Beiträge von Torsten_S

    würde mich auch interessieren.

    Hier lesen ja genug mit, vielleicht offenbart sich ja ein "Riester-König" .


    Vorbemerkung:
    2001 war eine andere Zeit (Indexfonds/ETF nur für eine Minderheit verfügbar, Spesen noch relativ hoch, Absturz der Börsen 2001, 9/11, Zinsniveau relativ hoch, Rentenfaktoren bei 35-40, linke Regierung in D, ...).
    Kaum jemand hatte die Auszahlproblematik 30 Jahre später auf dem Radar.

    Mein Riestervertrag ist sicher kein Erfolg, wird aber auch keine Katastrophe. Die Summen sind für ein Schließen einer Rentenlücke ohnehin zu gering.

    So jetzt zum Vertrag und geplanten Ablauf. Vielleicht übersehe ich auch etwas.

    Beginn 2001, Ende der Ansparphase mit 60 wird in 2031. Anbieter DWS, 50% Rabatt auf die Ausgabeaufschläge. Sonstige laufende internen Fondskosten natürlich hoch. Depotgebühr pro Jahr ca. 16€.

    Stand heute werden Netto ca. 31 k€ Eigenbeiträge bis 2031 eingezahlt (Immer Maximalbetrag abzüglich der jährlichen Steuerrückzahlung). Aktuell in 12/25 sind etwa 73 k im Depot (~4,4 p.a. vor Steuern und ~8% p.a. nach Steuern). Wenn der Vertrag mit 4% p.a. bis 2031 weiterläuft werden es 2031 mit 60 Jahren etwa 95k sein. Davon können 30% entnommen und versteuert werden. Die Steuer im Auszahljahr bietet noch etwas Gestaltungsspielraum. Die restlich 70% dürften dann etwa 150 €uro pro Monat Rentenzahlung vor Steuern bringen.
    Alternativ wechsele ich den Vertrag in die neue Riesterstruktur ab 2027.

    Nachbemerkung:
    Ich bin seit 1994 an den Wertpapiermärkten unterwegs. Ich war immer etwas risikoscheu und habe nur 10-60% Aktienquote und den Rest Anleihen gefahren. Das reichte in den letzten 25 Jahren für ca. 5,5% p.a.. Der Staatsfonds in Norwegen hat bisher ca. 6% Rendite erreicht. Insofern war das Anlageergebnis der DWS für ein Garantieprodukt bisher OK.
    Jeder, der heute mit 10% p.a. MSCI World ETF für die nächsten 25 Jahre rechnet, könnte auch enttäuscht werden.

    Ich habe einen Riesterfondssparplan bei der DWS, 80% Rabatt. Mein Vertrag liegt aktuell bei 61K, Garantie bei 37K, Eigenbeiträge 29, Zulagen 8K, Steuererstattungen 6K. Produktrendite (interner Zinsfuß auf alle EInzahlungen vor Steuern) liegt bei 5%, die Nachsteuerrendite für mich bei 6% (Annahme 30% Grenzssteuer im Alter). In Anbetracht von Garantie, Vererbbarkeit ist das ok. ABER: das ist vor der Auszahlungsphase. Dass ich damals darauf vertraut habe, notfalls am Ende der Ansparphase noch zu einem anderen Anbieter (Banksparplan) wechseln zu können, hat sich als Fehlschluss herausgestellt. Jetzt hoffe ich auf Lindner, ansonsten lasse ich mir 30% auszahlen, schieb die in die GRV und lebe mit dem Rest. So schlecht ist der nicht. Noch einmal würde ich das Produkt genau deshalb natürlich nicht abschließen.
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    Ich sehe es genauso. Interessanterweise sind die Kennzahlen beim DWS Riestervertrag von meiner Frau und mir ziemlich ähnlich (5% IZF vor Steuern). Auch wir hatten vor über 20 Jahren rabattierte Verträge abgeschlossen und eigentlich immer Spitzensteuersatz gezahlt. Auch ich habe das Auszahlungsproblem damals übersehen.
    Während der Einzahlphase ist die DWS-Rente gar nicht so schlecht gelaufen. Immerhin mussten sie ja den Kapitalerhalt garantieren. Meine privaten Börsenerfolge seit vielen Jahren sind auch nicht so viel besser (IZF gerade mal 6% seit 1995 mit höherer Vola).



    Ich habe berufsbedingt noch einen fondsbasierten Rentenvertrag über die sogenannte "Metallrente". Dort sind die IZR Renditen auch auf gleichem Niveau wie bei DWS allerdings gab es dort bereits seit Beginn einen verbindlichen Mindestrentenfaktor.

    Was man sich überlegen kann, ist die Einmalzahlungen aus Riester in einen Zeitraum mit besonders wenig/kein Einkommen zu legen. Das dürfte die Nachsteuerrendite noch etwas heben.