auf das historisch wachsende Vermögen im Jahresverlauf berechnet.
- Die vereinfachte Endwert-Methode: Andere Broker nehmen der Einfachheit halber das berechnete Endvolumen nach Jahr X und wenden die TER starr darauf an, was die prognostizierten Kosten künstlich höher wirken lässt.
3. Einberechnung von Verkaufskosten
Der Gesetzgeber verlangt auch den Ausweis von potenziellen Ausstiegskosten. [1]
- Broker A nimmt an, dass du nach dem Sparplan-Zeitraum alles auf einen Schlag verkaufst, und rechnet die reguläre Verkaufsgebühr in die Ex-ante-Renditeminderung ein.
- Broker B geht davon aus, dass beim späteren Verkauf kostenfreie Neobroker-Konditionen greifen, oder lässt die fiktive Verkaufsgebühr anders in die Zukunftshochrechnung einfließen.
Fazit
Die Pflicht und die Kostenkategorien (Dienstleistungskosten, Produktkosten, Fremdkosten) sind strikt vorgegeben. Die Berechnungsmethode und die mathematischen Annahmen dahinter variieren jedoch deutlich. Erschrecke dich also nicht, wenn ein Sparplan bei zwei Brokern trotz identischer Gebühren im Ex-ante-Dokument leicht abweichende Gesamtkosten ausweist. Maßgeblich für dein echtes Geld ist am Ende immer das offizielle Preis-Leistungs-Verzeichnis des Brokers. [1, 2]