Mit drei statt einem Produkt senkt man zwar die Auswirkungen einer Schließung, erhöht aber die Wahrscheinlichkeit, dass man überhaupt davon betroffen ist.
Das ist richtig. Mich erinnert das an einen Bericht im Spiegel, den ich gelesen habe, als vor vielen Jahren das MoMA in Berlin gastiert hat … da wurde von Versicherungsmathematikern berechnet, welche Kunstwerke zusammen transportiert werden sollen, um den Sweet Spot zu treffen:
- wenn alle in einem Flieger sind, ist es unwahrscheinlich, dass gerade der abstürzt; tut er es aber, sind die Auswirkungen fatal.
- wenn jedes in einem eigenen Flugzeug transportiert wird, steigt das Risiko, dass überhaupt einer abstürzt.
Wer heute z. B. den SPDR ACWI IMI hat, wird sein Risiko durch zwei weitere Welt-ETFs nicht senken, sondern eher erhöhen.
Es ist aber sehr eindimensional, bei der Bewertung eines Risikos nur die Eintrittswahrscheinlichkeit zu betrachten. Um es beurteilen zu können, müssen zwingend auch seine potentiellen Folgen ins Kalkül fallen einbezogen werden. Wer das nicht tut, handelt sehr unterkomplex.
Die Wahrscheinlichkeit, dass ein GK-ETF, der ARERO, der SPDR ACWI IMI oder der Vanguard FTSE All-World in den kommenden 30 Jahren geschlossen werden, geht für mich gegen null.
Mag sein, dass das für Dich so ist. Du bist diesbezüglich aber gar keine relevante Instanz, und zwar für niemanden. Du hast weder eine Glaskugel noch kannst Du es final beeinflussen. Insofern ist das sehr irrelevant.
Ich kann nur jedem den Hinweis geben, nicht nur die Eintrittswahrscheinlichkeit eines Risikos, sondern auch seine potentiellen Folgen zu betrachten.