Hallo DerRatlose,
ich habe mich bei deinem Thread auch gefragt, worum geht es eigentlich.
Du hast nichts weiter zu deiner Erkrankung und der deiner Frau gesagt. Es gibt Krebsarten mit denen man sehr gut leben kann. Du blickst in die Zukunft, bis 90 oder drüber. Aber du möchtest es auch für deine Frau möglichst einfach machen, also sorgst du dich darum, wie es ist, wenn du nicht mehr kannst.
Vielleicht ist das genau der Spagat, den es hier zu machen gilt. Die Unwägbarkeit der Lebenserwartung im Alter und bei Krankheiten. Manchmal muss man das fast Unmögliche im Kalkül haben. Das man noch lange lebt und das es flott vorbei ist. Etwas, was Menschen fast nicht gleichzeitig in die Birne geht.
Ich bin auch 70 und habe eine unheilbare Krankheit. Mir geht es gut, aber die Krankheit kann jederzeit zuschlage , so daß ich in drei Monaten nicht mehr bin. Und meine Rente ist mehr noch als bei dir selbstgemacht und auf kleinerem Niveau. Das ist ein nahezu unlösbares Problem.
Von Finanzdingen verstehen andere mehr. Ich weiß nur wie es ist, wenn die Endlichkeit sehr nah an einen ranrückt. Klar, jedem kann morgen eineDachpfanne auf den Kopf fallen, aber die meisten führen ihr Leben als wäre es unendlich.
Ich bin durch viele tiefe Täler gegangen. Und dahinter ist …… Leichtigkeit und Heiterkeit. Nicht immer, aber immer öfter. Selbst meine eigenen alten Neurosen muss ich nicht mehr so Ernst nehmen. Es gibt tatsächlich ein Leben nachdem man entdeckt hat, daß es endlich ist.
Du sagst nichts zu eurer gesundheitlichen Situation und fragst nach der Optimierung und Vereinfachung der Anlage. Aus meiner Erfahrung gehört mit zu den wichtigsten Dingen bei selbstgemachter Rente,wer managt das, wenn ich es nicht mehr kann. Wem gebe ich Vollmachten? Das kann einfach sein, aber auch schwer. Man muss der Person sehr, sehr vertrauen. Du fragst nach Vereinfachung, so daß deine Frau damit klar kommt. Aber es kann euch beiden auch schlecht gehen. Ich denke, eine dritte Person ist notwendig, die Einblick hat und das Vertrauen.
Ansonsten war ich zwie. Sich bei € 7.000 im Monat noch Gedanken um die optimale Anlage machen, auch über 90 hinaus und bei Krankheit?
Ich erlebe es immer wieder im Freundeskreis, daß man den „heißen Punkt“ gern umschifft. Meine Erfahrung. Ob es bei dir so ist, weiß ich nicht. Ich möchte dir nur sagen, es lohnt sich da reinzugehen. Sterben tun wir alle. Ist definitiv noch keiner hiergeblieben. Es treten ganz andere Dinge in den Vordergrund, wenn man sich drauf einlässt. Nicht Trübsaal und Depression. Was ist mir wirklich wichtig? Oder einfach nur Freude am hier und jetzt. Den Farben, dem Frühling, den Mitmenschen.
Bei deinem Vermögen, sorg dich nicht. Schlimmes wird finanziell nicht passieren. Versorgt sein muss man, aber das bist du. Verpass nicht eine wunderbare Zeit, auch hinter der Endlichkeit. Wünsch ich euch von Herzen.