Beiträge von Jens1435

    Hi zusammen,

    da ich mich vor einigen Jahren auch mal recht intensiv mit dem DEVK Pensionsfonds beschäftigt habe, hier auch noch meine Gedanken / meine Meinung zum Thema:

    -Kosten:

    Die Kostenbelastung des Produkts würde ich als "moderat" bezeichnen. Bei den meisten Direktversicherungen hat man deutlich höhere Kosten als beim DEVK Pensionsfonds und zudem wird ein Großteil dieser Kosten zusätzlich noch vom Arbeitgeber getragen. Das finde ich fair.

    -Produkt:

    Es handelt sich um ein Produkt mit einer sog. "Beitragszusage mit Mindestleistung" - d.h. zum Rentenbeginn müssen mindestens die eingezahlten Beiträge zur Verfügung stehen. Wie bei einem Riestervertrag hat man also eine 100 %ige Beitragserhaltungsgarantie eingebaut.

    Die 100 %-Garantie klingt erstmal toll - schließlich ist der "gemeine Eisenbahner" ein risikoscheues Wesen. ;) Diese Garantie führt jedoch zu folgendem ungünstigen Effekt:

    Wenn ihr mal in eure jährliche Mittelung vom Pensionsfonds reinschaut, werdet ihr feststellen, dass nur ein recht geringer Teil eures Vertragsguthabens wirklich in den Dachfonds (DEVK Global Invest PeF) fließt und dafür umso mehr im (recht gering verzinsten) Garantiekapital angelegt wird. Das ist auch der Hauptgrund, weshalb die Gesamtrendite eures Vertrages -z.B. im Vergleich zu einem reinen Aktien-ETF wie dem MSCI World- deutlich schlechter sein kann.

    Da kann die DEVK nichts für, das ist nunmal die Folge der 100 %igen Beitragsgarantie. Ob so ein Produkt jedoch eine Rendite erwirtschaften kann, die in Zukunft wenigstens die Inflation ausgleicht? Schwer vorstellbar. Deshalb habe ich schon vor vielen Jahren meine eigenen Zuzahlungen in den DEVK Pensionsfonds gestoppt und nur noch den (aktuell 3,3 %igen) AG-Anteil "mitgenommen".

    -Was könnte in Zukunft sein?

    Wenn sich der Arbeitgeber und die Gewerkschaften im sog. "Sozialpartnermodell" einigen würden, die Betriebsrente im DB-Konzern zukunftsfähig aufzustellen, wäre ein Modell mit ausschließlicher Beitragsgarantie wohl eine gute Lösung. Mit Einführung des Betriebsrentenstärkungsgesetzes wurde dieses Modell explizit vorgesehen. Dabei garantiert der Arbeitgeber nur noch die Summen, die er in die bAV einzahlt, jedoch nicht mehr die künftige daraus resultierende Rente. Daraus folgend könnte die DEVK auch deutlich mehr in Aktienfonds / ETFs investieren und in Summe eine höhere Rendite für die Betriebsrente der Eisenbahner erwirtschaften. Erst dann wäre es meiner Meinung nach auch wieder richtig attraktiv, eigenes Geld in die bAV umzuwandeln. Wäre interessant, ob hierzu bereits Gespräche im Hintergrund laufen. Weiß da jemand mehr?

    Wenn ich jedoch an das Gezeter mancher Gewerkschafter vor kurzem denke, als die DB AG die Pensionszusagen aus dem Zusatzversorgungstarifvertrag zu Gunsten höherer Einzahlungen in den Pensionsfonds abschaffen wollte, befürchte ich jedoch fast, dass da so schnell nicht mit einer vernünftigen Lösung im Rahmen des Sozialpartnermodells zu rechnen ist. Polemik siegt halt oft über Vernunft...

    Viele eurer Fragen, insbesondere zu den Fonds, in die investiert wird, findet ihr übrigens unter folgender Internetseite beantwortet: https://www.devk.de/i-pensionsfonds

    Ach ja, es gab noch die Frage nach einem Rentenfaktor: Ja, diesen gibt es, aber er ist variabel. Sprich, der tatsächliche Rentenfaktor wird zum Rentenbeginn auf Grundlage des dann gültigen Rechnungszinses ermittelt und ist somit nicht exakt planbar. Das ist übrigens auch der Grund, weshalb die in den jährlichen Mitteilungen prognostizierten voraussichtlichen Renten in den letzten Jahren immer geringer wurden. Mit (hoffentlich bald) steigendem Höchstrechnungszins sollten auch die voraussichtlichen Renten wieder steigen. ;)

    Viele Grüße

    Jens