Hallo,
Das Thema Jahresverbrauchsprognose und Gaspreisbremse ist in der Tat recht komplex und man kann es zunächst nur schwer verstehen. Insbesondere für „Otto Normalverbraucher“
ist -wie mir erst jetzt zumindest in Ansätzen bekannt wurde- nicht nur die hinterlegte Mathematik, sondern auch der technische Ansatz schwer verständlich.
Unklar ist auch, warum die Vorschriften für den Grenzwert der Gasbremse nominal von 80% eines prognostizierten Jahresverbrauchs ausgehen und nicht mit den leicht zugänglichen „echten Zählwerkständen“ (m*3) bzw.mit den gemäß der Regeln für die Thermische Gasabrechnung berechneten Energiewerten (kWh) des Gaszählers.
Wie ich es sehe, ist der prognostizierte Jahresverbrauch zudem eigentlich nur eine für den Gasmarkt relevante Abrechnungs- bzw. Planungsgröße.
Betrachtet man das vorgeschriebene Procedere, dann fällt auf, dass es für eine Rechtsvorschrift eigentlich ungewöhnlich ist, Berechnungsparameter für Verbrauchsgrößen im geschäftlichen Verkehr durch den Verkäufer bzw. Lieferanten festlegen oder anpassen zu lassen. Zumindest dann nicht, wenn hierfür eine solche Regelung nicht technisch als zwingend anzusehen ist und insbesondere auch eine einfache Nachprüfung durch den Kunden bei Anwendung von komplexen anerkannten Regeln der Technik nicht vorausgesetzt werden kann. Nach Eichrecht muss ein im geschäftlichen Verkehr verwendeter Messwert immer mit einem geeichten Messgerät gemessen bzw. mit den Messwerten vom Verbraucher auf einfache Weise nachprüfbar sein.
Was ich bis jetzt von meinem Versorger herausbekommen habe, hat das Ganze wohl eher damit zu tun hat, dass sich die Politik auf den Monat September als Referenz festgelegt hatte und mit dem Begriff prognostizierter Jahresverbrauch die anerkannten Regeln der Technik, wie z.B. implizit z.B. die Sigmoid Funktion, in die Vorschrift eingeschlossen hat. Dies ist eine klare Abkehr von der bisher üblichen „exakten“ und von geeichten Messgeräten gebildeten Messwertbildung. Und ich denke, dass dies auch im vorliegenden Fall völlig ausgereicht hätte, um die Gaspreisbremse umzusetzen. Insbesondere wäre dies sehr viel transparenter geworden.
Zurück zu meinem eigenen laienhaften Verständnis! Diese Regel der Technik ergibt -wie ich es verstanden habe- für den Jahrestemperaturverlauf verschiedene Tageswerte aus, die sogenannten „Kundenwerte“. Diese sind temperaturbereinigte Rechenwerte, die dem Versorger vom Netzbetreiber mitgeteilt werden und letztendlich nach einer weiteren Bearbeitung bzw. Berechnung mit Verbrauchszeiten,Temperaturverläufen, Normjahrvergleichen usw.… einen prognostizierten Jahresverbrauch für das nächste Jahr auf der Basis des Verbrauchs des Jahres 2022 ermittelt mit den Werten bis zum September 2022. Aufgrund der vielen von äußeren Umständen beeinflussten Parameter (physikalisch, geschätzt bzw. angenommen!) die in das Rechenverfahren einfließend, kann und wird der prognostizierte Rechenwert jedoch leider nicht unbedingt mit dem „echten Jahresverbrauch“ übereinstimmen. Es heißt ja auch Prognose!!
Tja, jetzt weiß ich wenigstens, wie das Ganze funktioniert. Wer aber, wie und mit wieviel Wirkung und mit Absicht oder zufällig an den Stellschrauben bzw. Parametern dreht und drehen wird, das ist wegen der fehlenden Transparenz es Verfahrens nicht nachprüfbar. Das ganze Verfahren lässt viele Fragen offen.
Was ein Glück, dass derzeit die Preisspanne zwischen „Deckel“ und Marktpreis nicht mehr so groß ist.
Außerdem liegt bei mir die vom Versorger berechnete Bemessungsgrenze nur um ca. 20% unterhalb des von mir gerätetechnisch ermittelten und gefühlten 80%-igen „echten Jahresverbrauch.