Beiträge von hanswurst90

    Spannender ist für mich die Frage, wer wandert denn? Wenn hier die Drohkulisse AfD lautet, von der man i.d.R. doch hört, sie sei zu weit rechts, dürften die potentiell verfolgten/flüchtenden doch eher (weit?) links einzuordnen sein. Und das ist dann also die Klientel, die mit größerem Vermögen unterwegs ist? Schon interessant.

    Das halte ich für eine zu starke Vereinfachung. Grünenwähler verdienen z.B. im Schnitt recht gut, es gibt Vermögende mit Migrationshintergrund und Fälle aus der Vergangenheit in autoritär regierten Staaten, wie den von Michail Chodorkowski usw.

    Eine absolute Mehrheit der AfD auf Bundesebene wäre ein Szenario, eine militärische Auseinandersetzung in Zentraleuropa ein mögliches anderes.

    Mich wundert es einfach, dass bei Finanztip globale Diversifizierung bei der Geldanlage so hochgehängt wird, aber die möglicherweise erforderliche eigene weltweite Mobilität gar nicht zur Sprache kommt. Weltweite Streuung bei ETFs bringt mir doch wenig bis nichts, wenn ich einer Jurisdiktion unterworfen bin, die politisch vereinnahmt wurde und ich auf der falschen Seite stehe.

    Ich stelle mir vor, dass es neben den exotischeren Ansätzen (100% in Bitcoin, Gold im Garten vergraben usw.) andere sinnvolle Maßnahmen gibt, die wenig oder keine Rendite kosten, und die man jetzt schon einmal vorsorglich umsetzen könnte.

    Ich habe mich gefragt, wieso Finanztip noch keine Inhalte dazu hat, wie man Geldanlage, Versicherungen usw. so aufstellen kann, dass eine Auswanderung möglichst einfach und nicht vermögensschädlich ist.

    Bei laut Umfragen bundesweit 30% Stimmenanteil der AfD ist es ja kein ganz abwegiges Szenario, dass sich in absehbarer Zeit einige der Finanztip-Fans in einer Dissidentenrolle wiederfinden.

    Ich denke hier an so Fragen wie "Wo sollten ETF und Verwahrstelle angesiedelt sein, um Kapitalverkehrskontrollen zu erschweren?" usw.

    Habt ihr darüber schon einmal nachgedacht oder gibt es Finanztip-Inhalte, die ich übersehen habe?

    Walz? Lustig, wie unterschiedlich man das sehen kann. Ich finde ihn süffisant und pseudo-locker.

    Kann man so sehen, aber irgendwie hab ich das Gefühl, dass der privat genau so drauf sein könnte wie im Podcast und sich nicht verstellt, um besser anzukommen. Ist sozusagen die Antithese zum durchoptimierten und auf Jugendsprache getrimmten Auftritt der klassischen Influencer.

    Aber diese "Hörerschaft" liest m.E. lieber auf der Homepage. Dort ist jedes Thema kompakt, aber vollständig erklärt. Sind Videos und Podcasts nicht eher das Lockmittel für neue und junge Interessenten?

    Würde ich nicht sagen! Es kommt doch sehr darauf an, in welcher Situation man die Inhalte konsumieren will. Kann mir gut vorstellen, dass einige ältere Zeitgenossen mangels anderer Gelegenheiten den Podcast im Auto hören, um sich zu informieren.

    Ich hätte zwei Podcastreihen aufgemacht. Die eine wie gehabt und die andere für Kids und Tweens. Wer sich für ein bestimmtes Thema interessiert, würde das trotzdem finden.

    Man hätte z.B. den alten "Auf Geldreise"-Podcast neu auflegen und zu einem Format machen können, wo Sophie explizit andere Zielgruppen (Heranwachsende, Frauen...) anspricht als Emil und Saidi.

    Es wurde wohl ein neues Gesamtkonzept aufgestellt und das wird zügig umgesetzt. Wer es damit so eilig hat, dann gibts eben Kollateralschäden. Ob das so clever ist?

    Die Höherschaft, die eigentlich nur einen Podcast mit seriöser unaufgeregter Finanzbildung möchte und bereit ist, auch mal intellektuell ein wenig gefordert zu werden, ist dann wohl der Kollateralschaden.

