Beiträge von FriFroFra

    Wie man es macht, ist es falsch. Und wenn man es gar nicht macht, ist es auch nicht richtig. (Roger Pfaff)

    Bleibt man unter seinen Möglichkeiten und macht auf Work-Life-Balance, weil Geld nicht alles ist, dann heißt es Deutschland muss sich mehr anstrengen.

    Strengt man sich an mit guten Erfolg und gibt das Geld nicht aus, schädigt man die eigene Wirtschaft.

    Bringt man das Geld unter die Leute, konsumiert, kauft Technik, Klamotten, schafft sich ein Haus an, fliegt um die Welt, ist man für den überdurchschnittlichen Co2- Ausstoß verantwortlich.

    Wie darf man es denn der Gesellschaft recht machen? :evil:

    Wichtig wäre es jetzt erstmal, dass DU und ICH und IHR - vor allem IHR - schuld an der Lage seid. Ihr faulen Lifestyle-Teilzeit-ständig-Krank-Arbeitnehmer. Wenn du zusätzlich noch Migrant bist und weiblich, bist du bei Mr Burns - äh - Friedrich Merz eh unten durch und Schuld an der Krise.


    Was die Grafik angeht: Wir müssen nicht Einkommensstarke Arbeitnehmer stärker besteuern, sondern Reiche. Und reich ist man nicht mit 5000 Euro Brutto Einkommen. Damit kannst dir nämlich in München keine 3-Zimmer-Wohnung leisten.

    Wenn der selbe Dude, der 5000 Euro Brutto verdient, aber 4 Häuserblocks mit 80 Wohnungen mit sage und schreibe drei Euro und fünfundzwanzig Cent Erbschaftssteuer überschrieben bekommt, siehts schon wieder anders aus. Dann wird aus dem Mittelschichtsangestellten plötzlich ein doch recht reicher Mensch. Und darum gehts ...


    Aber diesen kleinen aber feinen Unterschied scheint irgendwie gerne unter den Tisch zu fallen

    fotoman : Wenn mit 92 Jahren mein Depot aufgebraucht ist, dann hab ich alles richtig gemacht :) Für wen soll ich denn sparen? Für die Kinder meines Schwagers? Sicher nicht.

    Deine Rechnung bzgl. Inflation ist meiner Meinung nach falsch. Du gehst von einem Finanzbedarf von 3000 Euro aus. Du weißt aber die Inflation nicht. Kann sein, dass du 3000 Euro benötigst, kann aber auch weniger sein.

    Bei einer angenommenen Inflation von 2% kommen wir in 37 Jahren auf 2038 Euro. Für 3000 Euro müsste die Inflation bei dauerhaft 3,2% liegen.

    Man kann immer vom Worst Case ausgehen, aber auch das hat nichts mit Finanz- oder Vermögensplanung zu tun. Um mein Vermögensaufbau zu planen, muss ich mit Werten rechnen, die wahrscheinlich sind. Wenn ich in diese Rechnung einen möglich Krieg, Staatsbankrott, Pandemien o.ä. einrechne, wirds schwierig.


    Wie gesagt: Man kann bei dem Zeitraum alles so oder so rechnen, aber der Plan sieht trotzdem mehr als solide aus. Man rechnet weder mit Fantasie-Renditen noch vergisst man die Inflation oder sonst was.

    Also bei 1700,- Sparquote mit einem Zeitraum von 20 Jahren, finde ich deinen Plan sehr gut. Du willst ja nicht mit 40 in Rente gehen sondern pro zwei Monate sparen einen Monat eher - guter Plan.

    Pfennigbaron: Der Forumersteller schreibt ja, dass er das Geld in ETFs anlegt. Wenn wir von einer Rendite von 3% ausgehen, was sehr konservativ gerechnet ist, dann schlägt man die Inflation von 2% und die 1700 Euro Sparrate werden 20 Jahre mitwachsen und mehr werden, nicht weniger.

    Mit 3400 Euro zusätzlich - alle 2 Monate einen Monat früher in Rente - zu der gesetzlichen Rente (die bei einer Sparmöglichkeit von 1700 Euro pro Monat auch höher sein wird als der Durchschnitt) finde ich den Plan sehr nachvollziehbar und gut.