    Bei mir ist es glaube ich auch so, dass ich ein zu starkes Anbiedern an eine Social Media-"Leitkultur" nicht mag. Die Reels sind da schon ein Zugeständnis gewesen und jetzt wird der Podcast gefühlt auch immer mehr in Richtung Lifestyle-Podcast mit entsprechenden Themen und Vokabular getrimmt.

    Hallo zusammen,

    geht mir auch so. Denke, dass die Zielgruppe „umgestellt“ wurde - ich bin sicher nicht die relevante Zielgruppe.

    Daher werden sie es wohl richtig machen.

    LG

    Ja, sehe mich mittlerweile auch eher bei Walz&Beutler, als bei so Folgen zu Green und Red Flags bzgl. Finanzen in Beziehungen, die der Finanztip-Podcast jetzt bringt.

    Ich finde auch, wir sollten alle das gleiche Auto fahren, damit wir nicht von zu viel Individualität überfordert werden. :)

    Aber Spaß beiseite: Die Analogie zum ETF klingt verlockend, scheitert bei der PKV aber an einem grundlegenden "Problem". Ein ETF-Anbieter repliziert einen Index — alle Aktien sind objektiv messbar und austauschbar. Bei der PKV ist gerade die Vielfalt der Angebote ein Vorteil: Unterschiedliche Bedingungswerke ermöglichen es, den individuell passenden Tarif zu finden — für den 28-jährigen Arzt in Weiterbildung ohne Kinderwunsch eben einen anderen als für den niedergelassenen Anwalt mit Familie.

    Und bei der informierten Auswahl aus einem breiten, vielfältigen Markt hilft ein guter, unabhängiger Berater. :)

    Ich könnte mir aber schon vorstellen, dass eine Mehrheit der Finanzberater vor 20 Jahren ähnliche Argumente in Sachen Geldanlage vorgebracht hat oder es sogar heute noch tut ;) Möglichst individuell zugeschnitten, daher komplex, undurchsichtig, insgesamt untereinander nicht einfach vergleichbar und mit hohem Beratungsbedarf verbunden.

    Irgendjemand muss das doch eigentlich mal erwogen haben - Neo-PKV statt Neobroker sozusagen!

    Ich habe mich gerade gefragt, ob es im PKV-Bereich nicht analog zur Geldanlage auch schon die Idee gegeben hat, dass ein neutraler Player z.B. mit Verbraucherschützern einen oder mehrere leistungsfähige PKV-Tarife inkl. aktuarieller Vorgaben definiert, den Versicherer dann "nachbilden" können. Damit könnte man aus meiner Sicht u.a. der großen Unsicherheit hinsichtlich zu günstig kalkulierter oder lückenhafter PKV-Tarife begegnen, ohne dass man sich auf einen Makler mit Provisionsinteressen verlassen muss. Wenn zusätzlich noch verlangt wird, dass eine Kostenquote ähnlich der TER klar ausgewiesen wird, wäre dies natürlich ebenfalls zu begrüßen.

    Wie seht ihr das? Im Bereich der Geldanlage hat diese Trennung von Definierer des Produkts (MSCI, FTSE etc.) und Anbieter des Produkts (Xtrackers, Vanguard usw.) ja zu massiven Vorteilen für Verbraucher geführt.

    Erstklassiger Beitrag von Prof. Walz. Er fasst es gut zusammen:

    Deswegen würde ich - nüchtern betrachtet - meine bisherigen Investments in nachhaltige ETFs als kleine Wette darauf sehen, dass Unternehmen, die sich jetzt schon um Nachhaltigkeit bemühen oder ein Geschäft betreiben, das schon recht nachhaltig ist, in Zukunft besser laufen.

    Da die Streuung mit ca. 300 Aktien über den MSCI World hinweg immer noch einigermaßen breit ist und die TER bei 0,22% liegt, ist das aus meiner Sicht auch kein Problem. Nur die Hoffnung, dass ich damit einen echten Effekt in Sachen Nachhaltigkeit erziele, wurde mir mittlerweile genommen.

    Wo du recht hast, hast du recht :) Walz war für mich damit durch. Und es kam von ihm diesbezüglich nichts Konstruktives. Der Unterton findet sich auch in seinem Anfänger-Ratgeber. Der Mann weiss eben Bescheid ....

    Ich fand das Video eigentlich recht amüsant. Er nimmt hier meines Erachtens die Leute aufs Korn, die sich mittels einer übertrieben spezifischen Ansprache finanziell bereichern wollen.