    Jetzt heißt es halt Durchhalten.

    ....


    Wie seht ihr das, totaler Unsinn oder vielleicht schon möglich?

    Mich würde auch sehr interessieren wie andere von euch das angehen wenn klar ist das nichts vererbet werden soll und man auch nicht den großen Reichtum erst in der Rente erleben will.

    Entgegen der meisten hier halte ich deinen Plan für absolut nachvollziehbar und auch nicht völlig daneben und unerreichbar.

    Natürlich ist bis dahin noch viel Zeit - in die eine (alles wird schlimmer als du jetzt denkst) oder in die andere Richtung (alles wird viel besser als du jetzt denkst)

    Ja, bis in 30 Jahren werden wir alle bis 70 arbeiten müssen (was ich sicher auch nicht tuen werde) und die Inflation wird das Geld weniger werden lassen, aber mit 1000 Euro pro Monat in einem ETF, einer Eigentumswohnung und ohne Kinder sehe ich keinen Grund, warum man nicht früher mit der Arbeit Schluss machen soll oder zumindest die Arbeit soweit nach unten fährt, dass man es wirklich nur noch als Zeitvertreibt macht.

    1000 Euro im Monat * 12 Monate = 12.000 Euro pro Jahr * 20 Jahre = 240.000 Euro reine Sparsumme + Wohnung + Rentenansprüche - könnte alles schlimmer sein.

    Ich verstehe den Punkt. Danke für die Tips

    Ich für meinen Teil habe in meinen 30er Jahren schon 2x für ein Jahr 'Servus' gesagt und bin mit Rucksack um die Welt gefahren. Währenddessen hat die Sparrate natürlich nicht funktioniert und das Kapital ist auch deutlich kleiner geworden. Trotzdem brauchen ich heute keinen Porsche und kein Haus um Glücklich zu sein.

    Beruflich bin ich allerdings glücklich, in einer Führungsposition zu arbeiten. Das heißt, mein Gehalt ist deutlich höher als mein benötigtes Geld. Ich spare aktuell 1000 Euro komplett in ETFs, die auch seit 6 Jahren nicht verkauft wurden. Trotzdem kann ich aus dem restlichen Betrag noch Urlaube oder eine Waschmaschine finanzieren.

    Deswegen rechne ich mit einem Finanzbedarf von 2800 +/- Euro.

    Aber klar. Zur Rente brauche ich noch ca. 20 Jahre, deswegen ist das natürlich alles noch sehr viel Luftschloss. Bis dahin wird wohl die eine oder andere Rentenreform/reförmchen folgen (oder auch nicht)

    Was verstehst Du unter Nettogehalt? Das, was netto auf dem Lohnzettel steht, oder das, was Du echt verbrauchst? Du berichtest von einer hohen Sparrate von etwa einem Drittel. Also könnte Deine Richtschnur 66% dessen sein, was als Nettogehalt auf dem Lohnzettel steht. Solide Verhältnisse bei Dir!


    Guter Punkt, den ich bei der Berechnung der 'Rentenlücke' nicht verstehen.

    Man geht bei der Berechnung davon aus, dass man 80% vom Netto benötigt, oder?

    Wenn ich von meinem 3800 Euro Gehalt jeden Monat 1000 Euro sparen - also nicht benötige - dann heißt das, dass mein 'benötigtes Netto' nicht 3800 Euro sondern 2800 Euro sind? Denn selbst damit bleibt bei mir genug für Urlaub, Auto usw. übrig.

    Heißt die Grundlage meiner Berechnung wären dann 80% von 2800 Euro, und nicht von 3800 Euro.

    Warum sollte ein Latino oder eine andere PoC aus Protest Agent Orange wählen?

    Ungefähr 25% der Jung- und Erstwählenden machen ihr Kreuz bei der AfD. Das sind IMHO keine Protestwähler, das sind TikTok-Zombies ohne Geschichtsbewusstsein, die auf komplexe Problemlagen nach einfachen Antworten gieren (diese aber bitte nicht mehr als 140 Zeichen, besser Memes oder wie diese Bildchen heissen).

    Der Latino oder der PoC wählt nicht für Trump, sondern gegen Harris.

    Für mich sind das Protestwähler. Gerade in Deutschlsnd haben Bürger vielleicht vorher aus Verdruss nicht gewählt. Heute gibt es etwas, was die da oben mehr ärgert: die AfD zu wählen.

    In der USA ist es vielleicht ähnlich.

    Du hast keine 25 - 28% Protestwähler.

    Schau dir doch Söder an. Der macht doch vor allem Klientelpolitik. Steuern für bestimmte Gruppen runter, Steuergeschenke für bestimmte Gruppen. Das hat vor 30 Jahren funktioniert, weil viele zum sogenannten 'Klientel' dazugehört haben. Heute hat nur noch ein kleiner Teil was davon.


    In den USA ist es ähnlich. Vielen war Harris viel zu links und elitär und da es eben nur rot oder blau gibt, haben viele wohl rot gewählt (oder gesehen)

    Trump spricht vielen (ungebildeten) Amerikanern wahrscheinlich aus der Seele.

    'Mir geh es schlecht, weil Europa zu wenig Zölle zahlt'.

    'Mir geht es schlecht, weil viel Geld für grüne Energie ausgegeben wird'.

    'Mir geht es schlecht, weil wir in der ganzen Welt die Polizei spielen müssen'.

    Wenn Trump jetzt Zölle erhöht, keine Waffen mehr liefert und die ganzen Migranten rauswirft, dann geht es 'mir' wieder besser.

    Ich halte die bisherige Fokussierung allein auf Trump - sowohl im Diskurs als auch der Berichterstattung - für problematisch. Wenn man sich mal genauer anschaut, welche Strukturen da inzwischen gefestigt und mit entsprechendem Personal "angereichert" wurden, ist es (sofern nichts heute Unvorhersehbares passiert) meines Erachtens recht naiv, zu glauben, dass nach Trump die große Kehrtwende kommt. Ganz im Gegenteil: Vieles spricht dafür, dass es im Falle von Vance als Nachfolger erst richtig losgehen könnte.

    Das könnte ich mir auch vorstellen - Trump hat mittlerweile so viel Getreue in wichtigen Positionen platziert dass es für die Demokraten - sofern sie denn die nächste Wahl gewinnen - schwer sein wird, dass mit 'fairen' Mitteln wieder umzudrehen.

    Der politische Kurs in den USA ist auf Jahre festgesetzt. Allein schon, weil Trump drei Richter am obersten Gerichtshof bestimmen durfte und diese auf Lebzeit in diesem Amt verbleiben. Eine Kehrtwende hin zu einer offenen und toleranten Politik ist daher nicht zu erwarten.

    Achim Weis: Genau so haben wir es letztes Jahr gemacht ;)

    Wir waren allerdings auch schon vor 6 und 12 Jahren jeweils ein Jahr weg und da waren wir nicht krankenversichert, weil wir nicht in Deutschland waren. Wir waren komplett abgemeldet. Diese Zeit fehlt auf jeden Fall in der Rente.

    Und es geht mir nicht darum, das Fell des Bären zu verteilen. Jedoch denke ich, dass es nichts bringt, das Erbe komplett aus meiner finaziellen Berechnung raus zu lassen. Ich hoffe sehr, dass unsere Eltern noch 25 Jahre Gesund und Munter leben.

    Vielen Dank für die vielen Infos. Das reicht erstmal für viel Input.

    Ganz aufhören zu arbeiten möchten wir beide nichts. Es soll ja auch nicht langweilig werden. Wir arbeiten auch beide gerne und haben Spaß im Job.

    Letztes Jahr haben wir beide einen Monat unbezahlten Urlaub genommen. Das war schon mal ziemlich gut und könnte etwas für uns sein. Aufgrund des großen Fachkräftemangels stehen uns da aktuell viele Türen offen.

    Vielen Dank schon mal

    Achim Weis: Vielen Dank für deine Einschätzung: ich kann dir zustimmen, dass wir einen ziemlich großen Haufen Geld als 'Absicherung' rumliegen haben, die aktuell mit 2 - 3% verzinst werden. Ich scheue mich schon immer davor, einen großen Betrag auf einmal zu investieren.

    Aber das ist eine andere Baustelle X/

    Hallo zusammen,

    ich würde um eine Einschätzung bitten, ob ich was vergessen habe oder was es sonst noch zu beachten gibt.

    Folgende Eckdaten:

    Meine Frau und ich (beide kurz vor der 40, kinderlos) arbeiten Vollzeit - Einkommen ca 130.000 Euro brutto.

    Aktuelle Werte:

    ETF Depot knapp 100.000 Euro in MSCI World und MSCI Europe (80/20) + 12.000 Euro in Aktien von SAP, BASF, Allianz und BMW (wurde während Corona gekauft und liegt seitdem da)

    Notgroschen 30.000 Euro

    Urlaubskasse 20.000 Euro

    Rentenversicherung aus 2001, die noch einen Garantiezins von 2,75% hat. Wird mit 60 Euro pro Monat gespart - Auszahlung mit 63 Jahren

    Riesterrente wurde beitragsfrei gestellt, da zu wenig Rendite. Hier ist 12.000 Euro drin und liegt seit 2 Jahren - Auszahlung mit 65 Jahren.

    BU haben wir beide.

    Außerdem bekommen wir von den Eltern ein Erbe von drei Wohnungen (Kaltmieteinnahmen ca 1800 Euro da sehr sozialverträgliche Mietverhältnisse) und das Elternhaus. Erbe wurde vor 5 Jahren schon per Niesbrauch geregelt.

    Die Wohnungen sind alle renoviert und in gutem Zustand. Das Elternhaus hat ein neues Dach, Heizung ist 4 Jahre alt, Solaranlage ist neu und wird aktuell von den Eltern meiner Frau bewohnt.

    Aktuell sparen wir 1.500 Euro pro Monat in die ETFs und 600 Euro in unsere Urlaubskasse.

    Das ETF Depot wird nicht angetastet, genau wie der Notgroschen. Unsere Urlaube und größere Anschaffungen zahlen wir aus der Urlaubskasse.

    Unsere Ausgaben sind ohne Urlaube bei ca. 2500 Euro inkl. Miete, Einkauf, Freizeit usw. Ein Auto haben wir nicht, da wir in der Großstadt wohnen. Größere Ausgaben sind Urlaube.

    Wir wohnen zu Miete und wollen kein eigenes Eigentum anschaffen - unsere Wohnung ist Teil einer großen Genossenschaft und wird nie als Eigenbedarf gebraucht. Das Mietverhältnis ist also relativ entspannt.

    Wir spielen daher mit dem Gedanken, nicht noch die nächsten 27 Jahre in einem 40h 9to5 Job zu bleiben. Vor allem mein Job ist mit regelmäßiger Arbeit am Samstag recht zeitraubend.

    Meine Frau frage mich letztens, wieviel Geld in unserem Depot sein sollte, damit man im Job ein bis zwei Gänge zurückschalten und die Sparrate nach unten geschraubt werden kann? So nach dem Motto 'wann ist es genug'?

    Wie ist eure Einschätzung:

    Wieviel Geld sollte von den Mieteinnahmen zurückgehalten werden? Wieviel Geld müsste zusätzlich im Depot sein?

    Wie kann ich meine Rentenlücke berechnen, wenn irgendwann das Gehalt nach unten geht? Die Hochrechnung auf dem Rentenbescheid ist ja nur gültig, wenn man immer so weiterverdient wie in den letzten 5 Jahren?

    Ich finde bei vielen Artikeln und Entnahmenplänen etwas, wenn der Wert erhalten werden und etwas vererbt werden soll. So ist es bei uns aber nicht. Vererbt werden muss eigentlich nichts. Entweder die Immobilien werden verkauft oder behalten und irgendwann einer Stiftung übergeben.

    Was ich überhaupt nicht auf dem Zettel habe, wäre eine evtl. Versicherung, die man privat zahlen müsste, wenn man irgendwann komplett aufhören möchte zu arbeiten. Ansonsten fische ich bei vielen der obigen Fragen im Dunkeln.

    Habe ich einen großen Kostenpunkt vergessen? An was muss man sonst noch denken?

    FriFro